Parallele Leben - Mira Kelley - E-Book

Parallele Leben E-Book

Mira Kelley

0,0

Beschreibung

Dank der Erkenntnisse, die Mira Kelley als Rückführungstherapeutin seit Jahren aus den lebensverändernden Lektionen ihrer Klienten und Klientinnen gewinnt, hat sie wertvolle Tools und Techniken entwickelt, um auch Sie als Leser dieses Buches in Ihrem Wachstumsprozess zu fördern. Dieses Buch hilft Ihnen zu verstehen, wie Sie Körper, Geist und Seele heilen können, basierend auf den wertvollen Informationen über das Wesen der Zeit, Karma, Schicksal und den freien Willen - und darüber, wie jede Ihrer Entscheidungen eine neue Realität kreiert. Lernen Sie, wie Sie sich jederzeit mit Ihrem Höheren Selbst verbinden, um Orientierung zu erhalten! Sie werden begreifen, wie alles um Sie herum ein Spiegelbild Ihrer selbst ist, warum Verzeihen so bedeutsam ist, warum Sie das Recht haben, sich selbst zu lieben, und wie liebevoll und bedingungslos Sie vom Universum unterstützt werden. Beim Lesen dieses Buches wird Ihnen klar, wie andere Menschen durch die Rückführung in frühere bzw. Parallele Leben in eine Realität der Gesundheit und des Wohlbefindens gewechselt sind. Genau dies kann auch Ihnen gelingen!

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern
Kindle™-E-Readern
(für ausgewählte Pakete)

Seitenzahl: 381

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS
Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0



Mira Kelley

Parallele Leben

Wie Sie durch parallele Realitäten Ihre Beziehungen, Ihre Gesundheit und Ihr Bewusstsein heilen

MOMANDA

Wichtige Hinweise

Die im Buch veröffentlichten Empfehlungen wurden von Verfasserin und Verlag sorgfältig erarbeitet und geprüft. Eine Garantie kann dennoch nicht übernommen werden. Ebenso ist die Haftung der Verfasserin bzw. des Verlages und seiner Beauftragten für Personen-, Sach- und Vermögensschäden ausgeschlossen.

Der leichteren Lesbarkeit zuliebe wurde die Doppelung männlicher und weiblicher Formen nach dem Muster »der … oder die …«, »er bzw. sie« usw. nicht in jedem Fall berücksichtigt. Wir bitten, dies nicht als Benachteiligung des weiblichen Teils der Bevölkerung aufzufassen!

Aus dem Englischen von Maria Müller-de Haën

Titel der Originalausgabe:

Beyond Past Lives: What Parallel Realities Can Teach Us About Relationships, Healing And Transformation.

Copyright © 2014 by Mira Kelley

Originally published in 2014 by Hay House UK Ltd, London

Deutsche Ausgabe:

© 2017 MOMANDA GmbH, Rosenheim

Alle Rechte Vorbehalten

Lektorat: Gitta Lingen

Gesamtherstellung: Bernhard Keller

eBook-Herstellung und Auslieferung: Brockhaus Commission, Kornwestheimwww.brocom.de

eBook-ISBN 978-3-95628-012-2

Von Mira Kelley ist folgendes CD-Set erhältlich:

»Heilung durch Rückführung und Parallele Leben«

•••

Für meine Mutter Liliana Angelova Paslieva

Deine bedingungslose Liebe und Unterstützung spiegelt die bedingungslose Liebe und Unterstützung wider, welche die Quelle uns allen gewährt.

Ich danke dir und ich liebe dich!

Inhalt

Geleitwort von Dr. Wayne W. Dyer

Ein Neuanfang

Vorwort: Mein Weg zu Heilung und Wachstum durch Rückführung

Einführung

Kapitel 1: Heilen der Gegenwart durch Erforschen der Vergangenheit

Kapitel 2: Alle Leben finden gleichzeitig statt

Kapitel 3: Jede Wahlmöglichkeit kreiert eine neue Realität

Kapitel 4: Wir können mit unserem Höheren Selbst sprechen

Kapitel 5: Alles ist ein Spiegelbild unserer selbst

Kapitel 6: Vergeben Sie sich und anderen

Kapitel 7: Sie können mit der Zeit herumspielen

Kapitel 8: Sie können Ihren Körper heilen

Kapitel 9: Sie haben das Recht, sich selbst zu lieben

Kapitel 10: Vertrauen Sie auf sich und folgen Sie Ihrer Begeisterung

Nachwort: Ein Leben herrlichen Wachstums

Anhang A: Transkript für eine Rückführung

Anhang B: Häufig gestellte Fragen über Rückführungsarbeit

Über die Autorin

Danksagung der Autorin

Geleitwort

Vor einigen Jahren schrieb ich ein Buch mit dem Titel »Die 10 Geheimnisse für Erfolg und inneren Frieden«. Die erste Regel lautet: »Mach dir ein Denken zu eigen, das für alles offen ist und an nichts anhaftet«, und ich kann gar nicht oft genug betonen, wie wichtig dieses Prinzip für mein eigenes Leben war. Schon seit Langem bin ich davon überzeugt, dass durch Offenheit das Wundersame zu etwas Normalem wird. Die gütigen Kräfte des Universums eilen uns zu Hilfe, göttliche Synchronizität »verschiebt die Figuren auf dem Spielfeld«, und dem Ego wird gezeigt, wer wirklich das Sagen hat.

Meine Frau und ich haben unsere Kinder immer zu geistiger Offenheit erzogen. Wir haben Gespräche über alles Mögliche angeregt, auch über Reinkarnation und Erinnerungen an vergangene Leben. Doch obwohl ich das Buch »Die zahlreichen Leben der Seele« von meinem guten Freund Brian Weiss gelesen hatte und mit ihm überall auf der Welt gemeinsam auf der Bühne stand, hatte ich kaum Erfahrung mit Rückführungen in frühere Leben. Dann lernte ich Mira Kelley kennen.

Mira, die mit Dr. Weiss zusammengearbeitet hatte, schrieb mir vor ein paar Jahren einen Brief und lud mich ein, mit ihr eine Rückführung zu machen. Wie sie mir sagte, hatte sie das intuitive Gefühl, eine solche Sitzung würde mir guttun, und sie wollte nichts weiter, als mir diese Chance zu bieten. Ihre Einladung kam wirklich von Herzen und weckte mein Interesse, und so beschloss ich, ihr Angebot anzunehmen.

Ich rief Mira an, um einen Termin für die Rückführung zu vereinbaren, und da erzählte sie mir von einer Frau namens Anita Moorjani, die eine unglaubliche Beschreibung ihrer eigenen Nahtoderfahrung (NTE) niedergeschrieben hatte. Mira sandte mir diesen Bericht zu, und er bewegte mich so stark, dass ich Kopien davon an viele Leute weitergab und schließlich den Hay House Verlag überzeugte, ein Buch dieser wunderbaren Frau zu veröffentlichen. Anita und ich wurden enge Freunde, und ihr Buch »Heilung im Licht: Wie ich durch eine Nahtoderfahrung den Krebs besiegte und neu geboren wurde« war ein Bestseller und eine Inspirationsquelle für unzählige Menschen. Der Zündfunke, der diese Kettenreaktion in Gang setzte, war Mira Kelleys Entscheidung, mir Anitas NTE-Bericht zu schicken.

