Perry Rhodan 2038: Operation CV-Embinium - Horst Hoffmann - E-Book

Perry Rhodan 2038: Operation CV-Embinium E-Book

Horst Hoffmann

0,0

Beschreibung

Micro Trivielle und Lokmar Lokink - zwei Swoon-Agenten im Dauereinsatz Spätestens nachdem die Truppen des Kristallimperium den offiziell selbständigen, aber mit der Liga Freier Terraner verbündeten Planeten Ertrus besetzt haben, warten die Bewohner der Milchstraße mit großer Furcht auf den Ausbruch eines großen galaktischen Krieges. Doch nach wie vor schrecken Perry Rhodan und die Führung der Liga davor zurück; ein offener Konflikt mit Arkon würde Milliarden von Todesopfern kosten und die Milchstraße in ein einziges Schlachtfeld verwandeln. Die Terraner setzen deshalb im Sommer und Herbst des Jahres 1303 NGZ auf geheimdienstliche Vorstöße und auf Diplomatie. Der Versuch von Julian Tifflor, dem Residenz-Minister für Liga-Außenpolitik, in der Eastside der Galaxis ein Bündnis mit den Blues -Nationen zu schmieden, ist ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Dabei weiß niemand außer den Teilnehmern der Geheimkonferenz, was auf dem abgeschiedenen Planeten Santanz wirklich geschehen ist... Währenddessen aber beginnen die Arkoniden mit ganz neuen Aktivitäten im Zentrum ihres Imperiums. Die geheimnisvollen Arbeiten auf diversen Planeten rufen die Neue USO auf den Plan. Und diese schickt die beiden fähigsten Spezialisten in den Einsatz: Zwei Swoons starten die OPERATION CV-EMBINIUM...

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern
Kindle™-E-Readern
(für ausgewählte Pakete)

Veröffentlichungsjahr: 2014

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS
Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Nr. 2038

Operation CV-Embinium

Micro Trivielle und Lokmar Lokink – zwei Swoon-Agenten im Dauereinsatz

von Horst Hoffmann

Spätestens nachdem die Truppen des Kristallimperiums den offiziell selbständigen, aber mit der Liga Freier Terraner verbündeten Planeten Ertrus besetzt haben, warten die Bewohner der Milchstraße mit großer Furcht auf den Ausbruch eines großen galaktischen Krieges. Doch nach wie vor schrecken Perry Rhodan und die Führung der Liga davor zurück; ein offener Konflikt mit Arkon würde Milliarden von Todesopfern kosten und die Milchstraße in ein einziges Schlachtfeld verwandeln.

Die Terraner setzen deshalb im Sommer und Herbst des Jahres 1303 NGZ auf geheimdienstliche Vorstöße und auf Diplomatie. Der Versuch von Julian Tifflor, dem Residenz-Minister für Liga-Außenpolitik, in der Eastside der Galaxis ein Bündnis mit den Blues-Nationen zu schmieden, ist ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Dabei weiß niemand, außer den Teilnehmern der Geheimkonferenz, was auf dem abgeschiedenen Planeten Santanz wirklich geschehen ist …

Währenddessen aber beginnen die Arkoniden mit ganz neuen Aktivitäten im Zentrum ihres Imperiums. Die geheimnisvollen Arbeiten auf diversen Planeten rufen die Neue USO auf den Plan.

Und diese schickt die beiden fähigsten Spezialisten in den Einsatz: Zwei Swoons starten die OPERATION CV-EMBINIUM …

Die Hauptpersonen des Romans

Micro Trivielle – Der USO-Spezialist vom Planeten Swoofon spielt die Rolle des Handelsattachés perfekt.

Lokmar Lokink – Leider spielt der Swoon-Spezialist im Rang eines USO-Leutnants seine Rolle noch perfekter.

Yamani Solos – Die USO-Agentin findet wertvolle Hinweise auf ein Geheimnis der Arkoniden.

Monkey – Der Kommandant der USO schickt seine besten Agenten in einen bedeutenden Einsatz.

