Nur mit deinen Augen - Valerie Bielen - E-Book

Nur mit deinen Augen E-Book

Valerie Bielen

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Beschreibung

Zwei Fremde in Venedig. Eine junge Deutsche in Venedig auf der Suche nach ihrem Glück. Ein Mann der sein Augenlicht verloren hat. Eine schicksalhafte Begegnung. Alice Breuer glaubt, das große Los gezogen zu haben. Sie geht als Au-pair-Mädchen nach Venedig. Ein Traum geht damit für sie in Erfüllung, doch leider hat die Familie Scarpa andere Pläne. Alice soll nicht nur die beiden Kinder hüten, sondern sich um den kompletten Haushalt kümmern. Nur nachts hat sie Zeit, sich die Stadt anzuschauen – und trifft dabei einen geheimnisvollen Mann, der in ihrer Nachbarschaft wohnt. Tobia ist Amerikaner – und er ist blind. Alice verliebt sich in ihn, ohne zu ahnen, auf was sie sich einlässt.

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Seitenzahl: 418

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Valerie Bielen

Nur mit deinen Augen

Roman

Inhaltsübersicht

Kapitel Eins

Kapitel Zwei

Kapitel Drei

Kapitel Vier

Kapitel Fünf

Kapitel Sechs

Kapitel Sieben

Kapitel Acht

Kapitel Neun

Kapitel Zehn

Kapitel Elf

Kapitel Zwölf

Kapitel Dreizehn

Kapitel Vierzehn

Epilog

Danksagung

Informationen zum Buch

Über Valerie Bielen

Impressum

Wem dieses Buch gefallen hat, der liest auch gerne …

Kapitel Eins

»Waren Sie schon einmal in Venedig?«

Die ältere Dame, die mir gegenüber im Zugabteil saß, sah mich neugierig durch ihre dicken Brillengläser an. Ich schloss mein Buch. Es hatte keinen Sinn, weiterzulesen, da diese Frau – schon seit Verona – versuchte, eine Konversation zu beginnen.

»Nein. Leider nicht. Es wird mein erstes Mal werden.«

»Sie werden es lieben! Ich war schon mindestens zwanzig Mal dort und kann immer noch nicht genug bekommen. Sie müssen wissen«, sie näherte sich mir vertrauensvoll, »mein verstorbener Mann und ich, wir haben uns in Venedig verlobt. Es gibt ja keine romantischere Stadt.«

Umständlich und unter Verwendung aller nur denkbaren Ausmalungen begann sie von ihrem verstorbenen Mann zu erzählen, von ihrer Verlobung und den Reisen der letzten vierzig Jahre. Ihre Worte schienen an mir vorbeizuziehen wie die flache, eintönige Landschaft vor dem Zugfenster, während meine Gedanken zu meiner Mutter wanderten. Ich musste schlucken, wenn ich mir vorstellte, wie sehr sie sich über diese Reise gefreut hätte.

Jahrelang hatte sie in ihrem Notizbuch jeden Artikel über die Stadt gesammelt, hatte sich in Reisebüros Kataloge geben lassen und Hotelbeschreibungen aus dem Internet gelesen. Immer im Wissen, dass es für sie unmöglich sein würde, als Multiple-Sklerose-Kranke im Endstadium durch eine Stadt mit Hunderten von Brücken zu kommen. Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass unsere Finanzen nicht einmal einen Billigflug von Berlin nach Venedig erlaubt hätten. Aber ihr Optimismus und ihre Hoffnung auf eine glückliche Wendung waren unerschütterlich gewesen, und so hatten wir abends in unserem kleinen Apartment in Teltow auf den Betten gelegen und uns ausgemalt, wie es sein würde, mit einer Gondel auf dem Canal Grande zu fahren oder einen Aperitif im Café Florian einzunehmen.

»Sehen Sie das nicht auch so?«

Meine Abteilnachbarin wartete auf eine Antwort. Ich hatte keine Ahnung, was sie zuletzt gesagt hatte, und doch entschied ich mich, mich ihrer Meinung anzuschließen. Hatte ich nicht gelernt, dass geringer Widerstand in den meisten Fällen der beste Ausweg war, um unerwünschte Konversationen zu beenden oder wenigstens zu verkürzen?

»Absolut. So sehe ich das auch. Sie haben ganz recht.«

Aber ich hatte das Durchhaltevermögen meines Gegenübers unterschätzt. Sie wollte das Gespräch nicht einfach so verebben lassen. Erneut setzte sie an: »Bleiben Sie lange in Venedig?«

Bei meiner Antwort konnte ich ein Lächeln nicht unterdrücken. Stolz schwang in meiner Stimme, als ich sagte: »Ich werde für ein halbes Jahr als Au-pair bei einer venezianischen Familie arbeiten.«

Die Dame nickte anerkennend und zog ihre Augenbrauen bedeutungsvoll hoch.

»Dann werden Sie ja selbst zur Venezianerin! Passen Sie nur auf, dass Sie sich nicht verlieben und am Ende nicht wieder in die Realität zurückkehren wollen. Das geht nämlich einigen so. Die Italiener sind berüchtigte Verführer!«

Ich lächelte. Wenn es etwas gab, das ich in Venedig nicht vorhatte, war es, mich zu verlieben. Nur zu gut hatte ich erlebt, was eine Liebesaffäre mit einem Italiener bedeuten konnte – mein eigener Vater hatte meine Mutter während ihres Sprachaufenthaltes in Rom kennengelernt, in vier romantischen Tagen verführt und geschwängert. Meine Mutter hatte immer geschworen, dass es die glücklichsten Tage ihres Lebens gewesen waren, aber ich hatte nur die Konsequenzen sehen können: eine einundzwanzigjährige Mutter, die sich statt in Diskos zu gehen und zu studieren mit Windelwechseln und Aushilfsjobs herumschlagen musste, weil mein Vater keinen Unterhalt zahlen wollte und sich unauffindbar ins Ausland abgesetzt hatte. So etwas würde mir – bei aller Romantik – nicht passieren. Mein Leben in den nächsten Monaten sollte aus Museumsbesuchen bestehen, aus dem Aufsaugen der Atmosphäre und dem Treiben in dieser einmaligen Stadt. Endlich würde ich die Düfte riechen können, von denen meine Mutter geträumt hatte, die Farben der südlichen Sonne sich auf den Palazzi und im Wasser spiegeln sehen, die Geräusche von Barkassen und dem leichten Ruderschlag der Gondeln erfahren. Das war genug Romantik, und falls ich mich wirklich nach Liebesgeschichten sehnen sollte, so würde ich diese Sehnsucht so wie bisher in meinen Büchern ausleben, aber ganz sicherlich nicht mit einem Venezianer, der Frauen wie Sand am Meer haben konnte.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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