12,99 €
Dass ihre Nacht so ausgehen würde, damit hat Quinn nicht gerechnet, als sie die legendäre Halloween-Party betrat. Nachdem ein Mann mit Scream-Maske sie vor einem übergriffigen Fremden rettet, findet sie sich in einem fesselnden Spiel aus Verlangen und Gefahr mit drei maskierten Männern wieder. Die Abmachung? Das Spiel endet bei Tagesanbruch. Doch die drei scheinen Quinn besser zu kennen, als sie zunächst angenommen hatte. Sie haben sie aus der Ferne beobachtet und ihr Schutz geboten, während sie selbst gefährliche Neigungen hegten. Doch nun verschwinden Menschen, Leichen tauchen auf und Quinns Familiengeheimnisse drohen sie einzuholen und ihre Zukunft zu zerstören. Wie viel kann Quinn ertragen, bevor die Sonne aufgeht? Wie lange können die Dinge noch im Verborgenen weitergehen, bevor sie alles zu zerreißen drohen? Werden es die Geheimnisse ihrer maskierten Männer sein, die Quinn in die Dunkelheit ziehen?
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 725
Veröffentlichungsjahr: 2025
Molly Doyle
(Anthologie)
Übersetzt von Lara Gathmann
Order of the Unseen
Im Original besteht dieses Werk aus den vier folgenden Einzelbänden:
Copyright ©2021 Scream For Us: A Dark Halloween Novella by Molly Doyle
Copyright ©2022 Bloodshed by Molly Doyle
Copyright ©2021 Melt For Us by Molly Doyle
Copyright ©2024 Bloodbath by Molly Doyle
Vermittelt durch die Agentur:
Two Daisy Media, LLC.
Alle Rechte der deutschsprachigen Ausgabe © 2025
Order of the Unseen
by VAJONA Verlag GmbH
Druck und Verarbeitung:
FINIDR, s.r.o.
Lípová 1965
737 01 Český Těšín
Czech republic
Übersetzung: Lara Gathmann
Korrektorat: Désirée Kläschen und Dejana Fulurija
Umschlaggestaltung: Diana Gus
Satz: VAJONA Verlag GmbH, Oelsnitz
VAJONA Verlag GmbH
Carl-Wilhelm-Koch-Str. 3
08606 Oelsnitz
Teil der SCHÖCHE Verlagsgruppe GmbH
Order of the Unseen
In dieser Anthologie sind folgende Titel enthalten: Scream For Us
Bloodshed
Melt For Us
Bloodbath
Dieser Roman behandelt Themen, die bei einigen Leser*innen Unwohlsein auslösen können. Dazu gehören Analsex (auch ungeschützt), Branding, Atemspiele, einvernehmlicher Nicht-Konsens, Domination, Doppelpenetration, Entführung, Messerspiel, Maskenspiel, Masochismus, Erwähnung von sexuellen Übergriffen und Vergewaltigung, MMFM, Mord, Oralsex, Primal Play, Harter Sex, Sadismus, explizite sexuelle Szenen, Unterwerfung und Trauma.
Scream For Us
Entlang des Bürgersteigs und auf dem Weg zur Haustür sind geschnitzte Kürbisse verteilt. Ich bin von den flackernden Flammen hinter den präzise ausgeschnittenen Gesichtern wie hypnotisiert. Spinnweben bedecken die Büsche, Neonscheinwerfer beleuchten den Eingang und unter meinen Füßen sind blutige Fußabdrücke auf dem Pflaster zu sehen.
Musik dröhnt durch das Haus, als ich eintrete, und eine dicke Rauchschicht aus einer Nebelmaschine, die neben der Tür versteckt ist, kriecht über den Boden. Überall stehen Menschen in Kostümen herum. Es war kein Witz, als sie meinten, diese Halloween-Party würde in Salems Geschichte eingehen.
Allein hierherzukommen, war eine schlechte Idee. Bei dem Gedanken läuft mir ein kalter Schauer über den Rücken. Schnell drehe ich mich auf dem Absatz um, doch Jenna stößt mich fast um.
»Quinn!«, ruft sie, der Geruch von Wodka liegt in ihrem Atem, während sie sich an meinen Armen festhält, um sich zu stützen. »Du bist hier!«
»Irgendwie ja.«
»Ich hatte keine Ahnung, dass du kommst«, plappert sie betrunken vor sich hin. »Ich bin so froh, dass du hier bist.«
Wahrscheinlich ist sie schockiert, mich auf einer Party zu sehen, da ich sonst soziale Zusammenkünfte meide.
»Hast du Stacy gesehen?«, fragt sie.
»Noch nicht. Ich bin gerade erst gekommen«, antworte ich. »Tut mir leid.«
Damit huscht sie davon.
Auf meinem Weg durch den überfüllten Flur in die Küche übertönen laute Gespräche die Musik aus den anderen Räumen. Flackernde Kerzen spenden das perfekte Licht, damit ich entscheiden kann, was ich trinken möchte.
Bier. Mehr Bier. Schnaps.
Es wird eine gruselige Party-Bowle.
»Gute Wahl«, sagt eine Stimme, während ihr Besitzer in mein Blickfeld tritt. »Die knallt richtig.«
Schnaubend rolle ich mit den Augen. »Je stärker, desto besser«, sage ich und kippe mir dabei fast so viel in meinen Becher, dass er überläuft. »Cooles Joker-Make-up.«
»Danke.« Er zieht eine Augenbraue hoch. »Was sollst du darstellen?«
Als ich an meinem Outfit hinunterschaue, ist mir das ein bisschen peinlich. Das war mein Versuch, in letzter Minute ein Kostüm zusammenzustellen, aber ich habe dennoch keine Ahnung, wer oder was ich bin. Alles, was mir eingefallen ist, waren ein enger schwarzer Korsett-Body, eine Netzstrumpfhose und schwarze Springerstiefel.
»Das ist eine gute Frage«, antworte ich verlegen.
»Kevin«, ruft jemand vom anderen Ende des Raumes aus. »Kommst du mit?«
Der Joker schaut in ihre Richtung und nickt, bevor er sich wieder mir zuwendet. »Wie war dein Name noch mal?«
»Quinn.«
»Man sieht sich, Quinn.«
Die Halloween-Bowle knallt tatsächlich. Der Joker hatte recht.
Ein dünner Nebelfilm wabert über den Boden und umgibt alle auf der Tanzfläche. Ich mache mich auf den Weg in die Mitte des Raumes und wiege meine Hüften im Takt der Musik, angelockt von den Stroboskoplichtern, die aus allen Richtungen zu kommen scheinen. Ich hebe meine Arme in die Luft und schließe die Augen, um mich dem neuen, unbeschwerten Gefühl hinzugeben, das mich durchströmt.
Gott sei Dank gibt es Alkohol bei solchen sozialen Zusammenkünften.
Plötzlich liegen Hände an meiner Taille und führen mich im Rhythmus der Musik. Ich tanze weiter und kümmere mich nicht um die Person hinter mir, bis sie ihre Hände weiter nach vorne schiebt.
Tiefer. Tiefer.
Als ich sie wegschlage, beschleicht mich ein unangenehmes Gefühl, dem ich zunächst keine Beachtung schenke. Bis sich die Person an mir festhält und sich an meinen Körper drängt. Sie begrapscht meine Brüste und wandert mit ihren Händen wieder bis zu meiner Taille hinab.
»Stopp«, stoße ich hervor und versuche, mich loszureißen.
Die Person atmet schwer gegen mein Ohr. »Gefällt dir das?«
»Nein, du Widerling«, schieße ich zurück.
Er ist zu stark.
»Nein! Nein! Stopp!«
Er küsst träge meinen Hals und versucht seine Finger unter den Stoff meines Korsetts zu schieben. Endlich kann ich mich aus der Umklammerung befreien und stoße mit mehreren Leuten zusammen, die neben uns tanzen. Zu meinem Entsetzen ignorieren sie uns völlig. Mein Herz hämmert hart in meiner Brust. Es sind so viele Leute. Es ist zu laut. Der Rauch ist so dicht, dass ich kaum sehen, geschweige denn atmen kann.
Als ich mich zu der Person umdrehe, die kein Nein als Antwort akzeptiert, überkommen mich Wut und Abscheu. Er tritt vor und greift erneut nach mir. Ich schlage meine Hände gegen seine Brust und stoße ihn weg. Dieses Mal kapiert er den Wink.
Dennoch kann ich sehen, dass ihn meine Ablehnung stört. Seine Augen werden dunkel. Kalt. Er wird so starr wie Stein. Angst macht sich in mir breit, und bevor ich die Situation begreife, schnappt er sich einen roten Plastikbecher aus der Hand von irgendjemandem.
Innerhalb von Sekunden ist mein Oberteil mit Bier durchtränkt. Mir fällt fast die Kinnlade herunter, als ich ihn ungläubig anstarre, entsetzt darüber, dass er mir gerade ein Getränk ins Gesicht geschüttet hat.
»Bitch«, lacht er.
Eine große, dunkle Gestalt erscheint in meinem Augenwinkel. Plötzlich liegt mein Angreifer am Boden, der Mann ragt über ihm auf. Er beugt sich herunter und rammt ihm die behandschuhten Fäuste ins Gesicht.
Wieder und wieder.
