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One Hit wonder E-Book

erich kaiser

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Beschreibung

Es gibt viele Bands, die ein One Hit Wonder geschafft haben. Damals konnte man dadurch reich und berühmt werden. Das Musikgeschäft ist hart, auch in Neuseeland. Nicht jeder gönnt einer Band, die es geschafft hat, den Erfolg. Doch wenn es in Mord endet, ist das für meinen Begriff nicht nachvollziehbar. Ich bin DI Deeds, manche meinen ich wäre sehr penibel, Ich finde ich habe Prinzipien.

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Seitenzahl: 170

Veröffentlichungsjahr: 2024

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erich kaiser

One Hit wonder

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

ONE HIT WONDER

A Star is born

Country

Jeder gegen jeden

Reichtum

Impressum neobooks

ONE HIT WONDER

Kiwi-Krimi

K. Ericson

Ich habe ein einziges Problem in meinem Leben.

Und zwar eine kleine, rothaarige, alles besser wissende Reporterin, bei diesem Boulevard Blatt der »Evening Sun.«.

Mit ihrer hellblauen »Vespa« ist sie fast immer vor der Exekutive am Ort des Geschehens, egal ob Raub, Mord oder Totschlag, denn sie hört, es kann nicht anders sein, verbotenerweise, den Polizeifunk ab.

Alleine dieser italienische Motorroller ist in Neuseeland ein Sakrileg.

Ich bin Dedective Inspektor Eric Deeds, manche meinen ich bin erzkonservativ, ich dagegen meine, ich halte mich an Werte.

Ich bin gegen jede Art von Verschwendung, deshalb trage ich meinen einzigen, dunkelgrauen Anzug auch schon einige Jahre.

Dafür besitze ich zwei Krawatten.

Ich bin ein Mann in den besten Jahren, mittelgroß, den Scheitel meiner dunkelbraunen Haare trage ich links.

Ich blicke auf meinen schwarzen Tischkalender, heute ist der fünfte Februar, Neunzehn fünfundsiebzig,

Langsam beginnt der Sommer.

Ich sitze alleine in meinem Büro, meine langjährige Sekretärin hat gekündigt, keine Ahnung warum.

Die neue Schreibkraft sollte eigentlich schon vor einer halben Stunde hier sein.

Ich beschließe mir selbst eine Tasse grünen Tee aufzubrühen, doch der Superintendent, mein Chef, tritt ohne anzuklopfen ein.

Kurz vor der Pensionierung hält er sich trotz Übergewichts für unwiderstehlich und meint er sichtlich aufgeregt:

»Ihre neue Schreibkraft ist da!«

Ich bin eingefleischter Junggeselle, aber Damen Bekanntschaften nicht abgeneigt, doch wie sagte mein Großvater, der Seemann war sagte:

»Frauen auf dem Schiff, bringen Unglück.«

Die neue Schreibkraft ist allerdings kein Vergleich mit meiner alten Sekretärin.

Platinblonde Haare, vermutlich gefärbt und eine Figur, wie diese amerikanische Schauspielerin aus den fünfziger Jahren, Marilyn Romeo, oder so.

Ich gebe mich natürlich unbeeindruckt.

»Können sie Maschineschreiben?«

Eine piepsige Stimme meldet sich:

»Ja, aber nicht schnell.«

»Stenografieren?«

»Ein bisschen. Aber ich besuche einen Abendkurs und habe schon große Fortschritte gemacht.«

Zum verdrehen der Augen blicke ich aus dem Fenster.

Sie stellt ihre beige Handtasche auf meinen Schreibtisch.

»Ich heiße »Elodie.«

Seit Jahren frage ich mich, was sich, in so einer Damen Handtasche sich befindet.

Ein normaler Mensch, so wie ich, hat seinen Schlüsselbund, eine Geldbörse, in der Hosentasche, meine Dienstmarke und ein Päckchen »Luky Strike, in der linken Sacco Tasche.

Mehr braucht man nicht.

