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Ramses II., auch bekannt als Ramses der Große, gilt als einer der bedeutendsten und einflussreichsten Pharaonen der ägyptischen Geschichte. In diesem fesselnden Buch wird das Leben und Vermächtnis dieses außergewöhnlichen Herrschers detailliert dargestellt. Von seinen frühen Jahren und der umfassenden Ausbildung über seine beeindruckenden militärischen Siege bis hin zu seinen monumentalen Bauprojekten - dieses Buch bietet einen tiefen Einblick in die Welt des Pharaos, der Ägypten für immer geprägt hat. Narmer J. Holmes beleuchtet nicht nur die politischen und militärischen Errungenschaften von Ramses II., sondern auch seine Rolle als visionärer Bauherr und geschickter Diplomat. Durch sorgfältige Analyse historischer Quellen und archäologischer Entdeckungen wird das beeindruckende Erbe dieses ewigen Pharaos lebendig. Begleiten Sie Ramses II. auf seiner Reise durch die Jahrhunderte und entdecken Sie die Geheimnisse und Wunder einer der faszinierendsten Epochen der Menschheitsgeschichte. Tauchen Sie ein in die Welt der altägyptischen Kultur und erleben Sie die unvergängliche Faszination eines Herrschers, dessen Einfluss weit über seine Lebenszeit hinausreicht.
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Seitenzahl: 132
Veröffentlichungsjahr: 2024
Narmer J. Holmes
Ramses II.
Der Ewige Pharao
Niemand hat die Landschaft der ägyptischen Geschichte und Kultur so tiefgreifend beeinflusst wie Ramses II., bekannt als Ramses der Große. Sein Erbe hat sich als eine zeitlose Faszination erwiesen, die langlebiger ist als viele Epochen und Kulturen, die ihm folgten. Als eine Persönlichkeit von monumentaler Bedeutung in der altägyptischen Kultur hat Ramses II. nicht nur in seiner eigenen Zeit Spuren hinterlassen, sondern übt auch heute noch eine magische Anziehungskraft aus.
Ramses II., der im 13. Jahrhundert v. Chr. regierte, war der dritte Pharao der 19. Dynastie und regierte Ägypten etwa 66 Jahre lang. Diese lange Regierungszeit erlaubte ihm, ein bleibendes Vermächtnis zu hinterlassen, das ein breites Spektrum an Bereichen umfasst: von monumentalen Bauwerken über militärische Errungenschaften bis hin zur Kunst und Kultur. Er verstand es, seine Taten und seine Erscheinung so zu inszenieren, dass sie über seinen Tod hinaus Bestand hatten. Diese Meisterschaft in der Selbstdarstellung und Öffentlichkeitsarbeit trug wesentlich dazu bei, dass Ramses II. als eine der herausragenden Figuren der Geschichte in Erinnerung blieb.
Eines der auffälligsten Aspekte seines Erbes ist zweifellos der architektonische. Die von Ramses II. in Auftrag gegebenen Bauwerke sind einige der prächtigsten Beispiele ägyptischer Baukunst und spiegeln das immense technische Können und die künstlerische Fertigkeit dieser Epoche wider. Der wohl bekannteste Tempel, der Abu Simbel, ist ein lebendiges Zeugnis seiner Herrlichkeit und seines Machtanspruchs. Die gigantischen Statuen des Pharaos, die in den Fels gemeißelt sind, sollten nicht nur seine Untertanen beeindrucken, sondern auch die Grenzen seines Reiches und darüber hinaus seine Macht demonstrieren.
Der Ramesseum-Komplex auf der Westseite von Theben, das auch als das Herrscherhaus des Millionenjahres bekannt ist, ist ein weiteres Beispiel für die Ambitionen und den religiösen Eifer Ramses II. Es enthält unzählige Reliefs und Inschriften, die seine militärischen Siege und göttlichen Affiliationen feiern. Diese Monumente haben nicht nur dem natürlichen Verfall widerstanden, sondern auch Plünderungen und politischem Wandel, was ihre faszinierende Beständigkeit unterstreicht.
