Odins Weisheit oder die heilige Ordnung der Erde - Wolf E. Matzker - E-Book

Odins Weisheit oder die heilige Ordnung der Erde E-Book

Wolf E. Matzker

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Beschreibung

Der erste Teil des Buches handelt von einer neuen Edverbundenheit und den Möglichkeiten, diese mit der germanischen Mythologie zu verbinden. Dabei steht "Odins Weisheit" für einen tiefenökologischen Weg in und mit der Natur. Der zweite Teil präsentiert drei schamanische, naturmystische Geschichten: "Die zwei Raben", "Die Stimme der Radau" und "Die Wanderwölfin". Dem Autor geht es nicht um die alten Germanen, sondern um neue, naturspirituelle Orientierungen in Zeiten der Klimakatastrophe. Das Buch enthält eine Reihe von magischen, aussagekräftigen Zeichnungen, Fotos und Aquarellen.

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Inhaltsverzeichnis

Erster Teil

1. Hüter der heiligen Ordnung

2. Genoveva

3. Das Medizinrad

4. Der heilige Baum

5. Der heilige Hain

6. Was will die Natur?

7. Natürliche Formen der Ordnung

8. Götter und Göttinnen

9. Landschaft der Götter

Zweiter Teil

Die zwei Raben

Die Stimme der Radau

Die Wanderwölfin

Anhang

die Hüterin der Tiere

Schamane – Hüter der Harmonie der Erde

1. Hüter der heiligen Ordnung

Der Begriff des Schamanen ist heute vielfach verkommen zu einem Begriff für Selbstfindung und Selbstdarstellung. Eigentlich hatte der Begriff immer etwas mit der Würdigung der Natur zu tun. Animismus wäre ein anderes Wort. Der Begriff scheint heute obsolet.

Stellt sich die Frage, wie wir es nennen können?

„Hüter des alten Wissen“ nannte Lu Lörler ihr Schamanismus-Buch (1986), das ich immer noch für ein sehr gutes Buch halte. Hüter der heiligen Ordnung, davon könnte man sprechen.

Von der eigentlichen Aufgabe naturliebender Schamanen, die Ordnung, die Harmonie und die Schönheit der Erde zu bewahren und zu hüten, hört man wenig oder nichts. „Schönheit“ ist hier auch nicht rein ästhetisch zu verstehen, sondern im Sinne einer sinnvollen Ordnung des Ganzen, der ganzen Natur und des Kosmos.

Man dachte mal, jede Ordnung sei konservativ bis reaktionär und man müsse sie zerstören. Heute sieht man, wohin man damit gekommen ist. Ins Chaos. Manche finden das Chaos sogar noch gut, reden es sich schön, indem sie von Buntheit und Vielfalt sprechen. Aus der Sicht einer natürlichen Ordnung, wie sie z.B. die Naturvölker vertreten haben, handelt es sich jedoch um ein exzessives Chaos mit unendlich vielen negativen Aspekten.

Wir leben heute in einem Zeitalter, das aktuell sogar in die Zeit brutaler Kriege zurückgefallen ist. Wer hätte das vor 30 oder 20 Jahren gedacht?! Die Umweltzerstörungen gehen weiter und weiter. Ein Ende kann man nicht erkennen. Ein wirkliches Umdenken ebenfalls nicht. Man will seine Gier und seine Ansprüche ans Leben und die Natur nicht zurückschrauben. Man setzt auf Technologien. Permanent werden in den Medien die neuen Technologien beschworen.

Die Legende von Genoveva, die sich vor brutaler und ungerechter Gewalt in den Wald zurückgezogen hatte, erzählt von dem Hüten und Bewahren des Guten und Schönen in der wilden Natur.

