Praxishandbuch Agile Organisationsentwicklung - Judith Armbruster - E-Book

Praxishandbuch Agile Organisationsentwicklung E-Book

Judith Armbruster

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Beschreibung

Unternehmen stehen heute zahlreichen Veränderungen gegenüber. Durch Agilität erreichen sie die notwendige Anpassungsfähigkeit, um auf Herausforderungen angemessen zu reagieren. Doch wie werden Unternehmen agil? Mit ihrem Buch unterstützt Judith Armbruster bei diesem Prozess. Leicht verständlich vermittelt sie die Grundlagen von Agilität und erklärt agile Werkzeuge und Praktiken. Darüber hinaus stellt sie mit der Agilen Blüte ein Modell für gelebte Veränderung vor. Die Umsetzung moderner Arbeitsweisen verdeutlicht sie anhand zahlreicher Beispiele aus der Praxis. Dabei nimmt sie besonders kleine und mittlere Unternehmen in den Blick. Zahlreiche Reflexionsfragen sowie das umfangreiche Canvas-Set ermöglichen es, die eigene Situation zu erfassen und eine agile Organisationsentwicklung im Unternehmen anzustoßen. Kurzum: ein wertvoller Impulsgeber für Agile Coaches, Unternehmer: innen, Führungskräfte und Mitarbeitende.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2023

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Judith Armbruster

Praxishandbuch Agile Organisationsentwicklung

Judith Armbruster arbeitet als Agile Coachin und Projektmanagerin. Dabei liegt ihr Fokus auf der Gestaltung von Projekten sowie auf der Entwicklung von Organisationen auf der Basis agiler Strukturen und Werte.

 

Umschlagabbildung: © mattjeacock – iStock

Icons in Abbildung 3 von der Autorin außer „Circle“ icon by Markus, „link“ icon by Jens Windolf, „progress“ icon by alzam, „process“ icon by Andrejs Kirma, „team“ icon by WEBTECHOPS LLP: alle von thenounproject.com.

Autorinnenfoto: privat

 

Die Canvases stehen Ihnen zum Download unter folgendem Link zur Verfügung:https://files.narr.digital/9783739832135/Zusatzmaterial.zip.

 

DOI: https://doi.org/10.24053/9783739882130

 

© UVK Verlag 2023— ein Unternehmen der Narr Francke Attempto Verlag GmbH + Co. KGDischingerweg 5 • D-72070 Tübingen

 

Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetztes ist ohne Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

 

Alle Informationen in diesem Buch wurden mit großer Sorgfalt erstellt. Fehler können dennoch nicht völlig ausgeschlossen werden. Weder Verlag noch Autor:innen oder Herausgeber:innen übernehmen deshalb eine Gewährleistung für die Korrektheit des Inhaltes und haften nicht für fehlerhafte Angaben und deren Folgen. Diese Publikation enthält gegebenenfalls Links zu externen Inhalten Dritter, auf die weder Verlag noch Autor:innen oder Herausgeber:innen Einfluss haben. Für die Inhalte der verlinkten Seiten sind stets die jeweiligen Anbieter oder Betreibenden der Seiten verantwortlich.

 

Internet: www.narr.deeMail: [email protected]

ISBN 978-3-7398-3213-5 (Print)

ISBN 978-3-7398-0618-1 (ePub)

Inhalt

1 EinleitungTeil I: Die Grundlagen – Die Agile Blüte verstehen2 Der Startpunkt: Agilität2.1 Was ist Agilität?2.2 Welche Dimensionen hat das Thema Agilität?2.3 Warum braucht es Agilität?3 Das Ziel: Agile Organisation3.1 Was ist eine agile Organisation?3.2 Was sind die Eigenschaften einer agilen Organisation?3.3 Was sind die Vorteile einer agilen Organisation?4 Die Rahmenbedingungen: Agilität in KMU4.1 Was sind die Besonderheiten von KMU?4.2 Status quo: Wie agil sind KMU?5 Das Vorgehen: Agile Organisationsentwicklung5.1 Was bedeutet Agilität im Bereich der Organisationsentwicklung?5.2 Was bedeutet agile Organisationsentwicklung für KMU?Zwischenziel #1 erreicht: Der Boden ist bereitetTeil II: Das Handwerkszeug – Die Agile Blüte betrachten6 Das Modell: Die Agile Blüte6.1 Die Wirkungskräfte der Agilen Blüte6.2 Die Dimensionen der Agilen Blüte6.3 Die handelnden Personen7 Die Wirkungskraft Innovationskraft7.1 Die Dimension Vision7.2 Die Dimension Megatrends8 Die Wirkungskraft Strukturkraft8.1 Die Dimension Struktur8.2 Die Dimension Prozesse9 Die Wirkungskraft Gemeinschaftskraft9.1 Die Dimension Kommunikation9.2 Die Dimension KollaborationZwischenziel #2 erreicht: Die Saat ist ausgesätTeil III: Die Praxis – Die Agile Blüte anwenden10 Das Werkzeug: Das Canvas-Set der Agilen Blüte10.1 Über Canvases als Methode10.2 Mehr als ein Canvas: Das Canvas-Set11 Die Anwendung: Das Canvas-Set nutzen11.1 Arbeiten mit dem Canvas-Set11.2 Arbeiten mit den Canvases12 Die Praxis: Workshops mit Canvases gestalten12.1 Zu einem Workshop einladen12.2 Einen Workshop organisieren12.3 Einen Workshop moderierenZwischenziel #3 erreicht: Es wachsen zarte Pflänzchen13 Im Laufe der Zeit: Es blühtEin persönlicher Rückblick: ErntedankAnhangQuellenverzeichnisRegister

