Powerspiele für Hütehunde - Karina Mahnke - E-Book

Powerspiele für Hütehunde E-Book

Karina Mahnke

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7,99 €

Beschreibung

Spiel, Spaß & Spannung für Hütehunde - Optimale, rassegerechte Auslastung - Aufdrehen ohne zu überdrehen - Hüten ohne Schafe oder Enten Im großen Hütespiel stecken Spiel, Spaß & Spannung in einem. So kann Ihr Hund seine Hüteveranlagung ausleben und sich dabei so richtig austoben. Erfahren Sie außerdem, wie Sie Ihren Hütehund im Alltag ideal auslasten und gleichzeitig mit ihm für ein unbeschwertes Miteinander trainieren können. Für ein harmonisches Mensch-Hütehund-Gespann!

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Seitenzahl: 149

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Karina Mahnke

Powerspiele für Hütehunde

Border Collie, Australian Shepherd & Co. rassegerecht beschäftigen

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Inhaltsverzeichnis

Leidenschaft HütehundTypisch HütehundArbeiter an der HerdeSpiele, die Hütehunde spielenMenschliche SpielregelnSpiele für Menschen mit HundenSpielzeugdschungelDas große HütespielSpielanleitungSpielzüge trainierenSpielkombinationenSpielzüge für ProfisHütespiele – nicht nur für HütehundeSpaß am TrainingRund ums LernenClickertraining – tolle Übungen für HütehundeArbeitsbeschaffungsmaßnahmen für HütehundeHütehunde richtig auslastenUnterwegs mit einem WorkaholicHütehunde wollen arbeitenHütehunde wollen hütenHüteverhalten in Bahnen lenkenHundebegegnungenHütehunde zu HauseServiceZum WeiterlesenInternetlinksLiteraturquellenBildquellenÜber die Autorin
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Leidenschaft Hütehund

Wenn Sie für Ihren Hütehund Beschäftigung suchen, bei der er nicht einmal Schafe vermisst, dann sind Sie hier genau richtig. Denn hier finden Sie Arbeitsmöglichkeiten für Ihren vierbeinigen Begleiter, die Sie einfach im Alltag umsetzen können. Sie benötigen kein spezielles Zubehör und müssen und dafür auch nicht extra auf Hundeplätze fahren. Alles was Sie brauchen, bietet sich auf jedem Spaziergang. Und ganz nebenbei kann Ihr Hund dabei sogar Dinge lernen, die sich im Alltag als äußerst nützlich erweisen.

Schauen Sie einfach, welche Themen Sie ansprechen. Sie brauchen nicht das ganze Buch von vorne nach hinten durchzuarbeiten: Wenn Sie ein Kapitel entdecken, das Sie interessiert, dann lesen Sie es einfach – und setzen Sie die Übungen um, die Ihnen und Ihrem Vierbeiner Freude bereiten. In diesem Sinne: Viel Spaß – Ihnen und Ihrem Hund!

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Typisch Hütehund

Arbeiter an der Herde

Um Hütehunde zu verstehen, muss man sich ansehen, wo deren ursprünglicher Einsatzbereich liegt. Denn Hütehunde sind Spezialisten mit ganz besonderen Eigenschaften: Sie müssen nicht nur wendig und reaktionsfähig sein, sondern auch bestimmte Voraussetzungen im Beuteverhalten aufweisen.

Mit Behüten hat Hüten nämlich nichts zu tun, sondern ist ein regelrecht übersteigertes Beuteverhalten in bestimmten Jagdsequenzen. So zeigen Hütehunde eine besondere Ausprägung im Orten, Folgen, Fixieren, Anpirschen und Hetzen der Beute. Das Reißen der Beute ist natürlich überhaupt nicht erwünscht und das Packen nur in bestimmten Zusammenhängen und nie mit Verletzungen. Wie deutlich diese einzelnen Jagdsequenzen sind, unterscheidet sich dann noch bei den unterschiedlichen Rassen.

