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Es beginnt mit einer Prophezeiung - das Schicksal des Kosmos steht auf dem Spiel Zum ersten Mal stieß der Mausbiber Gucky auf "Die Macht der Elf", als Perry Rhodan nach M 82 verschlagen wurde, in die Hauptgalaxis der negativen Superintelligenz Seth-Apophis: Fast neunhundert Jahre liegt das bereits zurück. Damals nannte Gucky den Planeten "Gucklon" und die mysteriösen Elf die "Gucklon-Wesen", obwohl er wusste, dass sie keineswegs von dort stammten. Niemand wird je ganz entschlüsseln, was diese geheimnisvolle Macht wirklich umtreibt. Einer alten und kaum beachteten Prophezeiung zufolge werden sie aber immer bei großen Ziffernkonjunktionen einer für Terraner fremdartigen Zeitrechnung in Erscheinung treten. Im Jahr 1332 NGZ rechnet eigentlich niemand mehr ernsthaft damit, mit diesen Wesen in Kontakt zu kommen. Zu groß sind die Probleme, die die Milchstraße derzeit heimsuchen: Ausfall aller Technologie mir hyperenergetischen Anteilen, Auftauchen fremder Sternenmassen, Aufeinanderprallen galaktischer Großmächte... Aber das Schicksal siegt über die Politik - und es kommt zum RENDEZVOUS MIT DER EWIGKEIT...
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Veröffentlichungsjahr: 2014
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Nr. 2222
Rendezvous mit der Ewigkeit
Es beginnt mit einer Prophezeiung – das Schicksal des Kosmos steht auf dem Spiel
Horst Hoffmann
Zum ersten Mal stieß der Mausbiber Gucky auf »Die Macht der Elf«, als Perry Rhodan nach M 82 verschlagen wurde, in die Hauptgalaxis der negativen Superintelligenz Seth-Apophis: Fast neunhundert Jahre liegt das bereits zurück. Damals nannte Gucky den Planeten »Gucklon« und die mysteriösen Elf die »Gucklon-Wesen«, obwohl er wusste, dass sie keineswegs von dort stammten.
Niemand wird je ganz entschlüsseln, was diese geheimnisvolle Macht wirklich umtreibt. Einer alten und kaum beachteten Prophezeiung zufolge werden sie aber immer bei großen Ziffernkonjunktionen einer für Terraner fremdartigen Zeitrechnung in Erscheinung treten.
Im Jahr 1332 NGZ rechnet eigentlich niemand mehr ernsthaft damit, mit diesen Wesen in Kontakt zu kommen. Zu groß sind die Probleme, die die Milchstraße derzeit heimsuchen: Ausfall aller Technologie mit hyperenergetischen Anteilen, Auftauchen fremder Sternenmassen, Aufeinanderprallen galaktischer Großmächte ...
Aber das Schicksal siegt über die Politik – und es kommt zum RENDEZVOUS MIT DER EWIGKEIT ...
Homer Gershwin Adams – Das Finanzgenie mag Tee – gerne aber auch Kaffee, je nachdem.
Gucky – Der Mausbiber erprobt das Leben mit mehr als einem Zahn.
Diana – Eine Sekretärin erkennt ihren Chef kaum wieder.
Sahaver – Der ominöse Besucher spricht mit dem Finanzgenie.
Johnny
»Trivial! Trivial! Dieses Buch ist trivial und selbst für triviale Verhältnisse noch eine Zumutung! Es hat nichts mit Literatur zu tun und ist von der ersten bis zur letzten Seite unglaubwürdig! Es ist nicht wert, mit der literarischen Kneifzange angefasst zu werden! Weg damit! Aus meinen Augen!«
(Marcel Arm-Canicsky, Frankfurter Buchmesse 1331 NGZ)
»Kein Verlag auf der Welt würde dieses Buch veröffentlichen. Schlechter Stil, schlechte Dialoge, schlechter Witz. Denn ein Witz soll es wohl sein. Was uns da vorgeführt wird, ist so hanebüchen wie die Behauptung, die Erde sei eine Scheibe.«
(F. M. Arzyn, Neuer P&M-Verlag, Rastatt, 3. Januar 1332 NGZ)
»Scheiße, Scheiße, Scheiße! Geh damit zu den Unsterblichen, die lachen sich darüber tot!«
(Deter Bolen, Wahrheits-Verlag, Terrania, 12. Januar 1332 NGZ)
1.
