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Das Buch zur richtigen Zeit. Ab 2004 dürfen Hedge Funds auch an Privatanleger verkauft werden, die damit erstmals die Möglichkeit haben, mit einem Fond auf steigende und fallende Kurse zu setzen. Was aber sind eigentlich Hegde Funds? Da gibt es den legendären George Soros, der 1992 als Hedge-Funds-Manager das Britische Pfund zu Fall brachte und Ende der 90er Jahre an den asiatischen Märkten für Unruhe sorgte. Teufelszeug seine Hegde Funds, sagen die einen. Dagegen werden Hedge Funds von professionellen Vermögensberatern als nahezu unerlässlicher Bestandteil eines optimal strukturierten Portfolios. Die Meinungen über Hegde Funds als Anlage von hochspekulativ bis erzkonservativ. Lohnt es ich als Privatanleger sich mit dem Thema Hegde Funds zu beschäftigen? Das sicher ja. Worauf Sie dabei im Detail achten müssen, zeigt Ihnen diese Buch.
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Seitenzahl: 213
Veröffentlichungsjahr: 2013
Thomas Schumm & Roland Lang
Praxisratgeber Hedge Funds
Im FinanzBuch Verlag sind aus der Reihe„Börse Online edition“ bisher erschienen:
Dr. Alexander Elder
Die Formel für Ihren Börsenerfolg
Strategien, Money Management, Psychologie
ISBN: 3-932114-13-2
Howard Abell
Erfolgsrezept Day Trading
Schnelle Gewinne an schnellen Märkten
ISBN: 3-932114-18-3
Anthony M. Gallea & William Patalon III
Antizyklisch Investieren
Gewinne gegen den Strom
ISBN: 3-932114-22-1
Jeff Cooper
Hit and Run Strategien
Präzises Timing für Day Trader und Kurzfrist-Anleger
ISBN: 3-932114-26-4
Joachim Goldberg, Rüdiger von Nitzsch
Behavioral Finance
Gewinnen mit Kompetenz
ISBN: 3-932114-31-0
Horst Fugger
Handbuch der erfolgreichen Aktienanlage
Grundlagen, Strategien, Bewertung
ISBN: 3-932114-30-2
Robert G. Hagstrom
Investieren mit Warren Buffett
Sichere Gewinne mit der Fokus-Strategie
ISBN: 3-932114-35-3
Antonie Klotz, Jürgen Philipp
Die Welt der Optionsscheine
Mit kleinen Einsätzen zu großen Gewinnen
ISBN: 3-932114-33-7
John J. Murphy
Technische Analyse der Finanzmärkte
Grundlagen, Methoden, Strategien, Anwendungen
ISBN: 3-932114-36-1
André Kostolany
Kostolanys Wunderland von Geld und Börse
Wissen, was die Börse bewegt
ISBN: 3-932114-61-2
Markus Koch
Erfolgsrezepte vom BörsenKoch
Die Chancen der Märkte nutzen
ISBN: 3-932114-40-X
Beate Sander, Werner Heiring
Der kleine Börsenführerschein
Die Lizenz zum Geldanlegen
ISBN: 3-932114-86-8
Van K. Tharp
Clever traden mit System
Erfolgreich an der Börse mit Money Management und Risikokontrolle
ISBN: 3-932114-43-4
Beate Sander, Werner Heiring
Der große Börsenführerschein
Die Lizenz zum Geldverdienen
ISBN: 3-932114-68-X
Jack D. Schwager
Stock Market Wizards
Enthüllende Interviews mit erfolgreichen Tradern und Investoren.
ISBN: 3-89879-019-3
Jochen Hägele
Mit Sicherheit mehr Zinsen
Alles, was Sie über Zinsanlagen wissen müssen – vom Tagegeldkonto bis zur Hochzinsanlage
ISBN: 3-89879-047-9
THOMAS SCHUMM & ROLAND LANG
PRAXISRATGEBER
HEDGE FUNDS
Alles, was Anleger über Investments und Risiken wissen müssen
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie. Detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.
