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In der Regel klappen 95 Prozent in der Hundeerziehung. Die meisten Hundehalterinnen und Hundehalter konzentrieren sich aber auf die 5 Prozent, bei denen die Probleme liegen. Nancy Wendler und Kai Hartmann zeigen in ihrem Buch, wie man den Fokus umdreht und auf die eigenen Stärken und die des Hundes setzt – auf die schönen Momente, in denen sich alles leicht anfühlt. In einfach umsetzbaren Handlungsschritten bzw. spielerischen Bindungsübungen, die die 5er-Basis und das feine Führen kombinieren, erklären sie, wie man eine tiefe und emotionale Bindung zum Hund aufbaut, die auf Vertrauen, Respekt und Zuneigung basiert – und alles wird auf wunderbare Weise plötzlich ganz leicht: Mensch und Hund erleben Freude, Begeisterung und emotionale Nähe neu. Der Hund lernt, aufmerksam zu sein, auf die Signale seines Menschen zu achten und sich an ihn zu binden. Die Freisetzung von Oxytocin, auch als "Kuschelhormon" bekannt, verstärkt die Bindung zwischen Mensch und Hund und trägt zu einem Gefühl von Wärme, Vertrauen und Verbundenheit bei. Diese tiefe emotionale Verbindung schafft eine Atmosphäre des gegenseitigen Verständnisses und Mitgefühls, die das Zusammenleben von Mensch und Hund bereichert.
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Seitenzahl: 122
Veröffentlichungsjahr: 2026
Raus aus der Fünf-Prozent-Falle
Fokussiere dich auf das, was in deiner Hundeerziehung gelingt!
Kai Hartmann und Nancy Wendler
KOSMOS
Raus aus der Fünf-Prozent-Falle
hinein in echte Verbindung
Erfolg in der Hundeerziehung beginnt in deiner Wahrnehmung. Dabei helfen dir diese fünf Punkte.
Die Autoren
Nancy Wendlerbegleitet Menschen und ihre Hunde von Anfang an dort, wo eine feste Verbindung entsteht: im Welpenalter. Mit ihrer liebevollen, feinfühligen Art schafft sie den Raum, in dem Mensch und Hund nicht trainieren, sondern zusammenwachsen – so wachsen sie auch zusammen. Im Erfolgskonzept der Fünferbasis steht sie für Verbindung und Leichtigkeit. Diese beiden Punkte vermittelt sie ganz spielerisch. Das feine Führen, Empathie und echte Beziehung, das ist ihr Weg. Und den lebt sie jeden Tag.
Kai Hartmannsteht für Klarheit und Struktur. Aus der Rettungshundearbeit kommend, unterscheidet er präzise zwischen formeller Ausbildung und dem, was wirklich zählt: dem sozialen Miteinander. Sein Ziel ist es nicht, Hunde zu trainieren, sondern Menschen zu stärken. Denn wenn der Mensch in seine Kraft kommt, folgt der Hund mit Freude. Genau diesen Unterschied zu entdecken und in ein Miteinander zu finden, das nicht diskutiert, sondern verstanden wird, das ist seine ergänzende Stärke zu Nancy Wendler.
Was ihnen beiden am Herzen liegt ist, dass Mensch und Hund sich wirklich verstehen.
Alle Angaben in diesem Buch erfolgen nach bestem Wissen und Gewissen. Sorgfalt bei der Umsetzung ist indes dennoch geboten. Verlag und Autoren übernehmen keinerlei Haftung für Personen-, Sach- oder Vermögensschäden, die aus der Anwendung der vorgestellten Materialien und Methoden entstehen könnten. Dabei müssen geltende rechtliche Bestimmungen und Vorschriften berücksichtigt und eingehalten werden.