1Einleitung

„Blüht eine Blume, zeigt sie uns die Schönheit. Blüht sie nicht, lehrt sie uns die Hoffnung.“ Chao-Hsiu Chen

Veränderung ist alltäglich und allgegenwärtig. Vielleicht werden Sie dieser Tatsache direkt zustimmen, vielleicht kommen Ihnen auch zahlreiche Veränderungen direkt in den Sinn, z. B. ein Umzug, der Start in einem neuen Job oder aber auch weniger Positives wie ein Unfall, eine Krankheit oder eine Naturkatastrophe. Diese großen Veränderungen sind einschneidend und bleiben uns in Erinnerung.

Parallel dazu entwickelt sich jedoch auch alles auf der Welt, einschließlich der kleinsten Zellen des Menschen, jeden Tag ganz natürlich ein kleines bisschen weiter. Diese Veränderung in unzählbar vielen Dingen nehmen wir nicht bewusst wahr. Dies liegt nicht nur daran, dass den kleinsten Schritten wenig Bedeutung beigemessen wird, sondern vielmehr, dass diese Veränderungen sich so gut in einen Rhythmus einfügen.

Gerade in der Natur wird dies sichtbar: Pflanzen wachsen, Blumen blühen, Früchte reifen. Dabei hat jede Pflanzenart ihren eigenen Takt und gleichzeitig folgen die Pflanzen dem gemeinsamen Rhythmus der Jahreszeiten. Übertragen auf die persönliche Entwicklung von Menschen sowie auch die Entwicklung in Unternehmen, so folgen auch diese einem eigenen Takt. Stetig im Fluss ist Weiterentwicklung ein Prozess, der niemals abgeschlossen sein wird. Die Herausforderung besteht darin, sich der stetigen Veränderung zu stellen, diese zu antizipieren und die darin liegenden Chancen zu sehen und zu nutzen.

Wovon handelt dieses Buch?

Wie das Zusammenwirken von Veränderungen selbst ist auch die Antwort darauf – das Thema Agilität – komplex. Die Notwendigkeit zur Anpassung hat unter dem Begriff „Agilität“ eine Konkretisierung erfahren und wird als Antwort gegeben auf den immer schneller werdenden Kreislauf des Wandels. Innovationen, die das Marktumfeld von Unternehmen mit größeren Auswirkungen verändern, werden in immer kürzeren Zyklen entwickelt. Neben diesen gewachsenen, längerfristigen Veränderungen stellen zudem kurzfristige Ereignisse Unternehmen vor immense Herausforderungen.

Diese Rahmenbedingungen fordern von Unternehmen nicht nur eine schnelle Anpassungsfähigkeit, sondern auch die Etablierung einer Sensitivität für Veränderung. Die Auseinandersetzung mit Agilität ist deshalb vielschichtig. Sie reicht von agilen Werkzeugen und Methoden, die das Arbeiten mit kurzzyklischen Prozessen und flachen Strukturen einfordern, bis hin zum agilen Mindset, das mit veränderungsoffenen Grundannahmen die Basis für diese modernen Arbeitsweise bildet. Zudem hat sich das Thema in den vergangenen Jahrzehnten sowohl in der Theorie als auch der Praxis weiterentwickelt und inzwischen Einzug in alle Ebenen des organisatorischen Handelns und Denkens erhalten. Das Thema selbst entwickelt sich also schnell und ständig weiter.

Auch in den Unternehmen hat das Umdenken bereits begonnen und viele haben sich auf den Weg gemacht, um eine agile Organisation zu werden. Jedoch sind es vor allem die mittleren und kleineren Unternehmen (KMU), die am Thema Agilität noch wenig partizipieren und nicht die entsprechenden Ressourcen haben, um sich damit auseinanderzusetzen. Sie stehen in diesen Entwicklungen den großen Unternehmen und Konzernen nach. Doch es ist für KMU nicht zu spät, sich mit dem Thema Agilität und den darin liegenden Chancen zu beschäftigen. Mit einem Fokus auf ihre besonderen Eigenschaften können sie dabei sowohl ihre Stärken betonen als auch sich anpassungsfähig aufstellen und dabei Mitarbeitende und Kunden in das Zentrum des Handelns zu rücken. Für diesen Prozess gibt Ihnen dieses Buch Impulse und Beispiele, die Sie für die Arbeit in Ihren Unternehmen nutzen und auf die Situation in Ihren Unternehmen übertragen können.

Was erwartet Sie?

Dieses Buch liefert Impulse. Egal wie intensiv Sie sich bereits mit dem Thema Agilität auseinander gesetzt haben, Sie werden in den verschiedenen Teilen des Buches Neues entdecken und nach dem Lesen das Handeln und Wirken des Unternehmens, in dem Sie arbeiten oder das Sie führen, mit einem leicht geänderten Blickwinkel betrachten. Dieser Abschnitt dient damit gleichermaßen zur Steigerung Ihrer Vorfreude auf die kommenden Seiten und Inhalte sowie auch als Warnhinweis. Denn wenn Sie eine seichte Lektüre suchen, die einfach zu konsumieren ist und die Sie möglichst wenig tangieren soll, dann sollten Sie dieses Buch direkt weglegen.