Für Fragen und Anregungen:
2. Auflage 2013
© 2004 by Finanzbuch Verlag, ein Imprint der Münchner Verlagsgruppe GmbH
Nymphenburger Straße 86
D-80636 München
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Fax: 089 652096
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Gesamtbearbeitung und Gestaltung: UnderConstruction München
Druck: Books on Demand GmbH, Norderstedt
ISBN Print 978-3-89879-775-7
ISBN E-Book (PDF) 978-3-86248-399-0
ISBN E-Book (EPUB, Mobi) 978-3-86248-828-5
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Beachten Sie auch unsere weiteren Verlage unter
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Inhalt
Vorwort
EINLEITUNG
Warum Sie dieses Buch lesen sollten
Altersvorsorge
Zielgruppe
Was dieses Buch erreichen will
Hedge Funds
Anfänge
GRUNDLAGEN
Risiko – Börsen sind gefährlich
Marktrisiko
Emittentenrisiko
Prospektrisiko
Liquiditätsrisiko
Informationsrisiko
Persönliches Marktzugangsrisiko
Risiko-Kennziffer
Volatilität
Portfolioeffizienz
Korrelation
Arbitrage
Leverage
HEDGE-FUNDS-STILRICHTUNGEN
Warum es Hedge-Funds-Stile gibt – und die Sache mit der Transparenz
Drei Kategorisierungsmerkmale für Hedge-Funds-Stile
Handelsstile
Womit ein Hedge-Funds-Manager handelt
Bias – die Ausrichtung auf eher steigende oder eher fallende Kurse
Hedge-Funds-Strategien
Relative-Value-Strategien
Event-Driven-Strategien
Opportunistische Strategien
Multi Strategy
Managed Futures
Hedge-Funds-Indizes
HEDGE-FUNDS-ANLAGE IN DER PRAXIS
Das optimale Portfolio
Gebühren, Steuern und Investitionsmöglichkeiten
Anlegerschutz
HEDGE-FUNDS-PRODUKTE
Hedge-Funds-Hybride
Zertifikate
Der Genussschein als Eigenkapital
Der Genussschein als Fremdkapital
Anleihe
Optionsanleihe
Hedgefondsgebundene Versicherungen
Investmentfonds
Inländische Fonds
Ausländische Fonds
Neuregelung bei in- und ausländischen Fonds
Managed Accounts
VORSICHT, ABZOCKER!
AUSBLICK FÜR DEUTSCHLAND
CHECKLISTE FÜR DIE HEDGE-FUNDS-ANLAGE
DETAILS ZU HEDGE-FUNDS-ZERTIFIKATEN
GLOSSAR
Vorwort
Für und Wider Hedge-Funds-Investitionen
Hedge Funds besitzen zwei Vorteile: Zum einen verfolgen sie das Ziel der absoluten Rendite, was zumindest den Anforderungen von Privatanlegern sehr viel näher kommt als irgendwelche BenchmarkKonzepte. Zum anderen offerieren sie einen geringen Zusammenhang zwischen ihren Renditeentwicklungen und denen anderer Anlagen, was allein schon für die Aufnahme in ein diversifiziertes Portfolio spricht.
Trotz dieser Eigenschaften werden Hedge Funds als besonders riskant eingestuft und auch von der Aufsicht dementsprechend behandelt. Angesichts der Verluste, die Anleger in den letzten Jahren mit traditionellem Investmentstil erlitten, ist es schwer zu verstehen, wieso Hedge Funds noch schlimmer sein könnten. Um die diesbezügliche Diskrepanz in der Einschätzung zwischen traditionellen und Hedge-Funds-Anlagen zu verstehen, muss man die unterschiedlichen Schwerpunkte des Anlagerisikos berücksichtigen.
Hedge-Funds-Strategien unterscheiden sich schon untereinander wesentlich. Es gibt nicht den prototypischen Hedge Funds, sondern mindestens vier unterschiedliche Klassen, die oft wenig Ähnlichkeit in ihrer Entwicklung aufweisen. Das erlaubt es, mit wenigen verschiedenen Hedge-Funds-Typen große Diversifikation zu erreichen, aber erfordert die dezidierte Kenntnis der „Pros“ und „Cons“ jeder Strategie, um die Sinnhaftigkeit eines Investments in unterschiedlichen globalen ökonomischen Szenarien beurteilen zu können.
Generell kann man sagen, dass bei traditionellen Anlagen im Vergleich zu Hedge Funds die Fondsmanager relativ wenig handeln, was dazu führt, dass das Marktrisiko, also die Schwankungen in der Entwicklung, das größte Risiko darstellen. Bei Hedge Funds wird - um unabhängig von der Marktentwicklung profitieren zu können - häufiger adjustiert. Letzteres impliziert aufgrund der entstehenden Kosten ein größeres Risiko bzgl. der Fähigkeiten („skills“) der handelnden Fondsmanager.