Er packt ihn an der Kehle. »Wenn du sie noch einmal anfasst, schlachte ich dich wie einen kranken Hund ab.«
Man kann beinahe hören, wie sein Gesicht bei jedem Schlag knackt, während das Blut wie aus einem Wasserhahn aus seiner Nase fließt.
Ein Song dröhnt aus den Lautsprechern.
I can’t wait to hear you,
I can’t wait to hear you scream.
Die anderen Partygäste flüchten aus dem Weg und beobachten ängstlich, wie sich die Szene vor unseren Augen abspielt. Mehrere Leute versuchen die Situation zu deeskalieren. Aber sobald sie anfangen ihn wegzuziehen, stürzt er sich auf sie und schüchtert sie ein.
Sie weichen sofort zurück, weil sie nicht sein nächstes Ziel sein wollen.
Mein Herz klopft gegen meinen Brustkorb und mir wird endlich klar, dass das alles für mich war. Er hat mir geholfen. Er hat mich beschützt.
Seine Silhouette ist erschreckend. Primitiv. Es ist, als würde er seine Beute jagen und nicht aufhören, auf sie einzuschlagen, bis sie ohnmächtig ist.
Die ganz in Schwarz gekleidete Gestalt dreht sich langsam zu mir um und in dem Moment, in dem ich die Scream-Maske sehe, die seine Identität verbirgt, bin ich ein heißes, zitterndes Chaos.
Dieser Moment hat einfach etwas an sich, das mich in seinen Bann zieht. Er kommt auf mich zu und überragt jetzt meine kleine Gestalt. Er ist mindestens einen Meter neunzig groß, und obwohl der dunkle Stoff seines Kostüms seinen Körper verdeckt, ist es offensichtlich, dass er wie ein Gott gebaut ist.
Er neigt seinen Kopf, um meine Reaktion zu studieren, und mein Körper reagiert wie auf Kommando. Meine Nippel werden hart und drücken gegen den Stoff meines Korsetts. Die Innenseiten meiner Oberschenkel werden feucht. Mein Gesicht ist gerötet und mein Atem geht schwer.
»Danke«, platze ich heraus.
»Sein Gesicht!«, ruft ein Kerl in Cowboy-Kleidung und kniet sich über meinen Angreifer, der immer noch blutet und bewusstlos ist. »Du hast ihm das Gesicht gebrochen, Mann! Ich bringe dich um!«
Ghosts Kopf schnellt in seine Richtung.
Der Cowboy springt auf und stürmt auf uns zu, mich überkommt die Angst. Mit einer schnellen Bewegung holt Ghost aus und seine Faust trifft den Kiefer des Cowboys. Er bricht auf dem Boden zusammen und bleibt regungslos liegen.
Alle fangen an zu schreien. Es ist ein wahres Blutbad. Ich bin wie erstarrt.
Eine weitere Gestalt erscheint in meinem Augenwinkel und holt mich in die Realität zurück. Sie packt Ghosts Schultern und versucht ihr Bestes, ihn zurückzuhalten. Es wird deutlich, dass die beiden sich kennen.
Ohne darüber nachzudenken, dränge ich mich durch die Menschenmenge – manche lachen, manche weinen – und schließe meine Finger um Ghosts Handgelenk. Er schaut zu seinem Freund zurück, der eine Jason-Voorhees-Maske trägt, und beide nicken.
Ich ziehe ihn mit mir, als wir den Raum verlassen, um eine Ecke biegen und dabei fast jemanden umstoßen. Eine große Wendeltreppe kommt in Sicht und ich führe sie hinauf. Auf dieser Etage ist es viel dunkler, aber weniger überfüllt, und die Musik scheint nur noch lauter zu werden. Sie hallt durch den Korridor und klingt wie ein schlagendes Herz.
Bumm-bumm. Bumm-bumm.
Bumm-bumm. Bumm-bumm.
Ich stoße die nächstgelegene Tür auf und stolpere über ein Paar Schuhe. Bevor ich falle, fängt Ghost mich auf und zieht mich dicht an seine Brust. Er ist so fest. Männlich. Ich starre durch meine Wimpern zu ihm auf, blicke hilflos in die großen Augen seiner Maske.
Jason schließt die Tür hinter uns.
Und hier bin ich jetzt, allein mit Ghost und Jason – zwei Menschen, die ich noch nie getroffen habe. Und doch habe ich mich noch nie so sicher gefühlt.
Was sagt das über mich aus?
Es liegt eine glühende sexuelle Spannung im Raum, eine Elektrizität in der Luft, und meine Innenschenkel werden wieder glitschig.
Tja, Scheiße.
Ich bin fasziniert.
Vielleicht liegt es daran, dass Ghost mich so fest an seinen Körper presst und sein Parfüm so verdammt verführerisch riecht, dass mir schwindelig wird. Oder vielleicht liegt es daran, dass er gerade einem Typen die Scheiße aus dem Leib geprügelt hat, der seine Hände nicht von mir nehmen wollte, als ich ihn darum gebeten habe.
Plötzlich wird mir durch den Adrenalinstoß übel und ich reiße mich von ihm los.
»D-da war so viel Blut«, stottere ich und versuche, mir mit der Hand durch die Haare zu fahren. Sie sind dank des Biers, das mir ins Gesicht gespritzt wurde, ein klebriges, verworrenes Durcheinander.
»Alles klar?«, fragt mich Ghost.
Diese Stimme. So kraftvoll, so kehlig. Sie macht mich schwach.
»Ja«, sage ich und bürste mit meinen Fingern einen Knoten heraus. »Es geht mir gut.«
»Ich habe den Drang zu töten«, sagt er zögernd, seine Stimme ist leise. »Und zwar jeden, der dich berührt.«
Meine Augen weiten sich und meine Lippen verziehen sich bei einem leisen Keuchen.
Heilige Scheiße. Hat er das wirklich gerade gesagt?
»Kenne ich dich?«, frage ich.
Er tritt vor und schließt den kleinen Abstand zwischen uns. »Wo bleibt da der Spaß?«
»Ich erkenne deine Stimme nicht«, stoße ich hervor.
Bei diesen Worten wendet er sich seinem Freund zu.
Die Maske, die er trägt, ist beängstigend. Ich war noch nie ein großer Fan von Freitag, der 13. oder von Horrorfilmen im Allgemeinen. Doch seine grüblerische, geheimnisvolle Präsenz hat etwas, das mich total erregt.
Er ist groß, wenn auch etwas kleiner als Ghost, aber seine Statur ist gewaltig. Obwohl er eine dicke Jacke trägt, ist das nicht schwer zu erkennen.
»Hat der Typ dir wehgetan?«, fragt Jason.
Seine Stimme jagt mir einen Schauer über den Rücken. Gott steh mir bei.
Obwohl eine Stimme in meinem Kopf sagt: Gott ist gerade nicht hier.
Jetzt weiß ich, wie sich Elena Gilbert gefühlt hat, hin- und hergerissen zwischen zwei Männern.
»Nein. Er hatte keine Gelegenheit, mich zu verletzen«, antworte ich ängstlich und blicke dankbar zu Ghost auf. »Dank dir.«
»Ghost weiß, was er will«, wirft Jason ein.
»Oh?«, frage ich verblüfft. »Und was genau will er?«
Ghost tritt auf mich zu, kommt immer näher. Ich starre zu seiner Maske hoch und schlucke schwer. »Frag nicht ihn, kleine Quinn«, sagt er. »Frag mich direkt.«
Bei seinem verführerischen Ton umspült mich ein warmes, kuschliges Gefühl. »Was willst du?«, frage ich schließlich, so leise, dass es kaum zu hören ist.
»Dummes Mädchen. Ich will das, was jeder andere Typ auf dieser Party auch will.«
Er streckt seine Hand aus, um mein Haar zu berühren, streicht es mir über die Schulter und seine Lederhandschuhe reiben leicht an meinem Hals. Ich fühle mich so entblößt, während er mich überragt.
Verwundbar.
»Sag es«, dränge ich, während ich das Gewand an seiner Brust umfasse. »Sag mir, was du willst.«
»Fuck«, haucht er. »Du bist ein mutiges kleines Ding, was?«
Ohne Vorwarnung öffnet sich die Tür und knallt laut gegen die Wand. Die Musik dringt in den Raum und macht den Moment völlig zunichte.
Jemand, der als Michael Myers verkleidet ist, steht in der Tür. Wieso sind die alle größer als eins fünfundachtzig? Ich habe in letzter Zeit zu viele Smut-Bücher gelesen und ich bin eindeutig nicht genug rausgegangen.
»Hab deine Nachricht bekommen«, sagt Michael und verrät damit, dass er zu ihnen gehört.
»Dein Timing hätte nicht besser sein können«, murmelt Ghost trocken und entlässt sie mit einer Handbewegung.
Als sich die Tür hinter ihnen schließt, starrt er mich schweigend an. Im schummrigen Licht von der anderen Seite des Raumes kann ich fast die Umrisse seiner Augen ausmachen. Bei dem Gedanken, dass wir endlich miteinander allein sind, beginnt mein Herz plötzlich schneller zu schlagen.
Was mache ich hier eigentlich? Was denke ich mir eigentlich?
Das ist so untypisch für mich.
Aber das ist das Ding. Heute Abend kann ich sein, wer immer ich sein will.
Und zum ersten Mal in meinem Leben entscheide ich mich, leichtsinnig zu sein.
