Ratgeber Binge-Eating-Störung - Brunna Tuschen-Caffier - E-Book

Ratgeber Binge-Eating-Störung E-Book

Brunna Tuschen-Caffier

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Beschreibung

Viele Menschen essen hin und wieder mehr als sie zum Sattwerden benötigen. Wenn das "Überessen" nicht allzu häufig vorkommt, ist dieses Essverhalten in der Regel unproblematisch. Demgegenüber verlieren Menschen mit einer sogenannten Binge-Eating-Störung regelmäßig die Kontrolle darüber, was und wie viel sie essen. Häufig treten im Zusammenhang mit der Essstörung auch Folgeprobleme, wie z.B. Übergewicht bis hin zur Adipositas, auf. Der Ratgeber richtet sich in erster Linie an Betroffene, die an einer Binge-Eating-Störung leiden, sowie an deren Angehörige. Er informiert über das Krankheitsbild, den Verlauf, die Risiko- und aufrechterhaltenden Faktoren sowie die psychotherapeutischen Behandlungsmöglichkeiten der Binge-Eating-Störung. Bei den Behandlungsmöglichkeiten werden vor allem Strategien der kognitiven Verhaltenstherapie beschrieben, für die die meisten Wirksamkeitsbelege vorliegen. In der Behandlung lernen die Betroffenen, einen strukturierten Ernährungsplan umzusetzen, eventuell vorhandene Unzufriedenheiten mit ihrer Figur und ihrem Gewicht zu überwinden sowie Stress- und Konfliktsituationen erfolgreich zu meistern, ohne sich durch Essanfälle abzulenken oder durch Essanfälle innere Anspannung abzubauen. Weiterhin zeigt der Ratgeber Selbsthilfemöglichkeiten auf und informiert darüber, wo Betroffene und Angehörige Hilfe bekommen.

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Veröffentlichungsjahr: 2022

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Brunna Tuschen-Caffier

Anja Hilbert

Ratgeber Binge-Eating-Störung

Informationen für Betroffene und Angehörige

Ratgeber zur Reihe Fortschritte der Psychotherapie

Band 47

Ratgeber Binge-Eating-Störung

Prof. Dr. Brunna Tuschen-Caffier, Prof. Dr. Anja Hilbert

Die Reihe wird herausgegeben von:

Prof. Dr. Martin Hautzinger, Prof. Dr. Tania Lincoln, Prof. Dr. Jürgen Margraf, Prof. Dr. Winfried Rief, Prof. Dr. Brunna Tuschen-Caffier

Die Reihe wurde begründet von:

Dietmar Schulte, Klaus Grawe, Kurt Hahlweg, Dieter Vaitl

Prof. Dr. Brunna Tuschen-Caffier, seit 2007 Lehrstuhlinhaberin für Klinische Psychologie und Psychotherapie an der Universität Freiburg und zudem Leiterin der an den Lehrstuhl angegliederten psychotherapeutischen Hochschulambulanz für psychische Störungen des Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalters. Des Weiteren ist sie Vorsitzende der Institutsleitung und Geschäftsführerin des Freiburger Ausbildungsinstitutes für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie (Fakip) sowie Mitglied im Leitungsgremium des Freiburger Ausbildungsinstitutes für Verhaltenstherapie (FAVT).

Prof. Dr. Anja Hilbert, seit 2010 Professorin für Verhaltensmedizin an der Universitätsmedizin Leipzig und deren Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie und leitet den Forschungsbereich Verhaltensmedizin am Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrum AdipositasErkrankungen und an der zugehörigen interdisziplinären Adipositasambulanz für Erwachsene, Kinder und Jugendliche.

Wichtiger Hinweis: Der Verlag hat gemeinsam mit den Autor:innen bzw. den Herausgeber:innen große Mühe darauf verwandt, dass alle in diesem Buch enthaltenen Informationen (Programme, Verfahren, Mengen, Dosierungen, Applikationen, Internetlinks etc.) entsprechend dem Wissensstand bei Fertigstellung des Werkes abgedruckt oder in digitaler Form wiedergegeben wurden. Trotz sorgfältiger Manuskriptherstellung und Korrektur des Satzes und der digitalen Produkte können Fehler nicht ganz ausgeschlossen werden. Autor:innen bzw. Herausgeber:innen und Verlag übernehmen infolgedessen keine Verantwortung und keine daraus folgende oder sonstige Haftung, die auf irgendeine Art aus der Benutzung der in dem Werk enthaltenen Informationen oder Teilen davon entsteht. Geschützte Warennamen (Warenzeichen) werden nicht besonders kenntlich gemacht. Aus dem Fehlen eines solchen Hinweises kann also nicht geschlossen werden, dass es sich um einen freien Warennamen handelt.

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Umschlagabbildung: © stock.adobe.com / vaaseenaa

Satz: Franziska Stolz, Hogrefe Verlag GmbH & Co. KG

Format: EPUB

1. Auflage 2022

© 2022 Hogrefe Verlag GmbH & Co. KG, Göttingen

(E-Book-ISBN [PDF] 978-3-8409-2225-1; E-Book-ISBN [EPUB] 978-3-8444-2225-2)

ISBN 978-3-8017-2225-8

https://doi.org/10.1026/02225-000

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Zitierfähigkeit: Dieses EPUB beinhaltet Seitenzahlen zwischen senkrechten Strichen (Beispiel: |1|), die den Seitenzahlen der gedruckten Ausgabe und des E-Books im PDF-Format entsprechen.

