Perry Rhodan 2476: Kommando der Friedensfahrer - Horst Hoffmann - E-Book + Hörbuch

Perry Rhodan 2476: Kommando der Friedensfahrer E-Book und Hörbuch

Horst Hoffmann

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Beschreibung

Sie sind allesamt Individualisten - doch in der Not ziehen sie an einem Strang Die Lage für Perry Rhodan und die Menschheit ist verzweifelt: Eine gigantische Raumflotte, die Terminale Kolonne TRAITOR, hat die Milchstraße besetzt. Sie wirkt im Auftrag der Chaotarchen, und ihr Ziel ist kompromisslose Ausbeutung. Die Milchstraße mit all ihren Sonnen und Planeten soll als Ressource genutzt werden, um die Existenz einer Negasphäre abzusichern. Dieses kosmische Gebilde entsteht in der nahen Galaxis Hangay - ein Ort, an dem gewöhnliche Lebewesen nicht existieren können und herkömmliche Naturgesetze enden. Mit verzweifelten Aktionen gelingt es den Menschen auf Terra und den Planeten des Sonnensystems, dem Zugriff der Terminalen Kolonne standzuhalten. Sie verschanzen sich hinter dem TERRANOVA-Schirm und versuchen, die Terminale Kolonne zu stören. Die Chancen für einen Sieg über die Mächte des Chaos sind dadurch gestiegen, dass Perry Rhodan seine Dokumentation einer erfolgreichen Retroversion nach Terra bringen konnte. Zudem gelang es, den Kolonnen-Kapitän Zerberoff "umzudrehen". Und schließlich sind da noch seine Verbündeten - einige der rätselhaftesten ziehen aus als KOMMANDO DER FRIEDENSFAHRER...

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Seitenzahl: 125

Veröffentlichungsjahr: 2014

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Zeit:3 Std. 2 min

Veröffentlichungsjahr: 2014

Sprecher:Gregor Höppner

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Nr. 2476

Kommando der Friedensfahrer

Sie sind allesamt Individualisten – doch in der Not ziehen sie an einem Strang

Horst Hoffmann

Die Lage für Perry Rhodan und die Menschheit ist verzweifelt: Eine gigantische Raumflotte, die Terminale Kolonne TRAITOR, hat die Milchstraße besetzt. Sie wirkt im Auftrag der Chaotarchen, und ihr Ziel ist kompromisslose Ausbeutung.

Die Milchstraße mit all ihren Sonnen und Planeten soll als Ressource genutzt werden, um die Existenz einer Negasphäre abzusichern. Dieses kosmische Gebilde entsteht in der nahen Galaxis Hangay – ein Ort, an dem gewöhnliche Lebewesen nicht existieren können und herkömmliche Naturgesetze enden.

Mit verzweifelten Aktionen gelingt es den Menschen auf Terra und den Planeten des Sonnensystems, dem Zugriff der Terminalen Kolonne standzuhalten. Sie verschanzen sich hinter dem TERRANOVA-Schirm und versuchen, die Terminale Kolonne zu stören.

Die Chancen für einen Sieg über die Mächte des Chaos sind dadurch gestiegen, dass Perry Rhodan seine Dokumentation einer erfolgreichen Retroversion nach Terra bringen konnte. Zudem gelang es, den Kolonnen-Kapitän Zerberoff »umzudrehen«. Und schließlich sind da noch seine Verbündeten – einige der rätselhaftesten ziehen aus als KOMMANDO DER FRIEDENSFAHRER …

Die Hauptpersonen des Romans

Chyndor – Der weise Friedensfahrer, der den Bund in eine neue Zukunft geleitet hat, ist von der Entwicklung wie gelähmt.

Der Ehrenwerte Harazzul – Ein hochrangiger Awour wird entsendet, um die Friedensfahrer zur Strecke zu bringen.

Kantiran – Perry Rhodans Sohn trifft Entscheidungen und führt seine Freunde direkt in die Falle.

Perry Rhodan –

1.

Vor Hangay

9. Juli 1347 NGZ

»Chyndor?« Kantirans Stimme bannte den Raum. »Patron?«

Die Stille fraß sich in die Ewigkeit der ganzen unglaublichen Szene. In die Zeitlosigkeit eines Augenblicks, der vielleicht kosmische Geschichte schrieb.