Vielfach werden alle Hunde, die einem Schäfer oder Hirten helfen, grundsätzlich erst einmal logisch Schäfer- oder Hirtenhund genannt. Allerdings gibt es drei große Gruppen von Hunden, die durchaus unterschiedliche Aufgabenbereiche an Herden haben:

Hüte- oder Schäferhunde

Treibhunde

Herdenschutz- oder Hirtenhunde

Leider lässt die Bezeichnung einer Rasse nicht immer einen eindeutigen Rückschluss auf ihr Einsatzgebiet zu. Vielfach ist es notwendig, sich genau mit dem Ursprung einer Rasse zu beschäftigen, um sie zuordnen zu können. Eine besondere Ausnahme im Namen stellt zum Beispiel der Tibet Terrier dar – er ist ursprünglich ein Hütehund.

Hütehunde arbeiten in erster Linie an Schafen, Treibhunde an Rindern. Aber sie alle werden je nach Bedarf und individueller Eignung auch an anderen Tieren eingesetzt.

Hütehunde

Hütehunde helfen dem Schäfer oder Hirten, seine Herde zusammenzuhalten und sie von einem Ort zum anderen zu bringen. Es ist ein sehr traditioneller Job, für den sich in den unterschiedlichen Landschaften und Lebensbedingungen verschiedene Typen von Hunden herausgebildet haben. Trotz aller Unterschiede ist ihnen einiges gemeinsam: Sie alle arbeiten am Rand der Herde um sie herum und sie dürfen keines der Tiere verletzen oder gar reißen. Auf Anweisung des Schäfers hin kann das Zupacken aber dennoch erwünscht sein.

Viele Hütehunde treiben die Herde nicht nur durch ihre Annäherung an, sondern auch durch Bellen. Beim Treiben von Rentieren ist das Bellen besonders wichtig, sodass die skandinavischen Hütehunde in der Regel sehr bellfreudig sind.

Koppelgebrauchshunde

Besondere Spezialisten unter den Hütehunden haben sich durch die Koppelhaltung von Schafen entwickelt. Denn hier wurden Hunde gebraucht, die für spezielle Feinarbeit eingesetzt werden können. Diese Hunde haben eine derart starke Ausprägung im Fixieren und Anpirschen, dass sie Schafe nur durch ihren Blick aus einigem Abstand dirigieren können.

Weiterhin gibt es unter ihnen viele Hunde, die die Schafe auch stellen, also immer dazu tendieren, an die Köpfe der Schafe zu gelangen. Die Hauptvertreter dieser Gruppe sind der Border Collie und der Kelpie.

Hütehunde als Begleithunde

Viele Hütehunde haben Ihren Weg als Begleithund gefunden, worüber bei vielen Hunden die alten Arbeitseigenschaften abgeschwächt wurden. Das bedeutet aber nicht, dass damit automatisch der Hund problemlos als Haushund zurechtkommt, weil natürlich die alten Eigenschaften lange erhalten bleiben oder etwas verändert auftreten können. Holen Sie sich aber in jedem Fall keinen Hund aus einer Leistungslinie. Denn bei diesen Zuchten ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Hund wirkliche Arbeit braucht, sehr groß.

Ein Border Collie bei der Arbeit.

Schäferhunde

Eine weitere Spezialisierung unter den Hütehunden bilden Schäferhunde, die in der Zucht darauf ausgelesen wurden, Schafe besonders gut auf Wegen zu begleiten oder auf Wiesen zu halten. Man nennt sie auch Tending Dogs. Dieser Einsatzbereich wurde notwendig, als man mit zunehmender Industrialisierung in der Wanderschäferei immer mehr Ackergrenzen beachten musste und eine Herde nicht mehr einfach frei grasen lassen konnte.

Viele Schäferhunde behalten eine Herde auch ohne die Aufsicht des Schäfers dauerhaft unter Kontrolle.

Es wurden Hunde gebraucht, die solche Landschaftsgrenzen erkannten und bei Bedarf am Rand der Herde durch Hin- und Herlaufen als lebendiger Zaun fungierten, dies wird als „Furche laufen“ bezeichnet. Bricht eines der Schafe dennoch aus einer solchen Linie aus, soll der Schäferhund das Tier quasi als Abmahnung über den Rücken packen, damit es zur Herde zurückkehrt. Daher hat dieser Typ Schäferhund zusätzlich eine besondere Ausprägung im Packen. Viele besitzen eine deutliche Veranlagung zum Folgen der Beute.

