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In einer beschaulichen Kleinstadt in der Schweiz passiert Erstaunliches: Kaum gegründet, mischen Sabine und Chantal mit ihrem Verein “Polifon Pervers” und einer neuen Vision von “Onderhaltig” die Kulturszene auf. Risikofreudig und clever agierend, steigen sie als Theater-Produzentinnen zu nationalen Grössen auf und scharen eine illustre Runde um sich: vom eitlen Regisseur Lüssiän über den versoffenen Ghostwriter Iiv, den Lebemenschen und DJ Milan und die opportunistische Schauspiel-Grösse Schontal bis zu Jule und seinen Hanf-Bauern, die unversehens als Performance-Künstler brillieren. Dem Erfolg ordnet der Verein für Unterhaltung im Laufe der Geschichte alles unter, und so folgen auf erste Unsauberkeiten schon bald alle möglichen Formen des Betrugs. Béla Rothenbühler führt in seinem zweiten Roman die Tradition des Schelmenromans fort - für einmal mit Hochstaplerinnen und auf Luzernerdeutsch. Sein ironisch-satirisches Gedankenspiel über Kultur, Unterhaltung und Geld ist selbst grosse Unterhaltungs-Kunst.
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Veröffentlichungsjahr: 2024
Béla Rothenbühler
Polifon Pervers
edition spoken script 50
1. Auflage, 2024
© Der gesunde Menschenversand, Luzern
Alle Rechte vorbehalten
www.menschenversand.ch
eISBN: 978-3-03853-189-0
Lektorat: Daniel Rothenbühler
Herausgeber: Matthias Burki, Ursina Greuel, Tamaris Mayer, Daniel Rothenbühler
E-Book-Herstellung: Zeilenwert GmbH, Rudolstadt
Autor und Verlag bedanken sich für die Unterstützung bei:
FUKA-Fonds Stadt Luzern, Luzern Plus, Gemeinnützige Gesellschaft der Stadt Luzern, Genossenschaft Buch2000, Bundesamt für Kultur (Verlagsförderung 2021 – 2024)
Für Damiàn (für den Träsch-Talk)
Alle Figuren, Schauplätze, Produktionsvereine und Geschäftspraktiken sind erfunden.
Cover
Impressum
Schpelziit 17 / 18
1. Onderhaltig
2. Veräinsläbe
3. Partizipativi Performenz
4. Unitheater
5. Storitelling
6. Senn, Blödsenn & Wahnsenn
7. Gäischtigi Landschaftspfleg
8. Osserordentlechi GV
9. Sex, Drags & Rockenroll
10. Schpele
11. Ateliee
12. Altersarmuet
13. Mettlers Mänädschment
Schpelziit 18 /19
1. Marx ond Exel
2. Gousträiting
3. Wedererchennigswärt
4. S Kontinuum vom Chönne
5. Skinni Bitsch
6. Schtärnsenger
7. S Problem met de füüf Dramaturge
8. Andergraund
9. Käschwoscher
10. Midas-Stäil
11. Lovstori
12. Schtüürvermiidig & Glöcksschpel
13. Bärgfäscht
Schpelziit 19 / 20
1. Serialisierig
2. Gägewartsdramatik
3. Schlangemönsche
4. Klubkultur
5. Volksverdommig
6. Onschtärblechkäit
7. Guet bes Guet-bes-sehr-guet
8. Prodakt Pleisment
9. Toitoitoi
10. Kulturschurnalesmus
11. Turneeplanig
12. Prozäss
13. Raubkonscht
2020
1. Säbätikel
2. Schontal
3. Häppi End
4. Tru Cräim
5. Verress
6. Krisesetzig
7. Dräiv-Tru-Hoflade
8. Prometöis-Protokoll
9. Gschechte-Gabelige
10. Könschtlerischi Nöiusrechtig
11. Klassiker
12. Kitsch
13. Pionier*inne
Der Autor dankt
Me chönnt iisi säge, das sig alles d Sabin gsi. Wel d Sabin esch jo am Aafang no de Chopf gsi vo Polifon Pervers. Oder allgemäin: D Sabin esch genau sone Mönsch gsi, wome gärn vonem säit, är sig de Chopf vo ergendöppisem. Oder s Hern hender öppisem. Aso wemme de e Fen esch vo so bellige Metaffere.