»Du hast gefragt, was ich will«, sagt Ghost und kommt näher, während ich nicht mehr atmen kann. »Ich habe dich die ganze verdammte Nacht beobachtet. Ich will die Traurigkeit aus dir herausficken, bis du in Ekstase schreist, während du um meinen Schwanz kommst.«
Ein leises Stöhnen entweicht meinen bebenden Lippen, während er ein brennendes Verlangen in mir entfacht. So habe ich mich noch nie gefühlt.
So heiß und unbestreitbar erregt. Ein sehnsüchtiges Pochen breitet sich zwischen meinen Beinen aus, Hitze errötet meine Haut. Ich spüre förmlich, wie meine Klit pulsiert und um seine Zunge bettelt, und ich kann mich kaum gegen den Drang wehren, ihm das Kostüm vom Leib zu reißen.
»Ich möchte jeden Zentimeter deines heißen kleinen Körpers erkunden«, fährt er fort. »Was für einen sexy Arsch du hast, kleine Quinn.«
Ein weiteres leises Stöhnen verlässt meine Lippen ohne meine Zustimmung.
»Du magst es, wenn ich dich so nenne, nicht wahr, Baby?«
»Kleine Quinn«, wiederhole ich seine Worte.
»Da ist es«, knurrt er, nimmt mein Kinn in die Hand und sorgt dafür, dass ich direkt in die Augen seiner Maske schaue. »Nun sag mir, wenn ich jetzt meine Hand zwischen deine Schenkel schieben würde, wie feucht wärst du dann für mich?«
Meine Mitte krampft sich bei dem Gedanken zusammen.
Die Wahrheit ist, dass ich nasser bin als je zuvor in meinem Leben.
»Sehr«, flüstere ich.
»Fuck«, stöhnt er, packt mich fester und drückt meine Wangen zusammen. »Sogar durch diese Maske kann ich riechen, wie süß du bist. Ich will eine Kostprobe.«
Meine Knie sind kurz davor, nachzugeben. Mein ganzer Körper beginnt zu zittern. Mein Gesicht wird heiß.
Irgendwie haben meine dunkelsten Fantasien – von denen ich dachte, dass ich sie nur träumen oder lesen könnte – die Macht, direkt vor meinen Augen lebendig zu werden.
»So ein hübscher Mund. Nutze ihn sinnvoll.« Er fährt mit seinem Daumen über meine Unterlippe und neigt den Kopf. »Sag mir, was du von mir willst, und ich gebe es dir.« Und endlich lasse ich komplett los.
»Dich«, antworte ich.
»Willst du das?«
»Ja. Ich möchte, dass du meine dunkelsten Fantasien zum Leben erweckst.«
»Deine dunkelsten«, wiederholt er und zögert. »Ich vermute, dass mein Dunkel ganz anders ist als deins, Sweetheart.«
»Dunkel«, betone ich noch mal. »Aber es gibt eine Bedingung.«
Er legt seine Hand auf meine Brust und lässt mich rückwärtsgehen, bis ich an die Wand gepresst bin. Er legt seine Finger leicht um meine Kehle und drückt zu, sodass es für mich schwer ist, zu schlucken.
»Heute Nacht«, stoße ich hervor und umfasse sein Handgelenk. »Nur eine Nacht.«
»Eine Nacht?«
»Ja. Bei Sonnenaufgang ist es vorbei.«
Er lacht, ohne dabei belustigt zu klingen. »Das sagst du so leicht. Als ob es mir möglich wäre, dich gehen zu lassen.«
»Tja, das ist meine Bedingung«, dränge ich.
»Auch wenn es nur für heute Nacht ist, kleine Quinn«, sagt er zögernd und spreizt meine Beine mit seinem Knie. »Du wirst immer mir gehören.« Ich blinzle zu ihm hoch und sage nichts.
»Gnade«, sagt er. »Flehe um Gnade, wenn mein Dunkel zu viel für dich wird.«
Ghost lässt mich los und ich schnappe nach Luft, während ich beobachte, wie er den Gürtel seines Gewands öffnet. Ich versuche mir vorzustellen, was sich unter den langen, weiten Ärmeln und dem zerrissenen Stoff seines Kostüms verbirgt.
»Gesicht zur Wand«, weist er mich an.
Ich zögere, unsicher, ob ich ihn richtig verstanden habe.
»Zwing mich nicht, mich zu wiederholen, Quinn«, warnt er mit tiefer Stimme. Fest. »Du hast nach Dunkelheit gefragt. Vergiss das nicht.«
Ich drehe mich auf dem Absatz um und starre die Wand an, während ich mich auf das Unbekannte vorbereite. Ich bin erschrocken und aufgeregt zugleich. Adrenalin pumpt wie Lachgas durch meine Adern.
Ich will das.
Ich brauche das.
Er atmet scharf aus. »Hände an die Wand.«
Als ich meine Handflächen gegen die kalte, harte Oberfläche drücke, läuft mir ein Schauer den Rücken hinab.
Mein Instinkt sagt mir, dass ich weit weglaufen soll.
Doch meine Erregung ist offensichtlich. Meine Nippel sind zu harten, roten Spitzen geworden. Meine blasse Haut ist gerötet. Mein Atem geht flach. Mein Körper bettelt darum, gefickt zu werden. Zerstört zu werden. In jeder Hinsicht.
Aber nicht von irgendjemandem.
Von ihm.
Ghost.
»Vertraust du mir?«, fragt er und ich kann fast spüren, wie sich sein Blick durch meinen Schädel bohrt.
»Ja«, antworte ich leise.
»Dumme kleine Quinn«, spottet er und streicht mir das Haar über die Schulter, sodass mein Hals freiliegt. »Falsche Antwort.«
Ich runzle die Stirn und zweifle an meinen Prinzipien.
Es ist Halloween. Das ist die Zeit, leichtsinnig zu sein. Sei leichtsinnig.
Ich drehe mich um, bis ich ihn ansehe, und widersetze mich damit seinen Anweisungen. Er überragt mich, selbst mit den zusätzlichen Zentimetern meiner Absätze, weswegen ich mich in seiner Gegenwart komplett machtlos fühle. So schwach und wehrlos.
Es ist verstörend und doch so heiß, dass mir das Wasser im Mund zusammenläuft. Ich will unbedingt wissen, wie es sich anfühlt, ihm zu gehören.
»Ich will dich«, gebe ich zu und flehe ihn mit meinen Augen an, irgendetwas zu tun. »Jetzt sofort.«
Ghost lehnt sich zu mir und drückt mich mit dem Rücken gegen die Wand. »So ungeduldig«, sagt er, während ich darauf warte, dass er endlich seine Maske abnimmt. Er legt sich den Gürtel seines Kostüms um die Schultern und zieht seine Handschuhe aus.
Und diese Hände.
Sie sind riesig – dick und von Adern durchzogen. Es ist unheimlich, wie breit seine Handfläche ist und wie lang seine Finger sind. Er ist kein Junge. Er ist ein Mann, im wahrsten Sinne des Wortes.
Ein Gott.
Vielleicht ein Teufel.
Meine Fantasie schweift ab …
Er wirft seine Handschuhe auf den Boden, nimmt den Gürtel von seinem Hals und hält ihn mir auf Augenhöhe entgegen.
»Schließ die Augen«, befiehlt er.
Ich gehorche und spüre den weichen Stoff, der sich über meine Augenlider legt und das schwache Licht ausschließt.
Er lässt seine Hand zwischen meine Schenkel gleiten und massiert meine Klit durch den dünnen Stoff meines Bodys, sodass ich mich winde. »So ein braves Mädchen.«
Das leise Reißen meiner Netzstrumpfhose im Schritt reizt mich noch weiter. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie heiß er auf den Knien vor mir aussehen muss. Meine Beine fangen an zu zittern und ich lobe mich im Geiste dafür, dass ich heute Abend kein Höschen trage.
Die kalte Luft lässt mich frösteln, als Ghost meine Beine weiter spreizt und mich entblößt.
»Bitte«, wimmere ich und ziehe meine Unterlippe zwischen die Zähne.
»So ist es gut«, sagt er mit leiser Stimme. »Bettle darum.«
Mein Herz hämmert fast durch meinen Brustkorb. »Bitte …« Ich will unbedingt diese ganze angestaute sexuelle Spannung loswerden.
Sein warmer Atem streicht über meine Klit und jeder einzelne Nerv in mir spannt sich an. »Ja«, stöhnt er und schiebt seine Finger zwischen mein empfindliches Fleisch. »So eine kleine, needy Schlampe, nicht wahr?«
Mein Körper zuckt, ich krümme mich hilflos an der Wand und greife nach ihm. Ich vergrabe meine Finger in seinem dichten, vollen Haar und schiebe meine Beine weiter auseinander.
»Bitte, bitte, bitte«, flehe ich.
»Bitte, ich flehe dich an«, wimmert er zurück und verspottet mich damit. »Fuck.« Er reibt meinen Kitzler in langsamen, quälenden Kreisen, während ich vor Befriedigung stöhne. »Du bist so verdammt feucht.«
Er taucht die Spitze seines Fingers in mich und meine freudige Erwartung ist mehr als quälend. Als er tiefer stößt, ziehen sich meine Scheidenwände um ihn herum zusammen und mein Bauch spannt sich an. Ohne Vorwarnung beschleunigt er das Tempo und stößt seinen Finger immer wieder in mich hinein, bevor er einen zweiten hinzufügt.
