Verlag: Perry Rhodan digital Kategorie: Fantasy und Science-Fiction Sprache: Deutsch Ausgabejahr: 2015

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E-Book-Beschreibung Perry Rhodan Neo 108: Die Freihandelswelt - Michael H. Buchholz

Im Jahr 2036 entdeckt der Astronaut Perry Rhodan auf dem Mond ein außerirdisches Raumschiff. Die Begegnung verändert die Weltgeschichte, sie leitet die Einigung der Menschheit ein. Nach einer Zeit des Friedens tauchen im Jahr 2049 beim Jupiter fremde Raumschiffe auf und eröffnen das Feuer. Rhodan setzt sich auf die Spur der Angreifer; er entdeckt eine riesige Kriegsflotte der Maahks. Hunderttausend Walzenraumer sind unterwegs, um Arkon mit einem neuen Methankrieg heimzusuchen. In dieser Situation erhält Rhodan den Hilferuf seines alten Mentors Crest. Mit dem mächtigsten Raumschiff der Menschheit will Rhodan sich nun nach Achantur begeben, um Crest zu retten. Rhodan weiß noch nicht, dass auf der Erde sein Sohn entführt wurde. Mit einer Schar alter Weggefährten ist seine Frau Thora aufgebrochen, um den Entführern nachzuspüren. Die Fährte führt zur Freihandelswelt ...

Meinungen über das E-Book Perry Rhodan Neo 108: Die Freihandelswelt - Michael H. Buchholz

E-Book-Leseprobe Perry Rhodan Neo 108: Die Freihandelswelt - Michael H. Buchholz

Band 108

Die Freihandelswelt

Michael H. Buchholz

Im Jahr 2036 entdeckt der Astronaut Perry Rhodan auf dem Mond ein außerirdisches Raumschiff. Die Begegnung verändert die Weltgeschichte, sie leitet die Einigung der Menschheit ein. Nach einer Zeit des Friedens tauchen im Jahr 2049 beim Jupiter fremde Raumschiffe auf und eröffnen das Feuer.

Rhodan setzt sich auf die Spur der Angreifer; er entdeckt eine riesige Kriegsflotte der Maahks. Hunderttausend Walzenraumer sind unterwegs, um Arkon mit einem neuen Methankrieg heimzusuchen.

In dieser Situation erhält Rhodan den Hilferuf seines alten Mentors Crest. Mit dem mächtigsten Raumschiff der Menschheit will Rhodan sich nun nach Achantur begeben, um Crest zu retten.

Rhodan weiß noch nicht, dass auf der Erde sein Sohn entführt wurde. Mit einer Schar alter Weggefährten ist seine Frau Thora aufgebrochen, um den Entführern nachzuspüren. Die Fährte führt zur Freihandelswelt ...

Prolog

Debur ter Calon prüfte zum wiederholten Mal die Visierlinie.

Der Winkel stimmte und zeigte auf ein Fenster im fünfzigsten Stock des Zielgebäudes. Die Distanz betrug zwei Kilometer. Sie war für sein Stomolv-Gewehr mühelos überbrückbar. Die mit Hampast-Sprengstoff gefüllten Minirakgeschosse, die im Magazin der Waffe ruhten, waren für noch größere Entfernungen von bis zu vier Kilometern ausgelegt. Im Zusammenspiel mit der mehandorischen Wahrfeld-Hochleistungsoptik und der positronischen Zielhilfe war ein treffsicherer Schuss ein Kinderspiel. Die mögliche Abweichung bei der vorliegenden Entfernung betrug allenfalls drei Meter. Ein Umstand, den die Sprengwirkung ausgleichen sollte.

Skrupel spürte Debur ter Calon keine. Sein jüngerer Bruder war auf dieser rückständigen Welt vor elf planetaren Jahren ums Leben gekommen. Brast ter Calon hatte zuletzt als Adjutant des Reekha Chetzkel in der Flotte gedient. Na ja, dienen müssen, um der arkonidischen Justiz ein Schnippchen zu schlagen. Er war einer Verurteilung wegen Betrugs nur deshalb entgangen, weil er sich freiwillig zur Flotte gemeldet hatte. Ein auf Arkon durchaus übliches Verfahren: Viele Familien griffen zu dem probaten Mittel, missratene Töchter und Söhne der Strenge der Arkonflotte zu überantworten. Unliebsamkeiten wie Verurteilungen ließen sich so umgehen.

Die genauen Umstände, wie sein Bruder ums Leben gekommen war, interessierten Debur nicht. Die Schuldfrage war klar.