Die religiöse Dimension von Ramses II.'s Erbe kann nicht überschätzt werden. In einer Kultur, in der der Pharao als lebender Gott verehrt wurde, nutzte Ramses II. diese Vorstellung geschickt. Die Darstellung seiner zahlreichen Schlachten gegen die Hethiter, Libyer und andere Feinde in Tempelinschriften und Reliefs festigten seine Position als göttlicher Krieger. Auch die Verehrung seiner Person durch die Errichtung von Tempeln, in denen er neben den Göttern der ägyptischen Pantheon angebetet wurde, zeugt von der engen Verbindung zwischen Religion und Herrschaft in seiner Zeit.
Die Bedeutung von Ramses II. blieb auch nach seinem Tod im kulturellen Gedächtnis des alten Ägyptens erhalten. Er setzte einen Maßstab für spätere Generationen und seine Nachfolger mussten sich oft an den hohen Standards seiner Regentschaft messen lassen. Der Beiname "der Große" ist nicht nur eine posthume Ehrung, sondern auch ein Zeugnis der Anerkennung, die er von seinen Landsleuten und nachfolgenden Generationen erhielt.
Auch Jahrtausende später lebt das Erbe Ramses II. in der modernen Wissenschaft und Populärkultur weiter. Forschungen und archäologische Entdeckungen haben weiterhin das außergewöhnliche Leben und die Errungenschaften dieses Pharaos beleuchtet. Filme, Dokumentationen und andere mediale Darstellungen tragen dazu bei, dass sein Name nicht in Vergessenheit gerät, sondern immer wieder neu entdeckt und verstanden wird.
Zusammengefasst, das historische Erbe von Ramses II. ist wahrlich zeitlos. Von den prächtigen Bauwerken über die militärischen Erfolge bis hin zur bewussten Selbstdarstellung und religiösen Positionierung – jeder dieser Aspekte trägt dazu bei, dass Ramses II. als eine der bedeutendsten und beeindruckendsten Persönlichkeiten der Menschheitsgeschichte gilt. Die beständige Faszination und das anhaltende Interesse an seiner Person und Epoche unterstreichen einmal mehr den außergewöhnlichen Einfluss, den er auf die Weltgeschichte hatte.
Die Erforschung der Geschichte Ramses II. erfordert eine Vielzahl von methodischen Ansätzen und archäologischen Entdeckungen, die über die Jahrhunderte zu einem tiefen Verständnis seiner Regierungszeit und seines Einflusses auf die ägyptische Kultur geführt haben. Diese Methoden kombinieren traditionelle Archäologie, moderne Techniken der Bildverarbeitung und digitale Werkzeuge zur Datenanalyse. Im Folgenden wird auf die verschiedenen Forschungsmethoden und bedeutenden archäologischen Entdeckungen eingegangen, die zur Klärung zahlreicher Aspekte von Ramses' Leben und Regierung beigetragen haben.
1. Traditionelle Archäologie und Feldforschung
Die Fundamentierung der Erkenntnisse über Ramses II. beruht maßgeblich auf traditionellen archäologischen Grabungen. Seit den Anfängen der Archäologie im 19. Jahrhundert haben zahlreiche Expeditionen in Ägypten die Hinterlassenschaften dieser Zeit freigelegt. Eine der frühesten und bis heute bedeutendsten Entdeckungen ist die von Giovanni Battista Belzoni, der 1817 das Grab von Seti I., dem Vater von Ramses II., im Tal der Könige öffnete. Solche Funde bieten unschätzbare Einblicke in die Bestattungstraditionen der damaligen Zeit und die Bedeutung der pharaonischen Ahnenkulturen.
Die Entdeckung der großen Statuen und der prächtigen Tempelanlagen im antiken Theben (heute Luxor und Karnak) durch französische Archäologen unter der Leitung von Jean-François Champollion in den 1820er Jahren legte den Grundstein für das Verständnis der religiösen und politischen Pracht der Regierungszeit von Ramses II. Die großartigen Tempel von Abu Simbel, die von Ramses II. in Nubien errichtet worden waren, wurden in den 1950er und 1960er Jahren durch eine internationale Kampagne unter der Leitung der UNESCO vor den Fluten des Nils gerettet und vollständig versetzt.