Genoveva im Wald

Genoveva am Meer

2. Genoveva

„Genoveva stammte der rein legendarischen Erzälung zufolge ab vom Herzog von Brabant und wurde die Frau des Pfalzgrafen Siegfried von Mayen . Ihr Mann sei mit Karl Martell in den Krieg gegen die Sarazenen gezogen und habe seine Frau während der Abwesenheit dem Schutz seines Haushofmeisters Golo anvertraut. Dieser warb um sie, wurde von ihr abgewiesen und bezichtigte sie deshalb nach der Rückkehr seines Herrn des Ehebruches. Der Man gab den Befehl zur Hinrichtung, aber der beauftragte Henker ließ sie aus Mitleid in den Wald der Ardennen entkommen, wo sie sich versteckte.

Genoveva und ihr dort geborener Sohn Schmerzenreich wurde von einer Hirschkuh ernährt, bis nach sechs Jahren ihr Mann sie während einer Jagd wiederfand. Weil er inzwischen ihre Unschuld erkannt hatte, führte er sie in Ehren zurück. Der entlarvte Haushofmeister Golo nahm sich das Leben - nach anderer Version wurde er durch Siegfried gevierteilt; Siegfried gründete an der Stelle, wo er seine Gemahlin wieder fand, aus Dankbarkeit die Kapelle Fraukirch.“ (Ökomenisches Heiligenlexikon)

Dokumentiert sich in der Legende eine Geschichte der Göttin? Die Gesellschaft wurde und wird von meist rigiden patriarchalischen Strukturen geprägt. Der Göttin bleibt nur der Rückzug in den Wald, in die wilde Natur, um sich und ihr Kind zu schützen. Die weiße Hirschkuh ist ein Gegenbild zu allen männlichen Tieren der Gewalt und Herrschaft, vor allem dem Löwen. Adler und Löwe, darauf hatte man sich gerne berufen, weil die beiden Tiere gut für die Gewalt der Herrscher stehen konnten.

Herrschaft ist seit Jahrtausenden immer mit Gewalt verbunden. Von der personellen Gewalt, der physischen Gewalt bis hin zur Gewalt des Geldes und der Technologien. Es hat sich grundsätzlich nichts geändert und verbessert. Die Herrschenden setzen nach wie vor auf Gewalt.

Für feinfühlige Menschen ist das unerträglich und verletzend. Das betrifft nicht nur die eigene Seele, sondern die ganze Natur, mit der man sich verbunden fühlt, also alle Tiere, alle Pflanzen.

Es gibt ein Gemälde und mehrere Stiche der Genovea von Adrian Ludwig Richter, dem romantischen Maler. Er fand das Motiv wohl faszinierend. So geht es mir auch. Was ist daran faszinierend?

Ein Bild sagt oft viel mehr als ein Text, eine Beschreibung oder gar ein abstrakter Begriff. Genoveva gilt nicht als „Heilige“, scheint aber so empfunden worden zu sein. Sie könnte für Schutz, Hüten, Reinheit, edles Verhalten etc. stehen.

Auf Richters Gemälden und Zeichnungen sitzt sie mit ihrem Kind und der Hirschkuh im Wald, also in der Gegenwelt zur normalen, zivilisierten Welt. Der Wald ist ein Refugium, ein Rückzugsort, damals war er es.

Aus meiner Sicht sollte man sich auf das harmonische Bild konzentrieren, es wirken lassen. Auf dem Aquarell habe ich das Motiv ans Meer versetzt. Das Meer ist die URMUTTER des Lebens, die man schützen und verehren sollte.

3. Das Medizinrad

Vor vielen Jahrzehnten habe ich das Medizinrad kennengelernt, und ich war davon sofort fasziniert, denn es bot mir eine heilige Ordnung: einfach, übersichtlich, natürlich. Die Medizin der Ordnung versprach die Heilung meines vererbten Traumas.

Im Gegensatz zu vielen meiner Generation habe ich eigentlich schon immer nach einer sinnvollen, überzeugenden und durchaus „ewigen“ Ordnung gesucht.

