Praxisguide Fahrtensegeln - Leon Schulz - E-Book

Praxisguide Fahrtensegeln E-Book

Leon Schulz

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Beschreibung

Alles über das Fahrtensegeln: Handbuch für Segelanfänger und Fortgeschrittene Fahrtensegler sind im Gegensatz zu Regatta-Skippern und Blauwasser-Enthusiasten eher gemütlich unterwegs. Ihnen geht es nicht um Rekorde und Platzierungen, sondern um Reisefreude und Entspannung auf dem Wasser. Aber ob Tagesausflug mit dem Boot oder Leinen los zum Segelurlaub mit der Familie – auch Fahrtensegeln will gelernt sein! Dieser Ratgeber für Segelanfänger und Fortgeschrittene enthält alles, was Sie wissen müssen, bevor Sie Ihre erste Segelreise antreten. Damit Sie sich schnell zurechtfinden, ist das praktische Handbuch anhand von typischen Fragen aufgebaut und gibt viele Tipps: von der Auswahl des Bootes über den Umgang mit Wetterprognosen und Windvorhersagen bis hin zum benötigten Segelzubehör. • Der perfekte Einstieg ins Fahrtensegeln für Anfänger, Fortgeschrittene und Segler jeden Alters – kenntnisreich und leicht verständlich geschrieben • Mit allen Infos und hilfreichen Praxistipps zu Segelrevieren, Bootstypen, der richtigen Segelausrüstung und vielem mehr • Für die Sicherheit auf dem Wasser: Woher Sie gute Wetterprognosen bekommen und wie Sie Ihr Boot sicher segeln • Mit übersichtlicher Gliederung und zusammenfassenden Infokästen am Ende jedes Kapitels für schnelle Orientierung Von Bootstypen bis Wetterbericht: praktische Segeltipps vom Profi Welches Segelrevier eignet sich am besten für Anfänger? Woran erkennt man eine geeignete Fahrtenyacht? Und braucht es beim ersten Törn unbedingt das teuerste Segelzubehör? Leon Schulz, versierter Yacht-Instructor und ausgewiesener Experte im Fahrtensegeln, beantwortet alle Fragen kompetent und leicht verständlich. Übersichtliche Infokästen fassen die Inhalte jedes Kapitels kompakt zusammen und enthalten praxisnahe Tipps, die Sie auf Ihrem nächsten Segeltörn umsetzen können. Ob kleine Jolle oder große Yacht, ob erfahren oder Neuling an der Pinne – in diesem Buch erfahren Sie alles Wissenswerte über das Fahrtensegeln!

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Seitenzahl: 450

Veröffentlichungsjahr: 2021

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LEON SCHULZ

PRAXISGUIDE

FAHRTEN SEGELN

VOM TRAUM ZUM TÖRN

Für Gaby, die sich zu jedem Segel-Saisonstart einen kompakten Refresher wünscht. Mögen wir noch viele Jahre gemeinsam, sicher, komfortabel und gemütlich die Welt mit unserem Segelboot bereisen und erkunden.

INHALT

Einleitung

Das Segelrevier

Das Fahrtenschiff

Konstruktion und Ausbau

Innenausstattung

Sicherheit des Schiffes

Gebrauchtboote

Sicherheits- und Notfallausrüstung

Kompetenz

Ausrüstung

Die Rettungsweste

Die Rettungsinsel

Notsender

Blitzeinschlag

Feuer und Gas

Wartung, Pflege und Zustand

Vor dem Ablegen

Der Bootscheck

Der Motor

Planung

Der Crewcheck

Kleidung

Seekrankheit

Wachen, Aufgaben und Regeln

Der Wettercheck

Das globale Wetter

Mittelmeerwetter

Atlantische Küste

Ost- und Nordseewetter

Wellen

Nebel

Wetter-Apps, Wetterbesprechung und Planung

Der Navigationscheck

Grobe Abschätzung des Törns

Gefahren und Funkfrequenzen

Gezeitenhöhen

Gezeitenströmung

Der zu steuernde Kurs – Course to Steer (CTS)

Geschätzte Position – Estimated Position (EP)

Pilotage- und Passageplan

Der Törn

Hafenmanöver

Anlegen

Ablegen

Segeln

Segel setzen und trimmen

Segel reffen

Navigieren

Ausguck und Kollisionsverhütung (KVR)

Nachtsegeln

Nebel und Radar

Aufstoppen und MOB

Ankern

Der Sundowner

Danksagung

Register

EINLEITUNG

Was bedeutet eigentlich das Wort »Fahrtensegeln«?

Das aus »Fahrt« und »Segeln« zusammengesetzte Wort will viel mehr zum Ausdruck bringen als Boot fahren oder einfach nur segeln. Es steckt so viel Dynamik darin, so viel Abenteuer und so viel Freiheit.

Ein Leben in harmonischer Verbundenheit mit der Natur lässt uns echter, ehrlicher und aufmerksamer leben. Wir spüren die natürlichen Wurzeln unserer Existenz. Prioritäten verschieben sich wie selbstverständlich von materiellen und existenziellen Aspekten hin zur Freude an der Natur und allem Lebendigen. Damit kommen wir – vielleicht für manche überraschend – auch unserem eigenen Selbst näher. Wer die Natur und das Leben um sich herum wertschätzend wahrnimmt, wird auch sich selbst gegenüber eine akzeptierende, wohlwollende und liebevolle Haltung einnehmen. Vielleicht ist es das, was einen großen Teil der Faszination des Fahrtensegelns ausmacht und der Grund dafür ist, warum man nicht selten auch schwer kranke Fahrtensegler antrifft, die mit dem Wissen ihrer eigenen prognostizierten Endlichkeit noch extrem wertvolle Erfahrungen suchen.

Fahrtensegeln riecht nach aktiver Selbstbestimmung, aber ohne zu viel Anstrengung. Der Wind generiert die Fahrt, wir selbst die Erlebnisse. Fahrtensegeln kann für manche auch nach Schönwettersegeln klingen. Auf jeden Fall steckt Bewegung dahinter, die lebensbejahende Fantasien weckt. Diese können nicht nur während kommenden kalten Winterabenden, sondern vielleicht auch an unserem eigenen Winterabend des Lebens noch lange in Erinnerung gerufen werden, um so wunderschön auf eigene Freizeiterlebnisse zurückzublicken. Fahrtensegeln kann zur eigenen Entwicklung und vielleicht sogar zur Selbstverwirklichung führen. Es riecht nach Entdeckungslust und Achtsamkeit. Zurück zur Natur und individuellen Gestaltung des Lebens oder zumindest der Freizeit! Allein, mit seinem Partner, der Familie oder mit besten Freunden.

Was charakterisiert einen Fahrtensegler?

Fahrtensegler sind im Gegensatz zu Regattaseglern eher gemütlich unterwegs und vor allem das: unterwegs. Unterwegs mit einer Einschränkung: temporär, also auf Zeit. Genauer: auf eher kurze Zeit, also mal über Nacht, mal im Rahmen eines (normalen) Urlaubs. Das Überqueren von Ozeanen wird lieber den Blauwasserseglern überlassen, die zum Aussteigen oder zumindest für ein Sabbatical auf lange Zeit ihren Lebensstil verändern wollen.

Fahrtensegler wollen weder aussteigen noch sich großartig verändern. Sie möchten nur ab und zu dem Alltag entrinnen und genussvoll reisen. Das Ganze gern versehen mit einem Hauch von Abenteuer: aber bitte ohne jegliche Angst! »Abenteuer ohne Schiss« eben, das heißt beispielsweise auch, möglichst ohne Wetterüberraschungen oder Stürme!

Es geht um eine Art von Urlaub, der für einige wie eine kleine Zeitreise in die eigene Kindheit oder Jugend wirken kann. Wieder darf man erfahren, dass man noch einiges zu lernen hat. Aber statt Mathe, Erdkunde, Physik oder Fremdsprachen in der Schule zu büffeln, geht es nun um praktisches Wissen und dessen alltägliche Anwendung. Erneut darf man wieder von Zielen träumen. Neue Freundschaften mit anderen Seglern werden geknüpft, wobei die gegenseitige Unterstützung ein Gefühl von Geborgenheit und Zugehörigkeit schenkt. Herausforderungen werden überwunden, Grenzen verschoben, Ängste bewältigt, Reparaturen am eigenen Schiff vorgenommen. All dies führt zu einer tiefen inneren Befriedigung.

Warum ist es so reizvoll, ein eigenes Boot zu besitzen?

Mit einem Schiff unterwegs zu sein oder es sogar selbst zu besitzen, ist etwas ganz anderes, als auf vier Rädern zu reisen oder mit dem Flugzeug kurzerhand an einen neuen Ort hingeworfen zu werden. Ein Schiff bekommt einen Namen (traditionell einen weiblichen), man spricht von »ihr«, sie wird gepflegt, um sie dann aktiv entweder allein, mit dem Partner oder mit Freunden so oft wie möglich zu nutzen. Statt sich bei seiner Familie für eine Woche »Männerchartertörn« zu verabschieden, will der Fahrtensegler den Partner und die Familie wortwörtlich mit an Bord nehmen, um möglichst viel Zeit zusammen auf dem Boot zu verbringen. Die Unterschiede zwischen einem Wochenendsegler, Chartersegler, Fahrtensegler und Blauwassersegler sind natürlich fließend1.