2. Epigraphik und Paläografie
Ein wesentliches Element der Forschung ist das Studium der Inschriften, die im gesamten Reich von Ramses II. überliefert sind. Diese Inschriften sind auf Tempelwänden, Obelisken, Statuen und Mumienbinden zu finden und bieten uns wertvolle Informationen über die politischen, religiösen und militärischen Aktivitäten des Pharaos. Der bedeutende Durchbruch in der Entzifferung der Hieroglyphen durch Champollion im Jahr 1822 war ein Meilenstein in der ägyptologischen Forschung und ermöglichte es, die Inschriften aus der Regierungszeit von Ramses II. zu lesen und zu verstehen.
Die detaillierte Analyse dieser Texte liefert Hinweise auf die Propaganda, die Ramses II. betrieb, um seine Heldentaten und seine göttliche Abstammung zu verherrlichen. So können durch die Gegenüberstellung verschiedener Epigrafinhalte Widersprüche und Übertreibungen aufgedeckt werden, die ein kritisches Verständnis seiner Regierungszeit ermöglichen. Forscher wie Kenneth A. Kitchen und Nicolas Grimal haben durch ihre Arbeiten bedeutende Beiträge zur paläografischen Analyse der Ramses-Ära geleistet.
3. Radiokarbon-Datierung und Dendrochronologie
Die Anwendung der Radiokarbon-Datierung ermöglicht es, organisches Material wie Holz und Pflanzenreste aus archäologischen Fundstellen zu bestimmen und präzise historische Zeiträume zuzuordnen. Holzstrukturen, die in den Bauwerken von Ramses II. gefunden wurden, wurden durch Dendrochronologie analysiert, was die Bestimmung des genauen Alters dieser Materialien und somit der Bauwerke selbst ermöglichte.
Diese Analysemethode hat erhebliche Fortschritte in der Datierung der Regierungszeit von Ramses II. gebracht und ermöglicht es uns, seine Herrschaft relativ genau in den Zeitraum von 1279 bis 1213 v. Chr. einzuordnen. Dies unterstützt die Chronologie der herrschenden Dynastien und hilft, historische Ereignisse und klimatische Veränderungen während seiner Amtszeit zu rekonstruieren.
4. Geophysikalische Prospektion und Fernerkundung
Moderne Technologien der geophysikalischen Prospektion und Fernerkundung, einschließlich der Nutzung von Bodenradar (GPR) und Satellitenbildern, haben die archäologische Forschung revolutioniert. Mit diesen Methoden können Forscher antike Strukturen und Artefakte unter der Erdoberfläche aufspüren, ohne invasive Grabungen durchführen zu müssen.
Sensationsfunde wie die Entdeckung einer bisher unbekannten Festung Ramses’ II. in der Nähe von Qantir im östlichen Nildelta wären ohne diese Technologien kaum möglich gewesen. Diese Festung, die mutmaßlich eine bedeutende militärische und administrative Rolle spielte, bietet Einblicke in die Verteidigungsstrategien und die Herrschaftsorganisation des Pharaos.
5. Multidisziplinäre Ansätze
Eine umfassende Forschung über Ramses II. erfordert einen multidisziplinären Ansatz, der Archäologie mit Anthropologie, Kunstgeschichte, Klimatologie und Naturwissenschaften verbindet. Das Studium menschlicher Überreste zum Beispiel ermöglicht uns, Informationen über die Gesundheit, Ernährung und Lebensweise der damaligen ägyptischen Bevölkerung zu gewinnen.
Besonders hervorzuheben ist die Untersuchung der Mumie von Ramses II. Selbst nach Jahrtausenden liefert sie durch moderne bildgebende Verfahren wie CT-Scans und DNA-Analysen neue Erkenntnisse über seine körperliche Verfassung sowie potentielle familiäre Verbindungen und genetische Marker. Untersuchungen wie die von Zahi Hawass getragenen molekulargenetischen Studien bieten tiefere Einblicke in die Abstammung und Verwandtschaftsverhältnisse altägyptischer Herrscher.
Zusammenfassend erschließen die vielfältigen Methoden und Technologien ein facettenreiches Bild der Ära des Ramses II. und ermöglichen ein fundiertes und detailreiches Verständnis seiner Regentschaft. Jede archäologische Entdeckung und jede technologische Neuerung fügen ein weiteres Stück zu diesem historischen Puzzle hinzu und bestätigen die zeitlose Faszination, die von einem der größten Pharaonen Ägyptens ausgeht.