Ich bin in einer Zeit aufgewachsen, als man noch viele Spuren und Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges sehen konnte. Schon als Kind hatte ich mich gefragt: Wie konnte es dazu kommen, welchen Sinn hatte das? Warum so viele Tote? Ich konnte es nicht fassen. So viele Millionen von Toten. Und so viele Zerstörungen!

(2022/23 erleben wir wieder einen Krieg, wieder Zerstörungen, wieder Tote. Und die viele Zerstörungen der Umwelt sind ja auch noch da und gehen sogar weiter.)

Von den Erwachsenen wollte ich wissen, warum sie es nicht verhindert hatten? Von den Erwachsenen wollte ich wissen, welche Ordnung Bestand hatte? Welche Ordnung gab die Natur vor?

Alles in allem bekam ich weder in meiner Kindheit noch später gute Antworten. Man redete sich heraus. Man hatte auch nichts anzubieten. Man erzählte von der Ordnung der Nationalsozialisten, aber die war von Gewalt und Unterdrückung geprägt. Bestand hatte sie ohnehin nicht gehabt. Viele meiner Generation lehnten die bürgerliche Ordnung in den sechziger Jahren ab, manche landeten beim Drogenkonsum, manche rutschten in die Gewaltszene ab. Die einen zerstörten sich selbst, die anderen wollten die kapitalistische Gesellschaft zerstören. Mach kaputt, was dich kaputt macht, war so ein Motto.

Ich suchte nach etwas Positivem und Sinnvollem. Erst bei den Indianern fand ich Ende der siebziger Jahre Antworten, die mich befriedigten.

An vielen Orten in der Natur habe ich seit ca. 1984 Medizinräder aus Steinen gelegt, wobei die einzelnen Steine immer für etwas standen, z.B. für die vier bzw. fünf Elemente.

Das Grundsystem des Medizinrades oder des Kreises der Harmonie sieht wie folgt aus.

In der Natur gibt es keine einfachen und übersichtlichen Kreissysteme. Alles ist sehr vielfältig, sehr komplex. Es ist auch nicht alles schön und ansprechend, im Gegenteil.

Die Erde kann uns harmonisch erscheinen, aber es gibt auch die andere Seite, Erdbeben, Stürme, Flutkatastrophen, Lawinen etc. All das gehört auch zur Natur.

Ein umfassendes Medizinrad müsste alles integrieren. Dabei dürfte uns jedoch sehr schnell die Übersicht verloren gehen. Also wählen wir aus, also konzentrieren wir uns auf weniges. Ein paar Elemente schaffen Übersicht.

Ein anderes Problem ist die statische und die dynamische Sicht. Wir

möchten ein statisches System, obgleich jeder weiß, dass alles in einem permanenten Wandel begriffen ist.

Vor vielen Jahren habe ich so manches Medizinrad in einem Flusstal errichtet, aber der Fluss hat sie bei Hochwasser alle entfernt, die Steine und Hölzer fortgetragen, wenn es denn nicht vorher schon Menschen gewesen waren.

Es ist erstaunlich, dass so viele Bauten der Megalithkultur noch stehen, obgleich vieles von Menschen wieder zerstört worden ist. Aber sehr vieles steht noch, viele Großsteingräber, viele stone circles auf den britischen Inseln, Medizinräder in Nordamerika (medicine wheels).

Im endlosen Strom der Geschichte suchten die Menschen nach einem Halt, nach etwas Beständigem, das für den Stamm, die Gemeinschaft stand. Gerade dieser Aspekt wurde in den Jahren der esoterischen Strömung vielfach vergessen: der Stamm, die Gemeinschaft, das Volk. Ohne das hat natürlich nichts Bestand. Und wie man heute konstatieren muss, hatte auch nichts Bestand. Gemeinschaften, die auf der Rollenverteilung von einem Führer und zahlenden Klienten basiert, sind nur Schein-Gemeinschaften. Mit dem Volk konnte und wollte man sich nicht identifizieren. Die Folgen sehen wir heute jeden Tag.

