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Konkrete Strategien für die naturheilkundliche Behandlung
Alles in einem Buch: Das große Spektrum bewährter naturheilkundlicher Behandlungen bei Hunden, Katzen und Pferden. Welche Therapieverfahren eignen sich wann? Hier bekommen Sie die umfassende und praxisnahe Übersicht!
Zu jeder der über 400 Indikationen erhalten Sie passende Therapieformen mit konkreten Therapieempfehlungen. Berücksichtigt sind auch alte, überlieferte Hausmittel. Neben körperlichen Indikationen geht es auch um seelische Indikationen und die Geriatrie. Dazu gibt es Tipps, z.B. wie Sie die vom Besitzer mitgebrachten Dokumente lesen oder Ihre Befunde dokumentieren. Im Anhang finden Sie Salbenrezepte, Kräutermischungen und hilfreichen Adressen.
Neu in der 2. Auflage:
Ideal für Einsteiger: Schlagen Sie mögliche Therapieverfahren zu einer Erkrankung ganz einfach nach. Als erfahrener Tierheilpraktiker können Sie Ihr eigenes Therapieangebot erweitern bzw. bei selteneren Erkrankungen einen Therapieansatz finden.
Jederzeit zugreifen: Der Inhalt des Buches steht Ihnen ohne weitere Kosten digital in der Wissensplattform VetCenter zur Verfügung (Zugangscode im Buch).
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Seitenzahl: 1189
Veröffentlichungsjahr: 2020
Kristina Vormwald
2., aktualisierte und erweiterte Auflage
31 Abbildungen
Abb. 0.1 Kristina Vormwald.
(Quelle: Max Vormwald. Flörsbachtal.)
Mein Weg zur eigenen Tierheilpraxis erfolgte über Umwege. Seit nunmehr 25 Jahren, seit 1995, bin ich Heilpraktikerin und klassische Homöopathin im Humanbereich und dachte damals mitnichten daran, Tiere in den Fokus meiner Behandlungen zu stellen. Ich hatte eine Praxis im Ruhrgebiet, bevor ich aus privaten Gründen in den Spessart zog, in einen kleinen Ort kurz vor der bayrischen Grenze, wo sich „Fuchs und Hase (oder eher Wildschwein und Hirsch) gute Nacht sagen“.
Dort wohne und arbeite ich nun seit fast 15 Jahren. Hier gibt es viel Natur und zahlreiche Tiere – die im Laufe der Zeit immer mehr in meinen Blickpunkt rückten. Bei Tieren ist es jedoch nicht immer einfach, eine korrekte Diagnose zu stellen, da sie uns nicht sagen können, was ihnen fehlt. Daher ist für ihre Behandlung eine kompetente und umfassende Ausbildung ebenso unerlässlich wie eine gute Beobachtungsgabe und ein Gespür für die passende Therapie.
Aus diesem Grund absolvierte ich trotz vorhandener „Erlaubnis zur berufsmäßigen Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung“ (so der Titel nach bestandener Heilpraktikerprüfung) eine Ausbildung zur Tierheilpraktikerin an der Paracelsus Heilpraktiker-Schule Frankfurt und zertifizierte mich über den VDT, den Verband Deutscher Tierheilpraktiker. In meiner Praxis habe ich mich mittlerweile auf die onkologische Behandlung, die Behandlung von alten Tieren, Tieren mit Allergien sowie Erkrankungen des Bewegungsapparates spezialisiert.
Dank diverser Fortbildungen (Dorn-Therapie, Taping, Behandlung mit Blutegeln, Injektionstechniken, Mykotherapie...) ist es mir heute möglich, die Tiere in meiner Praxis umfassend zu untersuchen und zu behandeln.
Flörsbachtal, Januar 2020
Kristina Vormwald
Quelle Autorenfoto: Max Vormwald, Flörsbachtal
Die große Resonanz und die zahlreichen Rezensionen haben mir in den letzten 2 Jahren immer wieder aufs Neue gezeigt, wie gut und wichtig dieses Praxisbuch für Ihren Alltag ist.
Ich habe in dieser 2. Auflage den Themenbereich der Gesetzgebung näher beleuchtet und ein umfangreiches Kapitel zu den Leitindikationen der unterschiedlichen Therapieformen inklusive der Akupunktur, Akupressur und Hirudopunktur ergänzt und die Thematik über Laborparameter praxisorientiert ausgebaut (siehe Kapitel ▶ 17).
Besonders meiner Familie lieben, lieben Dank – ohne Euch und Euren Rückhalt hätte ich nicht die Zeit und Ruhe gefunden, neben meiner Praxistätigkeit diese Neuauflage zu erarbeiten. Und last but noch least: Chilli – auch wenn Dein Name normalerweise Programm ist, hast Du immer alles mit Dir machen lassen: Farbige Papp-Punkte als Shu-Punkt-Attrappen, Erste-Hilfe-Lagerungen und vieles mehr. Du hast Dir einen dicken Knochen verdient!
Abb. 0.1 Chilli.
Ich habe dieses Buch geschrieben, weil ich davon überzeugt bin, dass die Naturheilkunde schier unerschöpfliche Mittel zur Verfügung hat, um sowohl dem menschlichen als auch dem tierischen Organismus in seiner Gesamtheit zu helfen und ihn in „seine Mitte zu bringen“.
Es gibt zahlreiche Bücher über klassische Homöopathie, Phytotherapie, Akupunktur oder Ernährungswissenschaften, um nur einige Therapiemöglichkeiten zu nennen. Aber ein Kompendium, das verschiedene heilpraktische Therapieansätze vereint und gleichermaßen Tierheilpraktiker, Tierärzte als auch versierte Laien anspricht, existiert bisher nicht. Diese Lücke möchte ich schließen.
Nicht wenige Tierärzte stehen der reinen Schulmedizin heutzutage kritisch gegenüber und möchten ihre vierbeinigen Patienten zusätzlich naturheilkundlich behandeln. Natürliche Heilmittel wirken meist langsamer, haben aber auch deutlich weniger Nebenwirkungen und unterdrücken bei fachgerechter Anwendung und Mittelwahl keine Symptome, wie es bei vielen schulmedizinischen Arzneimitteln, z.B. dem Kortison, der Fall ist. Auch schädigen sie die Darmflora nicht, sondern sorgen im Idealfall dafür, dass der Körper mit all seinen Mineralien, Salzen und Vitaminen im Gleichgewicht bleibt.
Mein Buch zeigt Ihnen langjährig erprobte Strategien für die naturheilkundliche Behandlung von Hunden, Katzen und Pferden. Es ist als praxisnahes Nachschlagewerk konzipiert und möchte Ihnen viele wertvolle Anregungen und Unterstützung bieten – sowohl während Ihrer Ausbildung als auch im alltäglichen Umgang mit Ihren tierischen Patienten.
Da ich selbst viel mit Heel-, Ziegler- und ReVet-Produkten arbeite, kommen diese verstärkt in meinem Buch vor – selbstverständlich gibt es andere Firmen mit anderen Produkten, die ähnlich wirken!
Von Herzen danken möchte ist meinem Mann Stefan. Wenn er nicht gewesen wäre, um meine Termine „außenrum“ zu händeln und mir eine Menge Arbeit abzunehmen, hätte ich dieses Buch nicht beenden können. Vielen lieben Dank! Ebenfalls danken möchte ich meinen beiden Söhnen Max und Yannik – ihr habt mir in der Zeit sehr geholfen. Ich danke euch!
Kristina Vormwald, Flörsbachtal
Abb. 0.1 Inka, du hast einen Platz auf Lebenszeit in meinem Herzen. Deine Gutmütigkeit und dein Wesen haben mich viel gelehrt. Danke für die gemeinsame Zeit.