Julian Tifflor – Der Galaktische Rat der Liga Freier Terraner wickelt seltsame Geschäfte ab.

Bostich I.

Prolog

Zalit

Yamani Solos schlug das Herz bis zum Hals, als sie in die Sperrzone einflogen. Ihre Hände lagen in ihrem Schoß. Sie spürte, wie feucht sie waren; jeder ihrer Ringe schien auf der Haut zu rutschen.

Neben ihr saß Danyel Crofft und rührte sich nicht. Als sie ihm einen flüchtigen Blick zuwarf, sah sie den Glanz in seinen Augen, der seine innere Anspannung verriet.

Sie hatten Maske gemacht, die beiden Spezialisten der USO. Es hatte sie und vor allem das Hauptquartier in Quinto-Center alle erdenkliche Mühe gekostet, sich in einer falschen Identität als zalitische Techniker auf Hog-Ghisterun einzuschleichen, dem europagroßen Kontinent, dessen gesamter Süden von Truppen des Kristallimperiums abgesperrt worden war.

Nun waren ihre Haare kupferfarben mit einem leicht grünen Oxydationsschimmer, und die Haut besaß eine rotbraune Färbung. Sie entsprachen damit dem äußeren Erscheinungsbild eines Zaliters.

Yamani Solos und ihr Partner saßen hinter dem Piloten und Kopiloten des Transportgleiters, mit dem miniaturisierte Ausrüstungsgegenstände in die Sperrzone gebracht werden sollten. Yamani wusste nicht, worum es sich dabei handelte. Sie hatte nur erlebt, unter welcher Geheimhaltung die Gegenstände an Bord gebracht worden waren.

Ihre Kabine war von dem Cockpit durch eine nur halb durchsichtige Glaswand abgetrennt. Die Kabinenfenster waren verdunkelt worden, so dass sie nichts von dem sehen konnten, was draußen lag. Inwiefern das Misstrauen ihnen gegenüber war oder nur routinemäßige Vorsicht der Arkoniden, wusste Yamani nicht zu sagen. Sie wusste nur, dass sie die Sperrzone jetzt erreicht haben mussten, und hielt den Atem an.

Ihre Gedanken kehrten in die Zeit zurück, in der alles begonnen hatte. Das war zu Beginn des Jahres 1300 NGZ gewesen. Damals hatten die arkonidischen Truppen das Riesengelände abgesperrt, nachdem die drei USO-Spezialisten auf Zalit auf Hog-Ghisterun ominöse Bauarbeiten beobachten konnten – ohne herauszufinden, zu welchem Zweck sie dienten.

Als dann der Süden des Kontinents abgesperrt worden war, hatten sie keine Chance mehr gehabt. Auch aus der Luft oder vom Weltraum aus ließ sich nicht erkennen, was auf Hog-Ghisterun vor sich ging. Das betreffende Gebiet lag unter einem Tarnschirm.

Alles, was Yamani tun konnte war, das USO-Hauptquartier auf die rätselhaften Vorgänge aufmerksam zu machen. Zu ihrer Enttäuschung hatte Monkey, der oxtornische USO-Chef, Yamanis Bericht nicht den höchsten Prioritätsgrad zugeordnet. In der Milchstraße brannte es an allen Ecken und Enden, und die USO verfügte nicht über genügend Spezialisten, um jede Spur zu verfolgen.

Yamani Solos' Verdacht, dass auf Zalit etwas Ungeheuerliches vorging, wurde gegen Mitte 1302 NGZ fast zur Gewissheit, als ein reger Raumschiffsverkehr über dem Kontinent einsetzte. Riesenhafte Frachtschiffe liefen Zalit an und löschten über Hog-Ghisterun ihre Ladung. Das war noch nicht alles. Die Flotte des Kristallimperiums hatte zweitausend zusätzliche Schwere Kreuzer und fünfhundert Schlachtschiffe der KOBAN-Klasse nach Zalit verlegt. Schließlich fanden die USO-Agenten, die von der Hauptstadt Tagnor aus operierten, noch heraus, dass sich Kralasenen auf Zalit befanden – die sogenannten Bluthunde des Imperators.