Die großen französischen Schäferhunde, wie der Picard, oder die Altdeutschen Hütehunde gehören beispielsweise diesem Typ an. Von ihnen gehütete Schafherden erkennt man häufig an den geraden Seiten, die Herde kann regelrecht im Rechteck stehen. Bei den übrigen Hütehunden formieren sich die Herden kreisförmig.

Diese Gruppe von Schäferhunden unterscheidet sich also in so vielen Punkten von den übrigen Hütehunden, dass man sie eigentlich genauso gesondert betrachten muss wie die Treibhunde.

Treibhunde

Treibhunde arbeiten von hinten an den Tieren und gehen auch zwischen die Tiere. Sie arbeiten sehr dicht und haben eine starke Veranlagung zum Hetzen. Besonders typisch ist für diese Gruppe Hunde das Packen in die Fesseln, was für das Treiben von Rindern besonders effektiv ist, bei Schafen aber schnell zu Verletzungen an den zarten Beinen führen kann.

Der Australian Cattle Dog ist ein typischer Vertreter der Treibhunde. Aber auch Appenzeller und Entlebucher Sennenhund sind auch heute noch aktive, wendige Treibhunde, die gleichzeitig eine starke Veranlagung zur territorialen Verteidigung haben.

Die Einsatzbereitschaft der kleineren Sennenhundrassen darf man nicht unterschätzen.

Der Australian Sheperd ist in seinem Ursprungsland Amerika viel an Rindern eingesetzt worden, sodass er häufig deutliche Treibhundeigenschaften erkennen lässt: Viele Aussies zeigen das Packen in die Fesseln.

Herdenschutzhunde

In abgelegenen Gegenden wurden Hunde gebraucht, die die Herde auch in Abwesenheit des Schäfers sowohl vor Raubtieren als auch vor Dieben beschützten. Herdenschutzhunde sind große kräftige Hunde, die einen ausgeprägten Sinn zur territorialen Verteidigung haben.

Zur Bindung an die Schafe werden sie unter den Schafen großgezogen, sodass sie auf sie sozialisiert werden und dann kein Beuteverhalten gegenüber den Schafen zeigen. Aufgrund ihrer langsamen Verhaltensentwicklung ist das besonders gut möglich. Weiterhin ist ihr Beuteverhalten häufig generell nicht besonders ausgeprägt, obwohl auch Herdenschutzhunde durchaus Beuteverhalten gegenüber Tierarten, auf die sie nicht sozialisiert sind, zeigen können. Bei einigen Hunden, wie zum Beispiel dem Kangal, ist das Beuteverhalten sogar deutlich vorhanden.

Herdenschutzhunde bleiben selbstständig und unabhängig vom Schäfer bei der Herde und erfüllen ihren Job ohne gezieltes Training aufgrund ihrer Veranlagung. Weiterhin gibt es auch Herdenschutzhunde mit gewissen Hüteeigenschaften und Hütehunde mit gewissen Herdenschutzhundeigenschaften.

In jedem Fall sind Herdenschutzhunde sehr eigenständige Hunde, die nur in Hände gehören, die sich mit diesem Typ Hund wirklich auskennen oder natürlich in ihrem ursprünglichen Einsatzbereich. Vielfach arbeitet an der Seite eines Herdenschutzhundes ein Hütehund für Bewegungen der Herde, wie beispielsweise der Pon neben dem Owczarek Podhalanski.

Spiele, die Hütehunde spielen

Durch ihre besonderen Veranlagungen zum Hüten neigen Hütehunde dazu, diese Eigenschaften im Spiel zu zeigen. Sie lieben Beutespiele in jeder Lebenslage. Sie möchten etwas, das sich bewegt oder bewegen könnte, beglotzen, belauern und letztendlich hinterherrennen und zum Stoppen bringen.

Ist mein Mischling ein Hütehund?