Es war der Widerstand dieser Barbaren gewesen, die sich dem arkonidischen Imperium einfach nicht hatten beugen wollen. Somit trugen sie die alleinige Schuld an Brasts Tod, so einfach war das. So sehr er selbst, wie alle Mitglieder seiner Familie, das Imperium verachtete – an dessen Rechtsanspruch auf die damalige Protektoratswelt bestand kein Zweifel. Abgesehen davon zählte nur eins: Der Ehrenkodex der ter Calons verlangte den Blutpreis eines Schuldigen.

Eines ranghohen Schuldigen, um genau zu sein. Des ranghöchsten, wenn es sich machen ließ.

Nun, wie es aussah, ließ es sich machen. Er würde ihn einfordern. Schon bald.

Debur ter Calon nickte zufrieden, baute sein Gewehr mit dem Stativ wieder ab und verstaute alles, in Einzelteile zerlegt, in seinem Cityrucksack. Kaum zu glauben, dass er nicht ein einziges Mal kontrolliert worden war, als er dieses Gebäude erst ausgespäht und später mehrfach aufgesucht hatte, um die beste Schussposition zu ermitteln. Das Fenster, das er schließlich erwählt hatte, lag ideal, bot freie Sicht und nicht einmal Hindernisse durch querfliegende Gleiter. Der meiste Verkehr auf dieser rückständigen Welt rollte immer noch auf vier Rädern. Es war nicht zu fassen.

Das Fenster gehörte zu einer Wohnung, die nicht als Unterkunft genutzt, sondern zu einem privaten Lager für Comic- und Romanhefte umgewandelt worden war. Abertausende bunte Hefte, die jemand hier sammelte und sie aus irgendeinem nicht nachvollziehbaren Grund vor sich hin verstauben ließ.

Debur kam das mehr als gelegen. Das Schloss der Wohnung im obersten Stock war leicht zu knacken, und es sah hier oben offenbar seit Monaten niemand mehr nach dem Rechten. Alle Spuren im Staub stammten von ihm allein.

Während Debur im Bus saß und zurück in sein Versteck rollte, prüfte er den von Emptral übermittelten Terminkalender der Zielperson. Die Mehandorfrau hatte ganze Arbeit geleistet – keine Ahnung, wie sie an die Daten herangekommen war. Oder wie ihr die übrigen Manipulationen gelungen waren. Vermutlich wie immer über Bestechung oder mithilfe ihres Sex-Appeals. Es interessierte ihn nicht sonderlich. Emptrals Preis war hoch, aber gerechtfertigt. Wichtig war nur, er wusste dank des Kalenders ganz genau, wann sich sein Zeitfenster öffnete: wann er zuschlagen konnte, wann sich sein Opfer zuverlässig hinter dem Fenster im Zielgebäude aufhalten würde.

»Alle Reisen haben verborgene Ziele.«

– Kalenderspruch der Pod-App TimeToGo,

Crest da Zoltral zugeschrieben,

30. März 2049 –

1.

Es regnete in Strömen.

Die Tropfen zerplatzten trommelnd auf den Wipfeln und Wedeln der Bäume, die dicht an dicht in den Gärten und längs der Wege der kleinen Insel standen. Das Wasser rauschte auch draußen auf die kurzen, kabbeligen Wellen des Goshun-Sees, wenn die Regenböen in Schwaden über die anderen Inseln des Tosoma Island Archipels hinwegfegten.

Es war Nacht, und trotz der Wolken stand ein verwaschener Mond voll am Himmel. In seinem fahlen Licht hoben und senkten sich die Äste der Bäume im Wind – wie die schwingenden Arme mystischer Wesen, die einen stummen Tanz zelebrierten. Ferner Donner über dem Festland rollte den Takt dazu.

Die meisten Bewohner der Insel schliefen, sahen weder das Wetterleuchten noch ...

In einem der großen Gärten war Bewegung.

Ein kleiner Junge hielt das Gesicht in den Regen, hielt die Augen geschlossen, hielt die Arme abgespreizt wie die langen Zweige der Weiden, die ihn umgaben. Wie wild drehte er sich im Kreis, völlig durchnässt und regenüberströmt.

Auch der Junge tanzte.

Sein Pyjama klebte ihm am Körper.

Die weißhaarige Frau schlug die Augen auf, hörte den Regen rauschen und erhob sich voller Unruhe. Sie schob den Vorhang zur Seite, trat dicht an das Panoramafenster. Sie sah hinaus, bemerkte etwas unten in ihrem Garten. Etwas, das dort nicht sein sollte. Sie erschrak zutiefst, als sie zuerst nur Umrisse, dann in den Umrissen einen Jungen und in dem Jungen ihren Sohn erkannte. Wieso schlief er nicht? Wieso war er dort draußen? Wieso tanzte er?

Ihr Herz schlug schneller.

