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Rückkehr ins Parresum - Perry Rhodan erhält drei Rochenschiffe Nach den jüngsten Ereignissen wissen die Terraner, dass das Universum aus zwei Seiten besteht, die fest voneinander getrennt sind - und trotzdem zusammengehören. Als anschaulicher Vergleich dient ein mehrdimensionales Möbiusband, um diese Struktur des Universums zu verdeutlichen. "Unsere" Seite, die Plus-Seite, wird Parresum genannt, die "andere" Seite Arresum. Den unheilvollen Einfluss des Arresums bekamen als Erstes die Menschen von der ODIN zu spüren: Mit Ausnahme der Aktivatorträger starben alle Besatzungsmitglieder auf Thyssan. Die Galaktiker wurden zudem Zeugen des seit Jahrmillionen tobenden Konflikts zwischen den Ayindi und einer mysteriösen Macht, die Abruse genannt wird. In einem großen Raumgefecht musste die BASIS Partei ergreifen. Gleichzeitig verändert sich die Situation im Solsystem: Seltsame Objekte materialisieren über dem Mars. Wo sie landen, bilden sich kristalline Flächen mit tödlicher Wirkung; Menschen sterben. Timmersson Gender erscheint, ein Mann, der seit über tausend Jahren tot sein müsste. Zu Beginn des Jahres 1217 NGZ spitzt sich die Situation zu - der Rote Planet entwickelt sich zu einer Kristallwelt, auf der menschliches Leben unmöglich wird. Davon wiederum können die Galaktiker an Bord der BASIS nichts wissen. Sie haben auf Achtzehn, der Monochrom-Welt, den Kyberklon Voltago geborgen und machen sich daran, ihn zu untersuchen. Der wiederum spielt nicht mit und beginnt mit VOLTAGOS FLUCHT ...
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Seitenzahl: 127
Veröffentlichungsjahr: 2013
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Nr. 1712
Voltagos Flucht
Rückkehr ins Parresum – Perry Rhodan erhält drei Rochenschiffe
von Horst Hoffmann
Nach den jüngsten Ereignissen wissen die Terraner, dass das Universum aus zwei Seiten besteht, die fest voneinander getrennt sind – und trotzdem zusammengehören. Als anschaulicher Vergleich dient ein mehrdimensionales Möbiusband, um diese Struktur des Universums zu verdeutlichen. »Unsere« Seite, die Plus-Seite, wird Parresum genannt, die »andere« Seite Arresum.
Den unheilvollen Einfluss des Arresums bekamen als Erstes die Menschen von der ODIN zu spüren: Mit Ausnahme der Aktivatorträger starben alle Besatzungsmitglieder auf Thyssan. Die Galaktiker wurden zudem Zeugen des seit Jahrmillionen tobenden Konflikts zwischen den Ayindi und einer mysteriösen Macht, die Abruse genannt wird. In einem großen Raumgefecht musste die BASIS Partei ergreifen.
Gleichzeitig verändert sich die Situation im Solsystem: Seltsame Objekte materialisieren über dem Mars. Wo sie landen, bilden sich kristalline Flächen mit tödlicher Wirkung; Menschen sterben. Timmersson Gender erscheint, ein Mann, der seit über tausend Jahren tot sein müsste. Zu Beginn des Jahres 1217 NGZ spitzt sich die Situation zu – der Rote Planet entwickelt sich zu einer Kristallwelt, auf der menschliches Leben unmöglich wird.
Voltago – Der Kyberklon erwacht.
Moira – Die Söldnerin lädt die Unsterblichen auf ihre neuen Rochenschiffe ein.
Daron Boone – Kommandant eines BASIS-Kreuzers.
Perry Rhodan – Der Terraner als Kommandant eines Ayindi-Schiffes.
Algaan
BAS-KR-41; 7.2.1217 NGZ
Als Graa sich von uns losriss, schreiend zum Rand der Lichtung rannte und sich vor den Zwergen auf die Knie warf, dachte jeder von uns, dass es jetzt aus und vorbei sei. Endgültig, nun auch für uns. Die anderen hatten sie schon erledigt – nur die Götter mögen die Wahrheit kennen und wissen, wie diese Teufel Menschen töten, ohne sie zu berühren, zu beschießen, überhaupt zu sehen.