Alles das machte Yamani Solos sicher, dass auf Hog-Ghisterun große Dinge vorgingen. Ihre Informationen überzeugten nun auch Monkey. Der Oxtorner gab seiner kleinen Truppe grünes Licht. Tage später verfolgten insgesamt zwanzig Spezialisten der USO auf Zalit die Tätigkeiten des Kristallimperiums – soweit sie sich verfolgen ließen.

Yamani kehrte in die Gegenwart zurück, als Danyel sie mit dem Ellbogen anstieß. Er beugte sich zu ihr herüber und flüsterte: »Wir landen. Es kann nicht mehr lange dauern, bis wir endlich wissen, welches Spiel die Arkoniden hier spielen.«

Sie nickte nur. Der Transportgleiter senkte sich fühlbar nieder. Er schien über keine Andruckabsorber zu verfügen, das hatten sie schon beim Start festgestellt. Yamanis Magen schien sich zu heben. Von vorne, von den Piloten, hörte sie ein Lachen. Erlaubten sich die zwei Männer Scherze mit ihnen, indem sie die Absorber ausschalteten?

Yamani schüttelte den Kopf. Strähnen ihrer kupferfarbenen Haarmähne schlugen in ihr Gesicht; ihre auffallenden Ohrringe klimperten. Sie bedauerte mehr denn je, dass sie durch die verdunkelten Fenster nichts sehen konnte.

Und dann setzte der Gleiter auf.

Die Trennwand zwischen den beiden Agenten und den Piloten verschwand. Yamanis Herz schlug jetzt noch heftiger. Was würde sie in fünf oder zehn Sekunden zu sehen bekommen?

»Neugierig?«, fragte der Pilot, ein weißhaariger Arkonide mit roten Augen, und grinste.

Yamani befürchtete für einen Moment, sie könnte sich durch ihre nicht zu übersehende Aufregung verraten haben, aber sie hatte sich unter Kontrolle.

»Natürlich sind wir neugierig«, antwortete sie mit einem gezwungenen Lächeln. »Auf Zalit gehen große Dinge vor. Für einen zalitischen Techniker ist es eine Ehre und ein Beweis des Vertrauens, in sie eingeweiht zu werden.«

Das war bereits hart an der Grenze dessen, was sie sagen durfte. Aber sie glaubte nicht, dass die beiden Arkoniden zum gefürchteten Geheimdienst gehörten. Die zwei Männer waren einfache Gleiterpiloten, die ihre Arbeit taten und sonst nichts. Man hatte ihnen befohlen, außerhalb der Sperrzone zwei zalitische Techniker an Bord zu nehmen, und das hatten sie getan, ohne Fragen zu stellen.

Yamani aber hörte nicht auf, sich zu fragen, weshalb die Arkoniden ausgerechnet zalitische Techniker benötigten. Bisher hatten sie alle Arbeiten rings um das geheimnisvolle Projekt durch »echte« Arkoniden oder durch Kolonialarkoniden von anderen Welten erledigen lassen.

»Da sind wir«, sagte der Mann im Pilotensitz. Sein Kopilot streckte sich und öffnete dann auf seiner Seite des Gleiters die Tür. Helligkeit flutete ins Innere der Kabine. Der Arkonide stieg aus und winkte den beiden falschen Zalitern, ihm zu folgen.

»Na, dann hinaus an die frische Luft!«, sagte Danyel und ging gebückt nach vorn.

Yamani folgte Danyel ins Freie. Die Luft war heiß, ein leichter Wind wehte Sand in ihre Gesichter. Der Süden Hog-Ghisteruns war weitgehend Wüste. Die Arkoniden hatten sich einen ungemütlichen Ort für ihr Projekt ausgesucht.

Yamani, die Augen zusammengekniffen, wäre fast auf Danyels Rücken geprallt. Der Agent war einfach am Ende der kleinen Rampe stehengeblieben und hatte den Kopf weit in den Nacken gelegt.