Ramses II., auch bekannt als Ramses der Große, hat nicht nur in der antiken Geschichte Spuren hinterlassen, sondern auch tief in die moderne Populärkultur eingegriffen. Dies verdeutlicht, wie stark die Faszination für diesen Pharao auch Jahrtausende nach seiner Regentschaft weiterhin besteht.
Seit dem 19. Jahrhundert, als die Ägyptologie als wissenschaftliche Disziplin aufkam, hat Ramses II. einen festen Platz in der westlichen Kultur eingenommen. Die Entdeckung seines Grabes und die Wunder seiner Bauprojekte entfachten eine Begeisterung, die bis heute andauert. Einer der frühesten und bekanntesten literarischen Würdenträger von Ramses II. ist Christian Jacq. In seinen fesselnden Romanen über den Pharao kombiniert Jacq historisches Wissen mit erzählerischer Kreativität, was die Leser in die Welt des antiken Ägyptens eintauchen lässt.[1]
Auch das Kino hat Ramses II. mehrfach zum Thema gemacht. So erinnert der monumentale Film “Die Zehn Gebote” (1956) von Cecil B. DeMille, in dem Yul Brynner als Ramses II. auftritt, an die legendäre Flucht der Israeliten aus Ägypten[2]. Dieser Film hat nicht nur das Bild des Pharao nachhaltig geprägt, sondern auch ein großes Publikum erreicht. In neueren Filmen wie "Exodus: Götter und Könige" (2014) wird Ramses II. durch Joel Edgerton dargestellt, wobei moderne Kino-Techniken genutzt werden, um die Pracht und Macht dieser historischen Figur eindrucksvoll zu inszenieren[3].
Auch die Welt der Animation und Comics hat sich den mächtigen Pharao zu Eigen gemacht. In der Zeichentrickserie “Prince of Egypt” (1998) wird Ramses II. als vielschichtiger Charakter dargestellt, der im Spannungsfeld zwischen Pflichtgefühl und persönlichem Verlust navigiert[4]. Diese Darstellung vermittelt jungen Zuschauern die Komplexität historischer Persönlichkeiten und bringt ihnen die ägyptische Kultur auf zugängliche Weise näher.
Darüber hinaus hat Ramses II. in der Musikszene seine Spuren hinterlassen. Ein besonders eindrucksvolles Beispiel ist das Album "Ramses II Is Dead, My Love" (1978) von der deutschen Progressive-Rock-Band "Blaue Maus".[5] Darüber hinaus inspirierte Ramses II. sogar die internationale Opernszene. Die Oper „Aida“ von Giuseppe Verdi setzt das Drama und die Romantik der ägyptischen Königsfamilie, von der Ramses Teil war, grandios in Szene und verleiht der historischen Gestalt eine musikalische Dimension.[6]
Videospiele haben ebenfalls die historische Figur des Ramses II. integriert. In der weltweit beliebten “Civilization”-Serie zeigt sich der Pharao als eine spielbare Anführerfigur, die den Spielern strategische Lektionen und historische Einblicke vermittelt[7]. Daraus ergibt sich eine kleine Bildungsreise durch die interaktive Beschäftigung mit Geschichte, wobei Spieler über Ramses' militärische und diplomatische Fähigkeiten entscheiden können.
Auch die Welt der Forschung und Wissenschaft nutzt oft die Figur des Ramses II., um komplexe Themen anschaulich zu machen. So werden seine Baudenkmäler und die kriegerischen Auseinandersetzungen als Fallstudien in Geschichts- und Archäologiekursen auf der ganzen Welt verwendet. Der Tourismus hat ebenfalls von der Faszination für Ramses II. profitiert. Besucher aus der ganzen Welt strömen nach Ägypten, um die Tempel von Abu Simbel, Luxor und Karnak zu besichtigen, die unter anderem seinem Einfluss zugeschrieben werden[8].
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Ramses II. durch eine Vielfalt an Medienformen, von Literatur und Film bis hin zu Musik und Videospielen, lebendig gehalten wird. Diese Darstellungen machen nicht nur auf seine historische Bedeutung aufmerksam, sondern helfen auch dabei, die Kultur, die er prägte, einem modernen Publikum zu vermitteln. Durch diese zeitgenössischen Interpretationen bleibt Ramses der Große eine faszinierende und einflussreiche Figur in der Populärkultur und trägt weiterhin zur Bewunderung für die antike ägyptische Zivilisation bei.