Die Natur der Strategie kann auch eine gewisse Intransparenz erfordern, denn während eine Long-Position im Markt bekannt sein kann, so ist dieses bei einer Short-Position möglicherweise fatal. Weitere Risikokategorien wie Kreditrisiko und Liquiditätsrisiko spielen eine ähnlich wichtige Rolle bei vielen Hedge-Funds-Strategien. Allerdings sind die Risikoprofile von Hedge-Funds-Strategien meist verständlich zuordenbar, weil der Manager gerade mit einer bestimmten Art von Risikogeschäft seine Rendite erwirtschaftet. Anders die oft komplex gemischten Risikoprofile klassischer Anlagen.
Trotz oben genannter Begründung ist anzumerken, dass in vielen Fällen das Reporting von Hedge Funds - auch dort, wo es keine Strategieimplikationen gibt – verbesserungswürdig ist. Die damit zugelassene Gefahr, dass durch Intransparenz ein rechtzeitiges Aufdecken von Fehlallokationen verhindert wird, reduziert die Vertrauensbasis wesentlich. Weiterhin folgt auch aus der typischen, teilweise renditeabhängigen Vergütung mit „High Watermark“ eine Motivation, nach schlechten Zeiten den Fond zu schließen, anstatt die verlorene Performance wieder aufzuholen, was sich ungünstig für Investoren äußern kann.
Letztendlich sind Hedge Funds aktive sophistizierte Anleger, die in vielen komplexen Märkten effizienzerhöhend wirken und ebenso wie die länger akzeptierten und weiter verbreiteten Derivate mit Kenntnis und Verständnis beherrschbar werden.
Deshalb: Der Markt braucht Hedge Funds, und Anleger brauchen sie!
Prof. Dr. Andreas Gottschling
Dr. Heinz R. Kubli, CFA, Fundabilis GmbH, Zürich
EINLEITUNG
Spätestens seit Manfred Krug vor einigen Jahren für die T-Aktie werbend über die Bildschirme flimmerte, wissen wohl die meisten hierzulande, was eine Aktie ist. Endlich. Die Deutschen standen im Gegensatz zu den Amerikanern dieser Anlageform immer skeptisch gegenüber. In Deutschland musste es mündelsicher zugehen. Verluste? Bloß nicht! Konsequenterweise wurde die Aktie gemieden – bis eben die Telekom an die Börse ging. Plötzlich hieß es: investieren in die Zukunft, investieren in die Telekom. Und zunächst lief auch alles gut. Dann platzte die Blase, und die Kurse rauschten in den Keller. Horrende Verluste türmten sich in den Depots, nicht nur bei der T-Aktie, auf.
Viele fühlen sich nach wie vor betrogen und den Kräften des Aktienmarktes wehrlos ausgeliefert. Das Gefühl trügt nicht. Sicher, Betrug ist zum Glück selten an den Aktienmärkten, wenngleich man vor kriminellen Machenschaften auch dort nicht sicher ist, das haben zahlreiche (zu viele) Fälle am früheren Neuen Markt gezeigt, als Anleger dreist um ihr Erspartes gebracht wurden.
An den Aktienmärkten ist es aber so, dass ein Anleger mit dem Kauf eines Wertpapiers die Kontrolle über sein Geld abgibt. Viele Anleger glauben zwar, sie behalten die Steuerung über ihr Kapital, doch das ist eine kostspielige Illusion. Börsenpsychologen sprechen von Kontrollillusion. Den Gewalten der Finanzmärkte ist jeder Anleger machtlos ausgeliefert. Meist kann nur ein strenges Risikomanagement mit Stoppkursen hohe Verluste verhindern.
So mancher Anleger wird sich in einer Situation, in der es mit den Kursen wieder einmal steil nach unten ging, gefragt haben, ob es nicht etwas gibt, mit dem man seine Verluste ausgleichen könnte, oder, noch besser, eine Methode, dass Verluste erst gar nicht anfallen. Gibt es. Rechtzeitig verkaufen, natürlich, doch nicht jeder will sein Depot alle paar Wochen (oder Tage) umschichten, und wer weiß schon, wann der richtige Zeitpunkt zum Ausstieg gekommen ist. Aber die Finanzwelt hält glücklicherweise noch weitere Möglichkeiten bereit.
Ein wichtiges Instrument in der professionellen Vermögensverwaltung sind Hedge Funds. Dabei haben Hedge Funds zunächst einmal mit Hedging (Kurssicherungsgeschäfte) wenig zu tun. Kritiker sagen, das Gegenteil ist sogar der Fall, da ihre Manager bei ihren Spekulationen nahezu alle Freiheiten haben – ein Teufelszeug der Finanzmärkte, das nur Unruhe verbreitet und ganze Volkswirtschaften (wie 1998 in Asien geschehen) ins Unglück stürzt.
