PraxisSkills Allgemeinmedizin - Jost Steinhäuser - E-Book

PraxisSkills Allgemeinmedizin E-Book

Jost Steinhäuser

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Beschreibung

Vermittelt Ihnen Schritt für Schritt die in der allgemeinmedizinischen Praxis am häufigsten angewandten Fertigkeiten (sog. Prozeduren). Ein idealer Leitfaden und Ratgeber für alle hausärztlich tätigen Mediziner, Ärzte in Weiterbildung, Studierende und Quereinsteiger.

Auch seltene Prozeduren sind enthalten, wenn diese zum verpflichtenden Notfallspektrum eines Hausarztes gehören, z.B. Geburtshilfe oder Einlegen eines Larynxtubus.

Einfach schnell nachschlagen: Das Buch ist eingeteilt in "System-Kapitel“ (Augen, Ohren, Nase, Haut, muskuloskelettales System, Gastrointestinaltrakt, Urogenitaltrakt, Extremitäten) und allgemeine "Technik-Kapitel“ (Punktionen, Apparate, Notfallprozeduren). Dazu gibt es zahlreiche Abbildungen sowie Tipps und Tricks.

Prof. Steinhäuser ist Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin der Uni Schleswig-Holstein, Campus Lübeck. Er und sein interdisziplinäres Autorenteam bringen jede Menge Erfahrungswissen mit – sowohl aus der Niederlassung als auch aus dem akademischen Lehrbetrieb.

Jederzeit zugreifen: Der Inhalt des Buches steht Ihnen ohne weitere Kosten digital in der Wissensplattform eRef zur Verfügung (Zugangscode im Buch). Mit der kostenlosen eRef App haben Sie zahlreiche Inhalte auch offline immer griffbereit.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB

Seitenzahl: 331

Veröffentlichungsjahr: 2018

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PraxisSkills Allgemeinmedizin

Medizinische Prozeduren für die Hausarztpraxis

Jost Steinhäuser

Elisabeth Flum, Christian Grönert, Grit Hübsch, Bert Huenges, Christian Idel, Bertram Illert, Kristina Jäkel, Michael Kiworr, Michael Klock, Nadja Köhl, Antje Bergmann, Hans-Wolfgang König, Hanno von Koschitzky, Thomas Kötter, Anne Kühhirt, Sandra Lange, Thomas Ledig, Linda Meixner, Gunnar Ondang, Markus Schäfer, Dagmar Schneider, Kirsten Börner, Jeannine Schübel, Kristin Seele, Karl-Dietrich Sievert, Anne J. Törmer, Jens-Martin Träder, Jürgen Wacker, Stefan Weinschenk, Bettina Brandt, Nicola Buhlinger-Göpfarth, Jan Buschmann, Jean-François Chenot, Benjamin K. Durani, Folkert Fehr

1. Auflage 2017, Schattauer GmbH

2., unveränderte Auflage 2018, Thieme Verlagsgruppe

169 Abbildungen

Vorwort

▶ Allgemeinärzte(1) sind die ersten ärztlichen Ansprechpartner für Beratungsanlässe aller Patienten. Mehrheitlich können diese Beratungsanlässe abschließend – ohne Hinzuziehung anderer ambulant tätiger Ärzte (oder solcher in Krankenhäusern) – in der Praxis behandelt werden. Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, bedarf es vielfältiger Kompetenzen. Die Durchführung von Prozeduren in der Praxis stellt einen wichtigen Teil davon dar.

Das vorliegende Buch soll ein »Weggefährte« für Studierende, Ärzte in Weiterbildung, Quereinsteiger und Hausärzte sein, in welchem Rat zu Prozeduren gesucht und gefunden wird. Deren Auswahl basiert auf Studienergebnissen zu Prozeduren von Hausärzten sowie den Erfahrungen der Autoren. In das Buch sind daher vor allem die häufig in der allgemeinmedizinischen Praxis ausgeführten Prozeduren eingeflossen. In den Fällen, bei denen es sich um seltene Prozeduren handelt (wie z. B. die Geburtshilfe), wurden sie aufgenommen, da jeder Arzt stets im Rahmen des ihm Zumutbaren zur Hilfe verpflichtet ist und bei Unglücksfällen, gemeiner Gefahr oder Not diese dann anwenden muss. Die gesetzliche Vorschrift des § 323c StGB stellt die unterlassene Hilfeleistung sogar unter Strafe. Idealerweise hat der Arzt dann die hier vermittelten Informationen parat, um noch effizienter helfen zu können.

Nicht alle Prozeduren werden in allen Regionen gleich häufig angeboten. Dies liegt unter anderem am Praxisstandort (z. B. Stadt oder Land), an fehlenden finanziellen Anreizen oder am Prozedurenspektrum, das lokal während der Weiterbildung vermittelt wird.

Einige Kollegen, die sich in der Durchführung einer Prozedur unsicher sind, könnten unter Umständen glauben, dass zukünftig nicht sie, sondern ein »Spezialist« die Prozedur »XY« vornehmen sollte. Dies ist meines Erachtens ein eindeutiger Hinweis, dass es dieses Buches auch deshalb bedarf, um die mögliche Bandbreite der Allgemeinmedizin darzustellen.

Die Leser sollten sich erinnern, dass jede in die körperliche Unversehrtheit eingreifende Behandlungsmaßnahme zunächst den objektiven Tatbestand der Körperverletzung erfüllt. Dies gilt auch für eine kunstgerechte und erfolgreiche Maßnahme. Daher muss der Patient vor allen Eingriffen immer ausreichend aufgeklärt und das Aufklärungsgespräch sorgfältig dokumentiert werden. Entsprechende Hinweise zur Aufklärung und zum Umgang mit Komplikationen sind daher in die Kapitel mit aufgenommen worden. Fehlt eine tatsächlich wirksame Einwilligung, weil der Patient nicht befragt werden kann, ist im Einzelfall eine mutmaßliche Einwilligung in Betracht zu ziehen. Eine Einwilligung bezieht sich auf eine nach den anerkannten Regeln der Heilkunst durchgeführte Heilbehandlung. Das Buch soll dazu anspornen, sich sowohl häufige als auch seltene Prozeduren nach diesen Regeln (praktisch) anzueignen.

Das Buch wird mit einem Kapitel zur Vermittlung von praktischen Kompetenzen abgerundet – einem Beitrag zur Weiterbildungskultur, wie sie hoffentlich in naher Zukunft selbstverständlich sein wird.

Die erste Auflage ist beim Schattauer Verlag erschienen.

Mein besonderer Dank gilt Frau Claudia Ganter, die das Buchprojekt vonseiten des Schattauer Verlags begleitet hat, sowie Frau Dr. med. Katharina Ruppert für das Lektorat der Manuskripte. An dieser Stelle möchte ich mich vor allem bei allen Autorinnen und Autoren für die hervorragende Zusammenarbeit, bei Kurt Haberer für seine juristischen Hinweise sowie bei meiner Familie für die engagierte Mithilfe im Rahmen dieses Buchprojekts herzlich bedanken!