Yamani hörte, wie er leise fluchte. »Bei allen Teufeln der Galaxis! O nein, das …!«

Fast klang es andächtig. Aber dann, als sie ebenfalls den Blick hob, verstand sie ihn.

»Heilige Milchstraße …«, entfuhr es ihr. »Was ist das?«

Vor sich, etwa zweihundert Meter entfernt, sah sie einen gewaltigen, nach ihrer ersten Schätzung rund anderthalb Kilometer hohen Bogen aus reiner Energie.

»Ein Transmitterfeld«, flüsterte Danyel, als sie neben ihm stand. »Ein Transmitterfeld von gigantischer Größe! Und schau mal dort!«

Yamani drehte den Kopf. Es war nicht damit zu rechnen, dass ihre Piloten sie belauschten. Sie standen ein Dutzend Meter abseits und grinsten sich nur an, wobei die Blicke des Kopiloten musternd und begehrend über Yamanis wohlgeformten Körper strichen, der in einer hautengen grauen Kombination steckte. Offenbar sollten die beiden Männer sie zur Einsatzleitung bringen, aber zuerst wollten sie sich an der Überraschung der falschen Techniker ergötzen. Zweifellos waren sie stolz auf das, was hier in der Wüste geschaffen worden war.

Und das war nicht nur der Transmitterbogen, der bis in den Himmel reichte. Das gesamte Areal war von ebenfalls kilometerhoch sich auftürmenden, bis zu dreifach gestapelten Containern umgeben. Yamani kam sich vor wie eine Zwergin, wie ein Wurm.

Davon muss die USO erfahren!

»Genug gestaunt«, sagte schließlich einer der Arkoniden. »Gehen wir jetzt!«

Yamani sah andere Arkoniden zwischen den Containern, wo es Baracken gab. Plötzlich hörte sie hinter sich ein Geräusch. Als sie sich umdrehte, sah sie, wie ein riesiger Roboter damit begann, den Transportgleiter zu entladen.

Danyel packte sie am Arm und deutete wortlos voraus.

Yamani Solos kam alles um sie herum fast vor wie ein Traum. Dazu gehörte nun auch, dass sich ein wohl achthundert Meter hoher, würfelförmiger Container plötzlich in Bewegung setzte, von gigantischen flugfähigen Fesselfeldprojektoren gehoben. Er schwebte auf das Transmitterfeld zwischen den beiden Energiesäulen zu – und verschwand unter einem kaum sichtbaren, anscheinend mit hohem Aufwand abgeschirmten Leucht- und Energieeffekt darin.

»Mein Gott, Danyel«, flüsterte die USO-Spezialistin. Als gute Freunde benutzten die beiden USO-Agenten nur dann das respektvolle »Sie«, wenn sie sich in Quinto-Center aufhielten. »Hast du das gesehen? Ein Behälter, der beladen immerhin einige Millionen Tonnen Masse aufweisen dürfte!«

»Verglichen mit einem Raumschiff, das trotz seiner vielfältigen Aggregate schon ungeheure Mengen transportieren kann«, flüsterte Crofft zurück, »stellt ein solcher Container Transportvolumen pur bereit. Das wirft ein kennzeichnendes Licht auf die hier verschickten Frachtmengen – zumal offensichtlich fast ständig derartige Container auf die Reise gehen.«

»Eine wahre Containerstraße«, sagte Yamani leise. »Aber wohin werden die Container gebracht? Danyel, wir sind hier in ein Wespennest von viel größerem Gewicht hineingestoßen, als selbst ich es angenommen hatte. Das hier ist mehr als eine gut getarnte und abgeschottete Baustelle der Arkoniden – es ist zentral.«

Danyel wollte antworten, aber da kamen die beiden Arkoniden, die sie hierhergeflogen hatten, und machten eine eindeutige Geste.