Doch letztlich ist der Sinn von Hedge Funds doch der, Risiken optimal zu reduzieren und durch besondere Anlagestrategien dem Investor die Möglichkeit zu geben, auch von rückläufigen Kursen zu profitieren.
Hedge Funds agieren häufig unabhängig von der Marktsituation; sie richten sich somit nach keinem der gängigen Aktienindizes. Ziel der Manager eines Hedge Funds ist es, eine optimale Gesamtrendite (total return) oder eine Mindestrendite zu (absolut return) erwirtschaften.
Wunderbar! Ein Produkt für alle Anlegerlagen. Einmal investieren, und schon ist man als Anleger nicht länger den Unbilden des Aktienmarktes ausgesetzt. Es gibt allerdings einen Haken: Bislang waren Hedge Funds lediglich einem exklusiven Kreis von Anlegern vorbehalten. Wer nicht Millionenbeträge investieren konnte, brauchte erst gar nicht bei einem Hedge-Funds-Manager anzufragen.
Die Summen, die in diesem Bereich bewegt werden, und die schillernden Persönlichkeiten, die sich in diesem Bereich tummeln, sorgen für die entsprechende Public Relations von Hedge Funds. Mythen ranken sich so um den wohl bekanntesten Hedge-Funds-Manager George Soros. Er soll das britische Pfund zu Fall gebracht und dafür gesorgt haben, dass es aus dem europäischen Währungsverbund ausscheren musste. Auch die asiatischen Währungen sollen durch die Hedge Funds Ende der 90er-Jahre unter Druck gebracht worden sein. Die Folge war eine Wirtschaftskrise in der gesamten Region, die bis heute noch nicht ausgestanden ist.
Doch die Börse frisst ihre Kinder, das ist immer so, und bei den Hedge Funds ist es nicht anders. Im Herbst 1998 konnte der amerikanische LTCM-Hedge-Funds nur durch die sofortige Intervention einiger Notenbanken vor dem Bankrott gerettet werden.
Dies liegt lange zurück. Seit dieser Zeit hat sich die Hedge-Funds-Branche sicherlich gewandelt und Vorkehrungen gegen Totalzusammenbrüche getroffen. So etwas wiederholt sich nicht. Vorsicht: Dem ist nicht so! Vergessen Sie nie, dass Sie sich auf den Finanzmärkten bewegen. Auf diesen ist das einzig Sichere, dass es keine Sicherheit gibt. Und: Hier geht es um Hedge Funds. Dies ist nicht gerade die Witwenund-Waisen-Sparte, auch wenn sich durch Hedge Funds Portfolios gut diversifizieren lassen. Alles kann passieren – jederzeit. Selbst die gewieftesten Börsianer sind davor nicht gefeit.
So hat in Japan Anfang 2003 der Eifuku Master Fund (ein Hedge Funds) binnen einer Woche(!) sein gesamtes Vermögen von knapp 300 Millionen Euro versenkt. Der Fonds wurde von einem früheren Wertpapierhändler von Lehman Brothers geführt und erwirtschaftete 2002 noch ein stattliches Plus von 76 Prozent. Wie kann so etwas passieren? Dem ehemaligen Lehman-Spezialisten genügten nur drei Trades (abgeschlossene Transaktionen) und sehr viel geliehenes Geld, um den Fonds zu ruinieren. Das Beispiel zeigt vor allem, wie anfällig manche Hedge Funds auf Marktveränderungen reagieren, wie dicht Glück und Unglück beieinanderliegen.
Trotzdem sind Hedge Funds bei den Berufsanlegern beliebt geblieben, gerade weil man mit ihnen nicht nur von steigenden Kursen profitiert und durch die Beimischung eines Hedge Funds in ein Depot zudem die Schwankungsanfälligkeit (Volatilität) dieses Depots verringern kann. Die Ausschläge in der Wertentwicklung des Gesamtportfolios nach oben und unten werden kleiner, was ein sehr wichtiger Faktor bei der Steuerung eines Depots ist. Das klingt paradox, nach dem was Sie über den japanischen Hedge Funds gelesen haben? Auf den ersten Blick schon, aber gerade dieses nicht marktadäquate Verhalten der Hedge Funds (Totalverluste einmal ausgenommen) macht sie so attraktiv für die Depot-Diversifikation.