Inhalt

Vorwort

1 Binge-Eating-Störung – Was ist das?

1.1 Wie erkennt man die Binge-Eating-Störung?

1.2 Wie unterscheidet sich die Binge-Eating-Störung von anderen psychischen Erkrankungen?

1.3 Womit geht die Binge-Eating-Störung einher?

1.4 Wie ist der Verlauf dieser Erkrankung?

2 Wie entsteht die Binge-Eating-Störung und warum geht sie nicht von allein weg?

2.1 Welche Rolle spielen lebensgeschichtlich weiter zurückliegende Faktoren?

2.2 Welche Rolle spielen Belastungsfaktoren, die dem ersten Auftreten der Erkrankung vorausgehen?

2.3 Warum geht das Problem mit dem Essen nicht wieder weg?

3 Was kann man gegen die Binge-Eating-Störung tun?

3.1 Wie sieht eine kognitive Verhaltenstherapie der Binge-Eating-Störung aus?

3.1.1 Erfassung der Symptome einer Binge-Eating-Störung

3.1.2 Behandlungsplan

3.1.3 Normalisierung des Essverhaltens

3.1.4 Bewegungstraining und Stabilisierung des Gewichtes

3.1.5 Veränderung negativer Einstellungen und Gefühle gegenüber der Figur

3.1.6 Ausbau der Bewältigungskompetenzen gegenüber Belastungen und Konflikten

3.2 Wie lange dauert eine kognitive Verhaltenstherapie der Binge-Eating-Störung und wie wirksam ist die Behandlung?

3.3 Welche anderen Behandlungsansätze gibt es?

3.3.1 Interpersonelle Psychotherapie

3.3.2 Gewichtsreduktionsprogramme

3.3.3 Pharmakotherapie

3.4 Kann eine Psychotherapie der Binge-Eating-Störung ambulant durchgeführt werden?

3.5 Behandlungserfolge stabilisieren

4 Was kann man selbst tun?

4.1 Veränderung des Essverhaltens

4.2 Veränderung von Körperunzufriedenheit

4.3 Bewegung und Stabilisierung des Gewichts

4.4 Stress bewältigen, ohne zu essen

5 Wer kann von Selbsthilfe profitieren?

6 Was können Angehörige tun?

7 Wo bekommt man Hilfe?

Anhang

Zitierte Literatur

Literaturempfehlungen

Arbeitsblätter

|7|Vorwort

Dieser Ratgeber soll Menschen, die unter wiederkehrenden Essanfällen und anderen Symptomen einer Binge-Eating-Störung leiden, sowie deren Angehörige über das Symptombild, den Verlauf und wirksame Behandlungsmöglichkeiten dieser Essstörung informieren.

Menschen mit der Binge-Eating-Störung fühlen sich dem Essen regelrecht ausgeliefert und essen im Rahmen der Essanfälle deutlich mehr als bei normalen Mahlzeiten. Es ist allerdings bekannt, dass viele Menschen hin und wieder Heißhungerattacken haben, während derer sie mehr essen als üblicherweise. Aber das allein macht noch keine Binge-Eating-Störung aus. Wir beschreiben in diesem Ratgeber, wann genau es sich um eine Essstörung von Krankheitswert handelt, welche Ursachen dies haben kann und was man dagegen tun kann.

Bei der Beschreibung des Vorgehens in der Psychotherapie rücken wir die kognitive Verhaltenstherapie ins Zentrum, denn diese gilt nach den aktuell gültigen Behandlungsleitlinien als Methode der ersten Wahl für die Behandlung der Binge-Eating-Störung. Anschließend gehen wir darauf ein, was man selbst tun kann und wie Angehörige helfen können.

Freiburg und Leipzig, März 2022

B. Tuschen-Caffier

und A. Hilbert

|8|1 Binge-Eating-Störung – Was ist das?

Rund zwei Prozent der Menschen der Weltbevölkerung erkranken irgendwann in ihrem Leben an einer Binge-Eating- oder Essanfallsstörung. Die Erkrankung zählt zu den Essstörungen und beginnt meistens im Jugend- oder im jungen Erwachsenenalter. Frauen erkranken etwas häufiger an dieser Essstörung als Männer (im Verhältnis 3 : 2), aber die Krankheitsverläufe sind bei Frauen und Männern vergleichbar.

Typisch für diese Essstörung sind wiederkehrende Essanfälle, die mit einem Gefühl des Kontrollverlustes über das Essverhalten einhergehen. Der Begriff Binge Eating kommt aus dem Englischen und bedeutet genau genommen Ess-gelage. Dementsprechend beschreiben Menschen, die an dieser Essstörung leiden, dass sie während eines Essanfalls deutlich mehr essen als andere Menschen unter ähnlichen Umständen. Die Nahrungsmittel haben eine so starke Sogkraft, dass jeder Vorsatz, weniger zu essen, wirkungslos ist, sie sich dem Essen sozusagen ausgeliefert fühlen und keine Kontrolle mehr darüber haben, was und wie viel sie essen. Das folgende Fallbeispiel illustriert, was mit dem Kontrollverlust über das Essen bei Essanfällen gemeint ist:

Fallbeispiel