Titelei
Autorenvorstellung
Vorwort zur 2. Auflage
Vorwort zur 1. Auflage
Teil I Grundlagen
1 Einführung
1.1 Nützliche Hinweise zum Umgang mit dem Buch
2 Grundlagen
2.1 Abgrenzung Schulmedizin und Naturheilkunde
2.2 Vorteile der Naturheilkunde
2.3 Maßgebende Gesetzeslage
3 Mitgebrachte Dokumente richtig lesen und verstehen
3.1 Heimtierausweis/Equidenpass mit Impfnachweisen
3.2 Röntgenbilder
3.3 Sonografie
3.4 Kernspintomographie
3.5 Das Blutbild
3.5.1 Parameter richtig deuten
3.5.2 Untersuchungsvielfalt – wie geht man damit am Besten um?
4 Abfrage Patientenbesitzer
4.1 Angaben zum Halter
4.2 Angaben zum Signalement
4.3 Aktuelle Beschwerden, Symptome
4.4 Vorbehandlung, bisherige Diagnosen, Allergien
4.5 Häusliche Situation, Haltungsbedingungen, Fütterung
4.6 Verhalten
5 Die körperliche Anamnese
5.1 Einleitung
5.2 Allgemeinzustand
5.3 Kopf
5.4 Lymphknoten
5.5 Bewegungsapparat
5.6 Atmung und Atmungsorgane
5.7 Herz-Kreislauf-System
5.8 Geschlechtsorgane
5.8.1 Weibliche Geschlechtsorgane
5.8.2 Männliche Geschlechtsorgane
5.9 After und Analdrüsen
5.10 Harnapparat
5.11 Verdauungsorgane/Abdomen
5.12 Nervensystem
5.13 Psychisches Verhalten
5.14 Vitalzeichen
6 Einführung in die Therapieverfahren in Wort und Bild
6.1 Klassische Homöopathie
6.2 Komplexhomöopathie
6.3 Akupunktur, Akupressur und Hirudopunktur
6.4 Taping
6.5 Blutegelbehandlung
6.6 Dorn/Breuß-Methode
6.7 Phytotherapie
6.8 Mykotherapie
6.9 Schüßler-Salze
6.10 Aromatherapie
6.11 Bach-Blüten-Therapie
6.12 Alte Hausmittel und Kneipp'sche Anwendungen
6.13 Nahrungsergänzungsmittel
7 Die 3 Säulen der Therapie
7.1 Grundsätzliches
7.2 Verschiedene Therapiekonzepte
7.2.1 Therapiekonzept mit homöopathischem Schwerpunkt
7.2.2 Therapiekonzept mit Schüßler-Salzen
7.2.3 Therapiekonzept mit Heilpilzen
7.3 Allgemeine Therapiehilfen bei Entgiftungsprozessen
7.4 Aufbau nach Antibiotika- und Kortisongabe
Teil II Praxis
8 Indikationen und bewährte Therapeutika
8.1 Wichtig zu wissen: Grundsätzliches und „No-Gos“
8.2 Indikationen von A bis Z
8.2.1 Abmagerung
8.2.2 Abführmittel
8.2.3 Abszess
8.2.4 Abwehrstärkung
8.2.5 Adipositas
8.2.6 Akne
8.2.7 Albuminurie
8.2.8 Allergie
8.2.9 Alopezie
8.2.10 Alterserscheinungen
8.2.11 Altersherz
8.2.12 Amenorrhoe
8.2.13 Anämie
8.2.14 Analbeutelerkrankungen/Analbeutelentzündungen/Analekzeme
8.2.15 Anaphrodisie
8.2.16 Antibiotikagabe, Z.n.
8.2.17 Appetit, mangelnder
8.2.18 Appetit, zunehmender
8.2.19 Arterienverkalkung
8.2.20 Arthritis
8.2.21 Arthrose
8.2.22 Asthma
8.2.23 Aszites
8.2.24 Atem – faulig riechend
8.2.25 Atembeschwerden/Atemnot
8.2.26 Atemgeräusche
8.2.27 Atemwegserkrankungen
8.2.28 Atherome
8.2.29 Atmung
8.2.30 Aufblähungen
8.2.31 Aufstoßen
8.2.32 Augapfelveränderungen
8.2.33 Augenentzündung
8.2.34 Augenlid geschwollen
8.2.35 Augenschwäche bei Alttieren
8.2.36 Autoimmunerkrankungen der Haut
8.2.37 Bakterielle Erkrankungen
8.2.38 Balanoposthitis
8.2.39 Ballen, pathologisch verändert
8.2.40 Bänderschwäche
8.2.41 Bandscheibenvorfall
8.2.42 Bauchdecke verspannt/Bauchschmerzen
8.2.43 Bauchfellentzündung
8.2.44 Bewegungsunlust
8.2.45 Bindegewebsschwäche
8.2.46 Bindehautentzündung
8.2.47 Bisswunden
8.2.48 Blähungen
8.2.49 Blasenentzündung
8.2.50 Blasenlähmung
8.2.51 Blasenschwäche
8.2.52 Blasensteine
8.2.53 Blutung; arteriell, venös
8.2.54 Blutreinigungskuren
8.2.55 Bordetella-Infektion
8.2.56 Borreliose
8.2.57 Brandwunden
8.2.58 Bronchitis, akut
8.2.59 Bronchitis, chronisch
8.2.60 Bursitis
8.2.61 (Canines) Wobbler-Syndrom
8.2.62 Cauda-equina-Syndrom
8.2.63 Chronisch obstruktive Bronchitis beim Pferd (COB)
8.2.64 Commotio cerebri
8.2.65 Dackellähme
8.2.66 Dämpfigkeit/Chronisch obstruktive Bronchitis (COB)
8.2.67 Darmgeräusche
8.2.68 Darmkrämpfe
8.2.69 Darmlähmung
8.2.70 Darmparasiten
8.2.71 Dasselfliegen
8.2.72 Dekubitus
8.2.73 Deckunlust
8.2.74 Demodikose
8.2.75 Dermatitis, atopische
8.2.76 Dermatomykose
8.2.77 Diabetes mellitus
8.2.78 Diarrhö
8.2.79 Diskopathie
8.2.80 Distorsion
8.2.81 Druse
8.2.82 Durchblutungsstörungen
8.2.83 Durst
8.2.84 Dysautonomie-Syndrom
8.2.85 Eiterherde
8.2.86 Eklampsie
8.2.87 Ektoparasiten
8.2.88 Ekzeme, Rhagaden und Aphten
8.2.89 Endometritis
8.2.90 Entwicklungsstörungen des Skelettsystems
8.2.91 Enteritis
8.2.92 Entzündungen allgemein
8.2.93 Entzündung der Mund-Rachen-Schleimhaut
8.2.94 Enuresis
8.2.95 Epilepsie
8.2.96 Epistaxis
8.2.97 Epuliden
8.2.98 Equine Cushing Disease (ECD)
8.2.99 Equines Herpesvirus (EHV)
8.2.100 Equines Metabolisches Syndrom (EMS)
8.2.101 Equines Sarkoid
8.2.102 Erbrechen
8.2.103 Erkältung
8.2.104 Ernährungsfehler
8.2.105 Erschöpfung
8.2.106 Exostosen
8.2.107 Fazialislähmung
8.2.108 Fellwechselstörungen/Fellstörungen
8.2.109 Fertilitätsstörungen
8.2.110 Fieber
8.2.111 FIP (Feline infektiöse Peritonitis)
8.2.112 FIV (Feline Immunodeficiency Virus)
8.2.113 Fisteln
8.2.114 Fliegenschutzmittel
8.2.115 Fluor genitalis
8.2.116 Foetor ex ore
8.2.117 Fohlenlähme
8.2.118 FORL (Feline odontoklastische resorptive Läsionen)
8.2.119 Frakturen
8.2.120 Fremdkörper
8.2.121 Frostbeulen
8.2.122 Furunkulose
8.2.123 Fußschweiß
8.2.124 Futterverweigerung
8.2.125 Gallen
8.2.126 Gastritis
8.2.127 Gastroenteritis
8.2.128 Geburt/Trächtigkeit
8.2.129 Gerstenkorn
8.2.130 Giardienbefall
8.2.131 Gicht
8.2.132 Gingivitis
8.2.133 Glaukom
8.2.134 Gliederzittern
8.2.135 Grauer Star
8.2.136 Grüner Star
8.2.137 Haarausfall
8.2.138 Haarbruch
8.2.139 Hangbeinlahmheit
8.2.140 Hämatom
8.2.141 Hämorrhoiden
8.2.142 Halitosis
8.2.143 Harngrieß, Harnstein
8.2.144 Harninkontinenz
8.2.145 Harnverhaltung
8.2.146 Hautfaltendermatitis/Hautprobleme
8.2.147 Headshaking
8.2.148 Heiserkeit
8.2.149 Hepatopathien
8.2.150 Herpes
8.2.151 Herzrhythmusstörungen
8.2.152 Herzfehler
8.2.153 Herzinsuffizienz/Herz-Kreislauf-Störungen
8.2.154 Herzmuskelentzündung
8.2.155 Herz-Kreislauf-Versagen
8.2.156 Hitzschlag
8.2.157 Hodenekzem
8.2.158 Hodentumor
8.2.159 Hordeolum
8.2.160 Hot Spot
8.2.161 Hüftgelenksdysplasie
8.2.162 Hufabszess
8.2.163 Hufgeschwür
8.2.164 Hufknorpelfistel
8.2.165 Hufkrebs
8.2.166 Hufrehe
8.2.167 Hufrollenentzündung
8.2.168 Husten, akut
8.2.169 Husten, chronisch
8.2.170 Hyperkeratosen
8.2.171 Hypersexualität
8.2.172 Hyperthyreose
8.2.173 Hypertonie
8.2.174 Hypogalaktie
8.2.175 Hypothyreose
8.2.176 Ikterus
8.2.177 Ileus
8.2.178 Impetigo
8.2.179 Impfreaktionen
8.2.180 Impotenz
8.2.181 Inappetenz
8.2.182 Incontinentia urinae
8.2.183 Infektanfälligkeit
8.2.184 Insektenstich
8.2.185 Jodmangel
8.2.186 Juckreiz
8.2.187 Kaliummangel
8.2.188 Kallusbildung
8.2.189 Katarakt
8.2.190 Katzenschnupfen
8.2.191 Katzenseuche
8.2.192 Kehlkopfentzündung
8.2.193 Keloid
8.2.194 Keratitis
8.2.195 Keratokonjunktivitis sicca
8.2.196 Kolik
8.2.197 Kolitis
8.2.198 Kollaps
8.2.199 Konjunktivitis
8.2.200 Konjunktivitis follicularis
8.2.201 Kotabsatzschwierigkeiten
8.2.202 Kotfressen
8.2.203 Kotwasser
8.2.204 Krallenbettentzündung
8.2.205 Kreislaufschwäche
8.2.206 Kreislaufversagen
8.2.207 Kreuzgalle
8.2.208 Kreuzverschlag
8.2.209 Kronsaumverletzung
8.2.210 Kryptopyrrolurie
8.2.211 Lahmheiten
8.2.212 Lähmungen
8.2.213 Laryngitis
8.2.214 Leckalopezie, psychogene
8.2.215 Leckekzem
8.2.216 Lefzenekzem
8.2.217 Leptospirose
8.2.218 Leukämie – Leukosekomplex
8.2.219 Libido, mangelnde
8.2.220 Libido, gesteigerte
8.2.221 Lidrandentzündung
8.2.222 Luftsackentzündung
8.2.223 Lumbago
8.2.224 Lungenemphysem
8.2.225 Lungenödem
8.2.226 Luxation
8.2.227 Lymphadenitis
8.2.228 Lymphangitis
8.2.229 Lymphknoten
8.2.230 Magendrehung
8.2.231 Magen-Darm-Beschwerden
8.2.232 Mammatumor
8.2.233 Mastitis
8.2.234 Mauke
8.2.235 Maulschleimhautentzündung
8.2.236 Meteorismus
8.2.237 Milben, Herbstgrasmilben
8.2.238 Milben, Demodex
8.2.239 Milben, Sarcoptes
8.2.240 Milch
8.2.241 Morbus Crohn
8.2.242 „Morbus Cushing“
8.2.243 Mundfäule
8.2.244 Muskelentzündungen
8.2.245 Muskelrheumatismus
8.2.246 Muskelzittern/Muskelzuckungen
8.2.247 Myokarditis
8.2.248 Myositis
8.2.249 Narbeneiterung
8.2.250 Narbenwildwuchs
8.2.251 Nasenausfluss akut
8.2.252 Nasenausfluss chronisch
8.2.253 Nasenbluten
8.2.254 Nasenspiegel rissig, wund
8.2.255 Nephropathien
8.2.256 Nervenquetschung/Nervenverletzung/Neuralgien
8.2.257 Nickhautvorfall
8.2.258 Niereninsuffizienz
8.2.259 Obstipation
8.2.260 Ödeme
8.2.261 Ohrekzem, äußeres
8.2.262 Ohrspeicheldrüsenentzündung
8.2.263 Orchitis
8.2.264 Osteomalazie
8.2.265 Osteochondrosis dissecans (OCD)
8.2.266 Othämatom
8.2.267 Otitis externa
8.2.268 Otitis media
8.2.269 Panaritium
8.2.270 Pankreasinsuffizienz
8.2.271 Pankreatitis
8.2.272 Panleukopenie
8.2.273 Panostitis eosinophilica
8.2.274 Paraneoplastisches Syndrom - PNS
8.2.275 Parästhesien
8.2.276 Parasiten
8.2.277 Parotitis
8.2.278 Parvovirose
8.2.279 Perikarditis
8.2.280 Periostitis
8.2.281 Peritonitis
8.2.282 Pferdehustenkomplex
8.2.283 Perthes-Erkrankung
8.2.284 Pharyngitis
8.2.285 Phlegmone
8.2.286 Piephacke
8.2.287 Pilzbefall
8.2.288 Platzwunden
8.2.289 Pleuritis
8.2.290 Pneumonie
8.2.291 Polyarthritis
8.2.292 Postoperative Versorgung
8.2.293 Präputialkatarrh
8.2.294 Prellung
8.2.295 Prolaps uteri
8.2.296 Prolaps vaginae
8.2.297 Prostatahypertrophie
8.2.298 Prostatitis
8.2.299 Prostataverhärtung
8.2.300 Pruritus
8.2.301 Pseudogravidität
8.2.302 Pyodermie
8.2.303 Pyometra
8.2.304 Quetschwunden
8.2.305 Rachitis
8.2.306 Rehe
8.2.307 Reisekrankheit
8.2.308 Rekonvaleszenz
8.2.309 Retentio urinae
8.2.310 Rhagaden
8.2.311 Rheuma
8.2.312 Rhinitis
8.2.313 Risswunden
8.2.314 Saddle Sores
8.2.315 Schale beim Pferd
8.2.316 Scheinträchtigkeit
8.2.317 Schilddrüsenerkrankungen
8.2.318 Schlafstörungen
8.2.319 Schmerz
8.2.320 Schnittwunden
8.2.321 Schnupfen
8.2.322 Schock
8.2.323 Schreck
8.2.324 Schürfwunden
8.2.325 Schuppen
8.2.326 Schusswunden
8.2.327 Schwächeanfall
8.2.328 Schwitzen
8.2.329 Seborrhoe
8.2.330 Sepsis/septische Erkrankung, Septikämie
8.2.331 Sinusitis
8.2.332 Sommerekzem
8.2.333 Sonnenallergie
8.2.334 Sonnenbrand/Sonnenstich
8.2.335 Spasmus – Darm
8.2.336 Spat
8.2.337 Speichelfluss
8.2.338 Spondylose
