Verlag: Bastei Lübbe Kategorie: Für Kinder und Jugendliche Sprache: Deutsch Ausgabejahr: 2010

Reiterhof Eulenburg - Diamantenraub E-Book

Charlotte Link

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E-Book-Beschreibung Reiterhof Eulenburg - Diamantenraub - Charlotte Link

Bestsellerautorin Charlotte Link - jetzt auch für junge Leserinnen! Deutschlands erfolgreichste Autorin: rund 15 Millionen verkaufte Bücher Die einzigen Kinderbücher von Charlotte Link Ferien auf der Eulenburg! Für Angie, Diane und ihre Freunde ist der idyllische Reiterhof der schönste Platz der Welt: lange Ausritte über weite Wiesen, Baden im Meer, gruselige Mitternachtspartys - und jede Menge Abenteuer. Eigentlich sind Angie, Diane, Pat und Kathrin hierher gekommen, um für das Reiterabzeichnen zu trainieren. Doch mit der Ruhe ist es bald vorbei: Mitten in der Nacht macht sich jemand an den Pferden zu schaffen, Schränke werden durchwühlt, Zimmer verwüstet. Als dann auch noch Pat entführt wird, überschlagen sich die Ereignisse. Ob skrupellose Verbrecher oder dunkle Geheimnisse - die Freunde von der Eulenburg lösen jedes Rätsel!

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E-Book-Leseprobe Reiterhof Eulenburg - Diamantenraub - Charlotte Link

Charlotte

Link

DIAMANTEN

RAUB

Boje Digital

Vollständige eBook-Ausgabe
des in der Bastei Lübbe GmbH & Co. KG erschienenen Werkes
Boje Digital in der Bastei Lübbe GmbH & Co. KG
© 2010 by Boje Verlag in der Bastei Lübbe GmbH & Co. KG, Köln
Alle Rechte vorbehalten
Datenkonvertierung eBook:
Urban SatzKonzept, Düsseldorf
ISBN 978-3-8387-0684-9
Sie finden uns im Internet unter
www.boje-verlag.de

Die kleine Bahnstation mit dem roten Backsteinhäuschen und dem liebevoll angelegten Gärtchen des Bahnhofsvorstehers versank fast im Schnee. Schon konnte man die Gleise beinahe nicht mehr erkennen. Tief hingen die grauen Wolken über der Erde, weite Schneefelder erstreckten sich jenseits des Dorfes, wohin man blickte, am Horizont hüllten sich die Bäume in graue Schleier und schienen nur schwach daraus hervor.

In dem kleinen Wartehäuschen saßen zwei frierende Mädchen auf zwei großen Koffern und starrten angestrengt in das Schneetreiben hinaus.

»Wo Tom bloß bleibt?« Diane blickte ganz ratlos drein. »Es ist so kalt hier - er wird uns doch nicht vergessen haben?«

Angie und Diane Heller hatten sich in diesem Jahr besonders auf die Weihnachtsferien gefreut, denn am 27. Dezember wollten sie von Kiel aus ganz hinauf in den Norden, in das Reiterpensionat »Eulenburg«, fahren. Die Eulenburg lag ein Stück nördlich von Husum, ganz nah am Meer, und von den Fenstern aus konnte man über die Deiche bis hin zum Wasser blicken. Die beiden Schwestern waren bereits im Sommer da gewesen, und in ihrer Begeisterung hatten sie sofort beschlossen, im Winter wiederzukommen. Ihre Eltern waren zuerst enttäuscht gewesen.

»Es ist wirklich schon eine Tradition bei uns, dass wir im Winter alle zusammen zum Skilaufen fahren!«, hatte der Vater gesagt. »Und ich hatte eigentlich auch immer das Gefühl, es macht euch genauso viel Spaß wie uns!«

»Wir fanden es auch immer toll!«, erwiderte Angie. »Wirklich. Aber die Eulenburg ist eben ... na ja, so unheimlich lustig ... und abenteuerlich, und es passiert immer irgendetwas ...«

Ihre Mutter lachte. »Das kann man wohl sagen! Im Sommer habt ihr eine Bande von Einbrechern zur Strecke gebracht und dabei noch eine harmlose Reitlehrerin verdächtigt, den Banditen nachts Lichtzeichen zu geben, und ...«

»Nun, es hat tatsächlich eine Reitlehrerin mit den Verbrechern zusammengearbeitet«, sagte Diane, »wir dachten halt nur erst, es wäre die andere.« Sie warf ihrer Schwester einen Blick zu. Beide hatten leuchtende Augen bekommen bei der Erinnerung an diese aufregenden Wochen.

»Es ist wahrscheinlich zwecklos, wenn ich versuche, euch zu überreden, doch noch mit uns zu verreisen«, meinte der Vater.