Lübeck, im Januar 2018

Jost Steinhäuser

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1  Augen

1.1  Entfernen eines konjunktivalen Fremdkörpers

1.1.1 Hintergrund

1.1.2 Indikationen

1.1.3 Kontraindikationen

1.1.4 Aufklärung

1.1.5 Benötigtes Instrumentarium

1.1.6 Durchführung

1.1.7 Nachsorge

1.1.8 Tipps und Tricks

1.1.9 Umgang mit Komplikationen

1.1.10 Weiterführende Literatur

1.2  Augenspülen bei Verätzung

1.2.1 Hintergrund

1.2.2 Indikation

1.2.3 Kontraindikation

1.2.4 Aufklärung

1.2.5 Benötigtes Instrumentarium

1.2.6 Durchführung

1.2.7 Nachsorge

1.2.8 Tipps und Tricks

1.2.9 Umgang mit Komplikationen

1.2.10 Weiterführende Literatur

1.3  Anlegen eines Augenverbands

1.3.1 Hintergrund

1.3.2 Indikationen

1.3.3 Kontraindikation

1.3.4 Aufklärung

1.3.5 Benötigtes Instrumentarium

1.3.6 Durchführung

1.3.7 Nachsorge

1.3.8 Tipps und Tricks

1.3.9 Umgang mit Komplikationen

1.3.10 Weiterführende Literatur

2  Ohren

2.1  Entfernung von Cerumen

2.1.1 Hintergrund

2.1.2 Indikationen

2.1.3 Kontraindikationen

2.1.4 Aufklärung

2.1.5 Benötigtes Instrumentarium

2.1.6 Durchführung

2.1.7 Nachsorge

2.1.8 Tipps und Tricks

2.1.9 Umgang mit Komplikationen

2.1.10 Weiterführende Literatur

2.2  Lagerungsübungen beim benignen paroxysmalen Lagerungsschwindel

2.2.1 Hintergrund

2.2.2 Indikation

2.2.3 Kontraindikationen

2.2.4 Aufklärung

2.2.5 Benötigtes Instrumentarium

2.2.6 Durchführung

2.2.7 Nachsorge

2.2.8 Tipps und Tricks

2.2.9 Umgang mit Komplikationen

2.2.10 Zusatzmaterial

2.2.11 Weiterführende Literatur

3  Nase

3.1  Entfernen von Fremdkörpern aus der Nase

3.1.1 Hintergrund

3.1.2 Indikation

3.1.3 Kontraindikationen

3.1.4 Aufklärung

3.1.5 Benötigtes Instrumentarium

3.1.6 Durchführung

3.1.7 Nachsorge

3.1.8 Tipps und Tricks

3.1.9 Umgang mit Komplikationen

3.1.10 Weiterführende Literatur

3.2  Tamponieren der Nase

3.2.1 Hintergrund

3.2.2 Indikation

3.2.3 Kontraindikationen

3.2.4 Aufklärung

3.2.5 Benötigtes Instrumentarium

3.2.6 Durchführung

3.2.7 Nachsorge

3.2.8 Tipps und Tricks

3.2.9 Umgang mit Komplikationen

3.2.10 Weiterführende Literatur

4  Haut

4.1  Allgemeines zur »Kleinen Chirurgie«

4.1.1  Wundheilung

4.1.2  Instrumentenkunde

4.1.3  Hygienevorschriften

4.1.4 Weiterführende Literatur

4.2  Infiltration mit Lokalanästhetikum

4.2.1 Hintergrund

4.2.2 Indikationen

4.2.3 Kontraindikationen

4.2.4 Aufklärung

4.2.5 Benötigtes Instrumentarium

4.2.6 Durchführung

4.2.7 Nachsorge

4.2.8 Tipps und Tricks

4.2.9 Umgang mit Komplikationen

4.2.10 Weiterführende Literatur

4.3  Oberst-Block

4.3.1 Hintergrund

4.3.2 Indikationen

4.3.3 Kontraindikationen

4.3.4 Aufklärung

4.3.5 Benötigtes Instrumentarium

4.3.6 Durchführung

4.3.7 Nachsorge

4.3.8 Tipps und Tricks

4.3.9 Umgang mit Komplikationen

4.4  Chirurgische Nahttechniken

4.4.1 Hintergrund

4.4.2 Indikationen

4.4.3 Kontraindikationen

4.4.4 Aufklärung

4.4.5 Benötigtes Instrumentarium

4.4.6 Durchführung

4.4.7 Nachsorge

4.4.8 Tipps und Tricks

4.4.9 Umgang mit Komplikationen

4.4.10 Weiterführende Literatur

4.5  Entfernen von Nähten

4.5.1 Hintergrund

4.5.2 Indikationen

4.5.3 Kontraindikationen

4.5.4 Aufklärung

4.5.5 Benötigtes Instrumentarium

4.5.6 Durchführung

4.5.7 Nachsorge

4.5.8 Tipps und Tricks

4.5.9 Umgang mit Komplikationen

4.6  Kleben von Wunden

4.6.1 Hintergrund

4.6.2 Indikation

4.6.3 Kontraindikationen

4.6.4 Aufklärung

4.6.5 Benötigtes Instrumentarium

4.6.6 Durchführung

4.6.7 Nachsorge

4.6.8 Tipps und Tricks

4.6.9 Umgang mit Komplikationen

4.7  Lipomentfernung

4.7.1 Hintergrund

4.7.2 Indikationen

4.7.3 Kontraindikationen

4.7.4 Aufklärung

4.7.5 Benötigtes Instrumentarium

4.7.6 Durchführung

4.7.7 Nachsorge

4.7.8 Tipps und Tricks

4.7.9 Umgang mit Komplikationen

4.7.10 Weiterführende Literatur

4.8  Entfernung von pigmentierten Hautveränderungen

4.8.1 Hintergrund

4.8.2 Indikationen

4.8.3 Kontraindikationen

4.8.4 Aufklärung

4.8.5 Benötigtes Instrumentarium

4.8.6 Durchführung

4.8.7 Nachsorge

4.8.8 Tipps und Tricks

4.8.9 Umgang mit Komplikationen

4.8.10 Weiterführende Literatur

4.9  Wunddébridement

4.9.1 Hintergrund

4.9.2 Indikationen

4.9.3 Kontraindikationen

4.9.4 Aufklärung

4.9.5 Benötigtes Instrumentarium

4.9.6 Durchführung

4.9.7 Nachsorge

4.9.8 Tipps und Tricks

4.9.9 Umgang mit Komplikationen

4.9.10 Weiterführende Literatur

4.10  Entfernen von Fremdkörpern

4.10.1 Hintergrund

4.10.2 Indikationen

4.10.3 Kontraindikationen

4.10.4 Aufklärung

4.10.5 Benötigtes Instrumentarium

4.10.6 Durchführung

4.10.7 Nachsorge

4.10.8 Tipps und Tricks

4.10.9 Umgang mit Komplikationen

4.11  Entlastung eines subungualen Hämatoms

4.11.1 Hintergrund

4.11.2 Indikation

4.11.3 Kontraindikationen

4.11.4 Aufklärung

4.11.5 Benötigtes Instrumentarium

4.11.6 Durchführung

4.11.7 Nachsorge

4.11.8 Tipps und Tricks

4.11.9 Umgang mit Komplikationen

4.12  Eröffnen eines Abszesses

4.12.1 Hintergrund

4.12.2 Indikation

4.12.3 Kontraindikationen

4.12.4 Aufklärung

4.12.5 Benötigtes Instrumentarium

4.12.6 Durchführung

4.12.7 Nachsorge

4.12.8 Tipps und Tricks

4.12.9 Umgang mit Komplikationen

4.13  Drainage bei akuter Paronychie

4.13.1 Hintergrund

4.13.2 Indikation

4.13.3 Kontraindikation

4.13.4 Aufklärung

4.13.5 Benötigtes Instrumentarium

4.13.6 Durchführung

4.13.7 Nachsorge

4.13.8 Tipps und Tricks

4.13.9 Umgang mit Komplikationen

4.14  Teilentfernung eines Zehennagels

4.14.1 Hintergrund

4.14.2 Indikation

4.14.3 Kontraindikationen

4.14.4 Aufklärung

4.14.5 Benötigtes Instrumentarium

4.14.6 Durchführung

4.14.7 Nachsorge

4.14.8 Tipps und Tricks

4.14.9 Umgang mit Komplikationen

4.15  Kryotherapie

4.15.1 Hintergrund

4.15.2 Indikationen

4.15.3 Kontraindikationen

4.15.4 Aufklärung

4.15.5 Benötigtes Instrumentarium

4.15.6 Durchführung

4.15.7 Nachsorge

4.15.8 Tipps und Tricks

4.15.9 Umgang mit Komplikationen

4.15.10 Zusatzmaterial

4.15.11 Weiterführende Literatur

5  Muskuloskelettalsystem

5.1  Einrenken eines dislozierten Fingers

5.1.1 Hintergrund

5.1.2 Indikation

5.1.3 Kontraindikationen

5.1.4 Aufklärung

5.1.5 Benötigtes Instrumentarium

5.1.6 Durchführung

5.1.7 Nachsorge

5.1.8 Tipps und Tricks

5.1.9 Umgang mit Komplikationen

5.1.10 Weiterführende Literatur

5.2  Reponieren einer dislozierten Schulter

5.2.1 Hintergrund

5.2.2 Indikation

5.2.3 Kontraindikationen

5.2.4 Aufklärung

5.2.5 Benötigtes Instrumentarium

5.2.6 Durchführung

5.2.7 Nachsorge

5.2.8 Tipps und Tricks

5.2.9 Umgang mit Komplikationen

5.2.10 Weiterführende Literatur

5.3  Tapen

5.3.1 Hintergrund

5.3.2 Indikationen

5.3.3 Kontraindikationen

5.3.4 Aufklärung

5.3.5 Benötigtes Instrumentarium