Kantiran war nicht allein, Cosmuel Kain war bei ihm wie ein Schatten. Doch selbst wenn sie nicht an seiner Seite gestanden hätte, wäre ihm keinen Moment lang in den Sinn gekommen, isoliert zu sein – nicht an Bord seiner Kapsel, nicht am dunkel wabernden Rand des Geschwürs, das den Kosmos mit seinem Gift verbog, nicht an diesem Ort und nicht in diesen endlosen Minuten.

Egal, wie der Patron entschied, keiner von ihnen würde je wieder alleine sein, solange sie nicht gescheitert waren; solange es noch Hoffnung gab, diesen Kampf zu gewinnen und diesen Teil des Universums von der Pest namens TRAITOR zu befreien.

Er drehte den Kopf nach rechts und sah sie wie in einer hell illuminierten Galerie um sich stehen. Jeder wirkte wie real vorhanden und nicht wie ein Holo. Jedes der so unterschiedlichen Wesen, die – wie er und Cosmuel – in einer Präsenz ohne Beispiel in der langen Geschichte der Geheimorganisation der Friedensfahrer zusammengekommen waren.

Der Luminiszide … Wie eine unaufhörlich fließende, wachsende, sich selbst duplizierende, endlos verströmende Riesenmeduse schimmerte er in allen vorstellbaren Farben und Formen von dort herüber, wo er seinen Platz in dieser fast surrealen Versammlung eingenommen hatte.

Neben ihm, einen Blick weiter …

… Cür ye Gatta, die stärker denn je an ein skurriles Insekt erinnerte und dennoch so unglaublich anders war, Lichtjahre weit entfernt von jedem Versuch eines Vergleichs.

Weiter. Ejdu Melia.

Bylilin, der Kauloplast …

… der gewaltige Auludbirst in seiner ganzen, selbst in der Projektion drückend spürbaren Masse …

Es waren keineswegs alle, die sich auf den Weg gemacht hatten und dem Ruf gefolgt waren. Viele von ihnen befanden sich in der Ruhe oder wollten nicht gestört sein, um die Entscheidung anonym zu verfolgen.

Vielleicht nicht beobachtet zu werden, allein in ihrem Schiff und der eigenen Würde, das zu akzeptieren, zu begrüßen oder zu verarbeiten, was Chyndor für sie bestimmen würde. Individuelle Geschöpfe, jedes eine Geschichte, eine mehr oder weniger beschriebene Seite in der Chronik des Kosmos, jedes gewohnt, für sich allein zu entscheiden, seinen Weg zu gehen, den es sich oft hart erkämpft hatte. Jedes dieser Wesen gewohnt, auf eigene Faust und eigenes Gewissen das zu tun, was sie zu jenem Bund vereinte, dem sie angehörten und der sie und ihren jeweiligen Kampf verband wie eine unsichtbare, große Klammer.

Vierundzwanzig Einheiten, zwei Dutzend OREON-Kapseln vor Hangay!

Kantiran fühlte Cosmuels Hand auf der seinen. Der Halb-Cyno konnte er nichts vormachen. Allen anderen, selbst den engsten Gefährten, vermochte er vielleicht den Eindruck des kühlen, gefassten, zu allem bereiten Kämpfers zu geben, der die Zeit des Handelns nicht erwarten konnte und dem Spruch des Patrons entgegenfieberte, ruhig und gefasst, eiskalt kalkulierend, überlegen und souverän.

Wie es in ihm wirklich aussah, wusste nur Cosmuel. Es ging nicht nur um einen Kampf und dessen nächstes Kapitel, nicht allein um die Bedrohung des Universums, das er kannte und zum Weiterleben brauchte, nicht um einen furchtbaren Gegner und nicht um die Chancen, die sie gegen ihn besaßen oder nicht.

Er war zurück. Er war heimgekehrt in gewisser Weise. Wo er als Sternenvagabund nie ein Daheim und keinen Platz gehabt hatte, stand er nun und war bereit, Verantwortung zu übernehmen und im Rahmen und mit den Möglichkeiten dessen, zu dem er sich bekannt hatte, zu kämpfen.