Ich hatte es nicht wahrhaben wollen. Ich hatte nicht glauben können, dass alles umsonst gewesen war, so gottverdammt sinnlos! Ich hatte gehofft, dass Graa uns zu ihnen bringt und ihnen alles erklärt. Vielleicht wussten sie ja gar nicht, was sie anrichteten.
»Wenn ich schon sterbe«, hörte ich Yonk neben mir flüstern, ohne dass einer von uns sie aus den Augen ließ, »dann nicht allein. Ich nehme so viele von ihnen mit, Boone, wie ich kann. Bevor sie uns wieder ihren lautlosen Tod schicken, drücke ich ab. Es ist zu Ende, Boone.«
Das ist es nicht!, schrie es in mir.
Aber ich schwieg. Wie hypnotisiert verfolgte ich die Szene, die sich vor uns, den vier Überlebenden der DRAGON FLY (eigentlich BASIS-KREUZER-41), abspielte, und hoffte darauf, dass er sich irrte – und nur noch für ein paar Momente die Nerven behielt.
Graa lag vor den fünf verdammten Zwergen im nassen Gras, den Kopf mit dem Gesicht fast noch tiefer in den morastigen Boden gedrückt. Er schaffte es dennoch irgendwie, sie anzujammern – vor allem den, der vor den vier anderen stand und als Einziger so etwas wie Kleidung trug.
Dies musste ihr Häuptling sein – oder ihr Zauberer, ihr Medizinmann, ihr großer Guru. Himmel, was weiß denn ich von ihnen!
Vielleicht waren es wirklich alles nur Märchen gewesen, die uns Graa erzählt hatte, nachdem wir ihn vor den Biestern gerettet und mit ins Schiff genommen hatten. Vielleicht gab es diese Heiligen Steine überhaupt nicht, und meine Leute waren doch vollkommen umsonst gestorben.
Er hatte uns zu Ouuw bringen wollen, unser tapferer Held. Ich nahm an, dass dieser Ouuw mit dem federgeschmückten Wilden identisch war.
Hinter mir begann Orne zu stöhnen. Er schien nicht mehr richtig Luft zu bekommen. Sentha redete leise auf ihn ein und kümmerte sich um ihn.
»Ich schieße jetzt, Boone«, verkündete Yonk. »Versuch nicht wieder, mich davon abzuhalten.«
»Sie wissen es«, hörte ich mich sagen. »Sie wissen es ganz genau.«
Ich erschrak im gleichen Atemzug.
»Hilliam!« Ich drehte mich zu meinem Freund um und versuchte, es noch zu verhindern. Doch er hatte seine Strahlwaffe schon im Anschlag, sein Finger zitterte am Auslöser.
Eine Sekunde später war Hilliam Yonk, Cheffunker des Leichten Kreuzers DRAGON FLY, so tot wie die anderen 96 Besatzungsmitglieder, die entweder langsam und qualvoll erstickt waren – oder einfach implodiert.
Orne Drais brach mit einem röchelnden Laut hinter mir zusammen, Sentha Marco versuchte ihn zu stützen. Graa lag immer noch vor dem Häuptling, und über der Lichtung, hinter der ihre Siedlung sein sollte, schoben sich im düstergrauroten Licht der untergehenden Sonne die Wolken in- und auseinander. Alles war in diese furchtbare, absolut unirdische, so extrem schnell wechselnde Dunkelheit und Helligkeit getaucht. Und nun zuckten die ersten Blitze von diesem mahlstromartigen Himmel des Planeten, den wir Affric genannt hatten – weil der einzige Kontinent eine so verblüffende Ähnlichkeit mit dem terranischen Afrika besaß.
Auf Terra, rund 320 Millionen Lichtjahre entfernt von diesem Sektor des Universums, in dem die BASIS vor den Angriffen der Theans, der Gish-Vatachh und der Raunach vorübergehend Schutz gesucht hatte.
Wir waren ausgeschleust worden, um die Umgebung des Passageplaneten zu erkunden und nach Spuren von der ehemaligen Tanxtuunra ähnlichen Völkerallianzen zu suchen, die vor zwei Millionen Jahren die Ayindi in ihr Arresum zurückgeworfen hatten, auf die »negative Seite des Universums«.