Was dennoch bleibt, ist ein gewisses Unwohlsein. Sind Hedge Funds wirklich seriös? Taugen sie für alle Depots, oder sind sie doch eher etwas für professionelle Anleger? In den USA ist die Diskussion im Frühjahr 2003 wieder voll entbrannt, und im September 2003 legte die SEC den 134-Seiten-Bericht „Implications of Growth of Hedge Funds“ vor. Der Tenor: Die bislang nur wenig reglementierten Hedge Funds sollen stärker an die Kandarre der Securities & Exchange Commission (SEC), der amerikanischen Börsenaufsicht, genommen werden. Das kräftige Wachstum und einige Betrugsfälle haben die Behörden zum Handeln veranlasst. Die Einsicht, dass immer mehr komplexe Produkte an unmündige Anleger verkauft werden, alarmiert die Politik. Ein Debakel wie bei den Skandalen mit geschönten Analystenprognosen und unsauberen Bilanzierungsmethoden soll sich an der Wall Street möglichst nicht noch einmal wiederholen. Eine zentrale Maßnahme ist dabei die Registierung der Hedge-Funds-Manager. Dadurch stünden die Hedge Funds stärker unter Aussicht. Die SEC hätte so die Möglichkeit, wichtige Informationen über den Fondsmanager und den Hegde Funds abzurufen. Zudem sollen quasi die Einkommensgrenzen für den Erwerb von Hedge Funds angehoben werden. Seit 1982 ist es in den USA erlaubt, ab einem Jahreseinkommen von 200.000 Dollar (in den zurückliegenden zwei Jahren) oder einem Vermögen von einer Million Dollar in Hedge Funds zu investieren. Sicher ist, dass sich die SEC des Themas angenommen hat. Durch die Registierung ist es den Fondsmanagern nicht erlaubt, Erfolgsbeteiligungen zu verlangen, so lange ein Anleger nicht mindestens 750.000 Dollar bei einem Hedge-Funds-Manager investiert oder eine Nettovermögen von 1,5 Millonen Dollar hat.
Und in Deutschland? Auch hier wird heftig über das Thema Hedge Funds diskutiert. Ab 2004 sollen Hedge Funds auch in Deutschland zugelassen werden. Durch diese Diskussion kommt dieses Investmentinstrument endlich aus seiner Schmuddelecke. Zunehmend schwindet ebenso der Irrglaube, dass es sich bei Hedge Funds um reine Risikoprodukte handelt (wahrscheinlich wurde mit Aktien schon wesentlich mehr Geld verloren als mit Hedge Funds). Für den Finanzplatz Deutschland ist dies ein wichtiger Schritt.
Warum Sie dieses Buch lesen sollten
Durch die Zulassung von Hedge Funds entsteht in Deutschland ein völlig neuer Markt. Neben den bekannten Publikumsfonds werden sich bald auch bei den großen Fondsgesellschaften Hedge Funds im Angebot finden.
Die Investmentbranche soll nach dem Willen des deutschen Bundesfinanzministers entbürokratisiert werden. Das bedeutet: schnellere Zulassungen von Hedge Funds, mehr Hedge-Funds-Produkte, eine höhere Transparenz, und auch Privatanleger dürften Hedge Funds kaufen.
Ein guter Grund, sich als Anleger mit diesem Thema auseinander zu setzen und die Besonderheiten und Fallstricke des Metiers kennen zu lernen, um so Verluste zu vermeiden und vor unangenehmen Überraschungen gewappnet zu sein.
Längst sind aber Hedge-Funds-Produkte einem breiteren Publikum zugänglich – über einen Umweg. Verpackte – oder angelsächsisch: repackaged – Lösungen nennen das die Vertriebsprofis. Zahlreiche Emissionshäuser haben etwa Zertifikate auf Hedge Funds entwickelt. Dadurch können auch Privatanleger mit normalen Depotgrößen seit einiger Zeit von den Vorteilen der Hedge Funds partizipieren.
Rund zwölf Milliarden Euro sollen schon in Deutschland von Privatanlegern in Hedge-Funds-Produkte geflossen sein (Stand Mitte 2003). Im Ausland liegen, so Schätzungen, noch einmal rund 60 Milliarden Euro aus Deutschland in Hedge Funds. Zum Vergleich: Weltweit (vor allem in den USA) sind rund 600 bis 700 Milliarden Dollar in 6000 bis 7000 Hedge-Funds unter Verwaltung. Für die kommenden fünf bis zehn Jahre geht die SEC von einem Wachstum auf rund eine Billion Dollar aus.
Auch Sie haben vermutlich schon in Hedge Funds investiert? Ganz sicher nein!? – Wenn Sie sich da nur nicht täuschen: Selbst wer direkt keine Hedge-Funds-Produkte gekauft hat oder in sein Depot legen will, kann längst schon in Hedge Funds investiert haben.