Dynamisch sind die Jahreszeiten, der Rhythmus von Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Das kommt immer wieder. Das Statische und das Dynamische sind hier vereinigt. So ist die Natur, sie verbindet beides miteinander, wie das Werden und das Vergehen, das Schaffen und das Zerstören. Alles ist immer gleichzeitig vorhanden und wandelt sich permanent.

Früher habe ich an besonderen Orten Medizinräder aus Steinen gelegt. Heute mache ich das nicht mehr. Ich schaue mir den Ort an, schaue, was die Natur von sich aus geschaffen hat. Wo stehen die Bäume? Welche Bäume stehen an dem Platz? Bilden sie eine Figur, eine Gemeinschaft? Gibt es Steine oder Felsen? Wie sind diese verteilt?

Als Mensch bin ich immer nur ein kurzfristiger Besucher, für ein paar Stunden. Und selbst wenn ich einen Ort regelmäßig über Jahrzehnte besuche, bleibe ich ein kurzfristiger Besucher, denn die Bäume rechnen in Jahrhunderten und die Steine in Jahrtausenden. Was sind da ein paar Jahre, ein paar Jahrzehnte?

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass nach ca. 30 Jahren die Welt eine andere ist. Nach ca. 50 Jahren ist definitiv eine völlig andere Zeit, herrscht ein anderer Zeitgeist, ein anderer spirit, alles ist ganz anders geworden. Und nach 100 Jahren haben wir bereits eine andere Epoche, ein anderes Zeitalter. Jeder kann meine persönlichen Erfahrungen selbst überprüfen, wenn er einen Sinn für historische Prozesse und Entwicklungen hat, wenn er dem Zeitgeist nachspüren kann und will.

Wie gesagt, die Bäume rechnen in Jahrhunderten. Die Steine in Jahrtausenden. Die Erde in Jahrmillionen. Das müssen wir uns ganz bewusst machen, um ein Gefühl für die Erde zu bekommen.

Legen wir ein paar Steine zu einem Kreis zusammen, dann ist das eine kurzfristige und kreative Angelegenheit, die man durchaus machen kann, wenn man dabei bescheiden ist und nicht übertreibt.

„Wenn man selbst Steine im Kreis legt, geht es ja darum, aus sich heraus mit liebevoller Absicht eine neue Ordnung zu schaffen und diese Kreisordnung zu segnen und mit allen anderen Formen zu verbinden, um das harmonische Netz von Erde und Kosmos zu stärken.

Man legt ja nichts im Kreis, nur weil man kreativen Spaß daran hat. Es sollte eine zutiefst spirituelle Handlung der Verbundenheit sein.“ (Dagmar)

4. Der heilige Baum

Der heilige Baum oder auch einfach der besondere Baum ist ein konkretes Symbol der Wachstumskraft der Natur.

Man sollte einmal über die einzelnen Wörter meditieren.

Heilig. (Tiefe Verehrung)

Baum. (Unten: Tanne und Eiche)

Symbol. (Der Weltachse.)

Wachstumskraft. (= Grünkraft bei Hildegard)

Das erste Wort bezieht sich auf die spirituelle Haltung. Das zweite auf die konkrete Pflanze. Das dritte auf die geistige Bedeutung, den philosophischen Aspekt. Das vierte Wort auf die Energie, auf biochemische Prozesse.

In früheren Kulturen gab es heilige Bäume. Heute gibt es vielleicht ein sogenanntes „Naturdenkmal“, aber meistens gibt es nicht einmal das.

Wenn man selbst davon spricht oder einen Baum so nennt, macht man sich bei Materialisten leicht lächerlich. Leider können aber auch die meisten anderen Menschen, die nicht unbedingt dem Mainstream der Konsumkultur folgen, damit nichts anfangen. Nur wenige kennen und lieben einen heiligen Baum!

Wer stellt sich unter einen Baum, trommelt und singt für das Baumwesen?

