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Halper und Holland bieten das umfangreichste und detailreichste Praxishandbuch für die Pflege von Menschen mit multipler Sklerose (MS). Es hilft, den Pflegebedarf von Menschen mit MS professionell einzuschätzen und zu erkennen, um Leiden zu lindern, Symptome zu behandeln und Risiken zu minimieren. Es bietet praxisorientiertes Wissen, um psychosoziale Folgen zu bewältigen, Kenntnisse und Fertigkeiten zu lernen, Funktionen wiederzuerlangen sowie Ressourcen und Fähigkeiten zu fördern.
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Seitenzahl: 483
Veröffentlichungsjahr: 2014
Halper/Holland (Hrsg.)
Pflege von Menschen mit Multipler Sklerose
Verlag Hans Huber
Programmbereich Pflege
Beirat
Angelika Abt-Zegelin, Dortmund
Jürgen Osterbrink, Salzburg
Doris Schaeffer, Bielefeld
Christine Sowinski, Köln
Franz Wagner, Berlin
June Halper
Nancy Joyce Holland
(Herausgeberinnen)
Pflege von Menschen mit Multipler Sklerose
Aus dem amerikanischen Englisch von Michael Herrmann
Deutschsprachige Ausgabe herausgegeben von Jörg Kraus
Verlag Hans Huber
June Halper. US-Hauptherausgeberin, MSN, APN-C, FAAN, MSCN
Nancy Joyce Holland. US-Zweitherausgeberin, EdD, RN, MSCN
Jörg Kraus. PD, Dr. med., leitender Oberarzt, Spezialambulanz für Multiple Sklerose, Stationäre Spezialeinheit für Neuroimmunologie und Neuroonkologie
Paracelsus Medizinische Privatuniversität
Christian Doppler Klinik, Universitätsklinik für Neurologie
Ignaz-Harrer-Str. 79
AT-5020 Salzburg
E-Mail: [email protected]
Lektorat: Jürgen Georg, Silvan Schmid, Lisa Schmidt
Herstellung: Jörg Kleine Büning
Titelillustration: pinx. Winterwerb und Partner, Design-Büro, Wiesbaden
Satz: punktgenau gmbh, Bühl
Druck und buchbinderische Verarbeitung: AALEXX Buchproduktion GmbH, Großburgwedel
Printed in Germany
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Die Verfasser haben größte Mühe darauf verwandt, dass die therapeutischen Angaben insbesondere von Medikamenten, ihre Dosierungen und Applikationen dem jeweiligen Wissensstand bei der Fertigstellung des Werkes entsprechen.
Da jedoch die Pflege und Medizin als Wissenschaften ständig im Fluss sind, da menschliche Irrtümer und Druckfehler nie völlig auszuschließen sind, übernimmt der Verlag für derartige Angaben keine Gewähr. Jeder Anwender ist daher dringend aufgefordert, alle Angaben in eigener Verantwortung auf ihre Richtigkeit zu überprüfen.
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Anregungen und Zuschriften bitte an:
Hogrefe Verlag
Lektorat: Pflege
Länggass-Strasse 76
CH-3000 Bern 9
Tel: 0041 (0)31 300 45 00
Fax: 0041 (0)31 300 45 93
www.hogrefe.ch
Das vorliegende Buch ist eine Übersetzung aus dem Amerikanischen. Der Originaltitel lautet «Comprehensive Nursing Care in Multiple Sclerosis» von June Halper und Nancy Joyce Holland.
