Osteopathie für Pferde - Barbara Langen - E-Book

Osteopathie für Pferde E-Book

Barbara Langen

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Beschreibung

Heilen mit Fingerspitzengefühl: Ungeklärte Lahmheiten, Leistungstiefs, einseitige Schiefe, Unrittigkeit häufige Symptome, die Pferden und Reitern das Leben schwer machen. Hier bietet die Osteopathie wirksame Hilfe. Dieses Buch liefert praktisches Handwerkszeug für die osteopathische Diagnostik und Behandlung. Vertrauen Sie auf die langjährige Erfahrung der Autorinnen: -Präzise Anleitungen der Untersuchungstechniken -Ausgewähltes Bildmaterial -Leicht verständliche Darstellung von Anatomie, Neurologie und Biomechanik des Pferdes Neu in der 3. Auflage: Der besondere Einfluss des Sattels Sicher macht der Pferdeosteotherapeut aus einem "schlechten" Pferd kein "gutes". Aber er kann - bei richtiger Diagnosestellung - ein gutes Pferd mit schwacher Leistung zu seiner gewohnten Hochleistung zurück führen. Empfohlen vom Deutschen Institut für Pferdeosteopathie (DIPO).

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

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Seitenzahl: 290

Veröffentlichungsjahr: 2013

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Barbara Langen, Beatrix Schulte Wien

Osteopathie für Pferde

Grundlagen und Praxis

3., aktualisierte und erweiterte Auflage

141 Abbildungen

Geleitwort zur 1. Auflage

Mit der ab 2003 eingeführten Zusatzbezeichnung „Pferdeosteotherapeut“ hat die Tierärztekammer Westfalen-Lippe als Erste in Deutschland diese Weiterbildung offiziell anerkannt. Damit ist die Pferdeosteopathie in den Kreis der alternativen oder komplementären Behandlungsmethoden aufgenommen worden.

Diese ursprünglich amerikanische und später auch in England praktizierte Behandlungsmethode wurde durch den Franzosen Dominique Giniaux auf dem europäischen Kontinent eingeführt. Mit der Gründung und dem Betrieb des Deutschen Instituts für Pferde-Osteopathie (DIPO) als Weiterbildungsstätte hat Frau Beatrix Schulte Wien einen mutigen und erfolgreichen Schritt unternommen.

Es sind unterdessen auch nur 3 Jahre vergangen, seit Frau Schulte Wien ihr erstes Buch über „Osteopathie – Bewegungsblockaden vorbeugen, erkennen und beheben“ herausgegeben hat und von dem bereits die 2. Auflage vorliegt. Es war das Ziel jenes Buches, ein breiteres Publikum über die Grundlagen der Osteopathie zu informieren und die damit zusammenhängenden Einflüsse von Sattelproblemen, Zahnstatus und Hufbeschlag aufzuzeigen.

Den beiden Autorinnen ist es in dem vorliegenden Buch gelungen, gewissermaßen ein Lehrmittel für die Ausbildung des Pferdeosteotherapeuten zu schaffen. Als Vorbildung wird ein abgeschlossenes Arzt- bzw. Tierarztstudium oder eine physiotherapeutische Ausbildung verlangt.

Die Tierärztin Dr. Barbara Langen hat in diesem Buch die anatomischen und physiologischen Grundlagen dargestellt. Dazu hat sie die Inhalte der einschlägigen anatomischen Lehrbücher zusammengefasst und ist dabei auf die wesentlichen Strukturen zur osteopathischen Behandlung von Pferden eingegangen.

Für die Praxis des Pferdeosteotherapeuten wird von den beiden Autorinnen mit dem näher beschriebenen Untersuchungsgang und den dazu gehörenden Tests eine sehr präzise Anleitung zum systematischen Erfassen der verschiedenen Strukturen gegeben, worauf er seinen Therapieplan aufbauen kann. Sehr hilfreich sind dabei auch die in der Beschreibung des Untersuchungsgangs integrierten Behandlungstipps. Am Schluss wird noch kurz auf die kraniosakrale Therapie eingegangen und 2 Techniken beschrieben, bei denen sich Pferde sehr gut entspannen.