Im Spiel verraten manche Mischlinge, welche Veranlagung in ihnen steckt. Wenn Ihr Hund gerne fixiert und anpirscht, ist die Beteiligung eines Hütehundes sehr wahrscheinlich. Treibhunde schnappen im Spiel viel nach den Fesseln, Schäferhunde packen andere Hunde gerne mal über den Rücken.

Spielen!

Spiel macht in erster Linie Spaß, auch ohne Sinn und Verstand. Es verursacht ein unglaublich gutes Gefühl, bei dem alle schlechten Erlebnisse in den Hintergrund treten. Im Spiel werden alle Verhaltensweisen gezeigt, die auch für den Ernst des Lebens gebraucht werden, aber ohne sinnvollen Zusammenhang. Es ist einfach nur lustig. Die Bewegungen werden übertrieben und wirken häufig richtig albern. Am Gesicht sieht man den Hunden den Schalk an, sodass man auch von einem Spielgesicht spricht.

Grundsätzlich macht Spiel aber nicht nur Spaß, sondern schult die Reaktionsfähigkeit, Flexibilität, Umsetzung von Ideen, Körperbeherrschung und natürlich die sozialen Fähigkeiten und die Geschicklichkeit für die Jagd, also bei Hütehunden das Hüten.

Die Voraussetzung zum Spielen ist ein entspanntes Umfeld. Gespielt wird mit Sozialpartnern, zu denen man Vertrauen hat. Hunde, die in ihrer Welpenzeit nicht so gut auf Menschen sozialisiert wurden, können zu speziellen Menschen Vertrauensverhältnisse aufbauen und dennoch nicht die Fähigkeit haben, mit ihnen zu spielen. Haben Sie einen solchen Hund, grämen Sie sich nicht, wenn Ihr Hund höchstens mit einem Spielzeug mit Ihnen spielt. Er hat einfach als Welpe nicht gelernt, wie er mit der fremden Art Mensch spielen könnte.

Tipp

Gemeinsames Spielen stärkt die Bindung und das Vertrauen.

Spielen will gelernt sein

Welpen müssen mit gleichaltrigen Welpen spielen, um sich optimal entwickeln zu können und sich später auf verschiedene Hundetypen einstellen zu können. Auch mit Menschen müssen sie spielen, um diese artfremde Spezies besonders gut kennenzulernen.

Einfach zusammen Spaß haben!

Versucht man, sich für ein Spiel mit seinem Hund zu benehmen wie ein Hund, sieht man den Hunden häufig an, dass man auf sie wirkt, als ob man ein wenig gestört wäre. Manche Hunde sind sogar richtig verunsichert. Mit anderen Hunden kann man wiederum so auf einer Wellenlänge liegen, dass alles klar ist und man einfach Spaß zusammen hat.

Setzen Sie sich also nie unter Druck, dass irgendein bestimmtes Spiel mit Ihrem Hund funktionieren müsste. Spielen Sie einfach das, was entspannt für beide Seiten funktioniert. Denn wenn es irgendeine Regel für Spiel gibt, dann die, dass es entspannt sein soll!

Stress lass nach

Als Ausnahme von der Regel mit dem entspannten Umfeld fürs Spielen, können Hunde Spiel auch aktiv zur Auflockerung angespannter Situationen nutzen. Dies wird von Menschen leider häufig falsch verstanden, solches Verhalten sogar oft als „Veräppeln“ und „Aufmüpfigkeit“ missverstanden. Denn wenn der eigene Hund mit einigem Abstand um einen herumhoppst, während man selbst vor Wut kocht oder einfach nur ungeduldig ist, kommt man sich eindeutig auf den Arm genommen vor. Aber von Seiten des Hundes sieht die Betrachtung ganz anders aus. Dieser reagiert nämlich in diesem Fall auf die schlechte Stimmung seines Besitzers und schwenkt aus seiner Sicht mit seinem Verhalten die Weiße Fahne. Nehmen Sie in einem solchen Fall das sozial kompetente Verhalten Ihres Hundes an. Entspannen Sie sich und dann wird es auch Ihr Hund tun.