Ritual für einen heiligen Baum (Weißtanne)

In der germanische Naturspiritualität steht Yggdrasil im Mittelpunkt, der Weltenbaum, der alle Dimensionen des Daseins umfasst. Ob es sich nun um eine Esche oder um eine Eibe handelt, soll hier nicht interessieren. Wichtig ist, dass man Aspekte, Ebenen und Dimensionen der Welt in ein umfassendes Bild integriert. In einem ganzheitlichen System muss letztendlich alles seinen Platz finden.

Allgemein setze ich die NATUR mit der GÖTTIN, bzw. MUTTER ERDE gleich. Es gibt nur ein vielfältiges und vielschichtiges Hier, eine komplexe Realität, zu der auch Träume, Visionen, Ideen und Strukturen gehören. Das Materielle und das Immaterielle bilden zusammen eine umfassende Realität, ein komplexes So-Sein.

Das germanische naturspirituelle Weltenbaumsystem hat universelle Gültigkeit. Einzelne Aspekte kann man anders sehen und beschreiben. Auch Ergänzungen sind möglich und denkbar. Aber immer werden Himmel und Erde, oben und unten, Männliches und Weibliches, Leben und Tod, Spirituelles und Materielles, die Welt der Menschen und andere Dimensionen die zentralen Koordinaten bleiben.

Mond Adler Sonne(höchste Prinzip des Geistes)

OBERWELT

Dimension des Himmels, Reich der Götter: Odin. Frigga, Freya, Thor etc. Walhalla als Halle der ErleuchtungReich der guten Geister, der Elfen Ratatosk und viele andere Tiere können als Geisthelfer und Botschafter fungieren.

MITTELWELTmittlere Welt der Menschen, alltägliche Realität, materielle Welt umgeben vom Ozean und der Schlange des Wandels Bäume symbolisieren den Wandel der Zeit

UNTERWELTReich des Feuers, der Feuerriesen, der Vulkane der ewigen FlammeReich des Eises, Frostes und Nebels, des Eisdrachens, Quelle des wirbelnden WassersReich der Berge, Flüsse, Riesen und des WeisheitsbrunnensReich der dunklen Geister, der Zwerge, der DämonenNornen: die drei Schicksalgöttinnen: Urd, Werdandi, Skuld, Urdbrunnen, Quelle des Lebens

TOTENWELTReich der Toten, der verlorenen Seelen, die Totenhalle Reich der Göttin Hel

Donars Eiche bei Stapelburg

Weißtanne, Weltenbaum am Oderteich

magische Birke, ein Weltenbaum, Heiliger Hain

5. Der Heilige Hain – ein Naturschutzgebiet der heiligen Ordnung

Im Naturschutzgebiet des Heiligen Haines (offizieller Name) findet man eine schöne, friedliche Ordnung der Natur.

Man muss sich natürlich bewusst sein, dass es sich nur um ein kleines Gebiet handelt. Drum herum wird zerstört. Von den Menschen, aber die Natur zerstört auch selbst überall wieder das, was sie geschaffen hat. Ihre Ordnung ist eine vorübergehende. Eine Phase nur, danach wird wieder zerstört.

Viele Wacholderbüsche sind im Heiligen Hain gebrochen. Durch Sturm, durch Schneelasten.

Dennoch findet der Naturfreund hier die Harmonie und Stille, die er sucht. Er kann sich darüber freuen, dass sich hier wenig oder gar nichts verändert.

Unsere Seele braucht das: Orte, wo sich nichts verändert.

Man hat es oft genug gehört: die schnelllebige Zeit. Ja, dann hört doch damit auf, möchte man rufen. Dann ändert es doch. Sofort, jetzt und heute!

Setzt euch irgendwo hin und bleibt dort sitzen. Meditiert! Im Heiligen Hain habe ich noch nie jemanden meditieren sehen. Und sonst auch nicht. Alle sind immer unterwegs, immer in Bewegung.