Ich wünsche jedem Leser, der sich für die Ausübung der Pferdeosteopathie interessiert, dass er durch das Studium dieses Buches mehr und mehr Sicherheit in der Interpretation seiner Befunde bekommt und dass er dadurch befähigt wird, mit korrekten Handgriffen dem Pferd zu helfen, um seinen physiologischen Zustand zurückzugewinnen, worauf es sich in der Folge wieder schmerzfrei bewegen kann, streng nach dem Leitsatz von Aristoteles „Bewegen ist Leben“.

Prof. Björn von Salis

Vorwort zur 3. Auflage

Vor 16 Jahren startete die Ausbildung zum Pferdeosteotherapeuten für Tierärzte, Ärzte und Physiotherapeuten im Deutschen Institut für Pferdeosteopathie (DIPO). Bis heute haben weit über 600 Teilnehmer die Prüfung zum Pferdeosteotherapeuten abgeschlossen. Das Buch „Osteopathie für Pferde“ ist dabei als Lehrbuch fester Bestandteil, auch in den Weiterbildungen „Manuelle Therapie“ und „Pferdephysiotherapie“, geworden.

Dass sich die Pferdeosteopathie mit ihren medizinischen Handgrifftechniken nicht als Alleinstellungswerk im Gesundheitsmanagement des Pferdes und in der Pferderehabilitation sieht, sondern sich als Teil des Netzwerks der Gesamtbetreuung, also auch des Trainings, versteht, haben wir seit den Pionierjahren 1996/97 immer wieder deutlich gemacht und daran hat sich bis heute nichts geändert.

Es sind aber Probleme hinzugekommen, auf die wir reagieren müssen und die in dieser Auflage zumindest in ihren Grundzügen ausführlicher dargestellt werden. Zum einen sind es die Hufe und ihre Mechanik und zum anderen die Sättel.

„No hoof, no horse“ – dieser Ausspruch ist heute noch so wahr wie am ersten Tag. Ist ein Pferd schlecht beschlagen, sind die Barhufe fehlerhaft bearbeitet und/oder hat das Pferd Schmerzen an den „Füßen“ durch Fehlbelastungen, die ihrerseits wieder durch Beschlags- und Bearbeitungsmängel entstanden sind, kann ohne Korrekturen der Hufe kein Osteotherapeut mit seinen Behandlungen nachhaltig helfen. Dem Hufbeschlagsschmied Jürgen Jäger danke ich deshalb an dieser Stelle besonders, dass er seine Unterlagen zur Verfügung gestellt und viele Pferdeosteo- und -physiotherapeuten für die richtige Hufbearbeitung sensibilisiert hat. Seine Analysen zum Thema „Hufdeformitäten“ durch fehlerhafte Sättel und fehlerhafte Einwirkungen durch den Reiter nehmen im Kontext dieses Buches einen hohen Stellenwert ein.

Das zweite große Thema, von dem Pferdeosteo- und -physiotherapeuten heute neben ihrer eigentlichen Tätigkeit Kenntnis haben müssen, ist das Wissen vom Bau und der Funktion des Sattels. „Alles wird auf meinem Rücken ausgetragen“, würde sich so manches Pferd zu Recht beklagen, denn es existiert kein Beruf, in dem das Anpassen des Sattels gelehrt wird. Der Ausbildungsberuf des Sattlers ist ein Handwerksberuf, in dem Anatomie und biomechanische Einwirkungen nicht gelehrt werden. Bedauerlicherweise sind auch die großen und renommierten Sattelfirmen noch sehr zurückhaltend, was das Networking mit Pferdeosteo- und -physiotherapeuten betrifft, und so sind Sattelkunde und Sattelberatung Themen, die aus der Arbeit der Pferdetherapeuten nicht mehr wegzudenken sind. Deshalb ist in der nun vorliegenden Ausgabe das Kapitel 10 – Der Einfluss des Sattels auf Reiter und Pferd – neu aufgenommen worden und ich hoffe sehr, dass diese Grundlagen dazu beitragen, das Wissen um die Auswirkungen des Sattels auf Pferd und Reiter sowohl im Breiten- wie im Leistungssport zu vermitteln, denn dieses Feld ist auf nahezu allen Ebenen unbearbeitet.