Bei Begegnungen unter Hunden werden oft spielerisch anmutende Verhaltensweisen zur Beschwichtigung eingesetzt. Von echtem Spiel kann man dies an einigen Anzeichen unterscheiden. Denn der beschwichtigende Hund sieht sich in der Regel einem stark imponierenden oder gar drohenden Hund gegenüber oder steht kurz davor, sexuell bedrängt zu werden. Daher hat der betroffene Hund eine angespanntere Körperhaltung als im Spiel. An der Mimik lassen sich je nach Situation auch Anzeichen von Angst erkennen, wie aufgerissene Augen, unruhiger Blick und angelegte Ohren. Der Schwanz kann sogar eingezogen gehalten werden.

So eine Situation kann sich sehr verschieden entwickeln. Der imponierende Hund kann die Beschwichtigung annehmen und seiner Wege gehen oder – seltener – kann sich natürlich auch noch ein echtes Spiel entwickeln. Es gibt aber auch Situationen, in denen der imponierende Hund den beschwichtigenden weiter bedrängt. Dann sollten beide Hundebesitzer ihren Weg fortsetzen, sodass der beschwichtigende Hund aus der für ihn bedrängenden Situation herauskommen kann.

Generell nach stressigen Situationen können Hunde in einer spielerischen Rennattacke, einem Buddelanfall oder an einem Spielzeug regelrecht ihren Stress ablassen. Freuen Sie sich über Ihren Hund, wenn er zu den Hunden gehört, die ihr Stressventil im Spiel und in der Bewegung suchen. Es ist eine besonders problemlose und gesunde Methode!

Welpen und junge Hunde bekommen Rennattacken einfach aus überschüssiger Energie heraus. Erzieherisches Eingreifen ist hier nicht nötig. Lassen Sie Ihren Hund einfach, gucken zu wie bei einer guten Fernsehsendung und freuen sich an der Showeinlage Ihres Hundes.

Pure Lebensfreude wirkt ansteckend!

Lernen im Spiel

Natürlich kann Spielen bewusst eingesetzt werden. So kann man vor allem bei sozial kompetenten Althunden im Umgang mit jungen Hunden beobachten, wie sie die eine oder andere soziale Regel im Spiel umsetzen. Dies wird dann besonders geschickt verpackt und kein Exempel statuiert, sondern elegant ins Spiel eingebunden.

Auch soziale Rollen können spielerisch klargemacht werden. Dabei kann der Übergang vom Spiel zum Ernst allerdings fließend sein.

Als Mensch kann man Spiel gezielt als Belohnung einsetzen. Zur Festigung eines bereits gelernten Signals hält man im Spiel inne, fordert das Signal und setzt für die richtige Ausführung das Spiel zur Belohnung fort. Wenn man besonders geschickt ist, lassen sich im Spiel auch neue Lerninhalte aufbauen.

Na, dann wollen wir mal sehen, ob du das schon verstehst.

Für Welpen und junge Hunde ist es ganz besonders wichtig, dass sie den Umgang mit menschlicher Haut erlernen. Beginnen Sie dafür ein Spiel mit Ihrer Hand und dem Hundemaul. Solange Ihr Welpe für seine Verhältnisse durchschnittlich zubeißt, spielen Sie weiter. Schlägt er über die Stränge, gibt es eine abrupte Spielunterbrechung. Sowie der kleine Hund bemerkt hat, dass das Spiel zu Ende sein könnte, spielen Sie weiter. Im Verlauf vieler Spiele werden Sie so den Durchschnitt an Grobheit Ihres Hundes allmählich verbessern können. Ist er einmal besonders grob geworden, ist das Spiel sogar ganz vorbei. Aber meistens sollte natürlich der Spaßfaktor überwiegen und Sie einfach irgendwann freundlich das Spiel ausklingen lassen. Durch solche Beißspiele erlernt Ihr Hund eine gute Beißhemmung. Mit Hunden erlernt er sie im Spiel mit gleichaltrigen Welpen und sozial kompetenten Althunden.

Alle Welpen spielen am liebsten Beißspiele. So ist gesichert, dass sie eine gute Beißhemmung erlernen können. Sie brauchen Ihrem Welpen also nur noch die passenden Gelegenheiten zu ermöglichen.

