Perry Rhodan 1970: Hiobsbotschaft - Horst Hoffmann - E-Book

Perry Rhodan 1970: Hiobsbotschaft E-Book

Horst Hoffmann

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Beschreibung

Die Nachricht der Bebenforscher - der Untergang einer Galaxis droht Im Frühjahr 1291 Neuer Galaktischer Zeitrechnung scheint ein großer Konflikt seinem Höhepunkt zuzustreben: Auf der einen Seite steht die Koalition Thoregon, die sich für den Frieden und die Freiheit des einzelnen im Kosmos einsetzt, auf der anderen Seite ein Wesen namens Shabazza mit all seinen Mitteln. Das Ziel dieser Mächte ist die Zerstörung Thoregons - und diese Zerstörung will Perry Rhodan verhindern. Der Terraner, seit einiger Zeit als Sechster Bote von Thoregon in Amt und Würden, weiß, dass die Terraner und ihre Verbündeten dabei in verschiedenen Bereichen des Kosmos agieren müssen. Während in der Galaxis Chearth die GILGAMESCH unter dem Kommando des Arkoniden Atlan operiert, um die Völker dieser Sterneninsel sowohl gegen die Invasion der Algiotischen Wanderer als auch gegen die Guan a Var zu verteidigen, ist Perry Rhodan in der Milchstraße aktiv. Dort versucht der Aktivatorträger seit einiger Zeit, eine galaktische Flotte zusammenzustellen, um gegen MATERIA vorzugehen. Diese gigantische Kosmische Fabrik bedroht im Zentrum der Menschheitsgalaxis eine bisher unbekannte Superintelligenz. Nicht zu vergessen ist ein ganz anderer Schauplatz: In der Galaxis DaGlausch, rund 23,5 Millionen Lichtjahre von der Milchstraße entfernt, haben sich die Menschen der kleinen Kolonie Alashan gegen alle Widrigkeiten durchgesetzt und ihre eigene Existenz aufgebaut. Doch diese Existenz ist nun erneut bedroht: von kriegerischen Nachbarn ebenso wie durch ein kosmisches Ereignis. Die Menschen werden verängstigt durch eine HIOBSBOTSCHAFT ...

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Veröffentlichungsjahr: 2014

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Nr. 1970

Hiobsbotschaft

Die Nachricht der Bebenforscher – der Untergang einer Galaxis droht

von Horst Hoffmann

Im Frühjahr 1291 Neuer Galaktischer Zeitrechnung scheint ein großer Konflikt seinem Höhepunkt zuzustreben: Auf der einen Seite steht die Koalition Thoregon, die sich für den Frieden und die Freiheit des einzelnen im Kosmos einsetzt, auf der anderen Seite ein Wesen namens Shabazza mit all seinen Mitteln.

Das Ziel dieser Mächte ist die Zerstörung Thoregons – und diese Zerstörung will Perry Rhodan verhindern. Der Terraner, seit einiger Zeit als Sechster Bote von Thoregon in Amt und Würden, weiß, dass die Terraner und ihre Verbündeten dabei in verschiedenen Bereichen des Kosmos agieren müssen.

Während in der Galaxis Chearth die GILGAMESCH unter dem Kommando des Arkoniden Atlan operiert, um die Völker dieser Sterneninsel sowohl gegen die Invasion der Algiotischen Wanderer als auch gegen die Guan a Var zu verteidigen, ist Perry Rhodan in der Milchstraße aktiv. Dort versucht der Aktivatorträger seit einiger Zeit, eine galaktische Flotte zusammenzustellen, um gegen MATERIA vorzugehen. Diese gigantische Kosmische Fabrik bedroht im Zentrum der Menschheitsgalaxis eine bisher unbekannte Superintelligenz.

Nicht zu vergessen ist ein ganz anderer Schauplatz: In der Galaxis DaGlausch, rund 23,5 Millionen Lichtjahre von der Milchstraße entfernt, haben sich die Menschen der kleinen Kolonie Alashan gegen alle Widrigkeiten durchgesetzt und ihre eigene Existenz aufgebaut. Doch diese Existenz ist nun erneut bedroht: von kriegerischen Nachbarn ebenso wie durch ein kosmisches Ereignis.