Kämpfen für seine Sache, seine Überzeugung, seine Freunde. Nicht zuletzt für sein Leben, denn in einer vom Chaos durchwucherten Welt konnte auf Dauer kein Platz für ihn sein. Der Krebs würde weiter und weiter wuchern, wenn er es ihm hier gestattete, und irgendwann gab es keinen Ort mehr in diesem grenzenlosen All, an dem er noch würde frei atmen können.

Aber kämpfen auch für sein Volk – seine beiden Völker. Er war das Kind zweiter Welten, von denen keine je seine Heimat gewesen war. Sie hatten ihm nicht viele Chancen gegeben und ihn oft genug ihre Ablehnung spüren lassen. Er war der Sohn eines Perry Rhodan, aber nicht so, wie man sich einen Ableger des großen Rhodan vorstellen wollte. Er passte nicht ins Schema, war wild und ungezügelt und niemals von ihnen zu kontrollieren.

Nie hatte er sich die Stiefel anziehen wollen, in denen sie ihn sehen wollten. Rhodans Sohn …

Ja, es ging auch darum, es zu beweisen. Zu zeigen, dass er eine eigenständige Persönlichkeit war.

Vierundzwanzig OREON-Kapseln – zwei Dutzend Mal geballte Macht und ein Stück kosmischer Geschichte. Jedes der 48 Meter langen und 22 Meter breiten Tropfenfahrzeuge war ein Ereignis, ein eigenes Blatt im großen Buch ihres Bundes. Nie oder sehr selten hatten ihre Besitzer gemeinsam gekämpft. Jeder von ihnen besaß seine eigene Aufgabe, verbunden miteinander nur durch das gemeinsame Bekenntnis zu Frieden, Freiheit und Leben im Universum.

Die Friedensfahrer!

»Es ist so weit«, flüsterte Cosmuel.

Er drehte den Kopf zu ihr zurück. Die Lichter der Holos zauberten Schatten und Farben auf ihr Gesicht, das mehr denn je zeitlos verklärt wirkte. Cosmuels Attraktivität war eine schlichte, einfache, die von innen her kam. Ihre ebenmäßigen, leicht herben Züge, das helle Haar, das sie umspielte bis auf die geraden Schultern. Ihre langsamen, ruhigen Atemzüge. Das alles war Kraft und Stärke – und Ruhe.

Sein Gegenpol, längst schon ein Teil von ihm selbst. Sein Anker.

Seine Liebe.

»Es ist so weit, Kantiran. Der Patron hat seine Entscheidung getroffen.«

Er sah es ebenfalls. Chyndor sah ihn aus seinem Holo an, das zu wachsen schien, um den ganzen Raum mit seiner Präsenz zu erfüllen, mit der Gegenwart desjenigen, dessen Spruch für sie alle entscheidend und bindend sein würde. Sie hatten sich dazu bekannt. Es gab Augenblicke, in denen sie alle zusammenstehen und mit einer Stimme sprechen mussten, in einer Reihe stehen.

Ihre Stimme war Chyndor.

Seit Wochen operierten die Friedensfahrer rings um Hangay, ein loser Schwarm OREON-Kapseln, die eigenständig aufklärten und sich dennoch zusammenfanden, um ihre erbeuteten Informationen auszutauschen – soweit es sie gab.

Seit Monaten schon hatten sie die von ihrem widernatürlichen Grenzwall abgeschottete Galaxis unter Beobachtung gehalten, um im Grenzwall eine Lücke aufzuspüren – leider ohne jeden wirklichen Erfolg.

Doch es gab andere Informationen, die sie ans Tageslicht brachten. Ihr Nutzen war noch unklar, jedoch komplettierten sie mehr und mehr das Bild, das vor ihnen entstand.

Aus einem Kosmischen Messenger, der seit Anfang 1346 NGZ versuchte, nach Hangay einzudringen, waren mittlerweile drei geworden. Sie versuchten beständig, in die abgeschottete Galaxis vorzudringen – ohne Erfolg.

Es schien definitiv keinen Weg zu geben. Ihr Anrennen war vergeblich und offenbar zum Scheitern verurteilt. Selbst die zehnfache Zahl von Messengern hätte keine Chance gehabt gegen das, was sich hinter dem Grenzwall wie hinter einem Panzer verschanzte und dabei wuchs … jede Stunde, jeden Tag, jede Minute. Hinter dem Wall entstanden Chaotische Zellen, aus denen Geflechte wurden, die sich wiederum zu größerem vereinten, bis es irgendwann keinen Ort in ganz Hangay mehr gab, der nicht vom Chaos regiert wurde.