Aber die het das erfonde: Polifon Pervers. Das Gschäftsmodäll, das Läbensgfüehl. D Sabin het das alles as Allererschti gmacht. As Erschti e ehrem Kaff, aber es het am Aafang mängisch so gwerkt, as hätt die das ganz grondsätzlech erfonde, das Konscht-Produziere. Das Könschtlerinne-Sii. Oder grad d Konscht sälber.
Wobii si dem jo nie so gsäit het: Konscht. D Sabin het emmer gsäit, me söli dem Onderhaltig säge. Wel Onderhaltig: Do verschtöchid alli öppis dronder. Konscht sig komplizierter, het d Sabin gsäit, aso nome scho s Wort sig komplizierter. Das häig e theoretische Rocksack, das Wort. Das sig huere vag, do chönn me nächtelang dröber schtriite, was das öberhaupt bedüüti: Konscht.
Ond so Wörter, wod Filosof*inne scho set es paar tuusig Johr dröber schtriitid, was si äigentlech bedüütid, die sött me am beschte gar ned ersch is Muul näh, het d Sabin gsäit.
Ond Kultur au grad. Velecht sogar no schlemmer, het si gfonde. Wemme dem Kultur sägi, was me macht, häig me näb dene Definizionsproblem au grad no Abgränzigsproblem e alli Rechtige.
Jo, wel Kultur sig jo no schnell mol öppis. Sech ade Fasnacht d Kante gäh ond dönni Kafis i Floss chotze: Das sig jo rächt allgemäin as Kultur anerkennt e ehrem Kaff, het d Sabin gsäit. Volkskultur halt. Oder d Fuessballfens, die sägid dem jo au Kultur, wosi möchid: Fenkultur. Ond wenn die Pfiifene, het d Sabin gsäit, as Kultur-Schaffendi, wenn au em wiitischte Senn, anerkennt wärdid, de chönn me sech jo ned au so bezäichne. Ond vode Nazis fieng si nedemol aa, het d Sabin gsäit. Die häigid das Konzept jo mettlerwiile au för sech entdeckt: Kultur. Öberall Abgränzigsproblem.
Ond drom sägi me dem allem ebe am beschte Onderhaltig, het d Sabin gfonde.
Ond drom het d Schanti dem au emmer Onderhaltig gsäit. Dem allem, wosi zäme onderem Leibel Polifon Pervers gmacht hend.
Aber jo: Die het das alles erfonde, d Sabin. Das esch ergendwenn em Sommer ’17 gsi. Sii ond d Schanti hend Sommerferie gha, aber ke Gäld, zom ergendöppis machen os dene Ferie. Wahrschiinlech chli glängwiilt. Oder äifach sösch chli enere Fendigs-Fase.
Ond das esch ned bös gmäint, das met de Fendigs-Fase. Aber de säit me halt so Sache, wi si d Sabin gsäit het.
Ergendöppis mösme jo mache, het d Sabin gsäit. Ergendöppis mösme mache, sösch gieng me kabott. Ond wenn me scho öppis miech, de chönn mes au grad guet mache, oder, wenn möglech, sogar huere guet. Wenn me scho ergendöppis miech, de chönn me au grad nach de Schtärne griife, het d Sabin gfonde.
Jo, die het denn emmer sone proteschtantische Väib verbräitet, sones streinsches proteschtantischs Arbets-Ethos. Debii esch si glaub nedemol Proteschtantin gsi. Oder wenn, denn nome häimlech. Ond be so Lüüt, be so Arbets-Apologetinne wie de Sabin, be so Max-Weber-Jöngerinne, esches jo au noelegend, dass si ned vo Konscht wennd rede, sondern lieber vo öppisem, wo chli nach Arbet tönt: Onderhaltig.
Wenn scho mol osem Bett ufgschtande besch, de chasch au grad d Wält erobere, het d Sabin zode Schanti gsäit.
Ond zwar het si das alles grad em schtrategisch beschte Momänt gsäit. Wel die bede hend jo e dem Sommer fasch öberhaupt nüt gmacht. Mäischtens ofere Wisen am See gläge. Secher set sebe Johr gueti Fröndinne, ergendwo chorz vorem Master ond chorz vor de erschte Feschtaaschtellig. Die erschte Kolleg*inne hend scho afo I-Bäiks chaufen ond Chenderwäge, ond d Schanti ond d Sabin hend Wiisswii os Plastikbächer tronken am See. Vell weniger chame fasch ned mache.
