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Dieses Lexikon informiert über mehr als 1500 Personen und Begriffe der abendländischen Philosophie – von der Antike bis zur Gegenwart. Als Handbuch und Nachschlagewerk richtet es sich vor allem an den philosophisch interessierten Leser, der wissen will: Wie weit sind die in der Geschichte der Philosophie entwickelten Begriffe, Theorien und Probleme auch in der heutigen Diskussion noch gegenwärtig und lebendig, und in welcher Gestalt treten sie auf?
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Seitenzahl: 2163
Veröffentlichungsjahr: 2013
Anton Hügli • Poul Lübcke
Personen und Begriffe der abendländischen Philosophie von der Antike bis zur Gegenwart
Dieses Lexikon informiert über mehr als 1500 Personen und Begriffe der abendländischen Philosophie – von der Antike bis zur Gegenwart. Als Handbuch und Nachschlagewerk richtet es sich vor allem an den philosophisch interessierten Leser, der wissen will: Wie weit sind die in der Geschichte der Philosophie entwickelten Begriffe, Theorien und Probleme auch in der heutigen Diskussion noch gegenwärtig und lebendig, und in welcher Gestalt treten sie auf?
Anton Hügli, geb. 1939, Dr. phil. habil., Studium in Basel und Kopenhagen,Forschungsaufenthalt in Oxford, lehrte an den Universitäten Münster i.W., Bielefeld und Basel. Emeritierter Professor für Philosophie und Pädagogik an der Universität Basel.
Poul Lübcke, geb. 1951, Studium in Kopenhagen, Freiburg, Heidelberg und Leuven, lehrte Philosophie an den Universitäten Roskilde und Aarhus. Seit 1978 Professor für Philosophie an der Universität Kopenhagen.
Erweiterte und vollständig revidierte Ausgabe
Veröffentlicht im Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg, April 2013
Copyright © 1991 by Rowohlt Verlag GmbH, Reinbek bei Hamburg
Politikens filosofi leksikon Copyright © 1983 by Politikens Forlag, Kopenhagen
Alle deutschen Rechte vorbehalten
Umschlaggestaltung any.way, Walter Hellmann
ISBN 978-3-644-49061-1
Schrift Droid Serif Copyright © 2007 by Google Corporation
Schrift Open Sans Copyright © by Steve Matteson, Ascender Corp
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Allgemeine Literaturhinweise zum Studium der Philosophie
Das Philosophielexikon ist ein Nachschlagewerk und ein Handbuch, das sich nicht allein an Fachphilosophen richtet, sondern auch an einen größeren Kreis von philosophisch Interessierten.
Ein Lexikon kann die Lektüre philosophischer Texte nicht ersetzen. Aber es kann eine Hilfe sein für alle, die eine erste Übersicht über die verwirrende Vielfalt an Meinungen und Positionen zu gewinnen oder, darüber hinaus, den Anschluss an die gegenwärtige philosophische Fachdiskussion zu finden suchen. Aufgeschlüsselt nach Begriffen und Personen werden in kurzen und längeren Artikeln die Probleme und Denkwege der abendländischen Philosophie in historischer und systematischer Perspektive skizziert. Ausgangspunkt ist die heutige philosophische Diskussion. Dieser Bezugspunkt hat zur Folge, dass einzelne Strecken der Philosophiegeschichte einen verhältnismäßig bescheidenen Platz einnehmen. Eine weitere Einschränkung ergibt sich aus unserem Philosophieverständnis: Philosophie als argumentative Tätigkeit, die darauf abzielt, mit Gründen und Gegengründen sich selbst und anderen Rechenschaft zu geben über die fundamentalen Voraussetzungen unseres Denkens, unseres Weltverständnisses und unseres Tuns. Denker, die zur Verwirklichung dieses Programms beigetragen haben oder es skeptisch von innen her in Frage zu stellen versuchten, haben mehr Gewicht bekommen als Autoren, die ihre Philosophie in der Form von literarischen oder mythischen Visionen, fachwissenschaftlichen Systemen, geschlossenen Weltanschauungen oder Heilslehren zum Ausdruck gebracht haben.