Wir waren eines von fünfzig Aufklärungsschiffen, die den Raumring um Achtzehn abzufliegen hatten, während die BASIS über der »Monochrom-Welt« blieb, die bei der Zündung des Wasserstoffs-5 durch die Spindelwesen genauso verwüstet worden war wie die anderen Passagewelten ins Arresum, auf die sich Spindelwesen begeben hatten.
Es gab einen wichtigen Unterschied.
Auf Achtzehn war das »Tal der Farben« unversehrt geblieben; und ebenso unversehrt dieser verdammte Kyberklon Voltago, der mir sogar noch dämonischer vorkommt als die fünf – besser gesagt: sechs – Gestalten hier und nun vor uns.
Ich kann noch gar keinen Gedanken fassen. Hilliam Yonk ist tot, innerhalb eines Sekundenbruchteils. Er konnte noch nicht einmal mehr schreien, geschweige denn abdrücken.
Meine Hand liegt auf dem Griff der eigenen Waffe. Ich habe keine Kontrolle mehr.
Ich spüre nur, wie ohnmächtiger Zorn mein Herz rasen lässt. Mir wird heiß. Ich schwitze im SERUN. Ich sehe die Mörder vor mir – Hilliams Mörder, die Mörder meiner ganzen Besatzung!
Ich habe bis vor Sekunden noch daran geglaubt, dass wir mit ihnen reden könnten. Ich habe mich vielleicht nur selbst damit betrogen, daran zu glauben, einen Hinweis auf die hier tätige Abwehrgemeinschaft von vor zwei Jahrmillionen zu finden und mich nach der Rückkehr zur BASIS im Ruhm zu baden.
Jetzt gibt es nichts mehr!
Jetzt gibt es nur noch den Hass und die Erlösung durch den Tod!
Sie kommen näher. Sie gehen an Graa vorbei, den wir so genannt haben, weil er anfangs nur dieses ewige nervtötende »Graagraa« von sich gegeben hat.
Ouuw, der Häuptling, bleibt in der Mitte der Lichtung stehen und richtet einen Finger auf mich. Ich höre mich lachen, so, wie ein Irrer lacht. Sentha schreit. Orne? Da kommt nichts mehr. Ich zittere am ganzen Leib und habe ihn im Visier. Und wenn mir nur das noch gelänge, was Yonk nicht mehr geschafft hat! Es wäre ein kleiner Trost für ...
Ich bin ... da ist ...
BASIS, 7.2.1217 NGZ
Perry Rhodan saß mit mürrischer Miene bei Atlan in der großzügig eingerichteten Kabine, die dem Arkoniden in der BASIS zur Verfügung stand, wenn er nicht in seiner ATLANTIS weilte. Rhodan ließ sich von einem Servoroboter ein Getränk und einen Imbiss reichen, aß und trank lustlos.
Atlan sah ihm zu, bis er damit fertig war, und fragte ironisch:
»Glaubst du, dass du mit dieser Form eines stummen Protests Moira schneller ins Parresum zurücklocken kannst, Terraner?«
Natürlich.
Er versuchte wieder mit diesen winzigen Sticheleien, ihn zu mobilisieren. Den Trotz in ihm zu wecken, wenn er vielleicht etwas zu resignieren schien. Den Widerspruch zu provozieren. Es war das alte, das uralte Spiel zwischen ihnen beiden.
»Moira kommt, wenn sie kann«, erwiderte Perry ruhiger, als er es dachte. In Wirklichkeit wartete er von Tag zu Tag ungeduldiger darauf, dass die Ayindi endlich mit den versprochenen drei Rochenschiffen erschien, die auf die Fähigkeit der Parresum-Bewohner zugeschnitten sein sollten – genauer gesagt: auf die der Zellaktivatorträger. Denn nur diese winzige Elite war in der Lage, sich über die kritische Grenze von 45, maximal fünfzig Tagen hinaus auf der »anderen Seite« aufzuhalten, eben im Arresum, der spiegelbildlich-negativen Seite des Universums jenseits des als Gedankenmodell benutzten Möbiusstreifens.
Atlan, das konnte auch kein Spott verbergen, war genauso nervös.
»Es dauert, Perry«, sagte der Arkonide. »Wir haben die Tests doch ganz gut überstanden, wenn man dieser Ayindi-Dame Algaan glauben darf, die uns zwar wie Halbwilde behandelt hat, aber uns immerhin hinterher zugestand, dass wir in der Lage sind, zumindest reichlich abgespeckte Rochenschiffe zu fliegen.«
»Erinnere mich nicht an diese Algaan und an Ruulem«, seufzte Perry.