8.2.339 Staupe
8.2.340 Sterilität
8.2.341 Stichwunden (Insektenstiche; Werkzeuge)
8.2.342 Stielwarze
8.2.343 Stoffwechselstörung
8.2.344 Stomatitis
8.2.345 Strahlfäule
8.2.346 Struma
8.2.347 Stützbeinlahmheit
8.2.348 Tachykardie
8.2.349 Tendovaginitis, Tendinitis
8.2.350 Tetanie
8.2.351 Tetanus
8.2.352 Tollwut
8.2.353 Tonsillitis
8.2.354 Torsio ventriculi
8.2.355 Torticollis
8.2.356 Tracheitis
8.2.357 Tumore
8.2.358 Überbein
8.2.359 Ulzera
8.2.360 Unfall, Unfallschock
8.2.361 Unruhe
8.2.362 Urinabsatzbeschwerden
8.2.363 Urethritis
8.2.364 Urticaria
8.2.365 Vaginitis
8.2.366 Verbrennungen
8.2.367 Verdauungsstörungen
8.2.368 Vergiftungen
8.2.369 Verletzungen
8.2.370 Verstauchungen
8.2.371 Verstopfung
8.2.372 Virusinfektionen
8.2.373 Vorhautkatarrh
8.2.374 Warzen
8.2.375 Wundheilung
8.2.376 Wurmbefall
8.2.377 Zahnen
8.2.378 Zahnschmerzen
8.2.379 Zeckenbiss
8.2.380 Zerrungen
8.2.381 Zwingerhusten
8.2.382 Zwischenzehenekzem
8.2.383 Zyklusstörungen
8.2.384 Zystitis
8.3 Psychische Krankheitsbilder mit Therapievorschlägen für den Praxisalltag
8.3.1 Aggressivität
8.3.2 Angst/Unsicherheit/Misstrauen
8.3.3 Besitzerwechsel/Heimweh/Depression/Futterverweigerung
8.3.4 Eifersucht
8.3.5 Nervosität/Stress/Unruhe
8.3.6 Überforderung/Unterforderung
9 Geriatrie – das alternde Tier
9.1 Tipps zur geriatrischen Fütterung
9.2 Krankheitsprophylaxe
9.3 Symptomenkomplexe
10 Onkologie
10.1 Onkologische Behandlung
10.2 Onkologische Nachbehandlung
11 Erste Hilfe
11.1 Einleitung
11.2 Wundversorgung allgemein
11.3 Wundversorgung speziell
11.3.1 Wundversorgung im Bereich der Augen
11.3.2 Kühlende Verbände
11.3.3 Wärmende Verbände
11.3.4 Druckverbände
11.4 Atemstillstand/Wiederbelebung
11.5 Verdacht auf verschluckte Fremdkörper
11.6 Erste Hilfe von A–Z
12 Notfallapotheke
12.1 Homöopathische Notfallapotheke
12.2 Notfallmittel Schüßler-Salze und Bach-Blüten
12.3 Erste-Hilfe-Phytotherapeutika
13 Mobile Notfallapotheke/Erste-Hilfe-Tasche
13.1 Notwendige Medikamente
13.2 Medizinische Instrumente
13.3 Verbandsmaterial und sonstiges Zubehör
Teil III Anhang
14 Salben-, Creme- und Ölrezepte
14.1 Grundlagen
14.1.1 Was brauchen Sie zur Salbenherstellung?
14.1.2 Basisöle
14.1.3 Kräuteröle
14.1.4 Salben
15 Rezepte für Kräutermischungen
15.1 Kräutermischungen bei Husten
15.2 Kräutermischung Frühjahrskur
15.3 Kräutermischung Verdauungsprobleme
15.4 Kräutermischung „Schwedenkräuter“
16 Tabellen der giftigsten Haushaltsmittel, Lebensmittel, Pflanzen und angewandter Düngemittel
17 Leitindikationen
17.1 Leitindikationen von Bachblüten
17.2 Leitindikationen von Phytotherapeutika
17.3 Leitindikationen von Mykotherapeutika
17.4 Leitindikationen klassischer Homöopathika
17.5 Leitindikationen und Begrifflichkeiten zur Punktsuche/Punktauswahl Akupunktur/Akupressur/Hirodupunktur
17.5.1 Beschreibung der wichtigsten Akupunkturpunkte
17.5.2 Akupunkturpunkte für den Akutfall
18 Wissenswerte Anschriften
18.1 Adressen von Arzneimittelfirmen
18.2 Internet-Adressen von Berufsverbänden
18.3 Adressen für Praxisbedarf
18.4 Labore für Tierheilpraktiker
19 Literatur und Quellen
19.1 Weiterführende Literatur
19.2 Interessante Homepages
19.3 Weiteres Informationsmaterial
Anschriften
Sachverzeichnis
Impressum
1 Einführung
2 Grundlagen
3 Mitgebrachte Dokumente richtig lesen und verstehen
4 Abfrage Patientenbesitzer
5 Die körperliche Anamnese
6 Einführung in die Therapieverfahren in Wort und Bild
7 Die 3 Säulen der Therapie
Die alternative Tiermedizin bietet großartige Möglichkeiten, um Tiere gerade bei chronischen Erkrankungen zu unterstützen und die Selbstheilungskräfte des Körpers anzuregen. So nutzt man z.B. bei Arthrose die schmerzstillenden und entzündungshemmenden Wirkstoffe im Speichel der Blutegel. Bei chronischer Bronchitis können Kräuter (sogenannte Drogen) helfen, bei Problemen im Bewegungsapparat kommen zusätzlich die Akupressur, die Akupunktur, das Taping oder die Dorn/Breuss-Therapie zum Einsatz.
Leider nehmen auch im Veterinärbereich Allergien stetig zu. Ein Allergietest (meist durchgeführt in einer tierärztlichen Praxis oder bei Ihnen mittels Blutdiagnostik) gibt Aufschluss über die auslösenden Allergene. Häufig wird eine Hyposensibilisierung durchgeführt, die Sie wahlweise mit Homöopathie, Bach-Blüten oder Schüßler-Salzen therapeutisch begleiten können: Eine Entgiftung über den ▶ Darm mit anschließendem Wiederaufbau der Darmflora, Stärkung des Immunsystems (Vorsicht vor möglichen überschießenden Reaktionen des Immunsystems!) sowie eine Futterumstellung helfen dem Organismus, sein Gleichgewicht wiederzufinden.
Aber auch für die Behandlung akuter Verletzungen und bei Verhaltensauffälligkeiten bietet die Naturheilkunde sehr gute Alternativen. So wirkt beispielsweise Apis D6 bei akuten Wespenstichen abschwellend, Arnika D6 schmerzlindernd und Hämatomen entgegen und eine Hamamelis-Salbe bei Distorsionen schmerzlindernd und kühlend. Rescue-Bachblüten (sogenannte „Notfalltropfen“) helfen bei Schockzuständen, beispielsweise bei einem Halterwechsel, Umzug, aber auch nach Beißereien unter Artgenossen etc. Tabletten sind bei Tieren erfahrungsgemäß einfacher zu verabreichen als Tropfen, da Tabletten aufgrund des Milchzuckers süßlich schmecken. Im Notfall dagegen kann man Tropfen erfahrunggemäß leichter verabreichen als Tabletten.
Info
Denken Sie stets daran: Als fundiert ausgebildeter und umsichtiger Tierheilpraktiker sind Sie angehalten, das Wohl des Tieres immer in den Fokus zu stellen. Daher ist es ratsam, sich bereits im Vorfeld einer Praxiseröffnung einem Tierarzt vorzustellen, mit dem man gut zusammenarbeiten kann. Bei Notfällen ist schnelle tierärztliche Hilfe unerlässlich, beispielsweise bei größeren tiefen Wunden, verschluckten Fremdkörpern, heftigen akuten Infektionen oder Vergiftungen, abgestorbenem Gewebe etc.
Ebenso finden Sie in diesem Buch nützliche Informationen über erste Hilfe, auch bei Vergiftungen, Tipps für die Notfallapotheke, Salbenrezepte und vieles mehr.
Ich wünsche Ihnen alles Gute für Ihre therapeutische Arbeit. Denken Sie daran: Es gibt nur wenig wirklich hoffnungslose Fä(e)lle.
Ihre Kristina Vormwald
Heilpraktikerin und Tierheilpraktikerin, Mitglied im BDH (Bund Deutscher Heilpraktiker e. V.) und VDT (Verband Deutscher Tierheilpraktiker e. V.)
Dieses Buch richtet sich in erster Linie an naturheilkundlich orientierte Therapeuten – unabhängig ob Tierarzt oder Tierheilpraktiker – sowie an versierte Laien. Voraussetzung für den erfolgreichen Gebrauch des Buches sind Grundkenntnisse in Anatomie und Physiologie der Haustiere. Auch ein Basiswissen in Homöopathie, in der Verwendung von Schüßler-Salzen, Bach-Blüten, Vitalpilzen und Heilpflanzen ist unabdingbar.
Nach einigen Grundlagen zur Anamneseerhebung und zur körperlichen Untersuchung erläutere ich in Kapitel ▶ 6 kurz die verschiedenen Therapieverfahren und die Dosierung der Therapeutika. Ebenso gehe ich auf mögliche Grenzen und Gefahren der Behandlungen ein.
In Kapitel ▶ 8 stelle ich Ihnen schließlich die jeweiligen Indikationen mit entsprechenden bewährten Mitteln zur Behandlung vor. Die Dosierungen gelten, falls nicht anders beschrieben, für Hund, Katze und Pferd. In Einzelfällen finden Sie die jeweilige Dosierung für eine bestimmte Tierart separat angezeigt. Bei den therapeutischen Maßnahmen wird unterschieden zwischen
klassischer Homöopathie,
Komplexhomöopathie,
Akupunktur, Akupressur und Hirudopunktur,
Behandlung mit Schüßler-Salzen/Bach-Blüten,
Phytotherapie,
Mykotherapie und
alten, überlieferten Hausmitteln.
In einigen Bereichen wie der Phytotherapie und den Hausmitteln gibt es hinsichtlich der Therapeutika Überschneidungen.
Die homöopathischefi Behandlung erfolgt hauptsächlich auf Symptomebene mit Tiefpotenzen. Es ist als Nachschlagewerk für die Praxis gedacht, um bei bekannter Diagnose aus einer Liste bewährter Mittel das passende auszuwählen. Eine klassische homöopathische Therapie mit Hochpotenzen, welche das Tier in seiner Gesamtheit betrachtet, sollten Sie einem gut ausgebildeten Homöopathen überlassen.
Neu ist das Kapitel ▶ 17 mit kurz zusammengefassten Leitindikationen von Bach-Blüten, Mykotherapeutika, homöopathischen Mitteln und Akupunktur-/Akupressurpunkten.
Ich werde immer wieder gefragt, mit welchem „Daseinsrecht“ ich praktiziere und was denn Tierheilpraktiker alles dürfen? Schließlich sei ich keine Tierärztin. Wie kann man solchen Fragen begegnen?
Der Tierheilpraktiker unterliegt sowohl dem Arzneimittelrecht als auch dem Tierschutzgesetz (TSG). Es gibt klare Behandlungsgrenzen, die wir als Heilpraktiker und Tierheilpraktiker anerkennen müssen. So besagt beispielsweise § 5 des Tierschutzgesetzes (TSG), dass „an einem Wirbeltier ein mit Schmerzen verbundener Eingriff ohne Betäubung nicht vorgenommen werden darf. Die Betäubung eines warmblütigen Tieres ist von einem Tierarzt vorzunehmen“. Das Betäubungsmittelgesetz regelt in § 13, dass „Betäubungsmittel nur von Tierärzten, Ärzten und Zahnärzten verschrieben bzw. angewendet werden dürfen“. Bei verschiedenen Themen ist deshalb die Behandlung durch einen Tierarzt erforderlich. Dazu gehören u.a.
Impfungen,
Operationen, z.B. Kastrationen, Sterilisationen,
Euthanasie,
Verabreichung bestimmter Wurmkuren.
Doch naturheilkundliche Behandlungsmethoden erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Viele Tierbesitzer wünschen sich für ihre geliebten Vierbeiner möglichst sanfte, nebenwirkungsarme Behandlungsmethoden. So haben nicht wenige Tierärzte heute Homöopathika im Angebot. Auch Magnetfeldtherapien oder die Behandlung mit Schüßler-Salzen findet man immer öfter auch bei eigentlich „klassischen“ Schulmedizinern. Es gibt sie also, die Daseinsberechtigung für die Naturheilkunde, aber braucht man denn auch (Tier-) Heilpraktiker?
Meine Antwort ist ein klares Ja! Qualifizierte Naturheilkundler/Heilpraktiker sind in ihren Fachgebieten besonders versiert und ermöglichen deshalb nachhaltige Behandlungserfolge.