Am 9. Juli 1347 Neuer Galaktischer Zeitrechnung kam endlich Bewegung in die krampfhafte Starre der Vergeblichkeit.

Kantiran, Chyndor und die anderen Friedensfahrer empfingen Impulse, höchst rätselhafte Wellenfronten aus dem der großen Galaxis vorgelagerten Lazaruu-Sternhaufen …

*

Lazaruu … ein Kugelsternhaufen weit draußen im Halo. Sein Zentrum befand sich 62.583 Lichtjahre vom Hangay-Mittelpunkt entfernt und lag 38.306 Lichtjahre oberhalb der galaktischen Hauptebene. Sein Durchmesser betrug 135 Lichtjahre, die sich insgesamt 230.000 Sonnen teilten.

Ein Signal, unerwartet und unbekannt, in keines der bekannten Schemata einzuordnen.

Was war es?, fragten sich die Friedensfahrer. Ein vierter Messenger vielleicht oder ein Phänomen, das damit im Zusammenhang stand?

Keiner von ihnen wollte daran glauben. Die Wellenfront war ihnen unbekannt und passte zu keinem bisher beobachteten Phänomen. Doch Wellenfronten an sich waren bisher stets im Zusammenhang mit den Fahrzeugen der Terminalen Kolonne geortet worden.

Es war zu einfach, eine Gleichung, die auf Spekulationen aufgebaut war. Zu den Ortungen der ersten drei Messenger passten die Impulse keinesfalls. Sie deshalb gleich automatisch in die andere Ecke zu schieben wäre zu simpel gewesen, unwissenschaftlich und ein Abenteuer.

Also was war es? Im Lazaruu-Kugelsternhaufen befand sich eine unglaublich starke Quelle, etwas Undefinierbares, das sie nicht bestimmen, nicht einordnen und auf gar keinen Fall ignorieren konnten.

Cosmuel hatte als Erste daran erinnert, dass der Lazaruu-Haufen schon einmal im Fokus ihrer Aktivität gestanden hatte. Das war gewesen, als man um ein Haar Kirmizz in die Hände bekommen hätte, den designierten Piloten des Chaotenders VULTAPHER.

Ein guter Teil der Fronten reichte, das konnten sie sagen, anscheinend in ultrahochfrequente Bereiche hinein, welche die Ortergeräte der Friedensfahrer nicht abdeckten – was vermutlich bedeutete, dass dort eine weit übergeordnete Technologie zum Einsatz kam.

Aber welche? Und um was zu bewirken?

Sie mussten es wissen. Es war die Gelegenheit, auf die Kantiran und seine Freunde so lange gewartet hatten. Etwas geschah im Vorfeld von Hangay.

Kantiran war sicher, dass es die Terminale Kolonne war, die dort zwischen den 230.000 Sonnen aktiv wurde – und worum es ging, das würde er herausfinden.

Die Friedensfahrer waren vor Hangay zusammengekommen, um massiv und konzentriert gegen TRAITOR und das aufzumarschieren, was diesem Teil ihres Universums durch die Kräfte des Chaos drohte. Wenn sie Hangay verloren, würde es nicht dabei bleiben. Die Finsternis würde sich festsetzen und weitere Ausläufer bilden. Die ganze Lokale Gruppe würde in ihren Einfluss geraten. Und damit auch die Milchstraße, Kantirans Heimatgalaxis.

Er hielt den Atem an, als er sah, wie Chyndor ihn anblickte – und nicht nur ihn, sondern sie alle. Sein einziges großes Auge schien sich zu weiten und sie zu verschlingen, aufzunehmen zum Empfang seiner Botschaft – seiner Entscheidung, gegen die es keinen Widerspruch gab.

»Wir werden es tun«, sagte Chyndor seltsam unbetont. »Wir werden in Lazaruu einfliegen. Es ist Zeit zum Handeln!«

2.

