Produktfotografie
Praktische Anleitungen zu Technik, Licht, Requisiten und Setaufbau
Professionelle Fotos – auch mit einfachem Equipment
Wolfgang Rottmann
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek
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Daten sind im Internet über <http://dnb.d-nb.de> abrufbar.
ISBN 978-3-7475-0433-8
1. Auflage 2022
www.mitp.de
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Telefax: +49 7953 / 7189 - 082
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Lektorat: Katja Völpel
Sprachkorrektorat: Petra Heubach-Erdmann
Covergestaltung: Christian Kalkert
Coverfotos: Wolfgang Rottmann
Satz: Petra Kleinwegen
Datenkonvertierung: CPI books GmbH, Leck
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INHALT | 5
Inhalt
Übersicht der Produktfotos
8
Einleitung
11
Kapitel1
Das Produkt
13
1.1 Fotografie platziert das Produkt im Markt
15
1.2 Finde den Fehler – jeder Fehler ist eine Chance
17
1.3 Mehrwert durch Emotion!
19
1.4 So wird das Produkt vermarktet
21
Kapitel2
Technik
23
2.1 Aller Anfang ist leicht
25
2.2 So ist das mit der Tiefenschärfe
29
2.3 Was der ISO-Wert bewirkt
33
2.4 Brennweiten in der Produktfotografie
35
2.5 Die Farbtemperatur
37
2.6 Das magische Rad
39
2.7 Die Ausrüstung
41
2.8 Was Sie sonst noch brauchen
43
6 | INHALT
Inhalt
Kapitel3
Licht ist alles
45
3.1 Hauptlicht und Aufheller
47
3.2 Aufheller und Reflektoren als kleine Helfer …
49
3.3 Hartes und weiches Licht
51
3.4 Unterschiedliche Mittel – ähnliches Ergebnis?
53
3.5 Die universelle Softbox Marke Eigenbau
57
Kapitel4
Produktfotografie in der Praxis
59
4.1 Packshot Bierflasche und Bierglas
61
4.2 Kauzen, Mood-Aufnahme
65
4.3 Digitalradio
69
4.4 Rote Schuhe
73
4.5 Weiße Schuhe
77
4.6 Rumult Bavarian Rum 1
81
4.7 Rumult Bavarian Rum 2
85
4.8 Rumult Bavarian Rum 3, Social Media
89
4.9 Lupenaufnahme
93
4.10 Lupenaufnahme bunt
97
4.11 Lesesteine
101
4.12 Spritzige Dose
105
4.13 Schwarze Bierdose
109
4.14 Armbanduhr
113
4.15 Detailaufnahme Zifferblatt
117
4.16 Damaszenermesser
121
4.17 Goldener Ring
125
4.18 Akkuschrauber
131
4.19 Fliegender Akku-Kompressor
135
4.20 Bodo Cola-Mix
139
INHALT | 7
Inhalt
6 | INHALT
4.21 Philips
®
-Rasierer
143
4.22 Kaffeebecher
147
4.23 Teddy Brownie
153
4.24 Eine Seife namens Paul
157
4.25 Chiemsee Liebe
161
4.26 Chiemsee Liebe 2
165
4.27 Schokoladenkekse dunkel
169
4.28 Schokoladenkekse hell
173
4.29 Krustenbrot
177
4.30 Olivencreme
181
4.31 Parfümflasche
185
4.32 Lippenstifte
189
Index
192
8 | ÜBERSICHT DER PRODUKTFOTOS
S. 61S. 73
S. 65
S. 69
S. 77S. 81S. 85
S. 89
S. 93S. 97S. 101S. 105
S. 109S. 113S. 117S. 121
ÜBERSICHT DER PRODUKTFOTOS
ÜBERSICHT DER PRODUKTFOTOS | 9
S. 125S. 131
S. 135
S. 139
S. 143
S. 147S. 153S. 157
S. 161S. 165S. 169S. 173
S. 177S. 181S. 185S. 189
10 | EINLEITUNG
Sie haben dieses Buch gekauft, weil Sie ein Produkt
für Vertrieb oder Marketing fotografieren möchten oder Sie sind
Fotograf und möchten das Produkt für einen Kunden fotografieren.
Sie haben die richtige Wahl getroffen.
Dieses Buch richtet sich an Anfänger, Fortgeschrittene und auch an professionelle Fotografen.
Es gibt Ihnen Tipps, Dinge besser zu verstehen oder auch Ihrer Kreativität mehr Spielraum zu
geben. Ich zeige Ihnen Bilder, die aus einem professionellen Studioumfeld stammen. Ich
erkläre aber auch, wie diese mit einfacheren Mitteln zu realisieren sind.