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Umschlagsabbildung: © Tobias Roetsch / Kosmos
© 2026, Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG
Pfizerstraße 5–7, 70184 Stuttgart
kosmos.de/servicecenter
Alle Rechte vorbehalten
ISBN 978-3-440-51319-4
E-Book-Konvertierung: le-tex publishing services GmbH, Leipzig
Cover
Titel
Impressum
Inhaltsverzeichnis
Hauptteil
Zu diesem Buch
Willkommen in der Fünf-Prozent-Falle
Der Blick auf das Problem
Zwischen Liebe und Anspruch
Was unsere Hunde uns voraushaben
Dein Hund, deine Sicht, deine neue Landkarte
Wie dein Hund wirklich versteht und lernt
Mythos 1: Mein Hund mag draußen keine Nähe
Mythos 2: Mein Hund macht das mit Absicht!
Mythos 3: Ich habe alles falsch gemacht
Nähe – ein Gewinn für beide Seiten
Mythos 4: Das hat er ja noch nie gemacht
Spielen ist Führung mit Freude
Beziehungsbooster Spiel
Lob, das ins Herz trifft
Die Haltung macht den Unterschied
Die Leine – deine unsichtbare Hand
Gemeinsame Ziele, individuelle Wege
SERVICE
In 5 Wochen zum positiven Denken
Hier haben wir dir zusammengefasst, wie du in 5 Wochen den Blick auf deinen Hund verändern kannst. Jede Woche bekommst du einen Leitspruch, ein Ziel und Aufgaben an die Hand.
Woche 1 – Blick heben: Was du siehst, wächst
Leitspruch: „Wer das Gute sucht, verändert alles.“
Ziel: Den Negativblick entlarven und den Fokus neu justieren.
Warum: Nur wer Erfolge bemerkt, kann sie festigen.
Aufgaben:
Bohnen-Ritual: Jeder schöne Moment zählt.
95 %-Liste: Drei Dinge, die gelungen sind.
Mini-Analyse: Wann ist dein Hund schon entspannt im Alltag?
Woche 2 – Nähe nährt: Gemeinsam ruhig werden
Leitspruch: „Verbindung entsteht in der Stille.“
Ziel: Ruhe und Vertrauen wachsen lassen.
Warum: Sicherheit kommt durch Beziehung, nicht durch Kontrolle.
Aufgaben:
Kontaktliegen: Täglich kurze, ruhige Nähe.
Achtsamer Spaziergang: Kein Training, nur Dasein.
Handstups: Nähe statt Kommando.
Woche 3 – Klar & fair: Sag, was du meinst
Leitspruch:„Klarheit ist die freundlichste Form der Führung.“
Ziel: Deutlich, freundlich, verlässlich werden.
Warum: Klare Regeln schaffen Freiheit und Vertrauen.
Aufgaben:
Bindungsspiel: Übe spielerisch Rückruf, Name, Abbruch und lockeres Gehen
Drei klare Basissignale: Immer gleiche Wörter für das gleiche Verhalten wie „Ende“, „Sitz“ oder der Name.
Positives Ziel: Was wollt ihr diese Woche erreichen?
Woche 4 – Es muss sich lohnen: Freude als Antrieb
Leitspruch:„Belohnung ist Beziehung in Aktion.“
Ziel: Motivation gezielt einsetzen.
Warum: Echtes Lernen braucht Freude.
Aufgaben:
Belohnungsliste: Was liebt dein Hund wirklich?
Jackpot: 1x täglich groß Gelungenes feiern.
Beziehungs-Spiel: Kurzes, freudiges Spiel mit dir im Mittelpunkt z. B. „Spielzeuge-Spiel“
Woche 5 – In die Welt: Alltag meistern, Fortschritt feiern
Leitspruch:„Aus Übung wird Vertrauen.“
Ziel: Gelernte Muster in Alltag und Ablenkung übertragen.
Warum: Souveränität entsteht durch Wiederholung.
Aufgaben:
Ablenkungen einbauen: Festige Verhalten unter höheren Reizen.