Die Menschen werden verängstigt durch eine HIOBSBOTSCHAFT ...

Die Hauptpersonen des Romans

Jacho Hornung – Der Kommandant der ALVAREZ und seine Besatzung kommen in eine heikle Situation.

Benjameen von Jacinta und Tess Qumisha – Die zwei Mutanten bringen schlechte Nachrichten aus Zophengorn.

Gia de Moleon und Stendal Navajo – Das Führungsgespann der Nation Alashan bekommt Streit.

Lugrea – Der Kommandant des Hamaradenschiffes TERXEX wittert seine Chance.

Jon Cavalieri

1.

ALVAREZ

17. September 1290 NGZ

Jacho Hornung sah auf die dreidimensionale Karte, auf der alle Stützpunkte der Korrago verzeichnet waren. Das Hologramm schwebte mitten in der Zentrale der ALVAREZ, die sich zwecks Orientierung im Normalraum befand.

»Wonach suchst du, Jacho?«, fragte Foo Monitor, die Syntronik-Spezialistin. »Nach einem Zeichen, einem Hinweis?« Die 42-jährige mit der fülligen Figur und den dunklen Haaren lachte nun trocken. »Ich sage dir, es ist völlig egal, welches dieser Systeme wir anfliegen. Sie alle müssen nach den vorliegenden Informationen den Terminierungsbefehl erhalten haben, als Rhodan Shabazzas Planeten Century vernichtete; jenen Befehl, der sie dazu zwang, sich zu desaktivieren.«

»Eben das bezweifelt man an höherer Stelle«, widersprach der Kommandant. Er fuhr sich mit der Hand über die Glatze. »Es ist unsere Aufgabe herauszufinden, ob und wie viele Korrago den Terminierungsbefehl vielleicht nicht empfangen haben. Wir müssen wissen, was aus ihnen wurde. Deshalb sind wir von Alashan aus auf diese Mission geschickt worden.«

»Tu nicht so, als ob wir das nicht alle wüssten!«, sagte Foo. »Trotzdem darf man doch wohl seine Zweifel haben, oder?«

»Jeder hat bei uns das Recht auf seine freie Meinung«, sagte Hornung. Er war jetzt 59 Jahre alt, wirkte aber dank seiner Glatze jünger. Er grinste. »Was aber nichts daran ändert, dass im Fall des Falles ich bestimme, was getan wird und was nicht.«

Sie verdrehte die Augen. »Jacho, du musst nicht alles so ernst nehmen! Ich drückte nur meine Zweifel aus, dass wir fündig werden!«

Pira Zakanata, die 36 Jahre alte Cheftechnikerin, kam zu ihnen und sagte: »Hört auf, euch zu streiten, und konzentriert euch lieber auf die Karte. Wir sind jetzt rund 1500 Lichtjahre von Thorrim entfernt, ohne etwas Wesentliches unternommen zu haben. Es wird Zeit, dass wir uns ein konkretes Ziel suchen und es anfliegen.«

»Du hast recht, Pira«, meinte der Kommandant. »Also was gibt uns die Karte her? Es gibt in der Darstellung der Stützpunkte banale Größenunterschiede, die nicht so einfach zu deuten sind. Vermutlich stehen dicke Markierungen für große Stützpunkte und weniger dicke für kleinere.«

»Außerdem befinden sich die dickeren Punkte allesamt in unmittelbarer Nachbarschaft der wichtigsten Sonnensysteme in DaGlausch«, fügte Pira hinzu. Mit ihrer brünetten Kurzhaarfrisur und der knabenhaften Figur hätte man sie auf den ersten Blick für einen jungen Mann halten können.

Hornung nickte. Er beugte sich über das Hologramm, schob seine Hand durch die dreidimensionale Sternenkarte, bis er mit dem Zeigefinger direkt auf die Darstellung eines Sterns zeigte.