»Genug geredet jetzt! Folgt uns, wir haben euch in eure Unterkunft zu bringen. Wenn ihr euch noch länger bitten lasst, müssen wir Meldung machen.«

Das werden sie sowieso tun, dachte Yamani. Sie nickte ihrem Partner zu, und beide setzten sich in Bewegung, hinter den Arkoniden her. Ihre Aussicht, mit einem Schweber zu ihren Unterkünften gebracht zu werden, wurde enttäuscht.

Wieder musterte sie der eine so unverhohlen und unverschämt, dass sie ihm am liebsten eine schallende Ohrfeige verpasst hätte. Aber sie riss sich zusammen. Agenten der Neuen USO lassen sich nicht provozieren!

Als sie während des Fußmarsches die vielen riesigen Container betrachtete, kam ihr unvermittelt ein Gedanke. Aus dem Geschichtsunterricht erinnerte sie sich daran, dass das Solare Imperium früher eine gigantische Containerstraße betrieben hatte, und zwar zwischen Terra und Olymp, als das Solsystem sich beim Fall Laurin in den Schutz des Antitemporalen Gezeitenfeldes zurückzog. Und zur Zeit der Laren-Besatzung war dies ebenfalls der Fall gewesen.

War dies hier der Beginn von etwas Ähnlichem? Erst jetzt fiel Yamani die hektische Betriebsamkeit zwischen den Containern und Baracken auf. Egal, was die Arkoniden hier trieben, es musste sich um ein Projekt von gewaltigen Ausmaßen handeln! Eines der bestgehüteten Geheimnisse des Kristallimperiums. Selbst wenn es gelänge, auch die restlichen achtzehn USO-Spezialisten einzuschleusen, wären sie mit dieser Größenklasse eindeutig überfordert.

Monkey musste ihnen Verstärkung schicken, vorzugsweise erfahrene Elitespezialisten. Yamani Solos wusste genau, dass sie auf einen Einsatz dieser Art nicht vorbereitet war, dass sie nicht die nötige Absicherung hinter sich hatte, die es brauchte, um ungeschoren aus dieser Sache wieder herauszukommen. Ob sie und Danyel aus der Sicherheitszone Hog-Ghisterun wieder entkommen konnten oder nicht, war reine Glückssache.

Aber allein solche Gedanken widersprachen schon dem Ehrenkodex der USO-Spezialisten: Spezialisten der USO sind ihren Gegnern überlegen! Spezialisten der USO sterben nicht im Einsatz, sondern haben stets Erfolg!

Während der halben Stunde Fußmarsch wurde Yamani das Gefühl nicht los, dass sie absichtlich zu Fuß zu ihren Unterkünften geführt wurden, damit sie ihre Kleinheit angesichts dieser Containerberge und des Transmitterbogens erst richtig erkannten. Sie erreichten die Baracken, die ihnen als Unterkünfte zugewiesen werden sollten. Ob sie getrennt untergebracht werden würden oder gemeinsam, konnten sie noch nicht wissen.

Sie wurden von ihren bisherigen Begleitern in die Obhut von Arkoniden gegeben, die sich weiter um sie kümmerten. Vereinzelt sah Yamani einige Zaliter. Doch diese machten allesamt einen eingeschüchterten Eindruck.

Während die Formalitäten erfüllt wurden, reifte in der Spezialistin ein Plan. Sie musste einen Weg finden, ihre Beobachtungen mit einem gerafften Hyperfunk-Impuls an ihre Basisstation in der Hauptstadt Tagnor zu senden. Aber vorläufig kam sie nicht darum herum, mit Danyel Crofft ihre Unterkunft zu beziehen, sich weiterhin wie eine zalitische Technikerin zu verhalten und sich anschließend bei ihren Vorgesetzten zu melden.

Nachdem dies geschehen war, begann sie mit hektischen Aktivitäten. Aus speziell verstärkten Fasern, die in ihrer Kleidung verborgen worden waren, baute sie ein feines Drahtgeflecht zusammen; sie ergänzte es durch miniaturisierte Bauteile, die sie aus ihren Ohrringen, aus den Ringen an den Fingern und aus den Zierschlaufen ihrer Schuhe zog.