Rückruf nah am Körper und Namensspiel: Zehn Wiederholungen täglich.
Feiermoment: Drei Fortschritte laut benennen.
Abschluss
Du hast begonnen, anders hinzuschauen – und das verändert alles. Bleib freundlich mit dir und deinem Hund – das ist der wahre Fortschritt.
Reflexion:
Was hat sich in eurer Beziehung verändert und was möchtest du als Nächstes wachsen lassen?
© Yvonne Weihrich
„Es sind nicht die großen Erfolge, die unsere Verbindung zum Hund formen. Es sind die leisen, alltäglichen Momente, in denen wir uns gegenseitig wahrnehmen.“
Herzlich willkommen – du hältst gerade kein klassisches Hundebuch in den Händen. Dieses Buch ist eine Einladung. Eine Einladung, dich selbst und deinen Hund neu zu sehen und mit den Mythen des Hundelebens aufzuräumen.
Es geht um mehr als Gehorsam, Trainingspläne und Leinenführigkeit. Es geht um dich. Um euch. Und um all das, was zwischen dir und deinem Hund möglich ist.
Vielleicht hast du dich schon einmal bei dem Gedanken ertappt: „Wieso funktioniert es bei uns nicht? Ich habe doch schon so viel ausprobiert.“ Oder: „Andere schaffen das auch – warum scheitere ich immer wieder?“
Wir versprechen dir: Es liegt nicht an deinem Hund. Und auch nicht an dir. Es liegt oft an einem kleinen, aber entscheidenden Detail, das wir übersehen: unserem Blickwinkel. Unser Gehirn ist darauf trainiert, Probleme zu erkennen – nicht Erfolge. Diese 5 % an schwierigen Situationen nehmen so viel Raum ein, dass wir die 95 % der schönen, gelungenen Momente nicht mehr sehen. Dieses Buch ist kein Ratgeber, der dir sagt, wie du deinen Hund in fünf Schritten zu einem braven Begleiter machst. Es ist dein Kompass zurück zur Verbindung. Eine Art innere Landkarte, die du neu entdecken darfst – Schritt für Schritt, mit Übungen und echten Geschichten und echter Veränderung.
Zwischen den Zeilen findest du nicht nur Trainingsideen, sondern ehrliche Gedanken und den Mut, neue Wege zu gehen. Für dich. Für deinen Hund. Für eure Verbindung. Ein Buch mit einem Herz für unsere wundervollen und individuellen Hunde. Mach dich bereit, denn deine Reise beginnt jetzt.
»Die größten Veränderungen beginnen mit dem kleinsten Perspektivwechsel.«
© Tobias Roetsch
© Tobias Roetsch
Den Fokus verändernUnsere Hunde geben sich so viel Mühe, unser Herz zu berühren, und wir vergessen oft, dieses Geschenk zu sehen.
Das ist alles ganz schön schwierig? Ja, denn das Problem ist groß. Gar nicht so einfach, oder? Und weißt du warum? Weil wir es durch unsere Aufmerksamkeit ganz groß erscheinen lassen.