5.3.6 Durchführung

5.3.7 Nachsorge

5.3.8 Tipps und Tricks

5.3.9 Umgang mit Komplikationen

5.3.10 Weiterführende Literatur

5.4  Anlegen einer Unterarmgipsschiene

5.4.1 Hintergrund

5.4.2 Indikationen

5.4.3 Kontraindikationen

5.4.4 Aufklärung

5.4.5 Benötigtes Instrumentarium

5.4.6 Durchführung

5.4.7 Nachsorge

5.4.8 Tipps und Tricks

5.4.9 Umgang mit Komplikationen

5.5  Gelenkpunktionen im Allgemeinen

5.5.1 Hintergrund

5.5.2 Indikationen

5.5.3 Kontraindikationen

5.5.4 Aufklärung

5.5.5 Benötigtes Instrumentarium

5.5.6 Durchführung

5.5.7 Nachsorge

5.5.8 Tipps und Tricks

5.5.9 Umgang mit Komplikationen

5.5.10 Weiterführende Literatur

5.6  Punktion des Knie- bzw. Schultergelenks

5.6.1 Hintergrund

5.6.2 Indikationen

5.6.3 Kontraindikationen

5.6.4 Aufklärung

5.6.5 Benötigtes Instrumentarium

5.6.6 Durchführung

5.6.7 Nachsorge

5.6.8 Tipps und Tricks

5.6.9 Umgang mit Komplikationen

5.6.10 Weiterführende Literatur

5.7  Punktion von Bursen (Knie bzw. Ellenbogen)

5.7.1 Hintergrund

5.7.2 Indikation

5.7.3 Kontraindikationen

5.7.4 Aufklärung

5.7.5 Benötigtes Instrumentarium

5.7.6 Durchführung

5.7.7 Nachsorge

5.7.8 Tipps und Tricks

5.7.9 Umgang mit Komplikationen

5.7.10 Weiterführende Literatur

5.8  Behandlung des Iliosakralgelenk-Syndroms

5.8.1 Hintergrund

5.8.2 Indikationen

5.8.3 Kontraindikationen

5.8.4 Aufklärung

5.8.5 Benötigtes Instrumentarium

5.8.6 Durchführung

5.8.7 Nachsorge

5.8.8 Tipps und Tricks

5.8.9 Umgang mit Komplikationen

5.8.10 Weiterführende Literatur

5.9  Neuraltherapie

5.9.1 Hintergrund

5.9.2 Indikationen

5.9.3 Kontraindikationen

5.9.4 Aufklärung

5.9.5 Benötigtes Instrumentarium

5.9.6 Durchführung

5.9.7 Nachsorge

5.9.8 Tipps und Tricks

5.9.9 Umgang mit Komplikationen

5.9.10 Literatur

5.9.11 Weiterführende Literatur

5.9.12 Weblinks

6  Gastrointestinaltrakt

6.1  Legen einer Magensonde (beim Erwachsenen)

6.1.1 Hintergrund

6.1.2 Indikationen

6.1.3 Kontraindikationen

6.1.4 Aufklärung

6.1.5 Benötigtes Instrumentarium

6.1.6 Durchführung

6.1.7 Nachsorge

6.1.8 Tipps und Tricks

6.1.9 Umgang mit Komplikationen

6.1.10 Weiterführende Literatur

6.1.11 Zusatzmaterial

6.2  Durchführung einer Ano- bzw. Proktoskopie

6.2.1 Hintergrund

6.2.2 Indikationen

6.2.3 Kontraindikationen

6.2.4 Aufklärung

6.2.5 Benötigtes Instrumentarium

6.2.6 Durchführung

6.2.7 Nachsorge

6.2.8 Tipps und Tricks

6.2.9 Umgang mit Komplikationen

6.2.10 Weiterführende Literatur

6.3  Inzision einer Analvenenthrombose

6.3.1 Hintergrund

6.3.2 Indikation

6.3.3 Kontraindikationen

6.3.4 Aufklärung

6.3.5 Benötigtes Instrumentarium

6.3.6 Durchführung

6.3.7 Nachsorge

6.3.8 Tipps und Tricks

6.3.9 Umgang mit Komplikationen

6.3.10 Weiterführende Literatur

6.4  Gummibandligatur und Sklerosierung bei Hämorrhoiden

6.4.1 Hintergrund

6.4.2 Indikation

6.4.3 Kontraindikationen

6.4.4 Aufklärung

6.4.5 Benötigtes Instrumentarium

6.4.6 Durchführung

6.4.7 Nachsorge

6.4.8 Tipps und Tricks

6.4.9 Umgang mit Komplikationen

6.4.10 Weiterführende Literatur

7  Urogenitaltrakt

7.1  Legen eines transurethralen Dauerkatheters

7.1.1 Hintergrund

7.1.2 Indikationen

7.1.3 Kontraindikationen

7.1.4 Aufklärung

7.1.5 Benötigtes Instrumentarium

7.1.6 Durchführung

7.1.7 Nachsorge

7.1.8 Tipps und Tricks

7.1.9 Umgang mit Komplikationen

7.1.10 Weiterführende Literatur

7.1.11 Weblinks

7.2  Wechsel eines suprapubischen Blasenkatheters

7.2.1 Hintergrund

7.2.2 Indikationen

7.2.3 Kontraindikationen

7.2.4 Aufklärung

7.2.5 Benötigtes Instrumentarium

7.2.6 Durchführung

7.2.7 Nachsorge

7.2.8 Tipps und Tricks

7.2.9 Umgang mit Komplikationen

7.2.10 Weblink

7.3  Durchführung eines Zervixabstrichs

7.3.1 Hintergrund

7.3.2 Indikationen

7.3.3 Kontraindikationen

7.3.4 Aufklärung

7.3.5 Benötigtes Instrumentarium

7.3.6 Durchführung

7.3.7 Nachsorge

7.3.8 Tipps und Tricks

7.3.9 Umgang mit Komplikationen

7.3.10 Weiterführende Literatur

7.4  Durchführung eines Vaginalabstrichs

7.4.1 Hintergrund

7.4.2 Indikationen

7.4.3 Kontraindikationen

7.4.4 Aufklärung

7.4.5 Benötigtes Instrumentarium

7.4.6 Durchführung

7.4.7 Nachsorge

7.4.8 Tipps und Tricks

7.4.9 Umgang mit Komplikationen

7.4.10 Weiterführende Literatur

7.5  Wechsel eines Pessars

7.5.1 Hintergrund

7.5.2 Indikationen

7.5.3 Kontraindikation

7.5.4 Aufklärung

7.5.5 Benötigtes Instrumentarium

7.5.6 Durchführung

7.5.7 Nachsorge

7.5.8 Tipps und Tricks

7.5.9 Umgang mit Komplikationen

7.5.10 Weiterführende Literatur

7.5.11 Weblink

7.6  Leitung einer Geburt in einem nicht geplanten Setting

7.6.1 Hintergrund

7.6.2 Indikation

7.6.3 Kontraindikationen

7.6.4 Aufklärung

7.6.5 Benötigtes Instrumentarium

7.6.6 Durchführung

7.6.7 Beginn der Geburt

7.6.8 Nachsorge

7.6.9 Tipps und Tricks

7.6.10 Umgang mit Komplikationen

7.6.11 Weiterführende Literatur

8  Extremitäten

8.1  Kompressionssonografie der unteren Extremitäten

8.1.1 Hintergrund

8.1.2 Indikationen

8.1.3 Kontraindikation

8.1.4 Aufklärung

8.1.5 Benötigtes Instrumentarium

8.1.6 Durchführung

8.1.7 Nachsorge

8.1.8 Tipps und Tricks

8.1.9 Umgang mit Komplikationen

8.1.10 Zusatzmaterial

8.1.11 Weiterführende Literatur

8.1.12 Danksagung

8.2  Kompressionsverbände

8.2.1 Hintergrund

8.2.2 Indikationen

8.2.3 Kontraindikationen

8.2.4 Aufklärung

8.2.5 Benötigtes Instrumentarium

8.2.6 Durchführung

8.2.7 Nachsorge

8.2.8 Tipps und Tricks

8.2.9 Umgang mit Komplikationen

8.2.10 Weiterführende Literatur

9  Punktionen

9.1  Impfungen

9.1.1 Hintergrund

9.1.2 Indikationen

9.1.3 Kontraindikationen

9.1.4 Aufklärung

9.1.5 Benötigtes Instrumentarium

9.1.6 Durchführung

9.1.7 Nachsorge

9.1.8 Tipps und Tricks

9.1.9 Umgang mit Komplikationen

9.1.10 Literatur

9.2  Legen von Venenverweilkanülen

9.2.1 Hintergrund

9.2.2 Indikationen

9.2.3 Kontraindikationen

9.2.4 Aufklärung

9.2.5 Benötigtes Instrumentarium

9.2.6 Durchführung

9.2.7 Nachsorge

9.2.8 Tipps und Tricks

9.2.9 Umgang mit Komplikationen

9.3  Port punktieren bzw. spülen

9.3.1 Hintergrund

9.3.2 Indikationen

9.3.3 Kontraindikationen

9.3.4 Aufklärung

9.3.5 Benötigtes Instrumentarium

9.3.6 Durchführung

9.3.7 Nachsorge

9.3.8 Tipps und Tricks

9.3.9 Umgang mit Komplikationen

9.3.10 Weiterführende Literatur

9.4  Blutabnahme beim Säugling

9.4.1 Hintergrund

9.4.2 Indikation

9.4.3 Kontraindikationen

9.4.4 Aufklärung

9.4.5 Benötigtes Instrumentarium

9.4.6 Durchführung

9.4.7 Nachsorge

9.4.8 Tipps und Tricks

9.4.9 Umgang mit Komplikationen

9.4.10 Weiterführende Literatur

9.5  Blutabnahme beim Kleinkind

9.5.1 Hintergrund

9.5.2 Indikation

9.5.3 Kontraindikationen

9.5.4 Aufklärung

9.5.5 Benötigtes Instrumentarium

9.5.6 Durchführung