Die magische Birke vom heiligen Hain bleibt stehen.

Der Wacholder bleibt stehen.

Odins Eichen bleiben stehen.

Weg im heiligen Hain

Medizinrad als heilige Ordnung (konkrete Medizinräder im Anhang)

6. Was will die Natur?

Die Menschen denken immer darüber nach, was sie wollen, was sie anstreben. Ihre Interessen stehen völlig im Zentrum ihres Weltbildes, ihres einseitigen Denkens. Da die vielen Menschen recht unterschiedliche Interesse haben, z.B. wollen die einen nur Profit, andere wollen eine harmonische Gemeinschaft. Und vieles mehr. Deshalb haben wir oft Gegensätze bis hin zu Feindschaften und einem abgrundtiefen Hass.

Was will die Natur?

Das ist eine ganz andere Frage, die uns vom Menschen und seinen sozialen, ökonomischen und alle den vielen anderen Problemen weg führt.

Was will die Natur?

Wie würde sie entscheiden?

In einer Gartenbausendung sprach jemand über Zäune, also über Begrenzungen zwischen Gebieten und Grundstücken. Der Mensch will es gerade und ordentlich. Der Mensch will Mauern. Zäune, unter denen kein Igel kriechen kann, kein Fuchs, kein Hase. Der Mensch will die wilde Natur ausgrenzen. Er will sich von ihr aus- und abgrenzen. Der Mensch ist ein Fanatiker der gerade Linie.

Die Natur will keine gerade Linie. Die Flüsse haben keine. Die Wolken haben keine. Und alles andere auch nicht. Die Natur will die krumme Linie, oder sagen wir besser, die Natur will die Schlangenlinie. Ihre Muster sind Kreis und Welle, aber nicht das Quadrat, nicht die Pyramide.

In der aktuellen Diskussion zum Thema Klima, Klimaschutz, Naturschutz etc. geht es immer um den Menschen, es geht um seine anthropozentrische Perspektive und seine gigantischen Ansprüche. Da stellt sich die Frage, ob die Natur das will, ob sie das unterstützt oder nicht? Sie will es definitiv nicht. Sie wird es durch viele Katastrophen (Stürme, Überflutungen, Bergstürze, Dürren, Waldbrände, Starkregen etc.) durchkreuzen, und das so lange, bis der Mensch ihre Lektion, also die Lektion der Natur, gelernt hat – oder beseitigt worden ist. Aus meiner Sicht hat die Natur sich vorgenommen, den Menschen wieder abzuschaffen, auszulöschen, weil er einfach das ganze Konzept des Lebens nur stört und zerstört.

Sicher, die Natur möchte auch, dass der Mensch ein anderer wird, ein Hüter der Erde, um ein uraltes Konzept zu erwähnen, aber aktuell herrschen weltweit immer noch die großen Macher, die ihre eigensinnigen, profitorientierten Konzepte durchboxen wollen. Was will die Natur? Könnten wir sie fragen, würde sie wie eine Person antworten, dass diese Leute weg müssten, und das sofort.

Hat die Natur ein spirituelles Programm?

Die Natur hat kein politisches Programm, sondern ein physikalisches, das nach Naturgesetzen funktioniert. Das muss man sich, denke ich, bewusst machen. Politische Programme waren und sind, von jeher, von einseitigen Interessen einer Elite geprägt, niemals von einem ganzheitlichen Konzept. Das ist und bleibt falsch.

Sie hat auch kein moralisches Programm, wie es so mancher Moralist in der Vergangenheit oder Gegenwart gerne gehabt hätte. Das gegenseitige Töten in der Natur mag uns aus ethischen Gründen zuwider sein, aber das ist die sogenannte „Nahrungskette“. Die Ernährung der Tierwelt funktioniert nach diesem System.

Die Menschen wollen, sofern sie es überhaupt können und dürfen, gerne über Programme diskutieren: Was willst du? Was will ich? Was ist dein Programm, was ist mein Konzept?