© 2011. Springer Publishing Company, New York
© der deutschsprachigen Ausgabe 2014 by Hogrefe Verlag, Bern
1. Auflage 2014. Hogrefe Verlag, Bern
(E-Book-ISBN_PDF 978-3-456-95285-8)
(E-Book-ISBN_EPUB 978-3-456-75285-3)
ISBN 978-3-456-85285-0
Inhaltsverzeichnis
Widmung
Geleitwort
Einleitung
Teil I
Einführung in die Multiple Sklerose
1 Multiple Sklerose im Überblick
June Halper und Nancy Joyce Holland
Einleitung
Epidemiologie, Inzidenz und Prävalenz
Pathologie und Ätiologie der MS
Krankheitsverlauf
Domänen der Pflege bei MS
Das Wellness-Modell in der MS-Pflege
Pflege- und Versorgungsabläufe bei MS: Wo Pflegende pflegen
Settings der Akutversorgung
Rehabilitation
Comprehensive Care
Häusliche Pflege und Versorgung
Langzeitpflege und -versorgung
Den Herausforderungen der MS-Pflege begegnen
Literatur
Weiterführende Literatur
2 Integration des Konzepts Hoffnung in die klinische Praxis
Linda A. Morgante †
Einleitung
Hintergrund
Eigenschaften, die Hoffnung unterstützen
Hoffnung und Hoffnungslosigkeit
Fallstudien
Lisa
Analyse des Falls von Lisa
Mary
Analyse des Falls von Mary
Barbara
Analyse des Falls von Barbara
Joan
Analyse des Falls von Joan
Kando
Analyse des Falls von Kando
Schlussfolgerung
Literatur
3 Edukation des Patienten und seiner Familie
June Halper und Nancy Joyce Holland
Einleitung
Faktoren der Patientenedukation
Die Perspektive der Rollenentwicklung im Laufe des Lebens
Das Shifting Perspectives Model of Chronic Illness
Das Internet
Eine Untersuchung des Lernens und der MS
Literatur
4 Fürsprache für den Patienten mit MS
Dorothy E. Northrop
Einleitung
Die Pflegeperson als FürsprecherIn
Krankenversicherung
Lebensplanung und rechtliche Verfügungen
Vorausverfügung
Vollmacht
Testament
Trust
Anspruchsberechtigungen
Interdisziplinäre Intervention
Worauf es ankommt
Fürsprache in der öffentlichen politischen Arena
Literatur
Teil II
Management der Krankheit und ihrer Symptome, Fördern gesunden Copings
5 Kulturell kompetente Pflege und Versorgung
June Halper
Einleitung
Das Konzept des Medical Home
Kulturell kompetente Pflege und Versorgung
Die Kultur der Behinderung
Schlussfolgerung
Literatur
6 Management und Minimieren von Symptomen
Randall T. Schapiro und Diana M. Schneider
Einleitung
Symptome der Multiplen Sklerose
Management der Multiplen Sklerose
Spastik
Dehnen und Übungen des Bewegungsumfangs
Mechanische Hilfsmittel
Medikamente
Physikalische Interventionen
Botulinumtoxin
Baclofen-Pumpe (Baclofen intrathekal)
Chirurgische Verfahren
Tremor
Medikamentöse Behandlung eines Tremors
Sonstige Formen der Behandlung eines Tremors
Gleichgewicht
Paresen
Fatigue (übermäßige Erschöpfung)
Gehen
Immobilität verhindern
Schmerz
Schlafstörungen
Sprech- und Schluckbeschwerden
Sehen
Leichter Schwindel und Drehschwindel
Krampfanfälle
Gewichtszunahme
Taubheitsgefühl
Kalte und marmorierte Füße
Knöchelödeme
Lungenprobleme
Gute Gesundheit
Weiterführende Literatur
7 Management von Ausscheidungsstörungen
Marie A. Namey
Einleitung
Blasenmanagement
Normale Blasenanatomie und -funktion
Probleme bei Multipler Sklerose
Diagnose der Blasenfunktionsstörung
Weitere Untersuchungen der Blasenfunktion
Interventionen für das Blasenmanagement
Operative Verfahren
Darmmanagement
Normale Darmfunktion
Diagnosen von Ausscheidungsstörungen
Obstipation
Diarrhö
Stuhlinkontinenz
Literatur
8 Umgang mit Risikofaktoren aus dem gesamten Krankheitsspektrum
Colleen Harris
Einleitung
Ernährung bei Multipler Sklerose
Flüssigkeitszufuhr
Schluckstörungen
Lungenkomplikationen
Harnwegsinfekte
Spastik
Osteoporose
Hautpflege
Literatur
9 Integration der Komplementär- und Alternativmedizin ins Symptommanagement
Patricia M. Kennedy
Komplementär- und Alternativtherapien und Multiple Sklerose
Diät
Pflanzliche Mittel und Nahrungsergänzungsmittel