9.5.7 Nachsorge

9.5.8 Tipps und Tricks

9.5.9 Umgang mit Komplikationen

9.5.10 Weiterführende Literatur

9.6  Aderlasstherapie

9.6.1 Hintergrund

9.6.2 Indikationen

9.6.3 Kontraindikationen

9.6.4 Aufklärung

9.6.5 Benötigtes Instrumentarium

9.6.6 Durchführung

9.6.7 Nachsorge

9.6.8 Tipps und Tricks

9.6.9 Umgang mit Komplikationen

9.6.10 Weiterführende Literatur

9.7  Punktieren eines Pleuraergusses

9.7.1 Hintergrund

9.7.2 Indikation

9.7.3 Kontraindikationen

9.7.4 Aufklärung

9.7.5 Benötigtes Instrumentarium

9.7.6 Durchführung

9.7.7 Nachsorge

9.7.8 Tipps und Tricks

9.7.9 Umgang mit Komplikationen

9.7.10 Zusatzmaterial

9.7.11 Weiterführende Literatur

9.8  Aszitespunktion

9.8.1 Hintergrund

9.8.2 Indikation

9.8.3 Kontraindikationen

9.8.4 Aufklärung

9.8.5 Benötigtes Instrumentarium

9.8.6 Durchführung

9.8.7 Nachsorge

9.8.8 Tipps und Tricks

9.8.9 Umgang mit Komplikationen

9.8.10 Zusatzmaterial

9.8.11 Weiterführende Literatur

10  Apparate

10.1  Anlegen eines EKG

10.1.1 Hintergrund

10.1.2 Indikationen

10.1.3 Kontraindikationen

10.1.4 Aufklärung

10.1.5 Benötigtes Instrumentarium

10.1.6 Durchführung

10.1.7 Nachsorge

10.1.8 Tipps und Tricks

10.1.9 Umgang mit Komplikationen

10.1.10 Weiterführende Literatur

10.2  Durchführen einer Lungenfunktionsprüfung

10.2.1 Hintergrund

10.2.2 Indikationen

10.2.3 Kontraindikationen

10.2.4 Aufklärung

10.2.5 Benötigtes Instrumentarium

10.2.6 Durchführung

10.2.7 Nachsorge

10.2.8 Tipps und Tricks

10.2.9 Umgang mit Komplikationen

10.2.10 Weiterführende Literatur

10.3  Antiobstruktive Therapie mit dem Düsenvernebler

10.3.1 Hintergrund

10.3.2 Indikationen

10.3.3 Kontraindikationen

10.3.4 Aufklärung

10.3.5 Benötigtes Instrumentarium

10.3.6 Durchführung

10.3.7 Nachsorge

10.3.8 Tipps und Tricks

10.3.9 Umgang mit Komplikationen

10.3.10 Weiterführende Literatur

10.3.11 Weblinks

10.4  Antiobstruktive Therapie mit der Inhalierhilfe

10.4.1 Hintergrund

10.4.2 Indikationen

10.4.3 Kontraindikationen

10.4.4 Aufklärung

10.4.5 Benötigtes Instrumentarium

10.4.6 Durchführung

10.4.7 Nachsorge

10.4.8 Tipps und Tricks

10.4.9 Umgang mit Komplikationen

10.4.10 Weiterführende Literatur

10.4.11 Weblinks

11  Notfallprozeduren

11.1  Maskenbeatmung

11.1.1 Hintergrund

11.1.2 Indikationen

11.1.3 Kontraindikationen

11.1.4 Aufklärung

11.1.5 Benötigtes Instrumentarium

11.1.6 Durchführung

11.1.7 Nachsorge

11.1.8 Tipps und Tricks

11.1.9 Umgang mit Komplikationen

11.1.10 Weiterführende Literatur

11.2  Anwenden eines Larynxtubus

11.2.1 Hintergrund

11.2.2 Indikationen

11.2.3 Kontraindikationen

11.2.4 Aufklärung

11.2.5 Benötigtes Instrumentarium

11.2.6 Durchführung

11.2.7 Nachsorge

11.2.8 Tipps und Tricks

11.2.9 Umgang mit Komplikationen

11.2.10 Weiterführende Literatur

11.3  Defibrillation

11.3.1 Hintergrund

11.3.2 Indikationen

11.3.3 Kontraindikationen

11.3.4 Aufklärung

11.3.5 Benötigtes Instrumentarium

11.3.6 Durchführung

11.3.7 Nachsorge

11.3.8 Tipps und Tricks

11.3.9 Umgang mit Komplikationen

11.3.10 Weiterführende Literatur

Teil II Anhang: Kompetenzgrad einer Prozedur feststellen und weiterentwickeln

12 Hintergrund

13 Indikationen

14 Kontraindikationen

15 Aufklärung

16 Benötigtes Instrumentarium

17 Durchführung

17.1 Selbsteinschätzung nach Kompetenzstufen

17.2 Fremdeinschätzung durch Videoaufzeichnung

18 Nachsorge

19 Tipps und Tricks

20 Umgang mit Komplikationen

21 Weiterführende Literatur

Anschriften

Impressum

1 Augen

1.1  Entfernen eines konjunktivalen Fremdkörpers

Gunnar Ondang und Elisabeth Flum

1.1.1 Hintergrund

Den Verdacht, einen Fremdkörper im Auge zu haben, äußert der Patient meistens selbstständig. Dennoch ist eine genaue Anamneseerhebung inkl. Erfragen von Fremdkörpergefühlbeschwerden entscheidend. Oberflächlich aufsitzende Fremdkörper entfernen sich in der Regel durch den normalen Lidschluss und eine reflektorisch vermehrte Tränensekretion.

1.1.2 Indikationen

Reicht der natürliche Schutzmechanismus des Auges nicht aus, um den Fremdkörper zu entfernen, so muss eine Inspektion des Auges inkl. Ektropionierung des Oberlids erfolgen. Anschließend erfolgt die Spülung des Auges (⊳ ▶ 1.2). Zu beachten ist, dass nicht alle okulären Fremdkörper bei einfacher Inspektion erkennbar sind. Subtarsale (auf der Innenseite der Lidbindehaut befindliche) Fremdkörper werden erst durch eine eingehende Untersuchung entdeckt. Während das Einsehen des unteren Bindehautsacks problemlos durch einfaches Herabziehen des Unterlids möglich ist, muss das Oberlid ektropioniert, d. h. umgeklappt werden, um die Untersuchung der oberen Lidbindehaut zu ermöglichen. Bei Arbeiten wie Schleifen und Hämmern oder durch Luftverunreinigungen können Metall-, Stein- oder Rußpartikel ins Auge gelangen. Diese Fremdkörper lösen sich häufig weder durch den normalen Lidschluss noch nach ausgiebiger Spülung und können in diesen Fällen nur mithilfe spezieller Instrumente vom Augenarzt an einer Spaltlampe entfernt werden. Bei Arbeitsunfällen ist eine Vorstellung bei einem Augenarzt obligat.

1.1.3 Kontraindikationen

Bei traumatischen Fremdkörperverletzungen bzw. bei ausgedehnten Lidverletzungen sind Horn- und Bindehaut aufgrund starker Blutung in der Regel nur eingeschränkt einsehbar. Hier ist eine sofortige Vorstellung in einer Augenklinik zum Ausschluss einer perforierenden Augenverletzung indiziert. In der klinischen Untersuchung findet sich hierbei häufig ein im Vergleich zum gesunden Auge zu »weicher Augapfel«.

1.1.4 Aufklärung

Patienten mit Fremdkörpergefühl müssen darauf hingewiesen werden, dass eine Hornhauterosion (Erosio corneae) eine ähnliche Symptomatik hervorrufen kann. Bei fortbestehenden Beschwerden auch nach intensiver Spülung sollte sich der Patient in einer Augenarztpraxis oder einer Augenklinik vorstellen.

1.1.5 Benötigtes Instrumentarium

Zur Inspektion und zur Spülung des Auges:

Zellstofftupfer zum Aufhalten des Ober- bzw. Unterlids

Flüssigkeit zum Spülen des Auges (z. B. isotonische Kochsalzlösung)

lokalanästhetische Augentropfen (Oxybuprocain, z. B. Conjucain® EDO® Augentropfen)

ggf. Fluorescein-Augentropfen (z. B. Thilorbin® Augentropfen) unter Verwendung von Blaulicht

Zur Entfernung des konjunktivalen Fremd körpers:

steriles Wattestäbchen oder steriler Glasspatel

ggf. sterile kleine anatomische Pinzette

1.1.6 Durchführung

1.1.6.1 Allgemeines Vorgehen

Zunächst wird ein Lokalanästhetikum appliziert.

Bereits sichtbare oberflächliche Fremdkörper sollten mit einem stumpfen Instrument (z. B. steriles Wattestäbchen, Glasspatel oder kleine Pinzette) entfernt werden. Zur eingehenden Inspektion sollte der Patient in alle vier Blickrichtungen sehen.