Ein eigenes Boot zu besitzen, ist ein großer und gleichzeitig wunderschöner Schritt. Die Konsequenzen sind jedoch nicht zu unterschätzen, denn natürlich ist es praktisch, alles Komplizierte dem Vercharterer zu überlassen und nur mit einem Segelsack mit persönlichen Utensilien für eine Woche an Bord zu steigen. Ein Charterskipper übernimmt für eine kurze Zeit die Verantwortung für das Charterschiff. Ein Bootseigner hingegen ist ganzjährig für sein Schiff, dessen Ausrüstung, Pflege, Wartung und für die Planung der nächsten Segelsaison verantwortlich.

Und wem der Schritt zum eigenen Schiff noch zu groß erscheint, der kann gern erst einmal mit anderen Schiffsbesitzern reden, um von ihnen inspiriert zu werden, zu lernen und Tipps über Bootswahl und -pflege zu erhalten. Hierfür eignen sich insbesondere Segelclubs und Vereine wie auch ein Gespräch mit Bootseignern beim Spaziergang in der Marina. Segler sind oft sehr gesprächig und reden gern über ihre Boote. Hat man Glück, wird man vielleicht sogar zu einem Probetörn eingeladen. Auf diese Weise sammelt man immer mehr unterschiedliche Erfahrungen, die hilfreich sind, um die persönlichen Vorlieben bzw. das individuell zu einem passende Boot zu finden.

Muss ich viel lernen, um mit dem eigenen Schiff auf Fahrt zu gehen?

Die komplexen Kompetenzen, die nötig sind, um dem eigenen Schiff gerecht zu werden, entwickeln sich langsam aus der Summe der über die Jahre gemachten Erfahrungen – und eigenen Fehler! – sowie des theoretisch angeeigneten Wissens aus Büchern, Seminaren und Kursen.

Fahrtensegeln ist vielschichtig, grenzenverschiebend und ein fortlaufender Prozess, in dem man stetig dazulernt. Mit anderen Worten: Es wird nie langweilig!

So ist beispielsweise die Beurteilung des Wetters Erfahrungssache. Für den einen mag ein Gegenankreuzen bei 1,5 m Welle und 15 kn wahrem Wind schon abenteuerlich sein, während es dem Erfahrenen höchstens unbequem erscheinen mag.

Es gibt viele Tricks, sich aus einer ungünstigen Situation herauszuhelfen, sei es ab- oder beizudrehen, zu reffen oder schlicht in den Hafen zurückzukehren und das nächste Mal den Wettercheck genauer durchzuführen. Hauptsache, alle an Bord haben Spaß und keine Angst!

Beim Fahrtensegeln geht es nämlich gerade nicht um die Maximierung der Meilen oder der Geschwindigkeit. Vielmehr geht es um Entdeckung, Freude an der Natur und am Reisen sowie um den Mut, als Skipper unbekannte Häfen und Reviere anzulaufen und gegebenenfalls auch ursprüngliche Pläne zu verändern.

Das Können muss nicht perfekt sein, das Wissen nicht allumfänglich. Man braucht auch keinen fetten Geldbeutel, um sich ein Boot zu kaufen, denn streng genommen gibt es für jedes Budget ein Boot. Es geht generell beim Segeln, ganz besonders aber beim Fahrtensegeln, in erster Linie darum, seine eigenen Möglichkeiten und Grenzen zu erkennen und verantwortungsbewusst zu handeln.

Reicht es, nur dieses Buch zu lesen?

Dieses Buch soll eine Übersicht über relevante Aspekte des Reisens mit einem Schiff vermitteln: vereinfacht, praxisnah und verkürzt dargestellt.

Wenn der Wunsch nach Vertiefung in die verschiedenen Themenbereiche ausgelöst werden sollte, gibt es viele gute und spannende Bücher über Navigation, Technik, Bootspflege, Kochen, Crewmanagement oder einfach nur das Segeln an sich.

Dieses Buch ist in der chronologischen Reihenfolge geschrieben, in der man einen Fahrtensegeltörn angehen würde: Nach der Revier- und Bootswahl wird das Boot ausgerüstet. Der Törn wird geplant und vorbereitet, bevor es dann schließlich zum eigentlichen Segeln geht – von Hafenmanövern über Segeltrimmen bis hin zum Ankermanöver. Das Buch gibt damit eine gute Übersicht über relevante Aspekte und Kompetenzen, die notwendig sind, um auf einen Fahrtentörn gehen zu können.

Durch den Aufbau des Buches im FAQ-Stil ist es nicht zwingend notwendig, das gesamte Buch auf einmal zu lesen, sondern es ist ebenso zum Querlesen oder auch Auffrischen wesentlicher Aspekte vor der neuen Segelsaison geeignet. Darüber hinaus helfen Infokästen und Eselsbrücken dem Segler, wesentliche Informationen auf einen Blick parat zu haben. Tipps und Hinweise auf typische Fehlerquellen zeigen hilfreiche Bewältigungsmöglichkeiten und warnen vor Fallen, um möglichst stressfrei zu segeln.

In diesem Buch werden an einigen Stellen englische Ausdrücke verwendet. Der pragmatische Hintergrund hierfür ist, dass viele Segler – insbesondere solche, die in Gezeitengewässern segeln – einen englischsprachigen Almanach oder Revierführer benutzen möchten. Dazu ist es hilfreich, bereits mit den wichtigsten englischen Begriffen vertraut zu sein.

Und nun: Leinen los!

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1 An dieser Stelle soll noch darauf hingewiesen werden, dass dies selbstverständlich ein Unisex-Buch ist. Wenn von »dem Skipper« oder »dem Segler« die Rede ist, ist natürlich auch jedes andere Geschlecht damit gemeint.

DAS SEGELREVIER

Was ist das Huhn und was ist das Ei? Erst das Boot oder erst das Revier entscheiden?

Der angehende Fahrtensegler tut gut daran, sich erst einmal zu überlegen, wo er sein Boot hinlegen möchte und welches Revier er bereisen will. Davon abhängig ist dann oft die Wahl des Bootstyps und der für das Revier notwendigen Ausrüstung. Natürlich ist es streng genommen sehr gut möglich, mit einem für das Mittelmeer konstruierten Schiff auch um die Britischen Inseln zu segeln oder mit einer alten, britischen, hochseetauglichen Fahrtenyacht im Mittelmeer zu schippern. Aber es ist kein Zufall, dass sich die verschiedenen Schiffstypen in den entsprechenden Revieren ansammeln.

Fahrtensegler wechseln natürlich auch ab und zu ihr Revier und kaufen deswegen nicht unbedingt gleich ein anderes Boot. Trotzdem gilt: Es gibt plausible Gründe, warum Boote in den verschiedenen Revieren oft unterschiedlich aussehen, und deshalb ist es gut – bevor sich der Fahrtensegler ein Boot kauft –, zu überlegen, wo man in den nächsten Jahren vor allem segeln möchte. Ein Kimmkieler, der im Watt wunderbar bei Niedrigwasser auf den Sandboden gesetzt werden kann, macht weniger Sinn, wenn damit in der Ostsee gesegelt werden soll, wo eher gute Kreuzeigenschaften am Wind von Bedeutung wären. Eine riesige Genua und ein kleines Großsegel sind dort besonders sinnvoll, wo meist raumschots gesegelt wird, während kleine Vorsegel oder sogar eine selbstwendende Fock, die beim Wenden rasch die Seite wechselt, vor allem in engen Sunden, wo man viel kreuzen muss (z. B. in den schwedischen Schären), die bessere Wahl sind.

Ein Boot mit kleinem, geschütztem Cockpit, vielleicht sogar mit einer Glasscheibe oder einem Hardtop zu versehen, ist im rauen Wetter des Nordens eher zielführend als bei einem typischen Mittelmeer-Boot mit riesigem (ungeschütztem) Cockpit. Dort wird besser ein festes Sonnendach (Bimini) gespannt, das eher für warme Hafentage passt.

Welches Boot und welche Ausrüstung Sinn ergeben, ist also sehr individuell. Dabei macht es natürlich einen Unterschied, ob man mit einer fahrtensegeltauglichen Jolle mit Zelt unterwegs ist oder ob eine ozeantaugliche Yacht zum Fahrtensegeln genutzt werden soll. Beides hat seinen Reiz, denn dasselbe Revier wird ganz unterschiedlich erlebt. Der gesunde Menschenverstand ist immer gefragt, und die persönlichen Bedürfnisse an Sicherheit und Bequemlichkeit sollten in jedem Fall immer berücksichtigt werden.

Wenn das Revier festgelegt ist, kann als Folgeschritt viel einfacher auf das passende Boot, dessen Ausrüstung und die Kompetenz der Crew eingegangen werden.

Was ist besser: Ein Revier in nächster Nähe oder lieber ein passenderes Revier weiter entfernt?

Für Segler Süddeutschlands, der Schweiz oder Österreichs könnte das nächste Revier im Mittelmeer liegen. Für Mittel- und Norddeutsche wären eher die Ostsee, die friesischen Küsten oder die Niederlande in nächster Nähe und mit dem Auto erreichbar. Auch Wochenendtörns sind hier denkbar.

Andere nehmen das Flugzeug, um zum Boot zu gelangen, und beginnen dort ihre Törns. Wieder andere haben die Idee mit dem festen Liegeplatz aufgegeben, segeln von Jahr zu Jahr im Urlaub zu immer neuen Winterlagern und überspringen die Wochenendtörns. Es kommt einfach darauf an, wo man im Verhältnis zum nächsten Meer wohnt, ob die Wochenenden zum Segeln genutzt werden sollen oder ob man alles auf einen oder zwei Urlaube im Jahr verlegt und keinen festen Liegeplatz haben möchte. Liegeplätze in populären Revieren sind nämlich in letzter Zeit rar und teuer geworden.