Für die Arbeit in den KMU und dabei allen voran für kleine Unternehmen gelten besondere Merkmale, die zu beachten sind, um das Thema Agilität in KMU mehr zu verankern. Besonders prägend ist neben der zentralen Position der Unternehmerpersönlichkeit auch die flachen Strukturen, die langfristige Ausrichtung der Strategie sowie das familiäre Miteinander in der Zusammenarbeit. Basierend auf diesen Eigenschaften dient das Modell der Agilen Blüte als passende Herangehensweise für die Entwicklung einer agilen Organisation in KMU. Die Agile Blüte macht die Themen im Rahmen der Organisationsentwicklung begreifbar und erlebbar.

Mit dem begleitenden Set an Plakaten, einem so genannten Canvas-Set, wird ein anwendbares Werkzeug vorgestellt, das schnell verständlich und anwendbar ist. Damit kann der Weg hin zu mehr gelebter Agilität von den Unternehmen selbst passend gestaltet werden. Gleichzeitig wird das Thema Agilität für die Unternehmen im Tagesgeschäft anwendbar. So werden Ihr Mut und die Lust gefördert, um sich mit dem Thema der Agilität auseinander zu setzen und den Weg der Veränderung zu starten. Schließlich sollen und müssen Sie selbst erarbeiten und erleben, welcher Mehrwert hinter agilem Arbeiten steckt.

Dieses Buch spannt einen großen Bogen rund um das Thema der Entwicklung einer agilen Organisation für KMU auf. Die drei Teile des Buches setzen dabei unterschiedliche Schwerpunkte und verknüpfen dabei zunehmend die Theorie mit der Praxis. Durch Fragen zur Reflexion schafft dieses Buch zudem einen Raum, um Ihren persönlichen Standpunkt zu erfassen und das neu angelesene Wissen ganz praktisch auf seine Funktion bzw. Rolle im Unternehmen anzuwenden und einzuordnen.

Im ersten Teil werden die theoretischen Grundlagen zum Thema Agilität zusammengefasst und eingeordnet, um ein Verständnis für das Thema als Ganzes zu schaffen. Dabei wird ein Einblick in die Hintergründe und Treiber des Themas Agilität gegeben. Darüber hinaus erfahren Sie, was eine agile Organisation ist und was hinter dem Begriff der agilen Organisationsentwicklung steht. Zudem wird den besonderen Eigenschaften kleiner Unternehmen auf den Grund gegangen und erklärt, warum sie im Grunde von Natur aus schon agil sind.

Einen Fokus auf die Anwendung der Theorie und die Gestaltung von Veränderung in Organisationen legt der zweite Teil des Buches. Er widmet sich der Vorstellung des Modells der Agilen Blüte. Dieses Modell zeigt auf, wie der Prozess der Organisationsentwicklung in KMU gestaltet werden kann. Jedes Kapitel stellt eine der Wirkungskräfte und die darin wirkenden Dimensionen im Detail vor und zeigt gleichzeitig Anwendungsmöglichkeiten durch Beispiele aus der unternehmerischen Praxis.

Tiefer in die Praxis taucht Teil 3 dieses Buches ein. Er stellt die Anwendung des Modells mithilfe des Canvas-Sets, einem Set an Plakaten, in den Mittelpunkt. Dieser Teil befähigt Sie, die mitgelieferten Canvases in Ihrer Arbeit einzusetzen. Dafür werden sowohl Prinzipien für die Arbeit mit dem Canvas-Set vorgestellt als auch Tipps für deren konkreten Einsatz im Rahmen von Workshops gegeben. Wie einfach die Anwendung von Canvases ist, können Sie selbst am Ende jedes Kapitels ausprobieren, wo jeweils Fragen im Sinne eines Canvas zur Reflexion des Kapitels einladen. Damit dient dieses Buch alles in allem als Rat- und Impulsgeber mit Tipps zur direkten Umsetzung der agilen Organisationsentwicklung in der täglichen Praxis der Unternehmen.

Für die agile Organisationsentwicklung gibt es keine Blaupause. Deshalb lebt das Thema gleichsam von Beispielen aus der Praxis. Um ein Verständnis dafür zu schaffen, was der Weg der agilen Organisationsentwicklung für ein kleines Unternehmen bedeutet und die eher abstrakten theoretischen Inhalte greifbar zu machen, erzählt dieses Buch auch „aus der Praxis“ die Geschichte eines Unternehmens, das sich auf dem Weg der Veränderung hin zu einer agilen Organisation befindet.

Aus der Praxis | Ein Unternehmen auf dem Weg zur agilen Organisation

iT Engineering Software Innovations hat in seiner mehr als 20-jährigen Unternehmensgeschichte zahlreiche Entwicklung erlebt, sowohl im externen Marktumfeld als auch in der internen Aufstellung. Das Unternehmen wurde als Entwicklungsbüro gegründet mit der Überzeugung, dass Software im Maschinenbau immer wichtiger werden wird und damit auch deren Anteil an der Wertschöpfung im industriellen Umfeld maßgeblich steigen wird. Der Erfolg gab den beiden Gründern Recht und so konnte das Unternehmen stetig wachsen und durch eine Aufspaltung in zwei eigenständige Unternehmen ihr Angebotsspektrum fokussieren und spezialisieren. Daraus entstand im Jahr 2018 das Unternehmen iT Engineering Software Innovations (iTE SI).