Anschließend sollte das Auge ggf. mit isotonischer Kochsalzlösung gespült werden, um auch kleinere Partikel herauszuwaschen.

Wird kein Fremdkörper gefunden, so sollte – falls in der Hausarztpraxis vorhanden, andernfalls beim Augenarzt – die weitergehende Inspektion mit Fluorescein-Augentropfen und Blaulicht erfolgen. Spontan abgegangene Fremdkörper hinterlassen in der Regel eine Erosion der Horn- oder Bindehaut. Anfärbbare Kratzspuren auf der Hornhaut können auf einen subtarsalen Fremdkörper des Oberlids hinweisen. Dann sollte mit einem Watteträger das Oberlid ektropioniert werden, um den subtarsalen Fremdkörper herausstreifen zu können.

1.1.6.2 Ektropionieren des Oberlids am Beispiel des linken Auges

Der Patient muss während des ganzen Behandlungsvorgangs nach unten blicken.

Die linke Hand des Arztes fasst das Oberlid an den Wimpern an und zieht es nach unten (⊳ ▶ Abb. 1.1).

Mit der freien rechten Hand drückt der Arzt mit einem Glasspatel oder einem Wattestab ca. 3 mm oberhalb des Wimpernansatzes auf das Lid.

Gleichzeitig wird mit der linken Hand das Lid nach vorn und oben gezogen, um das Lid um den Glasspatel oder den Wattestab zu kippen (ektropionieren). Glasspatel oder Wattestab dienen also als Gegenlager (⊳ ▶ Abb. 1.1).

Der Glasspatel bzw. der Wattestab kann nun entfernt werden, sodass der Arzt mit der freien rechten Hand einen Fremdkörper entfernen kann (⊳ ▶ Abb. 1.1).

Wird das Lid losgelassen und blickt der Patient nach oben, so kehrt das Lid selbstständig wieder in seine Normalstellung zurück.

Abb. 1.1 Ektropionieren:

Abb. 1.1a 1. Schritt (a);

Abb. 1.1b 2. Schritt (b);

Abb. 1.1c 3. Schritt (c)

1.1.7 Nachsorge

Auch wenn inspektorisch kein Fremdkörper auf der Binde- oder Hornhaut (mehr) gesehen wird, so kann der Patient weiterhin über ein ausgeprägtes Fremdkörpergefühl am betroffenen Auge klagen. Dies kann durch eine nach Entfernung des Fremdkörpers fortbestehende Augenreizung hervorgerufen werden, aber auch durch eine traumabedingte Hornhauterosion.

Eine Vorstellung beim Augenarzt ist indiziert bei V. a. eine Hornhauterosion, bei verbleibenden Rosthöfen auf der Conjunctiva (oft bei eisenhaltigen Fremdkörpern) oder wenn eine Fremdkörperentfernung nicht möglich war.

Sollte ein oberflächliches Lokalanästhetikum verwendet worden sein, muss der Patient darauf hingewiesen werden, dass ein Fremdkörpergefühl und leichte Schmerzen nach Wirkungsende des Lokalanästhetikums (nach ca. 30 min) wieder auftreten können. Zur Beruhigung der Binde- bzw. Hornhaut des Auges nach Fremdkörperentfernung ist die Verwendung einer pflegenden Augensalbe empfehlenswert (Dexpanthenol, z. B. Bepanthen®, Corneregel®).

1.1.8 Tipps und Tricks

Lokalanästhetika sind sowohl hilfreich bei der Einordnung der Beschwerden (Hornhautschmerzen verschwinden umgehend) als auch zur Verbesserung der Untersuchungsbedingungen durch Verhinderung eines Blepharospasmus. Beachte: Lokalanästhetika können jedoch ebenso durch die kurzfristige Beschwerdefreiheit die Symptome verschleiern!

In seltenen Fällen, z. B. bei Verätzungen mit Kalkpartikeln, ist die Einsicht in den gesamten oberen Bindehautsack und nicht nur der Lidbindehaut notwendig. Hier reicht ein einfaches Ektropionieren des Oberlids nicht aus, denn zur Inspektion der weiter hinten gelegenen Umschlagfalte (Fornix conjunctivae) bedarf es eines besonderen Lidhakens (Lidhaken nach Desmarres), der in einer Hausarztpraxis üblicherweise nicht vorzufinden ist. Alternativ lässt sich ohne Lidhaken doppelt ektropionieren, indem zunächst ein einfaches Ektropionieren (⊳ Abschn. Durchführung) durchgeführt wird. Anschließend wird der Daumen – ein Zellstofftupfer kann Abrutschen verhindern – an der nach außen umgeklappten Oberlidbindehaut angesetzt und das gefaltete Lid in Richtung des oberen Orbitarands gehoben. Dieses sog. doppelte Ektropionieren ermöglicht die Inspektion der hinteren Umschlagfalte.

Wenn bei Erstversorgung am Unfallort, z. B. bei Arbeitsunfällen, keine adäquate Untersuchung erfolgen kann, ist eine sofortige Spülung des Auges indiziert (⊳ ▶ 1.2).

1.1.9 Umgang mit Komplikationen

Bei sachgemäßem Vorgehen sind Komplikationen i. d. R. nicht zu erwarten.

1.1.10 Weiterführende Literatur

[1] Klopfer M, Wegner A. Notfall »Rotes Auge«. Was kann der Hausarzt tun? Allgemeinarzt-online. Stand: 25.08.2011. www.allgemeinarzt-online.de/a/1574658 (letzter Zugriff: 06.06.2016).

1.2  Augenspülen bei Verätzung

Gunnar Ondang und Elisabeth Flum

1.2.1 Hintergrund

Augenverätzungen sind akute Notfälle, die einer sofortigen Behandlung durch eine Augenspülung – in der Regel bereits unmittelbar vor Ort – bedürfen, da sonst im schlimmsten Fall die Erblindung des Auges droht. Meistens treten Verätzungen am Arbeitsplatz auf, seltener im Haushalt (z. B. bei Verwendung von chemischen Putzmitteln oder bei Kontakt mit pflanzlichen Stoffen wie dem Saft des Wolfsmilchkrauts).

Das Ausmaß der Schädigung des Auges durch eine ätzende Substanz ist zum einen abhängig von der chemikalischen Eigenschaft (Säure- oder Laugenverätzung), zum anderen von der in das Auge gelangten Menge und Konzentration der Substanz.

Verätzungen mit Laugen sind schwerwiegender als mit Säuren. Eine Lauge reagiert mit Fett zu einer Seife. Diese bewirkt, dass Hornhaut- und Bindehautzellen quellen und auseinanderweichen, sodass das Ätzmittel sehr tief in das Gewebe eindringt. Es handelt sich um eine einschmelzende Gewebsne krose, eine Kolliquationsnekrose. Im Gegensatz dazu fällen Säuren das Protein der (Schleim-)Haut und es kommt zu einer Koagulationsnekrose. Durch die Denaturierung von Proteinen bildet sich eine Art Schutzschicht, die das weitere Eindringen des schädigenden Agens in die Gewebsschichten begrenzt.

Eine wichtige Ausnahme bilden die sehr seltenen Fälle einer Flusssäureverätzung, die aufgrund spezieller chemischer Reaktionen ähnlich schädigende Wirkungen entfalten können wie Laugen und ebenso tief in den Augapfel eindringen können. Eine ausgiebige Spülung, am besten mit einer speziellen Spüllösung, die amphotere und chelatbildende Salze enthält (z. B. Hexafluorine®), ist notwendig, da es durch die Verwendung anderer Augenspüllösungen als Komplikation zu einer irreversiblen Hornhautverkalkung kommen kann. Flusssäuren werden in der glasproduzierenden Industrie sowie in Felgenreinigern verwendet. Wichtig ist hier die gezielte Befragung des Patienten zum Kontaminationskontext und -hergang.

1.2.2 Indikation

Verätzungen bedürfen grundsätzlich der sofortigen und ausgiebigen Spülung des Auges!

Die Spülung durch den Hausarzt in der Akutphase zielt ab auf das weitgehende Entfernen von Fremdkörpern bzw. die Verdünnung des schädigenden Agens sowie die Eindämmung der entzündlichen Gewebsreaktion.

Ziele der Augenspülung bei Verätzungen:

Binde- und Hornhaut von Fremdkörperpartikeln befreien

Dekontamination des verätzten Auges (Verdünnung der Konzentration der verätzenden Substanz im Bereich des Auges)

Kühlung zur Reduktion der Entzündungsreaktion

Schmerzlinderung

Dabei gilt: erst Therapie (= Augenspülen), dann weitere Maßnahmen (z. B. Ektropionieren, Entfernen von Fremdkörpern mit Wattestab o. Ä., augenärztliche Untersuchung)

1.2.3 Kontraindikation

Spülen ist bei Verätzungen grundsätzlich indiziert!