Nachdem wir uns kennengelernt hatten, führten Mira und ich ein paar Gespräche. Schließlich besuchte sie mich auf Maui, um die Rückführung mit mir zu machen. Ich hatte keinerlei Erwartungen, doch sie war noch nicht einmal eine Stunde da, als ich unter Hypnose eine Zeitreise und damit eine der aufregendsten Erfahrungen machte, die man sich überhaupt vorstellen kann. Mira nahm die ganze Sitzung auf und transkribierte jedes Wort; einiges davon floss in mein Buch »Werde, der du wirklich bist: Die spirituelle Dimension des Wünschens« ein (auch Mira geht in diesem Buch darauf ein).

Ich kann mich kaum daran erinnern, was ich in dieser Sitzung gesagt habe, aber die visuellen Bilder waren glasklar. Noch immer bin ich fasziniert von dem, was da durchkam, als ich in diesem halb hypnotischen Zustand war – ebenso wie von all den Synchronizitäten, die nach diesem Termin mit Mira auftraten. Es war einfach ein weiteres Beispiel dafür, was geschieht, wenn wir geistig offen für alles und an nichts verhaftet sind. Oder um einen meiner Lieblingssprüche von Mark Twain zu zitieren: »Nicht das, was du nicht weißt, bringt dich in Schwierigkeiten, sondern das, was du sicher zu wissen glaubst, obwohl es gar nicht wahr ist!«

Ganz sicher werden auch Sie dieses Buch und Miras Erkenntnisse genauso sehr genießen wie ich.

ICH BIN

Wayne W. Dyer

•••

Ein Neuanfang

Ich möchte dieses Buch mit einem alten bulgarischen Ritual einleiten, das ich oft mit meiner geliebten Mutter, Liliana Paslieva, durchgeführt habe, und zwar immer dann, wenn ich vor einem Neuanfang stand:

Meine Mutter nimmt ein Gefäß mit Wasser und stellt ein paar frische Blumen hinein. Sie hält es in den Händen, schließt die Augen und lässt ihre mütterliche Liebe in das Wasser hineinfließen. Sie betet um Schutz und Führung für mich auf dieser meiner Reise.

Ich stehe mit meiner Mutter im Hausflur. Sie öffnet die Haustür, gießt das Wasser auf den Boden und sagt: »Gott geht voran, und du folgst ihm.«

Ich trete über die Schwelle und bin voll freudiger Erwartung ob des Neuanfangs. Ich trete mit einem Fuß in die Pfütze auf dem Boden und sage: »Gott geht mir voran, und ich folge ihm.«

Ich tue diesen ersten Schritt in dem Wissen, dass ich bereit bin. Vertrauensvoll wage ich den Sprung ins Unbekannte. Das Übertreten der Schwelle symbolisiert meinen Schritt hin zu einem größeren Selbst – auf physischer, emotionaler und spiritueller Ebene.

Nun trete ich auch mit dem anderen Fuß in die Wasserpfütze und sage noch einmal: »Gott geht mir voran, und ich folge ihm.« Meine Füße fühlen sich stabil und sicher an. Jetzt bin ich fest auf meinem Weg verwurzelt – dem Weg des Dienstes an der Weiterentwicklung der Menschheit, indem ich das, was mir durch meine Arbeit offenbart wurde, an andere weitergebe.

Ich begebe mich vertrauensvoll auf diese Reise und weiß, dass ich geführt werde und dabei auf jedem Schritt das bekomme, was ich für meine Reise brauche. Ich bin dankbar für all die Gaben und Chancen, die sich, wie ich bereits weiß, für mich auftun werden. Ich bin dankbar dafür, wie die Informationen, die ich in diesem Buch mit anderen Menschen teile, mein Leben bereits verändert haben. Ich weiß, dass sie sich auch auf Ihr Leben auswirken und Ihnen dabei helfen werden, ein Leben voller Wunder und Wachstum zu erschaffen.

Lassen Sie uns also gemeinsam die Schwelle überschreiten. Gehen Sie mit mir auf ein Abenteuer, die Rückführung in vergangene Leben, eine Zeitreise der Transformation und Heilung.

Gott geht uns voran, und wir folgen ihm.

•••

Vorwort

Mein Weg zu Heilung und Wachstum durch Rückführung

Ich war erst 13 Jahr alt, als ich mich das erste Mal selbst in ein vergangenes Leben zurückführte. Ich hatte gerade das Buch »Heilung durch Reinkarnationstherapie: Ganzwerdung über die Erfahrung früherer Leben« von Brian Weiss gelesen und war fasziniert, wie seine Klienten schwierige Probleme lösen konnten, nachdem sie den Zusammenhang zwischen ihren aktuellen Herausforderungen und früheren Leben erkannt hatten. Ich hatte keine vorgefasste Meinung über die Reinkarnation, denn ich wuchs im kommunistischen Bulgarien auf und weder Religion noch Spiritualität waren in meiner Kindheit ein Thema. Doch die damit verbundenen Möglichkeiten faszinierten mich; also folgte ich den Anweisungen aus dem Buch und versuchte, mich selbst in ein vergangenes Leben zurückzuführen.

Bei dieser ersten Rückführung erlebte ich ein Leben als sowjetische Spionin im Zweiten Weltkrieg (die ganze Geschichte erfahren Sie in Kapitel 3). Es war eine sehr lebendige und emotionsgeladene Erfahrung, die einen stark prägenden Einfluss auf meine Jugendjahre hatte.

Mein Leben ging so weiter wie das vieler Kinder. Ich ging aufs College und studierte Jura.

Als ich erneut mit dem Thema »Rückführung« in Kontakt kam, arbeitete ich als Anwältin in New York City. Schon seit über einem Jahr litt ich unter lähmenden Schmerzen, von denen mich keiner der Ärzte, die ich konsultiert hatte, befreien konnte. Da erinnerte ich mich plötzlich an die Rückführung, die ich als Kind gemacht hatte. Aus lauter Verzweiflung kontaktierte ich einen Therapeuten vor Ort, und nach nur zwei Sitzungen erlebte ich eine Spontanheilung. Die Schmerzen waren weg und kamen niemals wieder.

Von nun an bestand meine größte Freude darin, anderen meine Geschichte und damit von den unglaublichen Möglichkeiten der Reinkarnationstherapie zu erzählen. Das Thema »Reinkarnation und Rückführung« wurde zu meiner Leidenschaft. Ich las jedes Buch darüber, das ich in die Finger bekam, ging zu Vorträgen und sprach mit meinen Freunden darüber. Rückführung funktionierte, das wusste ich, und so machte ich immer denselben Vorschlag, egal um welches Problem es sich handelte: »Lass uns doch eine Rückführungssitzung machen!« Das machte ich mit allen meinen Lieben, die sich dazu bereit erklärten, und ganz besonders oft mit meinem geliebten Partner.

Ich hatte keine entsprechende Ausbildung gemacht, aber das war egal; es fühlte sich einfach und gut an, als wüsste ich von Natur aus, wie das geht. Aber logischerweise sollte das wohl der nächste Schritt sein, also ging ich bei zwei der bekanntesten Therapeuten in diesem Bereich in die Lehre: Dr. Brian Weiss und Dolores Cannon. Schließlich machte ich meine eigene Praxis auf und therapierte am Wochenende Klienten.

Der Wendepunkt kam, als ich die Chance erhielt, mit Dr. Wayne W. Dyer eine Rückführung zu machen: Dank dieser Erfahrung gingen Türen auf, und ich konnte mich ganz darauf konzentrieren, anderen Leuten zu helfen, ihr jetziges Leben durch das Wiedererleben ihrer vergangenen Leben zu verbessern.

