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Invasion auf der ATLANTIS - das Chaos bricht aus Am 10. Januar des Jahres 1200 NGZ, genau um 5 Uhr 33 Galaktischer Standardzeit, bricht über die Welten des Solsystems und das benachbarte Raumgebiet eine Katastrophe herein, die die gesamte auf 5-D-Basis arbeitende Technik lahmlegt und somit eine Tote Zone erzeugt. 26 Jahre nach den dramatischen Ereignissen um die Superintelligenz ES wird die solare Menschheit damit in eine neue existenzbedrohende Krise gestoßen. Im April 1200 NGZ haben die wichtigsten Galaktiker außerhalb der Toten Zone natürlich längst gehandelt. So hat Atlan von Olymp aus eine großangelegte Operation gestartet, mit der die Ausmaße des Gebiets der Hyperraum-Parese bestimmt werden können. Perry Rhodan dagegen liegt mit der ODIN in der Toten Zone fest. Es gibt keine Möglichkeiten der hypertechnischen Kommunikation zwischen denen, die von der Hyperraum-Parese betroffen sind, und denjenigen, die ihnen von außen Hilfe zu bringen versuchen. Das ändert sich erst, als die Ennox erscheinen. Nur sie können Nachrichten von Atlan in die Tote Zone hineinbringen, aber sie sind Plagegeister der allerersten Ordnung. Die Besatzung der ODIN bekommt das zu spüren, denn sie hat plötzlich ENNOX AN BORD ...
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Seitenzahl: 124
Veröffentlichungsjahr: 2013
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Nr. 1608
Ennox an Bord
Invasion auf der ATLANTIS – das Chaos bricht aus
von Horst Hoffmann
Am 10. Januar des Jahres 1200 NGZ, genau um 5 Uhr 33 Galaktischer Standardzeit, bricht über die Welten des Solsystems und das benachbarte Raumgebiet eine Katastrophe herein, die die gesamte auf 5-D-Basis arbeitende Technik lahmlegt und somit eine Tote Zone erzeugt. 26 Jahre nach den dramatischen Ereignissen um die Superintelligenz ES wird die solare Menschheit damit in eine neue existenzbedrohende Krise gestoßen.
Im April 1200 NGZ haben die wichtigsten Galaktiker außerhalb der Toten Zone natürlich längst gehandelt. So hat Atlan von Olymp aus eine großangelegte Operation gestartet, mit der die Ausmaße des Gebiets der Hyperraum-Parese bestimmt werden können.
Perry Rhodan dagegen liegt mit der ODIN in der Toten Zone fest. Es gibt keine Möglichkeiten der hypertechnischen Kommunikation zwischen denen, die von der Hyperraum-Parese betroffen sind, und denjenigen, die ihnen von außen Hilfe zu bringen versuchen. Das ändert sich erst, als die Ennox erscheinen.
Atlan – Der Arkonide bewahrt die Fassung.
Theta von Ariga – Sie wird zum Studienobjekt.
Perry Rhodan – Der Terraner veranlasst ein Experiment.
Philip und Ariane – Die Ennox wollen es ganz genau wissen.
Voltago
ATLANTIS
Zuerst kam der Knall, dann kam die Stimme:
»Hol mich das Chaos, wenn das nicht langsam zur Abhetzerei wird, Albino! Da habe ich mich auf was ganz Beknacktes eingelassen, und nur wegen des saublöden Witzes deines Feuerwehrhauptmannfreundes! He, Häuptling Silberhaar, dreh dich gefälligst um, wenn ich mit dir quatsche!«
Tranthan zuckte heftig zusammen. Der hoch empfindliche Scanner, den er mit beiden Händen gehalten hatte, fiel zu Boden und gab mit einem grünlichen Flackern den Geist auf. Tranthan blieb für zwei, drei Sekunden so stehen, wie er gestanden hatte, bevor er von hinten angerufen wurde – über eine halb offene Konsole gebeugt, die ihm Kummer bereitete. Die Kontrollen des Pults arbeiteten nicht normal, und was immer der Grund war, es entzog sich den automatischen Instandhaltungs- und Reparatursystemen.