Naturheilkunde basiert immer auf einer ganzheitlichen Betrachtungs- und Behandlungsweise. Die Schulmedizin hingegen agiert eher symptombezogen. Ein Hund mit Juckreiz? Wir würden erst einmal die Haltungsbedingungen, die Fütterung sowie das soziale Umfeld des Tieres erfragen und es danach ausführlich untersuchen. Vielleicht hat der Hund „nur“ eine Futtermittelunverträglichkeit?
Ebenso rate ich von regelmäßigen pauschalen Entwurmungen ab. Vor einer Entwurmung lassen wir den Kot untersuchen, um festzustellen, ob und für welche Parasiten eine Wurmkur überhaupt notwendig ist.
In der naturheilkundlichen Behandlung versuchen wir also, die Ursachen von Krankheiten zu erkennen und diese dann gezielt und natürlich zu behandeln.
Info
Was viele Kunden und Behandler nicht wissen: Tierheilpraktiker dürfen Tiere u.a. auch „chippen“, interessant ist dies vor allem für Züchter. Ebenfalls führen wir das gesamte Spektrum der Labordiagnostik durch; dazu gehören unter anderem Blutentnahmen und Kotuntersuchungen. Tierheilpraktiker dürfen und sollten zudem über ▶ Impfungen informieren.
Für den Erfolg einer naturheilkundlichen Behandlung ist es entscheidend, sich ausreichend Zeit für das Tier und seinen Besitzer zu nehmen. Hier gibt es kein vorgegebenes, eingeschränktes Zeitfenster. Die Behandlung dauert so lange wie nötig, was bei der Erstanamnese schnell mal 2 Std. bedeuten kann – die anschließende Beratung inklusive Medikation und Anleitung der Patientenbesitzer noch nicht mit eingerechnet.
Neue Möglichkeiten bietet in diesem Zusammenhang die moderne Technik mit Geräten wie Smartphone, Tablet & Co. Dadurch werden Videoübertragungen zwischen Behandler und Patientenbesitzer vielleicht bald Alltag in unserer Praxis.
Die Akzeptanz der naturheilkundlichen Behandlung in der Bevölkerung wird erfreulicherweise zunehmend größer, jedoch gibt es hier noch Verbesserungspotential. Dies hat u.a. damit zu tun, dass die Berufsausbildung inklusive Abschlusszertifizierung für Naturheilkundler im Veterinärbereich noch nicht einheitlich vorgeschrieben ist. Es kann also jeder, der sich berufen fühlt, naturheilkundlich am Tier praktizieren. Dem können und sollten seriöse Tierheilpraktiker und Tierärzte entgegenwirken, indem sie offen mit dem Thema umgehen und auf ihre fundierte Aus- oder Fortbildung hinweisen – und wenn möglich auch entsprechende Zertifikate vorzeigen.
Gerade im Zeitalter der derzeitigen Gesetzespolitik, die Humanheilpraktiker am liebsten verbieten würde, werden auch (oder gerade) Tierheilpraktiker genauestens beobachtet, da es auch zum Zeitpunkt dieser Auflage noch keine einheitliche Überprüfung durch ein Gesundheits-/Veterinäramt gibt, welches deutschlandweit diese Ausbildung staatlich anerkennt. Daher ist es umso wichtiger zu wissen, welche Gesetze für dieses Berufsbild maßgeblich sind:
Wie bereits unter Kapitel ▶ 2.1 kurz erläutert, gehören dazu:
Tierschutzgesetz (TSG)
Betäubungsmittelgesetz (§13)
Tiergesundheitsgesetz (TierGesG)
Arzneimittelgesetz (AMG) – (hier u.a. interessant §4, Absatz 1: Blutegel gelten als Fertigarzneimittel)
Heilmittelwerbegesetz (HWG)
Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuch (LFGB)
Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG)
Bundesministerium für Justiz: Futtermittelverordnung (FuttMV)
Verordnung: Zusatzstoffe zur Verwendung in der Tierernährung des europäischen Parlaments – Verordnung (EG) Nr. 1831/2003
Bundesministerium für Justiz: Arzneimittelverschreibungsordnung (AMVV)
Bundesministerium für Justiz: Verordnung über tierärztliche Hausapotheken (TÄHAV)
Bundesministerium für Justiz: Verordnung über Nachweispflichten der Tierhalter für Arzneimittel, die zur Anwendung bei Tieren bestimmt sind (ANTHV)
Binnenmarkt-Tierseuchenschutzverordnung (BMTierSSchV)
Ebenso die neue Datenschutzgrundverordnung, sowie
die Anmeldung beim zuständigen Finanz- und Veterinäramt (dort am besten nachfragen, ob es spezielle Auflagen für das betreffende Bundesland gibt, in dem Sie praktizieren).
Abb. 3.1 Der Heimtierausweis.
Ein Heimtierausweis ( ▶ Abb. 3.1), in den der Impfausweis integriert ist, wird von einem niedergelassenen Tierarzt ausgestellt und ist auf Auslandsreisen Pflicht. Registrierte Kleintiere sind gekennzeichnet mit einem Mikrochip oder – früher – mit einer tätowierten Nummer. Pferde innerhalb der EU benötigen seit dem 1. Juli 2009 einen Equidenpass und müssen seit 2010 gechippt werden. Im Equidenpass werden zusätzlich noch Informationen zum Signalement dokumentiert. Außerdem findet man hier die Erklärung des Besitzers, ob das Pferd ein „Schlacht-“ bzw. „Nicht-Schlachttier“ sein soll (ersteres schränkt Medikamentengaben ein).
Folgende Informationen finden Sie im Heimtierausweis ( ▶ Abb. 3.2):
Abb. 3.2 Innenteil Heimtierausweis.
Name und Adresse des Tierhalters auf Seite 1
Ein Foto des Tieres (freiwillig) auf Seite 2
Name, Art, Rasse, Geschlecht, Geburtsdatum sowie Angaben zum Haarkleid
Mikrochip-Nummer mit Datum der Implantation sowie Angabe der Implantationsstelle bzw. Tätowierungsnummer und dazugehöriges Datum
Abb. 3.3 Impfnachweise im Heimtierausweis.
Alle durchgeführten Impfungen ( ▶ Abb. 3.3) sind zu dokumentieren, und zwar mit
Hersteller und Name (hier wird meist das Etikett der Impfampulle verwendet, sodass auch die Chargennummer zu eruieren ist),
Impfdatum und vor allem dem Datum, bis zu dem die Schutzimpfung gilt,
Stempel und Unterschrift des praktizierenden Tierarztes.
Unabhängig davon, wie Sie zu Impfungen stehen, sollten Sie die entsprechenden Angaben lesen und deuten können. Der Hund kann geimpft werden gegen die Virusinfektionen Hundestaupe, Tollwut, Hepatitis, Parvovirose und Parainfluenza sowie die bakteriellen Leptospiren- und Bordetella-Infektionen. Im Impfausweis finden Sie folgende Eintragungen von Kombi-Impfpräparaten:
SHP+LT+BbPi (bedeutet Impfung gegen Staupe, Hepatitis, Parvovirose, Leptospirose, Bordetella-Infektion und Parainfluenza)
SHP (bedeutet Staupe, Hepatitis, Parvovirose)
SHPPi+LT (bedeutet Staupe, Hepatitis, Parvovirose, Parainfluenza und Leptospirose mit Tollwut)
Die Katze kann geimpft werden gegen Katzenschnupfen, Katzenseuche, Tollwut, Leukose und FIP. Das Pferd kann geimpft werden gegen Tetanus, Influenza, Herpes und Tollwut. Zusätzlich kann das Pferd gegen Druse, Hautpilzerkrankungen, EVA (Equine virale Arteritis) oder die West-Nil-Virus-Infektion geimpft werden.
Auch wenn Sie kein Veterinärstudium absolviert haben, sollten Sie grundsätzliche Dinge auf einem Röntgenbild ( ▶ Abb. 3.4) deuten und verstehen können. Bei einer Röntgenaufnahme handelt es sich um ein zweidimensionales Bild, erzeugt durch elektromagnetische Wellen und je nach Untersuchung unter Zuhilfenahme von Kontrastmitteln. Hartes Gewebe wie Knochen, Fremdkörper oder Prothesen erscheinen als weiße Struktur, Muskeln, Haut und Fettgewebe erscheinen eher gräulich. Luft im Körper zeigt sich gänzlich schwarz.
Praxistipp
Manche Tierärzte bieten Fortbildungen in Röntgenbild-Diagnostik an - fragen Sie nach.
Abb. 3.4 Röntgenbild Hund.
(Quelle: Dr. Paola Brüggeman, Biebergemünd)
Eine Sonderform des Röntgens ist die Computertomographie – ein digitales Röntgenverfahren zur schichtweisen Darstellung des Körpers, je nach Indikation unter Zuhilfenahme von vorher verabreichtem Kontrastmittel. Sie wird beispielsweise oft bei Verdacht auf ein karzinogenes Geschehen im Bauchraum angewandt.
Auch die Sonografie ( ▶ Abb. 3.5) gehört wie das Röntgen zu den sogenannten „bildgebenden Verfahren“. Mit einer sonografischen Untersuchung (auch „Ultraschall“ genannt) können Weichteilgewebe, Gefäße sowie Beschaffenheit und Größe von Organen beurteilt werden. Sichtbar machen kann man damit u.a. Lipome, Karzinome, Leberverfettungen, Kalkablagerungen, Nieren-/Gallensteine etc.
Abb. 3.5 Ultraschallbild einer Leber: Man sieht deutlich den Befund einer Fettleber und eine gefüllte Gallenblase.
Haben die bisher genannten Untersuchungsmöglichkeiten zu keinem eindeutigen Ergebnis geführt, kann die Kernspintomographie („Magnetresonaztomographie“, umgangsprachlich auch „Kernspin“ oder kurz „MRT“ genannt) das diagnostische Mittel der Wahl sein. Auch sie gehört zu den bildgebenden diagnostischen Verfahren. Ohne Strahlenbelastung können die betroffenen Körperareale schichtweise dargestellt werden. Im Gegensatz zur Röntgenaufnahme kann man hier sehr gut den Zustand von Muskeln, Sehnen, ja sogar Knorpel beurteilen – das ist beipielsweise wichtig bei Verletzungen der Wirbelsäule. Da die Tiere während dieser Untersuchung einem enormen Lärmpegel ausgeliefert sind und unbedingt stillliegen müssen, ist diese Untersuchung nur unter Narkose durchführbar.
Als Tierheilpraktiker können Sie genauso Blut abnehmen und einschicken wie eine tierärztliche Praxis. Laboreinrichtungen wie beispielsweise „Laboklin“ oder „Vetscreen“ bieten einen „Rundum-Service“ an. Sie schicken das Blut per Post ein und bekommen die Werte inklusive Befundung zurück. Bei Fragen finden Sie dort stets kompetente Ansprechpartner.
Doch wofür benötigt man als Therapeut ein fundiertes Wissen über Blutwerte?
Präventiv und prophylaktisch: Ist das Tier organisch gesund, zeigen sich Auffälligkeiten, liegen die individuellen Werte im Norm-/Referenzbereich?
Therapiebegleitend: Wie reagieren beispielsweise Nieren und Leber auf diverse Dauermedikationen?
Diagnosen bestätigen/widerlegen/erweitern
Symptome nachvollziehbar erklärbar machen
Prä- und postoperative Betreuung: Ist das Tier organisch stabil genug, die Risiken einer Operation zu überstehen oder ist das Risiko unverantwortlich? Wie ist der postoperative Zustand? Sinkt der HB-Wert? Ist eine Nachblutung zu befürchten?
Sie sehen, nur mit einem ausführlichen, kompetenten Fachwissen über die häufigsten Laborparameter können Sie Ihr Praxisportfolio untermauern.
Info
Bevor Sie eine Katze als Diabetiker abstempeln, weil der Blutzuckerspiegel stark erhöht war: Der Glukosewert steigt gerade bei der Katze, die unter Stress steht, stark an – hier zur Abklärung den Fruktosamin-Langzeitwert abnehmen und bewerten.