Vitamine und Mineralstoffe
Nichtbiologische Therapien
Literatur
10 Umgang mit psychosozialen Aspekten
Nicholas G. LaRocca und Rosalind C. Kalb
Einleitung
Auswirkungen der MS auf Individuum und Familie
Die Rolle der Pflegeperson
Ziel dieses Kapitels
Emotionale Belastungen bei MS
Stress
Ungewissheit und Unkalkulierbarkeit
Verleugnung und Anpassung
Trauer und Depression
Emotionale Unausgeglichenheit und Persönlichkeitsveränderung
Stimmungsschwankungen
Emotionale Labilität
Pseudobulbäraffekt
Anweisungen, die akzeptiert werden
Kognitive Veränderungen
Gedächtnis
Denken und Urteilsvermögen
Weitere kognitive Veränderungen
Verlauf der Störungen kognitiver Funktionen
Intervention
Auswirkungen der MS auf die Familie
Gegensätzliche Coping-Strategien
Rollenveränderungen
Gemeinsame Trauer
Kommunikationsverhalten in der Familie
Fragen der elterlichen Fürsorge
Herausforderungen für Pflegende
Emotionale Reaktionen auf die Arbeit mit jungen, zunehmend behinderten Patienten
Der abhängige und fordernde Patient mit MS
Unterweisen von Patienten mit Gedächtnisstörungen in Selbstversorgungsfertigkeiten
Literatur
Weiterführende Literatur
11 Sexualität würdigen und Familienplanung umsetzen
Rosalind C. Kalb
Einleitung
Erkennen und Managen MS-bedingter sexueller Probleme
Primäre sexuelle Funktionsstörungen – Definition
Behandlung primärer sexueller Funktionsstörungen
Veränderungen der Libido
Veränderungen der Sensibilität
Verminderte Lubrikation der Scheide
Erektile Dysfunktion
Sekundäre sexuelle Funktionsstörung – Definition
Behandeln der sekundären sexuellen Funktionsstörung
Spastik
Blasen- und Darmstörungen
Fatigue
Schmerzen
Kognitive Beeinträchtigung
Nebenwirkungen von Medikamenten
Tertiäre sexuelle Funktionsstörung – Definition
Behandeln der tertiären sexuellen Funktionsstörung
Familienplanung
Der genetische Faktor bei Multipler Sklerose
Fertilität
Auswirkungen der MS auf Schwangerschaft, Entbindung und Stillzeit
Auswirkungen von Schwangerschaft und Entbindung auf die MS
Auswirkungen des Stillens auf die MS
Multiple Sklerose und Elternschaft
Schlussfolgerung
Literatur
12 Pädiatrische Patienten mit der Diagnose MS
Jennifer R. Boyd und Maria C. Milazzo
Einleitung
Diagnostische Herausforderungen bei pädiatrischer MS
Überlegungen zur Entwicklung
Herausforderungen bei der Behandlung
Behandlung von Schüben
Krankheitsmodifizierende Therapien
Initiieren krankheitsmodifizierender Therapien
Therapien der zweiten Wahl
Symptommanagement
Therapieadhärenz
Psychosoziale Belange
Unterstützen von Kindern und Jugendlichen
Informationsbezogene Unterstützung
Emotionale Unterstützung
Unterstützen der Eltern
Enthüllen der Diagnose gegenüber Dritten
Schulbesuch
Kognitive Probleme
Anpassungen des Schulprogramms
Fördern einer gesunden Lebensweise
Der Übergang zum Erwachsenenalter
Ressourcen für Familien
Literatur
Teil III
Verbessern der Ergebnisse
13 Kooperation mit dem Reha-Team
Patricia M. Kennedy
Einleitung
Definition der Rehabilitation
Die Ziele der Rehabilitation
Das Reha-Team – ein interdisziplinärer Ansatz
Pflegeperson
Facharzt für physikalische und rehabilitative Medizin
Physiotherapeut
Ergotherapeut
Logopäde
Sozialarbeiter
Psychologe
Freizeittherapeut
Berater für berufliche Rehabilitation
Weitere Angehörige des Teams
Interaktion im Team
Mobilitätshilfen und andere adaptive Ausrüstung
Forschungsstudien
Die Rolle der Pflegeperson in der Rehabilitation
Case-Management
Physisches Assessment
Psychologisches Assessment
Kognitives Assessment
Soziales Assessment
Assessment und Beitrag der Familie
Assessment der Kommunikation
Berufliches und Produktivitätsassessment
Freizeitassessment
Sichten der Patientenakte
Beiträge kommunaler Einrichtungen
Entlassungsplanung
Schlussfolgerung