Einzig bei Verätzungen mit ungelöschtem Kalk (Anamnese!) muss sich unbedingt an ein erstes Spülen die sofortige Entfernung von etwaigen verbleibenden Kalkpartikeln anschließen, da die schädigende Wirkung von ungelöschtem Kalk erst durch den Kontakt mit Flüssigkeit entsteht.

1.2.4 Aufklärung

Dem Patienten sollte kurz erläutert werden, dass eine Spülung erfolgt und welchem Zweck diese dient. Eine eingehende Aufklärung entfällt aufgrund der Notfallsituation.

1.2.5 Benötigtes Instrumentarium

Eine geeignete Spülflüssigkeit wird gewählt: Wenn möglich, sollten körperwarme Flüssigkeiten verwendet werden; am besten destilliertes Wasser, physiologische Kochsalzlösung oder Ringer-Lösung.

Empfehlenswert sind spezielle Augenspüllösungen, die an entsprechend gefährdeten Arbeitsplätzen in der Regel vorhanden sind. So kommen bei Säuren, Laugen, alkylierenden und ätzenden Substanzen Augenspülungen z. B. mit hypertonen, amphoteren Chelatbildnern wie Previn® oder Diphoterine® zum Einsatz.

Im seltenen Fall einer Verätzung mit Flusssäure (⊳ Abschn. Hintergrund) sollte eine Spülung mit Antiflusssäure-Spüllösung (z. B. Hexafluorine®) erfolgen.

Gegebenenfalls kann ein Oberflächenanästhetikum (Oxybuprocain, z. B. Conjucain® EDO® Augentropfen) eingesetzt werden.

Eine Nierenschale sollte vorliegen.

Wenn keine speziellen Augenspüllösungen vorhanden sind, ist Leitungswasser das Mittel der ersten Wahl. Wenn selbst Leitungswasser nicht verfügbar ist, kann auch mit Cola, Milch oder ähnlichen Flüssigkeiten gespült werden (Ausnahme: keine hochprozentigen Spirituosen!).

1.2.6 Durchführung

Zur erleichterten Durchführung sollte möglichst eine Hilfsperson hinzugezogen werden!

Die Hilfsperson zieht mit beiden Händen die Augenlider des zu spülenden Auges auseinander und hält diese während der Spülung geöffnet; Zellstoffwattetupfer können hierbei zur besseren Griffigkeit eingesetzt werden. Sollte keine Hilfsperson vorhanden sein, wird der Patient gebeten, das untere Lid nach unten zu ziehen, während der Arzt das obere anhebt.

Anschließend wird mit der Augenspülung begonnen. Hierzu kann entweder eine spezielle Augenspülflasche mit gebrauchsfertiger Lösung (in größeren Betrieben in der Regel vorhanden) oder aber ein gängiger Infusionsbeutel (z. B. isotonische Kochsalzlösung, Ringer-Lactat-Infusionslösung) mit Infusionsschlauch verwendet werden (⊳ ▶ Abb. 1.2). Augenspülflaschen sind entsprechend den Anweisungen des Herstellers zu verwenden. Zur besseren Handhabung wird der Infusionsbeutel an einen Infusionsständer befestigt und die Infusionslösung in den Bindehautsack des Patienten appliziert, indem das Ende des Infusionsschlauches ca. 5–20 cm vom betroffenen Auge entfernt gehalten wird.

Der Patient sollte aufgefordert werden, nicht direkt in den Spülstrahl zu blicken. So wird ein direktes Auftreffen des Strahls auf die Hornhaut weitgehend vermieden. Der Patient sollte außerdem angewiesen werden, in unterschiedliche Blickrichtungen zu sehen, damit das Auge möglichst vollständig gesäubert wird.

Die Spüllösung wird von der Hilfsperson bzw. dem Patienten mithilfe einer Nierenschale aufgefangen.

Um bei einem ausgeprägten Blepharospasmus und/oder starken Schmerzen eine ausreichende Augenöffnung zu erreichen, ist es u. U. notwendig, vor der Spülung zunächst ein Oberflächenanästhetikum einzusetzen (Oxybuprocain, z. B. Conjucain® EDO® Augentropfen). Hierzu wird ein Tropfen in das betroffene Auge geträufelt und einige Sekunden abgewartet, bevor mit der Spülung fortgefahren wird.

Nach einigen Minuten sollte die Spülung kurz unterbrochen werden, um eine gründliche Inspektion des Auges vorzunehmen. Das Oberlid wird ektropioniert, eventuelle Fremdkörper werden mithilfe eines Wattetupfers oder einer Pinzette entfernt.

Sind beide Augen betroffen, wird abwechselnd gespült, wobei mit dem schwerer verletzten Auge begonnen werden sollte. Optimal ist das gleichzeitige Spülen beider Augen, wobei die ggf. vorhandene Hilfsperson angeleitet wird und zwei Spülsysteme verwendet werden.

Die Spülung sollte insgesamt über einen Zeitraum von mind. 15 min erfolgen, wobei der Bindehautsack die ersten 3 min mit »sanftem Strahl« gespült wird. Anschließend wird die Spüllösung tropfenweise ca. alle 2 s in den Bindehautsack appliziert.

Zeitgleich zur Spülung sollte der Transport des Patienten in eine augenärztliche Notfallambulanz veranlasst werden. Für den Transport darf kein Verband angelegt werden, da während des Transports die Augenspülung tropfenweise fortgesetzt werden sollte. Darauf sollte die Rettungswagenbesatzung entsprechend hingewiesen werden. Je nach Schwere ist ggf. eine Notarztbegleitung indiziert.

Abb. 1.2 Augenspülung

am Anfang für ca. 3 min mit »sanftem Strahl« spülen (Entfernung von Fremdkörpern und Verdünnung des schädigenden Agens)

danach mind. 15 min lang alle 2 s einen Tropfen applizieren (Kühlung)

sofortige Einweisung des Patienten in die Augenklinik veranlassen; Rettungswagenbesatzung anweisen, während des Transports tröpfchenweise weiterzuspülen

bei Verätzungen beider Augen mit dem schwerer betroffenen beginnen; optimal: gleichzeitige Spülung beider Augen

1.2.7 Nachsorge

Die weitere Diagnostik, z. B. mit einer Spaltlampe, und die Festlegung der Therapie müssen durch einen Augenarzt erfolgen.

1.2.8 Tipps und Tricks

Nach Möglichkeit ist eine Hilfsperson zur Spülung hinzuziehen.

1.2.9 Umgang mit Komplikationen

Liegt nicht nur eine lokale Verätzung eines oder beider Augen vor, so gehen Sicherung der Vitalparameter und das Atemwegsmanagement vor. Je nach Situation und verfügbarem Personal kann evtl. auch zeitgleich zur vitalen Erstversorgung mit der Augenspülung begonnen werden.

1.2.10 Weiterführende Literatur

[2] Schrage N, Kuckelkorn R, Redbrake C. Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Verätzungen und Verbrennungen der Augen. Dtsch Ärztebl 2000; 97: A-104–9.

1.3  Anlegen eines Augenverbands

Gunnar Ondang und Elisabeth Flum

1.3.1 Hintergrund

Augenverbände werden zur Ruhigstellung des Auges bei Verletzungen oder nach operativen Eingriffen angelegt.

Es werden vier unterschiedliche Augenverbände unterschieden:

einfacher Augenverband (sterile, geschlossene, ovale Augenkompresse; ⊳ ▶ Abb. 1.3)

Lochkapselverband (steril verpackte, mit Löchern versehene, vorgewölbte Plastikkapsel; ⊳ ▶ Abb. 1.4)

Druckverband (zwei ovale Augenkompressen mit elastischer Binde befestigt)

Uhrglasverband (⊳ ▶ Abb. 1.5)

Abb. 1.3 Einfacher Augenverband

Abb. 1.4 Lochkapselverband

Abb. 1.5 Uhrglasverband

Für den Patienten ist nur beim Lochkapsel- und beim Uhrglasverband ein Sehen möglich.

1.3.2 Indikationen

1.3.2.1 Einfacher Augenverband

Schutz des Auges vor Infektionen und nach Augenoperationen

Ruhigstellung des Auges (z. B. nach Fremdkörperentfernung oder bei Horn hauterosionen)

1.3.2.2 Lochkapselverband

Schutz insbesondere vor mechanischen Stößen, Zugluft und nach Augenoperationen

bei Patienten mit funktioneller Einäugigkeit (ermöglicht dem Patienten die Orientierung)

1.3.2.3 Druckverband

Schutz vor Nachblutungen und Lidschwellung nach Operationen

Schutz nach Verletzungen (z. B. nach perforierenden Hornhautverletzungen)

1.3.2.4 Uhrglasverband

bei Lidschlussdefiziten, die zu einer Austrocknung der Hornhaut führen können

bei durch Lidschlussdefiziten verursachten Hornhautentzündungen (Keratitis e lagophthalmo, z. B. bei Fazialisparese, malignem Exophthalmus, Narbenektropium)

bei Hornhautentzündungen aufgrund aufgehobener Hornhautsensibilität (Keratitis neuroparalytica)

1.3.3 Kontraindikation

Ein Augenverband sollte bei Kindern unter 6 Jahren vermieden werden, da durch das Abdecken eines Auges, das für einige Tage erfolgt, eine dauerhafte zentrale Sehschwäche (Deprivationsamblyopie) hervorgerufen werden kann.