Sie wollte die Fenstertür öffnen, doch der Durchgang zur Veranda war verschlossen. Sie ruckelte mehrfach am Griff, presste dann die Handflächen gegen die eiskalte Scheibe, über die dicke Schlieren rannen, die sogleich zerfächerten und ihr die Sicht nahmen. Der feuchtglänzende Junge im Garten wurde von diesen Schlieren verschluckt, verschwamm zu kaum erträglicher Undeutlichkeit.

Die Frau stieß sich vom Fenster fort, lief aus dem Schlafzimmer, rannte die Treppe hinab, querte den großen Wohnraum, sah die weit offen stehende Terrassentür, in der ein schwerer, triefender Vorhang klatschend im Wind schlug.

Das alles stimmte ganz und gar nicht, sie fühlte es.

Nur mit einem dünnen Nachthemd bekleidet, war der nächste Schritt wie ein Schock. Die weißhaarige Frau war schon bis auf die Haut durchnässt, kaum dass sie einen Fuß auf die Fliesen der Terrasse gesetzt hatte. Untermalt vom fernen Donnergrollen, hörte sie das Lachen des Jungen hinter den Blumenstauden hervordringen.

»Tom!«, rief sie voller düsterer Vorahnungen. Ihre bloßen Füße patschten vernehmlich. »Komm sofort rein! Du holst dir noch den Tod!«

Sie rannte weiter, rutschte auf den Fliesen weg, fing sich wieder und erreichte den Rasen. Klatschnass, zitternd, herzrasend hielt sie inne, blickte sich um. Wo ...?

Da war ihr Sohn. Er wandte ihr den Rücken zu. Er tanzte. »Tom? Hörst du nicht?«

Tom hörte nicht. Er tanzte weiter, lachte weiter sein eigenartiges Lachen, das gar kein Lachen war.

Er weinte.

Über ihm zerrte der Wind an den dünnen Zweigen der Weiden.

Ein deutlich näherer Blitz riss alles stechend kalkweiß und zuckend aus den Schatten. Der nachfolgende Donnerschlag war wie ein Fausthieb, der den Magen der Frau verkrampfte. Sie vermochte plötzlich keinen einzigen Schritt mehr zu tun.

Hilflos streckte sie die Arme aus. »Tom?«

Der Junge drehte sich endlich um, strich seine triefenden Haare aus der Stirn. Wasser rann ihm in dicken Bächen über das Gesicht.

Ein weiterer Blitz, ein noch infernalischerer Donner, der die Insel erbeben ließ.

Da sah die Frau, wie sich das Wasser vor ihren Augen verwandelte. Erst wurde es schattig, dann rötlich, dann strömte es hellrot hervor wie Blut, das ihm unter den Haaren hervorsprudelte.

Ihr Sohn blutete – nein, er verblutete!

Dicke Bäche verwandelten das Gesicht des Jungen im Nu in eine Dämonenfratze.

Sein Weinen wurde heller, schriller, wehklagender. Wieder drehte er sich, versuchte verzweifelt, die Blutfäden von sich zu schleudern – vergebens.

In seinen hervorgestoßenen Schluchzern verbargen sich mit einem Mal Wörter, abgehackte Silben, vom Wind halb fortgerissen. »Hilf – mir – Mom – bitte ...«

Thora fuhr wild schreiend auf und erwachte schweißgebadet.

Sie brauchte mehrere Minuten, bis sich ihr Herzschlag und ihre Atmung beruhigten. Als das Zittern einsetzte, eine Folge der nachlassenden körperlichen Anspannung, spürte sie, wie auch ihre aufgepeitschten Gedanken allmählich zu langsameren Bahnen zurückfanden.

»Wie spät ist es?«, fragte sie fröstelnd in die Dunkelheit hinein.

»Es ist sieben Uhr zwanzig am 31. März 2049 Bordzeit«, antwortete die Kabinenpositronik sofort.

»Licht!«, verlangte Thora. Warmes, indirektes Licht flutete von den Wänden herab, schuf halbkreisförmige Zonen über dem Mobiliar. Das Bett, in dem sie lag, war völlig zerwühlt, das Laken unter ihr war so nass, dass man es vermutlich hätte auswringen können.

»Schiffsstatus?« Die Frage war ein Reflex, ein Überbleibsel ihrer Zeit als Kommandantin, etwas, das sie wohl Zeit ihres Lebens nicht mehr würde ablegen können.