Literatur
Weiterführende Literatur
14 Maximieren der Wirksamkeit von Medikamenten
Aliza Bitton Ben-Zacharia
Einleitung
Das Konzept der Frühbehandlung
Klinisch isoliertes Syndrom
Radiologisch isoliertes Syndrom
Klinisch manifeste MS
Langzeitbehandlung und das Konzept der Adhärenz
Umstellen krankheitsmodifizierender Therapien
Kombinationen krankheitsmodifizierender Therapien
Verbessern der Lebensqualität durch realistische Erwartungen
Maximieren des Symptommanagements bei MS
Zusammenfassung
Literatur
Teil IV
Spezifische Ressourcen
Anhang A – Umgang mit Ressourcen
Nancy Clayton Reitman
Einleitung
Literaturverzeichnis
Fachbücher
Sachbücher/Ratgeber
Adressen- und Linkverzeichnis
Anhang B – MS-Schübe und -Symptome: Medikamentenübersicht
Herausgeberinnen, Autorinnen und Autoren
Herausgeberinnen
Autorinnen und Autoren
Abkürzungsverzeichnis
Sachwortverzeichnis
Bücher aus verwandten Sachgebieten
Wir widmen die dritte Auflage dem Gedenken an Linda A. Morgante, deren liebevolles Vermächtnis der Fürsorge und Hoffnung in der Seele ihrer Angehörigen, Freunde, Kollegen und Studenten sowie der Patienten und ihrer Familien nachhallt. Ihre Hoffnung auf morgen ist noch immer in jedem von uns lebendig.
Die Multiple Sklerose (MS) ist eine chronische, entzündliche und demyelinisierende Erkrankung des Zentralnervensystems (ZNS), bei der es zu Axondegeneration und allmählichen neurologischen Funktionsverlusten kommt. Sie hat beträchtliche Auswirkungen auf das Leben von Menschen mit dieser Erkrankung und deren Familien. Neure Fortschritte bei der Klärung der Immunpathologie und im Management der MS haben dieses Gebiet der Pflege und Versorgung dynamisiert und anspruchsvoll gemacht.
In den acht Jahren seit Erscheinen der zweiten Auflage des vorliegenden Buches hat sich die Rolle der Pflegenden als unterstützende Betreuungsperson um die der Schulenden und Forschenden sowie der Patientenfürsprecherin erweitert. Pflegende stehen vor der Herausforderung, über das traditionelle Symptommanagement hinauszugehen und den Patienten und seine Familie darin zu unterstützen, sich mit Aspekten wie den psychischen Auswirkungen der Erkrankung, der Risiko-Nutzen-Evaluation neuer Therapien und Verhandlungen mit dem Gesundheitsversorgungssystem zu beschäftigen.
Am Anfang dieses Buches steht eine umfassende Übersicht über MS, beginnend mit einer Fallstudie. Dieser realistische Ansatz ermöglicht es dem Leser, sich mit den Dingen zu identifizieren, denen Pflegende täglich gegenüberstehen. Aktuelle Informationen zur Pathophysiologie und Epidemiologie der MS werden besprochen und der Leser wird bezüglich der aktuellen diagnostischen Kriterien sowie der Pflege- und Versorgungsschemata bei MS auf den neuesten Stand gebracht. Besondere Betrachtung erfährt ein Wellness-Modellansatz in der Pflege und Versorgung von Menschen mit MS. Das Implementieren des Konzepts Hoffnung in die Praxis beschreibt, wie Pflegende jetzt in einer Position sind, dieses Konzept in das klinische Management einer früher als hoffnungslos geltenden Krankheit zu integrieren. Indem sie als Fürsprechende für Patienten und deren Familien agieren, können Pflegende den Patienten befähigen, sich im heutigen komplexen Gesundheitsversorgungssystem zurechtzufinden. Die International Organization of MS Nurses (IOMSN) bezeichnet Fürsprache für Patienten formell als organisatorische Verantwortlichkeit. Sie sieht in Fürsprache eine fundamentale Rolle der auf MS spezialisierten Pflegeperson und eine Verpflichtung, die von allen im Laufe der Zeit an der Unterstützung von Patienten mit MS beteiligten Gesundheitsfachpersonen geteilt werden muss. Dieser Ansatz umfasst voll und ganz das für das Leben von Patienten mit MS so wichtige Konzept Hoffnung.