Ond drom het d Sabin ebe wiitermonologisiert: Wenn scho öppis mache, denn doch grad öppis, wo chli en Impäkt het ond chli Gäld inebrengt ond idealerwiis au no öppis, wome met schpannende Lüüt zämechonnt ond bede Arbet ab ond zue es Glas Wiisswii cha trenke. Öppis, wome sini äigeti Scheffin esch – oder no besser öppis, wos gar ke Scheff*inne get.
Ond d Schanti het gsäit: oder mendischtens ke Scheffe.
Wel au wenn primär d Sabin gredt het, send si sech scho zemlech äinig gsi. Ond semmer ehrlech: Das het scho guet tönt. Ned nome die Sach metem Chole. D Schanti hätt das alles wahrschiinlech ned ganz so proteschtantisch formuliert, aber em Grossen ond Ganze hend die das scho bedi so gseh.
Ond wi das amigs so lauft e söttigne Momänt, bem Wiisswii ond ede Öiforii, send si sech ergendwenn nach de zwöite Fläschen ede Arme gläge ond hend Jo gsäit: Jo zom öppis mache, Jo zom Aafo metem Läbe, Jo zom Chole, Jo zo allem.
Ond öppen e Woche schpöter het d Sabin d Schanti zonere Veräinsgröndig iiglade. Sii, d Miri ond de Chregu. D Miri hend die bede au ergendwie vode Uni här kennt gha ond de Chregu osem Usgang. Dä sig jo am Aafang primär wäg de Kwote debii gsi, het d Sabin schpöter mol gsäit, wel wemmen e räin wiibleche Veräin sig, de wärdi me vo gwössne Siite här emmer noni ärnschtgno. Ond das lüüchtet jo läider ii.
Aber em Chregu het das niemer gsäit, das met de Kwote, ond är het sech gfröit, daser het döffe debii sii, ond het gsäit, är wördi de gärn chli förs Veräinsläbe sorge, velecht mol en Usflog oder gmäinsami Aktivitäte, mol e Chuecheverchauf oder so.
Är het das glaub e dem Momänt noni ganz verschtande, das Veräinsläbe, wod Sabin plant het. Aber iisi.
D Sabin het aso alli zo sech id WG iigladen, ehne Wiisswii iigschänkt ond si ganz bedüütigsschwanger omen Ässtesch ome platziert ond gsäit, si bruuchi schnell desnen ehri Helf. Wel men e Veräin ned eläige chönn grönde. Das sig jo au ergendwie gäge d Idee vode Sach. Förne Veräin bruuchis mendischtens zwöi Persone, si häig das rächtlech abklärt. Idealerwiis aber vier, falls mol öpper usfallt.
Si brüüchi aso chorz d Helf voden andere, deför gäbs nach de Gröndig no ne Prosecco, ond velecht ergäb sech os dere Veräinsgröndig de au nos äinten oder andere Dschöbbli för de äint oder die ander vo ehne, wenn si Loscht häigid.
Ond do säit me jo ned Näi. Me helft jo anere guete Fröndin benere Veräinsgröndig, wenn si das bruucht, dasch jo Ehresach. Ond esch jo au kes Riise-Deng.
D Schanti zom Biischpel esch jo scho e diverse Veräin gsi: Früecher Schportveräin, schpöter denn Tierschotz ond so, ond de hets jo zom Biischpel e ehrem Kaff au mol en illegali Bar ggä, wome het mössen eme Veräin biiträte zom inecho. Dä Veräin het secher tuusig zahlendi Metgleder gha.
Wasi wott säge: Die hend aso alli chli Erfahrig met Veräine gha, Schanti, Miri ond Chregu. Ond drom hends s Gfüehl gha: E Veräinsmetgledschaft, das sig jo nüt Grosses, das sig jo öppe so verbendlech wie ne Tröie-Pass oder sone Kafi-Schtämpfelcharte, wo s zähte Kafi gratis öberchonnsch. Hends s Gfüehl gha.
Aber d Sabin het das natürlech chli andersch gseh. Velecht ebe chli proteschtantischer.
Wod Miri de gfrogt het, was de Veräinszwäck sig vo dem Veräin, het d Sabin nome gsäit: Onderhaltig. Do mösme ned gross omenäiere bem Veräinszwäck ond grossi Wort mache. Onderhaltig längi völlig as Veräinszwäck ond so wärdi me schpöter au ned vom Veräins-Zwäck ede Veräins-Aktivitäten iigschränkt, wemme dä schön bräit bhaltet.