Die Kernkompetenz von iTE SI liegt im Bereich der individuellen Softwareentwicklung für ein technisches Marktumfeld. Dabei liegt der Schwerpunkt der angebotenen Dienstleistungen auf der Entwicklung von Softwareanwendungen mit verschiedensten Technologien. Die Kunden stammen hauptsächlich aus dem Bereich des Maschinen- und Anlagenbaus. Digitalisierung und Industrie 4.0 sind Themen, die als starke Treiber die Branche beschäftigen.

Bei iT Engineering Software Innovations sind über zwanzig hochqualifizierte Softwarespezialisten aus den Bereichen Informatik, Mechatronik und Automatisierungstechnik beschäftigt. Sie kombinieren gerne ihre Fachkompetenz mit der Erfahrung aus zahlreichen Softwareprojekten, um für die Kunden passende Lösungen zu entwickeln. Dabei entstehen innovative, wiederverwendbare und nachhaltige Anwendungen, die die Anforderungen der Kunden im industriellen Umfeld passend beantworten.

Als mittelständisches Unternehmen mit flachen Hierarchien und kurzen Entscheidungswegen sind Flexibilität sowie stetige Weiterentwicklung tragende Säulen der Kultur. In projektorientierten Kompetenzteams wird mit verschiedenen agilen Methoden und Vorgehensmodellen gearbeitet, gleichzeitig bieten übergreifende Strukturen Raum zum Austausch zwischen den Mitarbeitenden. Mit Kunden und Partnern wird eine partnerschaftliche und dauerhafte Zusammenarbeit gepflegt.

Für wen ist dieses Buch?

Dieses Buch ist für Lesende mit Freude an Veränderung: Dieses Buch ist für Sie geschrieben. Sie, das sind alle Mitarbeitenden, die in den Unternehmen vorangehen und mit neuen Ideen und offener Denkhaltung die Art und Weise der Zusammenarbeit stetig weiterentwickeln. Sie, das sind also alle Personen, die Interesse und Lust haben, Veränderung in ihren Unternehmen zu gestalten.

Dabei braucht es weder agiles Vorwissen noch ist es nicht wichtig, welche Position im Unternehmen besetzt wird. Es braucht weder Erfahrung mit der Umsetzung von Projekten noch mit der Führung von Personen oder Leitung von Gruppen. Das einzig Wichtige ist eine Offenheit für Neues und die Lust, mit frischen Ideen im eigenen WirkungsfeldWirkungsfeld zu agieren. Denn es sind gerade die bewussten Handlungen im alltäglichen Tun sowie auch die Anstöße und Impulse jedes einzelnen Mitarbeitenden, die für die Unternehmen wichtig sind, um mit vielen kleinen Schritten den Weg der Veränderung zu gehen. Diese kleinen Schritte werden durch die kleinen Häppchen an Inhalten unterstützt, die Sie in den verschiedenen Teilen dieses Buches finden. Sie sind herzlich eingeladen, dieses Buch nicht zu lesen, sondern damit zu arbeiten, darin zu schmökern, durchzublättern oder wild zwischen den Seiten hin und her zu springen. Starten Sie mit der Theorie als Basis in Teil 1, tauchen Sie direkt mit Teil 2 in das Modell der agilen Blüte ein oder beginnen Sie mit praktischen Tipps zur Anwendung in Teil 3. Es ist erlaubt, was Spaß macht und Ihnen weiterhilft.

Sie stehen vor einer komplexen Aufgabenstellung. Denn genau das ist die agile Organisationsentwicklung. Einerseits werden dabei zahlreiche Themen und Fragestellungen angesprochen und neu gedacht werden, andererseits sind früher oder später alle Mitarbeitenden in den Unternehmen betroffen. Schließlich muss jeder Einzelne sein Handeln anpassen, wenn die Strukturen der Zusammenarbeit verändert werden. Dabei sind zwar alle im Unternehmen involviert, jedoch nicht alle gleich engagiert. Deshalb werden Sie sich als vorangehende Person genauso auch in einer wertschätzenden Kommunikation sowie dem Umgang mit Zweifeln, Ängsten und Rückschlägen üben müssen. Aber keine Sorge, auch für diese Fragestellungen wird dieses Buch Ihnen Impulse zur Anregung und zum Weiterdenken geben.

Agile Organisationsentwicklung ist schließlich eine gemeinschaftliche Aufgabe und Leistung. Sie ist darauf ausgelegt, nicht eine Veränderung zu verordnen, sondern diese zu gestalten. Die Veränderung muss in kleinen Schritten und aus der Organisation heraus geschehen, um nachhaltig ein verändertes Bewusstsein in der Organisation zu etablieren. Somit will dieses Buch Wissen und Erfahrungen teilen und damit Ihnen als engagierte, vorangehenden MitarbeitendeMitarbeitendevorangehenden von heute und morgen in den Unternehmen Mut und Lust machen, Neues auszuprobieren und neue Wege einzuschlagen. Die Agile Blüte bietet Ihnen dabei ein anschauliches und unterstützendes Handwerkszeug.

Aus der Praxis | Wer sind die Lesenden?