»Unverändert«, erfuhr sie. »Position: vierhundertachtzig Lichtjahre in Richtung des Sonnenleuchtfeuers Hela Ariela von der irdischen Sonne entfernt. Refraktionscountdown bis zur nächsten Transition: minus zwei Stunden vierzig Minuten. Keine anderen Schiffe in Reichweite. Schiffssysteme: einwandfrei. Besatzung: Alle zweihundert Personen der Stammcrew sind prinzipiell dienstfähig, davon sieben nur bedingt, derzeit vorsorglich vom Dienst freigestellt.«

»Wie geht es den Bordgästen?«

»Die Information unterliegt dem Recht auf Privatsphäre.«

»Na schön. Darfst du dann wenigstens verraten, wie es mir geht?«

»Ihr Gesundheitszustand ist körperlich unbedenklich, Ihre psychologische Gesamtkonstitution ist aufgrund erhöhten Stresslevels allerdings gegenwärtig bestenfalls mit ›labil‹ zu bezeichnen.«

»Treffender hätte ich es selbst nicht diagnostizieren können«, murmelte sie. »Vielen Dank auch.«

»Gern geschehen, Madam.«

Thora erhob sich kopfschüttelnd.

Sie enthielt sich jedes weiteren Kommentars. Obwohl ihr eine Menge dazu eingefallen wäre, was die Unterschiede auf arkonidischen und irdischen Raumschiffen im Allgemeinen und die Art und Weise, Kommunikationsroutinen zu programmieren, im Besonderen betraf. Menschen legten weitaus mehr Wert auf Höflichkeiten seitens ihrer Maschinen, als man es auf Arkon für nötig erachtete. Mitunter führte das zu lächerlichen Situationen wie dieser.

Immer noch verstört von der Intensität ihres Albtraums, betrachtete sie sich im wandhohen Reflexfeld. Diese aufgelöste Gestalt mit den zerzausten Haaren da sollte sie sein?

Angewidert zerrte sie ihr durchschwitztes Nachthemd vom Körper und flüchtete förmlich unter die heißen Schauer der Nasszelle. Minutenlang stand sie in dem auf Regenmodus geschalteten Wasserstrahl und wartete darauf, dass sich ihre Gedanken klärten.

Den Grund für ihren Albtraum glaubte sie zu kennen.

Während das heiße Wasser auf sie prasselte, bis ihre Haut kribbelte und das Zittern vergessen machte, wurden ihr die Zweifel an ihrem geplanten Vorgehen deutlicher. Eile, höchste Eile war geboten, um der JOKKLAS mit ihrem entführten Sohn raschestmöglich nachzusetzen – das spürte sie mit dem sicheren Instinkt einer Mutter.

Und einholen würden sie das schon vor fünf Tagen gestartete Mehandorschiff nicht. Jedenfalls nicht so, nicht auf dem üblichen Weg. Aber die LEPARD schickte sich an, genau diesen üblichen Kurs zu fliegen: noch mehr als 28.000 Lichtjahre entlang der Hauptebene der Milchstraße bis zum Sonnenleuchtfeuer Hela Ariela, um dann die Passage durch den Korridor nach Thantur-Lok zu nehmen.

Das wahrscheinliche Ziel der JOKKLAS, das mithilfe der Mutantin Rabeya Khatun hatte ermittelt werden können, war die Freihandelswelt Geesen im She'Tigasystem. Dieses Drei-Sonnen-System lag am Rande des sogenannten Korridors, noch einmal 7500 Lichtjahre weit von Hela Ariela und der Hauptebene entfernt im Leerraum. Zusammengerechnet waren das fast 36.000 Lichtjahre.

Alles in allem eine Konstellation, die ein rechtwinkliges Dreieck ergab, dessen 90-Grad-Winkel bei Hela Ariela lag.

Dampf beschlug die Abtrennung der Nasszelle, an der Tausende von haftenden Tröpfchen wie winzige Sterne schillerten.

Sie malte ein Oval mit dem Zeigefinger – die Milchstraße. Ein kleiner Kreis darüber – der Kugelsternhaufen Thantur-Lok, der Sitz des arkonidischen Imperiums. Eine gestrichelte Linie auf das Oval zu – der Korridor, der durch den Leerraum führte und die einzige sichere Verbindung zwischen den beiden Sternansammlungen war. Ein Kreuz – die Position von Geesen auf grob einem Drittel der Strecke, von der Milchstraße aus gesehen.

Ein waagerechter Strich entlang der Hauptebene beschrieb die A-Seite des Dreiecks: die Erde bis Hela Ariela. Ein senkrechter Strich hinauf ergab die B-Seite: Hela Ariela bis Geesen.

In Thoras Bewusstsein explodierte ein irrwitziger Plan. Wir müssen wagen, über unseren eigenen Schatten zu springen!, dachte sie und war zugleich erschrocken über die Ungeheuerlichkeit, die sich in ihrem Denken breitmachte.

Langsam zog ihr Finger die C-Seite des Dreiecks, die Hypotenuse: Sie verband die Erde direkt mit Geesen. Unwillkürlich hielt sie den Atem an, während ihr Finger das Dreieck schloss.