Berufsanleger zeigen zunehmend Interesse an Hedge Funds. Oft befinden sich diese Investmentvehikel in den Portfolios der Versicherer, der Spezialfonds und der Pensionskassen, vor allem in den USA, aber mittlerweile auch in Deutschland. So investiert der Anleger über die Ecke Lebensversicherung in einen Hedge Funds. Ähnlich geht es den Aktionären etwa einer Großbank. Diese haben meist ein Eigenkapital von zehn Prozent, der Rest des Geldes, mit dem die Bank wirtschaftet, ist geliehen. Das Eigenkapital der Bank wird somit mit einem Hebel (Leverage – Seite 48ff.) versehen.
Schon jubeln die Experten. In den kommenden Jahren wird die Hedge-Funds-Branche kräftig zulegen. Wachstumsraten von bis zu 100 Prozent werden erwartet. Der Startschuss dafür dürfte durch die Zulassung von Hedge Funds in Deutschland im Januar 2004 fallen.
Altersvorsorge
Altersvorsorge bleibt für uns alle noch viele Jahre ein beherrschendes Thema. Es wird zunehmend klarer, dass die staatlichen Sicherungssysteme in Zukunft nicht mehr ausreichend Vorsorge für den Lebensabend treffen können. Jeder Einzelne ist deshalb immer stärker auf private Rentenmodelle angewiesen.
Die Riester-Rente ist da sicher nur ein kleiner Anfang. Rasch wird die Notwendigkeit, selbst den Ruhestand finanziell abzusichern, an Bedeutung gewinnen.
Und wie in der jüngsten Vergangenheit gesehen: Die Kurse von Aktien steigen nicht immer. Wer noch 30 Jahre bis zum Eintritt ins Rentenalter vor sich hat, für den ist dieses Problem nicht ganz so groß. Obwohl: Nach dem großen Börsenkrach in den 30er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts dauerte es mehr als 20 Jahre, bis die alten Höchststände wieder erreicht waren. Oder in Japan: Dort befand sich der Nikkei 1989 bei rund 38.000 Punkten. Anfang 2003 notierte er noch immer unter 8.000 Zählern. Somit geht es auch langfristig nicht unbedingt aufwärts mit den Kursen. Sehr langfristig vielleicht schon, aber da sind wir, wie dies der britische Volkswirt John Maynard Keynes so treffend ausdrückte, tot.
Somit kann es nicht schaden, gerade bei der Altersvorsorge sein Depot gegen die schlimmsten Schwankungen abzusichern und sich nach neuen, innovativen Investmentprodukten umzusehen.
Zielgruppe
Sie sind Privatanleger mit einem längerfristigen Anlagehorizont? Sagen wir von mindestens drei Jahren? Sie schätzen eine möglichst konstante Wertentwicklung? Große Ausschläge nach oben oder unten sollen möglichst vermieden werden? Ja? Dann sind Hedge Funds als Ergänzung für Ihr Depot das Richtige. In diesem Buch finden Sie praxisnahe Tipps für ein Investment in Hedge Funds. Sie erfahren etwas über die optimale Strukturierung eines Portfolios, und Sie werden sensibilisiert für die Risiken an den Finanzmärkten.
Was dieses Buch erreichen will
Das vorliegende Buch soll Ihnen leicht verständlich vermitteln, worum es sich bei Hedge Funds handelt und wie Sie diese erfolgreich einsetzen können. Sie sollen einen Überblick über die verschiedenen Arten von Hedge Funds bekommen.
Nach dem Lesen des Buches können Sie sich in den wichtigsten Belangen selbstständig in der Welt der Hedge Funds zurecht finden.
Sehr wichtig: Sie sollen auch seriöse von unseriösen Anbietern unterscheiden können. Denn im Bereich Hedge Funds tummeln sich (leider) auch schwarze Schafe. Daher haben wir diesem Thema auch ein ganzes Kapitel (Seite 166ff.) gewidmet.
Dieses Buch wurde geschrieben für jeden Privatinvestor, aber auch für Vermögensverwalter und Vermögensberater sowie Portfoliomanager, die auf der Suche nach Ergänzungen zu ihrem langfristig orientierten Wertpapierdepot sind und in Eigenregie die Performance – vielleicht sogar bei geringerem Risiko – steigern wollen. Es soll aufgezeigt werden, wie dies mit Hedge Funds möglich ist.
Hedge Funds
Traditionelle Anlageformen wie die Aktie oder die Anleihe sind längst nicht die einzigen Instrumente zur Gestaltung eines Depots. Alternative Anlagen gehören zu dem am schnellsten wachsenden Segment im Investment-Management. Insbesondere Hedge Funds nehmen dabei eine zentrale Stellung ein.
