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Wie schon die ersten beiden Bände, Sri Lanka - Reiseführer des Herzens, stellt auch das vorliegende Buch keinen Reiseführer im eigentlichen Sinne dar, noch will es mit diesen konkurrieren. Die Reiseführer des Herzens enthalten vielmehr persönliche Erinnerungen und Geschichten, von Einheimischen erzählt oder recherchiert, die eng mit den besuchten Orten verbunden sind. Hintergrundberichte liefern zu verschiedenen Schwerpunktthemen nähere Erläuterungen und Fakten. So wird der LeserIn anhand vieler kleinerer und größerer Erzählungen mit auf eine Reise zu verschiedenen Stationen auf der Insel genommen.
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Seitenzahl: 45
Veröffentlichungsjahr: 2025
Wie schon die ersten beiden Bände, „Sri Lanka - Reiseführer des Herzens“, stellt auch das vorliegende Buch keinen Reiseführer im eigentlichen Sinne dar, noch will es mit diesen konkurrieren.
Meine „Reiseführer des Herzens“ enthalten vielmehr persönliche Erinnerungen und Geschichten, - von den Einheimischen erzählt oder recherchiert - die eng mit den besuchten Orten verbunden sind. Hintergrundberichte zu verschiedenen Schwerpunktthemen liefern nähere Erläuterungen und Fakten zum besseren Verständnis von Land und Leuten - und nebenbei enthalten sie manche nützliche Tipps und Hinweise für Individualreisende.
So nehme ich den Leser anhand vieler kleinerer und größerer Erzählungen mit auf eine Reise zu den verschiedensten Stationen auf der Insel.
Marion Schwartzkopff
Düsseldorf, im September 2025
Inhalt
Die Geschichten und die Stationen:
Das Gold im Sembuwatta Lake
Sembuwatta Lake, Matale und Kandy District
Niyagala - Sister-killing-plant
Hiking bei Hanguranketha
Von Frau zu Frau
Überall und Hikkaduwa
Die Sintflut im Garten Eden
Überall und Hikkaduwa
Backpacker mit Fahrer und Wagen? Und ob!
Überall
„U look like a tomato, Madam“: ein bisschen zuviel Abenteuer
Auf dem Kukunegala, Hanguranketha
Westmonsun, Ostmonsun, Zwischenmonsun und die perfekte Welle
Hikkaduwa
Fall, fall, fall.....Wasserfall
Baker`s Fall, Bambarakanda Falls, Diyaluma Falls, Hunnas Falls, Lover´s Leap Fall, Ruwana Falls
Green green paddyfields - Kleine Reiskunde
Hanguranketha und Anuradhapura District
Wo die Schatten die Zeit bestimmen
Wandern Knuckles Range, Time Rock
Nur rund 25 Kilometer von Kandy entfernt, nicht weit von den Hunnas Falls, liegt der Sembuwatta Lake. In den Bergen, gebettet ins Immergrün der Teepflanzen und der Pinien auf den umgebenden Hügeln, gespeist von zahlreichen Quellen, die sich durch Farne und hohe Gräser ihren Weg in den See bahnen, findet sich der Sembuwatta Lake. Es fällt einem nur ein Wort ein, wenn das Tuk-Tuk endlich die holprige Piste den Berg hoch geschafft hat, in dem sich der See in die grünen Hügel schmiegt: idyllisch.
Doch wie so oft in Sri Lanka, ranken sich um hinreißend schöne Wasserfälle oder zauberhafte Seen oft Legenden, die im Widerspruch zum lieblichen Anblick der Natur stehen, es sind oft Geistergeschichten.
Der Alte, der am Ufer des Sees ein Auge auf das beliebte Picknickareal dort hat, warnt mich eindringlich davor, hier zu schwimmen. Denn der Schein sei trügerisch, führt er mit einem nahezu zahnlosen, aber freundlich-besorgten Lächeln weiter aus: „ Der See ist tief, an die 30 oder 40 Fuß, mit kalten Strömungen in der Tiefe.“ Das wiederum finde ich nicht besonders gefährlich, denn in Deutschland baden wir in Baggerseen, die sehr viel tiefer sind als diese rund 10 Meter. Aber mit einem tiefen Seufzer erläutert mir der Alte dann weiter: „Sembu heißt in Sinhala „Goldgefäß“. Der See heißt deshalb so, weil sich auf seinem Grund ein Goldgefäß befindet.
Manchmal kommt dieser Kelch an die Oberfläche, mein Urgroßvater selber hat es einmal an einem Vollmond- , einem Poyatag, gesehen...“. Unwillkürlich muss ich an eine der vielen Excalibur - Verfilmungen denken, in denen dann Artus´ Schwert auch wie von Zauberhand aus dem See auftaucht, in das es vor Urzeiten versenkt wurde.
Doch ich habe nicht viel Zeit, diesen überheblich-westlichen Gedanken nachzuhängen, denn der zahnlose Alte fährt, sichtlich aufgewühlt, gleich weiter fort: „Es haben schon einige Leute versucht, diesen Goldkelch aus dem See zu holen - keiner hat dieses Unterfangen lebend überstanden! Vor einigen Jahren kam ein Armeetaucher mit Sauerstoffflasche, um das Gefäß zu bergen....er kam nicht wieder hoch, und als andere zu seiner Rettung ebenfalls hinab in den See tauchten, so fanden sie ihn tot, unten auf dem Grund, aufrecht stehend....“
Das klingt alles ganz schön nach Hokuspokus, befinde ich innerlich schmunzelnd, und als ob der wohlmeinende Alte den Unglauben in meinen Augen lesen könnte, holt er nochmals aus: „Erst vor drei Jahren ist hier ein Lehrer ertrunken. Er kam mit ein paar Freunden, um zu picknicken. Der Lehrer aber, ein guter Schwimmer, sprang vor dem geplanten Lunch in den See, alle Bedenken seiner Gefährten verlachend. Er machte einen übermütigen Kopfsprung und verschwand. Einfach so, er kam nicht wieder hoch. Nach vier Tagen dann kam seine Leiche von selber wieder an die Oberfläche.....“
Ich hatte gar nicht vor, hier zu schwimmen....