Davon ging die ATLANTIS nicht unter, aber Theta von Ariga duldete es nun einmal nicht, dass an Bord ihres stolzen Schiffes auch nur die kleinste Kleinigkeit nicht so war, wie sie sein sollte.
»He, Mann!«, kreischte es hinter Tranthans Rücken. Die helle, falsetthohe Stimme produzierte ein nahezu akzentfreies Interkosmo. »Ich rede mit dir oder ist sonst noch einer hier in dem Stall?«
Ganz langsam drehte sich Tranthan um. Er blieb dabei in seiner gebeugten Haltung und sah dadurch aus wie ein Tattergreis. Dabei war der arkonidische Techniker keine hundert Jahre alt und fühlte sich in fast jeder Hinsicht gesund.
Bis auf den Moment, in dem er den Fremden erblickte.
»Das ... das gibt es nicht ...«, hörte er sich stammeln.
Tranthan blinzelte heftig, aber der Spuk blieb.
Der Fremde war von humanoider Gestalt, aber unglaublich dürr. Er mochte 1,90 Meter lang sein. Davon steckte mehr als die Hälfte in Kleidern, die von einem Lumpenball übrig geblieben sein mussten. Zwei dünne Beine mit rötlich schimmernder Behaarung lugten aus weiten, kurzen Hosen heraus und endeten in knöchelhohen, ledernen Kurzstiefeln. Obenherum trug der Fremde ein dünnes knallbuntes Hemd und eine ärmellose, viel zu kurze Weste.
Das Gesicht war schmal und blass, eingerahmt von wirr vom Kopf abstehenden Haaren, die ebenfalls rötlich schimmerten, obwohl sie eigentlich strohblond waren. Um die spitze Nase zeigten sich Hunderte von Sommersprossen, und die Augen des Wesens waren wasserblau und funkelten neugierig und unglaublich frech.
Das provozierende Grinsen des Fremden verwandelte sich in Enttäuschung, als Tranthan ihm jetzt Auge in Auge gegenüberstand und verzweifelt versuchte, den Eindringling einzuordnen. Denn ein Eindringling musste es sein. Kein übergeschnappter Arkonide konnte sich so verkleiden, und wenn Angehörige anderer Völker an Bord kamen, dann sprach sich das in der Regel schnell herum. Tranthan war immer ziemlich gut informiert, er hätte es wissen müssen.
Aber vielleicht doch – ein Ara?
»Ach, du heilige Sternschnuppe!«, sagte der Dürre und schwang sich aus dem Sattel des seltsamen Gebildes, auf dem er gesessen hatte. »Du bist ja überhaupt nicht der, mit dem ich ein paar Takte zu reden habe. Findest du das witzig, mich reinlegen zu wollen?«
»Ich ... äh ...«
»Schmier dir die weiße Farbe wieder aus dem Gestrüpp da oben. Oder sind die Borsten etwa echt?« Der Fremde winkte großzügig ab. »Na, egal. Dann seid ihr vielleicht alle Albinos. Also klappe die Zähne wieder zusammen, und bring mich zu eurem Oberalbino!«
»Ich ...«, machte Tranthan einen neuen Anfang.
»Du scheinst einen Ich-Komplex zu haben, Weißhaar. Tue mal etwas dagegen. Ist eine saublöde Angewohnheit, andauernd von sich selbst zu reden.« Der Fremde drehte sich zu seinem merkwürdigen Gestell um und schien den Arkoniden keiner weiteren Beachtung mehr wert zu befinden, da machte er noch einmal kehrt und trat an Tranthan vorbei zu einem halb geöffneten Schaltpult.
»Was ist das?«, fragte er. Sein dünner Zeigefinger tauchte gefährlich tief zwischen ein halbes Dutzend energetischer Felder unter der entfernten Verkleidung.