Bei einem Pferd hingegen kann sich der LDH-Wert durch den Stress während der Blutentnahme erhöhen; auch hier ist weitere Diagnostik notwendig.
Differentialdiagnostische Anamnese: Der Glukosewert ist bei Diabetes sowie Hyperthyreose erhöht; physiologisch ist er das aber auch bei Hündinnen nach der Läufigkeit.
Bei Auffälligkeiten nicht nur an mögliche Erkrankungen, sondern auch an die jeweiligen Lebensumstände und Haltungsbedingungen denken: So hat ein 15-jähriger Briard eine andere Stoffwechselsituation als ein 3-monatiger Welpe - und ein Freizeitpferd andere Werte und Abnutzungserscheinungen als ein Pferd aus dem Leistungssport.
Der Harnstoffwert aus dem Urin kann physiologisch erhöht sein, wenn das Tier kurz vorher gefressen und tagsüber wenig getrunken hat.
Tab. 3.1
Leberwerte.
Laborparameter
Hund
Katze
Pferd
Einheit
ALT (GPT)
Bis 55
Bis 70
U/l
Gamma GT
Bis 55
Bis 25
U/l
GLDH
Bis 6
Bis 6
Bis 8
U/l
AP
Bis 108
Bis 140
Bis 450
U/l
AST (GOT)
Bis 25
Bis 30
Bis 250
U7l
Gesamteiweiß
54–75
57–94
55–75
g/l
Albumin
25–44
26–56
25–54
g/l
Bilirubin gesamt (I)
Bis 3,4
Bis 3,4
8,6–59,9
µmol/l
Bilirubin direkt (II)
Bis 2,1
Bis 2,1
Bis 49,3
µmol/l
Gallensäuren nüchtern
sonst
Bis 20
Bis 40
Bis 20
Bis 40
Bis 12
µmol/l
µmol/l
Leberwerte – Normwerte entnommen aus der aktuellen Referenzwerte-Tabelle der Firma Vetscreen
Die Leber ist das zentrale Organ, wenn es um den Abbau von Stoffwechselprodukten, Medikamenten und/oder Giftstoffen geht. Desweiteren produziert sie u.a. Gerinnungsfaktoren, speichert Glykogen und verwertet Teile der tierischen Nahrung. Erhöhte Werte ( ▶ Tab. 3.1 ) sind u.U. Hinweise auf
> zerstörte Leberzellen und damit Funktionsstörungen der Leber
> Leberzirrhose; Lebertumore
> Vergiftungen
> Autoimmunerkrankungen
> Diabetes mellitus
> Pankreatitis
> akute/chronische Hepatitis
> Gallenwegsentzündungen
> Fettleber (adipöse Tiere)
> aber auch Tiere aus dem Leistungssport oder an den Krankheitsbildern Hypo-/Hyperthyreose erkrankte Tiere
Tab. 3.2
Nierenwerte.
Laborparameter
Hund
Katze
Pferd
Einheit
Harnstoff
3,3–8,3
5,0–11,3
3,3–6,7
mmol/l
Kreatinin
35–106
Bis 168
71–159
µmol/l
Gesamteiweiß
54–75
57–94
55–75
g/l
Phosphat, anorg.
0,7–1,6
0,8–1,9
0,7–1,5
U/l
Kalium
3,5–5,1
3,0–4,8
2,8–4,5
µmol/l
Natrium
140–155
145–158
125–150
µmol/l
Calcium
2,3–3,0
2,3–3,0
2,5–3,4
mmol/l
Nieren-Normwerte entnommen aus der aktuellen Referenzwerte-Tabelle der Firma Vetscreen
Mit dem Harnstoffwert ( ▶ Tab. 3.2 ) lassen sich Aussagen über die Nierenfunktion und Eiweißstoffwechsel treffen. Das Kreatinin ist ein Nebenprodukt des Muskelstoffwechsels und wird über die Nieren ausgeschieben. Erhöhte Werte weisen u.U. auf Nierenerkrankungen, Niereninsuffizienz, Harnstauung und im weiteren Verlauf Dehydrierung hin. Eine Erhöhung des Gesamteiweißes kann ein Indikator für Nierenerkrankungen, Funktionsstörungen der Leber, Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes sowie eine unzureichende Flüssigkeitszufuhr sein.
Das große Blutbild ( ▶ Tab. 3.3 ) gibt Aufschluß über den Gehalt an Erythrozyten, Leukozyten und Thrombozyten im Blut.
Tab. 3.3
Laborparameter im großen Blutbild.
Laborparameter
Hund
Katze
Pferd
Einheit
Erythrozyten
5,5–8,5
5,0–10,0
6,0–12,0
T/l (=10^12/l)
Hämatokrit
0,44–0,52
0,30–0,44
0,30–0,50
i/l
Hämoglobin
150–190
90–150
110–170
g/l
Leukozyten
Monozyten
Lymphozyten
6,0–12,0
0–4
13–30
6,0–11,0
0–4
15–38
5,0–10,0
0–5
20–45
G/l (=10^9/l)
Granulozyten:
Segmentkernige
Stabkernige
Eosinophile
basophile
55–75
0–4
0–6
0
60–78
0–4
0–6
0–1
45–70
0–6
0–4
0–2
%
%
%
%
Thrombozyten
150–500
180–550
90–300
G/l (=10^9/l)
Blutwerte übernommen aus der aktuellen Referenzwerte-Liste der Firma Vetscreen
Die Erythrozyten (rote Blutzellen) enthalten den Blutfarbstoff Hämoglobin und sind für den Sauerstofftransport zuständig.
Mögliche Ursachen für eine Erhöhung: Dehydratation, Schock, physiologisch (rassebedingt, durch Training oder bei Erregung), Angst
Mögliche Ursachen für eine Verminderung: Anämie, physiologisch (bei Welpen oder bei Gravidität)
Der Hämatokritwert liefert Ihnen Informationen über die Erythrozytenmenge im Blut. Werte unterhalb der Norm können ein Hinweis auf Anämie sein.
Die Thrombozyten (Blutplättchen) nehmen eine entscheidende Rolle bei der Blutgerinnung ein.
Mögliche Ursachen für eine Erhöhung: Blutungen, Entzündungen, Tumorerkrankungen, Splenektomie, Post-OP
Mögliche Ursachen für eine Verminderung: verminderte Produktion durch Knochenmarksschädigung (z.B. bei Infektionen mit FIP oder Parvovirus, Intoxikationen, Tumoren), vermehrter Verbrauch (z.B. durch chronische Blutungen, Immunreaktionen)
Die Leukozyten (oder weiße Blutzellen) sind der zelluläre Teil des Immunsystems. Sie lassen sich unterteilen in Granulozyten, Lymphozyten und Monozyten.
Mögliche Ursachen für eine Erhöhung: bakterielle Infektionskrankheiten, Lymphosarkom, Katzenleukose
Mögliche Ursachen für eine Verminderung: virale Infektionskrankheiten, Septikämien, Blutbildungsstörungen, anaphylaktischer Schock, Salmonellose
Mögliche Ursachen für eine Erhöhung: chronische Entzündungen, Leukose, physiologisch bei Welpen/Fohlen oder in Erregung
Mögliche Ursachen für eine Verminderung: akute Infektionskrankheiten, chronischer Stress, Hyperkortisolismus (Cushing-Syndrom), unter Kortison
Mögliche Ursachen für eine Erhöhung: physiologisch (alte Hunde), chronische Infektionskrankheiten, Nekrosen, chronischer Stress, unter Kortison, Hyperkortisolismus (Cushing-Syndrom)
Granulozyten werden differenziert in neutrophile, basophile und eosinophile Granulozyten.
Neutrophile Granulozyten
Mögliche Ursachen für eine Erhöhung: Infektionskrankheiten (v.a. bakteriell), regenerative Anämien, Leukämie, physiologisch unter Erregung oder während Gravidität, chronischer Stress, unter Kortison, Hyperkortisolismus (Cushing-Syndrom), Arzneimittel (Anabolika, Östrogene)
Mögliche Ursachen für eine Verminderung: Septikämie, Infektionskrankheiten (v.a. viral), Anaphylaxie, Erkrankungen mit Schädigung des Knochenmarks
Eosinophile Granulozyten
Mögliche Ursachen für eine Erhöhung: Allergien, Hypokortisolismus (Addison-Krankheit beim Hund), felines Asthma, Wurmbefall
Mögliche Ursachen für eine Verminderung: chronischer Stress, unter Kortison, Hyperkortisolismus (Cushing-Syndrom)
Basophile Granulozyten
Mögliche Ursachen für eine Erhöhung: basophile Leukämie, Dirofilaria immitis (Herzwurm beim Hund)
Weiterführende Fachliteratur zum Thema „Blutwerte und deren Bedeutung“ finden Sie im ▶ Anhang.
Neben den oben genannten Werten gibt es noch
Pankreaswerte (alpha-Amylase, Lipase, Glucose und Fructosamine)
Muskelwerte (CK, LDH, alpha-HBDH)
Blutfette (Cholestrin und Triglyceride)
Mineralstoffe und Spurenelemente wie Eisen, Zink, Kupfer – Besonderheit Pferd: Selenmangel/Selen-Überversorgung kann eine Reihe unterschiedlicher Symptome provozieren. Als Beispiel seien hier Pseudo-Cushing, EMS, Insulinresistenz oder Jahreszeiten-unabhängiger Fellverlust genannt. Der Referenzbereich liegt aktuell bei 100–200µg/l – Hinweis: der individuelle Selenbedarf eines Pferdes richtet sich u.a. nach seiner körperlichen Beanspruchung.
Hormone (T4, fT4, TSH und Cortisol). Cortisol wird in der Nebenniere hergestellt. Die Normwerte liegen beim Hund bei 5–65ng/ml, bei der Katze bei 3–50ng/ml und beim Pferd bei 30–67ng/ml. Werte unterhalb dieser Grenzen können unter Umständen Erklärungen für Leistungsabfall, Unkonzentriertheit, Schwäche und/oder Übelkeit sein. Werte oberhalb dieser Grenzen, gerade im Zusammenhang mit Stammfettsucht im Nackenbereich, Bindegewebsschwäche, Wundheilungsstörungen, Ödemen und Fellverlust bzw. Fell/Hautproblemen weisen unter Umständen auf das Cushing-Syndrom hin.
In Laboren können Sie Ihre Proben auf sehr viele verschiedene Parameter hin untersuchen lassen. Die Vielfalt an Laborparametern verdeutlicht Ihnen, was Sie zur Diagnosefindung alles untersuchen lassen können (unter dem Link https://vetscreen.de/pages/service/untersuchungsantraege.php können Sie sich beispielhaft die Laborzettel der Firma Vetscreen kostenfrei herunterladen.)
Doch was ist sinnvoll und worauf muss man als Therapeut achten?
Grundsätzlich gibt es unterschiedliche Untersuchungsanforderungen: Handelt es sich um Harn, Blut, Sputum, Haare oder Kot? Für jede „Probe“ gibt es die entsprechenden Röhrchen, die Sie sich vorab von Ihrem jeweiligen Labor, in der Regel kostenfrei, zusenden lassen können. Für Kotproben gibt es meist ein Röhrchen, in dessen Deckel ein kleiner Spatel integriert ist, um eine Kotprobe zu entnehmen. Beschriftet wird mit einem wasserfesten Stift auf der Außenseite: Datum und Uhrzeit der Probenentnahme, Art der Probe (falls nicht ersichtlich) und vorallem Name und Geb.-Datum des Tieres. Das Röhrchen mit der Kotprobe wird dann noch einmal in ein größeres Röhrchen verpackt. Bei Kotproben, sei es im Hinblick auf einen möglichen parasitären Befall oder in Form eines Haemocult-Testes, um Blut im Stuhl nachzuweisen, sind immer 3 Entnahmen in Folge notwendig - d.h. von 3 aufeinanderfolgenden Stuhlgängen werden Proben entnommen und in ein gemeinsames Röhrchen gegeben.