Der Servorobot kam wieder herangeschwebt, nachdem er bereits abgeräumt hatte, und servierte abermals Getränke und Snacks. Perry scheuchte ihn mit einer Handbewegung fort.
»Ich will nichts mehr«, erklärte er Atlan. »Sag ihm das.«
»Er ist so programmiert«, meinte der ehemalige Lordadmiral. »Und – sei mir nicht böse – ich habe keine Lust, daran heute Abend noch etwas zu ändern.«
Rhodan drehte ihm das Gesicht zu, hob eine Braue, verzichtete jedoch auf eine Antwort.
»Sollen deine Servos machen, was sie wollen«, sagte er stattdessen. »Atlan, es geht um Voltago.«
»Ich weiß«, versetzte der Arkonide. »Du erhoffst dir von Moira Hinweise darauf, warum er als einziges Spindelwesen beim Hyperorkan um seine Welt nicht vernichtet wurde. Aber Myles Kantor und Paunaro arbeiten an dem Problem, Perry. Hast du, seitdem du es mit Moira und den Ayindi zu tun hast, kein Zutrauen mehr zu unseren eigenen Leuten?«
Rhodan, bisher lässig im Sessel, nahm die Beine vom Tisch und schmetterte den Servo mit einer Handbewegung zur Seite, der ihm schon wieder etwas bringen wollte. Der Roboter fing seinen Sturzflug knapp über dem Boden ab und schnarrte laut eine Beschwerde.
»Hör mir mit diesen Tricks auf«, sagte der Terraner hart. »Verdammt, das haben wir beide nicht nötig. Ich bin nicht deprimiert, also brauchst du mich auch nicht aufzurichten. Ich bin nur gereizt, aber wer von uns ist das nicht? Seit über einer Woche warten wir nun schon – und wissen nichts darüber, wie es inzwischen im Arresum aussieht oder bei den Passageplaneten auf unserer eigenen Seite. Kein einziger Ennox hat sich seit unserer Flucht von Noman mehr blicken lassen.« Er lachte rau und stand auf. Unruhig ging er im Raum auf und ab. Atlan, der ihn beobachtete, nickte.
»Nicht einmal Philip«, meinte er. »Unser Freund dürfte noch immer auf Mystery festsitzen.«
Rhodan blieb vor ihm stehen und nickte ebenfalls.
Aus den Augenwinkeln heraus sah er, wie der Servo in der kleinen Nische der Robotküche verschwand, und hörte die typischen Geräusche neu anlaufender Serviermaschinen.
»Ich weiß so gut wie du«, versuchte er es in ruhigerem Tonfall, »dass Myles und der Nakk an Bord der TARFALA versuchen, Voltago zu neuem Leben zu erwecken, indem sie ihn mit einer ganz bestimmten Fünf-D-Frequenz bestrahlen. Oder vielmehr versuchen, diese Hyperfrequenz, die sie für seinen Zustand verantwortlich machen, mit den Mitteln der TARFALA sozusagen abzusaugen.«
Es war kein besonders gutes Wort für das, was die beiden Wissenschaftler aus zwei grundverschiedenen Völkern in dem Dreizackschiff taten, das jetzt wieder auf der BASIS geparkt war. Doch auch Kantor hatte bisher kein besseres gefunden.
Paunaro hatte auf Achtzehn die ungewöhnliche Hyperstrahlung entdeckt, und Myles konnte nicht schnell genug zur Quelle dieser Strahlung kommen. Nachdem sie Voltago gefunden hatten, der wie seine Umgebung in allen Farben des Spektrums geleuchtet hatte, nahm Myles den wieder in völlige Bewegungslosigkeit geschlagenen Kyberklon mit in die TARFALA und zur BASIS. Voltago hatte dabei seine Farbenvielfalt wieder verloren und bot den gewohnten Anblick.
Myles Kantor glaubte fest daran, dass Voltago die mörderischen Energien nach der Zündung des Wasserstoffs-5 nur deshalb überlebt hatte, weil er durch die von Taurec implantierten kybernetischen Zusätze diese Energien ganz oder teilweise aufgesaugt oder abgeleitet hatte. Eine weitere Theorie von ihm konnte allerdings von größerer Bedeutung sein – und vor allem möglicherweise in praktischen Versuchen überprüfbar.