Bei der Arbeit mit Klienten erlebe ich immer wieder, wie sie sich vor meinen Augen verwandeln. Danach ist ihr Leben nie wieder wie zuvor, und das gibt mir ein ungeheures Gefühl der Erfüllung und Befriedigung.

Doch am interessantesten dabei ist, wie viel ich von meinen Klienten über das Leben gelernt habe. Durch ihr forschendes Suchen wurden mir meine größten spirituellen Lektionen zuteil, die ich nun in diesem Buch mit anderen Menschen teilen will. Dinge, von denen ich schon lange gehört, die ich aber noch nicht verinnerlicht hatte, verstand ich dadurch besser; ebenso habe ich Wahrheiten entdeckt, von denen ich vorher nie etwas gehört hatte. So habe ich das Gefühl, als echte Abenteurerin unbekannte Bewusstseinsdimensionen zu erforschen.

•••

Einführung

Bevor wir ernsthaft loslegen, möchte ich ein paar Punkte klarstellen, damit Sie aus diesem Buch möglichst viel herausholen. Bitte beachten Sie beim Lesen folgende Hinweise:

Kapitel sind Lektionen

Die zehn Kapitel des Buches sind jeweils einer Lektion gewidmet, die mir in Rückführungen offenbart wurden.

Die Grundlektion lautet: Es ist tatsächlich möglich, die Gegenwart durch das Aufarbeiten der Vergangenheit zu heilen. Darauf gehe ich in Kapitel 1 näher ein und erkläre auch, wie ich Klienten und Klientinnen durch eine solche Rückführung begleite. Kapitel 2 dreht sich um meine schockierende Erkenntnis, dass aus dem Blickwinkel der Seele alle früheren, das gegenwärtige und das zukünftige Leben gleichzeitig, im selben Augenblick des »Jetzt« existieren. Darauf aufbauend wird in Kapitel 3 erläutert, wie jede unserer Entscheidungen eine neue Realität erschafft. In Kapitel 4 erkläre ich den Unterschied zwischen dem »Alltags-Selbst« und dem »Höheren Selbst« und wie Sie sich jederzeit mit Ihrem Höheren Selbst als Ihrem Führer verbinden können. In Kapitel 5 führe ich aus, dass alles um uns herum ein Spiegel unserer selbst ist. In Kapitel 6 gehe ich darauf ein, wie wichtig Vergebung ist. In Kapitel 7 spielen wir mit der Zeit. Kapitel 8 ist dem Thema »Selbstheilung« gewidmet. Die Lektion in Kapitel 9 dreht sich darum, zu verstehen, warum Sie das Recht haben, sich selbst zu lieben, und wie das Universum Sie liebevoll und bedingungslos unterstützt. In Kapitel 10 erzähle ich Ihnen zu guter Letzt, was ich von meinen Klienten über Karma, Schicksal und den freien Willen gelernt habe.

Ein paar hilfreiche Definitionen

In diesem Buch verwende ich Spezialausdrücke, mit denen Sie vielleicht vertraut sind oder auch nicht. Deshalb möchte ich diese Begriffe vorab definieren.

Die Quelle der Urenergie, aus der jede Schöpfung hervorgeht, hat keinen richtigen oder falschen Namen. Auch alle Namen, die uns einfallen, tauchen aus dieser Quelle auf, und somit sind alle richtig. Ich nenne sie abwechselnd Gott, Alles-was-ist, das Eine, die Quelle, die Schöpfung, Geist oder Spirit*, das Unendliche oder das Licht. [*Anm. d. Übers.: Die Autorin hat im Original den Begriff »Spirit« sowohl in Klein- als auch in Großschreibung verwendet. Um Verwechslungen mit dem übergeordneten »Spirit« im Sinne von »Gott« oder »Urenergie« zu vermeiden, wurde in der deutschen Übersetzung für »spirit« entsprechend der Definition der Autorin als »göttliche Essenz« bevorzugt das Wort »Seele« eingesetzt.]

Mit dem Wort »Seele« bezeichne ich Ihre Essenz, Ihr Wesen, Ihren Geist bzw. die Energie Ihres Bewusstseins. Ihre Seele projiziert Aspekte ihrer selbst in die physische Realität; sie sind Ihnen als Ihr Körper und Ihr Ego, Ihr Bewusstsein und Ihr Unterbewusstsein bekannt.

Jede Seele hat ihren Ursprung in einer Überseele, die sich aus unterschiedlichen Seelen zusammensetzt. Die Überseele möchte die Schöpfung in verschiedenen Dimensionen und Umfeldern erleben; dazu »spaltet« sie ihre Energie auf – und jeder dieser »Seelensplitter« stellt ein unterschiedliches Leben dar. All diese Fragmente sind in sich selbst ganz und vollständig. Ein Mensch, dessen Seele ihren Ursprung in derselben Überseele hat, ist Ihr Gegenstück.

Eine Seelengruppe setzt sich aus mehreren Überseelen zusammen, die im Laufe ihrer Inkarnationen enge Bande und deren Mitglieder eine Vereinbarung eingegangen sind, sich gegenseitig dabei zu helfen, die Erfahrungen zu machen bzw. Lektionen zu lernen, derentwegen unser Geist sich als Mensch inkarniert hat.

Die Existenzebenen steigen von der untersten Ebene der individuellen Seele bis hoch zum Gottesbewusstsein; sie schwingen jeweils höher als die vorherige; dabei wird die individuelle Bewusstseinsenergie immer weniger und das Bewusstsein verschmilzt immer stärker, bis wir im Einen eingegangen sind. Die erste Ebene unterhalb der Gottesenergie und damit die erste Abspaltung ist das Engelbewusstsein; das sind die Wesen, die sich als Erste als Individuen begreifen, welche vom Einheitsbewusstsein der Quelle abgespalten sind. Diese Spaltung schreitet immer weiter voran, und damit steigt das Engelbewusstsein herab in die Realitäten mit einer niedrigeren Schwingung, bis hinab auf die Ebene der Überseele, die sich wiederum in Einzelseelen aufspaltet. Sie können sich diese Struktur wie ein Dreieck vorstellen. Die Basis steht für die physischen Inkarnationen einer Seele als Mensch, die Spitze stellt die Quelle dar. Dazwischen befindet sich die Überseele und darüber das Engelbewusstsein.

In Rückführungen helfe ich Menschen, sich mit ihrem Höheren Selbst zu verbinden, um Führung und Antworten zu erhalten. Ihr Höheres Selbst ist eine Erweiterung Ihrer Seele, die in höheren Dimensionen existiert. Es ist nicht wie der Geist bzw. Verstand auf die physische Realität ausgerichtet. Ihr Höheres Selbst weiß um die Themen, Ziele und Gesamtvision Ihres jetzigen Lebens. Es trägt in sich die Energieschwingung Ihrer Seele, sodass Sie sich mit Ihrer Schwingungsessenz und Ihrem Sinn bzw. Ihrer Lebensaufgabe verbinden und darauf ausrichten können.

In diesem Buch verwende ich die Begriffe »frühere« bzw. »vergangene Leben«, »gleichzeitige Leben«, »andere Leben« und »parallele Leben« synonym, weil aus der Perspektive der Überseele alle Leben gleichzeitig und parallel im jetzigen Moment stattfinden. Doch aus unserer (menschlichen) Sicht ist Zeit etwas Lineares, die Leben, die vor dem heutigen Tag stattfinden, sind scheinbar »vergangene« Leben. Im Rahmen dieses Buches verwende ich all diese Begriffe, um zu beschreiben, was in Wahrheit dieselbe Erfahrung ist.