»Nicht!«, entfuhr es Tranthan. »Ich ...«
»Ich, ich, ich!«, fuhr der Dürre ihn an. »Ich frage dich, was für primitive Spielsachen du da in dem Kasten drin hast, und du sagst ich! Also bist du das, was da flackert und summt.«
»Ich ... ich bin ...«
»Dachte ich mir«, seufzte der Eindringling und ging wieder zu seinem Gestell. »Das lasse ich hier, und du passt darauf auf, Ich. Aber ich warne dich, Ich! Dass mir nicht daran herumgemacht wird! Das könnte schlimme Folgen für den Betreffenden haben. Ist das klar, Ich?«
Tranthan schluckte und nickte. »Na also!«
Damit verschwand der Fremde, und Tranthan sah es genau. Er löste sich einfach in Luft auf, so, wie es bei den sagenhaften Teleportern der Terraner gewesen sein musste, von denen nur noch der Mausbiber Gucky lebte.
Für Tranthan war es, als wache er aus einem vollkommen verrückten Traum auf. Er schluckte nochmals, japste nach Luft und sah, dass er nicht geträumt hatte.
Das Ding mit dem Sattel stand immer noch in der Mitte des kleinen Kontrollraums.
»Ich ... muss Alarm geben«, flüsterte Tranthan. »Ich ... bin nicht verrückt. Er war wirklich da. Ich ... Ach, verdammt!«
Der Arkonide stürzte zum Interkomanschluss und rief die Zentrale.
Man schrieb den 31. März des Jahres 1200 NGZ.
*
Manpol, Serles und Golphan, alle drei zur Besatzung des 150-Meter-Kreuzers AT-PAITO gehörend, saßen in einer stillen Ecke der Messe bei einem 3-D-Würfelspiel, das eine gewisse Ähnlichkeit mit dem vor langer Zeit auf Terra beliebten »Mensch-ärgere-dich-nicht« besaß. Jeder von ihnen hatte ein kleines Gerät in der rechten Hand, mit dem er, abhängig von der gewürfelten Zahl, die Spielfiguren der beiden anderen im Holo-Kubus durch seine eigene Figur bedrängen oder abschießen konnte. Natürlich musste es ihm vorher gelingen, sich durch ein regelrechtes Labyrinth von Schutzschirmen vorzuarbeiten. Kollidierte er mit einem solchen Schirm, dann freuten sich die anderen, und er brauchte eine neue Figur.
Golphan war gerade am Zug, und er hatte eine hervorragende Zahl gewürfelt, als es hinter ihm »plopp!« machte und der dürre Fremde an den Spieltisch trat.
»Also tatsächlich alles Albinos«, sagte der Eindringling, musterte aus zusammengekniffenen Augen das Spiel und nickte. »Keine Zeit für lange Erklärungen, Jungs, obwohl ich begreife, dass ihr natürlich nicht alle Tage so etwas wie mich seht. Denkt euch einfach, dass ihr auserwählt seid, mir zu sagen, wo euer Obersilberhaar steckt.«
Golphan verschluckte sich und sprang auf. Manpol war noch um eine Spur schneller als er und hatte den Strahler in der Hand, bevor man zweimal hinsehen konnte. Die drei Raumfahrer befanden sich in Einsatzbereitschaft und trugen deshalb ihre Waffen am Körper.
Manpol war gerade vierzig Jahre jung und träumte immer noch davon, einmal ein großer Weltraumheld zu werden und wenn schon nicht das Imperium oder die Galaxis, so doch wenigstens die ATLANTIS vor irgendwelchen Invasoren retten zu können. Von dieser Marotte abgesehen, war er ein ausgezeichneter Pilot und fähiger Triebwerksspezialist.
»Keine falsche Bewegung!«, sagte er mit leicht zitternder Stimme. Darauf hatte er lange gewartet. Seine Reflexe waren trainiert, nicht die geringste verräterische Regung des Fremdlings entging seinen zusammengekniffenen Augen. »Die Arme vom Körper gestreckt, keine Mätzchen! Ich paralysiere dich, bevor du überhaupt nur daran denken kannst, dich aus dem Staub zu machen, Teleporter!«
Seine beiden Freunde starrten ihn noch entgeisterter an als den dürren Unbekannten.