Als Argumente für diese Anlageform werden zumeist überlegene risikobereinigte Renditen und geringe Abhängigkeit von der allgemeinen Marktentwicklung genannt. Vor allem das Argument der geringen Korrelation zu den klassischen Aktien- und Anleihemärkten hat dazu beigetragen, dass diese Anlageform – nach einem ohnehin bereits starken Wachstum in den späten 90er-Jahren – durch das Ende der Hausse an den internationalen Aktienmärkten im Frühjahr 2000 besonders starke Zuflüsse verzeichnete.
Auch wenn aufgrund dieser Entwicklung in den vergangenen Jahren zunehmend Literatur über Hedge Funds entstanden ist, gibt es nach wie vor wenig Klarheit über deren Nutzen, Vor- und Nachteile sowie Chancen und Risiken.
Zu dem gestiegenen Interesse an Hedge Funds trug sicherlich die dramatische Entwicklung an den Aktienmärkten zu Beginn des neuen Jahrtausends bei. Informationen über Hedge Funds waren für den deutschen Investor bis dato auf die Broschüren der wenigen Produktanbieter beschränkt. Ins Detail gehen diese Werbeprospekte allerdings nur selten. Kein Wunder: Bei Provisionen von zehn bis 15 Prozent pro Jahr nimmt der Drang, den Käufer eines Hedge-Funds-Produktes über Besonderheiten aufzuklären, ab. Dann heißt es bloß noch: möglichst viel verkaufen!
Wir betrachten den Markt der Hedge Funds als wesentlichen Teil des Entwicklungsprozesses in der Vermögensverwaltung, neudeutsch mit Asset-Management bezeichnet. Auch hier ist – sogar für vermeintliche Profis der Geldanlage – Aufklärung nötig: Jeder spricht darüber, und nur die wenigsten wissen genau, was ein Hedge Funds wirklich ist.
Volatilität (Schwankungsbreite oder Risiko) spielt im Gesamtprozess der Vermögensanlage eine sehr wesentliche Rolle. Nur die wenigsten, die davon unmittelbar betroffen sind (wie Portfolio- und Asset-Manager, aber auch der private Vermögensberater), können die Volatilität richtig deuten. Die Volatilität als Maßzahl für das eingegangene Risiko kann mit Hedge Funds besser gesteuert und bezogen auf das Gesamtportfolio reduziert werden. Sie ist somit neben der Grundvoraussetzung der Erzielung von positiver Performance die zweite markante Kennzahl in der Vermögensanlage geworden. Hedge Funds sind aktuell das Investmentvehikel zur Kontrolle der Volatilität (Risiko) im Gesamtportfolio.
Für ein besseres Verständnis gehen wir zunächst auf die Portfoliotheorie ein, um die wesentlichsten Zusammenhänge anhand von Beispielen besser zu erkennen. Doch keine Angst: Wer seinen Taschenrechner gerade nicht zur Hand hat – auch nicht schlimm, wir rechnen für Sie.
Anfänge
Das Risiko war schon immer ein Problem an den Börsen. Nicht nur in unserer Zeit. Risiko ist an den Finanzmärkten immer gleichbedeutend mit Verlusten. Als Faustformel gilt: Je höher das Risiko, desto höher können die Gewinne, aber eben leider auch die Verluste ausfallen. Vor gut 50 Jahren war das nicht anders.
Im Januar 1949 dachte daher ein versierter amerikanischer Asset-Manager über seine Möglichkeiten nach, das Kursrisiko eines Aktien-Portfolios zu reduzieren. Derivate wie Futures (Terminkontrakte) oder Optionen zur Absicherung waren damals noch nicht oder noch nicht in ausreichender Liquidität vorhanden. Und alleine auf den Rentenmarkt verlassen konnte er sich nicht. Auch wenn es häufig so ist, dass die Kurse von Anleihen steigen (Zinsen fallen), wenn die Aktienkurse ins Rutschen geraten. Anleihen sind somit recht gut zur Portfolio-Diversifizierung geeignet. Aber es geht noch besser.
Alfred Winslow Jones, so hieß der Manager (eigentlich war er Journalist), hatte sich einen guten Ruf aufgrund seines hervorragenden Gespürs für Aktien erarbeitet, aber er wollte noch erfolgreicher werden. So dachte er darüber nach, wie er die Effizienz seiner Depots weiter steigern konnte.
