Persönlich verantwortlich - Deborah Lupton - E-Book

Persönlich verantwortlich E-Book

Deborah Lupton

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Beschreibung

Deborah Lupton greift in ihrem Aufsatz die aktuellen Trends digitaler Selbstaufzeichnung im Kontext der Gesundheitsvorsorge auf. Diese umfassen: Fitness-Apps, automatische Pillendosen, unverdauliche Minicomputer, die Magenaktivitäten messen u.v.m.

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Seitenzahl: 19

Veröffentlichungsjahr: 2013

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Deborah Lupton

Persönlich verantwortlich

Gesundheit im digitalen Zeitalter

Wie sich Techniken und die Vorstellung von Gesundheit ändern

Die Vorstellungen darüber, was Menschen krank macht oder sie tun sollten, um Krankheit, Leiden und frühen Tod zu verhindern, haben sich in den letzten 50Jahren stark verändert. Die meisten davon gehen auf kulturell geprägte Annahmen und politische Vorgaben zurück, die Gesundheit oder Krankheit und Leiden im Zusammenhang mit persönlicher Verantwortung sehen. In den USA beispielsweise hält sich der traditionelle Ansatz, wonach Individuen in hohem Maße Einfluss auf den Erhalt ihrer Gesundheit und den Umgang mit Krankheit haben. Das wiederum schlägt sich in einem stark privatisierten Gesundheitswesen und dem Vorbehalt gegenüber einer gesetzlich geregelten medizinischen Versorgung nieder. Im Gegensatz dazu ist das Gesundheitssystem der meisten anderen entwickelten Länder, unabhängig von Einkommen oder Art der Krankenversicherung, offen für alle Bürger.

Doch ungeachtet dieser Unterschiede ist es mit Beginn des neuen Jahrtausends fast überall zu einem Umschwung gekommen, der darauf abzielt, Patienten wie die Allgemeinheit überhaupt ihre Gesundheit beziehungsweise Gesundheitsvorsorge in eigener Regie »managen« zu lassen. Die seit der Jahrhundertwende aufgekommenen und durch Web-2.0-Plattformen betriebenen neuen digitalen Technologien werden in diesen Ansatz von »Gesundheitsvorsorge« und persönlicher Verantwortung dafür eingebunden. Ein breites Spektrum von Webseiten und Anwendungssoftware hat mittlerweile unter dem Begriff »Gesundheit im Netz« (auch bekannt als Medizin 2.0, Gesundheit 2.0, mobile Gesundheit oder eGesundheit) den Patienten und sein Verhalten im Fokus.

Digitale Gesundheitstechnologien zielen auch auf mobile Anwendungen und Social Media, um gesundheitsbezogene Daten zu sammeln oder Menschen zu gesundheitsbewusstem Verhalten zu motivieren. Weiterhin gibt es telemedizinische Technologien, die es chronisch kranken Patienten erlauben, sich auch zu Hause unter Beobachtung zu halten, Teleüberwachung und -unterstützung für allein lebende ältere Leute oder solche mit Behinderungen, und schließlich digitale Aufzeichnungsmethoden und Überwachungssysteme für den Krankheitsfall. Befürworter dieser Technologien gehen davon aus, dass Menschen idealerweise mehr Verantwortung für Gesundheitsvorsorge und -beobachtung sowie für Vermeidung von Gesundheitsrisiken übernehmen wollen.