Eine Diagonale quer durch den Leerraum, mitten durch das verbotene und so gefährliche Reich der sogenannten Sternengötter und Sternenteufel. Aber Thora sah in diesem Moment allein die sich eröffnende ungeheure Abkürzung: Die Strecke maß knapp über 29.200 Lichtjahre ...

Anders können wir Tom nicht einholen.

Der Lufttrockner sprang an. In seinem Strom vergingen sowohl die Zeichnung als auch alle Feuchtigkeit. Doch Thoras erwachter Kampfgeist blieb.

Ihr langes Haar ließ sie sich vom Frisierroboter zu einem eng anliegenden Flechtkranz richten. Als Make-up wählte sie harte Kontraste: schwarz und silberfarben.

Anschließend legte sie eine eng geschneiderte, ebenfalls schwarze Bordkombination an. Den Abschluss bildeten kniehohe, silberfarbene Stiefel und ein breiter Gürtel in derselben Machart. Auch der Komkragen und die beiden Armmanschetten bestanden aus silberfarbenem Hightechmetall. Im Komkragen war, neben Funk- und Projektionsmodulen, ein Nothelm integriert, der sich bei Bedarf selbst entfalten würde und ihr Atemluft für fünf Minuten gewähren konnte. Die Manschetten und der Waffengürtel enthielten Multifunktionselemente sowie ein Notfallkit, das für grundlegende Gefahrensituationen in Raumschiffen optimiert war.

Als sie wenig später aus der Kabine trat, glich sie äußerlich nicht mehr der würdevoll gewandeten Botschafterin, als die sie an Bord der LEPARD gekommen war, sondern einer Kriegerin. Wer sie von früher kannte, den hätte sie nun wieder an die einstige kompromisslose Widerstandskämpferin in den Reihen von Free Earth erinnert. Ein Eindruck, den der Strahler an ihrer Hüfte ebenso betonte wie der rubinrote und steinharte Blick ihrer Augen.

Mit langen Schritten durchmaß sie den Rundkorridor und betrat die leicht abgedunkelte Zentrale des Schweren Kreuzers.

Noch herrschte allgemeine Ruhe im Schiff. Die sechzehnstündige Refraktionsphase, die vor allem die Strukturkonverter benötigten, um sich für den bevorstehenden Sprung über abermals 480 Lichtjahre wieder aufzuladen, war erst in knapp zwei Stunden vorbei. Entsprechend verwundert starrte man Thora beim Hereinkommen an.

»Guten Morgen, Exzellenz«, begrüßte sie Ron Daltrey, der diensthabende Zweite Offizier der LEPARD. Er fuhr sichtlich verlegen aus dem Sitz des Kommandanten auf. »Ist etwas nicht in ...« Er verhaspelte sich, erkannte wohl rechtzeitig, wie ungeschickt er seine Worte wählte. Thora zu fragen, ob etwas nicht in Ordnung sei, derweil sie um ihren entführten Sohn bangte, zeugte schwerlich von Einfühlungsvermögen. Doch der junge, schwarzhaarige Offizier bekam soeben noch die Kurve. »... nicht in Ihrem Sinne?«

»Guten Morgen, Leutnant Daltrey. Danke, ich komme zurecht. Bitte wecken Sie die Kommandantin und alle Gäste an Bord. Ich erwarte alle zu einer Dringlichkeitssitzung. In sechzig Minuten im Besprechungsraum.«

Sie wartete eine Bestätigung nicht ab, drehte sich auf dem Absatz um und suchte die Messe auf, um zu frühstücken. Mehr als einen Becher Kaffee und einen Klecks Joghurt brachte sie allerdings nicht hinunter.

Fünfzig Minuten später war sie die Erste im Besprechungsraum des Schweren Kreuzers. Mit einem Nicken begrüßte sie die beiden Mutanten Sue Mirafiore und Sid Gonzáles, die als Nächste eintrafen. Fast gleichzeitig betrat Captain Thi Tuong Nhi den Raum. Der Raumschiffskommandantin folgte jene Gruppe, die schon nach Kurzem von der Besatzung nur noch als die Old Men bezeichnet wurde: Lesly Pounder, Bai Jun, William Tifflor, Allan D. Mercant, Dr. Eric Manoli. Die speziell aufgerüstete Space-Disk, die Pounder vor dem Start hatte einschleusen lassen, war zweifellos dafür verantwortlich: Sie trug den Schriftzug OLD MEN. Als Letzter traf der älteste und prominenteste der illustren Bordgäste ein: der Administrator der Terranischen Union, Homer G. Adams.