»Dies hier ist einer der dicksten Punkte – und außerdem relativ nahe. Foo?«

Die Syntronik-Spezialistin verstand und begab sich an ihren Platz. Um den von Hornung markierten Punkt bildete sich eine blaue »Schale«, die schwach leuchtete.

Foo Monitor brauchte keine drei Minuten, bis sie wieder aufstand und verkündete: »Es handelt sich um das sogenannte Kurryan-System, sagt der Syntron, in dem alle Daten der Karte gespeichert sind. Es besteht aus dreizehn Planeten und zahlreichen Monden, es gilt als unbewohnt. Außerdem liegt es auf direkter Linie zwischen Alashan und dem Zentralsystem der Hamaraden.«

»Entfernung von unserem Standort?«, fragte der Kommandant.

»Vom Thorrtimer-System 1597 Lichtjahre, von uns 88 Lichtjahre – und nur zwölf vom Hamarad-System.«

Jacho Hornung pfiff gedehnt durch die Zähne.

»Man sollte den Teufel nicht herausfordern«, sagte er gedehnt. »In diesem Fall unsere hamaradischen Freunde. Sich so nahe in ihr Einflussgebiet zu begeben grenzt an Provokation. – Was meinst du dazu, Jon-Pedro?«

Jon-Pedro Kreiloz war trotz seiner erst 38 Jahre der Chefwissenschaftler der ALVAREZ. Auch sein Schädel wurde langsam kahler. Blonde Koteletten zogen sich die Wangen herunter. Kreiloz war 1,80 Meter groß und untersetzt. Er blieb an seinem Platz sitzen und neigte den Kopf.

»Wir sind längst tief in ihrem Herrschaftsbereich drin, Jacho«, stellte er fest. »Die Hamaraden beherrschen als kriegerischstes Volk weit und breit diesen ganzen galaktischen Sektor. Wir sollten froh sein, dass die Entdeckung Alashans durch eins ihrer Schiffe so glimpflich für uns ausging.«

»Also sollen wir Kurryan anfliegen?«

»Warum nicht?«, meinte Foo Monitor. »Hauptsache, wir machen überhaupt endlich einen Anfang.«

»Ich bin dafür«, kam es vom Chefmediker Coleman Oscar.

»Ich auch«, schloss sich Pira Zakanata dem hakennasigen Mittvierziger mit den kurzen Lockenhaaren an. »Versuchen wir unser Glück im Kurryan-System.«

»Der mutmaßliche Standort der Korrago-Station ist übrigens der zehnte Planet«, gab Foo bekannt.

Jacho Hornung seufzte und gab sich geschlagen.

*

Die ALVAREZ legte die 88 Lichtjahre in einer einzigen Überlichtetappe zurück. Zwei Lichtwochen vor der Grenze des fremden Sonnensystems glitt sie in den Normalraum zurück. Sofort wurden Schutz- und Anti-Ortungsschirme hochgefahren.

Jacho Hornung ortete die fremde Flotte auf Anhieb. Das war auch kein Wunder, denn die Schiffe beschossen sich und flogen die waghalsigsten Ausweich- und Angriffsmanöver.

»Hamaraden-Kriegsschiffe«, sagte Hornung. »Verdammt, das hat uns noch gefehlt! Sie scheinen im Kurryan-System ein Manöver abzuhalten – gerade jetzt!«

»Besser jetzt als einige Stunden später, wenn wir ahnungslos in das System eingeflogen wären«, meinte Pira trocken. »So können wir abwarten, bis sie fertig sind und sich von hier verzogen haben.«

»Das ist auch wieder wahr«, knurrte der Kommandant.