Einleitung
EINLEITUNG | 11
Warum schreibe ich eigentlich dieses Buch? In vielen Fotokursen,
die ich schon gegeben habe, wurde mir immer wieder die Fra-
ge gestellt, warum ich nicht über Produktfotografie ein Buch
schreibe. Meist antwortete ich mit dem Hinweis, dass es schon
genug Literatur darüber gibt. Leider konnte ich aus vielen Büchern,
die mir einfielen, nur bestimmte Kapitel nennen, die ich unbedingt
empfahl.
Ein zusammenfassendes Buch, das alle empfohlenen Kapitel ver-
einte, gab es jedoch nicht. Es wurde Zeit, selbst an die Sache ran-
zugehen und ein umfangreiches Werk über meine tägliche Arbeit
zu schreiben. Ich vereine hier alles, was ich über viele Jahre gelernt
und im Studio, oft in verzweifelnden Stunden, probiert habe, bis es
endlich so, wie ich mir das vorstellte, geklappt hat.
Jetzt ist es an der Zeit, meine Erfahrungen weiterzugeben, damit
nicht unzählige Menschen verzweifeln, wenn sie Produkte fotogra-
fieren und es nicht so gelingt, wie sie es sich vorstellen. Ich habe
auch gelernt, dass viele Fotografen nicht bereit sind, ihre Erfahrun-
gen weiterzugeben, und diese verheimlichen. Sie sehen diese als
ihr besonders Gut an, das sie auf dem Markt einzigartig macht.
Doch das ist, denke ich, der falsche Weg.
Wissen soll man nicht »bunkern«, sondern mindestens einmal im
Leben aufschreiben. Viele gute Ideen sind schon verloren gegan-
gen, weil niemand die Muße hatte, diese zu notieren. Das soll mir
nicht passieren.
Ich möchte Ihnen Anleitung geben und zeigen, wie leicht es ist, ein
gutes Bildmaterial zu liefern und, wenn Sie es möchten, auch da-
mit Geld zu verdienen. Sei es für Ihren eigenen Shop oder einen
Katalog oder nur, weil Sie an der Fotografie Freude haben.
Dieses Buch soll Sie auch ein wenig mit dem »Fotovirus« infizieren,
dem ich seit vielen Jahren auch verfallen bin. Produktbilder können
in vielerlei Hinsicht unseren Geist beflügeln und Stimmungen sowie
Gefühle vermitteln. Sie helfen auch dabei, Produkte richtig wahrzu-
nehmen, und lenken unser Sehen auf wundervolle Weise dazu,
Dinge neu und ganz anders zu erfahren. Sie sehen schon, Pro-
duktfotografie ist eine Liebe, die auch ganz gefährlich ist – denn sie
lässt Sie, sind Sie einmal damit infiziert, nicht mehr los.
Nehmen Sie dieses Buch nicht zu ernst! Stets sind die Beispiele in
diesem Buch nur ein Vorschlag und sollen Ihnen vermitteln, was
möglich wäre. Denken Sie aber weiter und probieren Sie neue
Sachen aus. Denn nur so können Sie Ihren ganz eigenen Stil entwi-
ckeln, der Ihre künftigen Bilder prägen wird.
Also lassen Sie uns darangehen, in die Welt der Produktfotografie
einzutauchen. Ich hoffe, Ihnen bereitet das Buch viel Freude.
Wolfgang Rottmann
KAPITEL1
Das Produkt
1.1 Fotografie platziert das Produkt im Markt
15
1.2 Finde den Fehler – jeder Fehler ist eine Chance
17
1.3 Mehrwert durch Emotion!
19
1.4 So wird das Produkt vermarktet
21
14 |KAPITEL 1 – DAS PRODUKT
Produkt A
+ gute Fotografie
+ Vorteile werden gut durch
Bilder präsentiert
+ viel Raum für Texte in
den Bildern
– grelle Farben in
den Bildern
– Vorteil A ist nicht
berücksichtigt
– keine Anwendungsbilder
Produkt B
+ attraktive Person präsentiert
das Produkt
+ sehr schöne Farben
+ Präsentation sehr
hochwertig
– zu wenig Detailbilder
– keine durchgehende
Farbigkeit
– Bilder zu gering aufgelöst
– Ausschnitte zu klein, das
Produkt kann nicht gut
erfasst werden
Mein Produkt
+ ________________________________
+ ________________________________
+ ________________________________
+ ________________________________
+ ________________________________
+ ________________________________
Vergleichen Sie die Produkte, die bereits am Markt sind, und fin-
den Sie gemeinsam mit dem Kunden heraus, was diese gut und
was diese schlecht gemacht haben.
