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Sie finden die Flotte der Akonen - und stoßen auf ein Geheimnis Wie ein Heuschreckenschwarm sind Millionen von Galaktikern in der Galaxis Hirdobaan eingefallen, rund 118 Millionen Lichtjahre von der Milchstraße entfernt. Ihr einziges Ziel: Sie wollen Imprint-Waren kaufen, wollen den "Zauber der Hamamesch" wieder spüren. Doch in Hirdobaan, so scheint es, weiß niemand etwas davon. Als die BASIS im Sommer 1220 Neuer Galaktischer Zeitrechnung unter dem Kommando von Perry Rhodan vor der kleinen Galaxis eintrifft, werden auch Rhodan und seine Freunde mit dieser ungewohnten Situation konfrontiert. Bei der BASIS sammeln sich in der Folge Hunderte von galaktischen Raumschiffen, die sich von Perry Rhodan Hilfe erhoffen. Andere Imprint-Outlaws, die sich zu kampfstarken Flotten zusammengeschlossen haben, durchstöbern auf eigene Faust die Galaxis. Atlan und Ronald Tekener, die sich mit den Crypers-Rebellen angefreundet haben, werden von Fermyyd gefangen genommen. Als Perry Rhodan seine alten Freunde retten will, findet man sie in den Zellen des Gefängnisplaneten Schingo nicht mehr vor. Dann will Reginald Bull ein Geheimnis enträtseln - das Mysterium um die WÜRFEL DES TODES ...
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Veröffentlichungsjahr: 2013
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Nr. 1763
Würfel des Todes
Sie finden die Flotte der Akonen – und stoßen auf ein Geheimnis
von Horst Hoffmann
Wie ein Heuschreckenschwarm sind Millionen von Galaktikern in der Galaxis Hirdobaan eingefallen, rund 118 Millionen Lichtjahre von der Milchstraße entfernt. Ihr einziges Ziel: Sie wollen Imprint-Waren kaufen, wollen den »Zauber der Hamamesch« wieder spüren. Doch in Hirdobaan, so scheint es, weiß niemand etwas davon.
Als die BASIS im Sommer 1220 Neuer Galaktischer Zeitrechnung unter dem Kommando von Perry Rhodan vor der kleinen Galaxis eintrifft, werden auch Rhodan und seine Freunde mit dieser ungewohnten Situation konfrontiert.
Bei der BASIS sammeln sich in der Folge Hunderte von galaktischen Raumschiffen, die sich von Perry Rhodan Hilfe erhoffen. Andere Imprint-Outlaws, die sich zu kampfstarken Flotten zusammengeschlossen haben, durchstöbern auf eigene Faust die Galaxis.
Atlan und Ronald Tekener, die sich mit den Crypers-Rebellen angefreundet haben, werden von Fermyyd gefangen genommen. Als Perry Rhodan seine alten Freunde retten will, findet man sie in den Zellen des Gefängnisplaneten Schingo nicht mehr vor.
Michael Rhodan – Er führt einen wagemutigen Einsatz zur Rettung schiffbrüchiger Hamamesch.
Nuka Kullino – Seine Arbeit führt zum Zuckerman-Spektrum.
Reginald Bull – Mit einer kleinen Truppe erforscht er eine Containerwelt.
Indra Priatar Jonos – Eine Kolonialterranerin als »Mimose«.
Perry Rhodan
17. August 1220 NGZ
PARACELSUS
Die PARACELSUS fiel nur wenige Lichtminuten von dem Hamamesch-Raumer entfernt aus dem Hyperraum. In diesem Augenblick sprachen die Orter an. Das Schiff der Händler emittierte genug Strahlung, um über das Vielfache dieser Entfernung hinweg angemessen zu werden. Die Mannschaft des terranischen Medoschiffes kannte bereits den Grund dafür:
Der Hamamesch-Frachter war verloren, seine Besatzung und Passagiere dem Tode geweiht, denn an Bord wütete gnadenlos der Atombrand.