Der Kyberklon, das hatte Kantor schon vor längerer Zeit nach einem Grigoroff-Unfall herausgefunden, erstarrte unter der Bestrahlung mit einer ganz speziellen 5-D-Frequenz. Diese 5-D-Energien musste er nun wieder in großen Mengen aufgenommen haben – eben vermutlich die von Paunaro georteten Strahlungen im Tal der Farben.
Und nun versuchte der Aktivatorträger, sie mit den Mitteln des Dreizackschiffes zu neutralisieren, also aus Voltago »herauszusaugen«. Perry Rhodan hoffte und bangte mit ihm. Er hoffte darauf, dass Voltago auftaute und wichtige Auskünfte über die Zündung der Sampler-Welten und seine Motive geben konnte, die über das bereits Bekannte hinausgingen.
Aber er musste fürchten, dass es bei Kantors Experimenten zu unerwarteten, gänzlich unerwünschten Effekten kam.
Moiras Anwesenheit wäre auf jeden Fall von großem Nutzen gewesen. Sie hatte bei den dramatischen Geschehnissen an der Großen Leere und auf Charon eine überragende Rolle gespielt.
Und Perry war davon überzeugt, dass sie selbst jetzt, nach ihren letzten Offenbarungen, noch einiges wusste, was sie nicht preisgegeben hatte.
Er hörte das sich leise nähernde Summen und griff nach dem kleinen Handstrahler, der auf einem Tischchen neben Atlans Sessel lag ...
*
Während der nächsten drei Stunden kehrten vier weitere der fünfzig ausgeschickten Aufklärungsschiffe zurück. Die Kommandanten berichteten von den Welten, die sie in der kleinen Sternenballung angeflogen hatten, in deren Peripherie der Passageplanet als einziger Himmelskörper eine gelbe Sonne vom Soltyp umkreiste. Fast alle der etwa dreihundert Sonnensysteme waren inzwischen erforscht. Nur wenige Kreuzer waren noch zwischen den Sternen unterwegs.
Alle bisher zurückgekommenen Raumfahrer hatten ausführliche Berichte verfasst. Einige Schiffe hatten Sonnen mit wenigen oder gar keinen Planeten zum Ziel gehabt, andere hatten Systeme mit bis zu zwanzig oder mehr Welten vorgefunden. Etwa ein Zehntel der entdeckten Planeten war belebt, auf einigen hatte sich sogar mehr oder weniger intelligentes Leben entwickelt.
Die Kreuzerkommandanten hatten von den verschiedensten Lebensformen berichten können. Doch eines hatten sie alle nicht gefunden – und zwar das, was Perry Rhodan am wichtigsten gewesen wäre.
Es gab bisher keine Hinweise auf eine der Tanxtuunra oder heutigen Damurial vergleichbare Verteidigungsallianz in diesem Sektor des Universums. Die Berichte der vier heimgekehrten Kommandanten bestätigten dies. Keine Funde von Relikten aus jener Zeit, als die Ayindi ins Parresum vorzustoßen versuchten. Keine Überlieferungen, die Angehörige alter, möglicherweise degenerierter Völker hätten mitteilen können.
»Noch sind sieben Schiffe draußen«, sagte Atlan zu Rhodan. »Es muss auch in diesem Raumsektor ein Teil der großen Abwehrallianz existiert haben, vielleicht ebenfalls von einem Ritter der Tiefe angeführt. Denn die Ayindi sind auch über Achtzehn auf unsere Seite gekommen. Und da wir wissen, dass sie überall bekämpft und zurückgeschlagen wurden, muss es auch hier einen mächtigen Gegner gegeben haben.«
Sie befanden sich in der Hauptzentrale der BASIS. Reginald Bull stand bei ihnen vor einem großen Holo, das die erdgroße Passagewelt zeigte, eine auf viele Jahrtausende hinweg unbewohnbare Wüste. Er war ziemlich schweigsam, seitdem er von dem vernichteten Servo in Atlans Kabine gehört hatte.
Zwei weitere Kreuzer kehrten innerhalb der nächsten dreißig Minuten zurück. Die Berichte ihrer Kommandanten waren so ernüchternd wie alle anderen bisher gehörten.
»Bleiben noch fünf«, sagte Rhodan. »Sie werden uns keine anderen Nachrichten bringen.«