Heutzutage haben Patienten mit MS vermehrt Zugang zu Informationen über die Krankheit, und zwar aus vielen Quellen, darunter auch dem Internet. Die Pflegeperson steht in ihrer Rolle als Schulende zunehmend vor der Aufgabe, Patienten zu helfen, die von ihnen gesammelten Informationen zu verstehen und deren Glaubwürdigkeit zu evaluieren.
Im Zentrum von Teil II des Buches stehen das Management der Erkrankung und ihrer Symptome sowie die Förderung eines gesunden Copings. Neben der umfassenden Übersicht über das aktuelle Symptommanagement enthält dieser Teil neue Kapitel. Eingehend wird die Integration der Komplementär- und Alternativmedizin in die Praxis behandelt. Zunehmend beobachten Pflegende, wie Patienten mit MS auf der Suche nach weiteren Optionen die Komplementär- und Alternativmedizin nutzen, um ihnen im Umgang mit ihren Symptomen und in der Lebensführung zu helfen. Auf MS spezialisierte Pflegende müssen in den verschiedenen Komplementär- und Alternativtherapien auf dem Laufenden bleiben, um ihre Patienten besser zu schulen und besser für sie sprechen zu können. In einem weiteren neuen Kapitel wird die Gruppe betroffener Kinder besprochen. Mit wachsendem Einblick in die Pathologie der Erkrankung und zunehmenden diagnostischen Möglichkeiten stehen wir allesamt speziellen Populationen, darunter auch Kindern, gegenüber. In diesem Kapitel werden ausführlich Themen wie Eigenheiten der Entwicklung und Probleme der Behandlung betrachtet, die für diese Population spezifisch sind.
Ergebnisse der Pflege und Versorgung sowie des Managements von Menschen mit MS haben in der heutigen Gesundheitsversorgung hohe Priorität. Schwerpunkte dieses Abschnitts sind die Rehabilitation, der Umgang mit Ressourcen sowie die Maximierung der Wirksamkeit medikamentöser Therapien. Eine umfassende pharmakologische Übersicht erlaubt dem Leser, den Umgang mit Schüben und Symptomen genauer zu betrachten. In den Anhängen finden sich Ressourcen (Anhang A) sowie eine Aufstellung verschiedener medikamentöser Therapien (Anhang B).
Dieses Buch unterscheidet sich von anderen über MS insofern, als darin gängige Themen betrachtet werden, denen Patienten, ihre Familien und in der Pflege und Versorgung Tätige in einer Zeit globaler Unsicherheit und der Besonderheiten und Veränderungen des sozialen Netzes täglich gegenüberstehen. Die Prävention von Komplikationen bei Behinderten, Rehabilitationsansätze im Krankheitsmanagement und Frauenthemen werden zusammen mit den aktuellen Implikationen für die Pflege untersucht. Von besonderem Nutzen ist dabei der Fallstudienansatz, um die reale Welt von MS-Herausforderungen zu beleuchten.
Das vorliegende Werk ist eine interdisziplinäre Leistung zahlreicher Fachleute aus der Gesundheitsversorgung, herausgegeben von June Halper und Nancy J. Holland. Deren jahrelange Erfahrung auf dem Gebiet der MS und ihr Einsatz für die MS-Pflege werden in jedem Kapitel deutlich. Dieses Buch repräsentiert den aktuellen Stand der Pflege und Versorgung von Patienten mit MS und ihren Familien. Es wird allen Pflegenden, die sich um Patienten mit MS und deren Familien kümmern, eine unübertroffene Ressource sein. Ich danke Ihnen, June und Nancy, für die Aktualisierung dieses wunderbaren Beitrags zur Literatur über MS.
Amy Perrin Ross, APN, MSN, CNRN, MSCN
Neuroscience Program Coordinator
Loyola University Medical Center
Maywood, IL
Willkommen zur dritten Auflage des vorliegenden Buches, eines Werkes, das im vergangenen Jahrzehnt parallel zu den Veränderungen, die wir in unserem Beruf gesehen haben, gewachsen ist. Als dieses Buch zum ersten Mal verfasst wurde, kam es in der Welt der Multiplen Sklerose (MS) gerade zu einem bedeutsamen Wandel. Ausgehend von einer Krankheit, die strikt als neurologisches Problem gesehen wurde, erfuhren wir nach und nach etwas über die immunologischen Ursprünge der Grunderkrankung. Von einem medizinischen Modell mit Neurologen als Vorreitern wurde die MS zu einem Schwerpunkt für Pflegende, Reha-Spezialisten, Beratern und Fürsprechern. Die Herausgeberinnen hatten die Ehre, an diesen Veränderungen teilzuhaben und sind nun der Ansicht, diese vorliegende Ausgabe bedürfe eines neuen Schwerpunkts, und zwar auf unserem neuen Verständnis von MS und den neuen, für MS-Fachpflegende entstehenden Verantwortlichkeiten. Auch glauben wir, dass es an der Zeit ist, einen konzeptionellen Bezugsrahmen der MS-Pflege zu präsentieren, und zwar einen, der die zahlreichen Rollen und Verantwortlichkeiten umfasst, die uns bei unserer Arbeit in Anspruch nehmen und Leitmotiv für unsere Pflegeaktivitäten sein könnten.
