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An Ostern 1525 kam es bei Weingarten zu einem Treffen des Heeres des Schwäbischen Bundes und einem Bauernheer. Dieses Treffen ist einer der Wendepunkte der südwestdeutschen Geschichte.
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Seitenzahl: 37
Veröffentlichungsjahr: 2015
Der Schweizerkrieg
Die Württemberger Hochzeit
Von Hutten
Felix von Werdenberg
Kriegszug gegen Württemberg
Martin Luther
Das Wetter
,
Im Hegau
Baltringen
Jacob Murer
Im Tierpark von Pavia
Rappertsweiler
Dietrich Hurlewagen
Stefan Rahl
Ulm
Der Bauernjörg
Graf Wilhelm von Fürstenberg
Froben von Hutten
Das Bundesheer
Leipheim
Günzburg
Wolf Gremlich
Ein Flugblatt
Pfarrer Florian
Gründonnerstag
,
Karfreitag
Karsamstag
Hugo von Montfort
,
Ostersonntag
Ostermontag
Der Vertrag von Weingarten
Gremlichs Ende
Die folgenden Wochen
Was wurde aus…?
Was wäre wenn…?
Literatur
Am Ostermontag des Jahres 1525 kam es bei Weingarten zu einem historischen Treffen des Heeres des Schwäbischen Bundes unter seinem Hauptmann Georg von Waldburg und dem sich Seehaufen nennenden Bauernheer unter seinem Obrist Dietrich Hurlewagen. Dieses Treffen ist einer der Wendepunkte im deutschen Bauernkrieg, wenn nicht der gesamten südwestdeutschen Geschichte und soll im Folgenden detailliert beleuchtet werden.
Durch mehrere erfolgreiche Aufstände und Kriege hatte die Schweiz faktische Unabhängigkeit erreicht. Dabei hatten die Schweizer eine neue Art der Kriegsführung (wieder-)entdeckt: Mit langen Spießen bewaffnete Fußsoldaten konnten, wenn sie eine Formation einhielten, die damals traditionellen Lanzenreiter besiegen. Die Folge war das Aufkommen des Landsknechtswesen. Kriege wurden fortan mit Fußsoldaten geführt und weil die Schweizer dabei die meiste Erfahrung aufweisen konnten, waren Schweizer Söldner bald in ganz Europa begehrt. Doch auch in Schwaben fand das Schweizer Vorbild schnell Nachahmer. Für überzählige Bauernsöhne, die sich keine Hoffnung auf ein Erbe machen konnten, war das sogenannte „Reislaufen“ eine attraktive Betätigung. Sie zogen in die Kriegsgebiete Europas und folgten Söldnerführern, die für sie Verträge mit den kriegsführenden Parteien aushandelten.
Der 1488 auf einem Reichstag in Esslingen gegründete Schwäbische Bund war eine Vereinigung von Reichsstädten, Klöstern und Adelsherrschaften, dem unter anderem zukam, ein kaisertreues Gegengewicht zu den Schweizern zu bilden. Und nicht nur die Städte und Adelsherrschaften, sondern auch die schwäbischen Landsknechte, die sich bald überall anwerben ließen, traten in Konkurrenz zu den Schweizern. So stritten die Handelsstädte um die Warenströme und die Söldner um lukrative Aufträge. Es war an der Tagesordnung, sich als Kuhschweizer beziehungsweise Sauschwaben zu bezeichnen, was sich angeblich auf das jeweilige Paarungsverhalten bezog.
Aufgrund einiger Meinungsverschiedenheiten über Gerichtsrechte in der Ostschweiz kam es 1499 zu einem Krieg, der auf beiden Seiten fast patriotische Begeisterung hervor rief. Der noch jugendliche Georg von Waldburg schlich sich zusammen mit einem Freund heimlich aus der Klosterschule in Dillingen, die er damals besuchte, um an den Kampfhandlungen teilnehmen zu können, erreichte die Schlachtfelder aber zu spät.
Der Krieg verlief für die habsburgischschwäbische Seite wenig erfolgreich, so dass König Maximilian nach mehreren Schlachten, Kriegszügen und Plünderungen auf einen Friedensvertrag eingehen musste, der die faktische Souveränität der Eidgenossenschaft bestätigte. Noch heute wird dieser Krieg nördlich des Bodensees als Schweizerkrieg bezeichnet, während er in der Eidgenossenschaft Schwabenkrieg genannt wird.
Am 2. März 1511 fand im Stuttgarter Schloss eine bombastische Hochzeit statt: Vierzehn Tage lang feierten bis zu 7000 Gäste, Hochadelige aus dem gesamten Reich, und rund um das Schloss wurde die Bevölkerung kostenlos gespeist. Der noch junge Ulrich von Württemberg, Herzog erst in der zweiten Generation und Herrscher eines Landes, das bislang keineswegs als stabil galt, ehelichte Prinzessin Sabina von Bayern. Sabina war die Nichte Kaiser Maximilians und entstammte dem altehrwürdigen Herzogsgeschlechts von Bayern. Der Kaiser wollte den jungen Württemberger an das Reich binden. Diese Absicht misslang. Ulrich war keineswegs solide oder berechenbar. Die herzogliche Hofhaltung verschlang Unsummen, weit mehr als der kleine Staat finanzieren konnte. Außerdem soll der Herzog mehrere Geliebte gehabt haben, unter denen die Affäre mit Ursula Thumb von Neuenburg, der Tochter des Burgvogts von Hohenneuffen, die folgenschwerste war.
1514 heiratete Ursula Thumb von Neuenburg den Stallmeister des Herzogs, Hans von Hutten. Herzog Ulrich, der mit Hans von Hutten befreundet war, schlug vor, seine Beziehung mit Ursula nunmehr gedeckt von Hans weiterführen zu können. Dieser jedoch machte den Fehltritt des Herzogs öffentlich. Auf einer Jagd im Schönbuch bei Stuttgart ermordete darauf der Herzog seinen Stallmeister eigenhändig. Dies führte dazu, dass Ulrich vom Kaiser unter „Acht und Aberacht“ gestellt wurde. Von seinem Thron vertrieben wurde der Herzog erst vier Jahre später und diese Vertreibung vorbereitet wurde maßgeblich von Ulrich von Hutten, einem Vetter des Stallmeisters. Ulrich von Hutten war ein bekannter und geachteter Schriftsteller und Humanist. Er stand in