FOTOGRAFIE PLATZIERT DAS PRODUKT IM MARKT 1.1 | 15
1.1FOTOGRAFIE PLATZIERT DAS PRODUKT IM MARKT
Sie haben dieses Buch gekauft, um mehr darüber zu erfahren, wie
man Produkte fotografiert. Doch viel wichtiger ist es zuerst einmal,
das Produkt, das Sie fotografieren möchten, zu verstehen. Neh-
men wir an, Sie haben ein Produkt von einem Kunden erhalten und
sollen ein paar Packshots (neutrale Darstellung auf weißem Hinter-
grund, siehe Seite 61) und ein Mood-Bild (Stimmungsaufnahme,
siehe Seite 65) machen. Jetzt liegt es schon zum Teil an Ihnen, ob
sich das Produkt verkaufen wird oder nicht. Ja tatsächlich, sollte
das Produkt sich nicht so verkaufen wie gewünscht, obwohl es alle
Kriterien für einen Verkaufserfolg hat, kann ein schlechtes oder fal-
sches Bild dafür sorgen, dass es nicht im Markt einschlägt.
Doch wie können Sie das von vornherein vermeiden? Setzen Sie
sich mit Ihrem Kunden an den Tisch und gehen Sie gemeinsam mit
ihm die bereits am Markt platzierten Produkte durch und schauen
Sie sich an, wie diese Anbieter ihre Bilder gestaltet haben. Ich habe
einen Goldschmied, für den ich seit Jahren viele wunderschöne
Ringe fotografiert habe. Wir haben am Anfang festgelegt, dass alle
unsere Ringe auf Schwarz fotografiert werden, weil alle anderen
Ringe auf einem weißem Grund fotografiert sind. Dies hat zur Fol-
ge, dass die Fotos unserer Ringe jetzt besonders auffallen und
ganz anders sind als die Fotos der Mitanbieter. Und genau das ist
es! Finden Sie heraus, was die anderen machen, stellen Sie Ihr
Produkt gegenüber und lassen Sie sich einen völlig neuen Weg
einfallen. Ist alles blau, machen Sie es gelb, ist alles rustikal, ma-
chen Sie es bling-bling usw. Nur dann können Sie in einem gesät-
tigten Markt auffallen.
Hören Sie genau zu, was Ihr Kunde sagt.
Lassen Sie Ihren Kunden sprechen und hören Sie zu! Geben Sie
Ihren Kunden genug Zeit, alle Vor- und viel wichtiger Nachteile des
Produkts zu schildern. Wenn Sie die Nachteile des Produkts ken-
nen, können Sie keinen Fehler in der Präsentation machen. Sollte
die Sohle des Schuhs nicht gut sein, liegt es an Ihnen, dieses Man-
ko zu verstecken und das Produkt mehr von oben zu fotografieren.
Es ist Ihr Job und es gehört zum Produktfotografen einfach dazu,
mitzudenken, und wenn es nicht klappt mit dem Produkt, tragen
auch Sie eine Mitschuld!
16 |KAPITEL 1 – DAS PRODUKT
FINDE DEN FEHLER – JEDER FEHLER IST EINE CHANCE 1.2 | 17
1.2FINDE DEN FEHLER – JEDER FEHLER IST EINE CHANCE
Checkliste:
bHabe ich meinem Kunden meine Fotoidee richtig präsentiert?
bHaben er und alle Entscheider die Idee richtig verstanden?
bSpiegelt meine Probeaufnahme (oder Skizze) das eigentliche Ziel gut wider?
bAuf was hat mich der Kunde hingewiesen?
bHabe ich seine Kritikpunkte entkräften können oder gut genug einfließen lassen?
bHabe ich den Kunden auf Mehrkosten hingewiesen, um seine Ideen umsetzen zu können,
damit er diese im Budget berücksichtigen kann?
Sie haben mit Ihren Kunden einen Weg gefunden, Ihr Produkt im
Markt zu positionieren. Jetzt beginnen Sie damit, eine Probe auf-
nahme zu machen, bevor die Kampagne startet. Geben Sie sich
dabei Mühe, aber machen Sie nicht zu viel Aufwand. Dieses Bild
dient nur der Veranschaulichung der Darstellung. Zeigen Sie Ihren
Kunden, wie Sie sich das Ganze vorgestellt haben, und nehmen
Sie ihn mit. Es gibt viele Fotografen, die ständig Kunden verlieren
und immer auf der Suche nach neuen Kunden sind. Ich stelle im-
mer wieder fest, dass es bei diesen Fotografen meist daran liegt,
dass sie nicht gut oder nicht genügend mit ihrem Kunden kommu-
nizieren. Diese fehlende Kommunikation sorgt meist dafür, dass
eine langfristige Zusammenarbeit scheitert. Wenn Sie genau schil-
dern, was Sie machen werden und welches Bildmaterial der
Kunde zu erwarten hat, dann gibt es für beide Seiten keine Überra-
schungen. Das Wichtigste ist, Ihren Kunden über Jahre zufrieden
zu stellen. Das heißt aber auch, dass Sie die Verantwortung immer
mittragen müssen.