Obenstehende Erklärungen sind grundlegende Definitionen. Im Laufe des Buches wird sich Ihr Verständnis vertiefen; jeder Begriff wird im Zusammenhang diskutiert. Also keine Sorge: Selbst wenn Ihnen der eine oder andere Begriff noch nicht ganz klar ist – am Ende des Buches werden sie Ihnen vertraut und geläufig sein.

Übungen

Im Buch werden Übungen vorgestellt, die Ihnen helfen, auf Ihre mächtigen inneren Heilkräfte zuzugreifen, ob mit oder ohne Rückführung. Um in den vollen Genuss der Vorteile dieser Übungen zu kommen, sollten Sie beim Lesen ein Notizbuch und einen Stift zur Hand haben. Machen Sie sich Notizen, aber machen Sie sich auch dieses Buch zu eigen: Unterstreichen Sie Teile, von denen Sie sich angesprochen fühlen, oder markieren Sie Sätze, die Sie berühren. Machen Sie am Rand oder im Tagebuch Notizen und bringen Sie »Aha«-Momente zum Ausdruck. Teilen Sie das, was Sie hier lernen, mit anderen Menschen. So können Sie die Energie Ihres Bewusstseins ganz und gar mit der Energie dieses Buches zusammenbringen und für sich eine höhere Ebene an Bewusstheit, Transformation und persönlichem Wachstum schaffen.

Ich möchte Sie auch dazu anregen, es einmal mit einer Rückführung zu versuchen – damit Sie den Prozess von innen her verstehen und weil Sie, wie ich weiß, aus dem Wiedererleben anderer Leben enormen Nutzen ziehen können. Im Anhang finden Sie ein Skript mit Anleitungen, um sich selbst zurückzuführen; das können Sie jederzeit zu Hilfe nehmen. Falls Sie lieber eine angeleitete Rückführung per CD machen möchten, verweise ich auf die Doppel-CD oder die MP3-Dateien »Heilung durch Rückführung und Parallele Leben«, erhältlich unter www.mirakelley.de.

Mein Ziel

Das Leben ist ein Kreislauf aus Lernen und Lehren. Ich habe dieses Buch geschrieben, um zu erzählen, wie die Reinkarnationstherapie meinen Klienten geholfen hat, sich in eine Realität voller Gesundheit und Wohlbefinden zu begeben, damit Sie, die Leserinnen und Leser, das Gleiche für sich bewirken können.

Dieses Buch versucht nicht, auf die Validität von Inkarnation und Rückführungen näher einzugehen; darüber sind bereits viele wunderbare Quellen verfügbar. Die Wirksamkeit dieser Arbeit stand für mich seit meiner allerersten Rückführung außer Frage. Meine Klientinnen, Klienten und ich haben daraus enorme, lebensverändernde Vorteile gezogen, und diesen Wert und Nutzen möchte ich in den Mittelpunkt stellen. Dieses Buch dient dazu, die wundersamen emotionalen Veränderungen, die physische Gesundung und die transformative Wirkung zu beschreiben, die meine Klienten erlebt haben.

Alle Geschichten, die auf diesen Seiten erzählt werden, haben mich stark berührt. Beim Schreiben fiel mir auf, dass es um etwas Größeres ging. Das Buch fühlte sich wie ein spirituelles Projekt an, und ich war nur ein Knoten im großen Gewebe der Schöpfung, durch den die Informationen flossen. Spirit brachte alles zusammen. Ich musste lediglich präsent bei jedem Klienten sein und eine einfache Frage stellen: »Darf ich deine Geschichte weitererzählen?« (Anmerkung: Zur Wahrung der Privatsphäre habe ich mit Ausnahme von Wayne und Serena Dyer die Namen meiner Klienten und Klientinnen geändert.)

Ich hoffe, Ihnen durch das Erzählen dieser Geschichten ebenfalls aufzeigen zu können, welche Lektionen ich durch die Reinkarnationstherapie gelernt habe, denn diese Lektionen sind nicht nur für mich gedacht, sondern für uns alle; sie drehen sich um die Herausforderungen, mit denen wir alle konfrontiert sind.

Darüber hinaus hoffe ich, dass Ihnen Unterstützung, Bestätigung und neue Perspektiven und Chancen sowie neue Lebensweisen zuteil und offenbart werden. Möge dieses Buch Sie nähren, Ihr

Verständnis vertiefen und Ihr Wachstum fördern. Und vor allem: Möge es Ihnen das Gefühl geben, zu Hause willkommen zu sein – Rückverbindung zum Göttlichen, das Ihnen bereits innewohnt.

•••

Kapitel 1

Heilen der Gegenwart durch Erforschen der Vergangenheit

Alles begann ganz harmlos. Eine alte Zahnfüllung war herausgebrochen, und ich brauchte eine neue. Der Zahnarzt war mir wärmstens empfohlen worden, aber nach der Behandlung war mein Mundraum komplett aus dem Gleichgewicht. Die neue Füllung passte nicht richtig zu den anderen Zähnen, und das Kauen fühlte sich komisch an. Deshalb wurden mehrere Anpassungen vorgenommen. Durch die ganzen Nachbehandlungen hatte ich große Schmerzen und litt unter einer sogenannten kraniomandibulären Dysfunktion, einer Erkrankung des Kiefergelenks. Strukturell war mit meinem Kiefer alles in Ordnung, aber die Muskeln waren falsch ausgerichtet. Den Mund zu öffnen bereitete mir große Beschwerden, und damit war auch das Essen schwierig. Durch die stechenden Schmerzen waren Nacken und Schultern ständig steif. Sogar mit dem Reden und Schlafen hatte ich Schwierigkeiten.

Ich tat alles nur Erdenkliche, um die Situation zu verbessern. Einmal pro Woche konsultierte ich einen anderen Zahnarzt, ließ mir immer wieder die Zähne richten, um die Muskeln zu lockern und den Kiefer zu entspannen. Ich schlief mit einem Zahnschutz, besorgte mir ein anderes Kissen und dann ein anderes Bett. Dreimal die Woche machte ich Physiotherapie und stellte meine Ernährung komplett um, damit das Kauen und Essen leichter fiel. Ich stand ständig unter Schmerzmitteln und nahm Entzündungshemmer ein.

Die Liste ließe sich weiter fortführen. Die Situation stellte eine große Belastung dar – für mein Leben und mein Bankkonto.

Ein Jahr verging, die Schmerzen dagegen nicht. Eines Tages ließ mein Zahnarzt mich Platz nehmen und sagte: »Mira, wir müssen der Realität ins Auge schauen.« Es hatte keinen Sinn mehr, so weiterzumachen, und ich musste eine Entscheidung treffen. Sein Vorschlag lautete: Entweder eine Operation oder lebenslange Schmerzen aushalten. Bei einer Operation würde man mir den Kiefer brechen und mit Drähten wieder befestigen, ohne Garantie, dass die Schmerzen dadurch aufhörten. Ich sah keinen Sinn darin, etwas auseinanderzubrechen, was nicht zerbrochen war, schon gleich gar nicht angesichts der Aussage, dass nicht die Knochen und Gelenke, sondern die Muskeln das Problem waren. Aber ich hatte auch Angst, den Rest meines Lebens mit chronischen Schmerzen leben zu müssen. Beide Optionen kamen für mich nicht infrage.