Im Übrigen aber ist dieses Lexikon das Produkt von Brückenschlag und Vermittlung in höherer Potenz. Ursprünglich sollte es einem dänischen und darüber hinaus skandinavischen Publikum nahebringen, was die zeitgenössische Philosophie insbesondere des deutschen, romanischen und englischen Sprachraums bewegt. Die deutschsprachige Bearbeitung des aus diesem Bemühen entstandenen Lexikons war der Versuch, die skandinavische Perspektive in den Horizont des deutschen Sprachraums zurückzuholen. Die Vermittlung einer Vermittlung gleichsam. Dieser Vorgang wiederholt sich nun: Die von Poul Lübcke 2010 abgeschlossene Ausgabe des dänischen Lexikons erfolgte nicht ohne Seitenblick auf die deutschsprachige Fassung, und die nunmehr vorliegende stark erweiterte und überarbeitete deutschsprachige Ausgabe ist wiederum Poul Lübckes neuem dänischen Lexikon verpflichtet.
Als Einzelpersonen hätten wir Herausgeber dies gar nicht leisten können, das Lexikon ist ein groß angelegtes Teamwerk. Um nicht nur über die Sprachgrenzen, sondern auch über die verschiedenen Richtungen und Strömungen der Philosophie hinweg Brücken schlagen zu können, wurde schon die erste dänische Autorengruppe so zusammengesetzt, dass in ihr möglichst alle führenden Richtungen der modernen Philosophie vertreten waren. Durch die deutschsprachigen Autoren der ersten deutschen Ausgabe kamen weitere Perspektiven dazu.
Die Pluralität der Gesichtspunkte wird natürlich am greifbarsten in den Begriffsartikeln, die jeweils die unterschiedlichen Bedeutungen entfalten, die der entsprechende Begriff innerhalb der verschiedenen Traditionen angenommen hat. Im Allgemeinen haben wir es vorgezogen, die Stichwörter systematisch zu behandeln. Auch systematische Überlegungen lassen sich jedoch häufig nur verstehen, wenn man die Denkwege kennt, die zu ihnen geführt haben. Aus diesen Gründen wird die systematische Darstellung immer wieder durch historische Erläuterungen unterstützt. Aber auch dort, wo die historische Perspektive eingenommen wird, geschieht dies nicht in der Absicht zu erklären, warum sich die Philosophie gerade so und nicht anders entwickelt hat. Zum einen würde dies den Rahmen dieses Lexikons sprengen, zum anderen haben wir gewisse Zweifel an der Möglichkeit solcher geschichtlichen Erklärungen.
Eines war uns besonders wichtig: Es sollten nicht nur die Voraussetzungen geschaffen werden für eine Verständigung über die verschiedenen Positionen der Philosophie hinweg, vielmehr haben sich die Autoren diesem Prozess der gegenseitigen Verständigung selber unterworfen. Sie haben ihre Manuskripte gegengelesen, kommentiert und korrigiert. Die beiden Herausgeber haben sich zudem die Freiheit genommen, am Schluss noch einmal korrigierend oder ergänzend einzugreifen, ohne jedoch bestehende Differenzen harmonisieren zu wollen. Die einzelnen Einträge im Philosophielexikon sind aufgrund dieses Vorgehens zu Gemeinschaftsprodukten geworden, deren individuelle Anteile sich oft nicht mehr ausmachen lassen. Sie sind aus diesem Grunde auch nicht signiert.