Sie, die Lesenden dieses Buches sind genauso vielfältig und individuell in Ihren Erwartungen, wie auch jedes Team und die gesamte Belegschaft in einem Unternehmen. Doch Sie verbindet eine Eigenschaft, nämlich das Interesse am Thema Agilität. Durch Ihre Neugier gepaart mit ihrer Offenheit für Veränderung sind Sie motiviert, in Ihren Unternehmen etwas zu bewirken. Dieses Praxisbuch ist dabei ein Wegbegleiter, Motivator und Sparringspartner. Mit Beispielen aus der Praxis, Impulsen zur Reflexion und Materialien für die Praxis erleichtert es Ihren Weg und hilft, den Dialog in Ihrem Unternehmen zu starten.

Auf diesem Weg sind Sie nicht allein. Zahlreiche Personen stellen sich dieselben Fragen und beschäftigen sich mit denselben Themen. Drei weitere fiktive Lesende dieses Buches möchten sich Ihnen vorstellen. Diesen drei sogenannten Personas werden Sie auch später im Buch immer wieder begegnen, wenn diese im Dialog sind und dabei Fragen, Situationen und Problemstellungen austauschen. Carola, Hilbert und Birgit laden Sie also ein, gemeinsam weiterzublättern und die agile Blütenpracht zu entdecken.

Persona 1 | Birgit Binder, Marketingmitarbeitende, engagierte Mitarbeitende

 

„Mir macht meine Arbeit Spaß und ich lerne gerne dazu. Dieses Wissen und meine Stärken möchte ich gerne im Unternehmen einbringen, sodass wir uns auch als Team gemeinsam weiterentwickeln.“

 

Über mich:

Ich bin gut gelaunt, wenn ich mitbekomme, dass es im Unternehmen vorwärts geht. Deshalb bin ich gerne im Austausch mit anderen.

Ich bin frustriert, wenn ich nicht gehört werde oder wenn mein Engagement bzw. meine Offenheit, Ideen zu teilen, nicht wertgeschätzt wird. Denn ich hege nicht den Anspruch, dass alles so umgesetzt werden sollte, wie ich es sage.

Ich bin motiviert, wenn ich mit meiner Arbeit Kollegen unterstützen kann. Deshalb mache ich meine Hilfe möglich, wenn ich gefragt werde.

Für die Praxis: Birgit möchte ganz grundlegend in das Thema Agilität starten und startet deshalb mit Teil 1 dieses Buches. Sie arbeitet dieses Praxisbuch einmal von vorne nach hinten durch und bekommt dabei viele Ideen, was in ihrem Unternehmen an Veränderung geschehen sollte. Sie nimmt das Buch mit zu den anderen Mitarbeitenden in ihrem Team, um gemeinsam über verschiedene Themen zu sprechen und erste Maßnahmen zur Veränderung zu initiieren.

Persona 2 | Hilbert Hirte, Geschäftsführer, Agilitätsbekenner

 

„Wir arbeiten schon agil bzw. mit agilen Methoden. Hier können und müssen wir aber auch noch besser werden, damit wir als Unternehmen als Ganzes wachsen und am Markt bestehen können.“

 

Über mich:

Ich bin gut gelaunt, wenn die Sonne scheint, ich Zeit für meine Familie habe oder Sport mache. Deshalb genieße ich diese Momente besonders.

Ich bin frustriert, wenn die Aufgaben auf meiner To-do-Liste mehr statt weniger werden und ich nicht genau weiß, was ich zuerst machen soll. Deshalb mache ich dann zumeist Pause oder Feierabend.

Ich bin motiviert, wenn ich mich in ein neues Thema einarbeiten kann oder wir ein neuartiges Projekt starten können. Das fordert uns als Unternehmen und mich persönlich heraus. Deshalb habe ich großes Interesse an neuen Technologien und Methoden, und ich versuche immer wieder, neue Wege und Formate zu finden, bei denen wir uns als kleines Unternehmen platzieren können.

Für die Praxis: Hilbert hat zwar wenig Zeit zu lesen, jedoch großes Interesse am Thema. Er möchte direkt mit dem Praxisteil starten und beginnt deshalb bei Teil 2. Zu manchen Themenaspekten möchte er mehr Hintergrundinformationen, dann blättert er zurück. Teil 3 hält er vor allem für seine engagierten Mitarbeitenden interessant und empfiehlt ihnen das Buch deshalb direkt weiter.

Persona 3 | Carola Coach, Scrum Masterin/Projektmanagerin, moderierende Mitarbeiterin

 

„Ich brenne für das Thema Agilität und sehe darin unglaublich viel Potential. Aber mir fehlt ein fachlicher Sparringspartner, um Aspekte des Themas sowie nächste Schritte in der agilen Transformation zu besprechen.“

 

Über mich:

Ich bin gut gelaunt, wenn neue Methoden gut angenommen werden bzw. von anderen Mitarbeitern aufgegriffen werden.

Ich bin frustriert, wenn ich in einem Thema nicht vorwärtskomme. Deshalb suche ich regelmäßig Austauschmöglichkeiten mit Personen vom Fach oder suche Input aus Büchern.

Ich bin motiviert, wenn man ein Thema gemeinsam gestalten und weiterentwickeln kann. Deshalb umgebe ich mich gerne mit Menschen, die sich für dieselben Themen begeistern wie ich.

Für die Praxis: Carola liest dieses Praxisbuch nicht linear. Sie interessiert sich dafür, immer wieder neue Impulse für ihre tägliche Arbeit zu bekommen. Sie startet deshalb in Teil 3 und nimmt dort Ideen für ihren nächsten Workshop mit. Gerade die Arbeit mit den Canvases findet sie sehr spannend, da sie dadurch Zeit in der Vorbereitung von Meeting spart.