Die Synchronizitäten des Lebens kommen immer von alleine zusammen. Ich hatte Anfang dieser Woche direkt nach dem Besuch beim Zahnarzt einen Physiotherapietermin vereinbart, und als die Behandlung begann, tauchten in mir Fragen auf: »Was mache ich denn jetzt? Ich habe alles Mögliche ausprobiert und gemacht – oder etwa nicht?«

In diesem Augenblick ging mir sozusagen ein Licht auf. Ich erinnerte mich an die Rückführung, die ich als Kind gemacht hatte, an das, was ich über Leute gelesen hatte, die nach einer solchen Rückführungserfahrung in frühere Leben wie durch ein Wunder geheilt waren. Ich wusste nicht mehr weiter, also suchte ich mir eine Reinkarnationstherapeutin in New York City und vereinbarte einen Termin.

Meine erste Sitzung sollte eine Stunde dauern, aber wir hatten nur etwa 15 Minuten für die eigentliche Rückführung: Ich sollte zuerst die Therapeutin kennenlernen, wir mussten uns über mein Problem austauschten, und ich sollte mich wohlfühlen, bevor sie mich zurückführte; das Geschehene sollte zudem am Ende noch einmal durchgegangen werden (meine Sitzungen mit Klienten dauern inzwischen bis zu vier Stunden). Ich fühlte mich sehr gehetzt. Wir hatten auch noch keine wirklich vertrauensvolle Beziehung zueinander aufgebaut, somit machte ich dieses Mal keine Erfahrung mit einem früheren Leben. Doch ich war verzweifelt auf der Suche nach Hilfe, deshalb ließ ich mir einen weiteren Termin ein paar Tage später geben.

In meiner zweiten Sitzung erlebte ich für einen ganz kurzen Moment ein vergangenes Leben. Ich sah mich als großen, starken Schwarzen. Um meinen Hals lag ein sehr schwerer Metallring; Handgelenke und Fußknöchel waren mit Schellen gefesselt. Am Halsring befanden sich Ketten, sie reichten bis hinunter zu den Hand- und Fußfesseln. Der Metallring war permanent da und fühlte sich sehr unangenehm an, er rieb am Kiefer. Genau die Stelle, wo ich in diesem Leben die Kieferschmerzen hatte, war ständig wund. In diesem Leben als Sklave war ich körperlich sehr stark, aber die unmenschliche Behandlung hatte mich seelisch gebrochen. Es war ein krasser Widerspruch zwischen meinem starken Körper und dem kraftlosen Geist, der in diesem Körper wohnte. Ich fühlte mich vollkommen hilflos. Ich hasste die Sklavenhalter, deren Eigentum ich war, nicht – ja, ich war ihnen sogar dankbar. Sie behandelten mich zwar nicht gut, aber sie gaben mir etwas zu essen, und das empfand ich als große Freundlichkeit. Ich war total dankbar dafür.

In der Praxis der Reinkarnationstherapeutin liefen mir die Tränen übers Gesicht. Ich fühlte eine große Trauer – wegen mir und wegen dieses versklavten Mannes. Ich fühlte seinen Schmerz und seine gebrochene Seele. Wie konnte ein Mensch ein anderes Lebewesen so behandeln? Wie konnte ein Mensch einen anderen Menschen mit einem Metallring am Hals festketten? Wie konnte ich Menschen, die mich so offensichtlich misshandelten, so dankbar sein – nur weil sie mir etwas zu essen gaben? Wie konnte ich mich mit einem so starken Körper so total ohnmächtig fühlen? Warum machte ich nicht den Mund auf? Warum versuchte ich nicht, die Umstände zu ändern, zu rebellieren oder sogar wegzulaufen?

Die wichtigste Botschaft aus dieser Erfahrung bestand in dem Mangel an persönlicher Stärke, den ich gespürt hatte. Als ich aus der Trance aufwachte und auf der Couch der Therapeutin saß, fragte ich sie: »Was bedeutet es, stark zu sein?« Sie konnte mir keine Antwort geben (ich führe inzwischen meine Klienten mit Fragen zu einem besseren Verständnis, aber sie arbeitete nicht so). Ihre Reaktion auf meine Frage war: »Das müssen Sie selbst herausfinden.«

Das war die einzige Vision in meiner zweiten Sitzung mit der Reinkarnationstherapeutin, doch es war eine sehr kathartische Erfahrung. Den ganzen Tag über fragte ich mich immer wieder: »Was bedeutet es, stark zu sein?« Ich fand keine klaren Antworten, aber ich konnte meinen Emotionen und meinen Tränen freien Lauf lassen.

Wie mir im Rückblick klar wird, war diese Frage für meine berufliche Erfahrung bis zu diesem Zeitpunkt von entscheidender Bedeutung. Ich war eine junge Anwältin und galt in der Abteilung für Unternehmensrecht als eine der besten. Bei allen Beurteilungen lobten meine Vorgesetzten meine Arbeitsmoral, mein anwaltliches Können und meine Fähigkeit, Klienten und geschäftliche Angelegenheit zu managen. Dennoch kam keine Gehaltserhöhung, sodass ich das Gleiche wie meine Kollegen verdiente, und meinem großen Wunsch, in ein anderes Büro umzuziehen, kamen sie auch nicht nach, obwohl mehrere Büros frei standen. Anstatt dass ich wegen meiner Loyalität gefördert wurde, fühlte ich mich ohnmächtig, genauso wie der Sklave. Ich hatte meine Kollegen sehr gern und wollte nicht auf den Komfort und die Sicherheit verzichten, die mir die Kanzlei bot, aber ich bekam nicht das, was ich wollte. Den Mund aufmachen hatte nichts geholfen. Wenn ich so weitermachte, würde ich mir unter Umständen auch schaden, und so konnte ich nur meine Gefühle hinunterschlucken und weiterhin eine gute Arbeiterin sein.

Auf diesen emotionalen Problemen kaute ich sozusagen Tag für Tag herum, und mein Kiefer wollte die Schmerzen loswerden. Wie ich später erkannte (darauf gehe ich in diesem Buch ausführlich ein), beginnen alle unsere physischen Beschwerden auf der emotionalen Ebene. Jegliches körperliche Unbehagen ist ein Hinweis auf etwas, das wir innerlich verarbeiten und auflösen müssen. Wenn wir uns unseren Herausforderungen nicht bewusst stellen, werden sie im Körper in Form von gesundheitlichen Problemen widergespiegelt.

Inzwischen sind die Zusammenhänge zwischen meinen Kämpfen als Sklave und meinen Kämpfen im gegenwärtigen Leben für mich offensichtlich.

Die Reinkarnationstherapeutin bat zwar nicht um Heilung für meinen Kiefer, aber die Sitzung brachte mir die Erkenntnis, dass ich stark bin und Optionen habe. Als ich am nächsten Tag aufwachte, tat mir das erste Mal seit über einem Jahr der Kiefer nicht weh.

Sehr schnell kehrte ich zu einem normalen Leben zurück. Ich setzte die Schmerztabletten ab, schlief ohne Zahnschutz, und mit der Physiotherapie war ein für alle Mal Schluss. Bei meinem nächsten Besuch beim Zahnarzt wusste er nicht, was er von meiner Gesundung halten sollte, und nannte es ein Wunder.

Und mir wurde klar, dass ich jederzeit zu einer anderen Firma wechseln konnte; ich musste das Muster der Ohnmacht, die ich als Sklave erlebt hatte, nicht wiederholen und konnte mich stattdessen beruflich als gleichberechtigt und stark betrachten. Dadurch löste sich das Problem auf emotionaler und physischer Ebene, und ich konnte weitergehen.