»Es handelt sich um exakt 45 walzenförmige Einheiten«, teilte Foo Monitor mit, »falls sich nicht noch einige hinter Planeten und Monden verstecken.«

»Wir könnten es nicht einmal mit einem Kriegsschiff aufnehmen«, unkte Kreiloz. »Mit unserer tollen Bewaffnung, den beiden Desintegratorgeschützen ...«

»Das verlangt ja auch niemand«, sagte Hornung. »In Ordnung, wir warten ab, bis das Manöver vorüber und das System rein ist. Hoffentlich ziehen sich dann alle Hamaraden daraus zurück.«

»Sonst müssen wir uns doch ein neues Ziel aussuchen«, stellte Pira fest.

»So lange wird es schon nicht dauern«, vermutete Kreiloz.

Der Wissenschaftler irrte sich.

Sie warteten einen Tag lang, dann den zweiten. Die Hamaraden führten ihre Scheinkämpfe mit unveränderter Heftigkeit fort.

Am dritten Tag forderte Jon-Pedro Kreiloz, das Kurryan-System zu ignorieren; sie sollten statt dessen einen anderen Stützpunkt der Roboter aussuchen und anfliegen. Noch stand er mit seiner Meinung allein: Die anderen sahen nicht ein, dass sie drei Tage verschwendet haben sollten.

Am Ende des vierten Tages aber hatten sich auch die beiden Frauen seiner Meinung angeschlossen. Coleman Oscar schwieg, und nur Jacho Hornung wollte noch ausharren. Andere Besatzungsmitglieder hielten sich mit ihrer Meinung zurück. Aber die Ansichten der fünfköpfigen Führungscrew spiegelten erfahrungsgemäß deren Meinungen wider.

Jacho Hornung wusste, dass er nicht mehr lange gegen den Strom schwimmen konnte, und erbat sich eine letzte Frist bis zum nächsten Tag. Sollten die Hamaraden weiterhin ihre Kriegsspiele veranstalten, dann war er bereit, sich einem neuen Ziel zuzuwenden.

Die Hamaraden zogen sich zurück, wenige Stunden bevor die Frist abgelaufen war. Sie formierten sich zu einem Verband, der geschlossen das Kurryan-System verließ. Kein einziges Schiff blieb zurück.

»Hast du ein Glück!«, sagte Foo. »Jetzt sag nicht, du hättest gewusst, dass sie in dieser Nacht verschwinden.«

»Nicht ich – wir hatten Glück«, wurde sie korrigiert. »Und nachdem sie sich hier ausgetobt haben, dürfen wir davon ausgehen, dass wir so schnell keinen Hamaraden mehr zu sehen bekommen, jedenfalls nicht für die Dauer unseres Einsatzes. Die Schlafperiode ist vorbei, Leute. Jetzt wird es ernst.«

»Schon zur Stelle«, meldete sich Pira Zakanata gähnend. Sie setzte sich vor ihre Konsolen.

Nach und nach nahmen auch alle anderen Besatzungsmitglieder ihre Plätze ein. Jacho Hornung befahl dem Syntron eine kurze Überlichtetappe, die sie bis an die Bahn des zehnten Planeten hinführen sollte. Dann verschwand die ALVAREZ aus dem Normalraum und tauchte nur Sekunden später wieder zurück.

Die Orter arbeiteten auf Hochtouren. Das System der Sonne Kurryan war leer. Es gab keine energetischen Emissionen, weder aus dem Weltall noch von Planeten.

Erst jetzt zeigte sich Hornung erleichtert, denn bisher hatte er insgeheim immer noch damit rechnen müssen, dass die Hamaraden Beobachtungsschiffe zurückgelassen hatten. Dies war offensichtlich nicht der Fall.

Auch Kurryan-10 schien ein ungefährlicher Planet zu sein.

»Du bist wieder gefragt, Foo«, sagte der Kommandant.

Die 1,80 Meter große Spezialistin nickte. Sie wusste schon, worauf er hinauswollte.

»Hier kommen die Koordinaten des Korrago-Stützpunkts«, kündigte sie an. »Seht auf eure Bildschirme!«

Tatsächlich erschienen auf den Schirmen die planetaren Koordinaten, an denen sich der Korrago-Stützpunkt befinden sollte. Auch diese Daten stammten aus der Holo-Karte, die auf dem Planeten Kre'Pain erbeutet worden war.