Carola ist nicht nur Leserin, sondern begegnet im zweiten Teil dieses Buches auch als Erzählende. Sie berichtet von ihren Gesprächen im Unternehmen und gibt praktische Hinweise für den Dialog mit Mitarbeitenden.

Teil I: Die Grundlagen – Die Agile Blüte verstehen

„Und es kam der Tag, da das Risiko, in der Knospe zu verharren, schmerzlicher wurde als das Risiko zu blühen.“ Anais Nin

2Der Startpunkt: Agilität

Reflexion zum Start | Machen Sie sich Ihr aktuelles Verständnis bewusst und reflektieren Sie: Was beschreibt das Wort „agil“ bzw. wofür steht „Agilität“ für mich, für mein Team und für mein Unternehmen?

Kernaussagen des Kapitels

AgilitätAgilität beschreibt die Kompetenz, anpassungsfähig zu sein und die Sensibilität zu besitzen, die Notwendigkeit für Anpassung frühzeitig zu erkennen.

Die Notwendigkeit zur Anpassung basiert auf unterschiedlichen Treibern, die im externen Umfeld sowie in den internen Strukturen eines Unternehmens verankert sind. Technische, soziale, ökonomische und ökologische Treiber machen ein verändertes Handeln der Unternehmen notwendig.

Agilität ist ein vielschichtiger Begriff, der in drei Dimensionen unterteilt werden kann: Agile Werkzeuge und Praktiken stützen sich auf agile Prinzipien und Werte. Den Kern bildet das agile MindsetMindset, eine persönliche Haltung, die stets offen für Veränderung und Weiterentwicklung ist.

Agilität fasziniert, polarisiert und bewegt. Hinter diesem kurzen und unscheinbaren Begriff liegt eine ganz Welt. Als Themenkomplex ist Agilität genauso vielschichtig und tief wie vielseitig und breit. Deshalb ist es wichtig, ein gemeinsames Verständnis für den Begriff zu schaffen und einen Einblick zu geben, warum die Auseinandersetzung mit dem Thema lohnt – für Organisationen, für Teams und für jeden Menschen persönlich.

2.1Was ist Agilität?

In vielen Unternehmen gilt ein neuer Grundsatz: Es soll agil gehandelt, gedacht und gearbeitet werden. Der Begriff Agilität wird im Sprachgebrauch des unternehmerischen Alltags zumeist flexibel eingesetzt und in der Häufigkeit der Verwendung überstrapaziert. Dabei wird einerseits ein Irrglauben gefestigt, indem der Begriff agil als Synonym für maximale Flexibilität verwendet wird, andererseits bleibt eine klare Definition des Wortes oft aus und damit auch das Anwendungsgebiet unklar.

In der ursprünglichen Bedeutung steht Agilität abgeleitet vom lateinischen Wort ‚agilis‘ für Regsamkeit und Wendigkeit, also dafür, dass etwas „von großer Beweglichkeit zeugt“ (Duden 2022a). In der Literatur finden sich zahlreiche Definitionen des Begriffs Agilität. Grundsätzlich gemein haben diese, dass Agilität als Eigenschaft einer Organisation beschrieben wird, sich schnell an ihren unsicheren, komplexen und dynamischen Kontext anzupassen (vgl. Förster & Wendler 2012: 33; Weber et al 2018: 28; Hofert 2018: 5; Kienbaum 2015: 7).

Doch auch die Definition des Begriffs Agilität unterlag in den vergangenen Jahrzehnten einer WeiterentwicklungWeiterentwicklung. Während in einer frühen Veröffentlichung im Jahr 1982 (Brown & Agnew) noch ein starker Fokus auf die notwendige Anpassung von Prozessabläufen gelegt wird, verschiebt sich dieser im zeitlichen Verlauf zunehmend auf Kundenzentrierung und -zufriedenheit. Die für die Agilität wichtigen Aspekte passen sich somit selbst an die sich ändernden Rahmenbedingungen an. (vgl. Sharifi & Zhang 2001: 773; Yusuf & Gundasekaran 2002: 1357; Förster & Wendler 2012: 33).

Info | Fünf Irrtümer über Agilität

Erster Irrtum: Agilität ist dasselbe wie Flexibilität.

Falsch. Richtig ist: Agile Strukturen streben nach einer Balance zwischen Stabilität und Instabilität. Agilität ist somit stetig im Fluss und strebt trotzdem nach Beständigkeit. Unter FlexibilitätFlexibilität wird mehr eine immer vorhandene, direkt anwendbare ElastizitätElastizität verstanden. Bildlich gesprochen ist Agilität eher eine zähe fließende Masse, die sich an ihr Gefäß bzw. gegebene Rahmenbedingungen anpasst, während Flexibilität eine einfach verformbare, jedoch eher formstabile Art von Knetmasse ist.

Zweiter Irrtum: Agilität ist skaliertes Scrum.

Falsch. Richtig ist: ScrumScrum ist eine bekannte Methode für agiles Arbeiten und macht die Anwendung von Agilität in Projekten greifbar. Durch Scrum werden die grundlegenden Prinzipien des agilen Arbeitens erlebbar. Trotzdem steht noch eine Vielzahl anderer Methoden und Werkzeuge als passende Alternativen für Teams und Unternehmen zur Verfügung.

Dritter Irrtum: Agilität passt für alle, überall.