Sie alle blickten Thora teils fragend, teils erwartungsvoll an.

Die schlanke Arkonidin erhob sich und rief eine große Holoprojektion der Milchstraße auf. »Wir erreichen nichts, wenn wir uns nach den geltenden Regeln verhalten«, begann sie.

»Was hast du vor?« fragte Adams, der kleine, bucklige Mann, der als einer der Ersten an Perry Rhodan und seine Vision geglaubt hatte – eine geeinte Menschheit im Konzert der galaktischen Mächte zu bilden.

»Ein guter Anführer bedauert seine Entscheidungen nicht.«

– Kalenderspruch der Pod-App TimeToGo,

Reginald Bull zugeschrieben,

31. März 2049 –

2.

»Es ist mir egal, ob er Zeit hat oder nicht!«

Reginald Bull stieß die Worte hervor wie ein schnaubender Stier beim Anblick eines Matadors, der seine Muleta schwang. Dabei stützte er sich schwer mit beiden Fäusten auf den Arbeitstisch der Frau vor ihm. Das durfte doch wirklich nicht wahr sein! Was dachte sich diese Vorzimmerschnepfe eigentlich?

»Systemadmiral, ich ersuche Sie dringend, sich zu mäßigen. Ich muss doch sehr bitten!«

»Und ich werde ganz gewiss Sie nicht länger bitten, Miss ...«, er schielte auf das Namensschild, es war so neu wie die gesamte Einrichtung einschließlich des Anblicks der Bull völlig unbekannten Vorzimmerdame, »... Miss Delagray!« Bulls Stimme wurde um denselben Grad lauter, wie sich seine Gesichtsfarbe änderte. Er konnte förmlich spüren, wie ihm das aufwallende Blut ins Gesicht stieg. Sollte es. Er hatte nicht vor, sich abwimmeln zu lassen wie ein Pennäler.

»Mister Bull!«, hob nun auch die Sekretärin die Stimme. »Sie befinden sich mitnichten auf einem Ihrer Kasernenhöfe! Der Administrator hat einen sehr engen Terminplan, und Sie sind nun mal nicht als Besucher vorgesehen. Ich kann Ihnen frühestens für nächste Woche ein Kontaktfenster einräumen – für maximal zehn Minuten. Also sehe ich Sie dann am kommenden Montag, neun Uhr fünfzig. Seien Sie pünktlich.« Bei diesen Worten fuhr die Frau auf und entfaltete eine dürre, knochige Gestalt von mehr als zwei Metern Körperlänge. Ihre gesamte Körpersprache besagte: »Bis hierher und keinen Schritt weiter!«

Bull legte den Kopf in den Nacken und starrte diese Miss Delagray in etwa so an, wie er eine giftige Tarantel fixiert hätte – vor dem Zerquetschen.

Dann lieber mit einem Eric Leyden streiten, dachte er.

Mühsam beherrschte er seinen Zorn und sprach leise weiter. Wer ihn kannte, wusste, dass das ein bedenkliches Zeichen war.

»Erstens«, sagte er gedehnt, »ist Seth Ripling keineswegs Administrator. Das ist immer noch Homer G. Adams, auch wenn Sie und Ihr Stab vorerst sein Büro bezogen haben. Ihr werter Chef vertritt Adams in dessen Abwesenheit nur. Richten Sie also dem ach so viel beschäftigten Vizeadministrator aus, dass der Systemadmiral der Terranischen Union ihn zu sprechen wünscht. Und zwar unverzüglich.«

Er produzierte ein falsches Lächeln. »Zweitens, Miss Delagray: Wenn Sie mich weiter davon abhalten, meinen Aufgaben nachzukommen, machen Sie sich der mutwilligen Behinderung im Amt schuldig, in Tateinheit mit dem Versäumnis Ihrer eigenen Pflicht, nach der Sie unter Eid geschworen haben, jeglichen Schaden von den offiziellen Organen der Terranischen Union nach Kräften abzuwenden. Und dazu zählt auch die Terranische Flotte, deren höchster Vertreter zufälligerweise ich bin. Es handelt sich um nichts weniger als um die Sicherheit der Erde, geht das in Ihren reizenden Sturschädel?«

Mit Genugtuung registrierte er das Erbleichen seiner Kontrahentin. »Drittens: Da draußen brüten derweil ein paar Millionen tentakelbewehrter, grauschuppiger Wasserstoffatmer darüber nach, wie man Ihrem Chef am Besten eines über seinen Schädel geben kann. Und die interessieren sich nicht für den engen Terminplan eines Menschen, und hielte er sich für noch so wichtig. Vor Vorzimmerdamen machen diese methanfressenden Monstren erst gar keinen Halt. Gegebenenfalls fressen sie die gleich mit. Haben Sie das hinlänglich verstanden, Miss Delagray?«

»Mister Bull! Sie können hier nicht einfach so ...«, rief sie ihm nach, aber es war schon zu spät.