»Stellen sie bitte ihre Tasche auf ihren Schreibtisch. Ich habe ihnen einige Berichte auf ihren Tisch gelegt, bitte abtippen.«

Schon wieder reißt der Superintendent ohne anzuklopfen die Türe auf.

»Deeds, ein Mord, oder so ähnlich in einem Haus, in der Baker Street vier!«

Er stellt sich vor den Schreibtisch meiner neuen Sekretärin und beobachtet mich , wie ich verzweifelt meine Dienstwaffe suche.

»Na, Fräulein Elodie, wie gefällt es ihnen bei uns?«

Ich flüchte ohne Dienstwaffe.

In der Baker Street, einer gepflegten Gegend, leuchten, hinter dem gelben Absperrband, die blau, weißen Lichter der Streifenwagen.

Es leuchtet aber auch etwas Rotes. Der rote Haarschopf von Alice Dunn!

Sie muss wieder illegal den Polizeifunk abgehört haben. Das kann ich ihr nicht einmal vorwerfen, das machen alle Journalisten in Auckland.

Ich hebe das gelbe Absperrband und warte auf die idiotischen Fragen der Presse, wie:

»Haben sie schon einen Verdacht, können sie uns schon etwas sagen.«

Doch seltsamerweise kommen heute keine dieser entbehrlichen Fragen. Ich grüße die Kollegen, ein Uniformierter führt mich in den Keller, der zu einem Tonstudio ausgebaut ist.

Es ist ziemlich dunkel, doch keiner der Anwesenden kommt auf die Idee, den Sicherungskasten zu überprüfen.

Da ich ein technisches Genie bin, schraube ich eine der Ersatzsicherungen in den Verteiler Kasten.

Jetzt hat auch die Spurensicherung eine Erleuchtung. Der ewig mürrische Gerichtsmediziner packt seine alte braune Ledertasche ein und meint:

»Tod vermutlich durch Stromschlag, sehen sie die Marker, so sieht ein Stromschlag aus!«

»Und wo ist die Stromquelle?«

»Keine Ahnung.«

»Wer war der Tote?

»Auf seinem Führerschein, den er in der Jeans Gesäßtasche hatte, steht Ritchie Buchanan, der war einmal der Gitarrist einer bekannten Band, »The rocking Chairs«.

»Kenne ich nicht, Diese Art von Musik nervt nur. Ich für meinen Teil bevorzuge Country Music. Die ist ehrlich.«

Mit einem Unaufrichtigen, »wenn sie meinen«, zieht der ganze Trupp ab.

Ich setzte mich auf den Drehsessel vor dem Mischpult und sondiere den Raum von links nach rechts.

Der Fender Gitarrenverstärker steht für meine Begriffe zu nahe an der Wand. Ich bin natürlich auch musikalisch ein Profi. Ich habe in jungen Jahren in der Boy Scouts Blaskapelle und anschließend in einer Nachwuchs Country Band gespielt. Ich kenne mich natürlich auch mit Rockmusik aus, aber diese Art von Musik ist mir zu laut.

Als ich den Verstärker näher betrachten will, höre ich eine weibliche Stimme im Treppenhaus singen.

»I only love you.«

»Wie, bitte?«

Keine Ahnung wie die kleine Rothaarige es wieder geschafft hat, die ganze Medien Meute auszutricksen.

Ich blicke in das Treppenhaus, sie kommt mir beschwingt entgegen.

»I only love you, war der Megahit, der »Rockings Chairs«, den sie vermutlich nicht kennen.«

»Muss man den kennen?«

»Muss man nicht, aber die Vier der Band haben seinerzeit mit diesem Hit ganz schön abkassiert. Übrigens der Verstärker steht zu nahe an der Wand. Außerdem sind alle Regler aus schwarzem Kunststoff, nur der Lautstärken Regler ist aus Metall und Silber.

»Na und?«

»Sie haben eine neue Sicherung eingeschraubt?«

Ich gebe es ungern zu, aber sie hat recht. Ich blicke hinter den Verstärker. Eine flexible Leitung führt aus einer alten, dreihundert achtzig Volt Steckdose direkt in den Verstärker.