Es gibt unzählige spannende und wunderschöne Segelreviere, die ein Fahrtensegler bereisen kann. Dabei öffnet eine einzige Nachtfahrt das Tor zu weiteren, völlig neuen Revieren. Wenn man beispielsweise an einem Morgen startet und nur durch eine einzige Nacht segelt, kommt man bereits am nächsten Abend schnell an einem Ziel an, das gut und gern 200 sm entfernt liegen kann.

In einem Schlag – oder besser dank nur einer durchsegelten Nacht – kann man die deutsche Ostseeküste verlassen und ist schon in den Schären Schwedens. Eine weitere Nacht, und man ist bereits an der Südspitze Norwegens. Fast muss der Fahrtensegler aufpassen, nicht plötzlich zum Blauwassersegler zu mutieren!

Der Gedanke ist hierbei aber nicht, in kurzer Zeit möglichst viele Meilen zu schrubben – ganz im Gegenteil: Ist man erst in einem Revier angekommen, kann nun viel Zeit für gemütliches »Cruising« aufgewendet werden.

Was begrenzt das Segelrevier eines Fahrtenseglers?

Streng genommen eigentlich nichts! Wenn ein Fahrtensegelgebiet doch irgendwie definiert werden soll, hilft es, auf die IMO-Aufteilung der Meere zu schauen, die das Gebiet eines Küstenseglers klar festgelegt hat. Nach GMDSS-Definition (Global Maritime Distress and Safety System) bewegt man sich in Gebieten, die von der IMO (International Maritime Organisation) als »Area 1« definiert werden, oder kurz »A1«. Das sind jene Gebiete, die noch über UKW-Funk abgedeckt werden können, d. h. der nächste Seenotrettungskreuzer ist im Notfall nicht weit entfernt. Selbst, wenn dieser nie gebraucht werden sollte, ist es doch ein gutes Gefühl, zu wissen, dass eine rettende Hand, eine beruhigende Stimme oder ein anderes Schiff nie weiter entfernt erscheint als der Sendeknopf der UKW-Anlage.

Die A1-Gebiete sind neben (fast) der gesamten Ostsee, die Küstengebiete des Mittelmeeres und der Nordsee. Nicht dazugehörig ist das Überqueren der Nordsee beispielsweise von Deutschland nonstop nach Schottland, und streng genommen führt auch die Überquerung von Norwegen nach Shetland kurzzeitig aus dem A1-Gebiet heraus. Die für Fahrtensegler interessanteren Überquerungen von der deutschen Ostseeküste direkt nach Schweden, von England nach Frankreich oder Irland, von Südfrankreich oder Italien nach Korsika sowie die Strecke zwischen den Balearen und dem spanischen Festland sind hingegen vollständig inbegriffen.

Jedem privaten Skipper ist es natürlich freigestellt, das persönliche Risiko abzuschätzen und sich kurzzeitig bei schönem Wetter auch außerhalb der Grenzen zu bewegen, denn illegal ist es nicht. Man sollte sich aber dessen bewusst sein, dass man sich dann außerhalb der garantierten Reichweite von UKW an Küstenstationen befindet und der DSC-Notknopf am Gerät nicht notwendigerweise bis an Land reicht. Je weiter man sich vom sicheren Hafen entfernt, desto genauer sollte man über die Großwetterlage Bescheid wissen und desto penibler sollte die mitgenommene Ausrüstung geplant werden und entsprechende Vorbereitungen getroffen sein. Wird in A1-Küstennähe gesegelt, bedeutet das nicht nur eine bestehende Kommunikationsmöglichkeit, sondern auch, dass der nächste Hafen oft in nicht mehr als maximal sechs Stunden erreicht werden kann (z. B. 36 sm bei 6 kn Fahrt). Wettervorhersagen sind heute für so kurze Schläge wie 12 bis 18 Stunden äußerst zuverlässig, und ein Rettungshubschrauber hat auch im schlimmsten Fall kein Problem, den Notgestellten zu erreichen. Wenn es der Crew unwohl werden sollte, sei es durch Seekrankheit, Angst oder medizinische Notfälle, ist es auch schön, zu wissen, dass man sich selten weiter als ein paar Stunden vom Land entfernt befindet.

Dies erhöht streng genommen allerdings nicht die Sicherheit, sondern eher das persönliche Wohlbefinden. Denn bekanntlich ist ja das gefährlichste auf See gerade Land. Blauwassersegler empfinden Küstennähe oft als viel anstrengender und aufregender als den offenen Ozean, denn plötzlich muss dem regen Schiffsverkehr ausgewichen und Untiefen müssen umfahren werden. Sich den wegen der geringen Wassertiefe in Küstennähe aufbauenden kurzen, steilen Wellen auszusetzen, empfinden viele Segler ebenfalls als unangenehmer als die lange Dünung des Ozeans.

Andererseits fühlen sich viele Segler, insbesondere Familien mit Kindern, in Küstennähe sehr wohl. Kurzfristige Landgänge sind hier jederzeit möglich. Pläne können den aktuellen Bedürfnissen spontan angepasst werden, die Tagesstrecken sind kurz, und Küstennähe ist landschaftlich reizvoll und abwechslungsreich. Nachtfahrten sind nicht notwendig, eine ständige Handy- und Internetverbindung bleibt bestehen, es gibt attraktive Ankerbuchten, die spontan zum Baden angesteuert werden können, und man muss nicht auf die Infrastruktur des Festlandes verzichten (z. B. Restaurants, Ärzte, Supermärkte).

Welche Reviere eignen sich für den Anfänger?

Die Reviere, die unter A1 fallen, unterscheiden sich natürlich erheblich, und nicht alle sind für angehende Fahrtensegler als Primärgebiete geeignet. Die Küstennähe allein macht ein Gebiet nicht automatisch zum geeigneten Anfängerrevier, was jeder weiß, der die unangenehm anrollenden Wellen der offenen Nordsee bei ablaufender Tide (Ebbe) mit dem lieblichen Wasserspiegel in der Kieler Förde oder der Lübecker Bucht vergleicht. Einige Reviere liegen in sonnenträchtigen Gebieten, wo das Meer so warm ist wie die UV-Strahlen stark sind. Andere wiederum zeichnen sich durch kaltes Wasser und kühle Lufttemperaturen aus.

Auch die Großwetterlagen unterscheiden sich: Nördlich von ca. 40–45 °N (z. B. Nord- und Ostsee) wird das Wetter primär von den Tiefdruckgebieten des Nordatlantiks beeinflusst. Südlich davon (ab der südlichen Biskaya und im gesamten Mittelmeer) finden sich im Sommer stabilere Wetterlagen, die, insbesondere im Mittelmeer, an lokale Bedingungen geknüpft sind wie Gebirge und Sunde.

Schließlich muss man auch die unterschiedlichen Wellenbildungen berücksichtigen: Fahrtensegler an der atlantischen Küste Europas von Schottland und Irland im Norden bis Frankreich, Spanien und Portugal im Süden müssen mit der vom Atlantik anrollenden Dünung rechnen, während Segler an der Ostsee oder im Mittelmeer oft mit kurzen, steilen Wellen zu kämpfen haben. Wind über Gezeitenstrom, was auf Englisch »Wind over Tide« genannt wird, ist besonders unbequem: Kaum kentert die Strömung, gehen die Wellen von angenehmen langen Bewegungen in kurze Schlaglöcher über – oder umgekehrt –, und das alle sechs Stunden im Wechsel.

Wie warm und angenehm das Wetter im Mittelmeer zur Sommerzeit auch sein mag, so launisch kann es sich ohne sichtliche Vorwarnung verändern. Der Ruf, im Mittelmeer gäbe es entweder zu wenig oder zu viel Wind, entspricht sicher nicht immer der Realität, hat aber dennoch seine Berechtigung. Auch wenn es im Hochsommer im Mittelmeer oft windarm und sehr heiß ist, sind doch die Winter kühl und zeichnen sich durch unsichere Wetterlagen aus, sodass auch im Mittelmeer von einer Segelsaison die Rede sein muss. Und diese ist oft kürzer als angenommen.

Reviere müssen aus navigatorischer Sicht auch in Gebiete mit bzw. ohne Tide unterschieden werden. Segler der Ostsee oder des Mittelmeeres haben es hier etwas leichter, kommen dafür aber langsamer voran. Wenn die Vorteile der Gezeiten ausgenutzt werden, sind die Wellen oft angenehmer (Wind und Strömung in gleicher Richtung), und die Reisegeschwindigkeit nimmt dank der Gratismeilen durch die Strömung beachtlich zu. In Tidengewässern können also viel größere Distanzen zurückgelegt werden, wenn man sich der Natur anpasst. »Playing the Tides« nennen die Engländer dieses Phänomen.

Welche Reviere stehen in Europa zur Auswahl?

Reviere haben Vor- und Nachteile, und was für den einen ein perfektes Anfängerrevier ist, mag für den anderen unattraktiv sein. Im Folgenden findet sich eine kleine Übersicht verschiedener Aspekte potenzieller Segelreviere in Europa. Dabei sollte jeder Segler die einzelnen Vorzüge und Kehrseiten der Reviere nach eigenen Vorlieben selbst gewichten.

Deutsche Ostseeküste
Mögliche Vorteile:

–Mit dem Auto gut erreichbar

–Keine Gezeiten

–Einfache Navigation

–Wenig Untiefen

–Oft ein mildes Klima im Sommer

–Selten hohe Wellen

–Besonders in der Kieler Förde, der Lübecker Bucht, der Schlei und um Rügen (Greifswalder Bodden, Hiddensee) geschützt

–Gute Infrastruktur (Häfen, Sanitäranlagen, Supermärkte, Schiffshändler etc.)