Eine von Grund auf neue Ausgabe drängte sich, nach rund zwei Jahrzehnten, aus verschiedensten Gründen auf: Die philosophische Diskussion ist weitergegangen, zahllose neue Publikationen sind erschienen, neue Namen, Themen und Positionen tauchten auf, andere gewannen oder verloren an Bedeutung. Die philosophiegeschichtliche Forschung hat Korrekturen an überkommenen Bildern angebracht und neue Akzente gesetzt. Revisionen und Präzisierungen waren aber auch aus internen Gründen angesagt: dort, wo die Mängel und Schwächen bisheriger Artikel nach Abhilfe verlangten. Die neue dänische Ausgabe wuchs im Zuge ihrer Neubearbeitung zu einem beinahe enzyklopädischen Handbuch aus. Sie ist um mehr als die Hälfte angewachsen. Die deutsche Adaption versuchte Gegensteuer zu geben, sie ist zurückhaltender in der Revision, die neu hinzugekommenen dänischen Artikel wurden selten tel quel übernommen, sondern zumeist gekürzt, umgeschrieben oder durch eigene ersetzt. Auf Artikel über Autoren der jüngst nachrückenden Generation, die man sich heute leicht im Internet beschaffen kann, wurde weitgehend verzichtet. Sie tauchen hier in ihren Beiträgen zu Sachthemen auf. Dem deutschsprachigen Herausgeber war bei der vorliegenden Neuausgabe die Hilfe von Said Bafandi unentbehrlich – im kritischen Mitdenken, bei der Literaturbeschaffung und der Endredaktion. Ihm sei an dieser Stelle herzlich gedankt. Ein besonderer Dank geht auch an Barbara Sabel für ihre zahlreichen ersten Übersetzungen aus dem Dänischen und an die Freiwillige Akademische Gesellschaft Basel für die finanzielle Unterstützung der Übersetzungsarbeit. Zu Dank verpflichtet sind wir nicht zuletzt gegenüber der Leitung des Rowohlt Verlags für die große Geduld, die sie bewiesen hat angesichts mehrerer Terminverschiebungen.
Basel 2012 Anton Hügli
Das Philosophielexikon ist so aufgebaut, dass es in verschiedenen Zusammenhängen und auf verschiedene Weise benutzt werden kann. Fachlich schwierigere Artikel stehen neben einführenden Übersichten. Die lexikalische Form ermöglicht es dem Leser, die für ihn einschlägigen Artikel aufzusuchen, ohne sich durch das Geflecht der Verweisartikel lesen zu müssen.
Um den fachphilosophisch weniger vorgebildeten Benutzerinnen und Benutzern den Zugang zu erleichtern, enthält das Werk eine Reihe von kleineren und größeren Basisartikeln. Diese verweisen auf ergänzende Artikel, können aber auch unabhängig von allem gelesen werden. Alle anderen kleinen und mittelgroßen Begriffs- oder Personenartikel sind auf der Grundlage dieser Basisartikel ausgearbeitet worden. Um Querverweise zu ermöglichen, sind Wörter, die auf andere Artikel verweisen, mit einem Stern* versehen worden. Diese Sterne haben zwei Aufgaben: (1) auf Artikel zu verweisen, in denen der betreffende Ausdruck eingehender behandelt wird, und (2) bei alltagssprachlichen Ausdrücken wie ‹Erklärung›, ‹Verstehen›, ‹Sinn› oder ‹Ursache› die Aufmerksamkeit darauf zu lenken, dass der Ausdruck in einer technischen Bedeutung gebraucht wird, die in einem anderen Artikel erklärt wird. Um einen Überfluss an Sternen zu vermeiden, sind diese bei Namen von Personen mit eigenem Eintrag und bei gängigen philosophischen Begriffen (etwa ‹Erkenntnistheorie›, ‹Ethik›, ‹Philosophie› und ‹Metaphysik›) grundsätzlich weggelassen worden; auf diese wird bisweilen verwiesen durch «s.» oder «vgl.» am Schluss eines Absatzes bzw. Artikels. Da es jeweils vom Kontext abhängt, was als «gängiger Ausdruck» anzusehen ist, kann das gleiche Wort in dem einen Artikel einen Stern haben und im anderen nicht, je nach Inhalt und Anspruchsniveau des Artikels.
Gewöhnlich wird nicht zwischen der substantivischen, adjektivischen oder adverbialen Form der Stichwörter unterschieden. Zum Beispiel verweisen sowohl «Solipsismus*» als auch «Solipsist*» oder «solipsistisch*» auf den Artikel «Solipsismus». In gewissen Fällen werden verschiedene Artikel zu einem zusammengezogen, so «analytisch/synthetisch» oder «Platonismus/Neuplatonismus». In solchen Fällen gibt das eine Stichwort – in unserem Beispiel «synthetisch» oder «Neuplatonismus» – nur eine erste Information, während die ausführlichere Darstellung unter dem Sammelartikel zu finden ist, auf den verwiesen wird. Bei zusammengesetzten Ausdrücken ist der Stern unmittelbar nach dem Buchstaben bzw. dem Wort angebracht, das als Artikelstichwort fungiert, zum Beispiel «a* priori» oder «Ding an* sich».