»Wer wagt es?«, knurrte Homer G. Adams, von seinen Geschäftsfreunden und Untergebenen hinter vorgehaltener Hand oft nur »Mister 3000« genannt. Er war der älteste lebende Terraner. »Wer stört mich in meiner Kreativpause?«
»Ich bitte ja schon um Entschuldigung, Sir«, sagte eine sehr sexy klingende weibliche Stimme aus dem Akustikfeld mitten in dem geräumigen, großzügig eingerichteten Büro. »Aber er lässt sich einfach nicht abwimmeln. Soll ich ihn denn gewaltsam entfernen lassen? Mit seinem Buch?«
Adams fluchte leise, was eigentlich gar nicht zu dem kleinen, hageren Mann mit dem großen Kopf passen wollte. Aber er war schon den ganzen Tag über nervös, seitdem ihn sein Wecker mit den Klängen von »Money makes the world go round« aus seinen Träumen gerissen hatte. Dazu kam, dass er diese neue Mode, das Siezen einflussreicher Personen und solcher, die sich dafür hielten, nicht ausstehen konnte. Zumal diese Mode keineswegs neu, sondern sogar noch älter war als er selbst.
»Wer ist er?«, fragte der Residenz-Koordinator für Wirtschaft, Finanzen und Strukturwandel mürrisch, während er würfelte.
Mist! Schon wieder eine Eins und eine Drei. Das bedeutete Mimas-Knast. Da nutzten ihm auch seine drei Weltraumbahnhöfe nichts. Nicht viel jedenfalls.
»Ich habe dich etwas gefragt, Diana! Und seit wann kann man jemanden mit dessen eigenem Buch entfernen? Was für ein Buch ist es überhaupt? Wer schleppt heutzutage noch Bücher mit sich herum?«
»Dieser Mann, Sir. Und wir würden ihn selbstverständlich mittels Traktorstrahlen entfernen lassen, mitsamt seinem Buch. Er will mir seinen Namen nicht nennen.«
»Dann lass ihn rausschmeißen!« Der Computer, eine uralte Positronik namens Dagobert, würfelte – Goeddastraße! Ausgerechnet! Adams' Laune erreichte fast ihren Tiefpunkt. »Wie ist er überhaupt in die Solare Residenz gekommen?«
»Das weiß ich nicht, Sir. Er war plötzlich da. Er behauptet jedenfalls, es sei wichtig.«
»Damit kann jeder kommen!«
»Genau das hat er doch auch getan, Sir!«
»Bist du Haarspalter oder Sekretärin? Komm zur Sache. Was genau ...?«
»Äh ... er sagt etwas von einem Fall terminale Götterdämmerung, Sir ...«, kam es aus dem Akustikfeld.
Homer G. Adams erstarrte. Er sah kaum, wie Dagobert auf dem Ereignisfeld landete und ihm zweitausend Galax an Steuerrückzahlung überwies, die nach einer nonggischen Radinvestition durch die Abschreibungsgesetze von Gorhoon fällig wurden. Das rettete ihn in diesem vertrackten Spiel allerdings auch nicht mehr vor der Pleite. Dagobert war ihm heute über. Dieser Tag stand wirklich unter keinem guten Stern für ihn.