1.3.4 Aufklärung

Der Patient sollte über den Zweck des Verbands aufgeklärt (⊳ Abschn. Indikationen) und nach einer Kontaktallergie (z. B. Pflasterallergie) befragt werden.

1.3.5 Benötigtes Instrumentarium

einfacher Augenverband: ovale Augenkompressen (wenn nicht vorhanden auch rechteckige Mullkompressen), elastisches Pflaster

Lochkapselverband: Lochkapsel, zusätzlich ggf. selbst zugeschnittene, rechteckige Mullkompresse

Druckverband: zwei ovale Augenkompressen und zusätzlich ein breites Spannpflaster

Uhrglasverbände werden gebrauchsfertig hergestellt

1.3.6 Durchführung

1.3.6.1 Einfache Augenverbände und Lochkapselverbände

Die (Augen-)Kompresse bzw. die Lochkapsel wird locker auf das geschlossene Auge gelegt.

Ein Streifen des Pflasters wird vom Wangenknochen ausgehend über die Mitte des Verbands zur Mitte der Stirn geklebt (⊳ ▶ Abb. 1.3, ▶ Abb. 1.4).

Zur sicheren Fixierung werden 1–2 weitere Klebestreifen parallel zum ersten (⊳ ▶ Abb. 1.3) bzw. seitlich, in einem leichten Bogen über diesen hinweg geklebt (⊳ ▶ Abb. 1.4). Die Streifen sollten in etwa gleich lang sein.

1.3.6.2 Druckverband

Mehrere Schichten aus mind. zwei übereinandergelegten Kompressen werden mit Pflasterstreifen und anschließend mit einer breiten elastischen Binde über dem Wundbereich fixiert, wobei bei dem Anlegen des Verbands um den Kopf herum leichter Zug ausgeübt wird.

Bei Druckverbänden muss das abgedeckte Lid geschlossen gehalten werden.

1.3.6.3 Uhrglasverband

Eine transparente Plexiglaskappe wird über das betroffene Auge gelegt.

Die Kappe wird mit den bereits vorgefertigten Haftstreifen über dem Auge fixiert (⊳ ▶ Abb. 1.5).

Da der Verband das Auge wie eine Glocke luftdicht abschließt, beschlägt das Glas und es bildet sich eine feuchte Kammer.

1.3.7 Nachsorge

Augenverbände müssen täglich gewechselt werden, weil sich durch den Wärmestau zwischen Auge und Augenverband Bakterien rasch vermehren können.

1.3.8 Tipps und Tricks

Angenehm für den Patienten sind pflegende Augensalben, die vor Anlegen des Augenverbands in die Lidspalte appliziert werden.

Bei starken Schmerzen kann das zwischenzeitliche Abdecken des anderen, nicht betroffenen Auges zur Ruhigstellung und damit zur Schmerzlinderung erfolgen.

In Notfallsituationen, wenn die Diagnose nicht eindeutig gestellt werden kann, sollte der Verband ohne Druck locker angelegt werden!

1.3.9 Umgang mit Komplikationen

Ein in unsachgemäßer Weise (ggf. sogar mit Druck) angelegter einfacher Augenverband auf ein nicht vollständig geschlossenes Augenlid kann erheb liche Schmerzen auslösen und zu einer druckbedingten Erosio corneae führen. Sobald Schmerzen bei angelegtem Augenverband auftreten, sollte der Verband abgenommen werden. Eine umgehende ophthalmologische Vorstellung ist zu veranlassen.

1.3.10 Weiterführende Literatur

[3] Schrage NF, Flick S, von Fischern T et al. Temperaturveränderungen der Hornhaut durch Anlegen eines Augenverbandes. Ophthalmologe 1997; 94: 492–5.

[4] Turß R, Teschler H. Die Wirksamkeit von Verbänden und Schutzbrillen bei »trockenem Auge«. Ber Dtsch Ophthalmol Ges 1981; 78: 425–9.

2 Ohren

2.1  Entfernung von Cerumen

Jost Steinhäuser und Anne Kühhirt

2.1.1 Hintergrund

Bei der Entfernung von Cerumen (Ohrenschmalz) handelt es sich um einen häufig in der allgemeinmedizinischen Praxis durchgeführten Eingriff. Cerumen findet sich bei rund einem Drittel der hausärztlichen Patienten (Punktprävalenz) und ist an sich kein pathologischer Befund. Es dient dem Schutz der Ohren vor Fremdkörpern (z. B. Schmutz). Das unsachgemäße Verwenden von Wattestäbchen führt häufig zum Verstopfen (oder Verletzen) des Gehörgangs und sollte daher unterbleiben. Der Befund eines durch Cerumen verstopften Gehörgangs wird »Cerumen obturans« bezeichnet.

2.1.2 Indikationen

Die Entfernung von Cerumen ist dann indiziert, wenn Hörminderungen oder Schmerzen durch Cerumen obturans bestehen und gleichzeitig ein dringlicher Behandlungswunsch des Patienten vorliegt.

2.1.3 Kontraindikationen

vorgeschädigtes Trommelfell (z. B. Trommelfellperforation)

akute Otitis externa

Fieber

Z. n. Otitis media in den letzten 6 Wochen

Z. n. Komplikationen bei früherer Cerumenentfernung

Z. n. Ohroperation

bekannte Gaumenspalte

zusätzliche HNO-Symptome wie Tinnitus oder Schwindel

In den o. g. Fällen sowie bei Kindern wird eine primäre Vorstellung beim HNO-Arzt empfohlen.

2.1.4 Aufklärung

Komplikationen beim Entfernen von Cerumen treten mit 1/100 bis 1/1 000 auf. Allgemeine Komplikationen sind Verletzungen des Gehörgangs mit resultierender Blutung und Infektion sowie Schmerzen und Schwindelgefühl durch die Prozedur. Die Trommelfellperforation gehört zu den selteneren und gleichzeitig gravierenden Komplikationen im Rahmen einer Ohrspülung. In Einzelfällen sind kardiale Nebenwirkungen durch eine starke Vagusreizung beschrieben worden.

2.1.5 Benötigtes Instrumentarium

erweichende Ohrentropfen (Olivenöl oder Ölsäure-Polypeptid-Kondensat, z. B. Cerumenex®)

Otoskop mit Ohrtrichter (⊳ ▶ Abb. 2.1)

große Spritze (z. B. Ohren- oder Blasenspritze; ⊳ ▶ Abb. 2.1)

ggf. kleiner Gummischlauch zum Aufsetzen auf die Spritze

zwei Nierenschalen (⊳ ▶ Abb. 2.1), eine davon gefüllt mit körperwarmem (Leitungs-)Wasser sowie Spritzschutz für den Patienten (z. B. Handtuch)

Abb. 2.1 Beispiel für das benötigte Instrumentarium: Otoskop mit Ohrtrichter (a); große Spritze (b); Nierenschale (c)

2.1.6 Durchführung

Es sollten immer beide Gehörgänge untersucht und verglichen werden.

Grundsätzlich sollte das vermutlich gesunde Ohr zuerst untersucht werden.

Zur Inspektion des Gehörgangs wird die Ohrmuschel nach hinten oben gezogen.

15–30 min vor der Ohrenspülung sollten bei sehr trocken imponierendem Cerumen ggf. erweichende Ohrentropfen appliziert werden.

Die Schulter auf der Seite des zu behandelnden Ohrs wird zum Schutz vor Spritzwasser abdeckt.

Die leere Nierenschale sollte durch den Helfer oder den Patienten unterhalb des Ohrs möglichst dicht an den Hals zum Auffangen des Wassers gehalten werden.

Körperwarmes (!) Wasser wird z. B. mithilfe einer Ohrenspritze in den Gehörgang eingebracht (⊳ ▶ Abb. 2.2).

Ein zu starker Druckaufbau ist zu vermeiden. Der Wasserstrahl sollte nicht direkt auf das Trommelfell, sondern auf die hintere Gehörgangswand gerichtet werden.

Die Prozedur sollte wiederholt und mit dem Otoskop kontrolliert werden.

Abb. 2.2 Ansetzen der Ohrenspritze

2.1.7 Nachsorge

Nach der Spülung sollte eine otoskopische Kontrolle zum Ausschluss von Verletzungen erfolgen.

2.1.8 Tipps und Tricks

Beim Otoskopieren sollte der Untersucher darauf achten, mit den Fingern der das Otoskop haltenden Hand einen Abstand zwischen dem Otoskop und dem Kopf des Patienten einzuhalten, um bei plötzlichen Bewegungen des Kopfes das Trommelfell nicht versehentlich mit dem Otoskop zu beschädigen (⊳ ▶ Abb. 2.3).