Es entstand eine kleine Sendeanlage, die praktisch nicht anzumessen war, die für einige wenige Impulse ausreichen würde und danach unbrauchbar war. Manuell gab Yamani zahlreiche extrem verschlüsselte Informationen in das Gerät ein, bevor sie es locker in die Tasche steckte. Dann begab sie sich mit dem Gerät auf die Toilette, versenkte es dort in einem Abflussrohr, bevor sie zurückging.

Während sie sich zwischen den Baracken bewegte, nahm das Gerät seine Arbeit auf. Hochgerüstete USO-Technik, die nach dem Prinzip eines Trojanischen Pferdes arbeitete, schaltete sich ein. Sie koppelte sich mit der Hyperfunk-Zentrale des Lagers, wartete, bis ein Funkfenster geöffnet wurde, und schleuste dann die Botschaft in den Hyperfunkverkehr ein.

Der geraffte Impuls war sofort unterwegs. Und wenn alles gutging, konnte Yamani das getarnte Gerät nach einer halben Stunde wieder abholen und an anderer Stelle deponieren.

Doch in ihrer Unterkunft wartete eine Überraschung auf sie.

Erst nachdem sie die Tür hinter sich geschlossen hatte, sah sie die Leiche von Danyel Crofft. Der Agent lag mit weit aufgerissenen Augen hinter dem Tisch auf dem Boden. In seiner Brust war ein dunkles Loch. Er war mit einem Thermostrahler erschossen worden.

»So gehen wir mit Verrätern um«, sagte eine Stimme hinter ihr. Die Agentin wirbelte herum.

Vor ihr stand ein hochgewachsener, muskulöser Arkonide. Er lächelte schwach, während die Abstrahlmündung seiner Energiewaffe sich auf ihre Brust richtete.

»Solange du vernünftig bist«, sagte er, »besteht für dich keine Gefahr. Dein Partner war es leider nicht, darum musste ich ihn töten. Ich bin gekommen, um euch festzunehmen, im Namen des Imperiums. Wir haben eure Tarnung durchschaut und …«

Weiter kam er nicht. Yamani, die richtig erkannte, dass sie einer geheimdienstlichen Prüfung nicht standhalten konnte, griff an. Und das, obwohl sie genau wusste, dass ein Kampf an dieser exponierten Stelle schnell ihr Ende bedeuten konnte.

Sie kannte sich aus in den alten Kampftechniken ohne Waffe, und fast hätte sie den Arkoniden in Bedrängnis gebracht. Dieser aber wich ihr aus und brachte immer wieder so viel Abstand zwischen sie und sich, dass er bequem schießen konnte.

Als er endlich den tödlichen Schuss auf Yamani Solos abgab, stürzte er vor und fing sie auf, bevor sie zu Boden gehen konnte. Sie sah ihm ins Gesicht, während der Atem nachließ und es schon schwarz vor ihren Augen wurde.

»Du bist ein … Kralasene, nicht wahr?«, kam es leise über ihre Lippen.

»Das ist wahr«, bestätigte der Arkonide. »Ein Bluthund des Diktators, wie ihr uns nennt …«

Yamanis letzter Gedanke galt dem Hyperfunk-Impuls. Hoffentlich hatten ihn die anderen Agenten in Tagnor aufgefangen und an die Zentrale weitergeleitet.

1.

Quinto-Center, 29. Oktober 1303 NGZ

Monkey, der an 4,8 Gravos Schwerkraft gewohnte Oxtorner mit den künstlichen Augen, blickte Major Roi Danton und Yart Fulgen scharf an, als diese ihren Bericht abgaben. Homer G. Adams, der angesichts einer permanent wachstumsbedürftigen USO praktisch ausschließlich mit den nicht zu unterschätzenden Finanzierungsproblemen der Organisation beschäftigt war, saß im halbdunklen Hintergrund des Besprechungsraums und hörte zu, ohne einmal zu unterbrechen. Das Finanzgenie würde sich früh genug zu Wort melden.