Die Türpositronik von Adams' ehemaligem Büro hatte Bull, während er um den breiten Schreibtisch herumging, als legitimen Besucher identifiziert und gab die doppelten Schiebetüren trotz der Entrüstung von Miss Delagray frei.

Reginald Bull zögerte keinen Moment und marschierte in Riplings frisch renoviertes Allerheiligstes ein wie weiland der wütende Blücher in das widerspenstige Lübeck. Seth Ripling, der vor dem riesigen Panoramafenster stand, fuhr erschrocken herum, verlor die Kontrolle über die Tasse in seiner Hand und verschüttete Tee auf seiner kostbaren Seidenkrawatte. Reflexartig fuhr er sich mit der nassen Hand über seine ondulierten Haare und starrte Bull an wie eine Erscheinung.

Es war Mittwoch, der 31. März 2049, morgens um halb zehn in Terrania, im 50. Stock des Stardust Towers, des offiziellen Dienstsitzes des amtierenden Administrators der Terranischen Union.

Widerstrebend, mit übertrieben generöser Geste, bot der Vizeadministrator seinem Besucher einen Sitzplatz an. Er selbst nahm Bull gegenüber hinter Adams' ehemaligem Schreibtisch Platz. Er orderte frisch gebrühten Tee, ehe er sich dem Systemadmiral zuwandte.

Bull sah sich in Adams' früherem Büro um. Alles roch neu. Die vormals antiquierte Einrichtung des Administrators war bis auf den schweren Schreibtisch entfernt und durch Hightechmöbel ersetzt worden. Zwei Blumenkübel mit prächtigen Orchideen flankierten die Ecken der Wand, vor dem die wuchtige Arbeitsplatte auf zwei steinernen Stützen auflag. Überall beherrschten neue Farben und neue Formen im neuen Design das Bild. Große Flecken in Purpur – der Teppich, einige Wandsegmente, Vasen, Bilderrahmen – kontrastierten mit fast blendendem Weiß. Seth Ripling hatte unmissverständlich seine optische Duftmarke gesetzt – und sich dabei ungeniert der Herrscherfarbe der alten Römer bedient, die im Altertum allein den Senatoren und dem Imperator vorbehalten gewesen war.

Wenigstens trägt er noch keinen Lorbeerkranz, dachte Bull, der sich nichts aus gestalterischem Schnickschnack machte.

Der neue Mann im Amt des Regierungschefs war etwa vierzig Jahre alt, mit bereits deutlich fortschreitenden Geheimratsecken im sorgfältig drapierten, braunen Haar. Weshalb Homer G. Adams gerade ihn als Stellvertreter während seiner Abwesenheit auserkoren hatte, blieb Bull ein Rätsel. Ripling war das, was man einen politischen Niemand nannte. Sein Ansehen in der Welt war gleich null – der Vizeadministrator war in der Öffentlichkeit nahezu unbekannt. Bisher war er nur selten aus dem übermächtigen Schatten des Administrators hervorgetreten. Die meiste Zeit seiner Laufbahn hatte er im Hintergrund gewirkt. Woran genau Ripling da gewirkt hatte, entzog sich Bulls Wissen zur Gänze.

Was er indes wusste, war nur wenig geeignet, ihn für den Mann einzunehmen. Kaum hatte nämlich Ripling den Amtseid geleistet und die Regierungsgeschäfte aufgenommen, hatte er es in seiner Antrittsrede mit einigen unbedachten Äußerungen schon geschafft, die Hälfte der »freien« Nationalstaaten zu brüskieren, die sich ohnehin seit Jahren massiv gegen eine angebliche Bevormundung durch die Terranische Union wehrten. Auch in den eigenen Reihen genoss Ripling kaum Unterstützung, man traute ihm nicht und vor allem zu wenig zu. Bull bezweifelte, ob die Wahl seines alten Freundes Homer wirklich durchdacht gewesen war.

Ripling gab Bulls Blick nur sekundenlang zurück, faltete dann die Hände vor dem durchweichten Fleck seiner purpurfarbenen Krawatte. »Was soll der Krawall?«, fragte Ripling anstelle einer Begrüßung. Kein Lächeln kam, nicht mal ein Nicken.