Als dritte wesentliche Veränderung wurde die Darstellung der Faszien- und Mobilisierungstechniken (Kapitel 8) erweitert. Sie können nach der Anleitung durch den Therapeuten vom Pferdebesitzer oder Reiter selbst durchgeführt werden. Die Stabilisierung des Behandlungserfolgs hängt häufig von der Nachbehandlung ab. Denn ein blockiertes Gelenk ist in der Regel viel schneller zu mobilisieren, als dass verkürzte und verspannte Muskeln, Bindegewebe, Faszien usw. in die physiologischen Bewegungsmuster reintegriert werden können. Bei der fachgerechten Anleitung kann der Pferdebesitzer oder Reiter zum wichtigen „Co-Therapeuten“ werden, dessen Wahrnehmung für die Probleme seines Pferdes durch das eigene Hand-Anlegen und Fühlen sensibilisiert wird. Auch hier ist das Wissen und die praktische Anleitung durch den Pferdeosteo- und -physiotherapeuten unerlässlich. Es gibt also viel zu bewegen oder wie Aristoteles sagte: „Alles Leben ist Bewegung.“

Abschließend möchte ich recht herzlich Frau Sabine Dick, Dr. Bernd Dickreiter, Frau Irina Keller, Dr. Ulrich Warnke und Frau Jutta Wilbricht für Ihre Mithilfe bei der Entstehung dieses Buches danken.

Dülmen, Sommer 2013 Beatrix Schulte Wien

Vorwort zur 1. Auflage

Nachdem die Weiterbildung zum Pferdeosteotherapeuten in Deutschland in das achte Jahr geht, halten wir es für sinnvoll, ein erstes Lehrbuch vorzulegen.

Es beschäftigt sich mit den Grundlagen der Pferdeosteopathie und den Untersuchungsgriffen. Behandlungs- und Manipulationstechniken werden ganz bewusst nicht vorgestellt, weil für ihre Durchführung Übung und Erfahrung unerlässlich sind und sie unserer Meinung nach nur unter fachgerechter Anleitung gelernt werden können.

Um sich zu reifen Pferdeosteotherapeuten zu entwickeln, benötigt man Monate bzw. Jahre. Auch die innere Haltung, Demut vor der Schöpfung Pferd, gemäß dem Wort Goethes: „Wenn ihr's nicht erfühlt, ihr werdet's nicht erjagen“, zeichnet einen guten Pferdeosteotherapeuten aus. Die Grundlage der Osteopathie ist, neben den genauen anatomischen Kenntnissen, die gute Palpationsfähigkeit mit der Hand.

Sie ist durch ein Fernstudium nicht zu vermitteln. Deshalb müssen wir auch immer wieder denjenigen eine Absage erteilen, die nach Fernunterricht fragen. Es ist aber unser Bestreben, dass sich die Pferdeosteotherapie weiter verbreitet und das auf hohem Niveau.

Uns wird täglich bewusst, wie notwendig die Behandlung Osteopathie für Pferde ist, denn durch die heutige Art der Pferdehaltung, verbunden mit Bewegungsmangel und einseitigem, Pferde ungerechtem Training, falscher Ausrüstung, gepaart mit Unwissen, ist das „Leiden, das von den Pferdeknochen kommt“ – im wahrsten Sinne also „Pferdeosteopathie“ – groß.

Mit diesem Buch möchten wir, neben der Unterstützung für diejenigen, die sich in der Weiterbildung zum Pferdeosteotherapeuten befinden, auch all diejenigen ansprechen, die sich mit Pferdetherapie beschäftigen (wollen), um über mehr Information auch zu mehr Qualifikation zu gelangen.