–Gute Ausgangslage für Segeln in Dänemark (»Dänische Südsee«) und skandinavische Schären

–Kinder- und familienfreundlich

–Ideales Anfängergebiet

Mögliche Nachteile:

–Oft kurze, unbequeme Wellen

–Teilweise lange Distanzen zwischen den Häfen im Osten Deutschlands

–Zum Teil untiefes Revier zwischen Rügen und Hiddensee

–Wenig Ankerplätze (Ausnahme: um Rügen)

–Im Sommer oft überlaufen

–Hafenliegeplätze oftmals ausgebucht

Dänemark
Mögliche Vorteile:

–Mit dem Auto von Norddeutschland aus gut erreichbar

–Hafenplätze und Winterlager oft günstiger als in Deutschland

–Sehr geschütztes Gewässer

–Weniger überlaufen als die deutsche Ostseeküste

–Kurze Strecken zwischen pittoresken Häfen in unmittelbarer Nähe zueinander

–Keine Tide

–Sehr gut für kleinere (besonders schmalere) Boote geeignet

–Kinder- und familienfreundlich

–Gutes Anfängergebiet

Mögliche Nachteile:

–Strömung in den Sunden ist nicht unerheblich

–Wenig Ankerplätze

–Oft sehr untief

–Bei schlechtem Wetter mit viel Wind gibt das flache Land wenig Windschutz im Hafen

–Häfen sind oft klein mit schmalen pfahlbestückten Boxen und abseits von Ortschaften

–Infrastruktur nicht sehr ausgebaut

Schwedische Schären
Mögliche Vorteile:

–Sehr geschützt vor Wind und Wellen (besonders die Ostküste Schwedens)

–Weitgehend wetterunabhängig (besonders die Ostküste Schwedens)

–Wunderschöne Ankerplätze in den Schären

–Viele Anlege- und Entdeckungsmöglichkeiten

–Größere Städte wie beispielweise Stockholm oder Göteborg sind direkt auf dem Seeweg erreichbar

–Gute Kennzeichnung der Fahrrinnen

–Revierführer geben eine gute Darstellung, wo mit dem Bug zur Insel und Heckanker angelegt werden kann

–Kurze Distanzen möglich; Inseln und Häfen in unmittelbarer Nähe

–Perfekt auch für kleine Boote

–Besonders kinder- und familienfreundlich

–Günstige Sommer- und Winterliegeplätze

–Die Ostküste Schwedens ist sogar im Sommer nicht überlaufen

–Schären an der Westküste Schwedens sind frei von Mücken

–Wenn die Westküste Schwedens im Juli überlaufen ist: Die unweit gelegenen Schären Norwegens sind oft leer

–Sehr gutes Anfängergebiet

Mögliche Nachteile:

–Längere Autoanreise zum Schiff oder längere Anreise (z. B. Nachttörn) z. B. von der deutschen Ostseeküste

–Westküste Schwedens ist im Juli oft überlaufen

–Mücken an der Ostküste Schwedens bei Dämmerung, wenn an Inseln angelegt wird (Tipp: Mücken fliegen selten weiter als 200–300 m von Land und sind beim Schwojankern viel weniger ein Problem)

–Bugleiter und Heckanker notwendig, um zu Inseln zu gelangen

–Viele ungekennzeichnete Unterwassersteine außerhalb der Fahrrinnen erfordern ständiges Mitlesen der Seekarte und allerhöchste Aufmerksamkeit

Deutsche Nordseeküste
Mögliche Vorteile:

–Mit dem Auto gut erreichbar

–Oft weniger Schiffe als in der Ostsee

–Friesische Inseln mit watttauglichem Boot erreichbar

–Dank der Gezeiten sind große Distanzen machbar

–Inselflair: geeignet für Radtouren und Wanderungen

–Salzwasserfeeling

Mögliche Nachrteile:

–Ungeschützt und rau

–Einschränkungen, wann und wohin gesegelt werden kann, aufgrund der Gezeitenströme

–Zeitweise unangenehmer Wind über Strom

–Untiefen verschieben sich (Sandbänke!)

–Neueste Seekarten sind Voraussetzung

–Eher kein Anfängerrevier

Niederlande (Binnen- und Randmeere)
Mögliche Vorteile:

–Mit dem Auto von vielen Orten sehr gut erreichbar

–Binnenmeer mit geschütztem Gewässer

–Keine Gezeiten im IJsselmeer

–Schöne zentrale Stadthäfen

–Kurze Abstände zwischen den einzelnen Häfen

–Äußerst seglerfreundlich/maritime Atmosphäre

–Kinder- und familienfreundlich

–Perfekte Infrastruktur

–Nordsee vor der Haustür für kurzzeitige größere Abenteuer

–Mögliches Anfängerrevier

Mögliche Nachteile:

–Im Sommer oft überlaufen

–Oft kurze, unbequeme Wellen

–Wenig Ankermöglichkeiten

–Braunes, untiefes Wasser

–Viel Schiffsverkehr

–Wartezeiten vor Schleusen

–Kanäle (z. B. Friesland) sind recht anspruchsvoll, da eng und windig

–Gute Manövrierfähigkeit des eigenen Schiffes ist notwendig (enge Kanäle!)

–UKW-Anmeldung bei Schleusen und Häfen notwendig

–Durch stellenweise sehr flaches Wasser nur für Boote mit geringem Tiefgang geeignet

–Anspruchsvolleres Revier als z. B. die Ostsee

Englischer Kanal
Mögliche Vorteile:

–Abwechslungsreiches Tidenrevier

–Kurze Wege zwischen unterschiedlichen und interessanten Ländern (z. B. Frankreich, UK, Kanalinseln, Belgien)

–Oft ausgezeichnete Infrastruktur

–Große Distanzen machbar dank der Gezeitenströme

–Perfektes Revier, um Theoriekenntnisse umzusetzen

–Interessantes Revier für fortgeschrittene Segler

Mögliche Nachteile:

–Längere Anreise per Auto, Zug oder Flug (z. B. in die Niederlande oder nach Belgien)

–Reger Frachtschiffverkehr

–Bedarf umfassender theoretischer Vorkenntnisse (z. B. Gezeiten, Wetter, Kollissionsverhütungsregeln, UKW-Anwendung etc.)

–Wenig Ankermöglichkeiten

–Teilweise außerhalb der EU (UK)

–Als Anfängerrevier ohne viel theoretisches Vorwissen weniger geeignet

Schottland
Mögliche Vorteile:

–Abwechslungsreiches Tidenrevier (besonders Westküste/Hebriden)

–Geschützes Revier mit vielen Inseln (besonders Firth of Clyde)

–Äußerst viele geschützte Ankerplätze

–Große Distanzen machbar dank der Gezeiten

–Gutes Anfängerrevier (besonders Clyde) für Gezeitensegeln

–Für Fortgeschrittene sind Orkney und Shetland nicht weit weg

–Wenig Schiffsverkehr

–Sehr gute Revierführer und elektronische Spezial-Seekarten zum Ankern für Tablet/Handy verfügbar (»Antares-Charts«)

–Viele gemütliche und sehr gute Restaurants/Whisky-Destillerien

Mögliche Nachteile:

–Bedarf einer längeren Anreise (Flug nach Edinburgh oder Glasgow)

–Beiboot mit Motor notwendig

–Wenige Marinas mit begrenzter Infrastruktur in den Hebriden

–Anspruchsvolle Wetterbedingungen

–Sehr kaltes Wasser

–Ostküste Schottlands ist wenig attraktiv (Industriehäfen)

–Bedarf einiger theoretischer Vorkenntnisse (Gezeiten, Wetter)

–Außerhalb der EU

Galicien
Mögliche Vorteile:

–Geheimtipp Europas und daher auch im Hochsommer noch relativ leer

–Perfekte Flugverbindung mit drei Flughäfen (La Coruña, Santiago de Compostela, Vigo) aufgrund des Jakobswegs

–Kaum Reisetourismus an den Küsten trotz des Jakobswegs (der in Santiago endet)

–Geschützte Rías (Buchten) mit Atlantik-Feeling

–Leichte Navigation

–Kaum Gezeitenströme (nur Tidenhub)

–ein wunderschönes Sommerklima (25–28 °C in der Luft und nachts angenehm kühl)

–Viele Sonnenstunden

–Gemütliche kleine und ursprüngliche Fischerdörfer

–Viele Marinas

–Viele Ankerplätze (auch direkt vor den Marinas/Häfen)

–Ausgezeichnete Infrastruktur

–Sehr gutes Winterlager (ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis, z. B. in La Coruña)

–Viele interessante Blauwassersegler passieren Galicien

–Strategisch gute Ausgangslage für interessante Segelziele (Portugal, Frankreich/Biskaya vor der Haustür)

–Kinder- und familienfreundlich mit wunderschönen, leeren Stränden

–Gutes Anfängergebiet (trotz atlantischer Dünung außerhalb der Rías)

Mögliche Nachteile:

–Bedarf längerer Anreise per Flugzeug oder Pkw

–Kein sehr großes Revier

–Atlantische Dünung außerhalb der Rías mit teilweise hohen Wellen

–Wind im Sommer meist nur von Nord, d. h., nach Norden muss gekreuzt werden

–Kaltes Wasser (nur ab und zu über 20 °C)

–Von Oktober bis März ist Segeln nicht zu empfehlen (viel Regen und Wind)

Balearen
Mögliche Vorteile:

–Vielen Deutschen vertraut

–Flugverbindungen zu anderen Orten in Europa sind äußerst gut

–Abwechslungsreiche und wunderschöne Natur

–Einfaches Revier mit vielen Ankerbuchten (»Calas«)

–Viel Seebrise im Sommer, d. h. angenehme Winde (kaum Mistral)

–Türkises, glasklares Wasser

–Angenehme Badetemperaturen

–Kinder- und familienfreundlich

–Sehr gutes Anfängergebiet

Mögliche Nachteile:

–Bedarf längerer Anreise per Flugzeug

–Ausbau von Häfen seit Jahren gestoppt

–Liegeplätze sind kaum zu bekommen, und wenn, dann sind sie sehr teuer

–Im Sommer oft überlaufen

Kroatien
Mögliche Vorteile:

–Besonders von Süddeutschland, der Schweiz und Österreich aus sehr gut mit dem Pkw erreichbar

–Für viele der schönste Teil des Mittelmeeres

–Viele kleinere und größere Inseln; die Schären des Mittelmeeres

–Oft Seebrise im Sommer mit angenehmen Nachmittagswinden und nachts schwach windig

–Leicht zu navigieren

–Keine Gezeiten

–Viele Ankerplätze (obwohl mancherorts durch kostenpflichtige Bojenfelder ersetzt)

–Sehr gute Infrastruktur

–Kinder- und familienfreundlich

–Sehr gutes Anfängergebiet

Mögliche Nachteile:

–Das Revier wird mit ca. 4.500 Charteryachten geteilt

–Hafengebühren sind in den populären Häfen sehr teuer

–Bojenfelder sind nicht unbedingt preisgünstig

–Im Juli und August oft überlaufen

–Oft lokale Starkwinde (plötzliche, kalte, aber gut prognostizierte Bora aus Nord und der feuchtwarme, länger andauernde Jugo aus Süd)

Griechenland
Mögliche Vorteile:

–Ionisches Meer ist sehr lieblich

–Gute Flugverbindungen nach Korfu (Ionisches Meer)

–Viele attraktive Inseln

–Leicht zu navigieren

–Keine Gezeiten

–Ionisches Meer: windarm mit Seebrise und wenig lokalen Winderscheinungen

–Ionisches Meer: sehr gutes Anfängergebiet

Mögliche Nachteile:

–Wenige und teure Marinas

–Kommunalhäfen sind zwar oft gratis, haben aber keine Infrastruktur (eigener Buganker mit Heck zur Pier)

–Viele Ankerplätze

–Ägäis: von Mitte Juni bis Ende August von teilweise starkem Meltemi-Wind beeinflusst

–Ägäis: kein ideales Anfängergebiet im Sommer aufgrund des Meltemi

Türkei
Mögliche Vorteile:

–Wunderbares Segelrevier

–Hochwertige Marinas mit sehr gutem Service

–Klares, tiefes Wasser

–Leicht zu navigieren

–Keine Gezeiten

–Mit langer Leine an Land und Buganker ist Ankern möglich

–Kinder- und familienfreundlich

–Gutes Anfängergebiet

Mögliche Nachteile:

–Nicht Mitglied der EU

–Nur mit Flug (oder sehr weiter Pkw-Strecke) erreichbar

–Schwojankern nicht möglich, da der Meeresboden sehr schnell zu großen Tiefen abfällt

Sardinien
Mögliche Vorteile:

–Wunderbares Segelrevier

–Keine Gezeiten

–Gute Marinas

–Viele Naturschutzgebiete

–Klares Wasser

–Viele Ankerplätze

–Korsika (Frankreich) nicht weit entfernt: besonders die wild zerklüftete Westküste Korsikas und die Halbinsel Cap Corse

Mögliche Nachteile:

–Nur mit Flug oder Fähre erreichbar

–Anspruchsvolle Navigation aufgrund vieler Untiefen (Steine)

–Vielerorts teuer

–Oft starke lokale Winde in der Straße von Bonifacio (zwischen Korsika und Sardinien)

–Korsika (besonders die Nordseite) wird vom Mistral heimgesucht und hat nicht viele Häfen

–Kein primäres Anfängergebiet

Malta
Mögliche Vorteile:

–Flugverbindungen mit restlichem Europa äußerst gut

–Englischsprachig

–Sehr einfaches Segeln und Navigieren

–Keine Gezeiten

–Schöne Ankerplätze auf allen drei Inseln

–Gute Ausgangslage für Sizilien-Törns

–Aufgrund der Lage südlich von Tunis ist eine ganzjährige Segelsaison möglich

–Für Überwinterung geeignet (an Land oder im Wasser)

–Gutes Anfängergebiet

Mögliche Nachteile:

–Nur mit Flugzeug oder Fähre erreichbar

–Sehr kleines Revier (nur drei Inseln: Malta, Gozo und Comino mit einem halben Dutzend nahe gelegener Marinas)

–An Wochenenden sind die Ankerplätze tagsüber mit maltesischen Tagessegler gefüllt

Segelrevier

–Bevor man sich für ein Boot entscheidet, macht es Sinn, sich das Revier zu überlegen

–Für die Revierwahl sollten einige individuelle Faktoren wie Erreichbarkeit, Segelerfahrung und Törnplanung (Wochenendtörns oder ausschließlich längere Urlaubstörns?) einbezogen werden

–Küstensegeln bedeutet, sich im GMDSS A1-Gebiet zu befinden

–Nicht alle Reviere eignen sich für Anfänger

DAS FAHRTENSCHIFF

KONSTRUKTION UND AUSBAU

Muss ich die gesamte Komplexität einer Yacht verstehen?

Nur den besten Konstrukteuren ist es vorbehalten, die komplexen Zusammenhänge in Einklang zu bringen und für ihr Kundensegment den besten Kompromiss zu finden. Ein Bootsdesign ist so komplex, dass der Käufer eines Fahrtenschiffes sich wohl besser nicht in sämtlichen Details verzettelt, denn sonst wird es viel zu kompliziert. Das muss und soll nicht sein! Selbst für erfahrene Schiffskonstrukteure besteht oft eine lebenslange Suche nach der richtigen Balance. Es ist wie in einer nie enden wollenden Ewigkeitsschleife: Sobald man denkt, einen Vorteil gefunden zu haben, finden sich daraus resultierend direkt wieder Nachteile. Die optimale Lösung gibt es einfach nicht – nur mehr oder weniger passende Kompromisse für den individuellen Bedarf.

Nur wenigen Designern und Werften ist es wirklich gelungen, eine eierlegende Wollmilchsau zu konstruieren, also ein gut segelndes und gleichzeitig bequemes und wohnliches Schiff, das zusätzlich auch noch ansprechend aussieht.

Bei der Komplexität eines Schiffsdesigns denkt der angehende Käufer vielleicht, er müsse nun alle Aspekte wie ein Konstrukteur in Betracht ziehen: z. B. Größe, Geschwindigkeit, Seetüchtigkeit, Preis, Alter, Anzahl der Kojen, Masten, Ruderblätter, Steuerstände, Toiletten und noch vieles mehr, um abwägen zu können, welches von all den Schiffen für ihn geeignet sei. Das ist glücklicherweise überhaupt nicht notwendig, denn letztendlich kommt es bei der Wahl des Schiffes hauptsächlich auf die persönlichen Vorlieben und Präferenzen des Fahrtenseglers an.

Soll ich also einfach nur irgendein Schiff kaufen, das mir gefällt?

Man kann nicht davon absehen, dass Schiffe tatsächlich meist mit dem Auge und dem Gefühl gekauft werden, egal, wie viel Vernunft der Käufer sich einzureden versucht.

Der berühmte schwedische Konstrukteur Olle Enderlein sagte einmal: »Hübsche Boote segeln gut«, was so viel heißen soll wie: Ein Boot darf gern ein Augenschmaus für den Eigner sein. Das Boot ist viel mehr als ein Gebrauchsgegenstand. Warum sonst gibt man ihm einen Namen, der mit viel Sorgfalt ausgewählt wird? Es hat ein Wesen, möchte gepflegt und gehegt werden und freut sich über ein gelegentliches Geschenk, wie neue Segel oder neue Fender.

Wer nicht gerade einhand unterwegs sein möchte, tut gut daran, bei der Bootswahl und der nicht minder bedeutungsvollen Wahl der entsprechenden Ausrüstung mit dem Partner zu reden. Der Einbezug des Partners oder der Crew, mit der man zusammen segeln möchte, ist so wichtig wie kein anderer Aspekt bei der Bootswahl.

Aber einfach nur irgendein Schiff zu kaufen, weil es ästhetisch ansprechend ist oder zufällig wenig Geld kostet, ist vielleicht doch ein wenig zu einfach. Ein paar Gedankengänge und Fragen, die bei der Auswahl von Interesse sein könnten, mögen doch beantwortet werden, bevor es in die engere Wahl geht.

Eines vorausgeschickt: Wer schon ein Boot besitzt und damit zufrieden ist, kann die Gedanken zu einem geeigneten Boot gern überspringen, sodass keine teuren neuen Ideen geweckt werden oder der Eindruck entsteht, man müsse unbedingt ein anderes Boot kaufen, um damit auf Fahrt gehen zu können. Prinzipiell kann man mit fast jedem Schiffstyp unterwegs zu sein, so lange die Sicherheit gewährleistet ist und man sein Boot mag.

Was macht ein Boot zum Fahrtenschiff?