»Keine Signale mehr«, meldete Jufo Ninzar, der ertrusische Funkchef. Die gesamte Führungsspitze der PARACELSUS bestand aus den umweltangepassten Hünen von Ertrus, an ihrer Spitze der draufgängerische Kommandant Nuka Kullino. »Wenn ihr mich fragt, dann war der Blitzflug hierher von vorneherein ein Schlag ins Wasser. Wir bringen unsere viereinhalbtausend Süchtigen an Bord nur unnötig in Gefahr.«
»Wir bringen keinen in Gefahr«, widersprach Kullino. »Wenn wir noch dazu kommen, Freiwillige an Bord des Frachters zu bringen, könnten die etwas Nervenkitzel bekommen – aber das soll ja gut gegen die Langeweile sein, die sich in gewissen Kreisen auszubreiten beginnt. Wir fliegen dicht genug an den Frachter heran, um ein Kommando absetzen zu können. Diskutieren können wir später.«
Langeweile!
Kullino drehte sich zu Michael Rhodan um. Der Zellaktivatorträger hatte sich gerade an Bord des Medoschiffs aufgehalten, als der Notruf empfangen wurde. Der Text war auch in der Übersetzung kaum zu verstehen gewesen, aber ein Syntron hatte den Wortlaut so weit rekonstruiert, dass die Situation des unbekannten Hamamesch-Schiffes klar wurde. Seine Position zu ermitteln, bedeutete für die empfindlichen Anlagen des modernen Spezialschiffs kein Problem.
Der Frachter war demnach 138 Lichtjahre von der Grenzländerstation SCHERMOTT entfernt in Raumnot geraten, in Richtung des abgeschotteten Zentrums der Kleingalaxis. An Bord hatte sich, dem Hilferuf zufolge, eine schwere Explosion ereignet, wobei sämtliche Beiboote und die meisten Rettungsanzüge vernichtet worden waren. Ein schwelender Atombrand drohte das Schiff innerhalb kurzer Zeit zu vernichten. Die Rede war von einer Stunde gewesen.
Natürlich war der Notruf auch von den meisten anderen galaktischen Schiffen empfangen worden, die sich bei SCHERMOTT und der BASIS gesammelt hatten. Bevor aber dort reagiert werden konnte, hatte Mike Rhodan Nuka Kullino dazu gebracht, auf der Stelle zu starten und die wahrscheinlich winzige Chance wahrzunehmen, die noch lebenden Hamamesch aus ihrer hoffnungslosen Lage zu befreien. In diesen Tagen des Wartens und hilflosen Zusehens musste nach jedem Strohhalm gegriffen werden, und einige Dutzend oder Hundert aus Lebensgefahr gerettete Hamamesch konnten womöglich in ihrer Dankbarkeit Details verraten, die dem Rätsel Hirdobaan auf die Spur zu kommen halfen. Die Hoffnung war nicht groß, denn die Hamamesch schienen über die Imprint-Waren, welche die vielen Millionen Galaktiker hierhergelockt hatten, noch weniger zu wissen als diese selbst – nämlich absolut nichts. Die PARACELSUS war am besten dazu geeignet, Wesen mit fremdartigem Metabolismus möglichst schnelle und umfassende Hilfe zu bringen, und sie hatte beim Empfang des Hyperfunkrufs gerade keine Probleme mit ihren Imprint-Outlaws gehabt, war demnach vollkommen einsatzbereit. Das Hospitalschiff SIAMESE GIRL war erstens weniger gut geeignet für einen solchen Blitzeinsatz, zweitens machten die Süchtigen dort größere Schwierigkeiten. Fast die gesamte Besatzung, eingeschlossen die zum Hilfsdienst abkommandierten Raumlandesoldaten unter Arlo Rutan, hatten alle Hände voll zu tun, um die Ordnung an Bord sicherzustellen.
Auf der BASIS war man vollauf damit beschäftigt, die Situation im Sektor SCHERMOTT zu kontrollieren, die immer noch ankommenden Outlaws unterzubringen und ihnen zu helfen. Der größte Teil des Trecks aus der Lokalen Gruppe schien zwar zu Ende zu sein, aber der Strom der Enttäuschten, die in Hirdobaan nicht die seligmachenden Imprint-Waren bekommen hatten, riss nicht ab.