Langsam brachte Hornung die ALVAREZ näher an den zehnten Planeten heran, bis das Schiff in einen Orbit um ihn gehen konnte.

»Ortung!«, rief die Stimme des Cheforters und -funkers Minuten später. »Wir machen an exakt jener Stelle, wo der Stützpunkt der Korrago liegen soll, einen größeren Hohlraum aus!«

»Was natürlich nur möglich ist, weil wir wussten, wo wir zu suchen haben«, sagte Foo. »Dennoch, etwas wundert mich.«

»Ich weiß«, nahm ihr Hornung die Worte aus dem Mund. »Der extrem leistungsfähige Anti-Ortungsschirm der Korrago hätte die Ortung verhindern müssen.« Natürlich kannte die Besatzung die Berichte Fee Kellinds von Kre'Pain sowie Perry Rhodans von Century. »Hat sich also die Station völlig abgeschaltet? Oder ist sie vernichtet?«

Jon-Pedro Kreiloz meinte: »Das kann nur ein Erkundungskommando herausfinden, mit Freiwilligen in konventionellen Schutzanzügen. Wir können das Risiko nicht eingehen, dass unsere SERUNS mit dem KorraVir infiziert werden und ihre Träger umbringen. Ich melde mich für das Kommando.«

»Danke«, sagte Hornung lächelnd. »Ich habe es nicht anders erwartet. Also such dir deinen Trupp zusammen. Wir werden euch mit der ALVAREZ auf Nummer zehn absetzen, denn Beiboote haben wir ja leider nicht.«

2.

TERXEX

21. September 1290 NGZ

Kommandant Lugrea war sehr stolz darauf, dass sein aus fünf Kriegsschiffen bestehender Verband als erster der Sektorenflotte das neuartige, frisch erworbene Multi-Ortungsgerät ZZ-89 bekommen hatte. Das ZZ-89 war für einen horrenden Preis vom Tampa-Konsortium erworben und nun von seinem Verband erstmals unter realen Bedingungen im Manöver getestet worden.

Die Gesamtflotte hatte soeben das Kurryan-System verlassen und sich aufgeteilt. Die TERXEX und ihre vier Begleitschiffe hatten ihren laut Manöverplan zugewiesenen Standort im Ortungsschutz einer Sonnenkorona eingenommen, etwa drei Lichtjahre von Kurryan entfernt.

»Lugrea?«, fragte der Funkoffizier, ein Hamarade namens Xentor.

»Was gibt es?«, reagierte der Kommandant, immer noch im Hochgefühl, allen anderen Einheiten durch den Mehrzweckorter weit überlegen zu sein. Im Verlauf des Manövers hatte sich dies ja deutlich gezeigt.

Sein Oberkörper war als durchaus humanoid zu bezeichnen. Insgesamt brachten es die Hamaraden auf zwei Meter Körpergröße. Allerdings besaßen sie drei Beine. Das vordere Beinpaar war dünn und diente lediglich dem Laufen. Das hintere Bein war dagegen sehr stark und dick. Die Hamaraden benützten es für Sprünge – oft über zehn Meter weit – und als Waffe im Nahkampf.

Die Köpfe der Hamaraden erinnerten an Froschköpfe, auch ihre Haut war grün. Die Lippen des sehr breiten, wulstigen Mundes hoben sich in zartroter Farbe ab.

»Wie lange sollen wir im Ortungsschutz dieser Sonne bleiben?«, fragte der Funkoffizier. »Ich meine, werden wir lange Zeit fern der Heimat sein, oder ...?«

»Du bist ein sentimentaler Narr!«, beschimpfte ihn der Kommandant. »Du hättest es dir überlegen sollen, dich für den Flottendienst zu melden!«

»Ich weiß es ja, Kommandant. Aber meine Partnerin erwartet in diesen Tagen Nachwuchs. Vielleicht ist es schon passiert. Ich möchte meine kleinen Nachkommen sehen.«

»Sentimentaler Narr!«, wiederholte Lugrea. »Wenn ich gewusst hätte, was mit dir los ist, hätte ich dich nie in meine Mannschaft aufgenommen.«

Xentor schwieg eingeschüchtert. Er sagte nichts mehr und konzentrierte sich auf seine Arbeit.