In erster Linie unterscheiden sich Fahrtenschiffe von Tagesseglern oder Regattabooten durch die Bewohnbarkeit. Während der Tagessegler auch mal für kurze Törns Übernachtungen ermöglichen kann, geht es beim Fahrtensegeln darum, bis zu mehreren Wochen bequem auf dem Boot zu leben. Das ist nicht vergleichbar mit einem Wochen-Chartertörn, bei dem die Siebensachen in eine Tasche passen und per Flugzeug für eine Woche in einem sonst recht leeren Boot in ein paar wenige Schapps einsortiert werden müssen. Eine Blauwasseryacht hingegen ist ein Schiff, auf dem man Monate, wenn nicht sogar Jahre, unter Umständen auch weit weg von der gewohnten Zivilisation, verbringen möchte. Es ist vollgestopft mit Ersatzteilen, Werkzeugen und Technik für Strom- und Wassererzeugung. Das Schiff soll tage- und wochenlang ohne Land in Sicht autonom funktionieren.

Ein Fahrtenschiff liegt irgendwo dazwischen. Die meisten Chartersegler kennen oft nicht viel mehr Bootstypen als die angebotenen Charteryachten. Es liegt dann nahe, die während der Chartertörns erprobten Schiffe auch als eigenes Fahrtenschiff zu kaufen. Das muss auch nicht schlecht sein. Nicht wenige vertreten die Auffassung, dass ausgediente Charterschiffe erschwinglich als Fahrtenschiffe umgerüstet werden können. Aber nur, weil ein gewisser Bootstyp immer und überall als Charterschiff zu finden ist, muss dieses Modell nicht notwendigerweise auch das geeignetste Fahrtenschiff sein.

Es gibt so viele andere Schiffstypen, die als private Fahrtenschiffe infrage kommen können.

Charterschiffe sind oft jüngeren Datums und dafür ausgelegt, vielen Menschen in einer kurzen Zeit einen angenehmen Aufenthalt und viel Segelspaß zu gewährleisten. Auf einem Fahrtenschiff hingegen besteht die Crew meistens aus nicht mehr als einem Einhandsegler, einem Paar oder einer Familie – mit gelegentlich einigen Freunden an Bord. Immer wieder kommt der gleiche Eigner an Bord und lässt seine Habseligkeiten für den nächsten Törn auf dem Boot zurück. Hinzu kommen Ersatzteile, Lebensmittel und Wechselkleidung. Schnell leuchtet ein, warum Fahrtenschiffe viel mehr Stauraum bieten sollten als Charterschiffe, die im Gegensatz möglichst viele Kojen und Nasszellen benötigen.

Der Stauraum eines Fahrtenschiffes ist vergleichbar mit dem Speicherplatz eines Computers oder Smartphones. Es kommt im Lauf der Zeit immer mehr dazu, und bevor man sich’s versieht, quillt er über. Deshalb bedarf es auch einiger Disziplin an Bord, um nur die Dinge herumzuschippern, die wirklich gebraucht werden oder als Notausrüstung bzw. Ersatzteile Sinn ergeben. Regelmäßiges Ausmisten ist angesagt, was vielen Bootseignern schwerzufallen scheint. Je länger man ein Schiff besitzt, desto größer sind die in Vergessenheit geratenen Schätze an Bord.

Wie sollten Rumpf und Kiel eines Fahrtenschiffes aussehen?

Streng genommen kann mit jedem seetauglichen Schiff auf Fahrt gegangen werden: von der Fahrtenjolle mit Schwert über Performance-Racer, alte Stahlschiffe mit Schwenkkiel, Kimmkieler mit zwei Kielen oder Katamarane mit zwei Rümpfen. Ein Schwert, Schwenkkiel oder Kimmkiel ermöglicht das Trockenfallen für Reviere wie beispielsweise das Wattenmeer; ein Katamaran bietet eine enorm große Wohnfläche – doch nur die wenigsten Doppelkieler oder Zweirümpfer strahlen mit guten Amwindeigenschaften. Daher sind die meisten Fahrtenschiffe in Europa sogenannte »Monohulls« (Einrumpfboote) mit einem festem Kiel. Sie werden primär in zwei Grundformen unterschieden:

Die erste Grundform könnte man den »Klassiker« nennen, der von kleineren Werften für Liebhaber immer noch gebaut wird und ansonsten vor allem gebraucht zu kaufen ist. Dieser Typ zeichnet sich durch einen V-förmigen Rumpf, einen oft längeren, jedoch nicht so tiefen Kiel mit dem Ruder direkt am Kiel (»Langkieler«) oder, falls vom Kiel getrennt, zumindest eine mehr oder minder lange Skegge vor dem Ruderblatt aus. Ein großer Teil des Rumpfes befindet sich wegen der tiefen V-Form typischerweise unter der Wasseroberfläche. Daher schwimmen diese Schiffe eher im als auf dem Wasser.

Klassiker

–Oft schmaler, besonders am Heck

–Kursstabil

–Bei nicht ganz optimaler Segeltrimmung eher verzeihend

–Oft toppgetakelt

–Gutmütiges, aber eher langsames Schiff, besonders bei wenig Wind

–Geringer Tiefgang für Ankern und Segeln in flachen Gewässern

–Kann eine Grundberührung evtl. ein wenig besser aushalten

–Im Hafen auch bei langsamer Fahrt manövrierbar

–Gemütlicher Segelspaß

Moderne Finnkieler

–Breiter, besonders am Heck

–Auch für unerfahrene Segler: bei genügend Fahrt durchs Wasser sehr wendig im Hafen, sogar rückwärts

–Oft gute Amwind- und Kreuzeigenschaften

–Oft ein ⅞-Rigg

–Großer Tiefgang, was einige Gewässer und Ankerplätze ausschließt

–Grundberührung kann relativ schnell zum Totalschaden führen

–Oft ein größerer Spielraum für das Segeltrimmen

–Hohe Geschwindigkeit

–Sportlicher Segelspaß

Die zweite Grundform könnte man den »Finnkieler« nennen, dessen Rumpfform einem Surfbrett ähnelt: ein breites Heck, ein kurzer, tiefer, flossenähnlicher Kiel und ein oder zwei finnenähnliche, freihängende Spartenruder. Diese Schiffe zeichnen sich durch hohe Freibords aus, d. h. sie haben viel Schiff über statt unter der Wasseroberfläche. Im Hafen sehen sie durch die Rumpfhöhe über Wasser hoch und imposant aus, was durch ihre große Breite an achtern noch verstärkt wird. Durch die U-Form des Rumpfes ist die Bodenfläche deutlich breiter als bei den V-Rümpfen der Klassiker.

Viele bekannte Werften bauen diese breiten Finnkieler in großer Stückzahl, da sie einige Vorteile bieten, insbesondere für den Chartermarkt. Sie zeichnen sich durch viel Platz unter Deck aus, achtern sind sogar mittelgroße Modelle (deutlich unter 40 Fuß) so breit, dass unter dem Cockpit mindestens eine, manchmal sogar zwei Doppelkojen zu finden sind. Nicht selten gibt es sogar zwei Nasszellen. Diese Boote segeln sich wendig und schnell, d. h. sie bieten viel Segelgefühl und Spaß. Zudem lassen sie sich im Hafen – sogar rückwärts! – leicht manövrieren: vorausgesetzt, genügend Fahrt durchs Wasser gibt dem Ruder den notwendigen Biss.

Finnkieler verlangen aber eine etwas aktivere Crew, denn lässt der Segler das Ruder aus der Hand, kommt das Boot schnell vom Kurs ab und stolpert dabei vielleicht sogar noch über seinen eigenen Kiel. Denn: Nur das hocheffiziente und daher ununterbrochen zu kontrollierende (Sparten-) Ruder stellt die Kursstabilität her, die bei einem »Klassiker« automatisch durch die Rumpfform gegeben ist.

Auf flachem Wasser macht es besonders viel Spaß, mit diesen schnell segelnden Booten aktiv zu segeln. Bei höherem Wellengang wird das Limit der Finnkieler durch das harte Aufklatschen des flachen Unterwasserschiffes nach jeder größeren Welle jedoch unangenehm spürbar.

Im Gegensatz dazu segeln sich Klassiker anders: Statt flach auf dem Wasser zu surfen, schneiden klassische Fahrtenschiffe gemächlich, gutmütig und weich wie ein Buttermesser durch die Wellen.

Welche Segel soll ich kaufen?

Das Segel ist der Motor eines Segelbootes. Meistens haben Fahrtenschiffe ein Großsegel und ein Vorsegel. Das Vorsegel kann entweder eine kleinere Fock sein, die am hinteren Ende (Achterliek) nur bis zum Mast reicht, oder eine große Genua, die noch ein Stück hinter den Mast reicht und somit teilweise das Großsegel überlappt. Manche Segler führen auch beide Vorsegel: die kleinere Fock bei stärkerem Wind im Herbst oder in den Schären, wo wendig gekreuzt werden soll, und die Genua bei längeren Schlägen oder in den Sommermonaten. Beide passen auf die Rollanlage am Bug und müssen nur ausgewechselt werden.