Bekam ich eine Antwort auf meine Frage, was es heißt, stark zu sein? Meine Erfahrung mit dem Leben als Sklave sowie die berufliche Situation ließen mich erkennen, dass wahre Macht etwas ganz anderes ist als die Macht, von der im Politikunterricht in der Schule die Rede war. Wie ich inzwischen weiß, bedeutet mächtig und stark zu sein, sich selbst treu zu sein, und hat nichts damit zu tun, andere zu beherrschen. Menschen, die andere kontrollieren und manipulieren, tun das, weil sie sich machtlos und ohnmächtig fühlen. Sie glauben, sie könnten ihre Ziele nicht erreichen, ohne sich und andere zu verletzen. Doch wahre Stärke braucht nur den sehnlichen Wunsch sowie Zulassen und Vertrauen. Wahre Stärke erfordert nur die Ausrichtung auf die herrliche Schöpferkraft der Quelle. Für einen echten Führer bedeutet Macht, von einer Position der Integrität aus zu führen, in dem Wunsch, auch andere zu ermächtigen.

Ich lernte diese einfache, aber tiefgründige Lektion durch meine körperlichen Schmerzen. Ich lernte, dass Stärke aus der Erkenntnis meiner wahren Natur erwächst, und nur ich selbst kann mich für dieses Wissen über meine machtvolle, starke Essenz öffnen.

•••

Das passierte vor sieben Jahren. Ich bin bis heute schmerzfrei. In all den Jahren habe ich meinem Zahnarzt nie erzählt, wie ich meinen Kiefer geheilt habe. Damals fühlte ich mich nicht wohl dabei, offen über meine spirituellen Ziele zu sprechen. Mir reichte es, geheilt worden zu sein; Erklärungen waren für mich nicht nötig. Als ich jedoch das Buch schrieb, traf ich mich noch einmal mit meinem Zahnarzt. Wir hatten uns eine ganze Weile nicht gesehen und brachten uns gegenseitig auf den neuesten Stand; dabei berichtete ich ihm auch von meiner neuen beruflichen Laufbahn. Er hörte interessiert zu und vertraute mir dann an, sooft er die Altstadt von Jerusalem besuche, habe er ein ganz seltsames Gefühl. Nun überlegte er laut, ob er vielleicht in einem früheren Leben dort gelebt hatte.

Das überraschte mich. War mein Zahnarzt womöglich die ganze Zeit für ein spirituelles Gespräch offen gewesen? Vielleicht hatte ich all die Jahre meine eigene Unsicherheit auf ihn projiziert? Ermutigt durch seine Offenheit, überreichte ich ihm mein CD-Set.

»Ich habe Ihnen nie erzählt, wie ich meinen Kiefer geheilt habe«, sagte ich und erzählte ihm die Geschichte. Er hörte aufmerksam zu.

»Ich bin gerade dabei, mich auf das Heilen von kraniomandibulären Dysfunktionen zu spezialisieren«, sagt er dann. Er machte eine kleine Pause, schaute mir in die Augen und fügte hinzu: »Wir sollten miteinander reden.«

Als ich die Praxis verließ, war ich natürlich begeistert über das Wunder, das die Reinkarnationstherapie in meinem Leben bewirkt hat. Und ich weiß, ich kann auch Ihnen helfen. Deshalb wollen wir jetzt erst einmal eine Grundfrage beantworten: Was ist denn überhaupt eine Rückführung?

Rückführung – die Grundlagen

Rückführung ist ein sehr sanftes und doch mächtiges Werkzeug. In unseren Sitzungen führe ich meine Klienten in einen Zustand tiefer physischer und psychischer Entspannung. Sobald der Körper entspannt ist, geht der Fokus von Natur aus nach innen, und sie können sich in tiefere Zustände versenken als im Wachzustand.

Wir sind immer mit allen Leben verbunden, die wir schon gelebt haben und noch leben werden. Sie sind Teil unseres Weges, unserer Natur und unseres Erbes. Indem wir die äußere Reise in den Hintergrund treten lassen, können wir uns ganz einfach mit den Erfahrungen verbinden, die uns erschaffen haben. Die Geschichten, Bilder und Gefühle dieser vergangenen Leben sind für meine Klienten in den Sitzungen unmittelbar präsent und fließen lebendig in ihren Geist. Ich bitte sie, mir zu erzählen, was sie wahrnehmen, und dann erzählen sie mir einfach die Geschichte.

Jede Sitzung ist etwas Individuelles, doch die Erfahrungen der Klienten und Klientinnen sind immer perfekt auf sie zugeschnitten, damit sie das bekommen, was ihren höchsten Fähigkeiten dienlich ist. Diese Leben sind nie willkürlich und zufällig ausgewählt; es sind nicht bloß lustige Geschichten, die man beim nächsten Essen mit Freunden weitererzählen kann. Das erneute Durchleben anderer Inkarnationen hilft uns, zu verstehen, wer wir sind, und mit unseren drängendsten emotionalen und physischen Herausforderungen weiterzukommen. Mithilfe dieses einfachen Prozesses werden frühere Leben noch einmal durchlebt, aber mit anderem Ausgang. Doch immer, wenn meine Klienten gehen, sind sie von ehrfürchtiger Bewunderung erfüllt. Durch meine Arbeit können sie zudem mit ihrem Höheren Selbst, ihren Geistführern oder Engeln kommunizieren, um sich bei wichtigen Entscheidungen führen zu lassen, und um Antworten auf Fragen zu erhalten, die sie schon ihr Leben lang beschäftigen.

Durch eine Reinkarnationstherapie können emotionale und physische Probleme gelöst werden; Phobien und Traumata werden dadurch besser verstanden und aufgelöst. Wir erfahren etwas über unsere Beziehungen zu anderen Menschen und über deren Rolle in früheren, gemeinsam verbrachten Leben. Wenn wir sehen, über welche Fäden wir über die Zeiten hinweg miteinander verbunden waren, verstehen wir auch, was uns in der Gegenwart miteinander verbindet, und können mehr Mitgefühl, Vergebung und Liebe einbringen.

Durch die Rückführungsgeschichten, die auf diesen Seiten erzählt werden – meine eigene, aber auch jene meiner Klientinnen und Klienten –, lernte ich, was es heißt, ein Mensch zu sein, wie die Zeit funktioniert, welche unendlichen Möglichkeiten das Universum für uns bereithält und wie wir unsere hartnäckigsten emotionalen und physischen Probleme heilen können.

Es sind keine besonderen Umstände erforderlich, um ein früheres Leben zu erfahren. Es kann ganz spontan passieren, sobald wir uns an einem Ort oder in einer Situation befinden, die uns an ein anderes Leben erinnert, aber es kann auch im Traum vorkommen. Wenn wir uns mit willentlicher Absicht durch eine Rückführung mit einem früheren Leben verbinden, können wir dank der Informationen aus diesem anderen Leben Antworten und Führung erhalten.

Dieser Prozess geht für den Geist so gut wie nahtlos vor sich; eine subtile Veränderung der Gehirnwellenaktivität ist alles, was es braucht. Bei einer Rückführung wechseln wir vom Betawellenbereich – dem normalen Wachbewusstsein – in den Alphabereich und damit in einen Entspannungszustand, und von da aus führe ich meine Klienten in einen Theta- oder Gamma-Zustand. Im Thetawellenbereich befindet sich der Geist in einem Zustand der Bewusstheit, aber auch der Schläfrigkeit, so wie vor dem Einschlafen und kurz vor dem Aufwachen. Theta ist ein Grenzbereich zwischen Bewusstsein und Unbewusstsein und, wenn mit Intention eingesetzt, ein Zustand, in dem tiefgreifendes Lernen, Heilen und Wachstum stattfinden können. Im Gamma-Zustand werden eine erhöhte Wahrnehmung und ein höheres Bewusstsein erlebt, und wir fühlen uns eins mit allem – ein Zustand der Glückseligkeit, in dem wir von innen heraus das Wesen der Existenz begreifen. Die machtvolle Rückführungsarbeit findet im Theta- und Gamma-Zustand statt.