Er krümmt seine Finger an den richtigen Stellen und streichelt mich langsam von innen. »So eine enge kleine Pussy.«
»Ghost«, stöhne ich ungeduldig.
Das tut es.
Er hebt mich in seine Arme und lässt mich auf das Bett sinken. Er packt mich fest an den Knöcheln, zieht mich an die Kante und spreizt meine Beine erneut. Seine Lippen presst er auf die empfindliche Haut meiner Oberschenkelinnenseite.
Endlich nimmt er mich in den Mund. Mit seiner Zunge fährt er über meinen Kitzler, schnalzt im perfekten Rhythmus leicht dagegen.
Fuck, er weiß, was er tut.
Niemand hat mir jemals ein so gutes Gefühl gegeben.
Er streicht mit seinen Händen über meine Brüste und ich packe seine Handgelenke und halte sie dort fest. Er zieht mein Oberteil ein wenig herunter, kneift in meine Nippel und dreht sie zwischen seinen Fingern. Es macht mich nur noch mehr an, als er seine Zunge in mich schiebt.
»O mein Gott«, stöhne ich und reibe mich an seinem Gesicht. »Ja.«
Er fährt mit seinen Händen über meine Brust, meinen Brustkorb hinab, an meiner Hüfte entlang und streichelt jeden Teil meines Körpers, während er sie tiefer und tiefer zu meiner empfindlichsten Stelle gleiten lässt. Mit einer Hand schiebt er meine Beine weiter auseinander, mit der anderen schiebt er zwei Finger in mich hinein.
Stoß um Stoß setzt er diesen wunderbaren Angriff aus Saugen, Knabbern und Schmecken fort. Er genießt mich, als wäre er buchstäblich am Verhungern.
Mein Magen flattert, mein Atem beschleunigt sich und ich wiege meine Hüften, um den Stößen seiner Finger entgegenzukommen. Er schlingt seine muskulösen Arme unter meinen Beinen hindurch und greift nach meinen Armen, sodass ich plötzlich auf das Bett gepinnt bin und keine Möglichkeit habe, zu entkommen.
Während ich die Laken mit meinen zitternden, verschwitzten Händen umklammere, baut sich ein Gefühl in mir auf, das wenig später explodiert. Ich verliere die Kontrolle – ich vergesse zu atmen, meine Zehen krümmen sich. Ich reite meinen Orgasmus, reibe mich an seinem Gesicht, bis ich es körperlich nicht mehr aushalte.
»Fuck«, stöhnt er, sein Gesicht immer noch in meiner Nässe vergraben. »Du schmeckst so gut, Baby. Ich brauche mehr.«
Er packt meine Arme härter und vergräbt sein Gesicht in meiner Pussy. Gerade als ich glaube, dass es unmöglich ist, noch einmal zu kommen, beweist er mir das Gegenteil. Er fickt mich mit seinen Fingern und seiner Zunge bis ins Jenseits, bis ich vor Lust explodiere und Sterne durch meine Augenlider sehe.
»Ich kann nicht«, wimmere ich und versuche mich aus seiner Umklammerung zu befreien.
Innerhalb von Sekunden dröhnt laute Partymusik durch den Raum und mein Herz springt mir fast in die Kehle. Die Tür muss aufgegangen sein. Aber Ghost hört nicht auf.
Mit einem lauten Knall schließt sich die Tür, und die schöne Qual geht weiter.
»Ich kann nicht mehr«, keuche ich. Ein leises Wimmern entweicht meinen Lippen. »O ja. Ja.«
Mein Höhepunkt verzehrt mich und nimmt mich völlig in Beschlag. Nichts ist wichtig, außer diese welterschütternden Empfindungen, während ich Welle um Welle dieser immerwährenden Euphorie reite. Meine Innenwände zucken, meine Beine beginnen zu zittern und ich bin sicher, dass ich vergessen habe, zu atmen.
Ghost lässt mich schließlich frei. Ich bleibe regungslos auf dem Bett liegen und versuche, die letzten Reste Kraft in meinem Körper zusammenzukratzen, die ich aufbringen kann. Es vergeht ein kurzer Moment, bis ich seine Lederhandschuhe über mein Gesicht streicheln spüre.
»Mein«, bestimmt er. »Du gehörst mir.«
Er löst den Gürtel seines Kostüms, der mir als Augenbinde gedient hat, von meinem Kopf. Langsam öffne ich die Augen, um mich an das Licht zu gewöhnen, und mein Herz setzt ein paar Schläge aus, als ich Jason und Michael in der Ecke des Raumes stehen sehe.
»Warte«, stoße ich hervor und versuche schnell mich zu bedecken. »Sie haben uns beobachtet?«
Ghost dreht sich zu mir um, zieht aber seine bedrohliche Scream-Maske auf, bevor ich sein Gesicht sehen kann.
Er nickt.
Ich blinzle schockiert zu ihm hoch.
Er blickt auf mich herab. »Du bist aufgebracht«, bemerkt er. »Welcher Teil der dunklen Fantasien beinhaltet nicht, dass andere Kerle dabei zusehen, wie du deine süße kleine Pussy geleckt bekommst?« Meine Lippen öffnen sich einen Spalt und mein Magen flattert. Ich finde nicht die richtigen Worte.
Ghost tritt näher an das Bett heran und streicht mir sanft über die Haare. »Nur weil du mir gehörst, kleine Quinn, heißt das nicht, dass ich nicht teile«, sagt er. »Aber nur, wenn es das ist, was du willst.«
Mehrere Gedanken schießen mir durch den Kopf und ich verspüre dieses Gefühl, von dem ich scheinbar nicht genug bekommen kann. Ist es das, was ich will?
Ja, rufe ich mir selbst zu.
Plötzlich knallt die Tür auf. Mehrere als Footballspieler verkleidete Jungs stolpern in den Raum und bemerken zum Glück nicht, wie ich schnell den unteren Teil meines Bodys zuknöpfe.
In dem Moment, in dem sie unsere Anwesenheit und die Tatsache, dass der Raum besetzt ist, bemerken, erscheint ein verschlagener Blick auf ihren Gesichtern. Es ist sofort klar, dass sie einen falschen Eindruck haben.
Jason macht sich auf den Weg zur Seite des Bettes, wo Ghost an der Kante steht.
»Scheiße, ja«, ruft einer von ihnen aus.
»Was ist hier los, Jungs?«, fragt ein anderer in bedrohlichem Ton.
»Eine verdammt gute Zeit«, lallt ein anderer betrunken und schließt die Tür hinter sich. »Wechseln wir uns bei ihr ab?«
Jason ergreift sofort meinen Arm, zieht mich auf die Beine und wirft mich praktisch hinter die drei, um mich zu schützen.
»Was zum Teufel hast du gerade gesagt?«, fragt Ghost.
Irgendetwas ist falsch hieran. Sehr falsch. Sein Ton klingt fast wie eine Herausforderung. Sein gesamtes Verhalten ändert sich in nur einem Augenblick, als sich seine Hände an seinen Seiten zu Fäusten ballen.
Er ist bereit.
Bereit, sie zu verletzen.
Oder noch schlimmer.
»Nein«, keuche ich laut, dränge mich an Jason vorbei und stelle mich vor Ghost, um ihm den Weg zu versperren.
»Ich möchte tanzen.«
Er sieht zu mir herunter und richtet seine Aufmerksamkeit auf mich. Doch er bleibt stumm. Unentschlossen.
»Lass uns gehen«, sage ich, nehme seine große, behandschuhte Hand und verschränke meine Finger mit seinen.
Die Footballspieler starren uns völlig entgeistert an, als wir an ihnen vorbeigehen, und ich bete, dass sie um ihretwillen den Mund halten, während ich die Tür öffne.
Wir treten durch die Tür, als einer von ihnen lacht. »Wie auch immer. Wir finden sie später schon wieder und haben unseren eigenen Spaß mit ihr.«
Ghost und Michael drehen sich um und stürmen zurück in den Raum, während Jason neben mir im fast leeren Flur Wache steht. Fäuste fliegen, Schreie übertönen die laute Musik und mein Herz setzt aus, als ich sehe, wie Ghost einen von ihnen gegen die Wand presst.
Ein scharfes, silbernes Messer drückt gegen die Kehle des Mannes und alle sind wie gelähmt vor Angst. Ghost lehnt sich näher an ihn heran, und obwohl ich nicht verstehen kann, was er sagt, weiß ich, dass es etwas Schlimmes ist.
Das Gesicht des Mannes läuft grün an, als ob er kurz davor wäre, sich zu übergeben.
Er hebt zitternd die Hände. »Es tut mir leid. Es tut mir leid«, wiederholt er und duckt sich vor ihm.
Ghost lässt seine Hand sinken, steckt das Messer weg und endlich kann ich wieder aufatmen. Trotz des Nervenkitzels, vor widerlichen und betrunkenen Verbindungstypen beschützt zu werden, gibt es einen Teil von mir, der glaubt, dass das Ganze auch nicht anders verlaufen wäre, wenn ich nicht hier gestanden hätte.
Der Schlag kommt viel schneller, als ich erwartet hätte. Mit ungeheurer Wucht prallt Ghosts Faust auf die Nase des Typen, ein unheimliches Knirschen ertönt beim Aufprall.