Fock:

–Keine Überlappung mit Großsegel, daher als ≤ 100 % benannt

–Für einen Amwindkurs ist die Fock meist groß genug

–Besonders bei Schiffen mit ⅞-Rigg geeignet

–Wendiger zum Kreuzen

–Steht viel besser bei stärkerem Wind als eine gereffte Genua

–Weniger Tuch zum Aus- und Einrollen

–Günstiger, da kleiner als eine Genua

–Bei wenig Wind oft nicht groß genug

Genua:

–Überlappung mit Großsegel, daher als > 100 % eingestuft (z. B. 110 %, 125 %, 140 %)

–Mehr Segelfläche, was besonders bei tieferen Kursen (nicht am Wind) hilfreich ist

–Meist bei toppgetakelten Schiffen zu finden

–Kann zu Fockgröße gerefft werden (halb eingerollt)

–Aus einer Genua kann aber nie eine Fock gezaubert werden, denn eine halb eingerollte Genua steht deutlich schlechter als eine voll ausgerollte Fock

–Kann vor dem Wind sehr schön zum Schmetterlingssegeln ausgebaumt werden

Egal, ob Fock oder Genua: Sobald damit auch halb eingerollt (gerefft) gesegelt werden soll, muss das Segel einen »Reffkompensator« haben. Das ist eine vorn am Vorliek eingenähte »Schaumwurst«, die den eingerollten Bauch mittig im Segel kompensieren soll. Somit behält das gereffte Vorsegel zumindest noch einigermaßen eine akzeptable Form. Je weiter eingerollt, desto schlechter die Form – trotz eines Kompensators. Deshalb gilt die Faustregel: Um die Segeleigenschaften am Wind nicht ganz zu verlieren, sollte man ein Vorsegel maximal so weit einrollen, dass noch 70–75 % der Fläche bleiben (bei raumen Winden kann noch etwas mehr gerefft werden). Ab dann sollte man eher ein kleineres Segel wählen. Gute Segelmacher nähen hierfür eine Markierung am Unterliek an.

Wer nicht zwei Segel mitführen möchte, kann einen Kompromiss suchen: Zum Allround-Familiensegeln kann eine kleinere Genua von ca. 120 % gewählt werden. Diese kann dann mit einem Reffkompensator zu Fockgröße (100 %) gerefft werden. Da die Segelwahl sehr von Bootstyp und Segler abhängt, ist es auf jeden Fall sinnvoll, mit einem Segelmacher zu sprechen.

Wichtig ist, seine vom Segelmacher einst sorgfältig eingenähte gewölbte Form so lange und exakt wie möglich unverändert beizubehalten. Jedes Segel hat eine begrenzte Lebensdauer. Wann in neues Tuch investiert werden sollte, ist in erster Linie von der Tuchwahl abhängig.

Ein Segel ist ein Gebrauchsgegenstand, der nach einer Zeit seine Form verliert oder auf lange Sicht zerreißen wird. Gute Segel auf dem Gebrauchtmarkt zu finden, ist schwer, denn die meisten Segler behalten ihre Segel viel zu lang, bis sie eben gar nicht mehr gut stehen bei Starkwind. Eine Ausnahme wäre, hochwertige Segel von einem Regattasegler zu übernehmen, der zum Gewinnen immer neue Segel braucht. Leider passen diese Segel selten auf ein Fahrtensegelboot.

Ein wachsames Auge und die jährliche Inspektion aller Nähte und Scheuerstellen können das Leben eines Segels um ein Vielfaches verlängern, denn etwaige Schwachstellen können so vorzeitig behoben werden. Auch – und besonders – neue Segel sollten nach der ersten Saison sorgfältig auf Scheuerstellen untersucht werden, um sie eventuell zu verstärken oder Scheuerstellen am Rigg zum Schutz zu bedecken.

Es gibt (Laminat-)Segel, die ihre wunderbare Form während ihrer gesamten Lebenszeit behalten und dann plötzlich von jetzt auf gleich kaputtgehen. Diese Segel eignen sich in erster Linie für Regattasegler, da sie hier auf jeden Fall und bei jeder Windstärke ihre optimale Form behalten müssen.

Als Alternative gibt es die viel günstigeren, traditionellen Dacron-Segel aus Polyester, die eine gefühlte Ewigkeit nicht zerreißen, so lange sie – bei Nichtbenutzung – vor den schädlichen UV-Strahlen der Sonne geschützt werden. Hier steckt das grundlegende Problem: in der langsamen, jährlich zunächst kaum bemerkbaren und doch unaufhaltsamen Materialermüdung der Segel. Obwohl ein Dacron-Segel nicht zerrissen ist, ist es über die Zeit hinweg vielleicht doch so bauchig geworden, dass es viel Krängung und wenig Fahrt schenkt. Ein langsames, krängendes Boot, das in den Wellen dümpelt, ist alles andere als bequem oder spaßig. Der Krängung kann zwar durch eine Verkleinerung der Segelfläche (»reffen«) entgegengewirkt werden, was allerdings noch mehr Geschwindigkeit aus dem Boot nimmt.

Als dritte Variante gibt es hochwertige Dacron-Tücher mit eingewebten Ultra-PE-Fasern (Spectra/Dynema), z. B. »Hydranet«. Diese zeichnen sich durch Formstabilität der Laminatsegel und Lebensdauer der Dacron-Segel aus. Sie sind zwar teurer, können sich aber trotzdem lohnen.

Welche Reffsysteme gibt es für das Großsegel?

So mancher alte Seebär mag sich vielleicht noch an die Debatte der 80er-Jahre erinnern, als viele der Rollgenua gegenüber noch sehr skeptisch waren. Es wurde behauptet, die Genua würde nicht richtig stehen, es sei unsportlich, das Segel einfach wie einen Rollladen auszuziehen, und zudem sähe es hässlich aus, wenn die Genua als dicke Rolle um das Vorstag gewickelt würde. Zusätzlich sei sie technisch anfällig, denn wie solle man eine halb aufgerollte Genua bergen, wenn der Rollmechanismus klemmen würde oder sich das Fall um die Vorstag gewickelt habe.

Ihr Ruf war damals nicht der beste. Heute, gut 30 Jahre später, sind Rollreffanlagen der Genua auf fast allen Fahrtenschiffen Standard. Bei schlechtem Wetter und mit schweren Segelsäcken bewaffnet auf dem Vordeck herumzuklettern, gehört auf Fahrtenschiffen inzwischen zum Glück der Vergangenheit an.

Rollgroßsegel hingegen werden von einigen Seglern noch immer skeptisch betrachtet. Das ist eigentlich schade, denn mit vertikalen Latten versehen, stehen sie kaum der Segelfläche von traditionellen Großsegeln nach und sind äußerst bequem zu handhaben. Und: Sie sind sicher! Denn mit ihnen muss keiner mehr zum Mast turnen oder sich zum Binden des Reffs halb an den Großbaum hängen.

Gehört man zu der Kategorie Segler, die sowieso meist mit dem Wind segelt statt gegenan zu kämpfen (wie Weltumsegler und Blauwassersegler typischerweise), sind vertikale Latten am Rollgroßsegel von untergeordneter Bedeutung. Soll aber effektiv hoch am Wind gesegelt werden können, sind genau die Quadratmeter am hinteren Ende des Großsegels von großer Bedeutung. Diese Fläche optimal zu nutzen, ist nur mit Latten möglich.

Unangefochten sind ein traditionelles Großsegel und eine angehängte Genua die sportlich bessere Lösung. Das ist vergleichbar damit, dass sportliche Autofahrer es sich nicht nehmen lassen wollen, von Hand zu schalten. Ein Regattaboot hätte nie ein Rollgroßsegel! Aber, es hat schon etwas Attraktives, wenn der Skipper bequem und einfach stets die adäquate Segelfläche wählen kann, auf größeren Fahrtenschiffen sogar per Knopfdruck, auf kleineren mit einer Kurbel. Die Segelfläche lässt sich durch ein bisschen Kurbeln schnell und einfach vergrößern oder verkleinern – ohne dass dafür das sichere Cockpit verlassen werden muss.

Die meisten Fahrtenschiffe werden ohne Rollgroßsegel angeboten, und sie funktionieren natürlich auch mit traditionellem Großsegel sehr gut. Die traditionelle Methode, das Segel an einem Fall zu setzen und dann mithilfe von nach unten ziehenden Reffleinen zu verkleinern, ist übersichtlich und genial einfach.

Trotzdem gilt es, sich auch bei traditionellen Großsegeln das Reffsystem vor dem Kauf genau anzusehen, denn Reffsysteme können recht unterschiedlich bedient werden. Auf manchen Schiffen muss erst zum Mast gekrochen werden, um die Segelfläche anzupassen, auf anderen sind die Reffleinen ins Cockpit geführt.

Was ist der Unterschied zwischen Topptakelung und ⅞-Takelung? Und ist das wichtig?

Bei einem toppgetakelten Schiff wird die Mastspitze, und zwar am obersten Punkt, sowohl nach achtern durch das Achterstag als auch nach vorn durch das Vorstag so gehalten, dass sie weder nach hinten noch nach vorn kippt. Damit der Mast nicht seitlich fällt, gibt es noch die Wanten, welche ihn in Querrichtung in Position halten.

Bei einem Partialrigg oder auch einem ⅞-Rigg geht das Vorstag vom Bug aus nicht ganz in die Mastspitze.

Es endet an einem Punkt am Mast, der ursprünglich ca. ⅞ der Mastlänge entsprach. Heute gibt es noch viele andere Quotienten, und daher ist der Begriff Partialrigg allgemeingültiger.

Generell löst sich die Frage nach der Takelung von selbst, denn die meisten kaufen ihr Schiff nicht nach dem Riggtyp, der eher eine Konsequenz des Bootmodelles ist. Traditionelle Fahrtenschiffe und Blauwasseryachten, die auf maximale Sicherheit gehen wollen und meist mit dem Wind segeln, sind eher toppgetakelt. Moderne Regattayachten oder Boote von Seglern, die gern oder gezwungenermaßen oft kreuzen, haben eher ein tiefer angesetztes Vorstag vom Typ ⅞.

Nun, was passt am besten auf ein Fahrtenschiff? Kurze Antwort: die Takelung, die auf dem gewünschten Schiff zu finden ist.