Blutproben: Überprüfen Sie auf jeden Fall vorab auf dem Laborzettel, welches Röhrchen benötigt wird! Ist es ein weißes Serumröhrchen, ein gelbes Glucose-Röhrchen, ein rotes EDTA-Röhrchen, ein lila BSG-Röhrchen (BlutSenkungsGeschwindigkeit – Indiz eines möglichen Entzündungsprozesses im Körper) oder eine Kombination mehrerer Entnahmeröhrchen? Auch hier gilt die gleiche Beschriftung wie auf den Kotproben: Mindestens Datum und Uhrzeit der Entnahme sowie Name und Geb.-Datum des Tieres.
Vitamine: Je nach Untersuchungsauftrag ist es notwenig, lichtgeschützte Versandcontainer für Blutproben zu benutzen. Als Beispiel sei hier das rote EDTA-Röhrchen für Vitamin B1, B2 und B6 genannt oder ein weißes Serumröhrchen für Vitamin A, B3, C und K. Diese Blutproben sollten Sie auf keinen Fall an einem Freitagabend zur Post bringen, da die Proben sonst unter Umständen bis Dienstag brauchen, um im Labor anzukommen und untersucht werden zu können, was das Ergebnis verfälschen würde. Hier rufen Sie vorab am besten das Labor Ihrer Wahl an und fragen nach, wann Sie solche Proben am besten versenden.
Zeitpunkt der Probenentnahme: Um Diabetes mellitus auszuschließen/zu bestätigen, sollten Sie eine BE (Blutentnahme) durchführen, bevor das Tier gefressen hat, also solange es noch nüchtern ist. Denken Sie auch daran, physiologische Vorgänge in Ihre Bewertung miteinzubeziehen, siehe Zusatzinfo zu Beginn des Kapitels (z.B. kann Stress bei einer Katze zu erhöhten Glucosewerten führen).
Füllen Sie den Anforderungsschein gewissenhaft aus!
Um welches Untersuchungsmaterial handelt es sich?
Daten des Patienten sowie der Name des Tierbesitzers
Handelt es sich um ein kastriertes Tier, männlich, weiblich, Vorerkrankungen, Alter, Gewicht
Vorbericht (was können Sie dem Laboranten sonst mitteilen, was könnte zur Diagnosefindung wichtig sein?)
Ihre Anforderungen sonstiger Parameter/gesonderte Wünsche Ihrerseits
Vorausgegangene Laborbefunde
Aktuelle Medikation des Tieres
Tipp: einige Labore bieten unterschiedliche Preisstaffelungen an, abhängig davon, ob die Rechnung an den Patientenbesitzer oder direkt an Sie als Praxis geht. Informieren Sie sich!
Bevor Sie sich auf das Tier konzentrieren, erfragen Sie die bürokratischen Einzelheiten. Name, Telefonnummer und Adresse des Tierhalters sind wichtig.
Um was für ein Tier handelt es sich? (Hund, Katze, Pferd, andere)
Welche Kennzeichen weist es auf?
Rasse
Geschlecht – hier auch gleich erfragen, ob kastriert oder sterilisiert und gegebenenfalls wann
Abzeichen
Chip/Tätowierung sowie Brandzeichen (genau dokumentieren, wo am Körper, abtasten – evtl. hier schon Hinweis auf Störung der Meridiane durch Narbenbildung, kahle Stellen oder ungleichmäßige Wärmeverteilung)
Alter
Warum kommt der Patientenbesitzer zu Ihnen? Gibt es aktuelle Beschwerden und in welcher Symptomatik drücken sie sich aus? Nimmt das Tier eine Schonhaltung ein oder ist es berührungsempfindlich?
Abfrage bisheriger Diagnosen, Behandlungen und aktueller Medikation sowie eventueller Nebenwirkungen
Zum Termin sollte der Besitzer alle relevanten Untersuchungsbefunde und den Impfpass/Equidenpass dabeihaben.
Häusliche Situation/Haltungsbedingungen
Die häusliche Situation ist wichtig für evtl. Verhaltensstörungen oder um gewisse Reaktionen des Tieres nachvollziehen zu können. Handelt es sich – beim Hund – um eine reine Zwingerhaltung oder ist es ein Hund mit Familienanschluss?
Steht das Pferd bei jedem Wetter draußen auf der Weide oder hat es im Bedarfsfall einen Unterstand?
Handelt es sich um eine Einzelhaltung oder eine Haltung im Gruppen-/Herdenverband?
Wie ist das Tier dort integriert?
Ist das Pferd beschlagen? Wann war der letzte Hufschmiedtermin?
Futter- und Wasseraufnahme
Welche Art von Futter (Hund und Katze: Trockenfutter oder Nassfutter, BARFen oder Essensreste, die vom Mittagstisch übrig sind? Zusatzfuttermittel? Pferd: Heu, Kraftfutter, Zusatzfuttermittel?)
Wieviele Mahlzeiten am Tag?
Appetit? Plötzliche Änderungen im Fressverhalten?
Erbrechen bei Hund oder Katze (Hinweis: Pferde können aufgrund ihres besonders stark ausgeprägten Ringmuskels am Mageneingang nicht erbrechen – hier besteht eher die Gefahr einer Kolik)
Steht frisches Wasser bereit?
Änderungen in der Wasseraufnahme?
Kot- und Urinabsatz
Harnabsatz (wie häufig, Beschaffenheit, Harnmenge, Harninkontinenz vorhanden?)
Kotabsatz (wie häufig, Beschaffenheit, Menge, Farbe, Tenesmus vorhanden, regelmäßig/unregelmäßig?)
Bisher haben Sie noch keine „Hand angelegt“, noch nicht körperlich untersucht und trotzdem während des Gesprächs durch aufmerksames Beobachten eine Fülle von Informationen erfasst. Diese gilt es zu dokumentieren. Dazu gehören auch folgende Beobachtungen:
Wie kam die Katze/der Hund in die Praxis – forsch, neugierig, versteckt hinter seinem Herrchen/Frauchen, mit eingezogener Rute, knurrend, mit aufgestelltem Fell oder freundlich und offen? Wie reagiert das Pferd auf seinen Besitzer/auf Sie als Fremdperson? Freundlich, ängstlich, aggressiv oder neugierig? Ist es sichtbar in die Herde integriert oder wird es verbissen/steht abseits? Zeigt sich ein typisches „Schmerzgesicht“ (siehe Kapitel ▶ Schmerz)?
Erkundet es während des Gesprächs das Praxiszimmer oder bleibt das Tier ängstlich bei seinem Besitzer (oder sogar auf dessen Schoß)?
Lässt es sich von Ihnen anfassen, reagiert es auf Ihre Ansprache?
Körperliche Ebene: Wie läuft das Tier, sind Lahmheiten erkennbar, hechelt oder speichelt es vermehrt, kratzt es sich übertrieben oft oder schüttelt den Kopf?
Wir untersuchen das Tier sprichwörtlich „von Kopf bis Fuß“. Anatomische Kenntnisse sind dafür Voraussetzung. Untersucht wird von kranial nach kaudal. Im Folgenden finden Sie stichwortartig aufgelistet, woraus Sie achten sollten. Wenn nicht ausdrücklich erwähnt, gelten die Hinweise jeweils für alle drei Tierarten.
Körperhaltung (aufrecht, Schonhaltung, eingezogene Rute, Katzenbuckel, nach hinten geklappte Ohren, rollende Augen ...)
Gang (flüssig oder schleifend, Lahmheiten, werden alle 4 Extremitäten gleichmäßig belastet?)
Körperbau (Fehlstellungen, angeborene Fehlbildungen?)
Entwicklungszustand
Alter
Gebiss (vollständig/unvollständig, welche Zähne fehlen?, Milchgebiss/Permanentgebiss, Zahnfehlstellungen wie beispielsweise Überbiss)
Beschaffenheit der Schleimhäute (physiologisch rosa oder weiß, blassrosa, gerötet)
Ernährungszustand, Gewicht, Größe
Pflegezustand: gesamte Erscheinung des Haarkleids (glänzend, fettig, schuppig), Haarausfall oder -bruch, parasitärer Befall, Haut und Unterhaut (vergessen Sie bei Hund und Katze nicht die Zehenzwischenräume). Sichtbare infizierte Wunden/Entzündungen, Krallenlänge/-abnutzung (gleichmäßig oder unterschiedlich, gespalten). Beim Pferd besonderes Augenmerk auf die Hufsituation: Sind sie beschlagen, wann war der letzte Hufschmiedtermin? Sind die Hufe gleichmäßig warm und damit gut durchblutet? Im Idealfall sollten die Hufe eine geschlossene weiße Linie, eine natürliche Sohlenwölbung und einen gut entwickelten Strahl aufweisen. Das Pferd sollte keine Schonhaltung einnehmen.
Info
Veränderte Schleimhäute geben oft einen Hinweis auf eine Entzündung oder mangelnde Sauerstoffversorgung.
Untersuchen Sie
die Ohren: sauber, gerötet, riechend (einseitig, beidseitig), Abwehrhaltung oder Kopfschiefstand, Kopfschütteln
die Augen inkl. Nickhaut: Lidschlussreflex, Pupillen im Hinblick auf Größe und Seitengleichheit, Lichtscheue (einseitig, beidseitig), Rötung, Eiterung, Tränenfluss, Fremdkörper, Schwellung, Linsentrübung. Zur Untersuchung der Nickhaut ziehen Sie das untere Augenlid bei Hund/Katze/Pferd vorsichtig nach unten.
die Nase/Nüstern: Ausfluss (einseitig, beidseitig), Verkrustungen, Schrunden, wund, trocken
das Maul: Risse, Geruch, Entzündungen der Maulschleimhaut, ▶ Zähne
Zahnstein vorhanden?
den Kopf an sich unter Beachtung rassespezifischer Merkmale (so z.B. angeborene Steh- oder Hängeohren, breite, ausgeprägte Stirn wie beim Boxer oder eher schmal wie bei einem Terrier; Schädeldecke ebenfalls oft rassespezifisch; Augen beidseitig eine Farbe oder unterschiedlich wie beispielsweise bei einigen Huskys)
besonders beim Pferd: die Halsmuskulatur und den Bereich der Sattellage. Wie ist die Hals-/Rückenmuskulatur ausgebildet? Eine gut ausgebildete Halsmuskulatur ermöglicht ausreichende Bewegungsfreiheit der Schultern, in weiterer Folge des langen Rückenmuskels und nicht zuletzt eine ausreichende Funktionalität der Hinterhand. Gibt es erkennbaren Haarbruch/Druckstellen/Schwellungen oder Ähnliches im Bereich der Sattellage? Untersuchen Sie das Pferd am besten erst ohne Sattel, dann mit Sattel und anschließend mit Sattel und Reiter. Nicht selten sorgen ein unpassender Sattel, ungleich lange Bügel/Gurte, ein schief sitzender Reiter oder ein bisher unbemerkter piksender Fremdkörper in der Satteldecke für Probleme.
Info
Pigmentflecken auf der Zunge eines Hundes müssen nicht unbedingt pathologisch sein – so hat beispielsweise der Chow-Chow rassebedingt durch Pigmenteinlagerungen eine bläuliche Zunge.
Störungen der Futteraufnahme bei Hund und Katze können durch Fremdkörper wie Knochenfragmente oder Stöckchensplitter im Zahnfleisch oder zwischen den Zähnen bedingt sein.
Palpieren Sie die einzelnen Lymphknoten ( ▶ Abb. 5.1) möglichst beidseitig mit Ihrem Daumen, Zeigefinger und Mittelfinger. Beginnen Sie am Ohrgrund mit den Lnn. parotidei und arbeiten Sie sich weiter vor zu den Lnn. mandibulares am Unterkieferwinkel. Oberhalb des Buggelenks befinden sich die oberflächlichen Halslymphknoten (Lnn. cervicales superficiales), in den Achselhöhlen die Lnn. axillares. Die wohl bekanntesten Lymphknoten (Lnn. poplitei) ertasten Sie in der Kniekehle und die Lnn. inguinales in der Leiste. Achten Sie bei der Dokumentation auf Größe (im Normalfall sind sie kaum zu tasten), Verschieblichkeit, Druckdolenz sowie Temperaturunterschiede zur angrenzenden Umgebung.