Bull setzte sich aufrecht hin. »Krawall nennen Sie das? – Von mir aus. Allerdings bin ich hier, um einen wirklichen Krawall zu verhindern, um Ihre Vokabel zu gebrauchen. Sie haben die Warnung der Botschafterin von den Sternen gehört ...«

»Dieser angeblichen Botschafterin, ja. Niemand von uns weiß, was ihr Titel Anchet wirklich bedeutet. Gehört habe ich ihre Worte wohl, geglaubt dagegen mit keiner Silbe. Es war richtig, ihr unverschämtes Ersuchen einer Evakuierung der Erde rundheraus abzulehnen. Hierin stimme ich mit meinem Vorgän..., ich meine mit Administrator Adams überein.«

»Hierin ja, in anderen Belangen demnach nicht?« Bull lächelte kalt. »Und Sie irren, wenn Sie das Ersuchen der Botschafterin unverschämt nennen. Sie war ehrlich besorgt.«

»Das bezweifle ich nicht. Nur worüber? Wem gilt ihre Besorgnis? Den Menschen oder ... ihrem eigenen Volk?«

Bull sagte mit Nachdruck: »Womöglich ist dieser Unterschied nebensächlich. Sie sprach vom Überleben aller Humanoiden. Und von einer großen Gefahr, die allen Humanoiden droht.«

Die Vorzimmerdame schwebte herein und stellte ein Tablett mit chinesischen Porzellantassen ab. In der geschwungenen Kanne dampfte Tee auf einem antiken Stövchen. Bull roch Lavendelaroma. Es erinnerte ihn an die Seife, die er privat benutzte.

»Danke, Miss Delagray.« Ripling sah ihr gedankenverloren nach. Dann zuckte er mit den Schultern. Als wären sie nicht unterbrochen worden, sagte er: »Genau. Sie sprach's und verschwand. Das kann niemand ernst nehmen.«

»Oh, ich nehme die Worte der Anchet durchaus ernst«, widersprach Bull. »Es kommt in der Tat eine immense Gefahr auf die Menschheit zu, die niemand von uns derzeit auch nur abschätzen kann. Es ist meine vordringlichste Aufgabe, mir dieser Bedrohung bewusst zu sein und ihr so weit es nur möglich ist, entgegenzuwirken. Erste Feindberührungen hat es unlängst gegeben, wie Sie wissen. Denken Sie nur an die kürzliche Vernichtung der ARISTOTELES beim Jupiter.«

»Das war bedauerlich, tragisch für alle Beteiligten, ohne Frage. Militärisch war es indes kein ernsthafter Grund zur Besorgnis. Das muss ich Ihnen doch nicht erst erklären, Systemadmiral. Wie es sich zeigte, wurde die Terranische Flotte mit den Eindringlingen spielend fertig. Und wir reden hier über keine Krise, sondern über einen unglücklichen Umstand. Der Forschungskreuzer war unbewaffnet, nur befand er sich dummerweise – oder sagen wir durch einen Zufall – am falschen Ort und zur falschen Zeit. Zweifellos hat er so ungewollt die Fremdraumschiffe provoziert. Ein Versehen, wenn Sie mich fragen. Man hätte mit den Fremden verhandeln können, anstatt gleich die Kanonen sprechen zu lassen.«

»Diese Fremden sind Maahks, Mister Vizeadministrator«, erwiderte Bull. »Oder Methans, wie die Arkoniden sie nennen. Sie haben zuerst geschossen! Trotz unserer Kontaktversuche. Leider zeigt die Geschichte, wie schwer es ist, Verhandlungen mit Maahks aufzunehmen. Es gab diese Versuche, schon vor Jahrtausenden. Doch sie sind sämtlich gescheitert.«

»Kein Wunder. Das waren Arkoniden, Systemadmiral. Muss ich mehr sagen? Wenn es etwas gibt, das diese Arkoniden ausgesprochen schlecht beherrschen, ist es wohl das weite Feld der Diplomatie.«

»Das sagen Sie Thora da Zoltral besser nicht ins Gesicht.«

Ripling schürzte die Lippen. »Soweit ich weiß, hat die Dame die Erde verlassen. Sind Sie deshalb hier?«

»Nein. Ich bin hier, um Sie zu fragen, weshalb Sie meine Anweisungen, die Transitionsdämpfer zu installieren, wieder aufgehoben haben.«

»Ach so, das. Es war unumgänglich.«

Eigenartigerweise machte Ripling keine Anstalten, ihnen einzuschenken. Offenbar war der Tee noch zu heiß. Das – oder das Thema, dachte Bull grimmig.

Er beugte sich beschwörend vor. »Nein, Vizeadministrator. Es ist vielmehr unumgänglich nötig, die Transitionsdämpfer so schnell wie möglich zu installieren. Wir können es uns nicht lei...«

Ripling hob beide Hände. »Ich bedauere, aber dafür muss ich Ihnen meine Genehmigung verweigern. Der Entschluss steht fest. Wenn das der Grund Ihres Besuchs war, würde ich jetzt gern ...«