Wenn man jahrelang verschiedene verbotene Substanzen zu sich nimmt, sein Herz schwächt kann solch ein Stromschlag tödlich sein. Jemand hat vermutlich den Lautstärken Regler unter unter Spannung gesetzt.

Auf dem Regie Tisch liegt eine Metallschiene, ich isoliere sie in der Mitte, lege sie auf den Regler und die Heizung.

Ein riesen Funke und es wieder dunkel.

»Au, lassen sie sofort meine Haare aus!«

»Entschuldigung, aber ihre roten Haare sind das Einzige, dass ich sehe.«

Ich taste mich zu Sicherungskasten, Gott sei dank gibt es noch eine Ersatzsicherung.

Als das Licht wieder angeht, sitzt Alice provozierend im schwarzen Regie Ledersessel.

»Dass ich sie entscheidend auf die richtige Spur gebracht habe, können sie in diesem Fall nicht abstreiten!«

»Maximal, zehn Millimeter.«

»Wir wären ein gutes Team!«

»Sicher nicht.«

»Aber sie könnten mir, ab und zu, Ermittlungsfortschritte zukommen lassen.«

»Sicher nicht. Seien sie froh, dass ich sie nicht verhafte,......wegen unbefugten Betreten, eines Tatortes.«

»Na gut, sie wollen es nicht anders! Country Musik ist für alte Männer!«

Die zwei stämmigen, langhaarigen Männer, die eben, mit einem Zinksarg, die Treppen in den Keller runter steigen brummen:

»Sehr richtig.«

Ich habe keine Lust mich auf musikpädagogische Belehrungen einzulassen und meine nur kurz:

»Rockmusik ist eine Kulturschande für Neuseeland.«

Die Beiden ignorieren mich und verfrachten den Ex Musiker in den Zinksarg, Als sie die Treppen wieder emporsteigen, sehe ich Alice mit zusammen gekniffen Augen an.

»Was ist ? Hop, hop, Helfen sie den Leichenträgern, oder tun sie irgend etwas anderes Sinnvolles.«

»Bin schon weg.«

Vor dem großen Haus, steht nur noch der Leichenwagen, doch etwas abseits, vor dem Gartenzaun steht ein sehr großer, hagerer Mann, mit Kurzhaar Frisur und einer großen, schwarzen Brille, mit mindestens zehn Dioptrien. Er nimmt kurz die Brille ab, wischt sich über die Augen und macht einen seltsam verlorenen Eindruck.

Ich trete näher an ihn heran und mustere seine

»Buddy Holy« Brille.

Die ist so dick, wie wenn sie aus Schnaps Gläsern gefertigt wurde.

»Kannten sie den Toten?«

»Ja, ich war sein Freund. Ich bin Baldwin, ich war der erste Roadie der damaligen Band. Wir waren alle gute Freunde damals. Ich bin leider sehr stark kurzsichtig und leider auch unmusikalisch. Aber ich habe ihnen von Anfang an geholfen, Instrumente und Verstärker zu schleppen.«

Ich denke kurz nach.

In meiner Coutry Band Zeit hatten wir auch einige nützliche Idioten, ich meine Freunde, die unsere Sachen schleppten. Unsere Verstärker waren klein und wir hätten sie leicht selbst tragen können, aber wenn es andere tun, sieht das natürlich besser aus.

»Sie waren also von Anfang an dabei? Ich habe gehört, die Band hatte einen einzigen Hit. Von einem einzigen Erfolg kann man sich so in Haus leisten?«

»I love only you, war auch in den USA auf Platz drei der Charts. Da kommen schon einige Dollars zusammen.«

»Ich nehme an, das erzeugt Neid! Haben die anderen Bandmitglieder auch solche Häuser?«

»Nein, aber sie haben auch eigene Häuser, Ritchie hatte vermutlich die Rechte an dem Song, aber ich kenne mich da nicht so aus, die anderen kassierten von den Plattenverkäufen.«

»Also doch Neid?«

»Denke ich nicht, kann aber sein, weiß ich aber nicht. Aber alle Groupies fühlten sich übergangen. Jede meinte, der Song wurde nur für sie geschrieben.«

»Viele Groupies?«

»Ich schreibe ihnen eine Liste.«

»So viele? Schreiben sie mir die Liste und bringen sie mir morgen zur Police Station, sie können sie auch schicken.«

Sicher ist sicher, der Typ ist so kurzsichtig, dass er die Police Station vermutlich nicht findet.

Doch Baldwin ist am nächsten Morgen zeitig an der Police Station. Obwohl dieser unscheinbare, graue, in Brutalismus Bauweise errichtete Bau, wahrlich nicht leicht zu finden ist.

Ich sehe ihn, wie er argwöhnisch die Drehtüre begutachtet. Anschließend läuft er gegen die Glastüre.

Er richtet sich die Brille wieder zurecht und blickt erfolglos durch das verrauchte Wachzimmer.

Ich erfasse ihn am Oberarm und geleite ihn in mein Dienstzimmer.

»Schön, dass sie sich Zeit genommen haben.«

»Ritchie, war mein Freund. Haben sie ein Blatt Papier und einen Stift?«

Den Kopf tief über das Blatt Papier gebeugt, beginnt er in kleiner, aber markanter Schrift zu schreiben.

Baldwin hat es wirklich nicht leicht im Leben.

Ich beobachte ihn unauffällig, als er mit dem zwanzigsten Namen beginnt, unterbreche ich ihn.

»Nur die Groupis, die sich übergangen gefühlt haben.«

»Ach so. Das sind die ersten Beiden, Janis und Marian«

»Wissen sie , wo die Beiden wohnen?«

»Keine Ahnung, das ist alles lange her, vielleicht stehen sie im Telefon Buch.

Aber ich weiß, wo die übrigen Bandmitglieder wohnen, Phil, der Drummer, Jack, der Bassist und Roger der Sänger. Eigentlich haben alle vier gesungen. Ich schreibe die Adressen ganz unten auf den Zettel.«

Dieses mal »klebt« er mit der Nase noch näher auf der Tischplatte.

»Danke, das hilft uns weiter.«

Ich nehme ihn wieder am Oberarm und passe auf, dass ihm keine Glasscheibe in die Quere kommt.

Als ich in mein Büro zurück komme, steht der Superintendent schon wieder vor dem Schreibtisch meiner Sekretärin.

Mit beiden Händen hält er großes, ovales Glas, mit einem Goldfisch.

Elodie ist ganz begeistert.

»Vielen Dank, ich wollte schon immer ein Haustier!«

Ich stelle mich vor das Goldfisch Glas und mustere den orangen Zwerg.

»Auf einer Police Station sind Haustiere nicht erlaubt!«

Elodie senkt den Blick.

»Das ist ein kleiner Fisch.«

Ich betrachte den kleinen Kerl nochmal.

»Na gut, wenn er sich ruhig verhält.«

Nachdem ich eine neue Tasse grünen Tee, der ist angeblich gesund, zubereitet habe, überlege ich kurz.

»Die Groupies, werde ich vom Streifendienst suchen lassen. Aber ich bezweifle, dass die beiden das technische Wissen haben, um so einen gefinkelten Mordanschlag auszuüben.

Oder?

Als erstes werde ich dem Drummer einen Besuch abstatten.

Morgen,

Als ich mein Dienst Büro betrete, tippt Elodie schon gewissenhaft den zweiten Bericht in die Maschine. Ich finde, ohne Fehler schreiben ist wichtiger als schnell und mit Tippfehlern.

Das der Goldfisch mich allerdings ununterbrochen anglotzt, finde ich allerdings nicht so toll.

Ich drehe das Glas in Elodies Richtung, dass ändert aber nicht das Geringste.

Auf unserer Tee Anrichte liegen einige Brösel eines Kekses. Ich nehme einen Krümel und werfe ihn in das Goldfisch Glas.

Jetzt blickt er zu Elodie, die aber sofort aufbegehrt.