»Fall ... Fall terminale Götterdämmerung?«, stammelte das Finanzgenie. »Hat er das wirklich gesagt?«
»Das waren zumindest seine Worte, Sir. Soll ich ihn jetzt hinauswerfen lassen oder nicht?«
»Natürlich nicht! Schick ihn zu mir herein, auf der Stelle!«
»Aber Ihre Kreativpause, Sir ...«
Adams hüstelte verlegen und desaktivierte den Computer. Dagobert senkte sich hoheitsvoll und mit einem Klingeln wie von tausend Münzen in den Arbeitstisch hinab.
»Meine Kreativpause ist beendet, Diana. Rein mit dem Kerl! Ich warte!«
»Er kommt schon, Sir. Bitte erschrecken Sie nicht.«
»Warum sollte ich ...?«
Die breite Tür zu Adams' Büro fuhr zur Seite. Herein kam auf Krücken ein langhaariger, bärtiger, alter Mann in einem grauen, bis auf die nackten Füße reichenden Mantel. Unter seinen rechten Oberarm hatte er ein Buch geklemmt – tatsächlich ein richtiges Buch, wie man es heutzutage nur noch in teuren Nostalgiebibliotheken fand.
Homer G. Adams erhob sich, bemüht, einen gefassten Eindruck zu machen und alle schwarzen Katzen zu vergessen, von denen er letzte Nacht geträumt hatte. Er wies dem Fremden einen Sessel zu, aber der seltsame Kauz zog es offenbar vor, vor dem mächtigen Arbeitstisch stehen zu bleiben. In seinem Blick war etwas, das den Unsterblichen irritierte.
»Und?«, fragte Adams. »Was kann ich für dich tun, äh ...«
»Mein Name tut nichts zur Sache«, sagte der Fremde mit dunkler Stimme, die Adams einen Schauder über den Rücken jagte. »Welches Datum haben wir heute?«
»Den zwanzigsten Januar 1332 NGZ«, antwortete Adams perplex. Der Alte wurde ihm immer unheimlicher. Wusste er wirklich nicht, welcher Tag heute war, oder trieb er ein dummes, schon unverschämt dummes Spiel mit ihm?
»Der zwanzigste Januar«, wiederholte der Fremde langsam. »Dann ist es vielleicht noch nicht zu spät ...«
*
Drei Stunden später ...
Homer G. Adams kratzte sich am Hals. Irgendetwas juckte lästig. Und nicht nur am Hals.
Er hatte das Buch quer gelesen – von der ersten bis fast zur letzten Seite. Jetzt schloss er es und schob es über die Tischplatte dem merkwürdigen Besucher zu.
»Also gut«, sagte er, äußerlich ruhig. Die innere Anspannung, die ihn schon den ganzen Tag erfüllt hatte, war eine andere Sache. Er nickte. »An den Stempeln auf der ersten Innenseite sehe ich, dass es bereits verschiedenen Verlagen angeboten und überall abgelehnt wurde. Das hätte ich auch getan. Es ist an den Haaren herbeigezogen.«
Der Fremde sah ihn an, starrte unentwegt. Seine Augen waren wie ... Fenster in eine andere Welt, wenn auch ohne Läden und Fensterkreuze. Anders konnte Adams es nicht bezeichnen.
Jetzt juckte es unter der Achsel. Und der Alte starrte ...
»Du kannst es versuchen, solange du willst«, sagte Adams. »Du kannst mich nicht hypnotisieren. Ich kann dir natürlich nicht verbieten, mit diesem Machwerk weiter nach einem Verleger zu suchen. Bei mir kannst du keinen Blumentopf damit gewinnen.«
Er stützte sich mit beiden Händen auf die Tischplatte. Seine Augen wurden zu schmalen Schlitzen.
»Du kannst damit gehen, wohin du willst«, sagte er leise. »Niemand wird dir glauben. Ich hätte dir nicht meine kostbare Zeit geopfert, wenn du dich nicht mit dem Kodewort Fall terminale Götterdämmerung eingeschlichen hättest. Es ist nur wenigen Menschen bekannt. Weißt du überhaupt, was es bedeutet?«
»Ich weiß es«, antwortete der Alte. »Das Ende der Unsterblichen.«
Adams zuckte zusammen. Herrje, jetzt juckte es auch in der Hose!