Unseren Dank möchten wir an dieser Stelle all denjenigen aussprechen, die uns bei der Erstellung des Buches unterstützt haben. Allen voran Cäcilie Fromme, die das Manuskript bearbeitet, Tabellen und Fotounterschriften usw. geordnet und übertragen hat. Ebenfalls danken möchten wir Gudrun Potthink, die geduldig alle Untersuchungsgänge durchgeführt hat, bis die Fotos für das Buch tauglich waren und die sich mit Kirsten Hartbecke intensiv der Korrektur angenommen hat, ebenso Stefan Stammer, der sich besonders den biomechanischen Abbildungen des Buches widmete und Christa Scheipers, der Bereiterin des DIPO, die sämtliche Zeichnungen des Buches erstellte.

Besonders bedanken möchten wir uns beim Sonntag Verlag, namentlich Herrn Lückenhaus, der uns die Anregung zu diesem Buch gegeben hat.

Dresden, Dülmen im Herbst 2003

Dr. med. vet. Barbara Langen

Beatrix Schulte Wien

Inhaltsverzeichnis

Geleitwort zur 1. Auflage

Vorwort zur 3. Auflage

Vorwort zur 1. Auflage

Teil I Grundlagen

1 Geschichte und Entwicklung der Osteopathie

2 Grundlagen der Osteopathie

2.1 Osteopathisches Prinzip

2.2 Osteopathische Läsion

2.3 Instrumentarium eines Osteotherapeuten

3 Grundlagen der Biomechanik

3.1 Einführung

3.2 Richtungsbeschreibungen

3.3 Ebenen

3.4 Achsen

3.5 Arthrokinematik (Gelenkbeweglichkeit)

4 Anatomische und physiologische Grundlagen

4.1 Einführung

4.2 Rumpf

4.2.1 Brusthöhle

4.2.2 Zwerchfell und Atmung

4.2.3 Bauchhöhle

4.2.4 Vegetatives Nervensystem

4.3 Körperfaszien

4.4 Spinalnerven und ihre Innervationsgebiete

4.4.1 Plexus brachialis

4.4.2 Plexus lumbosacralis

4.5 Kopf

4.5.1 Die 12 Gehirnnerven

4.5.2 Schädelknochen

4.5.3 Gehirnhäute und Liquorraum

4.5.4 Genick

4.5.5 Zähne

4.6 Gleichgewichtssystem und Propriozeption

4.6.1 Gleichgewichtssystem

4.6.2 Propriozeption (Tiefensensibilität)

4.7 Vom Schmerz bis zur Entstehung einer Blockade

4.8 Gelenke

4.8.1 Gelenkformen

4.9 Bau und Funktion der Skelettmuskulatur

4.9.1 Muskelaufbau

4.9.2 Molekulare Mechanismen einer Muskelkontraktion (Filamentgleittheorie)

4.9.3 Muskelfasertypen

4.9.4 Motorische Einheit

4.10 Skelettmuskulatur

4.10.1 Muskelgruppen

4.10.2 Passive Stehvorrichtung

4.11 Ausbildungsskala als systematisches Muskelaufbautraining

Teil II Untersuchung

5 Der Untersuchungsgang

5.1 Einführung

5.2 Anamnese

5.3 Adspektion

5.3.1 Adspektion am stehenden Pferd

5.3.2 Adspektion des Pferdes in Bewegung

5.4 Kontaktaufnahme mit dem Pferd

5.4.1 Entspannung

5.4.2 Weicher Untergrund

5.4.3 Vertrauen

5.5 Palpation

5.6 Kontraindikationen

6 Die Tests

6.1 Einführung

6.2 Schulterblatt

6.2.1 Untersuchung des Schulterblatts

6.3 Bug- oder Schultergelenk

6.3.1 Untersuchung des Buggelenks

6.4 Ellbogengelenk

6.4.1 Untersuchung des Ellbogengelenks

6.5 Karpalgelenk

6.5.1 Untersuchung des Karpalgelenks

6.6 Zehengelenke

6.6.1 Untersuchung der Zehengelenke