Der Footballspieler stolpert zur Seite, fällt zu Boden und hält sich mit beiden Händen das Gesicht.
In dem Moment, in dem seine Freunde ihm zur Hilfe eilen wollen, schreit er sie an: »Lasst es sein!« Er bewegt sich keinen Zentimeter. »Lasst es einfach gut sein.«
Ghost und Michael starren auf ihn herab, starr wie Stein, und die Zeit scheint stehen geblieben zu sein. Ein mulmiges Gefühl überkommt mich. Diese Verbindungstypen hätten mich sexuell missbraucht, wenn sie die Möglichkeit dazu gehabt hätten.
Wenn Ghost, Jason und Michael nicht gewesen wären.
Mein Atem stockt, während purer Hass in meinen Adern kocht, bis Jasons Hand auf meiner Schulter mich in die Realität zurückholt. Ich blicke zu ihm auf, starre leidenschaftlich in die Augen seiner Maske und er weiß es. Es ist, als ob er meine Gedanken lesen könnte.
Er drückt mich an seine Brust, ich schmiege mein Gesicht in seine dicke Jacke und meine Augen flattern zu. Er hält meinen Hinterkopf, streichelt sanft mein Haar und beruhigt mich.
»Du bist in Sicherheit«, verspricht er und selbst mit seinem tiefen, bedrohlichen Tonfall nimmt er mir die Angst. »Und du bist unser.«
Manche Menschen verkleiden sich an Halloween als Monster, andere sind einfach Monster. Selbst bei der lauten Musik, die aus den Surround-Lautsprechern dröhnt, kann man den Wind hören, der durch die offenen Vordertüren des Hauses weht.
Immer mehr Menschen drängen sich im Eingangsbereich, in gruselig-heiße Kostüme gekleidet und mit Gesichtsfarbe und Kunstblut beschmiert. Die von der Decke herabhängenden Neonlichter, umgeben von Fledermaus- und Kürbisdekoration, verbreiten ein gruseliges Licht.
Mein Verstand ist überreizt, während ich alle Menschen in meinem Weg scanne. Plötzlich sehne ich mich nach einem starken Drink, ich bin bereit dafür, dass die Nacht wirklich beginnt. Die Wahrheit ist, dass ich mich noch nie so lebendig gefühlt habe.
Im schummrigen Küchenlicht flackern Kerzen, die auf der Arbeitsplatte verteilt stehen und die köstlichen Party-Snacks in Szene setzen. Es gibt Halloween-Cupcakes, Jack Skellington-Chocolate-Sandwich-Cookie-Pops und mit weißer Schokolade überzogene Erdbeeren, die wie Gespenster dekoriert sind.
In einer großen, mit Spinnennetzen bedeckten Schale mit Eis werden Kunstblutbeutel mit dunkelrotem Alkohol gekühlt. In dem Eimer daneben befinden sich große Spritzen, die mit vielen bunten Wackelpudding-Shots gefüllt sind. Es könnte nicht festlicher sein.
»Blue Raspberry«, kreischt eine Mädchenstimme, als sie vor mir auftaucht und sich die letzte blaue Spritze schnappt. »Quinn«, murmelt sie und überrascht mich damit.
Es ist Veronica.
Das Mädchen, das meine Zeit in der Middle- und Highschool komplett ruiniert hat.
Mein Körper versteift sich, ich kann nicht mehr atmen. Schreckliche Erinnerungen schießen durch meinen Kopf – das Mobbing, die Gerüchte, die über mich verbreitet wurden, die Schikanen, denen ich jeden Tag ausgesetzt war. Dass ich auf allen bekannten Social-Media-Plattformen gemobbt wurde, ist der Grund dafür, dass ich als Kind weder ein Handy noch einen Computer haben konnte.
Weitere Flashbacks rasen auf mich zu.
Wie ich mich Nacht für Nacht in den Schlaf geweint hab.
Meine Handgelenke. Rasierklingen. Blut.
Wie Veronica und ihre Freunde – sowohl Jungs als auch Mädchen – mir ständig erzählt haben, mein Vater hätte sich umgebracht, weil ich geboren worden war. Wie sie allen erzählt haben, dass er so angewidert gewesen sei, mich als Tochter zu haben, dass er sich das Leben genommen hatte.
»Ich habe dich schon seit ein paar Jahren nicht mehr gesehen«, sagt sie unbeholfen und zwingt sich zu einem unechten Lächeln.
»Ja«, stimme ich zittrig zu.
Ghost legt seinen Arm um meine Schulter, drückt mich an seine feste Brust und ich entspanne mich in seiner Umarmung.
»Oh, du bist mit jemandem hier«, stellt Veronica fest und klingt schockiert, was mich triggert.
»Sie gehört zu uns«, stellt Jason klar und streicht mir eine Haarsträhne hinters Ohr.
Michael tritt neben uns und schweigt zwar weiter, gibt sich aber als einer von uns zu erkennen.
Ihr Gesicht verzieht sich bei dieser Erkenntnis.
Plötzlich fühle ich mich so selbstbewusst wie noch nie. Nach diesen letzten paar Jahren, in denen ich neu angefangen und gelernt habe, mit dem Leben, das mir gegeben wurde, glücklich zu sein, erinnere ich mich an das Versprechen, das ich mir selbst gegeben habe.
Nie wieder zuzulassen, dass einer meiner Mobber mir etwas antut.
»Du hast den letzten genommen«, bemerke ich und betrachte ihren Wackelpudding-Shot. »Schade. Blue Raspberry ist mein Favorit.«
»Das ist blöd«, bemerkt sie und ihr Kiefer verkrampft sich.
»Gib ihn ihr«, befiehlt Michael, und ich bin hin und weg.
Sie runzelt die Stirn. »Was?«
»Er sagte, du sollst ihn mir geben«, wiederhole ich seine Worte und trete vor, bis ich nur noch wenige Zentimeter entfernt bin. »Aber weißt du was?«, sage ich und zögere kurz, bevor ich eine Spritze mit Kirschgeschmack aus dem Eimer nehme. »Ich glaube, das ist schon okay. Ich bin okay. Es ging mir nie besser.«
Ich lege meine Lippen um die Spitze der Spritze und schieße mir den Wackelpudding in den Mund, wobei ich den Geschmack des Wodkas genieße, der in meiner Kehle brennt.
»Ich wünschte, ich könnte sagen, dass es schön war, dich zu sehen, Veronica«, sage ich und werfe die leere Spritze in den nächsten Mülleimer. »Aber das war es nicht.« Ihr Mund klappt auf.
Schnell drehe ich mich auf dem Absatz um und gehe in Richtung des nächstgelegenen Badezimmers.
»Ich habe mich verändert, Quinn!«, ruft sie mir hinterher und versucht dabei fast, sich selbst zu überzeugen.
»Das hoffe ich«, rufe ich zurück und meine es von ganzem Herzen.
Ich stoße die Badezimmertür auf, stolpere hinein und umklammere die Kante des Waschbeckens, um mich aufrecht zu halten. Meine Brust zieht sich zusammen, mein Herzschlag beschleunigt sich und plötzlich fühle ich mich, als würde ich ohnmächtig werden. Nicht noch eine Panikattacke. Nicht heute Nacht.
Der kleine Raum beginnt sich zu drehen und ich fühle mich von der Welt um mich herum losgelöst.
Fick dich, lähmende Angst.
»Geht es dir gut?«, fragt Ghost und überrascht mich damit.
»Die Tür«, stoße ich atemlos hervor. »Bitte schließ die Tür.«
Ich atme tief ein und schließe die Augen, Verlegenheit überkommt mich.
Ich kann nicht glauben, dass er mich so sieht, an meinem Tiefpunkt, mitten in einer Panikattacke.
»Was hat sie dir angetan?« Seine Stimme ist kaum hörbar.
»Nichts«, flüstere ich und klammere mich fester an den Rand des Waschbeckens.
»Quinn …«
»Nichts«, wiederhole ich mit Nachdruck. »Es war nichts.«
»In Ordnung«, sagt er und öffnet knarzend die Tür. »Ich lasse dir Freiraum.«
»Nein«, keuche ich, schaue in den Spiegel und fixiere ihn mit meinem Blick, völlig unbeeindruckt von der gruseligen Maske, die mir entgegenblickt. »Ich will keinen Freiraum.«
Er schließt die Tür, seine Hand verweilt auf der Türklinke. Nach einem kurzen Moment kommt er vorsichtig auf mich zu.
»Was willst du?«, fragt er mich testend und presst seinen festen Körper gegen meinen Hintern. »Willst du reden?«
Ich schüttle den Kopf und antworte leise: »Nein.«
»Was dann? Benutze deine Worte, kleine Quinn.«
»Eine Ablenkung. Ich will eine Ablenkung.«
Er greift um mich herum, legt seine behandschuhte Hand um meinen Hals und hält mich still. »So?«, haucht er und festigt seinen Griff.
Ich nicke leicht.
Er beugt sich vor und hält neben meinem Ohr inne. »Deine Worte, Quinn.«
»Ja«, murmle ich. »Mehr.«
Er legt seine Hand um meinen Kiefer und dreht meinen Kopf zur Seite, sodass ich gezwungen bin, ihn anzuschauen. Im richtigen Licht kann ich durch das schwarze Netz, das die dunklen Löcher seiner Maske bedeckt, fast einen Blick auf seine Augen erhaschen.