»Willst du mir vielleicht verraten, woher du das Kodewort kennst?«, fragte Adams nach einem langen Seufzer.
»Ich kenne es, das muss genügen«, sagte der Alte. »Ich kenne die ganze Wahrheit. Ich habe sie niedergeschrieben.«
»Wahrheit!« Adams lachte rau. »Das da?«
Er deutete auf das Buch, das immer noch vor ihm auf dem Schreibtisch lag. In diesem Augenblick öffnete sich die Klappe an seiner fast 3000 Jahre alten Schwarzwalduhr, und der Kuckuck fuhr heraus. Er kuckuckte dreimal.
»Oh«, sagte der Besucher und griff in eine Tasche seines grauen Mantels. »Fünfzehn Uhr. Zeit für meine Tabletten.«
Er hatte ein gläsernes Röhrchen in der rechten Hand und gab drei Pillen in die linke. Sie verschwanden in seinem Mund, ohne einen Schluck Wasser. Dann steckte er das Röhrchen in die Manteltasche zurück.
»Was war das jetzt für eine Vorstellung?«, fragte Homer G. Adams irritiert. »Wer muss denn heute noch Tabletten schlucken?«
»Heute – gestern – morgen«, murmelte der alte Mann, »alles ist relativ. So wie das Leben ... und der Tod ...«
Sein Blick ließ Adams, der ihn ohnehin schon um zwei Köpfe unterragte, in sich zusammenschrumpfen. Er fühlte eine Unsicherheit wie lange nicht mehr. Dies war sein Büro. Es war sein Reich. Und trotzdem fühlte er sich so, als würde er hier nicht hingehören.
»Ich gebe dir einen guten Rat«, sagte er leise. Es sollte gefährlich klingen, kam aber eher einem Krächzen gleich. »Verschwinde!«
Der Fremde nickte. Täuschte sich Adams, oder blitzte es in seinen Augen kurz auf?
Und dann war der Mann tatsächlich weg.
*
Homer G. Adams stand da wie ein begossener Pudel. Er starrte auf die Stelle, an der der unheimliche Kerl gestanden hatte und die jetzt leer war. Hatte er geträumt? Oder halluziniert?
Aber nein. Da lag noch immer das Buch auf seinem Schreibtisch. Und er hatte Zeugen, zumindest einen – glaubte er.
»Diana!«, rief er, während er sich wieder setzte. »Komm doch bitte einmal zu mir.«
»Holo oder real?«, fragte es aus dem Akustikfeld. »Ich arbeite gerade an einer sehr wichtigen ...«
»Real, verdammt!«
Es dauerte etliche Sekunden, bis sich die breite Tür öffnete. Diana, süße 24 Jahre alt, langbeinig und superblond, kam zögernd herein. Ihre Finger hielt sie seltsam gespreizt von sich. Sie trug eine weiße, oben dank anatomischer Spezifika gefährlich weit aufklaffende Bluse und dazu einen superkurzen Rock, der auf den ersten, zweiten und dritten Blick ebenso gut ein breiter Gürtel hätte sein können.
»Was ist los?«, fragte Adams. »Hast du einen Krampf?«
Sie schüttelte den Kopf. Ihre Haare flogen. Der Duft ihres Parfüms erfüllte den Raum.
