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Projekte zu managen ist nicht nur eine administrative Aufgabe sondern hat viel mit der Interaktion der beteiligten Menschen und den inneren Bildern, bewusst und unbewusst, der Projektteilnehmer zu tun. Dabei können gerade die unbewussten Bilder sowohl förderlich als auch hinderlich sein und dabei eine starke Wirkung entfalten, deren Ursache man aber nicht greifen kann. Wie Lucas Derks, der Entdecker des Mentalen Raums, sinngemäß sagte: "Wir machen das Unichtbare sichtbar." Das Projekt-Panorama schafft neue Wahrnehmungsmöglichkeiten, die unbewusste Einflussfaktoren auf den Projektverlauf und den Projekterfolg erkennbar werden lassen.
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Veröffentlichungsjahr: 2026
Danksagung
Dank an meine Frau Katja, die mich zuerst auf die Arbeiten von Dr. Lucas A.C. Derks hingewiesen hat und so die Beschäftigung mit dem Sozialen Panorama und dem mentalen Raum in Gang gesetzt hat, an Lucas Derks, der mich mit seinen Hinweisen zum mentalen Raum auf die Idee gebracht hat, die Erkenntnisse über den mentalen Raum auf Projekte anzuwenden und an die vielen Projektmanager und -mitarbeiter, die ich im Laufe meines Berufslebens kennenlernen durfte. Die Erfahrungen von und mit ihnen sind ein wesentlicher Bestandteil dessen, was in dieses Buch eingeflossen ist.
Ulrich Moser
© 2026 Ulrich Moser
Verlagslabel: Society for Mental Space Psychology, www.somsp.comDruck und Distribution im Auftrag des Autors:
tredition GmbH, Heinz-Beusen-Stieg 5, 22926 Ahrensburg, Deutschland
Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Für die Inhalte ist der Autor verantwortlich. Jede Verwertung ist ohne seine Zustimmung unzulässig. Die Publikation und Verbreitung erfolgen im Auftrag des Autors, zu erreichen unter: Ulrich Moser, Schlossstraße 7, 78244 Gottmadingen, Germany.
Das Titelbild wurde mit Grok generiert und durch den Autor bearbeitet.Kontaktadresse nach EU-Produktsicherheitsverordnung: [email protected]
Vorwort
Als erfahrener Projekt Coach, weiß Ulrich genau, das dicke Bücher, auch wenn gut geschrieben, eher ein Zusammenarbeiten belasten als erleichtern. Die psychologische Realität von räumlichen Repräsentationen, die notwendig das Fundament einer zukunftsorientierten Kooperation ausmachen, ist aber eine komplexe Sache. Sozialwissenschaftler können leicht darüber Tausende von Seiten produzieren.
Spannend… aber sinnlos für die praktische Anwendung in konkreten Arbeitssituationen.
Es muss also kompakt und klein sein. Und das ist die Kraft dieses Buches.
Es gibt keine langen und dramatischen Beispiele und persönliche Erfahrungsberichte. Der Leser wird nicht unnötig unterhalten, verführt, überzeugt, herausgefordert, getestet, mitgeschleppt oder provoziert. Nichts von all dem.
Wer die Ruhe und Zeit findet, um diese Seiten zu lesen, weiß Bescheid, worum es geht. Es geht hier um alles, was normalerweise unbesprochen bleibt, oder nur in ganz allgemeinen Formulierungen angedeutet wird:
“Die verschiedenen Vorstellungen, die die an einem Projekt beteiligten Personen haben, können von großem Einfluss sein auf den Erfolg.”
So einen Satz versteht jeder und man kann dem auch leicht zustimmen. Natürlich ist das so. Aber in diesem Buch geht es genau darum, was man tun kann, um solche störende und oft implizite Differenzen zu harmonisieren. Wie man sie greifbar macht, aber nicht nur in Wörtern benennt, sondern als bewusstgemachte dreidimensionale Vorstellungen entdecken kann. Dazu kommt ein schrittweise und konkrete Methode, um diese Bilder an passendere Orte zu verschieben. Dadurch wird das fast Ungreifbare erfassbar und machbar.
Vor sieben Jahren redete Ulrich Moser schon über das Projekt Panorama. Immer in wenigen Wörtern. Es waren aber immer die richtigen Wörter. Entdecken sie das gerne selbst.
Dr. Lucas A. C. Derks
Einleitung – Oder wenn das Ziel zur No-Go-Area wird
„Die Deadline für das Projekt ist der 31.8. Die müssen wir in jedem Fall halten, denn das Produkt soll Mitte September auf der Messe vorgestellt werden, denn wir wollen die ersten sein, die so eine Funktion anbieten.“
Dies waren so ziemlich die ersten Worte nach der Begrüßung, die ich von dem Projektleiter zu hören bekam, als ich 2001 als Projekt-Coach zur Rettung eines Projekts in einer großen Bank kam. An der Mimik des Projektleiters konnte ich sehen, wie viel Unbehagen ihm die Gedanken verursachten, die zu dieser Aussage führten.