»Langeweile«, wiederholte Mike Rhodan mit bissigem Lachen, während Kullinos Stellvertreter, Santo Murgon, die letzte kurze Überlichtetappe startete. »Für die einen, für andere nicht.«
Kullino erwiderte nichts, obwohl er wusste, was Mike meinte. Denn während die BASIS nach wie vor knapp außerhalb Hirdobaans wartete, hatten Atlan, Ronald Tekener und möglicherweise sogar Homer G. Adams auf dem Fermyyd-Planeten Schingo vielleicht ihr Leben verloren. Als Perry Rhodan mit einem Kommando versucht hatte, sie zu befreien, hatte er die Gefährten nicht mehr vorgefunden. Der Ferm-Kommandant Ten-Or-Too hatte behauptet, Gomasch Endredde (wer oder was auch immer das war) habe seine Gefangenen »zu sich genommen«. Perry und seine Leute hatten zähneknirschend zur BASIS zurückkehren müssen, ohne die geringste Spur der Verschwundenen.
Mike zwang sich dazu, die Sorge um seine Freunde wenigstens für die kurze Zeit ganz weit in den Hintergrund zu drängen, die ihnen noch bleiben mochte. Die PARACELSUS materialisierte zielgenau wenige Dutzend Kilometer vor dem Hamamesch-Frachter.
Das Wrack glühte bereits in hellem Rot; lediglich der Bug des mit einiger Fantasie walförmigen Schiffes schien noch nicht vom Atombrand ergriffen. Oben auf dem »Buckel«, wo sich der Kommandostand befand, konnte nach menschlichem Dafürhalten kein Leben mehr möglich sein.
Dies bestätigte eine Computerdarstellung, die aufgrund der einlaufenden Messungen das Schiff in einer Art Aufriss zeigte und genau vor Augen führte, wo welche Temperaturen und welcher Grad von Verstrahlung herrschten.
»Nur ganz vorne können sich noch Überlebende aufhalten«, sagte Kullino, »vorausgesetzt, die Hamamesch tragen Schutzanzüge mit guten Schirmfeldern. In höchstens einer halben Stunde wird der Atombrand sich aber auch bis dorthin vorgefressen haben – also bis zum im Bug sitzenden Antrieb. Und dann ...«
Er machte die Geste, mit der man beschrieb, wie etwas mit Wucht in die Luft flog.
»Eine halbe Stunde«, wiederholte Mike.
»Höchstens«, bestätigte der Kommandant. »Allerhöchstens.«
»Wir steigen sofort aus. Ich brauche zwanzig Mann.«
Nuka Kullino grinste über beide Wangen.
»Sie warten im Hangar C auf dich, Mike«, teilte er mit, als handele es sich um das Selbstverständlichste auf der Welt. »Unser Glück, dass sich gerade über fünfzig Mann von Rutans wilder Truppe an Bord aufgehalten haben. Sie sind hoch erfreut, endlich wieder in einen anderen Einsatz als den des Krankenpflegens gehen zu dürfen.«
»Wo ist der Unterschied?«, fragte Mike, schon auf dem Weg aus der Zentrale.
*
Der Hamamesch-Frachter trieb antriebslos, jedoch mit relativ hoher Restgeschwindigkeit, am Rand eines aus einem gelben Zentralstern und fünf Planeten bestehenden Sonnensystems. Der einzige Planet, der für Leben ihrer Art geeignet erschien, war der zweite, eine etwas mehr als erdgroße Wasserwelt mit einem einzigen kleinen Kontinent. Er mochte das Ziel der Händler gewesen sein, obwohl bisher kein einziger Funkspruch von dort aufgefangen werden konnte – ganz zu schweigen von einer von dort gestarteten Hilfsaktion.
Michael Rhodan und seine zwanzig Begleiter hatten die PARACELSUS verlassen, die sich daraufhin in ihre Energieschirme gehüllt hatte. Mike selbst und sein Trupp konnten sich im Schutz ihrer SERUNS relativ sicher fühlen. Nukleare Strahlung und die Hitze an Bord des Frachters konnten ihnen so gut wie nichts anhaben. Selbst eine endgültige Explosion des Schiffes dürften sie in den Monturen überleben können – es sei denn, unbekannte Hyperenergien würden freigesetzt werden, auf die auch ein SERUN keine Antwort kannte.
Mike unterschätzte die Situation überhaupt nicht.