Onderhaltig esch wechtig, het de Chregu gsäit. Ond d Miri het grad wiitergfrogt, wie de dä Veräin söll häisse.
Polifon Pervers, het d Sabin gsäit. Si häig es Ziitli gha för dä Name. Aber är sig perfekt för das, wosi vorhäig. Ond die andere hend alli käi Ahnig gha, was d Sabin vorgha het, aber hend gliich gneckt ond gfonde: Mol, das passi ganz guet, Polifon Pervers, das sig ergendwie subversiv ond zwöidüütig, ond das häig e guete Saund, ond de Chregu het dä Veräinsnamen es paar Mol luut usgschproche: Polifon Pervers, Polifon Pervers, ond Fröid gha ade Alliterazion ond d Schanti gfrogt, wie das nomol häissi, wenn Wörter gliich aafönd, ond si het gsäit: Alliterazion.
Ond denn hends scho d Gröndigsschtatuten onderschrebe ond aagschtosse, de Veräinsbiitrag förs erschte Johr schön tüüf aagsetzt, denn de Vorschtand gwählt ond aagschtossen. Ond d Schanti esch zode Presidäntin vo Polifon Pervers gwählt worde, au wenn si chli proteschtiert het. Aber d Sabin het gsäit, sii gsäch sech sälber meh em operative Beräich ond d Miri, wo grad chli öppis am omechretzle gsi esch, sig jo scho kwasi am Protokollieren, ond drom äigentlech die perfekti Aktuarin. Bliibi äigentlech fasch nomeno d Schanti as Presidäntin. Ond die andere hend äischtemmig aagno ond de hends aagschtosse.
So schnell got das mängisch: Plötzlech eschme Presidäntin vomene Veräin för Onderhaltig, wo Polifon Pervers häisst. Si hend de no e Fläschen ufgmacht ond chli Hasch zom Chochifenschter use graucht. De Chregu het super Züüg debii gha, wel dä het emmer super Züüg debii gha, sälber aabbaut.
S esch aso rächt e schönen Obig worde. Ergendwenn het d Schanti d Sabin de gfrogt, was si denn jetz vo ehren erwarti. Wel Veräins-Metgled, das het si scho chönne, aber Presidäntin vomene Veräin för Onderhaltig, das sig jo de onder Omschtänd nomol chli öppis anders, het si gfonde, ond si häig jo öberhaupt ke Erfahrig met Onderhaltig, het d Schanti gsäit. Ond drom sig si äigentlech zemlech onderkwalifiziert.
Aber d Sabin so: Log. Mer hend jetz de glii sebe Johr Anglestik schtudiert ond du dezue no Germanestik. De söttemer äigentlech dorchtränkt sii met Onderhaltig. Nach sebe facking Johr Literaturwösseschaft sött me doch langsam wösse, wi das fonkzioniert: Onderhaltig.
Ond was wott me do säge.
Ob si de öppis met Literatur well mache met ehrem Veräin, het d Schanti gfrogt. Aber d Sabin het gsäit: Primär well si mol Onderhaltig mache, me mös jo ned scho am erschten Obig so id Detäis go. Das chäm de scho no.
Natürlech e wechtige Momänt, die Veräinsgröndig. Scho chli e Wändeponkt em Läbe vode Betäiligte.
Wobii, wenis mer rechtig öberlegge, hets glaub vorhär fasch no e wechtigere Momänt ggä as die Veräinsgröndig. Wahrschiinlech het die Sach met Polifon Pervers äigentlech scho chli früecher aagfange. Ond zwar metere partizipative Performenz.
Jo, wel d Sabin ond d Schanti send e dem Sommer ’17 mol zämen is Konschtmuseom. Das esch no vor dem Tag of de Wise ond vor dere Veräinsgröndig gsi.
Das hend die denn no ab ond zue gmacht: Konschtmuseom. Dasch jo am Schloss au äifach Onderhaltig, sones Konschtmuseom. Ond das hend si bedi no guet gfonde, vor allem, wenns vorhär no äine graucht gha hend, ond wel me metem Räiffise-Bankchärtli eh gratis inecho esch e das Museom.
Chönnt men aso äigentlech au grad alles ade Räiffise-Bank id Schueh schiebe, merki grad. Me chönnt äigentlech au äifach säge, dass d Räiffisen ond deren ehres schmörzelige kulturellen Ongaschmon Schold esch a Polifon Pervers. Aso wemmes mol wörklech ursächlech aaluegt.