»Nicht mit Keksen füttern! Fischfutter steht auf der Anrichte, neben dem Salzstreuer.«

»Aha, werde ich mir merken, wenn ich einmal nichts zu tun habe. Doch ich habe zu tun. Wenn Anrufe für mich kommen, sagen sie, ich vernehme den Schlagzeuger, der Band, in seinem Haus.«

»Mache ich. Was soll ich tun, wenn der Chef mich wieder von der Arbeit abhält?«

»Schmeißen sie ihn raus! War ein Scherz, er ist leider der Superintendent.«

Ich starte meinen Dienstwagen, meinen fast immer zuverlässigen, beigen »Holden«. Ich breite den Stadtplan von Auckland auf meinen Knien aus und drehe die Motorhaube Richtung Norden.

Phil, der Drummer wohnt am Stadtrand. Ein schönes,weiß gestrichenes Haus, mit Satteldach, allerdings wesentlich kleiner, als das des Gitarristen.

Im Keller höre ich ihn trommeln. Ich warte auf eine kurze Pause, dann klopfe ich energisch an die Türe.

»Wer stört?«, kommt es dumpf aus dem Keller.

»DI Deeds, New Zealand Police.«

Ein Typ, ausgemergelt wie Ginger Baker, der Drummer der Cream, öffnet die Türe.

»Geht es um Ritchie?«

»Sie wissen Bescheid?«

»Natürlich, dieser geldgierige Gitarren Spieler ist an einem Stromschlag abgekratzt. War vermutlich zu geizig, sich einen ordentlichen Verstärker zu kaufen.«

»Der Verstärker war manipuliert,«

»Kann mir nicht passieren, ein Drummer braucht keinen Strom.«

»Sie waren keine Freunde mehr?«

»An einem Hit arbeiten alle Bandmitglieder mit, der Bassist steuert einen tollen Basslauf bei, ich meinen eigenen Drummer Stil, es ist harte Arbeit von allen. Außer vielleicht vom Sänger, der sich dann als Bandleader wichtig macht. Ritchie Name,als Songwriter, stand, völlig ungerechtfertigt alleine auf der Platte. Er hatte die Autoren Rechte und speiste uns mit Almosen ab.«

»Also keine Freude mehr?«

»Sicher nicht, ich hätte ihm gerne seine protzige Hütte angezündet. Wir sind alle keine Freunde mehr.«

»Schade.«

»Finde ich nicht. Ich würde mir an ihrer Stelle, Roger, den Sänger einmal näher ansehen, die Beiden konnten sich nie leiden. «

Ich denke kurz an meine Country Band Zeit zurück und bin froh, dass wir nie einen Hit hatten.

Ich betrachte die eingefallenen Wangen des Drummers.

»Nehmen sie verbotene Substanzen zu sich?«

Er grinst und schließt die Türe.

Als ich zu meinem Auto zurück gehe, erblicke ich auf der gegenüberliegenden Straßenseite, vor einer Garagen Einfahrt, eine auf dem Mittelständer gestellte, hellblaue Vespa.

»Bitte Gott lass diesen Kelch an mir vorüber ziehen.«

Von hinten tippt mir jemand auf die Schulter.

»Führt eine heiße Spur zum Drummer?«

»Sie stehen mit ihrem unpatriotischen Motorroller vor einer Einfahrt, ich lasse sie abschleppen!«

»Sind sie zur Streifenpolizei strafversetzt worden? Sie sollten doch eher wie ein New Zealand Detektiv denken.«

»Aha. Und wie denkt ein richtiger DI?«

»Also, der Fall ist ja ganz einfach. Wenn sie anstelle ihrer ewigen Country Musik Cassetten, auch andere Sender hören würden, hätten sie festgestellt, das

»I only love you«, auf allen Sendern wieder rauf und runter gespielt wird und die Single sich nach Jahren wieder toll verkauft. Martin Duck, ihr Manager und Studio Produzent ist prozentual natürlich beteiligt. Also, wer hat einen Vorteil von Ritchie Tod?«

Ich setze mein überlegenes Dedective Inspector Gesicht auf.

»Auf die Idee, wäre ich selbstverständlich selbst gekommen. Natürlich habe ich Martin Duck auf dem Schirm.«

»Das mit den Plattenverkauf haben sie von mir. Sie sollten sich endlich einmal erkenntlich zeigen und Ermittlungsergebnisse mit mir teilen. Was zum Beispiel hat Phil gesagt?«

»Er hat gesagt, dass es immer wieder so rücksichtslose Menschen gibt, die ihre Fahrzeuge vor Einfahrten abstellen!«

Im Auto klappe ich den Aschenbecher herunter und rauche mir eine »Chesterfield« an. Im Rückspiegel beobachte ich die rote Intelligenz Bestie, wie sie ihre Vespa startet.

»Verdammt, sie hat recht! Martin kommt vor Roger auf die »To do« Liste.«

Mein Büro ist verwaist, Elodies Platz ist leer.

Der Boss öffnet einen Spalt die Türe.

»Ein entfernter Onkel von ihr, in Australien, ist vor zwei Monaten gestorben. Heute ist die Testaments Eröffnung. Elodie kommt später.«

»Aha.«

Der orange Goldfisch, auf ihrem Tisch, sieht mich mit großen Augen an.

»Hast du Hunger? Na, dann will ich nicht so sein.«

Ich nehme den Kunststoff Behälter und streue etwas Futter, während ich aus dem Fenster blicke, in das Goldfisch Glas.

Als ich den Blick auf den kleinen Fisch lenke, treibt er mit dem Bauch nach oben, in dem kleinen, runden Aquarium.

Ich blicke auf den Behälter.

»Oh, das war der Salzstreuer!«

Verwundert blicken mich einige Kollegen an, als ich mit dem bauchigen Glas am WC verschwinde.

Ich laufe zu meinem Auto und fahre mit Blaulicht zur nächsten Tierhandlung.

Zu einem Wucherpreis erstehe ich einen Double des Fisches. Der Neue sieht ihm total ähnlich, nur ist er etwas fetter.

Im Büro entnehme ich ihn aus seinem kleinen Plastiksack und verfrachte ihn, in sein neues Zuhause.

Keine Sekunde zu früh, hinter mir betritt Elodie das Büro. Sie musterst den Goldfisch eindringlich.

»Es ist ja nett, dass sie sich um den kleinen Kerl kümmern, aber sie dürfen ihn nicht zu viel füttern. Er wird langsam zu dick!«

»Keine Sorge, ich kenne mich mit Goldfischen aus. Wie war es beim Notar?«

»Nichts besonderes. Ich hatte einen netten, einsamen Onkel in Australien. Er hat mir eine alte Schaffarm vermacht.«

Ich kann ein lächeln nicht unterdrücken.

»Ein alte Schaffarm? Ziehen sie nach Australien?«

»Nein, bei ihnen gefällt es mir besser. Ich habe dem Notar einen Verkaufsauftrag erteilt.«

»Und wievielt ist die alte Farm wert?«

»Zwei Millionen US Dollar.«

Ich muss mich setzen.

Wie viele Goldfische könnte man um zwei Millionen US Dollar kaufen? Sie will als Schreibkraft weiterarbeiten? Warum? Ich wüsste was man mit so viel Geld machen könnte.

»Hat der Notar ihnen erklärt, wie sie das Geld

anlegen sollen?«

»Ich brauche keine guten Ratschläge, ich weiß selbst wie man mit Geld umgeht. Ich lege es auf mein Sparbuch.«

»Genial.«

Ich sage zu dieser Causa kein Wort mehr.

»Wie weit sind sie mit dem Abtippen der Berichte?«

» Ich beginne jetzt mit der vierten Seite.«

»Sie werden immer flinker. Ich bin unterwegs, ich werde mir diesen Manager der »Rocking Chair« vorknöpfen.

Elodie sieht ihren Goldfisch liebevoll an und meint piepsig:

»Martin Duck, ist ein einflussreicher Musikproduzent, mit dem können sie nicht so einfach sprechen. Sie werden sich anmelden müssen.«

»Ich muss gar nichts, ich bin die Polizei,«

Das Musikproduzenten Büro von Martin Duck liegt in einem neu auferstandenen Viertel von Auckland, einst ein Arbeiterbezirk, beherrscht jetzt die Subkultur die Gegend.