Spiel unter Hunden

Spiel macht gute Laune für alle Beteiligten. Jeder ist mal dran, jeder ist fröhlich. Als Hundebesitzer weiß man, dass es nichts Schöneres für einen Hund gibt als mit seinem besten Kumpel zu toben. Hunde können sehr erfinderisch im Spiel sein und zwei, die sich gut verstehen, können ihre Besitzer immer wieder neu überraschen.

Natürlich finden Hütehunde Hütespiele lustig. Am meisten Spaß macht es, wenn der Spielpartner darauf eingeht und selber einen Sinn fürs Hüten hat. Dann schmeißen sich die Hunde zwischendurch auch mal auf die Erde und belauern sich in liegender Position. Sie fixieren sich gegenseitig und warten, wer zuerst losläuft. Unbedingt soll der andere loslaufen und sich spielerisch als Schaf zur Verfügung stellen. Manche bellen beim Rennen wie die Wahnsinnigen, sind hinterher völlig außer Atem und strahlen förmlich über das ganze Gesicht.

Spiel junger Hunde

In den ersten 16 Lebenswochen überwiegen im Allgemeinen bei Hunden Beißspiele. Ab 16 Wochen nehmen Jagdspiele deutlich zu. Viele junge Hütehunde zeigen bereits viel früher im Spiel Beuteverhaltensweisen und teilweise sogar ernsthafte Beuteambitionen – als ob sie schon erwachsen wären.

Spiel oder Ernst?

Manchmal kann die Begeisterung an einem spielerischen Jagdspiel so groß werden, dass sie in deutliches Beuteverhalten übergeht. Ob es sich noch um ein Spiel handelt, können Sie daran erkennen, dass die Rollen wechseln und die Spielpartner übertriebene Bewegungen bei einer eher lockeren Körperhaltung machen.

Wird einer der Partner zielgerichteter oder erregter und einseitig in seiner Haltung zum anderen Hund, kann das Spiel für den Hund, der die Beute darstellt, mehr als unangenehm werden. Er merkt, dass er nun wirklich zur Beute geworden ist und wird versuchen, die Situation irgendwie zu ändern. Je nach Hund entwickelt sich die Situation unterschiedlich. Der betroffene Hund kann innehalten und versuchen, den hütenden Hund mit freundlichem Sozialverhalten zu beschwichtigen, so als ob er sagen wollte: „ Hallo, ich bin es doch, ein netter Hundekumpel, kein Schaf.“ Findet er damit kein Gehör, weil der andere Hund komplett auf Beutemodus umgeschaltet hat, wird die Situation immer auswegloser. Nicht selten entstehen Keilereien, weil es dem betroffenen Hund einfach zu viel wird bzw. er das Gefühl bekommt, sich verteidigen zu müssen. Es gibt auch Hunde, die solche Situationen direkt mit einer Keilerei beantworten, oder Hunde, die panisch flüchten. Als Beute missbraucht werden am häufigsten kleine und/oder besonders schnelle, wendige Hunde. Auch ängstliche Hunde können mit hektischen Bewegungen Beuteverhalten auslösen.

Selbstvergessen miteinander im Glück.

Kritische Situationen entstehen meistens bei Rennspielen. Besonders unangenehm für den als Beute betroffenen Hund sind die Sequenzen des Packens. Das Packen ist bei Schäferhunden am Greifen über den Rücken zu beobachten und bei Treibhunden am Schnappen nach den Hinterbeinen.

Ist ein Spiel gekippt und eine hohe Erregung liegt in der Luft, ist es am besten, mit seinem Hund einfach weiterzugehen, damit sich alle Gemüter erst einmal wieder beruhigen können.

Gehört Ihr Hund zu denen, die sich in ihrer Begeisterung verlieren können, rufen Sie ihn immer mal zu sich und belohnen ihn dafür, bevor er sich zu sehr ereifert. So können Sie verhindern, dass dem Hundkumpel mulmig wird und erhalten Ihrem Hund den Spielpartner.

Spiel mit Spielzeug