Wenn Sie die Probeaufnahme gemacht haben, senden Sie diese
Ihrem Kunden und sprechen Sie mit ihm ab, ob das eine mögliche
Richtung ist. Doch jetzt kommt’s! Höhren Sie jetzt genau zu, wel-
che Fehler oder welchen Kritikpunkt der Kunde findet, und neh-
men Sie diese ernst! Er kennt sein Produkt und er verkauft es und
hat meist auch ein gutes Gefühl für den Endverbraucher und den
Markt. Fehler, die Sie hier finden, sind Ihr größtes Geschenk. Das
hilft Ihnen, künftig die perfekten Bilder für Ihren Kunden zu ge-
stalten.
Schreiben Sie die Kommentare des Kunden mit und versuchen
Sie, alles zu berücksichtigen. Oft kommt es aber auch dazu, dass
Wünsche geäußert werden, die nur mit viel Aufwand umsetzbar
sind. Geben Sie Ihrem Kunden gleich zu verstehen, dass diese Art
der Fotografie mit größeren Mehrkosten verbunden ist und eventu-
ell das Budget sprengen könnte. Sprechen Sie solche Dinge im-
mer gleich an und vermeiden Sie es, sie zu verschweigen. Nur so
können Sie das Vertrauen Ihres Kunden dauerhaft gewinnen.
Verzweifeln Sie nicht, wenn Ihrem Kunden der Vorschlag
gar nicht gefällt. Wenn das so ist, dann haben Sie meist
nicht richtig zugehört!
18 |KAPITEL 1 – DAS PRODUKT
MEHRWERT DURCH EMOTION! 1.3 | 19
1.3MEHRWERT DURCH EMOTION!
Checkliste:
bSticht meine Fotografie aus dem Markt der übrigen Bilder heraus?
bErwirkt dieses Bild beim Betrachter einen emotionalen Mehrwert?
bIst meine Lösung kreativ genug oder sollte ich das Konzept noch einmal überdenken?
bWas empfinden andere beim Betrachten des Bildes?
bStimmen diese mit meinen eigenen Ideen überein?
Gute Gefühle vermitteln einen Mehrwert für Ihr Produkt! »Bei die-
sem Anbieter habe ich ein besseres Gefühl.« Diesen Satz höre ich
immer wieder. Doch wo kommt dieses gute Gefühl her? Ich kann
es Ihnen sagen, zu einem großen Teil aus dem professionellen Bild-
material, das das Produkt so platziert, dass es den größtmögli-
chen emotio nalen Nutzen für das Unternehmen hat.
Nehmen wir mal an, Sie haben ein Produkt und dieses gibt es im
Markt bereits bei vielen Anbietern in völlig gleicher Art. Jetzt liegt es
an Ihnen, einen emotionalen Mehrwert zu schaffen, um für dieses
Produkt ein zusätzliches Verkaufsargument zu schaffen. Dieses
Argument wird dazu führen, dass sich Ihr Produkt im Markt besser
absetzen wird.
»Ich liebe mein Produkt weil, ...«, und schon haben Sie einen emo-
tionalen Mehrwert. Jetzt kommen Sie als Fotograf ins Spiel und
jetzt müssen Sie mit Ihrem Bild auch diesem Mehrwert Rechnung
tragen. Diese Liebe zum Produkt muss sichtbar werden und sich
im Bild wiederfinden. Nur so kann die Fotografie ein Multiplikator
für das Produkt werden. Nein, es reicht nicht, wenn Sie das Pro-
dukt jetzt so foto grafieren, wie Sie es immer getan haben! Werden
Sie kreativ und nehmen Sie sich viel Zeit zum Überlegen. Jetzt
müssen Sie als Produktfotograf Ihren Teil zum Gelingen beitragen.
Also zeigen Sie den Kunden, was Sie unter Liebe zum Produkt ver-
stehen.
Das ist die Hauptaufgabe eines jeden Produktfotografen.
Die Ideen der Werbeagentur oder des Kunden zu beflü-
geln und in eine gute Bildsprache umzusetzen. Werden
Sie kreativ!
Kreativität ist manipulierbar – das Stichwort ist Inspiration! Fangen
Sie an, sich mit dem Produkt auseinanderzusetzen, und entde-
cken Sie den Mehrwert. Auch wenn Sie persönlich nicht viel von
dem Produkt halten, das spielt keine Rolle! Legen Sie das beiseite
und konzentrieren Sie sich primär auf Ihre Aufgabe. Es ist Ihr Job,
das Beste aus dem Produkt herauszuholen, und nicht, es abzu-
werten. Also gehen Sie unvoreingenommen an die Sache heran
und geben Sie Ihr Bestes!
20 |KAPITEL 1 – DAS PRODUKT