Sie ließen sich von ihren Gravo-Paks zum Bug des Wracks treiben, über einen kleinen Abgrund aus Nichts – schräg über sich die entfernte Sonne, hinter sich die PARACELSUS, vor Augen den rasch zu wachsen scheinenden Frachter, dessen Länge exakt 844 Meter betrug, die maximale Höhe und dickste Breite 370 Meter. Mike versuchte auch jetzt, durch pausenloses Anfunken Kontakt zu vielleicht noch lebenden Hamamesch zu bekommen, obwohl er wusste, dass Jufo Ninzar dies bis zu seinem Aufbruch bereits vergeblich versucht hatte.
Im günstigsten Fall lag dies daran, dass die Funkanlage an Bord des Frachters ein Opfer der Verwüstungen geworden war.
An die andere Möglichkeit wollte Mike erst gar nicht denken. Einmal gestartet, beherrschte ihn nur noch der Gedanke, möglichst viele Hamamesch zu retten – und nicht nur wegen den Informationen, die sie ihm möglicherweise geben könnten.
Es waren denkende, fühlende, hassende und liebende Wesen wie er. Sie waren nicht seine Feinde. Er glaubte inzwischen, dass dieses Händlervolk von der mysteriösen Macht namens Gomasch Endredde und deren Helfern und Helfershelfern, vor allem der Fermyyd, genauso missbraucht wurde wie jene, die sie, vielleicht ohne den wahren Grund zu kennen, mit ihren Karawanen zu sich lockten.
Die Raumfahrer erreichten nach kurzem Bremsschub den Bug des Frachters und begannen sofort damit, sich dort, wo sich den Markierungen nach Schleusen befanden, einen Weg ins Innere zu brennen, nachdem ein Herumhantieren an mutmaßlichen Öffnungsmechanismen keinen Erfolg gebracht hatte. Jede Sekunde zählte. Mike und seine Begleiter bekamen ständig Meldungen von der PARACELSUS, wie weit der Atombrand fortgeschritten war.
Das erste Außenschott platzte in der Glut der Impulsstrahlen auf. Ein Ertruser verbreiterte die Öffnung, bis alle hindurchschlüpfen konnten. Mike stürmte an den Soldaten vorbei, als schon einer von ihnen die Strahlwaffe auf das Innenschott richtete.
»Seid ihr von allen guten Geistern verlassen!«, fuhr er ihn an. »Wollt ihr, dass die Hamamesch ins Vakuum gerissen werden?«
Eigentlich war es ohnehin schon zu spät. Wenn sich hinter dem inneren Schott nicht eine Sperre befand, würde die Luft des Schiffes auf jeden Fall explosionsartig nach außen entweichen. Auch wenn die vielleicht noch lebenden Hamamesch Schutzanzüge trugen, würden sie zwar nicht sofort ersticken, aber dennoch durch den plötzlichen Sog so fortgewirbelt werden, dass alle Mühe um ihre Rettung umsonst gewesen wäre.
In fieberhafter Eile scannte Mike die diesmal deutlich erkennbaren Kontaktflächen des Innenschotts. Er atmete laut auf, als der Pikosyn seines SERUNS den Kode herausfand und mit einem entsprechenden Impuls dafür sorgte, dass das Schott auseinanderfuhr. Mikes Erleichterung war noch größer, als er sah, was nicht viel mehr als eine vage Hoffnung gewesen war: Es gab hinter der eigentlichen Schleuse noch ein drittes Schott.
Er eilte zurück, an den Soldaten vorbei und schloss das Mittelschott. Damit war das Schiff dicht, aber alles das kostete viel zu viel Zeit. Mike wiederholte das, was er am Innenschott der Schleuse getan hatte.
Gerade als er glaubte, Erfolg zu haben, flammte ein Lasergewitter über ihm und seinen zwanzig Begleitern auf. Hochgebündelte Strahlen zerschnitten den Raum. Ohne die SERUNS wären die Galaktiker innerhalb von Sekunden in Stücke geteilt worden.
Sekunden!
Mike sah endlich das Schott vor sich auffahren und rannte unter der sich hebenden Stahlplatte geduckt ins Schiff. Weitere Sicherheitsvorkehrungen der Hamamesch waren nicht ausgeschlossen. Sie konnten sie nicht umbringen, aber sie konnten die Moral der Soldaten kippen und die Rutan-Truppe dazu einladen, aus einem Hilfs- ein Enterkommando werden zu lassen.