»Es ... es ist nur«, stammelte sie verlegen, »dass der Nagellack noch trocknen muss, Sir.«
»Spar dir das Sir doch endlich! Wir sind hier nicht bei der USO, obwohl viele Leute das anscheinend neuerdings glauben. Das war also deine wichtige Beschäftigung. Nägel lackieren im Dienst. Wirst du dafür bezahlt?«
Sie errötete leicht. »Natürlich nicht, Sir. Oh, Entschuldigung. Ich sage es bestimmt nicht mehr. Aber ich dachte, während Ihrer Kreativpause könnte ich ...«
»Jaja!«, unterbrach der Unsterbliche sie rasch. Er hüstelte. »Warum ich dich kommen ließ: Du hast doch diesen alten Mann in dem langen Mantel zu mir hereingeschickt. Ist dir vielleicht irgendetwas an ihm aufgefallen? Etwas, das du mir noch sagen müsstest?«
Sie blickte ihn verständnislos an. »Ein alter Mann, Sir ... äh, Chef? Was für ein alter Mann denn?«
»Na, der mit diesem Buch hier!«
»Ein richtiges Buch?« Sie trat näher an den Schreibtisch heran und wollte nach dem Wälzer greifen. Adams zog ihn schnell zurück und ließ ihn in einer Schublade verschwinden.
Dabei berührte er unbeabsichtigt eine Sensorschaltung, und die Schreibtischplatte öffnete sich. Dagobert kam zum Vorschein und begann sofort, laut zu würfeln.
Homer G. Adams desaktivierte ihn. Er fuhr in den Tisch zurück.
»Ein Spezialcomputer für komplizierte wirtschaftliche Berechnungen«, sagte das Finanzgenie.
»Aha.«
Adams kniff die Augen zusammen. »Was heißt ›aha‹?«
»Äh, nichts, Chef.«
Er nickte grimmig. »Dann zurück zu dem Alten. Du willst ihn also nicht zu mir hereingeschickt haben?«
»Ich habe keinen alten Mann gesehen, Chef«, sagte Diana. »Ich kann es beschwören.«
»Hmmm ...« Adams stand auf und ging ein paarmal hinter seinem Tisch auf und ab.
Er kratzte sich. Dann blieb er vor einem großen Fenster stehen und starrte hinaus. Es regnete schon den ganzen Tag.
Schließlich drehte er sich um und nickte seiner Vorzimmerdame zu. »In Ordnung, Diana, du kannst gehen. Sollte dir aber doch noch etwas einfallen, dann benachrichtige mich sofort.«
»Danke«, sagte sie und ging.
Als sich die Tür hinter ihr geschlossen hatte, ging der Aktivatorträger zu einem Wandschrank und nahm eine Flasche guten alten Cognacs heraus, schüttete etwas in ein Glas und nahm einen Schluck.
Fall terminale Götterdämmerung ...
Er wünschte sich, einen oder zwei seiner unsterblichen Kollegen bei sich zu haben – besser noch: alle. Schon allein, um ihm bei der weiteren Konsolidierung der Verhältnisse auf der Erde und im Solsystem zu helfen. Die allgemeine Richtung stimmte zwar. Nach dem Zusammenbruch der Zivilisation in ihrer gewohnten Form arbeiteten die Menschen hart am Aufbau einer neuen Welt ohne fünfdimensionale Technologien. Die Folgen der erhöhten Hyperimpedanz waren von übersteigerter Penetranz und konnten zwar nicht ausgelöscht, wohl aber abgepuffert werden. Er hatte zwar die Dinge weitgehend im Griff, doch etwas Hilfe von den anderen Aktivatorträgern hätte nichts schaden können.
Aber sie waren in alle Winde verstreut.
Perry Rhodan und Atlan – sie waren vermutlich verschollen im Sternenozean von Jamondi. Reginald Bull, Gucky und Icho Tolot befanden sich im Sektor Hayok.
Ronald Tekener und Dao-Lin-H'ay waren mit der SOL verschollen. Roi Danton und der USO-Chef Monkey hielten sich – hoffentlich – in Quinto-Center auf.
Alaska Saedelaere? Von ihm wusste Adams nur, dass er irgendwo in Raum und Zeit unterwegs war. Es gab keine Nachrichten von ihm.
Julian Tifflor schließlich befand sich mit dem ENTDECKER-II-Raumer RICHARD BURTON wieder einmal auf einem Testflug irgendwo draußen im solnahen Weltraum.