Fast.
Er dreht mich um und beugt sich herunter, umfasst die Rückseiten meiner Oberschenkel und hebt mich hoch. Er lässt mich auf die kalte, harte Oberfläche des Waschtischs sinken.
»So?«, fragt er.
»Mehr«, flüstere ich.
»Ich weiß, was du willst, aber ich liebe es, dich darum betteln zu hören.«
Er streicht mit seinen Händen leicht über die Rückseite meiner Beine, fährt dann mit den Fingerspitzen zu den Innenseiten meiner Oberschenkel und hält inne, als er die Knöpfe meines Bodys erreicht.
»Bitte«, stöhne ich und spüre seine breiten, männlichen Schultern unter meinen Händen. »Bitte, mehr.«
»Das nennst du betteln?«
»Bitte«, flehe ich, während er meine Klit durch den dünnen Stoff reizt. »Bitte, Ghost, bitte.«
»Fuck, Baby.« Er atmet scharf aus. »So ist es richtig. Sag meinen Namen.«
»Ghost.«
»Nimmst du die Pille?«
»Ja«, antworte ich und schüttle den Kopf, sobald ich das Folienpäckchen sehe, das er aus seiner Tasche geholt hat. »Ich habe mich kürzlich testen lassen und bin gesund. Und du?« Er nickt und wirft das Päckchen auf den Waschtisch.
»Jetzt lenk mich ab«, befehle ich.
Er stöhnt. Dann reißt er die Knöpfe in meinem Schritt auf und hebt den Saum seines Kostüms an, zieht seine Hose herunter und lässt sie direkt unter seinem Hintern hängen. Sein dicker, harter Schwanz ist bereits glitschig vor Lust und so beeindruckend groß.
Heilige Scheiße. Den kann ich auf keinen Fall komplett in mich aufnehmen.
Während ich mich an seinen Schultern abstütze, zieht er mich bis an den Rand des Waschtischs und reibt die Spitze seines Schwanzes an meinem feuchten Eingang. Auf und ab, immer und immer wieder. Er spielt mit mir. Reizt mich. Treibt mich an den Rand des Wahnsinns.
»Bitte«, bettle ich ungeduldig und will ihn unbedingt spüren.
Ohne Vorwarnung dringt Ghost mit einem einzigen harten Stoß in mich ein. Er dehnt mich weit, während er sich bis zum Anschlag in mir vergräbt.
»Fuck«, stößt er hervor und verfestigt seinen Griff um mich, indem er seine Arme um meinen Rücken schlingt.
Mein Inneres zieht sich zusammen und umklammert seinen Schwanz mit jedem Stoß, mein Körper zuckt unter der harten Kraft zurück. Stoß um Stoß um Stoß fickt er mich ohne Emotionen. Tiefer und schneller rammt er immer wieder in mich hinein.
Ich schlinge meine Arme um seinen Hals, halte mich an ihm fest und spreize meine Beine weiter, damit ich ihn noch stärker spüren kann. Es ist beinahe zu viel.
Er ist zu massiv.
Das Geräusch schmatzender Haut vermischt sich mit Stöhnen, als er sein Tempo weiter beschleunigt und unerbittlich in mich stößt. Ich schreie seinen Namen, wimmere und schnappe nach Luft, um meine entleerten Lungen zu füllen. Ich lasse meine Hände unter sein Gewand gleiten, um die Muskeln seines Rückens zu erkunden. Ich fahre mit meinen Nägeln seinen ganzen Rücken entlang, bevor ich seinen festen Hintern umfasse.
»Ja«, schreie ich und werfe meinen Kopf zurück, während ich seinen gnadenlosen Stößen mit meinen Hüften entgegenkomme. »Oh, fuck, ja. Ja. Ja!«
Meine Augen beginnen zuzufallen, während mein Orgasmus immer näher rückt.
»Sieh mich an«, befiehlt er wild, während er sich in mich rammt.
Hart.
Härter.
Noch härter.
Ich gehorche und starre verzweifelt in die dunklen Augen seiner Maske. Irgendetwas hieran ist so erotisch, so verdreht. Hier bin ich, in einem fremden Badezimmer, und werde von Ghostface gefickt.
Und was noch besser ist, er vögelt mir mein Hirn durch das Loch, das er selbst in meine Netzstrumpfhose gerissen hat, raus.
Bitte töte mich nicht, Mr. Ghostface. Zumindest noch nicht jetzt.
Er drückt grob meinen Hintern und hebt mich vom Waschbecken. Stark und aufrecht stehend, lässt er mich auf seinem dicken, harten Schwanz hüpfen. Während ich mich in dieser neuen Position an seine Größe gewöhne, schlinge ich meine Arme um seinen Hals. Ich schreie vor Ekstase auf und kreise meine Klit gegen sein Becken, wodurch die perfekte Reibung entsteht.
»Ja«, wimmere ich und reibe mich weiter an ihm.
Er führt mich mit jedem Mal härter nach unten, stößt seine Hüften bei jeder bewussten Bewegung und treibt mich immer näher zum Orgasmus.
»Fuck«, stöhnt er und rammt mich mit dem Rücken gegen die Wand.
Ich zucke vor Schmerz zusammen und schließe meine Beine fester um seine Taille. Ich schreie auf, stöhne lauter, während er mich rücksichtslos beansprucht.
»Ja, Baby. Ich will dich schreien hören.«
Ich kann mich nicht mehr zurückhalten, schreie vor Lust und lasse mich völlig fallen.
»Braves Mädchen«, lobt er und drückt meinen Hintern, während er drängend in mich stößt. »Du bist so ein fucking braves Mädchen.«
»Ja«, wimmere ich, als er seine Maske in meine Nackenbeuge drückt, seinen Winkel verändert und tiefer in mich eindringt.
»Gott, ja!«
»Ich möchte, dass jeder in diesem Haus weiß, dass du mir gehörst.«
»Ja!«
»Sag es ihnen, Baby.«
»Ich gehöre dir«, stöhne ich atemlos und wiege meine Hüften im Takt seiner Stöße. »Ja!«
»Du gehörst mir. So eine gute kleine Schlampe. Hüpf auf Daddys Schwanz.«
Ich halte mich an seinen Schultern fest und reite auf seinem pulsierenden Schwanz, während ich den berauschenden Duft seines Parfüms einatme. Das verführerische Aroma umspült mich, meine Sinne sind geschärft und versetzen mich in einen Zustand purer Euphorie. Er zieht mich von der Wand weg und lässt mich auf seinem Schwanz auf- und abwippen.
»Fuck«, stöhnt er und drückt mich noch fester nach unten. »Genau so.«
»Ghost«, stöhne ich, kurz vor dem Höhepunkt.
»Komm für mich«, drängt er.
Mein Orgasmus durchfährt mich und erfasst mich völlig unvorbereitet. Die Intensität ist unvorstellbar. Ich bin bisher nur mit meinem Vibrator gekommen, aber Ghost trifft genau die richtigen Stellen.
Mein Rücken wölbt sich, die Lust verzehrt meinen Körper vom Kopf bis zu den Zehen. In diesem Moment ist nichts anderes wichtig. Während er sich langsam in mir bewegt, packt er mich fester und gewinnt die volle Kontrolle zurück.
Die reine Glückseligkeit nimmt überhand – erderschütternde Empfindungen, wie ich sie noch nie in meinem Leben gespürt habe.
So sollte es sich anfühlen.
»Fuck«, haucht er und findet selbst Erlösung.
Er lässt mich zurück auf den Rand des Waschtischs sinken und lehnt sich an mich. Ich lasse meine Fingerspitzen über die Kurve seiner Hüften gleiten und ziehe ihn näher zu mir heran, während sein Sperma an meinem Oberschenkel herunterläuft.
»So, kleine Quinn –« Er nimmt meinen Kiefer fest in die Hand und fährt mit seinem Daumen über meine Lippen. »So hast du es verdient, gefickt zu werden. Für immer.«
Musik dröhnt aus den Lautsprechern, Vibrationen durchströmen die sich bewegenden Körper. Die blinkenden Stroboskoplichter und der Rauch, der vom Boden aufsteigt, schaffen eine verführerische Atmosphäre. Das Wohnzimmer ist der am stärksten besuchte Bereich der Party. Schwarze und orangefarbene Luftballons nehmen die Decke ein und eine riesige, hängende Spinnendekoration ist über unseren Köpfen drapiert.
Die Energie und die Atmosphäre sind intensiv, jeder scheint die Zeit seines Lebens zu haben. Und ich lebe endlich einmal und habe die beste Zeit meines Lebens.
Ich war noch nie jemand, der sich gehen lässt. Ich habe mein Leben immer in einer Blase gelebt und mich von allen distanziert. Ich denke, man kann sagen, dass das schon immer meine Art war, Dinge zu bewältigen.
So habe ich gelernt, mich selbst zu schützen, denn niemand sonst hat das je getan. Doch heute Nacht lasse ich endlich los und gebe den unendlichen Möglichkeiten eine Chance.
Ich wiege meine Hüften und tanze im Takt, während ich den Songtext mitsinge. Ich strecke die Arme über den Kopf und bewege mich im Rhythmus, während mich die Halloween-Bowle und der Wackelpudding-Shot von vorhin langsam einholen.