6.7 Hüftgelenk

6.7.1 Untersuchung des Hüftgelenks

6.8 Knie

6.8.1 Untersuchung des Kniescheibengelenks

6.9 Sprunggelenk

6.9.1 Untersuchung des Sprunggelenks

6.10 Kiefergelenk

6.11 Kreuzdarmbeingelenk

6.11.1 Obere transversale Achse

6.11.2 Mittlere transversale Achse

6.11.3 Untere transversale Achse

6.11.4 Linke schräge Achse

6.11.5 Rechte schräge Achse

6.11.6 Untersuchung des Darmbeins

6.11.7 Untersuchung des Kreuzbeins

6.12 Wirbelsäule

6.12.1 Bewegungen der Wirbel

6.12.2 Halswirbelsäule

6.12.3 Brustwirbelsäule

6.12.4 Lendenwirbelsäule

6.13 Rippen und Zwerchfell

6.13.1 Untersuchung der Rippen

6.13.2 Untersuchung des Zwerchfells

Teil III Therapie und Belastungssituationen

7 Die osteopathische Therapie

7.1 Einführung

7.2 Kraniosakrale Therapie

8 Faszien- und Mobilisierungstechniken – Nachbehandlung durch den Reiter

8.1 Einführung

8.2 Mobilisierung der Muskulatur

8.3 Mobilisierung der Gelenke

8.4 Mobilisierung der Kopf-Hals-Region

8.5 Entspannung

8.6 Physikalische Therapie

8.6.1 Grundlagen der Sanogenesestimulation

8.6.2 BionMed®

8.6.3 Gepulste Magnetfelddecken und -gamaschen

8.6.4 Biomechanische Stimulation

8.6.5 Zusammenfassung und Ausblick

8.7 Hilfsmittel zur Muskellockerung: Blue magic®

8.7.1 Anwendung

8.8 DIPO-Trainer

8.8.1 Funktionsweise

8.8.2 Wirkung auf die Biomechanik

8.9 Wiederaufnahme des Trainings

8.9.1 Der geeignete Sattel

8.10 Trainingsberatung durch den Pferdeosteotherapeuten

8.11 Fallbeispiele aus der Praxis

8.11.1 Sechsjährige Stute mit Kissing spines

8.11.2 Vielseitigkeitspferd mit Rückenproblemen

8.11.3 Unreitbarer Wallach

8.11.4 Quarterhorse-Wallach mit Kissing spine

9 Die besondere Belastung der Pferde im Sport

9.1 Einführung

9.2 Dressur

9.3 Springen

9.4 Vielseitigkeit

9.5 Voltigieren

9.6 Fahrpferde

9.7 Westernpferde

9.8 Gangpferde

9.9 Distanzpferde

10 Der Einfluss des Sattels auf Reiter und Pferd

10.1 Einführung

10.2 Der Sattel

10.3 Überprüfung des Sattels

10.3.1 Sattelbaum und Sitzprofil

10.3.2 Kopfeisenrichtung

10.3.3 Kopfeisenweite

10.3.4 Kissenfüllung

10.3.5 Kissenbeschaffenheit

10.3.6  Kissenabstand

10.3.7 Kissenwinkelung

10.3.8 Gewichtsverteilung des Sattels

10.3.9 Satteldecke, Schabracke

10.3.10 Sattelstrupfen und Gurtlage

Teil IV Anhang

Nützliche Adressen

Medizinisches Glossar

Literaturverzeichnis

Autorenvorstellung

Anschriften

Sachverzeichnis

Impressum

Teil I Grundlagen

1  Geschichte und Entwicklung der Osteopathie

2  Grundlagen der Osteopathie

3  Grundlagen der Biomechanik

4  Anatomische und physiologische Grundlagen

1 Geschichte und Entwicklung der Osteopathie

In der Veterinärmedizin stellt die Osteopathie eine noch recht junge Therapieform dar. Doch hat sie in der Humanmedizin bereits eine mehr als hundertjährige Tradition. Begründet wurde sie durch den US-amerikanischen Arzt Andrew Taylor Still (1828–1917).