Größere Artikel werden um Hinweise auf Ausgaben (Ausg.) und Literatur (Lit.) ergänzt. Diese Hinweise erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern sollen eine erste Orientierung über ein Thema oder einen Autor ermöglichen. Ist ein Werk bereits im Text erwähnt, wird es in der Regel nicht mehr in das abschließende Ausg.- und Lit.-Verzeichnis aufgenommen. In den Artikeln sind Buchtitel kursiv gesetzt.
Bezüglich Geburts- und Todesjahr sind wir in Zweifelsfällen den neuesten internationalen Lexika gefolgt. Was die antiken Philosophen betrifft, haben wir den Kleinen Pauly (Ausg. von 1979) zugrunde gelegt, wobei an einzelnen Stellen eine Vereinfachung vorgenommen wurde. So gibt der Kleine Pauly an, dass Anaximander von etwa 610/09 bis etwa 547/46 gelebt hat, weil die antike Datierung offenlässt, ob er im Frühling oder im Herbst geboren wurde, und deshalb eine genaue Vergleichung mit unserem Kalender unmöglich ist. Da zudem die Datierung von vornherein mit Unsicherheit behaftet ist, haben wir die Information vereinfacht so wiedergegeben: 610–um 546 v. Chr. Wenn es sich um Philosophen aus dem 20. und 21. Jahrhundert handelt, haben wir in den Fällen, in denen keine lexikalischen Auskünfte vorliegen, entweder direkt an den betreffenden Philosophen geschrieben, nach seinem Nekrolog gesucht oder uns an die verlagsöffentlichen Informationen gehalten.
Die Artikel verwenden durchgehend eine Reihe von Abkürzungen, z.B. «Philos.» für «Philosoph(en)» und «Philosophie(n)». Innerhalb eines Artikels wird dessen Stichwort abgekürzt, z.B. «A.» für «Aristoteles» oder für «Argument». Endungen, die einen bestimmten grammatikalischen Fall oder den Plural angeben (z.B. «Arguments» oder «Argumente»), werden den Abkürzungen nicht hinzugefügt; sie gehen aus dem Zusammenhang hervor. Weitere Abkürzungen (wie «Prof.» für Professor oder «dt.» für deutsch) folgen den gängigen Regeln. Doppelte Anführungszeichen («…») werden benutzt, wo es sich um Zitate oder unselbständige Publikationen handelt; einfache Anführungen (‹…›) markieren in der Regel terminologisch verwendete Ausdrücke.
Said Bafandi, Paul Burger, Ariane Bürgin, Ulrich Dierse, Günther Figal, Wilfried Greve, Anton Hügli, Daniel Kipfer, Carl Henrik Koch, Arnold Künzli (†), Poul Lübcke, Christian Müller, Søren Gosvig Olesen, Oliver R. Scholz, Hans Bernhard Schmid, Daniel Sollberger, Peter Widmer, Jean-Claude Wolf
Wilfried Greve, Eberhard Harbsmeier, Anton Hügli, Barbara Sabel, Ulli Zeitler
Stig Alstrup (†), Vagn Andersen, Lars Grassme Binderup, Jens Christian Bjerring, Leo Catana, Finn Collin, Jørgen Dehs, Adam Diderichsen, Steen Ebbesen, Jan Faye, Dario Gonzales, Arne Grøn, Finn Guldmann, Liselotte Hedegaard, Niels Holtug, Anton Hügli, Jørgen Husted, Mogens Chrom Jacobsen, Per Jepsen, Jesper Kallestrup, Oliver Kauffmann, Carl Henrik Koch, Sterfan Lang, Kasper Lippert-Rasmussen, Poul Lübcke, Kasper Lysemose, Jørgen Mejer (†), Morten Ebbe Juul Nielsen, Nikolai Nottelmann, Lars Østman, Esther Pedersen, Jakob Rendtorff, Ettore Rocca, Jesper Ryberg, Peter Sandøe, Anders Silber, Niels Christian Stefansen, Ole Thyssen, Somogy Varga, Jakob Wolf, Peter Wolsing