Abb. 5.1 Lymphknoten bei der Katze.
Für eine möglichst umfassende Diagnostik sollten Sie das Tier sowohl im Ruhezustand als auch in der Bewegung genau beobachten. Bei einem Pferd kann dies bedeuten, dass der Halter ganz schön ins Schwitzen gerät, wenn Sie ihn mit seinem Vierbeiner vortraben lassen. Streichen Sie anschließend mit dem Handrücken den Körper ab – Temperaturunterschiede bemerken Sie auf diese Weise sofort und geben dem Tier nebenbei ein beruhigendes Gefühl.
Untersuchung im Ruhezustand:
Stand, Aufstehen, Hinsetzen und Legen (nur Hund, evtl. Katze)
Anzahl der Gliedmaßen, mögliche Deformierung, Rückenform (Beispiel Deutscher Schäferhund; ihn gibt es aus Zuchtlinien mit geradem oder durchhängendem Rücken); Besonderheit beim Pferd: Wie sind Vorderhand, Mittelhand und Hinterhand ausgebildet? Wenn Sie das Pferd gedanklich dritteln: Ist die Hinterhand vielleicht wesentlich kürzer angelegt, womit orthopädische Probleme vorprogrammiert wären? Verlaufen Rücken- und Bauchlinie parallel? Ist der Trapezmuskel ausreichend ausgebildet?
Beschaffenheit der Pfoten/Hufe, wann war der Hufschmied das letzte Mal vor Ort?
Umfangsvermehrungen, Verletzungen akut oder chronisch, Belastungsschmerz, Muskelatrophie einseitig oder beidseitig?
Untersuchung in der Bewegung:
Lahmen, Steifigkeit, Bewegungsunfähigkeit. Wird das Lahmen nach dem Einlaufen besser/extremer? Welches Bein ist betroffen, kann das Tier enge Wendungen gehen (Pferd/Hund), wie benutzt es dabei die Hufe/Pfoten, gibt es einen „Überkreuzgang“?
Pferd: Wie läuft es im Schritt/Trab auf der Geraden, auf gebogener Linie, auf hartem und weichem Boden?
Haltung der Rute/des Schwanzes bei Hund und Katze, des Schweifs beim Pferd
Die Atmung gehört zu den elementarsten Überlebensfunktionen. Sie ist durch das Heben und Senken des Brustkorbs zu sehen und am Brustkorb zu ertasten; verstärkte Atemgeräusche sind auch zu hören. Physiologisch erhöht ist die Atemfrequenz bei körperlicher Anstrengung wie einem Ausritt oder Bällchenspielen mit dem Hund; physiologisch reduziert ist sie beim anschließenden Erholungsschlaf.
Atmungsapparat allgemein:
Beurteilung und Dokumentation von Frequenz, Rhythmus und Tiefe der Atmung sowie des Atemtyps (abdominale Atmung oder thorakale Atmung). Das Tier atmet im Ruhezustand mit geschlossener Schnauze. Die Atemzüge können durch die Bewegung der Rippen am Ende des Rippenbogens gezählt werden. Wenn das Tier vor Aufregung hechelt und Sie mit Ihrem Stethoskop nicht vernünftig abhören können, bitten Sie den Patientenbesitzer, das Maul des Tieres kurz zuzuhalten (Nase natürlich freihalten und Zunge nicht einquetschen!). Beim Pferd stellen Sie sich am besten schräg neben das Tier und beobachten seine Flanken oder fühlen die Atmung am Rippenbogen.
ggf. Husten beurteilen, z.B. feucht/trocken, laut/matt, heiser/bellend, quälend, Auswurf (eitrig, gelblich, grünlich, stinkend), Auftreten zu bestimmter Tages-/Uhrzeit, an bestimmtem Standort?
Lunge
Untersuchung der Lungengrenzen, wahlweise mit einem Plessimeter und Perkussionshammer oder mit den Fingern. Es ist wichtig, die Lungengrenzen zu kennen, um eine eventuell überblähte Lunge zu diagnostizieren.
Pathologische Atemgeräusche in Form von Reibe-, Knister-, oder Rasselgeräuschen (feucht oder trocken, blubbernd, pfeifend ...)?
Info
Bei Atmungsauffälligkeiten erheben Sie eine ausführliche Anamnese. Ein flach, oberflächlich und schnell atmendes Tier (Tachypnoe) kann sowohl unter Schock stehen oder aber im physiologischen Fall ein Wettrennen mit Artgenossen hinter sich gebracht haben. Eine stark verlangsamte Atmung kann in der Regenerationsphase nach dem Spiel mit Artgenossen physiologischen Ursprungs sein, im schlimmsten Fall aber auch die Folge einer Vergiftung mit beispielsweise Schneckenkorn.
Bei einer Kussmaul'schen (d.h. einer tiefen und regelmäßigen Atmung ohne vermehrte Atemgeräusche) bzw. Cheyne-Stokes-Atmung (hier nimmt die Tiefe der Atemzüge immer mehr ab, bis es zur kurzzeitigen Apnoe kommt; anschließend verstärkt sich die Atmung wieder, teilweise erschwert und mit veränderter Frequenz) sollten Sie an Hirnschädigungen, diabetisches Koma und Ähnliches denken und entsprechend handeln. Zur Abklärung überweisen Sie an die Tierklinik.
Bei einer brustkorbbetonten Atmung stellt sich u.a. die Frage nach Flüssigkeitsansammlungen oder Tumoren im Bauchraum; Anzeichen sind u.a. Schmerzen im Thoraxbereich und Druckempfindlichkeit. Auch hier bitte zur endgültigen Abklärung in eine Tierklinik überweisen.
Bei Katze und Hund messen Sie den Puls an der Arteria femoralis in der Leiste, an der Oberschenkelinnenseite Richtung Hüftgelenk, und zwar beidseits, wahlweise auch an der Arteria coccygea an der Schwanzunterseite. Beim Pferd hört man entweder mit dem Stethoskop hinter dem linken Ellbogenhöcker die Herzfrequenz oder fühlt den Puls mit den Fingern am Unterkiefer (Arteria mandibularis). Zählen Sie 15 Sekunden lang die Pulsschläge, anschließend multiplizieren Sie mit dem Faktor 4 und haben den Minutenwert.
Bei der Pulsmessung sollten Sie die Frequenz (Minutenwert), Regelmäßigkeit und Stärke der Pulsschläge beurteilen. Achten Sie bei den Herztönen zusätzlich auf Extrasystolen oder Geräusche.
Info
Zur Auffrischung: Auf der linken Seite des Brustkorbs liegt beim Hund/Pferd im 3. ICR die Pulmonalklappe, im 4. ICR die Aortenklappe (beim Pferd in Höhe des Buggelenks) und im 5. ICR die Mitralklappe. Auf der rechten Seite hört man im 4. ICR die Trikuspidalklappe. Bei der Katze liegt die Pulmonalklappe im 2./3. ICR, die Aortenklappe im 3. ICR und die Mitralklappe im 4./5. ICR links, die Trikuspidalklappe im 4./5. ICR auf der rechten Seite. Im Normalfall ist das Herzgeräusch abgegrenzt; Sie hören ein unverwaschenes „Bu-dupp“. Um ein Pulsdefizit festzustellen, müssen Sie gleichzeitig den Puls messen und das Herz abhören. Ein Septumdefekt beim Pferd zeigt sich charakteristisch durch laute Herzgeräusche beidseits. Zur Abklärung sollten Sie hier mit einem Tierarzt zusammenarbeiten.
Die weiblichen Geschlechtsorgane umfassen die Eierstöcke, die Eileiter, den Uterus, die Vagina und die Gesäugeleiste inkl. der Zitzen und der Vulva, wobei wir als Heilpraktiker nur die äußeren Organe untersuchen können. Achten Sie auf Entzündungszeichen, Hautveränderungen, Schmerzsymptomatik, parasitären Befall und Ähnliches. Wenn Sie differentialdiagnostisch mögliche Erkrankungen der inneren Geschlechtsorgane feststellen, ist die Überweisung zu einem Tierarzt zur ▶ Sonografie unerlässlich.
Katzen werden mehrmals im Jahr „rollig“, sie sind im Fachjargon „saisonal polyöstrisch“. Hündinnen werden in der Regel 2 x jährlich läufig. Im Gegensatz dazu gilt bei Pferden der „saisonale Anöstrus“, d.h., in der kalten Jahreszeit setzt die Eierstocktätigkeit aus. Wenn die Tage länger und wärmer werden, haben Stuten einen Zyklus von 21 Tagen.
Vagina: auf eventuelle Entzündungszeichen und Ausfluss (Menge, Geruch, wundmachend?) untersuchen
Zitzen bei Hund/Katze: Sind sie vollständig, eventuell eingezogen, verkrustet, entzündet, nässend, ist sogar ein Milcheinschuss bei einer Scheinträchtigkeit zu beobachten? Untersuchen Sie die Gesäugeleiste im Hinblick auf Rötung, Spannung, Berührungsempfindlichkeit, eventuelle Wunden, Wassereinlagerungen oder Abwehrspannung.
In Obhut des Menschen nehmen viele Stuten nicht gut auf. Im Zusammenhang damit ist oft wässriger bis eitriger Scheidenausfluss zu beobachten; der Ausfluss hat eine klebrige Konsistenz und haftet im Schweif oder an den Schenkeln. Dies ist oft ein Hinweis auf eine Endometritis – ebenso wie das „Umrossen“ (dabei wird die Stute nach erfolgtem Deckakt erneut rossig – in der Regel hat sie nicht aufgenommen oder die sich entwickelnde Frucht wurde intrauterin resorbiert). Hier sollte ein Tierarzt mittels Gewebeprobe, vaginaler Untersuchung und Sonografie Klärung bringen; ebenso wie bei einem apathischen Tier mit Abwehrspannung und eitrigem Ausfluss, welcher eventuell ein Indiz für eine Entzündung des Uterus oder der Ovarien ist.
Bei einer Hündin können blutiger oder wässriger Ausfluss aus der Scheide und ausbleibende Läufigkeit ein Hinweis auf Störungen des Hormonzyklus oder eine Gebärmutterentzündung (Pyometra) sein – lassen Sie ein Blutbild machen, Hormonspiegel und Entzündungsparameter untersuchen und stimmen Sie Ihre Therapie auf die Ergebnisse ab.
Geschwollene Zitzen ohne Entzündung deuten auf Milcheinschuss oder Scheinträchtigkeit hin; ein verhärtetes Gesäuge mit vollen Zitzen eher auf einen möglichen Milchstau, und ein geschwollenes Gesäuge mit entzündeten, verhärteten oder druckempfindlichen Zitzen in Verbindung mit erhöhter Körpertemperatur weist auf eine Gesäugeentzündung hin.
Bei folgenden Symptomen ist an eine Erkrankung der inneren Geschlechtsorgane zu denken: geschwollene Scheide, kein Ausfluss, Hündin setzt oft und in kleinen Mengen Urin ab, ist interessant für Rüden – auch dies ist ein Hinweis auf eine mögliche Störung im Hormonzyklus.
Die Geschlechtsorgane bestehen aus den Hoden, Nebenhoden, den Samenleitern sowie der Harnröhre, der Prostata und dem Penis (beim Pferd der sogenannte „Schlauch“) mit Vorhaut. Beim Hengst wiegt manchmal der linke Hoden mehr als der rechte und liegt etwas tiefer. Hierbei handelt es sich weder um einen Gendefekt noch um eine Erkrankung. Die Natur hat diese „Anomalie“ so eingerichtet, um das Risiko einer Hodenquetschung zu vermeiden.
Penis: Ist er entzündet, geschwollen, lässt sich das Präputium (die Vorhaut) problemlos zurückschieben bzw. wie ist sie beschaffen?
Ausfluss? Welche Konsistenz, Geruch, wundmachend, ist Blut enthalten? Verwenden Sie dafür einen Urinteststreifen.