[1]Jacq, C. (1997). Ramses: Son of Light. Simon & Schuster.
[2] DeMille, C. B. (Director). (1956). The Ten Commandments [Film]. Paramount Pictures.
[3] Scott, R. (Director). (2014). Exodus: Gods and Kings [Film]. 20th Century Fox.
[4] Chapman, S. (Producer). (1998). The Prince of Egypt [Animation]. DreamWorks Animation.
[5] Blaue Maus. (1978). Ramses II Is Dead, My Love [Album]. Pilz GmbH.
[6] Verdi, G. (1871). Aida [Opera]. Teatro dell'Opera di Roma.
[7]Firaxis Games. (1991-2020). Civilization [Video game series]. Firaxis Games.
[8] Hawass, Z. (2006). The Mysteriesof Abu Simbel: Ramesses II and the Temples oftheRising Sun. American Univ in Cairo Press.
Im Laufe der ägyptischen Geschichte war das Mittlere Reich (ca. 2040-1782 v. Chr.) eine Ära bemerkenswerter politischer Stabilität und kultureller Blüte. Diese Periode wurde hauptsächlich durch die Herrschaft der zwölften Dynastie geprägt, die durch starke Könige wie Amenemhet I und Sesostris III gekennzeichnet war. Die zwölfte Dynastie schuf eine Grundlage für die künstlerische, wirtschaftliche und administrativ-zentrale Entwicklung Ägyptens, die bis in die Zeit von Ramses II. nachwirkte.
Die Herrschaft von Amenemhet I
Amenemhet I, der Gründer der zwölften Dynastie, war ursprünglich Wesir unter Mentuhotep IV., dem letzten König der elften Dynastie. Er ergriff 1991 v. Chr. die Macht und etablierte eine neue Hauptstadt, Itjtawy, in der Region Fayum. Dies war eine strategische Entscheidung, um sowohl politische als auch wirtschaftliche Vorteile zu nutzen, insbesondere wegen der Nähe zum fruchtbaren Land des Nils und wichtigen Handelsrouten.
Amenemhet I führte eine Reihe von Reformen durch, die das Land stabilisierten und die Macht der Zentralregierung festigten. Seine militärischen Unternehmungen richteten sich sowohl nach innen, gegen sesshafte Stämme in Nubien und Libyen, als auch nach außen, um die Handelsnetzwerke zu erweitern und Tribute von benachbarten Regionen zu sichern. Diese Expansion sicherte Ägypten wichtige Ressourcen und stärkte die wirtschaftliche Basis für folgende Herrscher.
Die Blütezeit unter Sesostris III
Einer der herausragendsten Könige der zwölften Dynastie war Sesostris III. (ca. 1878–1841 v. Chr.). Er wird oft als einer der mächtigsten und effektivsten Herrscher dieser Zeit betrachtet. Unter seiner Führung erlebte das Mittlere Reich eine Phase der territorialen Ausdehnung und inneren Reformen. Sesostris III führte erfolgreiche militärische Feldzüge gegen Nubien durch und erweiterte die südlichen Grenzen Ägyptens bis zum zweiten Katarakt. Dafür ließ er Befestigungen entlang des Nils errichten, um die neu eroberten Gebiete zu sichern und zu kontrollieren.
Seine administrative Reformen stärkten die Zentralregierung weiter. Provinzen wurden systematisch reorganisiert und lokale Machthaber entmachtet, um eine direkte Kontrolle aus der Hauptstadt zu gewährleisten. Diese Maßnahmen trugen zur Stabilität und Effizienz des Reiches bei und förderten eine kulturelle und ökonomische Blütezeit.
Kulturelle und künstlerische Errungenschaften
Die zwölften Dynastie war auch bekannt für bedeutende kulturelle und künstlerische Entwicklungen. Die Kunst dieser Zeit war geprägt von realismatischen Darstellungen der menschlichen Form, wie sie besonders in königlichen Bildnissen zu sehen sind. Diese Porträts vermittelten oft eine intensive Individualität und psychologischen Tiefgang, wie es bis dahin selten gewesen war.