Falsch. Richtig ist: Oft wird Agilität nur auf den Einsatz agiler Methoden reduziert. Dabei ist es ein Irrtum, dass agile Methoden sämtliche Prozesse besser und effizienter machen. Jegliches Handeln muss an die gestellten Anforderungen angepasst sein, so auch der Einsatz agiler Methoden und Werkzeuge.

Agilität im Sinne von Anpassungsfähigkeit als unternehmerische Kompetenz passt jedoch für alle. Die Ausbildung anpassungsfähiger Strukturen ist für jedes Unternehmen von Vorteil – egal welcher Größe oder in welcher Branche.

Vierter Irrtum: Agilität ist ein Patentrezept.

Falsch. Richtig ist: So individuell wie ein Unternehmen, dessen Struktur und Kultur ist, so individuell ist auch die Umsetzung von Agilität. Es gibt keine Schablone, die auf jede Art von Unternehmen übertragen werden kann, um erfolgreich eine passende Umsetzung zu finden.

So unterschiedlich wie die Unternehmen sind auch die Menschen, die in ihnen arbeiten und die letztlich die Strukturen mit Leben füllen. Für sie muss ein passender Weg hin zur Agilität gefunden werden.

Fünfter Irrtum: Agilität ist ein Ziel.

Falsch. Richtig ist: Agilität, im Sinne von AnpassungsfähigkeitAnpassungsfähigkeit ist kein Ziel, das jemals erreicht werden kann. Deshalb ist Agilität vielmehr der Weg, um Organisationen passend zu ihrem sich verändernden Marktumfeld aufzustellen. Es braucht Ausdauer, diesen Weg beharrlich zu gehen und Mut, Themen und Strukturen, die aufgebaut wurden, immer wieder auch zu hinterfragen und umzubauen. Jedes Ziel wird damit zu einem Durchgangspunkt für den nächsten Schritt der Veränderung.

Reflexion zum Weiterdenken | Warum ist das Thema Agilität für mich persönlich wichtig bzw. für mein Team und für mein Unternehmen?

2.2Welche Dimensionen hat das Thema Agilität?

Die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Thema Agilität ist vielschichtig und mehrdimensional, denn neben der Breite an Aspekten, die mit dem Thema einhergehen, hat Agilität auch eine inhaltliche Tiefe. Als Veranschaulichung hat sich dafür die agile ZwiebelZwiebel, agile als gängige Darstellung der verschiedenen Bedeutungsebenen etabliert (Abbildung 1).

Abb. 1: Agile Zwiebel (eigene Darstellung nach Powers 2016)

Die verschiedenen Dimensionen der Agilität lassen sich dabei in drei Hauptdimensionen unterteilen:

die agilen Werkzeuge, Methoden und Praktiken

die agilen Prinzipien und Werte

das agile Mindset

Übertragen auf die Agilität als Fähigkeit von Organisationen findet sich auf der äußeren Ebene die konkrete Anwendungsebene, auf der mittleren Ebene steht das Wissen, wie man diese Fähigkeit am besten einsetzt, und die innere Ebene spiegelt die Einstellung, diese Fähigkeit überhaupt lernen und einsetzen zu wollen. Während die äußeren Dimensionen, allen voran die agilen Werkzeuge und Methoden, eine neue Art der Zusammenarbeit vorstellen, sind es die inneren Schichten, die diesen eine Grundlage und einen tieferen Zusammenhang geben. Je weiter es in der agilen Zwiebel zur Mitte hin geht, desto weniger sichtbar und greifbar werden die Themen. Gleichzeitig werden diese weniger einfach zu erlernen, dafür umso wirkungsstärker, da sie Teil des ureigenen menschlichen Daseins sind.

Agile Werkzeuge, Methoden und Praktiken

Agile Werkzeuge, Methoden und Praktiken sind konkrete Helfer und Vorgehensweisen, die Personen und Teams in ihrer Arbeit unterstützen und durch ihre Rahmenbedingungen eine Anleitung für angewendete Agilität ermöglichen. Gerade an Werkzeugen gibt es eine nahezu unendliche Auswahl. Als kleine Helfer vereinfachen Werkzeuge verschiedenste Aufgabenstellungen und unterstützen das menschliche Handeln. Es braucht das passende Werkzeug zur Aufgabe. Gleichzeitig macht ein gutes Werkzeug noch keinen guten Anwender. Jedes Werkzeug braucht Übung in der Handhabung und ein Wissen darum, was und wie es am besten einzusetzen ist.

Für die Praxis | Welche agilen WerkzeugeWerkzeugeagile gibt es?

Hammer, Zange und Schraubendreher sind aus dem Werkzeugkasten des Heim- und Handwerkens bekannt. Sie sind nur einige der Helfer, die die anfallenden Tätigkeiten vereinfachen. Auch für das agile Arbeiten gibt es zahlreiche Werkzeuge, die diese Art des Arbeitens unterstützen, sowohl im analogen als auch in digitalen Umgebungen.

Analoge Werkzeuge: WerkzeugeanalogeWerkzeugeagileMit die wichtigsten Werkzeuge sind Post-its, Flipchart und Whiteboards. Sie ermöglichen einerseits, dass Ideen aufgeschrieben werden können, andererseits erlauben sie schnelle Ergänzungen, Korrekturen und das Gruppieren von Gedanken. Auch Uhren oder Timer sind wichtige Begleiter für z. B. Timeboxing.