Ihm wurde fast schwindlig, als er die eingeblendete Temperaturanzeige sah. Überall brannte es. An Teilen der Korridorverkleidungen züngelten kleine Flämmchen. Andere Flächen waren aufgeplatzt, ganze Wände vom Boden bis zur Decke verschmort. Es herrschte ein düsteres, rotes Licht, mit den Bränden als helleren Farbtupfern. Die normale Beleuchtung war ebenso ausgefallen wie alle wichtigen Systeme des Schiffes.
Mike Rhodan beachtete die Zeitanzeige nicht weiter. Hätte er sich strikt danach gerichtet, hätten er und seine Begleiter spätestens jetzt den Rückzug antreten müssen – zumal nun tatsächlich keinerlei Hoffnung mehr zu bestehen schien.
Doch dann, nachdem sie sich weiter in Richtung Bug vorgekämpft hatten, entdeckten sie weitere, noch verschlossene Schotte und begannen sofort damit, sie zu öffnen.
»Wenn noch Hamamesch leben, dann hier«, sagte Mike über Helmkom. Doch es klang, als spreche er zu sich selbst, um sich eine letzte Zuversicht zu bewahren.
Hinter dem Schott lag eine riesige Verteilerhalle, von der aus man in acht verschiedene Gänge und über einen Lift nach unten und oben gelangen konnte. Die Temperaturen waren schon weitaus »erträglicher«, obwohl mit den Galaktikern die Glut aus dem Schiffsbauch eindrang. Die Nuklearstrahlung war absolut tödlich.
Das nächste Schott. Es gehörte zum einzigen Korridor, der verschlossen war, wieder in Bugrichtung.
»Warum kehren wir nicht um?«, fragte Atar Mon, der ertrusische Anführer der Soldaten. »Was willst du dir beweisen, Mike? Hier kann niemand mehr leben.«
»Wir sehen noch nach, was uns dahinter erwartet«, erwiderte Mike und schlug mit der Faust wütend gegen den schweren Stahl, der sich bereits langsam hob. »Danach verschwinden wir.«
Sie betraten diesmal wieder eine Schleuse, so groß wie die beim Einstieg. Als das erste Schott sich senkte und hermetisch schloss, herrschten in der Kammer die üblichen Temperaturen, aber sie würden die Räume hinter der zweiten Sperre nicht mehr schlagartig in kochende Hitzehöllen verwandeln.
Falls sie es nicht schon sind, dachte Rhodan.
Endlich lag der Weg frei vor ihnen. Im Helmempfänger hörte Mike die Stimme Kullinos, der ihn beschwor, den Frachter zu verlassen. Kullino war schlecht zu verstehen, es gab starke Störgeräusche. Mike hoffte, dass der PARACELSUS-Kommandant ihn seinerseits genau hörte, als er ihn bat, zehn weitere Soldaten genau zum Bug zu schicken, sich dort einen Weg zu ihnen brennen sollten. Bei aller Besessenheit, weitere Überlebende zu finden, wusste er doch, dass sie es auf dem gleichen Weg nicht mehr rechtzeitig bis in den Weltraum schaffen würden. Sie mussten vorne hinaus. Kullino hatte ihre Position genau auf seinen Orterschirmen, ständig bekam er entsprechende Signale – zusätzlich zur charakteristischen Energieemission der SERUNS.
»Dort!«, rief ein Ertruser, der an Mike vorbeigestürmt war. Sie hatten einen großen, höhlenartigen Raum erreicht, mit vielen Instrumenten und – Dutzenden von Hamamesch, überall auf dem Boden, in Sitzen, auf Pulten verstreut.
Es war ein Bild des Grauens.
Zwar brannte hier nichts, und keine Glut erhellte die Szene. Die etwa menschengroßen Hominiden mit den Fischköpfen starrten dennoch mit leeren Augen in die weitgefächerten Scheinwerfer der SERUNS. Sie trugen Raumanzüge mit transparenten Kugelhelmen, doch diese Monturen schützten sie nicht mehr gegen die Strahlung. Sie waren ausgefallen, die anfangs sicherlich vorhandenen Schutzschirme durch Überlastung zusammengebrochen.
»Hierhin haben sie sich zurückgezogen«, murmelte Mike. »Alle, die sich noch retten konnten.«