Bevor wir uns der Frage widmen, was man verändern kann, möchten wir dir den vorherrschenden Blickwinkel zeigen. Das PROBLEM – so ein schönes Wort, und wenn man sonst nichts zu tun hat, kreiselt man doch gern einmal mit den Gedanken um dieses PROBLEM drum herum. Wir alle haben es, das Problem, wahrscheinlich sogar mehrere. Doch während wir Menschen häufig auf die 5 % schauen, die (vermeintlich) nicht funktionieren, übersehen wir die 95 %, in denen unser Leben, und darin unser Hund, längst glänzt. Diese Zahlen stammen aus unseren jahrzehntelangen Erfahrungen mit vielen Tausenden von Hundefreunden. Und da geschieht oft Folgendes …
Es ist immer wieder faszinierend – und fast verrückt –, was wir in unserer täglichen Arbeit mit Hunden und ihren Menschen erleben. Wir begleiten großartige Hunde mit viel Potenzial, die bereit sind, tiefe Bindungen einzugehen. Hunde, die zunächst durch unerwünschtes Verhalten auffallen – sei es Leinenziehen, Unsicherheit oder Ängste – und sich dann doch als wahre Schätze entpuppen. Nach einer intensiven Phase der Veränderung beginnen sie zu strahlen. Sie schauen ihren Menschen an, laufen entspannt an der Leine, wirken gelöst und kooperativ. Das Verhalten, das sich ihre Menschen so sehr gewünscht haben, wird plötzlich Realität. Und genau dann passiert etwas Merkwürdiges: Die Menschen sehen es nicht. Trotz aller sichtbaren Fortschritte bleibt ihre Wahrnehmung auf das Problem fixiert. Statt sich zu freuen, erzählen sie, dass es sicher nur jetzt, in diesem Moment, klappt. Sie können es vielleicht noch nicht glauben und sind völlig überrascht.
Oder, dass der Hund „es nur für uns Trainer“ macht. Gleich gefolgt von: Es liegt an diesem Ort hier. Denn wir treffen unsere Hundefreunde nur im Zauberwald, wo alles plötzlich möglich ist – mit einem Augenzwinkern natürlich. Was dann folgt, ist meist eine Reise in die Vergangenheit: Geschichten darüber, wie schlimm alles sonst ist, die Gedanken und den Blick fest verankert in den ganz schlimmen Dingen. Der Hund hat gezogen, gebellt, sich verweigert – 45 Minuten voller Problemberichte in einer 60-Minuten-Einzelstunde. Bis wir freundlich unterbrechen. Denn irgendwann dürfen wir den Blick neu ausrichten: Der Hund hat sich längst verändert. Er glänzt. Doch der Mensch sieht es nicht – noch nicht. Mehr noch: Er wartet beinahe darauf, dass der Hund wieder einen Fehler macht. Als läge er innerlich auf der Lauer, bereit zur Korrektur. Das entspannte Gehen an der Leine, das liebevolle Anschauen, die Freude des Hundes – all das wird übersehen. Es ist, als würde das gute Verhalten ausgeblendet, als wäre es bedeutungslos. Und genau das ist das Paradoxe – ja, das Verrückte: Der Hund macht alles richtig. Doch der Mensch bleibt in alten Geschichten, Problemen und Erwartungen hängen.
Es ist, als ob wir in unserer Hundeerziehung ein unsichtbares Hindernis überwinden müssen – das Hindernis der eigenen Wahrnehmung und Erwartungshaltung.
Dieses Phänomen begegnet uns immer wieder. Menschen tun sich schwer, den Erfolg ihrer Hunde wirklich anzuerkennen. Die Tendenz, das Negative zu betonen und das Positive auszublenden, ist weit verbreitet. Als hätten wir verlernt, das Gute zu sehen und wertzuschätzen. Doch was passiert, wenn wir den Blick heben – weg vom Problem, hin zum Potenzial? Genau dort beginnt der eigentliche Schatz eurer Beziehung: in den Momenten, die wir viel zu oft übersehen, obwohl sie direkt vor uns liegen. Lass uns diesen Zauber wieder schätzen lernen.
© Tobias Roetsch
1 Hündin Lisbeth ist noch voller freudiger Aufmerksamkeit und der Mensch in sich gefangen.
© Tobias Roetsch
2 So langsam wird Lisbeth unsicher und beginnt, die Verbindung zum Menschen zu lösen.
© Tobias Roetsch
3 Sie reagiert auf ihre Umwelt und der Mensch ist wieder darin bestätigt, dass der Hund nicht hört. Dabei hat er sie vorher nicht wahrgenommen.