Bei der Ohrspülung selbst kann der Patient den Kopf gegen eine Kopfstütze (Wand) drücken, um unerwartete ruckartige Bewegungen und deren mögliche Folgen abzuwenden.

In weniger akuten Fällen kann zunächst eine Erweichung des Cerumens mit entsprechenden Tropfen (Olivenöl oder Ölsäure-Polypeptid-Kondensat, z. B. Cerumenex®) über 5 Tage versucht werden.

Bei wiederholten Problemen mit Cerumen kann präventiv regelmäßig Olivenöl angewendet werden.

Abb. 2.3 Abstandhalten zum Schutz des Ohrs vor unerwarteten Bewegungen

2.1.9 Umgang mit Komplikationen

Falls der Patient Schmerzen während der Spülung angibt, sollte die Prozedur beendet und an den HNO-Kollegen verwiesen werden. Cerumen obturans ist kein Notfall!

Bei einer leicht blutenden Gehörgangsverletzung kann ein Salbenstreifen mit Dexpanthenol (z. B. Bepanthen®), mit Prednisolon (z. B. Linola®-H-Fett N Creme) oder Flupredniden (z. B. Decoderm® Creme) bis zum nächsten Tag eingelegt werden. Dieser hält den Gehörgang offen und komprimiert meist ausreichend die Blutungsquelle. Wenn dies nicht ausreicht oder wenn Zweifel bestehen, sollte der Fachkollege hinzugezogen werden.

Tritt nach der Ohrspülung Schwindel auf, muss der Patient zunächst beobachtet werden.

Der Patient sollte sehr zeitnah beim HNO-Arzt vorstellig werden bei:

Trommelfellperforation (Vermeidung eines späteren operativen Eingriffs durch eine zeitnah durchgeführte Trommelfellschienung in einer HNO-Praxis/-Klinik!)

Hörverschlechterung nach Ohrspülung (Ausschluss einer Trommelfellperforation oder einer Gehörknöchelchenluxation)

2.1.10 Weiterführende Literatur

[5] Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin. DEGAM-Leitlinie Nr. 7 »Ohrenschmerzen«. S2k-Leitlinie. Stand: November 2014. www.degam.de/files/Inhalte/Leitlinien-Inhalte/Dokumente/DEGAM-S3-Leitlinien/LL-07_Ohrenschmerzen_Langfassung_20141222.pdf (letzter Zugriff: 06.06.2016).

[6] Kruschinski C, Schmiemann G. Art und Häufigkeit von Komplikationen bei der Entfernung von Cerumen: eine systematische Literaturübersicht. ZFA 2010; 86: 236–9.

2.2  Lagerungsübungen beim benignen paroxysmalen Lagerungsschwindel

Elisabeth Flum

2.2.1 Hintergrund

Schwindel ist ein sehr häufiger Beratungsanlass in der Hausarztpraxis. Für die Diagnosestellung von zentraler Bedeutung ist die Unterscheidung in »systematischen« (gerichteten) und »unsystematischen« (ungerichteten, diffusen) Schwindel.

Zum systematischen Schwindel gehören typischerweise der Drehschwindel, der Schwankschwindel und der Liftschwindel. Der benigne paroxysmale Lagerungsschwindel (BPLS) ist eine der häufigsten Ursachen eines systematischen Schwindels. Pathogenetisch wird das Kupulolithiasis-Modell nach Schuknecht als Ursache postuliert, wobei traumatisch oder degenerativ gelöste Partikel des Utrikulusotolithen der Cupula in den Bogengang gelangen. Die Partikel können dabei das Lumen des Bogengangs verlegen (Kanalolithiasis) und bei Lageänderung einen Sog in dem Bogengang ausüben. Überwiegend ist dabei der posteriore Bogengang betroffen. In der Anamnese berichten die betroffenen Patienten typischerweise über durch Kopflageänderungen (z. B. Hinlegen, Umdrehen in liegender Position, Bücken, Aufrichten, Kopfreklination) ausgelöste Drehschwindelattacken. Der Schwindel beginnt mit kurzer Latenz zur auslösenden Bewegung und hält Sekunden bis max. eine Minute an. Charakteristisch ist dabei ein Crescendo-Decrescendo-artiger Verlauf. Das erste Auftreten wird häufig morgens beschrieben. Begleitend zu den Schwindelattacken können vegetative Begleiterscheinungen wie z. B. starke Übelkeit auftreten. Weitere neurologische Symptome bestehen typischerweise nicht.

2.2.2 Indikation

Lagerungsübungen sind bei Vorliegen eines benignen paroxysmalen Lagerungsschwindels indiziert.

2.2.3 Kontraindikationen

Der Arzt muss vor Durchführung der diagnostischen und therapeutischen Übungen beurteilen, ob bei dem Patienten ggf. Kontraindikationen wie z. B. Grunderkrankungen mit eingeschränkter Mobilität oder ein reduzierter Allgemeinzustand vorliegen.

2.2.4 Aufklärung

Der Patient muss darüber aufgeklärt werden, dass durch die Lagerungsübungen Schwindel und ggf. vegetative Begleitsymptome wie z. B. Übelkeit und Erbrechen provoziert werden.

2.2.5 Benötigtes Instrumentarium

Untersuchungsliege

ggf. Frenzel-Brille zur besseren diagnostischen Beurteilung eines Nystagmus

2.2.6 Durchführung

2.2.6.1 Diagnostik: Dix-Hallpike-Manöver

Die Diagnose BPLS wird über eine ausführliche Anamnese und eine gründliche körperliche Untersuchung gestellt. Das Dix-Hallpike-Manöver (⊳ ▶ Abb. 2.4) stellt die klassische diagnostische Lagerungsprobe beim BPLS dar. Durch die Symptome (Auftreten der Schwindelattacke ggf. mit vegetativen Begleitsymptomen und des typischen lateralen Nystagmus mit rotierender Komponente zum betroffenen Ohr hin) wird festgestellt, welche Seite betroffen ist. Auf eine weiterführende apparative Diagnostik kann bei typischer Anamnese und eindeutigem klinischem Untersuchungsbefund verzichtet werden.

Abb. 2.4 Dix-Hallpike-Manöver für das rechte Ohr

2.2.6.2 Therapie: Lagerungsübungen

Es stehen mehrere Lagerungsübungen zur Therapie des BPLS des posterioren Bogengangs zur Verfügung, deren Wirksamkeit durch verschiedene Studien und Metaanalysen belegt ist. Ziel der wiederholten Durchführung der Übungen durch den Patienten ist eine Abschwächung der Symptome im weiteren Krankheitsverlauf. Alle Manöver sind für die Selbstbehandlung durch den Patienten geeignet. Die Lagerungsmanöver sollen eigenständig von dem Patienten 3-mal täglich 3-mal hintereinander durchgeführt werden. Bis zu 90 % der Patienten sind nach einer Woche Selbstbehandlung beschwerdefrei.

Eine medikamentöse Therapie ist bei BPLS nicht indiziert.

Epley-Manöver Kopf- und Rumpfrotation des liegenden Patienten werden in leichter Kopfreklination durchgeführt (⊳ ▶ Abb. 2.5). Nach der dritten angeleiteten Lagerung sind bis zu 98 % der Patienten beschwerdefrei.

Abb. 2.5 Epley-Manöver für das rechte Ohr

Das Epley-Manöver ist v. a. für bewegungseingeschränkte oder adipöse Patien ten geeignet. Für die Selbstbehandlung empfiehlt sich die Verwendung eines Kissens, das für eine erleichterte Kopfreklination unter die Schultern platziert wird.

Semont-Manöver Die Lagerung des Patienten wird mit nach 45 Grad zur nicht betroffenen Seite rotiertem Kopf durchgeführt. Der Patient muss sich aus liegender Position um 180 Grad auf die andere Seite lagern (⊳ ▶ Abb. 2.6). Auch hier sind bis zu 98 % der Patienten nach mehrmaliger angeleiteter Durchführung beschwerdefrei.

Abb. 2.6 Semont-Manöver für das rechte Ohr

Das Semont-Manöver wird für Patienten mit Schulter-Nacken-Beschwerden empfohlen.

Brandt-Daroff-Manöver Die Lagerung des Patienten erfolgt ähnlich wie beim Semont-Manöver, ist jedoch einfacher durchzuführen, da der Kopf während der Übung nicht rotiert wird (⊳ ▶ Abb. 2.7). Die Erfolgsrate scheint hierbei etwas geringer im Vergleich zu den anderen Lagerungsübungen zu sein.

Abb. 2.7 Brandt-Daroff-Manöver

Das von allen Übungen am einfachsten zu erlernende Brandt-Daroff-Manöver ist für Patienten geeignet, die Schwierigkeiten haben, komplexere Bewegungsabfolgen mit Kopfrotation korrekt auszuführen.

2.2.7 Nachsorge

Es empfiehlt sich den Patienten zur Verlaufskontrolle wieder einzubestellen, um die korrekte Durchführung der Lagerungsübungen sowie den Therapieerfolg zu kontrollieren.

2.2.8 Tipps und Tricks