Vortex

»Es ist mehr, Kantiran«, sagte Cosmuel, »mehr als eine Aktion, die wir alle zusammen beginnen, nicht wahr?«

Sie strich sich mit der rechten Hand den Pony aus den Augen. Im Augenblick konnten sie nichts tun und versuchten in seiner Kabine zu entspannen. Gedämpftes Licht, Musikberieselung im Hintergrund, animierte Schatten, die um sie herum einen zärtlichen Reigen tanzten. Es wäre der Ort und die Stimmung für ein romantischen Beieinander gewesen. Sie waren allein, zwei junge Menschen, die einander liebten und brauchten. Und doch war es nicht die richtige Zeit, und sie beide wussten es.

»Es ist sogar viel mehr«, bestätigte er. Sie lagen nebeneinander, die Beine weit ausgestreckt, den Blick in die Schatten gerichtet, die ihnen zu schmeicheln schienen und sich jeder Stimme, Stimmung und Tonlage automatisch anpassten. »Wir sind wirklich Einzelgänger, deshalb sind wir der Organisation beigetreten. Wir sind es gewohnt, auf eigene Rechnung zu arbeiten, das brauchen wir – alle. Wahrscheinlich gab es in der Geschichte der Friedensfahrer nur ganz selten Augenblicke wie diesen. Dass sich alle zusammengeschlossen haben und bereit sind, sich einer Disziplin unterzuordnen, die eigentlich nicht ihr Ding ist.«

»Weil wir wissen, warum wir es tun, Kantiran!«, sagte sie mit ungewohnter Leidenschaft. »Und es ist gut so! Das Universum macht mobil gegen die Terminale Kolonne und das, was sie ihm antun will. Der Aufmarsch findet an vielen Fronten statt, und wenn es beginnt, werden wir bereit sein.«

»Richtig!« Kantiran nickte.

Cosmuel Kain schmiegte sich in seinen Arm. Sie starrten schweigend in die Schatten, die sich für sie in die Flammen eines knisternden Kaminfeuers verwandelten.

Hinter ihnen schimmerten die anderen Bilder, jene aus dem Raum, dessen Teil sie waren. Des Weltalls, das in absehbarer Zeit nicht mehr so sein würde, wie es sich ihnen in den Bildern der Ortung jetzt noch zeigte.

Wenn sie gewannen – besser! Es würde wieder ein Kosmos mit einer Zukunft sein, Perspektiven, der Chance zum Leben und zur Entfaltung, wie der Schöpfer des Universums, sollte es ihn jemals gegeben haben, es beabsichtigt haben musste.

Und wenn sie verloren, wenn sie ihrer Verantwortung – zu der sie sich endlich in letzter Konsequenz bekannt hatten – nicht gerecht zu werden vermochten, würde die gesamte Lokale Galaxiengruppe in nicht sehr ferner Zeit ein Ort des Todes für das Leben sein, wie es einmal gewesen war, und das Brutnest von anderem, chaotischem, widernatürlichem Leben in Formen, an die Kantiran nicht einmal denken wollte. Ein Leben ohne Regeln war so schlimm wie Regeln ohne Leben. Erst die Mitte machte das Leben aus, eine Erkenntnis, für die man wohl zum »Leben an sich« zählen musste, nicht zu Chaos oder Ordnung.

Deshalb waren sie hier. Darum hatten sie zugestimmt, sich Chyndors Stimme und Entscheidungen zu beugen, solange dies nötig war.

Kantiran hätte sich keinen geeigneteren Anführer vorstellen können. Er war die Hand, die nötig war, um aus einem Haufen von Individualisten eine Truppe zu machen, die einer Negasphäre Paroli bieten wollte.

Die Minuten vergingen scheinbar schleppend. Die Hälfte des Wegs lag hinter ihnen. Vierundzwanzig kleine Schiffe, jedes wie ihre Fahrer eine Geschichte und ein Mythos, Vermächtnis einer uralten Macht, ein Individuum, ein Einzelgänger.

Sie waren eine winzige Flotte, ein Nichts gemessen am Ausmaß des Konfliktes …

… aber wenn sie zusammenhielten, waren sie in der Lage, Galaxien zu versetzen!

*

Es war wie das Eintauchen in eine neue Galaxis. Für Kantiran würde es nie aufhören, ein Wunder zu sein: Das Eindringen in fremde Sternenräume, wo Geheimnisse und Abenteuer auf ihn warteten. Herausforderungen. Lockungen. Leben, ja, vor allem dies …

Wenn sie scheiterten, würde das Leben auch hier keine lange Zukunft haben!