Großteils langhaariges, arbeitsscheues Gesindel.

Das IMI Plattenlabel dagegen, nimmt den kompletten ersten Stock eines alten, ehrwürdigen Backsteinbaues ein.

Elodie hatte gemeint, Martin habe zig Bands unter Vertrag. Auch Australische und Amerikanische.

Die automatische Türe verweigert mein eintreten, doch ein Tritt auf den Sensor ändert ihre Meinung.

Ich blicke auf den Abteilungsaushang,

Martin Duck, Zimmer Eins.

Die aufgetakelte, schwarzhaarige Dame, hinter dem Empfangs Tresen, mit Ohrringen, die ich mir ohne Probleme auf den Weihnachtsbaum hängen würde, schaut mich vorwurfsvoll an.

»Entschuldigen Sie, aber sie brauchen einen Termin!«

Ich zeige ihr meine Dienstmarke.

»Ich brauche gar nichts.«

Ohne anzuklopfen öffne ich die Türe von Zimmer Eins.

Ich blicke mich einmal kurz um. Hellgrüne Wände, viele gerahmte, goldene Schallplatten. In de Ecke steht ein Marshall Verstärker.

Vor den großen, lichtdurchfluteten Fenstern ein großer, schwarzer Schreibtisch.

Dahinter, ein nicht gerade schlanker, sonnengebräunter Typ, mit schwarzer Pferdeschwanz Frisur .Ich deute auf die Dienstmarke, an meinem Gürtel.

»New Zealand Police, DI Deeds.«

»Und?«

Ich blicke nochmal demonstrativ langsam durch das überfrachtete Büro.

»Ihnen scheint es nicht schlecht zu gehen.«

»Und?«

Der Typ nervt.

»Ritchie, von den »Rocking Chair« ist tot und ich suche den, der am meisten profitiert.«

»Sehen sie geradeaus, dann sehen sie ihn.«

Ich nehme mir ungefragt einen der Besuchersessel.«

»Haben Musikproduzenten eigentlich ein Gewissen?«

»Ein nicht sehr ausgeprägtes. Aber dafür haben Polizisten keine Ahnung vom Musikgeschäft.«

»Aha.«

»Sie haben anscheinend keine Vorstellung, was es kostet eine Band zu promoten. Die Jungs kommen zu mir, haben keine Ahnung, keine Manieren und denken, sie sind Stars. Einen spezifischen Sound für eine Band zu entwickeln ist harte Arbeit und bei den vielen Nieten ist nur sehr selten eine Band dabei, die das Können und das Charisma hat, berühmt zu werden.«

»Und wenn jemand stirbt, funktioniert das auf wunderbare Weise, von alleine?«

»Richtig, aber das ist ein Glücksfall.«

»Ich würde eher sagen, ein tragischer Todesfall. Die Musiker werden sogar im Tod noch ausgebeutet.«

»Es wird niemand gezwungen, einen Vertrag zu unterschreiben.«

»Wem gehört der Verstärker in der Ecke.«

»Einem befreundeten Musiker, er ist kaputt, ich

repariere ihn.«

»Sie sind Technik affin?«

»Ich hatte früher ein Radio Geschäft.«

Könnten sie an dem Verstärker ihres Freundes, sagen wir, den Lautstärken Regler austauschen.«

»Sicher, das ist einfach.«

»Interessant.«

Als ich die Türe meines Dienstzimmers öffne, drängt sich mein Chef vor mir fluchtartig durch die Türe.

Alice sitzt vor Elodies Schreibtisch, vermutlich möchte sie meine Sekretärin unauffällig aushorchen.

Dass die Beiden sich anfreunden, das fehlte noch.

»Was ist hier los? Das ist eine Polizei Station und kein Damen Kränzchen!«

Die Beiden mustern mich synchron von oben bis unten.

Alice Blick bleibt an meinen abgetragenen,

schwarzen Halbschuhen hängen.