Andrew Taylor Still wurde als Sohn eines Methodistenpfarrers in Virginia geboren. Seine stark glaubensorientierte Erziehung hatte maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung der Osteopathie. So betont Still immer wieder die von Gott gegebene, vollkommene Anatomie bzw. Struktur des Menschen, die für die einwandfreie Funktion des Organismus unentbehrlich ist. Die Natur „in ihrer von Gott geschaffenen Vollkommenheit“ war für ihn der beste Lehrmeister. Auch seine Schüler hielt er immer dazu an, sich nicht hinter den Büchern zu vergraben, sondern korrekte Strukturen und Bewegungsabläufe fühlen zu lernen.

Als Still 9 Jahre alt war, wurde sein Vater in eine kleine Stadt im Nordosten von Missouri versetzt. Hier übernahm er neben seiner seelsorgerischen Tätigkeit auch die medizinische Versorgung der Indianer im nahegelegenen Reservat. Schon bald begann Andrew, seinem Vater bei dieser Arbeit zu helfen und den Beruf des Arztes zu erlernen. Bereits damals legte er seinen Schwerpunkt auf die Anatomie. 1860 vervollständigte er seine Ausbildung zum Arzt an der Kansas School of Medicine and Surgery.

Mit 21 Jahren heiratete er seine erste Frau Niary M. Vaugh. Aus dieser Ehe gingen 3 Kinder hervor. Seinen Lebensunterhalt verdiente er zu der Zeit teils als Mediziner, teils aber auch als Farmer. Da er damals auch Landmaschinen reparierte, stammt aus dieser Periode wohl auch sein Vergleich zwischen Osteopathie und Mechanik. Eine Maschine kann nur einwandfrei arbeiten, wenn jede Schraube an ihrem Platz sitzt und sich jedes Zahnrad einwandfrei dreht. Repariert ein Mechaniker eine Maschine, ist er gezwungen, jedes einzelne Teil auf seine Funktion hin zu überprüfen und die Beweglichkeit der blockierten Teile wieder herzustellen. Genauso muss ein Osteopath jede kleinste anatomische Struktur eines Menschen genau erfassen können und auf ihre Funktion hin überprüfen, um die Ursache einer Erkrankung aufzuspüren und sie beheben zu können.

Nach dem frühen Tod seiner ersten Frau heiratete Still 1860 Mary E. Turner, die ihn bis an sein Lebensende begleitete.

Schaut man auf das Leben von Still, gibt es 2 maßgebliche Ereignisse, die ihn dazu bewegten, in der Medizin neue Wege zu gehen. Das eine ist der frühe Tod von dreien seiner Kinder, die 1864 während einer Meningitisepidemie umkamen, ohne dass er ihnen helfen konnte. Das andere Ereignis ist der amerikanische Bürgerkrieg. Als überzeugter Gegner der Sklaverei stand Still aufseiten der Unionstruppen und diente während des Krieges als Militärarzt. Angesichts der meist lebensgefährlich verletzten Soldaten wurde ihm bewusst, wie wenig die damalige Medizin eigentlich ausrichten konnte. Die Fortschritte in den Naturwissenschaften ermöglichten zwar eine bessere Diagnose der Krankheiten, doch waren die therapeutischen Möglichkeiten weiterhin gering. Es gab nur wenige Arzneimittel, wobei eines der wichtigsten immer noch der Whisky zur Betäubung von Schmerzen war. Vor allem die Whisky-Therapie machte Still als gläubigen Menschen zu einem Gegner von Arzneimitteln.

In den folgenden Jahren beschäftigte er sich intensiv mit der Entwicklung der neuen Heilmethode. Bei seinen Studien fand er immer deutlichere Anzeichen dafür, dass viele Krankheiten durch Bewegungsverluste bzw. Blockaden von Gelenken, Muskeln, aber auch Organen und anderen Geweben hervorgerufen werden und eine Korrektur dieser Bewegungsverluste zu einer Genesung führt. 1874 schuf er schließlich den Begriff der Osteopathie.