Irgendwann kam ihm die Idee, Aktien zu verkaufen, obwohl er diese gar nicht in seinem Portfolio hatte. Warum das Ganze? Er nahm an, dass der Kurs der Aktie fallen würde, und davon wollte er profitieren. Erst zu einem späteren Zeitpunkt, überlegte er sich, wenn der Kurs dieser Aktie tatsächlich gefallen war, würde er die Aktien billiger einkaufen. Der Gewinn aus dem Geschäft wäre die Kursdifferenz. Nun gut, er hat damit nicht das Rad neu erfunden, aber als erster professioneller Vermögensverwalter von der Möglichkeit des so genannten Shortens (von fallenden Kursen profitieren) Gebrauch gemacht. Oder noch genauer: Der Leerverkauf (ohne die Papiere zu besitzen) war für das professionelle Vermögensmanagement erfunden.
Der positive Effekt: Sollte der gesamte Markt – warum auch immer – fallen, würde er zwar mit seinen im Bestand befindlichen Aktien an Wert verlieren, aber dafür mit dem Short-Geschäft wieder einen Teil verdienen. Und so konnte er in schwierigen Marktphasen eine bessere Performance erwirtschaften als der Markt.
Inzwischen haben sich die Spielarten und Ausprägungen des Geschäfts auf die vielfältigste Weise weiterentwickelt. Die Kunst des Geldvermehrens bringt immer aufs Neue interessante und hilfreiche Instrumente hervor. Dies gilt natürlich auch für die Hedge-Funds-Industrie.
Teilweise sind diese leicht nachvollziehbar und logisch. Andere Modelle hingegen sind nur schwer zu entwirren. Einen kleinen Überblick mit einigen Beispielen finden Sie auf den folgenden Seiten.
GRUNDLAGEN
Hedge Funds sind zweifellos komplexe Produkte (keine Angst, wir erklären Ihnen, wie sie funktionieren und quälen Sie auch nicht mit zu vielen Details) und oft nicht auf den ersten Blick zu verstehen. Umso wichtiger ist es deshalb, mit den Termini der Branche vertraut zu sein. Nur dann sind Sie als Käufer in der Lage, Produkte unterscheiden und einschätzen zu können. Mit Volatilität, Leverage und Arbitrage werden Ihnen in diesem Kapitel drei der wichtigsten Begriffe näher gebracht.
Risiko – Börsen sind gefährlich
Es herrscht nicht immer nur eitel Sonnenschein an der Börse. Allzu oft macht die Börse, was sie will, und nimmt dabei keinerlei Rücksicht auf das eigene Depot. Dadurch kommt es zu Schieflagen und Einbußen. Aber es liegt in der Natur der Börse, dass es Risiken gibt. Im alltäglichen Sprachgebrauch wird dabei Risiko oft gleichgesetzt mit Verlusten. Besser oder exakter wäre es allerdings, Risiko mit Schwankungsanfälligkeit (Volatilität) zu umschreiben. Je höher die Schwankungen, desto höher ist auf der einen Seite das Risiko eines Aktienmarktes. Doch das bedeutet auf der anderen Seite eben auch, dass es höhere Chancen gibt.
Das bedeutet: Für die Chance, durch den Erwerb eines Wertpapiers einen höheren Ertrag zu erwirtschaften als auf dem risikolosen Geldmarkt, geht der Anleger ein relativ größeres Risiko ein – sozusagen als Prämie.
Allerdings ist Risiko nicht gleich Risiko. An den Aktienmärkten gibt es verschiedene Arten von Risiken. Jedes lässt sich reduzieren. Die Krux dabei ist: Wie schafft es ein Anleger, das Risiko zu vermindern, ohne gleichzeitig alle Chancen aufzugeben? Ist dies überhaupt möglich? – Dazu später. Zunächst aber zu den unterschiedlichen Risiken.
Die wichtigsten Risikoarten
Marktrisiko
Emittentenrisiko
Prospektrisiko
Liquiditätsrisiko
Informationsrisiko
Persönliches Marktzugangsrisiko
Marktrisiko
Die am einfachsten beschreibbare Form des Risikos: Über den Markt – hierzulande der DAX oder auch der EuroStoxx 50 – kann man ungefähr erahnen, ob die eigenen Wertpapiere gestiegen oder gefallen sind. Die meisten Aktien scheinen von der breiten Meinung der Akteure an der Börse abhängig zu sein. Steigt der Markt, so steigt die eigene Aktie. Umgekehrt gilt ebenso: Fällt der Markt, so fällt auch die eigene Aktie. So ist es nicht ratsam, in fallende Märkte hinein Aktien zu kaufen. Man würde dabei in das sprichwörtliche fallende Messer greifen. Kursbewegungen hängen von sehr vielen Faktoren ab, die nicht alle rational erfassbar und kalkulierbar sind (Unwetterkatastrophen, Systemausfälle oder Terroranschläge).
Emittentenrisiko