Den Boden bereiten für Linda A. Morgantes konzeptionellen Bezugsrahmen der Hoffnung
Die verstorbene Linda A. Morgante trat mit all ihren Pflegeaktivitäten bei MS für das Konzept Hoffnung ein. In ihrem Büro hatte sie einen «Krug der Hoffnung» den ihre Patienten bei den Konsultationen bei ihr berührten. Sie brachten auch Hoffnungssteine für Lindas Sammlung mit. Linda hielt weltweit Vorlesungen über dieses Konzept und veröffentlichte mehrere Artikel, in denen dieser konzeptionelle Bezugsrahmen angewandt wurde. Sie glaubte, Pflegende müssten sich auf positive und dennoch realistische Ergebnisse von Aktivitäten im Umgang mit MS konzentrieren, um Patienten und deren Familien erfolgreich zu helfen. Ihrer Philosophie nach war das Glas eher halbvoll als halbleer. Weltweit inspirierte sie ihre Mitpflegenden, die Mitglieder ihres MS-Teams und, was das Wichtigste war, ihre Patienten und deren Familien.
Die Herausgeberinnen haben das vorliegende Werk neu konzipiert und dabei diesen wunderbaren Bezugsrahmen aufgenommen, um das Andenken an die verstorbene Linda A. Morgante zu ehren und zu wahren. Die neue Ausgabe ist so ausgelegt, dass dieser Bezugsrahmen in jedes Kapitel integriert wird, um unseren Lesern praktische Anwendungen dieses Modells im professionellen Handeln zu vermitteln. Diese neue Sichtweise der MS ist sowohl dem Konzept als auch der Realität angemessen. Als die Autorinnen und Autoren mit ihrer MS-Pflege begannen, konzentrierte sich berufliches Handeln noch auf Symptommanagement, Reha-Leistungen (soweit verfügbar) und einen ziemlich düsteren Ausblick auf das Fortschreiten der Krankheit. Während des vergangenen Jahrzehnts hat sich in der Welt der MS ein breites Spektrum an Behandlungsoptionen eröffnet, international konzentrierte man sich auf MS-bezogene Forschung, Pflege und Versorgung und die Anzahl der auf MS spezialisierten Pflegenden nahm zu. Die Autorinnen und Autoren haben den Inhalt dieses Buches neu konzipiert, damit er sich mit einer neuen und positiveren Philosophie der MS-Pflege und -Versorgung und der MS-Forschung deckt. Wir hoffen, dass dieses neue Pflege- und Versorgungsmodell unseren Lesern eine neue Sichtweise der MS vermittelt, die zu ihrem beruflichen Handeln beiträgt und Patientenergebnisse über das gesamte Krankheitsspektrum hinweg verbessert.
June Halper, MSN, APN-C, FAAN, MSCN
Nancy Joyce Holland, EdD, RN, MSCN
June Halper und Nancy Joyce Holland
Fallstudie ...
Janet, eine 21-jährige, alleinstehende Frau, kommt mit anamnestisch bekannter Optikusneuritis und anhaltenden Gesichtsschmerzen in die Praxis ihres Neurologen. In der Notaufnahme des nahegelegenen Krankenhauses war sie vom Notarzt und von einem Neurologen untersucht worden. Zusammen mit Blutuntersuchungen wurde ein MRT angeordnet. Sie erhielt intravenös Medikamente und man sagte ihr, sie möge sich von ihrem Neurologen weiterbehandeln lassen. Sie ist sehr ängstlich und versteht den Grund dieser Konsultation nicht. Sie ist sehr verängstigt, weil man ihr weder die Testergebnisse erläutert noch die Bedeutung ihrer Symptome erklärt hat.
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
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Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
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Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
