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Für Medienkompetenz in der Familie und in der Schule - Gemeinsam gegen Cybermobbing Digitale Medienangebote sind für Kinder und Jugendliche durch Smartphones und mobiles Internet zu Hause, in der Schule und auch unterwegs gleichermaßen verfügbar. Eltern und Schulpersonal stehen damit gemeinsam vor der Herausforderung, Kinder und Jugendliche online zu schützen und eine angemessene und kompetente Nutzung von Medien zu gestalten. PARENT MEDIA bietet Beschäftigen an Schulen ein wissenschaftlich fundiertes, praxistaugliches Kurzprogramm für den Einbezug der Eltern in die Prävention von Cybermobbing und die Förderung elterlicher Medienkompetenz. An zwei interaktiven Themenabenden erarbeiten Sie gemeinsam mit Schüler:innen und Eltern einen positiven Umgang mit Medien und stärken die Zusammenarbeit gegen Cybermobbing. Dazu bietet das Manual eine Schritt-für-Schritt Anleitung, Methoden, Hinweise und alle benötigten Materialen. Ob als Ergänzung zu schulbasierten Präventionsprogrammen oder als eigenständige Maßnahme - PARENT MEDIA holt die Eltern mit ins Boot und vermittelt unabdingbare Kompetenzen in der Medienerziehung.
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Seitenzahl: 107
Veröffentlichungsjahr: 2023
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Vorwort
Teil 1 – Hintergrund und Programmbeschreibung
Wissenschaftlicher und theoretischer Hintergrund
Die Rolle der Eltern bei der Mediennutzung von Jugendlichen
Was Zusammenarbeit zwischen Lehrkräften und Eltern bewirken kann
PARENT MEDIA – Das Konzept
Entwicklungsgrundlage und Programm-Ziele
Programmkomponenten und Programmablauf
Zur Anpassbarkeit des Programms
Praktische Tipps und Hinweise zur Zusammenarbeit mit Eltern
Die Haltung der 4 A’s
Was tun, falls es zu Konflikten kommt?
Teil 2 – Programm-Manual
Vorbereitungen vor dem ersten Themenabend
Vorbereitung 1.1: Mit Methoden und Material vertraut machen
Vorbereitung 1.2: Planung des 1. Themenabends
Vorbereitung 1.3: Termine für die Themenabende festlegen
Vorbereitung 1.4: Vorbereitung der Inhalte im Unterricht
Vorbereitung 1.4.1: Schulstunde / Einführung zum Thema
Vorbereitung 1.4.2: Ankündigung und Besprechung der Themenabende
Vorbereitung 1.4.3: Erarbeitung der Gruppenbeiträge für die Themenabende
Vorbereitung 1.4.4: Sammeln anonymer Erlebnisse zur Veranschaulichung für die Eltern
Vorbereitung 1.5: Raum reservieren
Vorbereitung 1.6: Die Eltern einladen
Vorbereitung 1.7: Sich auf eigene Beiträge vorbereiten
Vorbereitung 1.8: Materialien organisieren
Vorbereitung 1.9: Am Tag des 1. Themenabends
Der erste Themenabend
Themenabend 1 – Teil 1: Eröffnung
Schritt 1.1 Begrüßung und Eröffnung
Schritt 1.2 Erwartungen und Befürchtungen
Themenabend 1 – Teil 2: Mediennutzungsverhalten der Jugendlichen – Funktionen, Risiken, Cybermobbing
Schritt 2.1 Einleitung ins Thema
Schritt 2.2 Vortrag der Schüler*innen [Alternative: Schritt 2.3]
Schritt 2.3 Vorstellung der Unterrichtsergebnisse [Alternative zu Schritt 2.2]
Schritt 2.4 Kurzpräsentation aus Sicht von Expert*innen
Schritt 2.5 Reflexionsfrage
Schritt 2.6 Meinungslinie
Themenabend 1 – Teil 3: Die Rolle der Eltern bei der Mediennutzung der Jugendlichen
Schritt 3.1 Kurzpräsentation: Elterliche Verantwortung aus rechtlicher Sicht