Topp- und 7/8-Takelung

–Schiff und Takelung gehen Hand in Hand

–Traditionelle Fahrtenschiffe haben ein toppgetakeltes Rigg: stabil und geeignet für Raumschotssegeln

–Sportliche Segelboote haben ein ⅞-Rigg: ein krümmbarer Mast ergibt ein trimmbares Großsegel; mit einem kleineren Vorsegel eignet es sich besonders für Amwindkurse

–Käufer wählen selten den Riggtyp, denn der resultiert zumeist aus dem Bootstyp

INNENAUSSTATTUNG

Worauf sollte beim Bootskauf unter Deck besonders geachtet werden?

Große freie Bodenflächen sind bei traditionellen Fahrtenschiffen eher selten zu finden und auch nicht unbedingt notwendig oder erwünscht. Anders verhält es sich bei der Stehhöhe, die nicht zu gering ausgelegt sein sollte. Was während eines Wochenendtörns durchaus akzeptabel erscheinen mag, wird für das längere Wohnen auf dem Schiff zur Qual: Mit dem Kopf zur Seite geneigt stehen zu müssen, ist nicht nur beim Kochen auf Dauer wenig angenehm. Sofern eine passende Stehhöhe nicht im ganzen Boot möglich ist, wünscht sich der Eigner doch zumindest an einigen Stellen des Bootes, den Rücken ausstrecken zu können. Einige kurz gewachsene Menschen haben hier das große Glück, auch in kleineren Booten bequem unter Deck leben zu können. Der eine oder andere lang gewachsene Segler muss hier leider tiefer in die Tasche greifen, um sich ein Boot mit Stehhöhe leisten zu können.

Auf Charterschiffen und bei Wochenendtörns sitzt oft die gesamte Crew im Cockpit, denn alle wollen ja beim Segeln dabei sein. Fahrtensegler hingegen gehen auch gern mal unter Deck, um sich auszuruhen, zu kochen oder sich während eines längeren Schlages aufzuwärmen. Eine große Schiffsbreite ist unter Deck bei einem schaukelnden Schiff nicht unbedingt günstig. Um sich auch unter Deck beim Segeln sicher und bequem bewegen zu können, sind strategisch platzierte Handläufe oder vom Boden bis zur Decke reichende Pfähle sehr geschätzt, um nicht bei jeder unerwarteten Welle quer durchs Schiff zu fliegen.

Unabhängig davon, ob nur im Hafen bzw. am Ankerplatz gekocht werden soll oder gelegentlich auch unterwegs auf See, gehört die Pantry zu den wichtigsten Teilen eines Fahrtenschiffes. Astronautennahrung, Konservendosen und Stullen gehören heute selten zu den Hauptnahrungsmitteln auf Fahrtenschiffen. Ein Kühlschrank und ein Gasherd, manchmal mit Ofen versehen, sollten neben der passenden Stehhöhe in der Pantry nicht fehlen. Groß muss die Pantry nicht sein. Gut organisiert kann auch in einer 30 Jahre alten 30-Fuß-Yacht wunderbar gekocht werden. Der Koch ist oft das meist geschätzte Crewmitglied des Abends, wenn der kalten, hungrigen Crew ein heißer Eintopf oder Auflauf gereicht wird.

Ein weiterer wichtiger Platz im Schiff ist die Koje. Erholsamer Schlaf ist nicht nur angenehm, sondern auch wichtig. Matratzen, die mittlerweile von Profis für Boote maßgeschneidert angeboten werden, lassen inzwischen wenig zu wünschen übrig. Für eine gute Matratze lohnt es sich, Geld zu investieren, insbesondere weil sie auf jedem Schiff nachrüstbar ist und mit angemessener Dicke auf jedem noch so kleinen Boot Platz findet. Wem eine neue Matratze zu teuer ist, dem könnte zumindest eine günstigere Matratzenauflage zusätzlichen Komfort schenken.

Geht es nur auf einen Wochen- oder Chartertörn, werden gern die Hafensanitäranlagen benutzt. Solange Fahrtensegler in Häfen und Marinas übernachten, spricht auch nichts gegen den morgendlichen, mit Handtuch und Kulturbeutel bestückten Spaziergang. Wer aber als Fahrtensegler das Ankern für sich entdeckt, in entlegenen Gebieten segelt oder zur Nebensaison sein Schiff nutzen möchte, findet nicht immer (geöffnete) Sanitäranlagen. Hier wird die Nasszelle an Bord zum Badezimmer. Wie auch zu Hause, wünscht man sich, dass es gut riecht, der Hintern auf die Toilettenschüssel passt und eine Dusche Platz findet. Wer sein Wasser während des Motorens sowieso heizen kann, bekommt nicht nur warmes Wasser zum Spülen, sondern ebenfalls zum Duschen.

Selbstverständlich ist eine Dusche in der Nasszelle aber kein Muss. Oft bietet sich eine Außendusche an, wenn es die Nasszelle unter Deck nicht hergibt. Mit einem Duschkopf im Cockpit kann das gesamte Cockpit unter der Kuchenbude in eine Innendusche verwandelt werden. Alternativ wird der Duschkopf einfach am Heck eingebaut und die Badeplattform, die übrigens leicht nachzurüsten ist, wird zum Duschplatz. Der Vorteil: Die Plattform muss nach dem Benutzen nicht einmal gereinigt oder getrocknet werden. Ankern gibt die notwendige Intimsphäre, und einem Sprung ins Meer für den Kaltblütigen im Norden oder den Überhitzten im Süden steht nichts mehr im Weg.

Warum riecht es auf manchen Schiffen in der Nasszelle so schlecht?

Zu Hause würde man den Geruch nie akzeptieren, der sich in manchen Schiffen aus der Nasszelle im ganzen Schiff verbreitet. Die Tür zu schließen hilft nur bedingt, denn dann staut sich der muffige Geruch weiterhin in der Nasszelle, die zudem oft schlecht belüftet ist. Ein nachgerüstetes Decksventil, das durch das Kajütendach Luft nach außen, aber kein Wasser nach innen leitet, sorgt zumindest für frische Luft in der Nasszelle. Das Geruchsproblem wird dadurch leider nicht behoben.

Der schlechte Geruch entsteht durch Gase, die langsam und kontinuierlich durch die alten, billigen Fäkalienschläuche diffundieren, die ihre Gasdichtigkeit im Lauf der Jahre verlieren. Wann es an der Zeit ist, die Schläuche auszutauschen, ist einfach zu beantworten: spätestens, wenn es anfängt zu stinken, oder wenn der Skipper beginnt, davon zu sprechen, dass man kein Toilettenpapier in die Toilette werfen soll. Denn die Bordtoiletten sind sehr wohl auch für Toilettenpapier konstruiert.

Zusätzlich zum Verlust der Gasdichtigkeit bekommen die Schläuche im Lauf der Zeit auch einen immer geringeren Durchmesser. Salzwasser reagiert nämlich mit Urin und bildet Kristalle als Ablagerungen auf der Innenseite der Schläuche, die dann immer weniger durchlassen, was schließlich zur Verstopfung führt. Die kurzfristige Notlösung heißt: »Kein Toilettenpapier mehr« – aber längerfristig sollte das eigentliche Problem angegangen werden. Wenn die Schläuche getauscht werden, sollten unbedingt die leider sehr teuren, dafür aber völlig gasundurchlässigen Schläuche gewählt werden. Auch wenn es in der Geldbörse schmerzt, sind es ja nicht viele Meter, die verbaut werden.

Wer gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen möchte und in Zukunft sowohl Verstopfung als auch Geruch vermeiden will, kann gleich auf süßwassergespülte elektrische Toiletten umrüsten. Diese sind erstaunlich zuverlässig, verbrauchen viel weniger Wasser als angenommen und kosten nicht einmal die Welt.

Bei Salzwasserspülungen wird immer mit sehr viel Wasser gespült, damit möglichst kein Urin in den Schläuchen stehen bleibt. Auch der letzte Tropfen sollte über Bord oder in den Fäkalientank gespült werden. Leider wird dabei auch der Fäkalientank schneller voll. Der gleiche Fäkalientank kann also erheblich mehr Toilettenbesuche fassen, wenn mit Süßwasser statt mit Salzwasser gespült wird, da jede Süßwasserspülung deutlich weniger Wasser verbraucht.

Wie kann ich in meinem Fahrtenschiff eine gemütliche Atmosphäre schaffen?

Es dauert ein bisschen, bis ein Boot seine Seele gefunden hat. Einige Schiffe werden so stiefmütterlich behandelt, dass sie auch nach Jahren immer noch so aussehen, als seien sie gerade erst von der Werft ausgeliefert worden.

Funkelnagelneue Schiffe sind auf einer Bootsmesse immer besonders schön zu bewundern, trotzdem haben sie einiges mit Charterschiffen großer Firmen gemein: Sie sehen alle gleich und unpersönlich aus. Das ist ja auch die Absicht auf einer Messe: Ein neues Schiff bekommt erst durch seinen Eigner und dessen Engagement eine Persönlichkeit und einen Charakter. Charterschiffe sollen ähnlich wie Hotelzimmer möglichst viele Gäste ansprechen, ohne durch zu viel persönliche Ausschmückung abschreckend zu wirken. Einige Hotels haben inzwischen aber verstanden, dass Menschen sehr wohl Zimmer mit Charakter zu schätzen wissen, und so gibt es selbstverständlich auch Charterschiffe, die mit persönlichem Stil ausgeschmückt sind. Auch Ausstellungsboote werden inzwischen oft mit Kissen, Handtüchern oder einer Obstschale hier und da ausgeschmückt.