Monster Mash beginnt zu spielen und die gesamte Menge spürt die Energie. Ich lasse meinen Blick durch den Raum schweifen und entdecke schließlich meine drei Beschützer, die an der Wand lehnen. Ihre Aufmerksamkeit ist auf mich gerichtet, und nur auf mich, während sie schweigend jede meiner Bewegungen beobachten.
Ich streiche mit den Händen über meinen Körper, beginne an meiner Brust und fahre langsam über meinen Bauch, meine Hüften und meine Oberschenkel nach unten. Verführerisch starre ich in ihre Richtung, ohne mich für irgendetwas anderes auf der Welt zu interessieren.
Jason und Michael lehnen mit dem Rücken an der Wand, die Arme vor der Brust verschränkt. Ghosts Haltung versteift sich, seine Arme sinken an seine Seiten, während sich seine Hände zu Fäusten ballen.
Das Ganze verwirrt mich, bis ich ein leichtes Tippen auf meiner Schulter spüre.
Als ich mich umdrehe, erblicke ich einen Typen in einer schwarzen Hose und einem weißen T-Shirt, das mit Kunstblut beschmiert ist.
Er lächelt und tanzt näher an mich heran. »Ich liebe dein Kostüm«, ruft er über die Musik hinweg.
»Danke«, antworte ich und wiege meine Hüften im Takt. »Ich habe allerdings keine Ahnung, was ich sein soll …«
Unerwartet packt er mich an der Taille und zieht mich dicht an sich heran. »Du bist verdammt heiß.«
»Danke«, antworte ich unbehaglich und weiche zurück.
Er packt mein Handgelenk, zieht mich zu sich zurück und hält mich fest. »Wo willst du hin?«
»Du tust mir weh«, stottere ich.
Ghost erscheint und tritt zwischen uns. »Nimm deine verdammten Hände von ihr.«
»Oder was?«
Er hebt sein Messer und lässt es zwischen seinen Fingern kreisen. »Oder ich nehme dich aus wie einen Fisch«, sagt er kalt.
Mein Herz sinkt sofort.
»Ghost«, versuche ich zu sagen, aber meine Stimme hat fast keinen Ton.
Schließlich lässt der Kerl mich los, nur um ganz nah an Ghost heranzutreten. »Lass sie entscheiden, wen sie will«, schnauzt er. »Sie ist nicht deine Schlampe.«
Ohne Vorwarnung stößt Ghost ihn so hart weg, dass er nach hinten fliegt. In dem Moment, in dem er mit dem Rücken gegen die Wand prallt, hebt er besiegt die Hände über den Kopf.
Aber es ist bereits zu spät.
Ghost packt sein Handgelenk und pinnt seinen Arm an die Wand. Ich brauche einen Moment, um zu begreifen, was gerade passiert ist, bevor ich in die Realität zurückkehre. Da steckt ein Messer in seiner Handfläche. Die Klinge hat sich durch sein Fleisch hindurchgebohrt und pinnt ihn fest, während Blut aus der Wunde an seinem Arm herunterläuft.
In meinen Ohren dröhnt ein hoher Ton. Meine Augen treten vor lauter Unglauben fast aus den Höhlen hervor. Und dann verschwindet der Ton und sein Schrei ertönt.
Ein Schrei vor Schmerz und Angst.
Mein Magen dreht sich. Adrenalin pumpt durch mich hindurch.
Ghost schreit zurück und verhöhnt ihn. »Wenn du jemals wieder deine dreckigen Hände auf etwas legst, was mir gehört, werde ich dich jagen und töten. Und zwar langsam.«
Er dreht das Messer, Blut spritzt aus der Einstichstelle und ein markerschütterndes Brüllen ertönt. Alle im Raum schreien, ducken sich und weichen zurück, als Ghost das Messer aus seinem Fleisch reißt.
Der Typ sinkt auf die Knie und presst seine verletzte Hand gegen seine Brust, während er sich vor Schmerz krümmt. Jetzt ist sein weißes T-Shirt mit echtem Blut befleckt.
Wie festlich.
Ghost und Jason schreiten voran, als wir uns auf den Weg zur Hintertür machen, während Michael neben mir geht und gelegentlich zu mir herunterschaut, um sich zu vergewissern, dass es mir gut geht. Alle Augen sind auf uns gerichtet, als wir die Party verlassen. Wir lassen uns Zeit, durch den Hinterhof zu gehen, vorbei an allen, die sich draußen versammelt haben.
Michael zieht sein Handy heraus und schaltet die Taschenlampe ein, sobald wir den Wald betreten. Es dauert zehn Minuten, bis wir endlich die Hauptstraße erreichen, und mir wird klar, dass wir uns in der Nähe der Innenstadt von Salem befinden.
In der Mitte der Straße wimmelt es in allen Richtungen von kostümierten Menschen und die Straßen sind mit Polizeifahrzeugen, Barrieren und orangefarbenen Kegeln abgesperrt. Nachdem wir um eine Ecke gebogen und eine Seitenstraße entlanggelaufen sind, habe ich Blasen an den Fersen und schmerzende Füße.
Ich verlangsame meine Schritte und versuche mich von dem Schmerz abzulenken, aber es ist zwecklos. Ich knie mich hin, löse die Schnallen meiner High Heels und ziehe sie aus, wobei ich mich an Michaels Arm festhalte, um das Gleichgewicht zu halten.
»Alles klar?«, fragt Jason.
Leicht nickend nehme ich meine Heels in die Hand und folge ihnen weiter. »Alles gut«, sage ich, während die scharfen Steine des Betons in meine Fußsohlen stechen. Ich zucke zusammen.
»Gib sie mir«, sagt Jason und nimmt mir meine Heels ab.
Ghost stellt sich vor mich und versperrt mir den Weg, weswegen ich anhalte. Bevor ich begreife, was er vorhat, hebt er mich hoch und in seine Arme, als würde ich nichts wiegen.
»Du brauchst mich nicht zu tragen«, stoße ich verblüfft hervor. »Ich kann laufen. Wirklich.«
»Ich will dich an mir haben«, haucht er.
»Die ganze Zeit beschützt du mich. Warum?«
»Ich durchschaue dich.«
Stirnrunzelnd schüttle ich den Kopf. »Was soll das bedeuten?«
»Das ist alles, was du dir jemals gewünscht hast. Beschützt zu werden. Sicher zu sein«, sagt er scharf, während er durch den Vorgarten eines Hauses geht. »Wir werden dich beschützen, kleine Quinn.«
Mein Herz hämmert und mein Magen flattert. Schmetterlinge. »So verrückt das auch ist, das war wirklich süß«, murmle ich.
Wir vier steigen die Treppe hinauf, überqueren die Veranda und bleiben vor der Eingangstür stehen.
»Ich bin nicht zu deiner Rettung gekommen, weil ich dein Ritter in glänzender Rüstung bin.« Er stellt mich wieder auf meine Füße, bevor er mein Gesicht zwischen seine behandschuhten Hände nimmt. »Ich bin der Bösewicht und ich will dich ganz für mich allein.«
Die Haustür öffnet sich knarrend und Dunkelheit empfängt uns.
Mein Herzschlag beschleunigt sich und trommelt wie wild. Eine Gänsehaut entsteht auf meinem Körper.
Er lässt die Arme an seine Seiten fallen und tritt zurück. Jason und Michael betreten das Haus, werden von der Dunkelheit verschluckt und lassen die Tür hinter sich weit offen.
Ghost zieht langsam die Kapuze seines Kostüms herunter, greift an den Saum seiner Maske und zieht sie sich vom Kopf. Und endlich, nach der ganzen Nacht, ist er unmaskiert.
Das schummrige Verandalicht ist hell genug, um seine auffallend blauen Augen zu betonen, die von dichten dunklen Wimpern umrahmt sind und sein zerzaustes schwarzes Haar hervorheben. Er befeuchtet seine prallen Lippen mit der Zungenspitze, bevor sie sich zu einem verschlagenen Grinsen verziehen. Sein scharfer, gemeißelter Kiefer spannt sich an, während mein Blick hinunter zu den Tattoos wandert, die seinen Hals bedecken. Ghost sieht besser aus, als ich es mir je hätte erträumen können, was das Ganze hier nur noch schwieriger zu machen scheint.
Er kommt mir so bekannt vor, und doch kann ich ihn nicht einordnen.
Ich schlucke schwer und blinzle ängstlich zu ihm hoch. »Ich habe dich schon einmal gesehen.«
Sein Gesichtsausdruck verhärtet sich. »Hast du das?«
»Ja.«
Er neigt seinen Kopf und grinst sadistisch. »Bist du sicher?«
»Ich hätte nicht gedacht, dass du jemals deine Maske abnehmen würdest.«
»Das hatte ich auch nicht vor«, gesteht er und lässt seinen Blick zu meinen Lippen wandern. »Aber wie hätte ich dann das tun sollen?«
Innerhalb von Sekunden zieht er mich näher zu sich heran und presst seinen Mund auf meinen. Er küsst mich hart und drückt mich aggressiv an sich. Mein Körper schmilzt gegen seinen, Funken fliegen. Seine Zungenspitze fährt über den Rand meiner Lippen und bittet um Einlass, den ich ihr begierig gewähre.