Schritt 3.2 Zirkuläre Frage: Die Perspektive der Jugendlichen
Schritt 3.3 Plakatvorstellung: Das sehen die Jugendlichen als Aufgabe der Eltern
Themenabend 1 – Teil 4: Abschluss und Ausblick auf den zweiten Themenabend
Schritt 4.1 Abgleich mit den Befürchtungen und Abschlussblitzlicht
Schritt 4.2 Handout austeilen
Schritt 4.3 Abschluss und Ausblick auf den zweiten Themenabend
Vorbereitungen vor dem zweiten Themenabend
Vorbereitung 2.1: Mit Methoden vertraut machen
Vorbereitung 2.2: Gegebenen Falls Raum Reservieren und bekannt geben
Vorbereitung 2.3: Planung des 2. Themenabends
Vorbereitung 2.4: Vorbereitungen mit den Schüler*innen abschließen
Vorbereitung 2.5: Erinnerung an den Termin und das leibliche Wohl
Vorbereitung 2.6: Auf eigene Beiträge vorbereiten
Vorbereitung 2.7: Materialien organisieren
Vorbereitung 2.8: Am Tag des Themenabends
Der zweite Themenabend
Themenabend 2 – Teil 1: Eröffnung
Schritt 1.1 Begrüßung & Eröffnung
Schritt 1.2 Wiederholung des ersten Themenabends & Überleitung
Themenabend 2 – Teil 2: Der Umgang mit Medien in der Familie
Schritt 2.1 Input: Medienerziehung
Schritt 2.2 Reflexionsbogen: Welche Strategien werden bei uns benutzt?
Schritt 2.3 Familien-Dialog: Wie nimmst Du das wahr?
Schritt 2.4 Reflexion in Plenum
Schritt 2.5 Umbaupause für das Rollenspiel
Schritt 2.6 Rollenspiel der Jugendlichen: Das wünschen wir uns
Schritt 2.7 Fragerunde zum Rollenspiel [Optional]
Schritt 2.8 Präsentation der Jugendlichen [Alternative zu Schritt 2.6]
Schritt 2.9 Kurze Pause
Schritt 2.10 Meinungslinie zum Verhalten von Eltern und Jugendlichen
Schritt 2.11 Gemeinsame Zielformulierung der Eltern & Jugendlichen
Schritt 2.12 Gedankenreise
Themenabend 2 – Teil 3: Zusammenarbeit von Jugendlichen, Eltern und Schule gegen Cybermobbing
Schritt 3.1 Präsentation Ideensammlung: Wer kann was tun?
Schritt 3.2 Gemeinsames erarbeiten einer Zusammenarbeits-Vision
Themenabend 2 – Teil 4: Abschluss
Schritt 4.1 Blitzlicht-Feedback
Schritt 4.2 Aushändigen der Elternbroschüre und des Handout II
Schritt 4.3 Verabschiedung
Nach dem zweiten Themenabend
N1 Zusammenarbeits-Vision verbreiten
N2 Regelmäßige Elterngespräche und Gespräche bei Bedarf
Literaturnachweise
Materialien
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
mit der fortschreitenden Digitalisierung der Lebenswelten von Jugendlichen werden Lehrkräfte1 wie Eltern vor große Herausforderungen gestellt. Medienangebote, Apps und Spiele entstehen in einem Tempo, bei dem es schwer ist mitzuhalten, und verlieren teilweise in gleichem Tempo wieder an Popularität. Die Kommunikation zwischen Jugendlichen findet zu einem bedeutsamen Teil über Smartphone und Computer statt und somit außerhalb der unmittelbaren Sichtweite von Erziehungsberechtigten. Wenn Mobbing zu Cybermobbing wird, enden die Übergriffe nicht nach Verlassen des Schulgeländes, sondern können zu Hause, unterwegs und überall sonst die Betroffenen verfolgen. Gerade deshalb braucht es engagierte Lehrkräfte und Eltern, die zusammenarbeiten, um Cybermobbing effektiv entgegenzutreten und eine prosoziale Mediennutzung unter der Jugendlichen zu fördern. In diesem Sinne: Danke, dass Sie sich für das Programm PARENT MEDIA interessieren, das genau diese Zusammenarbeit fördern und unterstützen soll.
Wir wissen, dass Lehrkräften heutzutage vieles abverlangt wird. Neben dem Lehrbetrieb bei häufig eng bemessenen Personal- und Zeitressourcen erfordern Umstellungen z.B. im Bereich der Digitalisierung und zuletzt Maßnahmen zur Bekämpfung der COVID-19-Pandemie zusätzliche Anstrengungen. Da ist es nachvollziehbar, wenn der eine oder die andere denken mag: „Und nun auch noch Elternarbeit?“2 Tatsächlich weisen wissenschaftliche Untersuchungen darauf hin, dass sich Lehrkräfte in Bezug auf die Umsetzung von Präventionsprogrammen und insbesondere, wenn es um den Einbezug der Eltern geht, nicht ausreichend unterstützt fühlen (Cunningham et al., 2016).
Vielleicht auch deshalb halten sich leider in Teilen des Schulpersonals hartnäckige „Mythen“ über die Zusammenarbeit mit Eltern. Diesen zufolge sei diese Zusammenarbeit anstrengend, undankbar und zum Scheitern verurteilt, weil die Eltern nicht mitspielen würden und es gäbe weder Ressourcen noch Unterstützung dafür. Selbstverständlich ‚glauben‘ nicht alle Lehrkräfte diese „Mythen“, viele setzen sich seit Jahren engagiert und erfolgreich in der Zusammenarbeit mit Eltern ein.
Den Ergebnissen einer österreichischen Studie zu Folge sind das Interesse und die Bereitschaft, sich gegen Cybermobbing zu engagieren unter Eltern wie Lehrkräften groß (Gradinger et al., 2017). Mit PARENT MEDIA wollen wir die benötigte Anleitung und Unterstützung dabei bieten, eine positive und wirksame Zusammenarbeit aufzubauen, die Eltern in die Prävention von Cybermobbing miteinbezieht und ihnen hilft, prosoziale Mediennutzung unter Jugendlichen zu fördern.
Im Vorliegenden Manual finden Sie die wissenschaftlich-theoretischen Hintergründe für das Programm, eine Beschreibung dessen, was PARENT MEDIA erreichen soll und wie das gelingen kann, sowie eine detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitung für die Durchführung an Ihrer Schule. Wir möchten Sie dabei ermutigen, die Chancen einer Zusammenarbeit mit den Eltern zu nutzen, und bieten Ihnen hierzu mit dem vorliegenden Programm wissenschaftlich fundierte Informationen, Methoden und Materialien.
Viel Freude bei der Umsetzung wünscht
Das PARENT MEDIA Team
Alle begleitenden Materialien zum Manual, Arbeitsblätter, Foliensätze usw. stehen für Sie kostenlos zum Download zur Verfügung! Auf der Internetseite https://www.medienhelden.info/parentmedia/ finden Sie einen Link zum Herunterladen der gesammelten Materialien.
Wenn Sie dazu aufgefordert werden, geben Sie einfach das Passwort medien&kompetenz ein. Dann können Sie die Materialien als .zip Archiv herunterladen. Eine Anleitung zum Entpacken des Archivs finden Sie ebenfalls unter der angegebenen Web-Adresse.
1 Das Programm PARENT MEDIA richtet sich an verschiedene an Schulen beschäftigte Berufsgruppen wie Lehrer*innen, Schulsozialarbeiter*innen, Erzieher*innen usw. Der Lesbarkeit halber sprechen wir im Manual meist von Lehrkräften. Abgesehen von wissenschaftlichen Studienergebnissen, die sich wenn so beschrieben tatsächlich ausschließlich auf Lehrer*innen beziehen, möchten wir damit aber selbstverständlich alle Leser*innen ansprechen.
2 Wir sprechen im Kontext von PARENT MEDIA bewusst von einer Zusammenarbeit zwischen Lehrkräften und Eltern, anstatt den Begriff der Elternarbeit zu verwenden. Damit wollen wir zum Ausdruck bringen, dass es weder darum geht die Eltern zu „bearbeiten“ noch, dass die Eltern für die Lehrkräfte arbeiten oder umgekehrt. Vielmehr wollen wir zu einer gegenseitigen Unterstützung und Zusammenarbeit auf Augenhöhe anregen. Mehr dazu im Abschnitt Die Haltung der 4 A‘s.
Entwicklungsbedingt orientieren sich Jugendliche – im Vergleich zu Kindern – zunehmend weniger an ihren Eltern und mehr an Gleichaltrigen (Fend, 1998; Sasson & Mesch, 2017). Außerdem stehen die Eltern in Bezug auf die Regulierung der Nutzung digitaler Medien und des Online-Verhaltens der Jugendlichen vor Herausforderungen (Clark, 2011; Elsaesser et al., 2017), zum Beispiel durch die zunehmende Individualisierung und Mobilisierung der Internetnutzung durch die Verbreitung von Smartphones oder durch mangelndes Wissen über die neuen Technologien (Midamba & Moreno, 2019). Dennoch spielen die Eltern eine wichtige Rolle bei derMediennutzung durch die Jugendlichen. Zum einen sind sie gesetzlich verpflichtet und tragen moralische Verantwortung, für ihr Kind zu sorgen, es zu pflegen, zu erziehen und zu beaufsichtigen, um es vor möglichen Gefahren zu schützen, wie aus dem Bürgerlichen Gesetzbuch (§§ 1626, 1627 und 1631) hervorgeht. Diese Verpflichtung gilt auch online und im Umgang mit digitalen Medien und unabhängig von den Vorkenntnissen der Eltern! Zum anderen zeigen wissenschaftliche Erkenntnisse deutlich, dass die Eltern durch ihr allgemeines Erziehungsverhalten aber auch durch den spezifischen Umgang mit Medien maßgeblich beeinflussen, wie die Jugendlichen selbst Medien nutzen und wie sie sich online verhalten. Dies lässt sich am Konkreten Einfluss der Eltern auf die Involvierung der Jugendlichen in Cybermobbing gut veranschaulichen und belegen.
Cybermobbing
Von Cybermobbing spricht man, wenn über das Internet oder digitale Medien Personen gezielt beleidigt, belästigt, verunglimpf, bedroht oder ausgeschlossen werden und die Vorfälle entweder wiederholt auftreten oder durch ihre Öffentlichkeit als besonders schwerwiegend empfunden werden. Da sich Betroffene oft nur schwer gegen Cybermobbing wehren können, fühlen sie sich häufig hilflos (Nocentini et al., 2010; Smith et al., 2008).
Cybermobbing geht mit teilweise schweren Folgen für Betroffene aber auch für Ausübende einher. Dazu zählen etwa Ängste, Depressionen bis hin zur Suizidalität, psychosomatische Probleme und Verhaltensauffälligkeiten (Kowalski et al., 2014; Marciano et al., 2020; Schultze-Krumbholz & Scheithauer, 2015).
Cybermobbing und „traditionelles“ Schulhof-Mobbing überlappen sich. Jugendliche, die in Offline-Mobbing involviert sind, werden häufiger auch Betroffene oder Ausübende von Cybermobbing und umgekehrt (Marciano et al., 2020). Auf Grundlage von Befragungsstudien ist davon auszugehen, dass zwischen 2% (Fischer et al., 2020) und 6% (Kliem et al., 2020; Porsch & Pieschl, 2014) der Jugendlichen in Deutschland sich selbst als Betroffene von regelmäßigem Cybermobbing sehen, allerdings schätzungsweise ein Drittel aller Jugendlichen jemals von Verhalten betroffen waren, das Charakteristika von Cybermobbing aufweist (Porsch & Pieschl, 2014).
Das allgemeine Erziehungsverhalten, mit dem Eltern Einstellungen und Verhaltensweisen ihrer Kinder prägen, wirkt sich auch auf den Umgang der Jugendlichen mit Medien aus. So geht ein autoritativer Erziehungsstil, bei dem Eltern eine zugewandte, unterstützende Haltung einnehmen und zugleich das Verhalten der Jugendlichen mitverfolgen und Kontrollieren, mehreren Studien zu Folge mit weniger Ausübung von Cybermobbing einher (Broll & Reynolds, 2021; Elsaesser et al., 2017; López-Castro & Priegue, 2019; Moreno–Ruiz et al., 2019; Zurcher et al., 2018) und scheint die Jugendlichen auch davor zu schützen, Betroffene von Cybermobbing zu werden (Moreno-Ruiz et al., 2019). Eine autoritäre Erziehung mit hoher Kontrolle bei geringer emotionaler Wärme scheint hingegen Ausübung und Betroffenheit von Cybermobbing zu begünstigen (López-Castro & Priegue, 2019; Martinez et al., 2019; Moreno-Ruiz et al., 2019; Zurcher et al., 2018). Familienzusammenhalt, wahrgenommene familiäre Unterstützung und wahrgenommene Nähe und Vertrauen in der Beziehung zu den Eltern werden in Überblicksarbeiten übereinstimmend als Schutzfaktoren davor genannt, von Cybermobbing betroffen zu sein oder es selbst auszuüben (Elsaesser et al., 2017; López-Castro & Priegue, 2019), und wenn Jugendliche sich gut mit ihren Eltern verstehen sowie wenn diese die Unabhängigkeit und Selbständigkeit der Jugendlichen fördern, kann dies die Auswirkungen von Cybermobbing mildern (DeSmet et al., 2021; Gómez-Ortiz et al., 2018; Sampasa-Kanyinga et al., 2020). Auch das Ausmaß, in dem Eltern offline wie online beaufsichtigen und überwachen (engl. parental monitoring) wird mit der Involvierung in Cybermobbing in Verbindung gebracht. In Überblicksarbeiten zeigen sich positive Effekte, sowohl gegen die Ausübung als auch gegen die Betroffenheit von Cybermobbing (Elsaesser et al., 2017; López-Castro & Priegue, 2019).
Körperliche und emotionale Bestrafung sowie ein einschränkender oder manipulierender Umgang mit den Emotionen der Jugendlichen hingegen begünstigen Studien zufolge Cybermobbing und verschlimmern dessen Folgen für Betroffene (DeSmet et al., 2021; Gómez-Ortiz et al., 2018).
Eltern beeinflussen Online-Verhaltensweisen von Jugendlichen also schon alleine dadurch, wie sie generell mit den Jugendlichen umgehen. Besonders eine unterstützende, zugewandte und verständnisvolle Haltung der Eltern kombiniert mit Beaufsichtigung und Kontrolle wirkt wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge präventiv gegen Risikoverhalten, auch online.
Natürlich haben die Eltern aber auch direkten Einfluss darauf, wie Jugendliche Medien nutzen. So bestimmen sie über die Medienausstattung im häuslichen Umfeld und darüber, welche Geräte die Jugendlichen selbst besitzen. Darüber hinaus beeinflusst das spezifische Medienerziehungsverhalten der Eltern, ob sich die Jugendlichen online prosozial Verhalten und in welchem Maße sie Risiken wie z.B. Cybermobbing ausgesetzt sind. Medienerziehung, auch als elterliche Mediation bezeichnet, kann allgemein beschrieben werden als „Interaktionen von Eltern und Kindern über die Nutzung von Medien“ (Pfetsch, 2018, S. 114). Üblicherweise werden mindestens drei Formen von Medienerziehungsverhalten unterschieden: 1) Restriktive Mediation, bei der Eltern den Zugang zu Medieninhalten durch Regeln und Kontrolle beschränken, 2) Co-Nutzung, bei der Eltern bei der Mediennutzung anwesend sind oder Teilhaben, aber nicht zwangsläufig mit den Jugendlichen über die Inhalte diskutieren und 3) aktive Mediation, bei der die Eltern mit den Jugendlichen über Medieninhalte kommunizieren und gemeinsam mit ihnen Regeln zur Mediennutzung festlegen (Eichen et al., 2021; Elsaesser et al., 2017; Pfetsch, 2018; Wright, 2018). Weitere elterliche Mediationsformen umfassen 4) partizipatives Lernen, also gemeinsame Auseinandersetzung mit Medien, bei der Eltern gemeinsam mit den Jugendliche dazulernen (Clark, 2011; Eichen et al., 2021; Pfetsch, 2018) und