Definition

Der Begriff „Osteopathie“ setzt sich aus den griechischen Wörtern „os“ für Knochen und „pathos“ für Leiden zusammen, also „Knochenleiden“.

Zunächst wurde er für seine Ideen vehement angegriffen, sogar von seiner eigenen Familie. Doch gaben ihm seine therapeutischen Erfolge recht. 1892 gründete er die erste Schule für Osteopathie in Kirksville, Missouri. In den folgenden Jahren breitete sich die Osteopathie immer mehr in den Staaten aus. Dank Präsident Roosevelt, der sich selbst erfolgreich osteopathisch behandeln ließ, wurde sie nach dem 1. Weltkrieg in Amerika offiziell als Heilmethode anerkannt.

Nach Europa kam die Osteopathie mit einem Schüler von Still, dem Arzt John Martin Littlejohn. Er gründete 1917 die erste britische Osteopathie-Schule (British School of Osteopathy) in London.

Seit ihrer Entdeckung durch Andrew T. Still hat sich die Osteopathie parallel zu den wissenschaftlichen Fortschritten stetig weiter entwickelt. So beschrieb Garner Sutherland (1873–1954) zu Beginn des letzten Jahrhunderts als Erster das kraniosakrale System, das die Grundlage für die kraniosakrale Therapie darstellt. Ein Zweig der Osteopathie, der sich dem zentralen Nervensystem (ZNS) und der funktionellen Einheit von Schädel (Kranium) und Kreuzbein (Sakrum) widmet. Nennenswert ist auch Jean-Pierre Barral, der sich intensiv um die viszerale Osteopathie bemühte, die sich mit dem Lösen von Blockaden der inneren Organe befasst, und Viola Frymann, die sich mit neuromotorischen Problemen von Kindern beschäftigt.

Die Anwendung der Osteopathie in der Tiermedizin ist schließlich dem französischen Tierarzt Dominique Giniaux zu verdanken, der das humane osteopathische Prinzip auf die Pferde übertrug.

Nach Deutschland kam die Pferdeosteopathie durch die Zusammenarbeit von Pascal Evrard und Beatrix Schulte Wien, einer Physiotherapeutin und Human-Osteopathin. Sie gründeten 1997 auf dem Hof Thier zum Berge in Dülmen das erste Deutsche Institut für Pferde-Osteopathie (DIPO). Das Institut ist die erste anerkannte Ausbildungsstätte für Pferdeosteotherapeuten in Deutschland.

Während der Begriff „Osteopathie“ sprachlich korrekt das Leiden bezeichnet, das von den Knochen ausgeht, irritiert der Begriff „Osteopath“, weil man denken könnte, dass damit der Leidende gemeint ist, analog zur Bezeichnung „Psychopath“. Deshalb wird in diesem Buch – auch wenn es sich in der Osteopathie noch nicht durchgesetzt hat – der Begriff „Osteotherapeut“ verwendet.

2Grundlagen der Osteopathie

2.1Osteopathisches Prinzip

Das von A. T. Still begründete Behandlungskonzept der Osteopathie basiert darauf, dass nur ein Lebewesen, dessen Körperpartien im physiologischen Rahmen voll beweglich sind, seinen Organismus funktionsfähig und gesund erhalten kann. So können Bewegungseinschränkungen Kompensationsmechanismen in Gang setzen, die zu Fehlbelastungen bzw. Überlastungen anderer Bereiche oder zu Dysfunktionen der Mikrozirkulation führen, die das Gewebe schädigen.

Merke

Ein Osteotherapeut ist bestrebt, Bewegungseinschränkungen zu diagnostizieren und mithilfe manueller Techniken zu beseitigen, damit der Körper sein Gleichgewicht wiederfinden und die Dysfunktionen ausgleichen kann.

Dieses osteopathische Prinzip wurde in 4 Leitsätzen zusammengefasst, die den Kern des Behandlungskonzepts bilden:

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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