Ich arbeite mit Hypnosetechniken, um Klienten in diesen tiefen Trancezustand zu versetzen. Viele Menschen haben Angst davor, hypnotisiert zu werden, und verstehen den Prozess falsch, weil ihr Bild von Bühnenhypnotiseuren geprägt ist und weil man durch Hypnose angeblich Einfluss auf den Geist anderer Menschen nehmen kann – das Ego hat natürlich Angst, die Kontrolle aufzugeben. Nicht verstanden wird dabei, dass man in tiefer Trance keineswegs die Kontrolle über sich selbst aufgeben muss. Bei der Rückführung haben die Klienten die volle Kontrolle, ja es ist sogar wichtig, dass das Ego – der Geist – in der ganzen Sitzung mit dabei ist. Der Geist wird zum Teil des Prozesses; er ist der Teil, der lernt und versteht. Dank der neuen Informationen, die bei einer Rückführung gewonnen werden, kann die Persönlichkeit, auch das Ego, in einen Zustand erweiterten Seins wechseln, in dem wir das Leben schöpferisch gestalten können.

Eigentlich ist Hypnose immer Selbsthypnose. Beim Entspannen kommt der Ego-Geist zu dem Schluss, dass der Körper – die Person – sich in ihrer körperlichen Umgebung in Sicherheit befindet und es sicher ist, sich in der gelassenen und angenehmen Atmosphäre meiner Praxis und meiner Gegenwart zu entspannen, weil man mir vertrauensvoll die Führung und Fürsorge überlassen kann. Sobald das Ego sich bei seinen Erkundungen sicher fühlt, kann der Geist sich orientieren.

Hypnose ist die Fähigkeit, sich innerlich zu fokussieren. Durch körperliche Entspannung kann sich unser Fokus von den äußeren Sinneseindrücken abwenden und sich den inneren Sinneseindrücken zuwenden. Der Geist löst sich von der physischen Realität und gibt den inneren Sinnen die Freiheit, weiterzugehen und sich auf ihre Forschungsreise zu machen; sie finden auf natürliche Weise ihren Weg und durchlaufen verschiedene Bewusstseinsebenen – von den Emotionen über persönliche sowie gemeinschaftliche gesellschaftliche Überzeugungen und Konstrukte bis hoch zum Höheren Selbst. Je höher die psychisch-seelische Energie ansteigt, desto freier werden wir von unserer Persönlichkeit und der Geschichte unseres Lebens. Je höher wir schwingen, desto näher kommen wir der Verschmelzung mit dem Bewusstsein unserer Überseele.

Wie bereits gesagt, ist unsere Überseele sozusagen die »Mutter« all der Seelen, die unser gegenwärtiges sowie vergangene und zukünftige Leben »bevölkern«. Sie existiert in einer Dimension, in der alle Zeit als Jetzt erfahren wird. Was wir »Vergangenheit«, »Gegenwart« und »Zukunft« nennen, passiert für die Überseele alles gleichzeitig, im selben Augenblick. Im Laufe einer Rückführung lassen wir unsere inneren Sinne in die Dimension der Überseele gelangen; wir verschmelzen unser Bewusstsein mit ihrem Bewusstsein. Und von dieser Dimension aus können wir dann wieder eintauchen und die physische Realität eines beliebigen Lebens erfahren. Deshalb identifizieren wir uns beim erneuten Erleben eines Lebens voll und ganz mit dieser Person. Wir nehmen dieses Leben aus der Position unserer Überseele wahr, die eins ist mit all den Seelen, die sie kreiert. Während einer Rückführung kennen wir uns in diesem »anderen« Leben, aber auch in »diesem« Leben, weil beide Leben auf zwei verschiedenen Energie- und Aktivitätsbahnen der Überseele gleichzeitig stattfinden. Für die Überseele finden all unsere Leben im »Jetzt« statt, und deshalb erleben wir das auch so bei einer Rückführung. Wir erleben also nicht etwas Erinnertes; das können wir zwar der Einfachheit halber so nennen, und genau das machen wir, wenn wir unsere anderen Leben als »vergangene« oder »frühere« Leben bezeichnen. Aber um wirklich zu verstehen, was bei einer Rückführung geschieht, müssen wir anerkennen, dass wir unsere Schwingungsenergie mit der Schwingungsenergie unserer Überseele verbinden – und von diesem Punkt aus mit anderen Leben verschmelzen, die sich im präsenten Moment des Jetzt entfalten.

Dieses Verständnis des Rückführungsprozesses und des Wesens der Existenz ist neu. Mithilfe der Lektionen in Kapitel 6 werden Sie diese Wahrheit und damit auch die Kraft dieser Forschungsreisen, die wir »Rückführungen in vergangene Leben« nennen, besser verstehen.

Lebenslektionen

Rückführungen sind eine äußerst effektive Möglichkeit für uns, unsere Lebenslektionen zu lernen. Wenn wir uns mit einem unserer früheren Leben verbinden, können wir die Kämpfe, Freuden, Emotionen und Einzelheiten unserer Geschichte selbst noch einmal erleben. Seelen inkarnieren gerne gemeinsam mit anderen Seelen, zu denen sie in Vorleben Bande geknüpft haben, um sich zusammen weiterzuentwickeln. Deshalb tauchen in Rückführungen oft Menschen auf, die uns nahestehen, aber auch Leute, zu denen wir eher schwierige Beziehungen haben.

Das in einer Rückführung erlebte Leben durchzieht immer ein Thema, welches auch im aktuellen Leben eine Rolle spielt. In der Rückführung haben wir den Vorteil, eine Lektion, die für uns eher schwierig ist, aus einem anderem Blickwinkel zu betrachten, und genau das macht die große Kraft dieses Prozesses aus: Dadurch können wir ein tiefes Verständnis für den Weg, den unsere Seele geht, gewinnen. Zu sehen, wie wir die gleichen Herausforderungen in unseren anderen Leben angegangen sind, gibt uns die Möglichkeit, jetzt anders damit umzugehen. Wir befreien uns. Wir gewinnen an Stärke. So können wir auf physischer sowie auf emotionaler Ebene unsere Gegenwart heilen.

Nun wollen wir einen Blick auf die Lebenslektionen werfen, die ich von meinen Klienten gelernt habe – und auf die Möglichkeiten, die Ihnen diese Lektionen bieten, um auch Ihr Leben zu transformieren.

•••

Wir sind immer mit allen Leben verbunden, die wir schon gelebt haben und noch leben werden. Sie sind Teil unseres Weges, unserer Natur und unseres Erbes.