Die Beziehung zu unserem Hund ist eine der emotionalsten überhaupt. „Schau mal, wie süß mein Hund schläft und laut schnarcht!“ Oder: „Guck mal, wie der frisst!“ – „Er schaut immer so süß, wenn er was von mir möchte.“ Wir lieben die Eigenschaften unserer Hunde, die wir bei Menschen oft nicht so charmant finden: das Schnarchen, das Schmatzen, das alberne Spiel und das Glotzen. Und doch: Trotz all dieser liebevollen Erlebnisse bleibt oft das Negative hängen. Eine misslungene Hundebegegnung, ein Bellen im falschen Moment oder das Zerbeißen eines geliebten Sofakissens – sie brennen sich in unser Gedächtnis ein. Die Fünf-Prozent-Falle beschreibt genau dieses Ungleichgewicht.
Bist du auch schon in die Fünf-Prozent-Falle hineingetappt?Hast du dich im Alltag öfter auf das konzentriert, was nicht „funktioniert“ hat – statt die vielen gelungenen Situationen zu feiern?Negatives wirkt emotional stärker und bleibt länger haften. Doch wenn wir lernen, unsere Aufmerksamkeit bewusst umzulenken, können wir eine erfüllendere und tiefere Verbindung zu unserem Hund aufbauen. Dieses Buch zeigt dir nicht nur die häufigsten Gedankenfallen, sondern wie du dich aus ihnen befreien kannst und wie du dir bewusste Momente schaffen kannst, um deinen Fokus auf das zu richten, was wirklich zählt. Diese kleinen, aber wertvollen Augenblicke sind es, die eure Beziehung nähren. Und doch – im Alltag verliert man sie manchmal aus den Augen. Lass uns das anhand eines Beispiels anschauen, das du vielleicht nur zu gut kennst.
© Tobias Roetsch
Eine misslungene Situation trägt man oft lange mit sich herum. Sie kann den Tag ruinieren.
© Tobias Roetsch
Positive Erfahrungen sollten unser Herz tragen. Davon brauchen wir leider viel mehr, um uns daran zu erinnern.
Echt jetzt? Letzte Woche war Brigitte mit ihrem Schäferhund Artus bei uns. Völlig aufgelöst schilderte sie ihren letzten Stadtbesuch: „Es war die Hölle. Ein Spießrutenlauf!“ Wir wollten es genau wissen. Was war passiert?
Faktenlage: Artus zog beim Aussteigen aus dem Auto zum nächsten Baum, bellte in der Stadt einen kleinen Hund an und winselte vor einem Geschäft, während er warten musste. Alles in allem: etwa 10 Minuten Verhalten, das nicht ideal lief – bei einem insgesamt zweistündigen Stadtbesuch und, wie wir alle ahnen, 24 Stunden eines ganzen Tages. Und wann war das? „Schon drei Wochen her, aber ich kann es nicht loslassen“, sagte Brigitte. „Ich traue mich mit dem Hund in keine Stadt mehr. Mein Mann hatte so die Schnauze voll.“
Genau hier zeigt sich die Falle: Ein kurzer negativer Moment überschattet alles andere. Und dabei ist es doch nur ein kleiner Teil der Realität. Solche Geschichten begegnen uns fast täglich – und sie zeigen eins ganz deutlich: Die Herausforderungen im Zusammenleben mit unseren Hunden kleben an uns wie Kletten – mal gut getarnt, mal offensichtlich, aber immer präsent. Sie haften sich an unsere Gedanken wie feuchte Herbstblätter an die Stiefel – kaum sichtbar, aber schwerer als gedacht.
Die Verbindung zwischen Mensch und Hund entsteht in den kleinen, echten Momenten: wenn dein Hund um die Ecke lugt, sich verwuschelt auf sein Kissen rollt oder mit seinem besten Freund herumtobt.
In der Erziehung liegt oft die größte Herausforderung: Denn plötzlich knüpfen wir Zuneigung an Bedingungen.