Aber schäissegal: S Konschtmuseom e ehrem Kaff het ede Sommermönet jo emmer so chli avongardestischi Aawandlige gha. De hets die ganze Sammligsschtöck ond die ganzen alte Mäischter, wo sösch so omeghanget send, i Chäller packt ond chli wältoffe to: chli jong, chli wiiblech, gärn au mol öppis met Piipel of Coler ond so.
Ond dasch ned nome domm gsi, wel die ganzen alte Seck ond Schuelklassen osem Henderland, wo s Johr dören amigs em Konschtmuseom omeghanget send, die send jo alli ede Ferie gsi: am Schtrand oder amenen Ort, wos chlin es grössers Konschtmuseom met no vell meh alte Mäischter gha het. Het aso s Konschtmuseom vo do ned mössen Angscht ha, dases s Schtammpublikom vergrault ond gliichziitig chli öppis förs Imitsch chönne mache: es moderns Museom emene wältoffene Kaff. Ond velecht hend sech jo wörklech au amigs es paar Amis oder vererrti Bäckpäcker*inne i das Museom vererrt ond dene das progressiven Imitsch total abgno.
Aber a dem Tag e dem Sommer het s Museom no äine drufgsetzt met de Wältoffehäit ond de Avongarde: eben e partizipativi Performenz.
Jo, ond ned, dass ech jetz e Kulturpraxis, wos set de Sebezger get, as mega progressiv wott äneschtelle. Aber e dem Kaff hend die kulturelle Möhlene halt mängisch chli langsamer gmahle.
Me het si äigentlech scho vo Wiitem gseh: E Frau öppen em Alter vo Schanti ond Sabin het drüü grossi schwarzi Balön of de Schternen ond of de Händ balonsiert ond es esch so bemüeht entschpannende Saund os ehrem Ruum dörs Museom gschwappt.
Do lüütid jo äigentlech d Alarmglogge.
Aber me mos zode Vertäidigong vo Schanti ond Sabin jo säge, dass si ehri Alarmsischtem so Hasch-bedengt chli abegfahre gha hend, ond mes dere Performenz vo Wiitem ned aagseh het, dass die partizipativ gsi esch. Osem äifache Grond, dass ned huere vell Lüüt em Museom gsi send ond gar niemer em Ruum vo dere Performenz. Ond drom sends halt mol go luege.
Dasch natürlech e Fähler gsi. Wel em nöchschte Momänt het d Sabin au e Balon of de Schterne balonsiert ond d Schanti het grad zwöi id Händ ddröckt öbercho, alles wortlos, ond die Performerin het nöii Balön vo ergendwohär gholt ond desne chli vorbalonsiert ond si debii emmer so erwartigsvoll aagluegt ond rechtig selig glächlet, dass die andere metgmacht hend ond onder dene Schäissbalön omegschtolperet send.
Wel dasch koordinativ ned s Äifachschte vode Wält, of Hasch so Balön balonsiere, vor allem, wenns so öberraschend chonnt ond me gliichziitig hueren aagschträngt am Nochedänke esch, wie me os dere Schäiss-Situazion weder usechonnt.
Hesch jo es rächts Höflechkäitsproblem, wenn e sonere Situazion besch: Chasch jo ned äifach uselaufe. För das het die Performerin au vell z häppi usgseh, ond de chömid der jo rächt schnell d Gedanke, dass si wahrschiinlech ned allzo vell Partizipant*inne het för ehri Schäiss-Performenz metten em Sommer, ond de dänksch natürlech: Wahrschiinlech het si allgemäin ned so vell Kolleg*inne, das merkt me nome scho dra, dass die so selig lächlet, wenn mol öpper chonnt, ond drom wärs fasch grausam, jetz abzhaue.
Ond de chonnt me iisi ene Felm ine.
Aber ergendwenn denn, nach füüf Minuten oder füüf Schtond oder so, esch denn di nöchschti Bsuecher*innegroppe i Ruum cho ond die Performerin esch e Momänt lang abglänkt gsi ond d Sabin grad no gäischtesgägewärtig gnueg, zom d Schanti am Arm z riisse ond si em Laufschrett os dem huere Museom use z zieh.
Wos de dosse aacho send, hends riisigi Pupelle gha ond rächt schwär gschnuufet. Ond denn sends so schnell wi möglech wäg vo dem Lade, ergendwo es Glas Wii go trenke.