Was war hier passiert? Betrachten wir die Aussage einmal etwas näher.
Da gibt es also eine Deadline. Bei diesem Begriff kommen bei mir Bilder der ehemaligen innerdeutschen Grenze mit dem Todesstreifen (Minen, Selbstschussanlagen, Wachtürme), die sich mir eingeprägt haben, als wir 1975 auf Abiturabschlussfahrt nach Berlin waren. Da will ich bestimmt nicht hin. Und für den Projektleiter, einen gebürtigen Kolumbianer, rief das Wort auch keine positiven Assoziationen hervor, denn bei diesem Wort veränderte sich seine Mimik und sein Gesicht schien für einen Moment eingefroren. Ich vermutete ähnliche Assoziationen, wie ich sie hatte, als ich mich mit dem Begriff etwas intensiver befasste. Allerdings waren seine Assoziationen noch wesentlich realer, wie ich einige Tage später erfahren sollte. Als gebürtiger Kolumbianer war er dort während des Bürgerkriegs aufgewachsen und kannte so aus eigener Erfahrung die No-Go-Zonen in seinem Heimatland, in denen man seines Lebens nicht sicher war und aus denen viele nicht zurückgekehrt sind. Also war das „muss“ im nächsten Satznicht nur aus terminlicher Sicht folgerichtig, sondern gab perfekt den Druck wieder, den er spürte. Mit den entsprechenden negativen Gefühlen fehlten dann auch die lösungsorientierten Ideen, um das Projekt zu einem Erfolg führen zu können.
In der Folge habe ich immer wieder in eigenen Projekten und solchen, die ich beraten habe, ähnliche Erfahrungen gemacht. Wir benutzen unbewusst viele Wörter und Bilder, die mit negativen Assoziationen verbunden sind, z.B. der Meilenstein, der über mir schwebt1, oder der Steuerungsausschuss, der mir im Nacken sitzt. Die Folge sind negative Emotionen, die uns in einen schlechten Zustand versetzen, und wer kann schon in einem schlechten Zustand kreativ und lösungsorientiert arbeiten.
Das Soziale Panorama
Im Jahr 2016 ist mir während meiner NLP Master-Ausbildung zum ersten Mal der Begriff und das Modell des Sozialen Panoramas begegnet und ich beschloss über dieses Thema und seinen Urheber meine Master-Modelling-Arbeit zu schreiben.
Das Soziale Panorama wurde in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts von Lucas A.C. Derks entwickelt. Bei den Klienten, die in seine psychologische Beratung kamen, stellte Lucas Derks immer wieder fest, dass sie, wenn sie von sozialen Beziehungen redeten, die Bilder der Menschen, um die es sich handelte, in einem dreidimensionalen virtuellen Raum um sich herum visualisierten. Zum Beispiel wurde ein Vorgesetzter, mit dem sich der Klient wiederholt in Konfrontation befand, größer, frontal vor der eigenen Position, in geringem Abstand (max. 2-3 m) und mit Blick auf den Klienten visualisiert. Auch in unserer Sprache benutzen wir vielfach Ortsangaben, um die sozialen Beziehungen zu unseren Mitmenschen zu charakterisieren. So ist es uns zum Beispiel wichtig, einen geliebten Menschen an unserer Seite zu haben. Auch freut es uns, wenn unser Team hinter uns steht. Wir können aber auch jemandem die kalte Schulter zeigen oder sie oder ihn links liegen lassen. Neben der Position – vorne, hinten, links, rechts – und Entfernung, in der wir ein Bild eines Menschen visualisieren, ist auch die Größe und die Augenhöhe des Bildes in Relation zu unserer eigenen ein wichtiger Faktor, sowie die Richtung, in die das Bild schaut.
Ein weiteres Charakteristikum dieses Raums ist die Tatsache, dass wir immer die Bilder visualisieren, die in dem jeweiligen Kontext relevant sind. So visualisieren wir, wenn wir zu Hause sind, in der Regel die Menschen aus unserem privaten Kontext, und wenn wir an unserem Arbeitsplatz sind, die Kolleginnen und Kollegen, Kunden, Lieferanten usw. Allerdings wechselt der Kontext auch, wenn wir uns mental in einen solchen begeben, also auch z.B., wenn wir im Home Office sitzen und arbeiten. Dann sind wird zwar zu Hause aber mental natürlich im beruflichen Kontext. Man könnte auch sagen, mit dem Kontext wechseln wir den Beobachtungspunkt, vom den aus wir in den Raum hineinschauen, und nehmen damit andere Bilder in unseren Fokus.
Lucas Derks prägte für diese dreidimensionalen Bilder den Begriff → .