Sie alle hätten sich auf der Erde nützlich machen können. Das traf natürlich nicht auf den letzten Aktivatorträger zu: den arkonidischen Imperator Bostich. Obwohl dieser gewiss gar zu gerne nichts lieber als genau das getan hätte, gerne auch in völliger Eigenregie.
Homer G. Adams setzte sich wieder. Irgendetwas stach ihn direkt unter der Gurgel. Er schlug instinktiv danach und hatte ein winziges, halb zerquetschtes Tier auf seiner Hand. Fassungslos starrte er darauf.
»Bei allen ...!«, entfuhr es ihm. »Das ist ein Floh, ein richtiger Floh! Verrat! Der Alte hat mich verseucht!«
»Sagten Sie etwas, Chef?«, drang Dianas Stimme aus dem Akustikfeld.
»Natürlich nicht!«, kreischte das terranische Finanzgenie. »Ich darf in der nächsten Stunde auf keinen Fall gestört werden! Nur von einem Kammerjäger! Schick mir einen!«
»Aber Sir ... äh, Chef. Kammerjäger gibt es seit uralten Zeiten nicht mehr. Aber Torje Ustal-Holmes, Sie wissen schon, ist hier und möchte mit Ihnen sprechen. Es geht um ...«
»Ich weiß, worum es diesem Verrückten geht!«, schrie Adams. »Schick ihn weg! Ich will ihn nicht sehen – heute nicht, morgen nicht ... niemals mehr!«
»Soll ich ihm das wirklich so sagen, Sir?«
»Wortwörtlich! Und jetzt ist Schluss!«
Er desaktivierte die Verbindung zu seinem Vorzimmer. Auf Dianas Gefühle konnte er keine Rücksicht nehmen. Einige seiner Unsterblichen-Kollegen hatten eine vollrobotisierte Verwaltung, andere überhaupt keine, die man so nennen konnte – er leistete sich als Einziger einen Menschen aus Fleisch und Blut. Keinen Androiden, sondern eine attraktive junge Frau. Das damit verbundene Gespött konnte er verkraften.
Torje Ustal-Holmes – ausgerechnet dieser Snob von Architekt, der fast täglich mit neuen Vorschlägen für den weiteren Ausbau der Waringer-Akademie kam. Einer war noch hirnrissiger als der andere. Ustal-Holmes wollte keinen Ausbau der Akademie, seine Pläne kamen einem Neubau gleich.
Wenn der Verrückte wenigstens mit einem vernünftigen Vorhaben zu ihm gekommen wäre, zum Beispiel dem Bau eines dagobertinischen Geldspeichers aus der Barks-Periode, Adams' geheimem Traum. Doch das Entenhausener Modell war ja leider sinnlos, seitdem Münz- oder Papiergeld nur mehr die Ausnahme darstellte.
Ein Stich, ein Schlag – der zweite Floh war tot. Aber so, wie es unter Adams' Kleidung juckte, musste er sich noch mindestens ein halbes Dutzend eingefangen haben. Sieben auf einen Streich zu erwischen, das wäre was! Vielleicht konnte ihm Diana dann einen entsprechenden Gürtel nähen und ...
Homer G. Adams versuchte, sich endlich auf seine Arbeit zu konzentrieren. Es wurde höchste Zeit. Heute mussten wichtige Entscheidungen getroffen werden. Außerdem war noch das »Komitee zur Durchsetzung der sexuellen Rechte des Mannes« angekündigt.
Aber wo er auch anfing, es wollte ihm nicht gelingen. Immer wieder musste er an das unglaublich dumme Buch denken und an den Fall terminale Götterdämmerung.
Und dann die Flöhe ...
Der Residenz-Koordinator gab es nach zwei Stunden endlich auf und genehmigte sich noch einen Cognac. Jener war noch nicht in der Kehle gelandet, als zwei Dinge gleichzeitig geschahen:
