Paul Signac und Kunstwerke - Paul Signac - E-Book

Paul Signac und Kunstwerke E-Book

Paul Signac

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Beschreibung

Paul Signac (1863-1935), in jungen Jahren von den Werken Monets inspiriert, war ein Freund und Kollege Georges Seurats, der die wissenschaftliche Präzision des Pointillismus mit der lebendigen Farbe und Emotion des Impressionismus verband. Auch war er ein enger Freund van Goghs, der seine Technik bewunderte, und immer auf der Suche nach neuen Inspirationen für seine monumentalen Bildkompositionen, bereiste Signac die Welt. In dem vorliegenden Buch wird nicht nur die Komplexität von Signacs herausragender, auf wissenschaftlicher Farbzerlegung beruhender Technik untersucht, sondern auch viele Details seiner berühmtesten Werke gezeigt.

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Seitenzahl: 72

Veröffentlichungsjahr: 2023

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Autor: Paul Signac

Layout:

Baseline Co.Ltd

61A-63A Vo Van Tan Street

4. Etage

Distrikt 3, Ho Chi Minh City

Vietnam

©Confidential Concepts, worldwide, USA

©Parkstone Press International, New York, USA

Image-Barwww.image-bar.com

Weltweit alle Rechte vorbehalten.

Soweit nicht anders vermerkt, gehört das Copyright der Arbeiten den jeweiligen Fotografen, den betreffenden Künstlern selbst oder ihren Rechtsnachfolgern. Trotz intensiver Nachforschungen war es aber nicht in jedem Fall möglich, die Eigentumsrechte festzustellen.Gegebenenfalls bitten wir um Benachrichtigung.

ISBN:978-1-78310-175-7

In Erinnerung an Georges Seurat

Ist nicht derjenige ein Künstler, der danach strebt, das Einzigartige im Vielfältigen zu kreieren und seine Forschung in den Dienst der Empfindungen zu stellen?

— Paul Signac

INHALT

In Erinnerung an Georges Seurat

Biografie

DOKUMENTE

DIE ERRUNGENSCHAFTEN DELACROIX’

Die koloristische Evolution

Der Beitrag der Impressionisten

Der Beitrag der Neo-Impressionisten

DIVISIONISTISCHE MALEREI

Georges Seurat, 1890

Bleistiftzeichnung, 36,5x31,6

Biografie

11. November 1863 Paul Signac wird in eine bürgerliche Händlerfamilie hineingeboren.

1880 Obwohl seine Familie für ihn eine Laufbahn als Architekt vorgesehen hatte, verlässt Signac die Schule kurz vor dem Abschluss, um sich ganz einem Leben als Künstler zu widmen. Er lässt sich in Montmartre nieder und befasst sich mit den Impressionisten und Claude Monet. Er lernt Berthe Roblès kennen, eine entfernte Cousine Camille Pissaros, die er zehn Jahre später heiratet.

1882-1883 Seine ersten Werke zeigen Ansichten von Montmartre, Asnières-sur-Seine (der Familiensitz) und Frauenstudien, vor allem von Berthe Roblès. Sein Stil ist stark von Monet beeinflusst.

Dezember 1886 Im Rahmen einer Ausstellung der Société des Artistes Indépendants zeigen Seurat, Signac und Picasso ihre Werke. Ihre Technik ist anders als alles zuvor dagewesene: sie malen mit kleinen Farbtupfern und setzen die reinen Farben nebeneinander auf die Leinwand. Diese Technik heißt Divisionismus. Der Terminus „Neo-Impressionismus“ wird das erste Mal von dem Kunstkritiker Félix Fénéon benutzt.

1887 Das Meer übt eine starke Anziehungskraft auf Signac aus, er malt zahlreiche Landschaftsbilder. Er zieht nach Südfrankreich und lernt van Gogh kennen.

1889 Signac verbringt den Sommer am Mittelmeer und besucht van Gogh in der Klinik.

1891 Nach dem Tod Seurats verlässt Signac Paris und zieht in die Bretagne. Wenig später lässt er sich mit seiner Familie in Saint-Tropez nieder. Es entstehen erste leuchtende Aquarelle, und Signac versucht sich an großen, dekorativen Gemälden.

1893 Nach Veröffentlichung der Erstausgabe von Delacroix’ Journal

1896 Er verfasst D’Eugène Delacroix au néo-impressionisme („Von Eugène Delacroix zum Neo-Impressionismus“), eine Schrift, die den 1899 aufkommenden Neo-Impressionismus inspirieren wird.

1902 Signac stellt 100 Aquarelle in der Galerie Bing aus.

1908 Er wird Präsident der Société des Artistes Indépendants und bleibt es bis zu seinem Tod. Einige Maler pilgern zu seinem Haus in Saint-Tropez, unter ihnen auch Matisse und Maurice Denis. Signac unternimmt eine Reise nach Venedig.

1911 Signac stellt sein Aquarell Les Ponts de Paris („Die Brücken von Paris“) in der Galerie Bernheim-Jeune aus. Aquarell wird zu seiner bevorzugten Technik, noch vor dem Ölbild.

1915 Er zieht nach Antibes und wird zum „Peintre officiel de la Marine“ („offizieller Maler der Marine“) ernannt.

1929 Signac beginnt eine Serie von Aquarellen französischer Häfen, wozu er zahlreiche Küstenregionen besucht.

DOKUMENTE

Zu glauben, dass Neo-Impressionisten Künstler sind, die ihre Leinwände einfach nur mit kleinen bunten Punkten volltupfen, ist ein weitverbreiteter Irrtum. Wir werden später beweisen, was hier zunächst nur in den Raum gestellt werden soll: dieses niveaulose Getupfe hat weder mit der Ästhetik der Künstler, für die wir hier in die Bresche springen, noch mit der Technik des Divisionismus, derer sie sich bedienen, etwas gemeinsam.

Denn Neo-Impressionismus entsteht nicht durch Punkte, sondern durch Teilung. Division sorgt dafür, dass sämtliche Facetten von Leuchtkraft, Farbe und Harmonie gewährleistet werden.

Étude Asnières (Charles Tosquet vu de dos) (Studie in Asnieres (Charles Tosquet von hinten gesehen))

1883

Öl auf Leinwand, 92,5x65cm

Privatsammlung

Dies geschieht durch die optische Mischung einzigartiger, reiner Pigmente (alle Farben des Regenbogens in sämtlichen Abstufungen) und durch die Trennung verschiedener Elemente (Lokalfarben, Beleuchtungsfarben und ihre Reaktionen aufeinander), durch die Balance dieser Elemente und ihrer jeweiligen Anteile (nach den Gesetzen ihres Kontrastes, ihrem Zerfall und ihrer Leuchtkraft) und durch die Wahl einer Pinselführung, die der jeweiligen Leinwand angepasst ist. Diese vier Punkte beschreiben die Methode, die die Farbgebung der Neo-Impressionisten bestimmt. Die Mehrheit der Künstler bedient sich darüber hinaus undurchschaubarer Gesetze,

Der rote Strumpf

1883

Öl auf Leinwand, 61x46cm

die die Linienführung und Richtung beeinflussen und so die Harmonie der schönen Ordnung sicherstellen. Mit diesem Wissen über Farbgebung und Linienführung beschränkt der Maler die lineare und chromatische Komposition seines Bildes, indem er die für das jeweilige Sujet angemessenen Techniken verwendet.

Bevor wir hier weiter in die Tiefe gehen, berufen wir uns auf die Autorität des unbestrittenen Genies Eugène Delacroix. Es war jener große Meister, der die Regeln von Farbe, Linienführung und Komposition formuliert hat, die wir hier eben ausgeführt haben. Wir werden nun nacheinander sämtliche Bestandteile der Ästhetik und der Technik der Neo-Impressionisten untersuchen und sie dann mit den Richtlinien von Delacroix,

Straße nach Gennevilliers

1883

Öl auf Leinwand, 73x91cm

die er in seinen Briefen, Artikeln und den drei Ausgaben seines Journals (Journal d’Eugène Delacroix) ausführt, vergleichen.

Auf diese Weise werden wir zeigen, dass die anderen Neo-Impressionisten nur den Lehren ihres großen Meisters folgten und seine Forschung fortsetzten. Das Ziel ihrer Technik ist es, ein Maximum an Licht und Farbe zu erhalten. Doch es war nicht eindeutig ausformuliert, als Delacroix ausrief: „Grau ist der Feind jedes Malers!“ Um ein glänzendes, farbiges Leuchten zu erhalten, nutzten die Neo-Impressionisten nichts als reine Farbe,

Square Saint-Pierre (construction du Sacré-Coeur) (Saint-Pierre-Platz. Errichtung von Sacré-Coeur)

Herbst 1883-1884

Öl auf Leinwand, 65,5x54,5cm

Öffentliche Kunstsammlung,

um das Licht einzufangen und so dem Spektrum des Regenbogens möglichst nahe zu kommen. Auch hier folgten sie dem Rat eines Mannes, der schrieb: „Verbannt alle Erdfarben!“

An den Farben schätzten sie immer die Reinheit und hüteten sich davor, sie mit anderen Farben zu mischen (außer natürlich mit Weiß und benachbarten Tönen, um so sämtliche Farben des Prismas erschaffen zu können). Sie setzten sie in einzelnen, klaren Punkten in geringem Abstand nebeneinander und erzielten durch das Spiel mit der optischen Farbmischung die gewünschten Ergebnisse – mit einem entscheidenden Vorteil:

Rue Caulaincourt

1884

Öl auf Leinwand, 35x27cm

Schenkung von Herrn und Frau David Weill,

Musée Carnavalet, Paris

während eine Pigmentmischung nicht nur dunkler wird,sondern auch verblasst, behält die optische Mischung ihre Klarheit und Leuchtkraft.

Delacroix’Verfahren mit Grün- und Violett-Tönen wurde von den Neo-Impressionisten einer logischen Verallgemeinerung unterzogen und auch auf die übrigen Farben angewandt. Vom großen Meister inspiriert und von den Arbeiten Chevreuls erzogen, entwickelten sie eine einzigartige Methode, mit der sie sowohl Licht als auch Farbe erhalten konnten. Jede ungewünschte Pigmentmischung kann durch eine optische ersetzt werden.

Die Künstler bemühten sich, jeden eindimensionalen Farbton, der schwach oder langweilig erschien,

Port-En-Bessin. Der Fischmarkt

1884

Öl auf Leinwand, 60x92cm

Tai Cheung Holdings Ltd

mit Hilfe der Mischung von optischen Pinselstrichen und entgegengesetzten Farbverläufen zum Schillern zu bringen. Bereits Delacroix erläuterte allerdings das Prinzip und die Vorteile dieses Verfahrens: „Es ist gut, wenn die Pinselstriche nicht materiell verschmelzen. Sie mischen sich von selbst, je nach Abstand des Gesetzes, das sie vereint. Auf diese Weise erhält die Farbe mehr Energie und Frische.“

Ein wichtiger Teil des Divisionismus, nämlich die Zerlegung der Farbtöne in abgestufte Pinselstriche, war bereits vom großen Meister vorweg genommen worden. Es wurde deutlich,

Port-En-Bessin. La Valleuse

1884

Öl auf Leinwand, 45,5x64,5cm

dass seine Leidenschaft fürFarben unweigerlich dazu führen würde, die Vorteile von optischen Mischungen vorweg zu nehmen.