»Findest du nicht, dass du übertreibst?«, fragte Serles. »Ich meine, ich kenne den Kerl auch nicht, aber morgen ist der erste April, und du weißt, dass es immer noch Leute gibt, die den alten terranischen Brauch pflegen, andere Leute an diesem Tag zu veralbern. Wahrscheinlich gehört auch dieser Ara dazu und ...«
»Das ist kein Ara«, knurrte Manpol. »Ich habe genau gesehen, wie er einfach materialisiert hat, und mir ist kein Ara-Teleporter bekannt.«
Der Hagere begann frech zu grinsen und lehnte sich mit der linken Schulter gegen einen Getränkespender.
Manpol fühlte sich dadurch nur noch mehr herausgefordert, ja geradezu persönlich angegriffen.
»Ich will euch sagen, wer oder was das ist«, sagte er langsam. »Ich habe gehört, dass man an sehr hoher Stelle inzwischen der Meinung ist, diese Tote Zone um das Solsystem herum sei keinesfalls auf natürliche Weise entstanden, sondern künstlich geschaffen worden.«
»Wer sagt das?«, wollte Serles wissen, während der Fremde vorerst weiter schwieg und zuhörte, anscheinend immer belustigter.
Manpol lachte trocken.
»Das spielt jetzt keine besondere Rolle. Aber jemand soll diese Zone geschaffen haben, in der es keinen Hyperraum mehr gibt, wie wir ihn kennen, und in der nichts mehr geht, was auf fünfdimensionaler Basis funktioniert – überlichtschneller Raumflug, Transmitterverkehr, Energiegewinnung durch Hypertrop, Hyperfunk und vieles andere.«
»Du meinst ... der Fremde dort ist ... einer von ihnen?«, fragte Serles entsetzt. »Einer von denen, die das angestellt haben?«
»Vielleicht sagt uns unser Freund das selber«, murmelte Manpol – wie er glaubte, gefährlich leise. Er winkte leicht mit dem Strahler. »Na los schon, Klappergestell! Was willst du hier, wer hat dich geschickt, was bezweckt ihr mit der Toten Zone?«
»Manpol«, flüsterte Golphan. »Vielleicht sollten wir jetzt doch besser die Zentrale informieren.«
Der Beibootpilot suchte noch nach einem Argument, um diesen Schritt so lange wie möglich hinauszuzögern, als plötzlich wieder Bewegung in den Fremden kam. Der Spindeldürre stieß sich mit einem demonstrativen Gähnen vom Getränkespender ab und kam mit so gelangweilten Bewegungen auf Manpol zu, als wolle er sich im Vorübergehen nach der Uhrzeit erkundigen.
»Stehen bleiben oder meine Waffe geht los!«, rief der junge Arkonide.
Ein Eindringling!, schoss es ihm durch den Kopf. Einer von denen, die für den ganzen Schlamassel verantwortlich sind! Der Erste, den wir je entdecken und dingfest machen konnten! Von mir gestellt! Atlan persönlich werde ich ihn übergeben, und dann ...
Eine Karriere in der Flotte oder ein Offiziersrang bei den Imperialen Garden! Aufnahme in den Adelsstand! Alles war möglich, wenn er jetzt die Chance beim Schopf ergriff und ...
Der Fremde war es, der etwas ergriff, und zwar Manpols Kombistrahler. Bevor der Arkonide es sich versah, lag die Waffe schon in der Hand des Dürren. Der Eindringling musterte sie nur kurz und warf sie mit einem lauten »Tsss!« in die Ecke.
»Primitiv«, stellte er fest. »Älteste Urzeit. Wenn aus euch noch einmal etwas werden soll, dann schafft euch bald mal besseres Handwerkszeug an. So, Held des Universums, und nun gib endlich Alarm, damit euer Häuptling Oberalbino möglichst in diesem Jahr noch merkt, dass ihn hier jemand zu sprechen wünscht. Du fügst am besten noch hinzu, dass sein Freund das so gewollt hat.«
»Sein Freund?«, fragte Serles schnell, bevor Manpol seine Verblüffung über die Unverfrorenheit des unheimlichen Invasors überwinden konnte.
»Der Feuerwehrhauptmann. Reginald Bull.« Der Hagere schickte Serles mit einer lässigen Handbewegung zum Interkomanschluss und setzte sich auf den Stuhl des Verblüfften. Dann winkte er Manpol heran.