Die Literatur blühte ebenfalls auf, mit Werken wie "Die Geschichte des Sinuhe", einem der bekanntesten ägyptischen Prosatexte, der die moralischen und gesellschaftlichen Werte dieser Epoche widerspiegelt. Weiterhin wurden bedeutende Bauprojekte, wie Pyramiden und Tempelanlagen, initiiert, die sowohl als Grabstätten als auch als politische Symbolbauten dienten.
Der Niedergang durch die dreizehnte Dynastie
Trotz der Errungenschaften der zwölften Dynastie begann Ägypten unter der nachfolgenden dreizehnten Dynastie (ca. 1803-1649 v. Chr.) allmählich an politischer und wirtschaftlicher Kohäsion zu verlieren. Diese Dynastie war durch häufige Herrscherwechsel und weniger stabile Regentschaften gekennzeichnet, was letztlich zur Schwächung der zentralen Macht führte.
Das wirtschaftliche Ungleichgewicht und der Verlust von Kontrolle über wichtige Handelsrouten trugen zum Niedergang bei. Zusätzlich führte ein zunehmender Druck durch asiatische Völker, die später als Hyksos bekannt wurden, zu weiteren Konflikten und Unsicherheiten. Diese Faktoren zusammen waren verantwortlich für das Ende des Mittleren Reiches und das Einsetzen der Zweiten Zwischenzeit – eine Periode von politischer Zersplitterung und Fremdherrschaft.
Die zwölfte und dreizehnte Dynastie markierten also eine Ära, die von den höchsten Gipfeln politischer und kultureller Leistungen bis zu einem bedeutenden Zerfall reichte. Diese Unterschiede bereiteten den Hintergrund für die dramatischen Ereignisse und Entwicklungen in der nachfolgenden Periode der ägyptischen Geschichte, aus der schließlich die Herrschaft von Ramses II. hervorging.
Die Einwanderung und Herrschaft der Hyksos bilden eines der markantesten Kapitel in der altägyptischen Geschichte und prägen nachhaltig die Übergangszeit zwischen dem Mittleren und Neuen Reich. Die genaue Herkunft dieser Fremdherrscher bleibt bis heute umstritten, doch es gilt als wahrscheinlich, dass sie aus dem Gebiet des heutigen Palästina stammten und einen multikulturellen, heterogenen Hintergrund hatten. Ihre Invasion Ägyptens markiert den Beginn der Zweiten Zwischenzeit, eine Epoche der Fragmentierung und politischen Instabilität.
Die Hyksos, deren Name sich von dem altägyptischen hekaukhasut („Herrscher der Fremdländer“) ableitet, drangen gegen Ende der 13. Dynastie, etwa um 1650 v. Chr., in Ägypten ein. Sie nutzten die Schwäche des zerfallenden Mittleren Reiches und die internen Unruhen zu ihrem Vorteil, um sich in den fruchtbaren Landstrichen des Nildeltas zu etablieren. Die Hauptstadt Avaris, im östlichen Delta gelegen, wurde das politische und wirtschaftliche Zentrum ihrer Herrschaft.
Ein bedeutendes Charakteristikum der Hyksos-Herrschaft war ihre Einführung neuer militärischer Technologien und Strategien. Am auffallendsten war die Einführung von Pferd und Streitwagen, die zu einem entscheidenden Element der ägyptischen Streitkräfte werden sollten. Auch der Einsatz fortschrittlicher Waffen, wie gebogener Schwerter und verbesserter bögen, verlieh ihnen einen militärischen Vorteil gegenüber den altägyptischen Armeen, die bis dahin hauptsächlich Infanterie basierten.
Die Hyksos brachten darüber hinaus ihre eigenen kulturellen und administrativen Praktiken mit, die eine bedeutende Integration und Veränderung in der ägyptischen Gesellschaft hervorriefen. Sie übernahmen ägyptische Verwaltungstechniken und Religion, was sich in der Errichtung von Tempeln für ägyptische Götter und der Adaption ägyptischer Kunststile widerspiegelte. Diese kulturelle Symbiose führte zu einer ambivalenten Ära, in der ägyptische und Hyksos-Einflüsse gleichermaßen zu spüren waren.
Trotz ihrer dominanten Stellung im Nordosten Ägyptens waren die Hyksos