Jo, so röckbleckend esch das wahrschiinlech de Aafang vo allem gsi, dä Tag. Ond nedemol d Performenz sälber. Sondern, dass d Sabin bem Wiisswii usegfonde het, was das Arsch met de Balön alles scho för Priisen ond Förderigen abgruumt het ond was do jewiils för Gäldbeträg debii gsi send. Ond dasch jetz ade Sabin ehri Wortwahl, ned mini: das Arsch met de Balön. Drom esch glaub eher das de Wändeponkt em Läbe vo dene bedne gsi. Die partizipativi Performenz.
Aber mer send jo äigentlech bede Veräinsgröndig gsi. Ede Woche druuf het s Semeschter scho weder aagfange, fertig Ferie, ämo förd Schanti, wo no es paar letschti Seminar het mösse machen ond velecht au langsam met de Masterarbet hätt söllen aafo. Wel d Sabin het met ehrere scho vor de Ferie aagfange gha. Aber de erschti Termin vom akademische Johr esch, wi scho ede Johr vorhär, e Setzig metem Lüssiän gsi.
De Lüssiän esch de Reschissör vom Unitheater gsi ond dä het de Schanti gschrebe: Är hoffi, si sig das Johr au weder debii, ond es sig höchschti Ziit, die nöi Schpelziit z plane. Wel de Lüssiän het set es paar Johr am Semeschter nomeno Schpelziit gsäit ond glaub sösch au ned soo vell gmacht ade Uni, osser eben amigs die Unitheater-Inszenierig Ändi Johr. Ech ha ehrlech gsäit au ke Ahnig, was dä äigentlech schtudiert het, de Lüssiän.
D Schanti ond är hend denn em Turnösol abgmacht, wel de Lüssiän het jo em gliiche Kaff gwohnt. Ond förnen Unitheater-Vorbeschprächig mosch jo ned ad Uni, mosch jo ned e Schtond pändle. Drom esch s Turnösol äigentlech die äinzig rechtigi Wahl gsi.
Ond ech wäiss ned, ob dä Lade kennsch. S Turnösol esch sones Kulturzentrom, früecher hätt me wahrschiinlech no gsäit: es alternativs Kulturzentrom. Oder öppis met Subkultur. Aber d Lüüt em Turnösol send chli vo dene Begreff wägcho ond hend dem fräii Kultur gsäit, wosi so gmacht hend. Alternativ- ond Sub-, dasch dene z schpiessig gsi, dene huere Hippis. Die Begreff wördid s Turnösol em Vergliich zom Konschtmusom ond zom Konzärthuus z chlii mache, hend si gsäit, ond drom sends lieber fräi schtatt alternativ gsi.
Wel Konscht ond Konzärt hets au ggä em Turnösol, s grosse Züüg ede grosse Hallen ond s chliinen em Chäller. Ond am Wochenändi Partis, am Sonntig mängisch Poetri Släm ond ede Bäiz hend emmer ergendwelchi lokali Konschtschaffendi ehri Belder ond Inschtalazionen usgschtellt. Ond alles andere, wome vo somene Laden erwartet, hets au ggä: lokali Limos ond es vegans Mettagsmenü, es Büechertuusch-Regal, e kwiire Schtammtesch, Gartekonzärt em Sommer, e Kowörking Speis, es Oupen Mäik, e lengge Läsechräis ond Felm-Öbige, wo vor allem italiänischi Neorealescht*inne zäigt worde send, ond ab ond zue es Theater. Es ganzes Huus voll Onderhaltig.
Aber me het au äifach chönnen es Bier go trenken oder e Bio-Wii ond chli das subkulturelle Sommen em Hendergrond gniesse. Wel dasch jo emmer no die Form vo Alternativkultur, oder minetwäge fräier Kultur, wo am meinstriimfähigschten esch: die, wo em Hendergrond vonere guete Bäiz passiert. Ond das hend de Lüssiän ond d Schanti a dem Obig gmacht.
De Lüssiän het das Johr em Unitheater wellen en Ibsen mache. Das häig är emmer scho mol welle, de Ibsen sig äine vo sinen absolute Lieblingen, ond är häig sech das bes jetz nie zuetraut, aber langsam sig d Ziit do, d Ziit, sech au mol sine Helde z schtelle, het de Lüssiän gsäit, ond är dänki zom Biischpel a Geschpenster vom Ibsen. Ond d Schanti het gsäit: Momol, das sig es tipptopps Schtöck.