Unsere Zungen berühren sich ungeduldig, er übernimmt die komplette Kontrolle und drückt mich rückwärts gegen die Wand neben der Eingangstür. Mit seinen Händen streicht er über jede Kurve meines Körpers. Als er in meinen Mund stöhnt, beschleunigt sich mein Atem und die frische Herbstluft jagt mir einen Schauer über den Rücken.
Ghost streichelt meine nackten Arme, wärmt mich durch die Reibung seiner Handschuhe. Er lehnt sich an mich und nimmt meine Unterlippe zwischen seine Zähne. Ich stöhne befriedigt auf und schlinge meine Arme um seinen Hals. Ich atme seinen berauschenden Duft ein und spüre ein Pochen zwischen meinen Beinen, als er sich herunterbeugt und mich mühelos hochhebt.
»Fuck«, haucht er und presst seine nun rauen, roten Lippen wieder auf meine.
Ich fahre mit den Fingern durch sein glattes Haar, schmelze an ihm und drücke meine Mitte gegen die große Beule in seiner Hose. Ich bin noch nie in meinem Leben so geküsst worden.
Er zieht seinen Kopf zurück, legt seine Stirn an meine und starrt mir direkt in die Seele. »Ich habe vor, dich sowohl heftig als auch leidenschaftlich zu ficken, die ganze Nacht lang«, warnt er kalt und mit zusammengekniffenen Augen. »Ich gebe dir zehn Sekunden, um zu gehen.«
»Was?«, flüstere ich fast.
Er stellt mich wieder auf meine nackten Füße und zieht sich zurück, wobei sich sein Auftreten drastisch verändert. »Wenn du nicht in zehn Sekunden verschwunden bist, dann ist deine Entscheidung gefallen.«
»Die Nacht ist noch nicht vorbei.«
»Zehn«, beginnt er.
»Wir hatten einen Deal.«
»Neun.«
»Ich habe dich gebeten, meine dunkelsten Fantasien zum Leben zu erwecken.«
»Acht.«
»Ich will das hier«, gebe ich zu, mehr mir selbst als ihm gegenüber.
»Sieben.«
»Ich will dich.«
»Sechs.« Er atmet scharf aus. »Fünf. Vier.«
»Ich ändere meine Meinung nicht«, sage ich mutig.
»Drei …«
»Zwei«, spotte ich.
Plötzlich wird er still. Er lässt mir einen letzten Moment Zeit, meine Meinung zu ändern. Zu fliehen. Ich rühre mich keinen Millimeter.
Und seine Augen verengen sich. »Eins.«
Die verführerische, langsame Melodie, die ich gerade ausgewählt habe, ertönt aus dem Bluetooth-Lautsprecher im Wohnzimmer ihres Apartments. Ghost reicht mir ein Glas mit der von mir gewünschten Mischung aus Energydrink und Wodka, während Jason sich neben mich auf die schwarze Ledercouch setzt.
Die sexuelle Spannung könnte nicht größer sein.
Er greift hinter seine Schulter und zieht sich das Gewand seines Kostüms über den Kopf, sodass er nur noch ein schwarzes Tanktop und eine Hose trägt.
Mir bleibt der Mund offen stehen, als ich den Anblick seiner stark tätowierten und definierten Arme, Schultern und seines Nackens genieße – alles voller Venen und Muskeln.
Jason schnappt sich die Whiskeyflasche von Michael, der sich kurz darauf aus dem Zimmer verabschiedet, und schenkt sich ein Glas ein. Er hebt seine Maske leicht an, sodass die untere Hälfte seines Gesichts zum Vorschein kommt. Volle, rosafarbene Lippen pressen sich gegen das Glas, während er den starken Alkohol mit einem Schluck hinunterkippt.
Ghost setzt sich neben mich und schließt mich zwischen den beiden ein. »Was kommt als Nächstes, kleine Quinn?«, fragt er mit einem schiefen Grinsen. »Was für dunkle Fantasien hast du?«
Ich nehme einen Schluck von meinem Getränk und bewege mich unruhig auf meinem Sitz. »Ich bin mir nicht sicher«, antworte ich.
»Hab keine Angst«, säuselt er und umfasst mein Bein direkt über dem Knie. Seine Hand ist riesig im Vergleich zu meinem Oberschenkel. »Heute Nacht werden wir dir alles geben, wonach du dich sehnst, und noch mehr.«
»Wir«, echoe ich unsicher.
»Wenn es das ist, was du willst«, beginnt er und streicht mit seinen Fingern sinnlich über meine Oberschenkelinnenseite, »dann bekommst du das auch.«
»Ich habe immer nur darüber gelesen«, gebe ich verlegen zu. »Es war immer nur eine Fantasie.«
»Du hast mich gebeten, sie zum Leben zu erwecken«, drängt Ghost. »Nimmst du das zurück?«
»Nein«, stoße ich hervor. »Ich habe dir gesagt, dass ich das will.«
Jason nimmt mir das Glas aus der Hand, erschreckt mich damit ein wenig und stellt es auf den Tisch. Als er sich wieder mir zuwendet, lehnt er sich gegen die Rückenlehne der Couch und legt seine Hand auf mein anderes Bein.
Ghost packt mich an der Kehle, und als ich meinen Kopf unterwürfig zurückneige, lächelt er verschmitzt.
Diese perlweißen Zähne machen mich schwach. Er zieht mich näher zu sich heran und presst seine Lippen auf meinen Hals, während ich meine Augen schließe und die Erotik dieses Augenblicks in mich aufnehme.
Beide Männer streicheln meine Beine auf und ab. Elektrizität liegt in der Luft und ich fühle mich nicht nur zu Ghost, sondern auch zu Jason hingezogen.
Seine Lippen sind weich und warm und auf meiner Haut bildet sich eine Gänsehaut. Er leckt, saugt und beißt sich seinen Weg hinunter zu meinem Schlüsselbein. Ich wölbe ihm meinen Rücken entgegen und Nässe sammelt sich zwischen meinen Schenkeln. Ich bin klatschnass für sie.
Ich lege meine Hand auf die von Jason und führe sie zwischen meine Beine, wobei ich an den Knöpfen meines Bodys innehalte. Sein Stöhnen ist tief und verursacht ein Kribbeln in meinem Körper. Mein Mund steht vor Ekstase offen, als ich mich den unglaublichen Empfindungen von Ghosts Lippen hingebe, die meinen Hals hinaufwandern, während sein warmer Atem über die zarte Haut unter meinem Ohr streicht.
Jason kniet sich direkt vor mir auf den Boden, spreizt meine Beine und zieht mich an den Rand der Couch. Er schiebt seine Maske auf seinen Kopf hoch, vergräbt sein Gesicht zwischen meinen Schenkeln und nimmt mich in den Mund.
Ich stoße ein leises Stöhnen aus und bin allein schon wegen der Vorfreude so kurz davor, zu kommen. Ghost hält meine Kehle umfasst und verfestigt seinen Griff, während Jason mit seiner Zunge in einer perfekten Bewegung und einem perfekten Rhythmus über meine Klit streicht.
Er stößt einen Finger in mich hinein, macht seine Zunge flach und wirbelt sie in präzisen Kreisen herum, sodass alle meine Nervenenden auf Hochtouren laufen. Meine Innenwände spannen sich an, verkrampfen sich um ihn, bevor er einen weiteren hinzufügt und mich mit langen, glitschigen Fingern wild fickt.
»Ich beneide ihn«, haucht Ghost neben meinem Ohr und übt mehr Druck auf meine Kehle aus, sodass ich kaum noch atmen kann. »Diese süße kleine Pussy ist mein Lieblingsessen.«
Mein Höhepunkt holt mich ohne Vorwarnung ein. Jason saugt an meiner Klit und streift mit seinen Zähnen leicht mein empfindliches Fleisch. Ich greife nach seinem Hinterkopf und ziehe ihn näher zu mir heran, um mich an seinem Gesicht zu reiben. Er zieht seine Finger aus meiner Nässe zurück und schlingt seine Arme unter meinen Beinen hindurch, um meine Oberschenkel zu umklammern.
Er zieht mich näher, verschlingt mich und lässt mich so intensiv kommen, dass es fast schmerzhaft ist.
Laut stöhnend winde ich mich gegen seinen Mund, wiege meine Hüften und wölbe meinen Rücken noch stärker. Mit jeder Sekunde, die vergeht, stoße ich mehr hilflose, kleine Schreie der überwältigenden Lust aus.
»Fuck«, stöhnt Jason und zieht sich seine dicke Jacke aus.
Er greift nach unten und hebt mich wie eine Braut in seine Arme. Ich schlinge meine Arme um seinen Hals und endlich kann ich sein Gesicht sehen. Mein Herz hämmert sofort schneller, als ich sehe, wie umwerfend schön er ist. Dunkelbraunes Haar und haselnussbraune Augen, mit solch maskulinen Gesichtszügen.
Wie habe ich so viel Glück heute Abend verdient?
Er stößt mit der Schulter eine Tür auf und bringt uns in ein Zimmer, in dem er mich mit dem Rücken aufs Bett legt. Dann greift er hinter sich und zieht sich das Shirt über den Kopf, sodass große Tätowierungen auf seinen Armen, seiner Brust und seinen Rippen zum Vorschein kommen. Er krabbelt über mich, seine durchtrainierte Brust drückt gegen meine. Und er starrt auf meinen Mund. »Willst du dich selbst schmecken?«
»Ja«, flüstere ich.