Kapitel 2

Alle Leben finden gleichzeitig statt

Vor einigen Jahren, als ich noch als Firmenanwältin arbeitete, schaute ich in einem Barnes&Noble-Buchladen in der Nähe des Büros vorbei. Es war gerade Mittagszeit, und ich wollte schauen, ob mir vielleicht das eine oder andere Buch in den Blick fallen würde. In einem der Regale der New-Age-Abteilung stand eines meiner Lieblingsbücher, »Die Natur der persönlichen Realität« von Jane Roberts. Ich nahm es aus dem Regal. Es fühlte sich gut in meiner Hand an. Als ich es aufschlagen wollte, tauchte in meinem Kopf ein Gedanke auf: »Steck deine Visitenkarte ins Buch!«

Ich hatte gelernt, solche intuitiven Einfälle nicht anzuzweifeln, sondern ihnen mit spielerischer Neugier zu folgen. Allerdings musste ich selbst zugeben, dass dieser Gedanke nicht viel Sinn ergab. Dennoch zog ich eine Karte aus meiner Handtasche und steckte sie zwischen die Seiten. Als ich das Buch ins Regal zurückstellte, kam mir der Gedanke: »Die Person, die dieses Buch kauft und deine Karte findet, ist ein ganz besonderer Mensch.«

Dieser Gedanke fühlte sich fremd an, als ob er von jemand anderem käme – von jemandem, der viel mehr wusste als ich. Die Worte »ein ganz besonderer Mensch« hatten etwas Mystisches an sich. Meine Seele erkannte dieses Gefühl, aber mein Kopf hatte dafür keine Erklärung.

Monate später – der Vorfall war mir komplett entfallen – erhielt ich eine E-Mail von einem Mann namens John. Wie er schrieb, hatte er das Gefühl gehabt, er müsste wieder einmal »Die Natur der persönlichen Realität« lesen. Und so besuchte er eben diesen Barnes&Noble-Buchladen, in dem ich gewesen war und der sich gegenüber von seinem Büro befand. Er zog genau das Buch aus dem Regal, das ich in den Händen gehalten hatte, und meine Visitenkarte fiel heraus.

»Na und?«, sagte er sich. Aber aus unerklärlichen Gründen behielt er die Karte. Als er abends nach Hause kam, ging er auf meine Website; ein paar Minuten später schickte er mir eine E-Mail. Wie er sagte, drängte ihn irgendetwas dazu; es war fast so etwas wie eine automatische Reaktion.

Ein Satz aus den Abertausenden von Wörtern auf meiner Website hatte ihn beeindruckt. In einem Blogbeitrag hatte ich sechs Monate vorher erwähnt, dass ich bei der Arbeit das Gefühl hatte, »Undercover-Geist« zu sein. Damals arbeitete ich noch als Firmenanwältin in einer großen Anwaltspraxis auf der Park Avenue. Ich war eine gute Anwältin, und als solche konnte ich über meine persönlichen spirituellen Interessen – und damit über meine wahre Persönlichkeit – doch nicht einfach mit meinen Kollegen sprechen! Ich befürchtete, ich könnte verurteilt, missverstanden oder ausgeschlossen werden, wenn nicht noch etwas Schlimmeres passieren würde. Dieses Gefühl des Alleinseins ging mit dem Gefühl einher, ein Undercover-Geist zu sein, der im Geheimen daran arbeitete, positive Energie, Zusammenarbeit, Ausgeglichenheit und Licht ins Büro zu bringen, wo solche Qualitäten nicht gerade Priorität hatten.

John hegte ähnliche Gefühle, und deshalb kontaktierte er mich. Er wünschte sich eine Seele, mit der er sich austauschen konnte, jemanden, der ihn verstand. Und wie ich ihn verstand!

Wie John mir erzählte, war er alleinstehend und Mitte zwanzig; er hatte sich ein paar Jahre zuvor auf einen spirituellen Weg gemacht, fühlte sich aber ohne Familie oder Freunde an seiner Seite sehr einsam. Ich berichtete ihm von meinen Erfahrungen mit Rückführungen in frühere Leben und erklärte ihm, dass das, was man in einer Rückführung lernt, immer perfekt zur aktuellen Situation passt und auf höchst unerwartete Weise Heilung bewirkt. In meiner Aufregung bot ich ihm an, mit ihm eine Rückführung zu machen, und neugierig wie er war, erklärte er sich damit einverstanden.

Ich hatte mich bereits mit so vielen Mitgliedern meiner Familie und so vielen Freunden wie möglich leidenschaftlich über das Thema »Rückführung« unterhalten und viele von ihnen auch schon zurückgeführt. Aber mit John war es etwas anderes; ich hatte ihn ja gerade erst kennengelernt.

Vor unserem Termin war ich ganz schön nervös; meine Stimme zitterte, als ich ihn anleitete, körperlich zur Ruhe zu kommen. Doch während ich ihn in die Entspannung führte, entspannte auch ich mich. Ich hatte keine Ahnung, dass ich die erste und vielleicht überraschendste Lektion lernte, die es für mich aus solchen Rückführungen in andere Leben zu lernen gab.

Was hat er da gesagt?!

Ich half John also, sich nach innen zu wenden, und bat ihn dann, mir zu erzählen, was er sah, fühlte und hörte. Er beschrieb, wie er vor einem Friseurladen auf einer gepflasterten Straße stand. Die Straßenlaternen hatten Lampenschirme. Er trug einen Anzug – braune Hosen, eine Weste und ein gestreiftes Hemd, eine braune Jacke und dazu elegante Schuhe und, wie er beschrieb, eine Art »Zeitungsjungenmütze«. Er war Anfang 30; auch in diesem Leben hieß er John (in anderen Leben, in die ich ihn zurückführte, trug er zwar andere Namen, aber ich werde ihn der Einfachheit halber John nennen).

Ich machte mit der Sitzung weiter und stellte John Fragen über sein Leben. Er erzählte mir, wie sich sein Leben entwickelte, und nannte dabei auch Namen und Daten. Er lebte als erfolgreicher Banker in Brooklyn, New York, und hatte mit seiner Frau Katherine einen Sohn und eine Tochter. Wir erlebten die Geburt seines Sohnes im Jahr 1940 und die Hochzeit seiner Tochter 1963, und wir entdeckten, dass sein Sohn bei einem Autounfall 1957 ums Leben kam. Wie John sich erinnerte, dachte er am Hochzeitstag seiner Tochter, sie hätte einen besseren Mann finden können.

Er und seine Tochter verloren im Lauf der Jahre den Kontakt zueinander, und nach dem Tod seiner Frau im Jahr 1971 wurde er sehr einsam. Jahrelang fühlte er sich vom Rest der Welt abgeschnitten; aufgrund schlechter Investitionsentscheidungen hatte er sein Vermögen verloren. 1978 beging John Suizid.

In diesem früheren Leben musste John vor allem etwas über Einsamkeit und die Konsequenzen eines Suizids lernen (darauf gehen wir in Kapitel 6 viel ausführlicher ein). Johns Seele verließ seinen Körper, und er traf auf der anderen Seite seinen Geistführer. Sie sprachen über die Notwendigkeit einer Wiedergeburt, um sich das Thema »Einsamkeit«, das er in diesem abrupt beendeten Leben nicht ertragen konnte, noch einmal anzuschauen. Er wurde sehr schnell wiedergeboren – wie er sagte, im Jahr 1950.

Was hat er da gesagt?! Die Frage hallte laut in meinem Kopf wider. Oh Gott!

Ich wurde von Panik und Unglauben überschwemmt. John lag auf der Liege vor mir, ich saß daneben auf einem Stuhl und versuchte, ihm nicht zu zeigen, wie schockiert ich war. Wir hatten gerade sein Leben als Mensch durchlebt, in dem er Anfang des 20. Jahrhundert auf die Welt gekommen war und 1978 starb – und jetzt erzählte er mir, in seinem nächsten Leben sei er im Jahr 1950 geboren worden!

Mein Verstand protestierte.