An Bord der TERXEX herrschte eisiges Schweigen. Man hatte das Manöver als bester Verband abgeschnitten, aber so richtige Freude schien nicht aufkommen zu wollen. Stolz ja – aber es war ein trotziger Stolz.

Die Verbannung in den Sonnenschatten, um weiter zu beobachten, erschien den meisten Raumfahrern als eine Strafe. Dabei hätten sie doch eine Belohnung verdient gehabt!

So vergingen Stunden, in denen Lugrea nur einmal einen Appell an seine Besatzung richtete, sich zusammenzureißen und die Entscheidung des Generalkommandos zu akzeptieren.

Und dann, völlig überraschend, schlug der ZZ-89-Orter aus. Er lieferte den Hamaraden Ergebnisse, die sich Lugreas Fachleute nicht auf Anhieb erklären konnten.

3.

ALVAREZ

21. September 1290 NGZ

Das 280-Meter-Kugelschiff stand schwerelos über dem Planeten, dessen Oberfläche hier aus Geröllwüste bestand. Erst am Horizont war eine Bergkette zu sehen, hinter der grünes Land lag. Die ALVAREZ hatte den Planeten selbst und durch Sonden vermessen und katalogisiert.

Kurryan-10 besaß einen Durchmesser von rund 10.700 Kilometern. Die höchsten Berge erreichten Höhen von fünf- bis sechstausend Metern. Es gab drei große Kontinente und viele Inseln. Das Verhältnis von Land zu Wasser betrug vierzig zu sechzig.

Der Korrago-Stützpunkt lag auf dem Nordkontinent, dem größten der drei Erdteile. Aufgrund der genauen Ortungen war es den Raumfahrern ein leichtes, die Position des Stützpunkts abzuchecken. Damit hatten sie auch aller Wahrscheinlichkeit nach den Umriss jener Fläche, auf der sich der Zugang verbergen musste.

Sie waren nicht angegriffen worden, was ebenfalls für die Inaktivität der Station sprach. Als Jacho Hornung über Interkom mit den in der Bodenschleuse wartenden Mitgliedern des Einsatzkommandos sprach, wünschte er ihnen noch einmal Glück.

Sobald sie das Schiff verlassen hatten, würde die ALVAREZ in den Weltraum starten, um die Gravitraf-Speicher aufzufüllen. Da die Energieversorgung des Schiffes, durch den Umbau bedingt, nicht zureichend dimensioniert war, musste dies sehr häufig geschehen.

Immerhin war die ALVAREZ vor der Katastrophe mit dem Heliotischen Bollwerk ein zur Verschrottung vorgesehener Handelsraumer gewesen. Das Schiff hatte lediglich wieder flugtauglich gemacht werden können, indem großmaßstäblich Anlagen der kleineren SHUMAN installiert wurden. Speziell der Hypertrop und der Gravitraf-Speicher der ALVAREZ waren vollständig aus der SHUMAN übernommen worden.

Jon-Pedro Kreiloz führte das zehnköpfige Einsatzkommando an. Pira Zakanata ordnete sich ihm unter. Die beiden Spezialisten verließen die Schleuse als erste. Ihnen folgten, von ihren Antigravaggregaten getragen, die anderen acht Teilnehmer der Mission: sechs Terraner, eine Ertruserin und ein Epsaler.

Sie setzten in der Geröllwüste auf. Kreiloz funkte zur ALVAREZ hoch, dass das Schiff jetzt starten könne. Jacho Hornung versprach, sofort wieder zu landen, wenn der Zapfvorgang beendet sei.

Dann hob sich die 280-Meter-Kugel sanft. Kreiloz und seine Begleiter stemmten sich leicht gegen den entstehenden Luftzug. Dann nickte der Wissenschaftler seinen Begleitern zu.