Hoden: tastbar, geschwollen, schmerzempfindlich, unterschiedlich in Größe, Temperatur, Form, Ort (eventuell im Bauchraum)?
Info
Leckt sich ein Tier an seinen Geschlechtsorganen, ist dies unter Umständen ein Hinweis auf eine Entzündung, eine Fissur, auf parasitären Befall oder eine Kontaktallergie.
Katzen/Hunde haben links und rechts etwas unterhalb des Afters zwei Analdrüsen, die eine Flüssigkeit produzieren, welche mit dem Kot ausgeschieden wird und unter Tieren der Kommunikation („Reviermarkierung“) dient. Im Normalfall und bei gesunder Ernährung (im Idealfall „BARFen“) werden die Drüsen beim Koten ausreichend ausgedrückt. Geschieht dies nicht, können sich die Analdrüsen entzünden.
After (Hund, Katze, Pferd): Sind Risse, Ekzeme, wundmachendes Sekret, Ausfluss oder blumenkohlähnliche Gebilde zu sehen? Ist der After geschwollen, gerötet, druckdolent? Eine gewisse Abwehrhaltung ist bei der Untersuchung dieser Regionen allerdings normal.
Analdrüsen (Hund, Katze): Sind Entzündungszeichen vorhanden? Druckdolenz?
Kotabsatz (Hund, Katze, Pferd): Häufigkeit, Menge, Beschaffenheit (Konsistenz, Farbe, Geruch, sichtbarer Eiter, Parasiten, Fremdkörper, sichtbares Blut etc.). Wie ist der Gehalt an unverdauten Bestandteilen?
Pferd: Wenn Schweif/Hinterbeine stark verkotet sind, an Kotwasser denken.
Info
Ständiges Lecken im Analbereich oder „Schlittenfahren“ (der Hund rutscht dabei mit seinem Gesäß über den Boden), Im-Kreis-Laufen oder Schnappen nach der eigenen Rute sind meist Hinweise auf gefüllte/entzündete Analdrüsen oder Wurmbefall. Ist der Kot hart und schmerzhaft beim Absetzen in Verbindung mit mangelnder Bewegungslust, kann dies ebenfalls für gefüllte/entzündete Analdrüsen sprechen.
Bei Blutungen: Frisches, hellrotes Blut spricht in der Regel für eine analnahe Blutung, z.B. durch eine geplatzte Hämorrhoide; dunkles Blut/Teerstuhl spricht dagegen eher für eine Blutung im Bereich des Darms. Hier unbedingt an ein karzinogenes Geschehen denken und an den Tierarzt zur weiteren Abklärung überweisen.
Der Harnapparat umfasst die Nieren, die ableitenden Harnwege, Harnröhre, Prostata und Blase. Die Nieren liegen retroperitoneal in Höhe von Th12–L2, beiderseits der Wirbelsäule. Die Blase kann man bei Hund und Katze von dorsal mit beiden Händen palpieren. Auffallen würde eine Druckdolenz. In diesem Fall wären Zusatzuntersuchungen wie Röntgen, Ultraschall und eine Harnuntersuchung notwendig. Untersuchen Sie außerdem rektal die Prostata (eine leicht fühlbare, gelappte Drüse). Beim Pferd muss eine rektale Untersuchung durch den behandelnden Tierarzt erfolgen. Befragen Sie den Patientenbesitzer im Hinblick auf:
Harnabsatz (bei Hund/Katze; lässt sich beim Pferd schwer beobachten)
Harninkontinenz vorhanden?
Uhrzeit und Regelmäßigkeit der Inkontinenz im Hinblick auf physiologische Ursachen wie z. B. zu lange Phasen ohne Auslauf/Bewegung
Retentio secundinarum, Tenesmus
Harnmenge (Wie oft tgl.? Auch nachts? Wie viel trinkt das Tier am Tag?); evtl. Pollakisurie (Miktionsstörung in Form von häufigem Wasserlassen, geringe Urinmengen)
Harnuntersuchung per Urinteststreifen (ph-Wert, Glukose, Eiweiß, Leukozyten etc. im Urin bestimmen); Bewertung hinsichtlich Farbe, Geruch, eventuellen Beimengungen wie z. B. „Eiweißflocken“ oder Blut.
Praxistipp
Lassen Sie den Patientenbesitzer zur Urinabgabe mit seinem Hund nach draußen gehen und geben Sie ihm eine Schöpfkelle mit, die er unter den Urinstrahl halten soll, sobald sein Hund uriniert. Bei Katzen funktioniert das natürlich kaum. Pferde lassen sich ebenfalls ungern stören, daher muss hier mit Tricks gearbeitet werden. Viele Pferdebesitzer haben da ihre eigenen Methoden, angefangen von Brennnesseltee, der eine harntreibende Wirkung hat, bis zu einem langen Stab, an dem ein Plastikgefäß befestigt ist, sodass man aus der Entfernung eine Urinprobe nehmen kann, ohne dass sich das Pferd gestört fühlt und einhält.
Die Untersuchung und die Befragung der Patientenbesitzer sind in diesem Bereich besonders wichtig, denn das Sprichwort „Gesundheit geht durch den Magen“ kommt nicht von ungefähr. Aus naturheilkundlicher Sicht haben viele Allergien ihren Ursprung in einer ungesunden Darmflora, der Organismus ist übersäuert. Die sogenannte Undulationsprüfung bei Hund und Katze kann Aufschluss über Flüssigkeiten in der Bauchhöhle geben. Dazu tippen Sie mit den Fingern der rechten Hand auf die Rippen des Tieres und fühlen an der gegenüberliegenden Seite ggf. Schwingungen von freier Flüssigkeit in der Bauchhöhle.
Fragen Sie in der Anamnese nach:
Appetit des Tieres: vermindert, vermehrt, abartig (z.B. Kotfressen), aufgehoben. Hund/Katze: Zu welcher Zeit frisst das Tier? Nimmt es das angebotene Futter auf einmal oder lässt es das Futter stehen und geht nur ab und zu zum Futternapf? Knurrt es, wenn der Besitzer oder andere Haustiere an den Napf gehen?
Durst des Tieres: vermehrt, vermindert, abartig, aufgehoben. Bevorzugt es kaltes oder warmes Wasser?
Art und Weise der Wasser- und Futteraufnahme: Wie ist das Kauen und Abschlucken – eher zögerlich oder gierig? Erkennbarer Futterneid?
Erbrechen (nur bei Hund/Katze): Häufigkeit, Konsistenz, Beimengungen, Geruch, zeitlicher Abstand zu vorausgegangener Nahrungsaufnahme
Untersuchung des Abdomens im Hinblick auf Spannung/Abwehrspannung, Darmperistaltik, Umfangsvermehrung, tastbare Knoten
Info
Normalerweise sind die Leberränder unterhalb des Rippenbogens bei Hund und Katze nicht tastbar, es sei denn, das Tier hat eine Stauungs- oder Fettleber.
Bei Abwehrspannungen des Unterbauches auch an Gebärmutterentzündungen, Eileiterschwangerschaften, Nierenbeckenentzündungen oder Ähnliches denken – unter Umständen Blutentnahme durch Sie und Sonografie durch den Tierarzt.
Knoten, die Sie ertasten, befunden Sie hinsichtlich Größe, möglicher Schmerzsymptomatik, Verschieblichkeit und Temperatur im Unterschied zur Umgebung. Nach Absprache mit dem Besitzer können Sie mittels Maßband eine Fotodokumentation zu einer möglichen Umfangsvermehrung in die Akten legen.
Bei einer neurologischen Untersuchung überprüfen Sie
Bewusstsein und Verhalten: Ist das Tier bewusstseinseingeschränkt? Nimmt es aktiv an der Untersuchung teil oder liegt es apathisch in einer Ecke? Einfache Tests wie beispielsweise Händeklatschen oder das Rufen der Bezugsperson, die sich zuvor hinter einer Tür versteckt hat, geben schnell Aufschluss über den Bewusstseinszustand.
Oberflächensensibilität: Piksen Sie die Haut mit einem Bleistift an.
Tiefensensibilität: Geben Sie plötzlichen Druck mit den Händen auf eine Hautfalte.
Haltung: Belastet das Tier alle Extremitäten gleichmäßig? Werden die Extremitäten physiologisch koordiniert oder ist ggf. eine Zwangshaltung vorhanden (hier auch die Rute beziehungsweise den Schweif nicht außer Acht lassen)?
Lähmungen: Welche Extremität ist betroffen, wann tritt die Lähmung auf? Bei Belastung, in Ruhe, auf gerader Ebene, auf schräger Ebene?
Lähmungen im Bereich der Wirbelsäule: Wohin strahlt der Schmerz, Bewegungseinschränkung, beginnende Harn-/Stuhlinkontinenz? Denken Sie in diesem Fall beim Hund an Dackellähme.
Art der Lähmung: zentral, peripher, spastisch, schlaff
Krämpfe, Ataxien?
Reflexe (Pupillenreflex, Lidschlussreflex, Schluckreflex, Patellarreflex, Umstellreflex)
Info
Zu den häufigsten neurologischen Krankheitsbildern bei Katze, Hund und Pferd zählen das Wobbler-Syndrom (siehe Kapitel ▶ Wobbler-Syndrom) sowie die Spondylose. Hund und Katze erkranken häufig an Epilepsie, wobei diese beim Hund oft genetisch vererbt wurde. Hunde sind zudem besonders anfällig für den Bandscheibenvorfall und das Cauda-Equina-Kompressionssyndrom. Die möglichen Behandlungsformen und -grenzen finden Sie unter den jeweiligen Indikationen. Manche neurologischen Probleme zeigen sich u.a. durch eine gestörte Haltungskorrektur. Bei Hund/Katze verdrehen Sie dazu vorsichtig eine Pfote mit der unteren Seite nach oben – im Normalfall erfolgt eine sofortige Korrektur.
Um Aussagen über das psychische Verhalten des Tieres zu erhalten, brauchen Sie die Aussagen des Besitzers sowie Ihre eigene Beobachtungsgabe. Sind Sie beispielsweise zu einem Hausbesuch am Stall, analysieren Sie das Verhalten des Pferdes gegenüber seinen Artgenossen: Ist es in die Gruppe integriert, wird es isoliert oder ist es gar das „schwächste Glied“ und wird ständig gebissen? Fress- und Trinkgewohnheiten in Abhängigkeit von Artgenossen sind ebenfalls zu erfragen.
Wie verhält sich das Tier seinem Besitzer gegenüber? Gehorcht es? Bilden die beiden ein Team oder haben Sie das Gefühl, das Tier hat Angst vor dem Besitzer? Zeigt es Ausweichmanöver, wenn es gerufen wird? Das könnte eventuell ein Anzeichen dafür sein, dass es geschlagen wird. Diese Punkte sind ebenfalls von Bedeutung, auch wenn sie nicht angenehm zu dokumentieren sind – schließlich hat der Besitzer Sie zu Hilfe gerufen. Weitere Punkte zum Verhalten finden Sie im Kapitel ▶ 6.3.
Zum Abschluss noch einmal die Normwerte der Vitalfunktionen ( ▶ Tab. 5.1 ) – je nach Literatur werden Sie teilweise leicht abweichende Angaben finden.
Tab. 5.1
Vitalzeichen.
Parameter
Hund
Katze
Pferd
Temperatur
38°C–39°C, bei Welpen bis max. 1°C höher
38,3°C–39,2°C
37,5°C–38,2°C
Pulsschläge pro Minute
60–120/min, 90–210/min bei Welpen
110–130/min
28–40/min
Atemzüge pro Minute
10–30/min (großer Hund), 20–30/min (kleiner Hund), 30–50/min Welpe
20–30/min
4–16/min
Blutdruck
60(80)–100(140)mmHg
60(80)–100(140)mmHg
70(85)-110(125)mmHg
Läufigkeit
7.–10. Monat
6.–8. Monat
geschlechtsreif mit 18 Monaten
Trinkmenge pro Tag
70ml pro kg KG
40ml pro kg KG
30–60l pro Tag
Urinabsatz pro Tag