Digitale Werkzeuge:Werkzeugedigitale In der virtuellen Zusammenarbeit gibt es zahlreiche Softwareanwendungen, die sich entweder auf einzelne Themenaspekte in der Zusammenarbeit, z. B. Kommunikation, Visualisierung, Dokumentation, fokussiert haben oder die größere, ganzheitliche Lösung mit Kombinationen daraus anbieten.

Während Werkzeuge als einzelne Helfer unterstützen, geben Methoden und Praktiken eher größere Rahmen vor. Sie beschreiben strukturierte Vorgehensweisen, die sich bewährt haben und die dabei helfen, bestimmte Ziele zu erreichen. Agile Methoden sind z. B. Prozessrahmen (engl. FrameworksFrameworks) aus der Softwareentwicklung, wie ScrumScrum, KanbanKanban und Extreme ProgrammingExtreme Programming. Auch Arbeitsweisen aus anderen Bereichen, wie Beyond BudgetingBeyond Budgeting aus dem Controlling sowie agile Mitarbeitergespräche im Bereich Human Ressources (HR)Human Ressources haben sich als Methoden etabliert.

Für die Praxis | Welche agilen Methoden Methoden, agilegibt es?

Es gibt eine Vielzahl an bekannten agilen Methoden und Frameworks. Um die passende Methode auszuwählen, ist es wichtig, sowohl das eigene Ziel als auch die Stärken der Methode zu kennen. Vier bekannte agile Methoden und Rahmenwerke werden hier in Kürze vorgestellt.

ScrumScrum

Stärken: Lösen komplexer Problemstellungen durch schrittweise Lösungsentwicklung, schnell greifbare Ergebnisse, kontinuierlicher Weiterentwicklungsprozess der Ergebnisse

Einsatzmöglichkeiten: Lösungs- und Produktentwicklung, Neu- und Weiterentwicklung

KanbanKanban

Stärken: Visualisierung von Arbeitspaketen, Aufdecken von Engpässen in Prozessen, Transparenz von Status, einfache Kombination mit anderen Methoden

Einsatzmöglichkeiten: Wiederkehrende, operative Aufgaben

Design ThinkingDesign Thinking

Stärken: Viele Ideen finden und erlebbar machen, Kunden-/Nutzerorientierung

Einsatzmöglichkeiten: Ideenfindung und -evaluierung, Startphase von Projekten

Extreme ProgrammingExtreme Programming (XP)

Stärken: Fokus auf Kundenwünsche, kurze Zyklen

Einsatzmöglichkeiten: Softwareentwicklung

Neben den Methoden ist eine Praktik eine eher allgemeingültige Arbeitsweise, die nicht einer bestimmten Methode zugeordnet wird. Darüber hinaus gibt es Praktiken, die von verschiedensten Methoden aufgegriffen und unterstützt werden. Praktiken sind somit eher methodenunabhängig und bilden quasi eine Art grundlegendes Handlungsset.

Für die Praxis | Was sind agile Praktiken?Praktiken, agile

Es gibt verschiedene Praktiken, die die Umsetzung von Agilität unterstützen. Einige wichtige agile Praktiken sind:

Visualisierung von Arbeit: Um einen transparenten Status über den Fortschritt zu haben sowie ein gemeinsames Verständnis aller Beteiligten zu bekommen, ist es maßgeblich sowohl die Aufgaben selbst als auch die Arbeitsergebnisse visuell festzuhalten. Damit wird zudem der gemeinsame Dialog ergebnisorientiert geleitet und konstruktives Feedback möglich.

Geplante FeedbackschleifenFeedback: Durch festgesetzte Zeiträume und dazu passend gesteckten, kleinen Zielen wird die Komplexität der Rahmenbedingungen reduziert. Zusätzlich wird in diese Iterationen Feedback als wichtiger Teil des Prozesses eingeplant. Eine stetige Weiterentwicklung ist damit möglich.

Offener Austausch: Für die Kommunikation in den Teams sind zwei Aspekte elementar: einerseits die Zusammensetzung als interdisziplinäre Teams mit verschiedenen Fachrichtungen und Expertisen, andererseits die bewusste Schaffung von Räumen zum Austausch. Dadurch wird sichergestellt, dass der Informationsfluss zwischen allen Beteiligten schnell verläuft sowie dass Entscheidungen zeitnah und unter Berücksichtigung verschiedener Ansichten getroffen werden.

Die reine Anwendung von Werkzeugen, Methoden oder Praktiken macht noch keine Agilität. Auch wenn Werkzeuge, Methoden und Praktiken grundsätzlich einfach zu finden, zu verstehen und anzuwenden sind, so entsteht durch deren Umsetzung noch keine agile Organisation. Um diese anhaltend im Arbeitsalltag einzusetzen und einen Mehrwert daraus zu generieren, braucht es Erfahrung und Übung sowie ein Verständnis der tieferliegenden Ebenen der agilen Zwiebel. Illustriert wird dies durch ein Zitat der Autoren des Scrum Guide, dem Regelwerk für das Rahmenwerk Scrum, die schreiben: „Scrum ist leichtgewichtig und einfach zu verstehen, aber schwierig zu meistern“ (Schwaber & Sutherland 2017: 3).

Reflexion zum Weiterdenken | In welchen Handlungsfeldern sehe ich Potential für die Anwendung von agilen Methoden, Werkzeugen und Praktiken?

Agile Prinzipien und WertePrinzipien, agile