»Und du erklärst mir jetzt dieses Spiel. Dafür erzähle ich dir einen Witz.«
Manpol starrte ihn an, lachte kurz, starrte noch einmal und brach dann in ein so schallendes Gelächter aus, als käme ihm die ganze Lächerlichkeit seines Verhaltens von vorhin mit einem Schlag voll zum Bewusstsein.
»Einen Witz?«, kicherte er, als er sich setzte. »Dafür, dass ich dir das Spiel zeige? Kein Witz kann so verrückt sein wie der Traum, den ich gerade träume.«
»Dieser ist so saudumm, saublöd und sauuralt wie der erste saudumme Traum, den du je in deinem Leben gehabt hast, Freund Albino. Wer den in dieses Jahrtausend herübergerettet hat, der muss so saudumm gewesen sein, dass er früher bestimmt einen saudumm wichtigen Posten irgendwo in einer saudumm wichtigen Institution bekleidet hat. Sonst hätte er den Quatsch nicht unter die Leute bringen können, die so saudumm waren, dass sie ...«
»Saudumm«, philosophierte Golphan plötzlich. »Das Universum ist saudumm. Das ist das Wort, das ich immer schon suchte. Woher stammt es übrigens?«
Der Unterkiefer des Fremden klappte herunter. Für einen Moment schien er perplex und starrte Golphan an.
Für Manpol war das die Gelegenheit zu springen und nach seinem Strahler zu tauchen. Als er ihn wieder auf den Eindringling richtete und abzudrücken bereit war, kam die Stimme der Stellvertretenden Kommandantin aus dem Lautsprecher.
Theta von Ariga gab Vollalarm für das gesamte Schiff und forderte die unbekannten Invasoren zur sofortigen Kapitulation auf. Sie fügte hinzu, dass Atlan, der Kommandant, jede Sekunde auf der ATLANTIS eintreffen müsste.
»Atlan«, stellte der Dürre zufrieden fest. »Ja, so hieß er. Wurde aber auch Zeit. Das Spiel zeigst du mir aber noch, Weltraumheld. Und ich erzähle dir den Witz von den zwei Pilzen und dem Hasen.«
»Bei Arkons Göttern!«, entfuhr es Manpol. »Bitte nicht, den halte ich nicht noch einmal aus.«
»Du kennst ihn?«
»Leider.«
»Warum hast du dann nicht auch eines dieser Zellblechdinger erhalten wie der Feuerwehrhauptmann?«
Die Nachricht, dass es an Bord der ATLANTIS offenbar spuke, beziehungsweise »gespensterhafte Invasoren ihr Unwesen trieben«, erreichte Atlan auf Olymp, seit knapp zwei Monaten Zentrum aller Bemühungen der Galaktiker, die rätselhafte Tote Zone zu erforschen und den in ihr Eingeschlossenen nach Möglichkeit Hilfe zu leisten.
An diesem 31. März befand sich die zehntausend Lichtjahre durchmessende Zone, in die weder mit überlichtschnellen Raumschiffen noch mit Hyperfunk ein Eindringen möglich war, rund einhundert Lichtjahre vom System Boscyks Stern entfernt und driftete langsam weiter westwärts, in Richtung galaktische Peripherie. Da diese Weiterbewegung des kugelförmigen Gebildes mit durchschnittlich lediglich ein bis zwei Lichtjahren pro Tag erfolgte, gab es nicht viel Anlass zur Hoffnung, die in ihm gefangenen Welten könnten in absehbarer Zeit wieder frei werden.
Als Atlan von den dramatischen Veränderungen erfuhr, schlug er sein Hauptquartier auf Olymp auf, jenem Planeten also, der vor rund 1350 Jahren schon einmal als Brückenkopf für ein »verlorenes« Solsystem gedient hatte. Allerdings waren die damaligen Umstände völlig anders gewesen und ließen kaum einen weiteren Vergleich zu. Seinerzeit war das scheinbare Verschwinden des Solsystems aus dem Universum eine gesteuerte Angelegenheit gewesen.