Die Mutter schüttelte den Kopf. »Lass sie. Ab einem bestimmten Alter macht es einfach keinen rechten Spaß mehr, mit den Eltern zu verreisen. Mit Gleichaltrigen ist es viel schöner. Also lass ihnen das Vergnügen. An Weihnachten haben wir sie ja noch bei uns!«

Der Heiligabend und die beiden Feiertage verliefen sehr harmonisch, obwohl die beiden Schwestern schon ihre Koffer vom Dachboden holten, ihre Reitstiefel, dicke Pullover und lange Hosen einpackten.

»Einen Badeanzug brauchen wir diesmal nicht«, sagte Diane. »Eigentlich schade, es hat so viel Spaß gemacht, im Meer zu baden! Aber im Winter ist es dort oben bestimmt auch toll!«

Als sie dann endlich im Zug saßen, drehten sich ihre Gespräche auch nur um die Eulenburg.

»Ob auch Pat wieder da ist?«, rätselte Diane und dachte sehnsüchtig an die wilde, abenteuerlustige Pat, die in den vergangenen Ferien in ihrer unbekümmerten Art alles auf den Kopf gestellt hatte. Oft hatte Frau Andresen, die Besitzerin der Eulenburg, angedroht, sie werde Pat nach Hause schicken, wenn diese ungeachtet aller Vorschriften mit ihrer Fuchsstute Fairytale allein über die Felder galoppiert war. Aber sie mochte das Mädchen viel zu gerne, als dass sie diese Drohung wahrgemacht hätte. »Vielleicht bringt Pat ja auch Tobi mit«, sagte Angie. »Weißt du noch, wie niedlich und zutraulich er war, als sie ihn endlich befreit hatte? Tobi ist sicherlich inzwischen ein richtiger großer Hund geworden!«

Die Mädchen schwiegen, jede von ihnen hing ihren Gedanken nach. Wahrscheinlich würden sie auch Chris wiedersehen, den blonden, braun gebrannten Jungen aus »Haus Leuchtfeuer«, dem kleinen Hotel am Meer. Und Tom, den Sohn der Andresens, der immer so gelassen und vernünftig war. Diane streckte sich behaglich in ihrem Sitz. Sie freute sich. Bald würden sie alle wieder beieinander sein ...

»Jetzt warten wir schon eine halbe Stunde«, sagte Angie ärgerlich und erhob sich von ihrem Koffer. Es hatte aufgehört zu schneien. Verschlafen lagen die Strohdächer des kleinen Dorfes unter der schweren Schneelast. Da endlich hörten sie das Bimmeln eines Schlittens, das eilig näher kam.

Schon tauchte hinter einer Wegbiegung in eiligem Trab die gutmütige Norwegerstute Thora auf. Sie zog einen großen blauen Holzschlitten, der über und über mit Glocken behängt war. Auf dem Kutscherbock saß Tom, dick eingemummelt in Mantel und Decken.

»Angie, Diane!«, rief er erleichtert, »ich hatte schon befürchtet, ihr würdet nicht mehr da sein!«

»Wo sollten wir schon hingegangen sein«, sagte Angie schnippisch, doch dann fiel sie Tom um den Hals. »Es ist so schön, dich wiederzusehen!«

»Thora wollte sich einfach nicht einspannen lassen«, erklärte Tom, als sie alle auf dem Schlitten saßen, »ihr wisst ja, sie ist wirklich gutmütig, aber wenn sie etwas nicht will, kann sie verdammt stur sein.«

Die Schwestern lachten. Wie oft hatte sich die arme, unsportliche Kathrin, eine ihrer Reitkameradinnen, in der Reitstunde abgemüht, begleitet von dem unerbittlichen Schimpfen der Lehrerin. Insgeheim hatten alle eine leichte Schadenfreude empfunden, denn Kathrin war immer etwas zu selbstbewusst gewesen.

In dem Moment machte der Weg eine Biegung, und die Kinder starrten atemlos auf das Meer, das am Horizont auftauchte. Die Wolken waren auseinandergetrieben. Schreiende Möwen kreisten über den grauen Wellen und die Abendsonne tauchte die Winterlandschaft in ein letztes eisiges Licht. Vor ihnen erhob sich ein altes graues Gemäuer. Die Fensterscheiben waren eingeschlagen, eine Tür pendelte im Wind.

»Der Krähenhof«, sagte Diane leise schaudernd, »wisst ihr noch, wie der alte Mommsen hier sein Unwesen trieb?«

»Bis wir ihm auf die Schliche kamen«, erwiderte ihre Schwester und warf die langen blonden Haare zurück, »also, ich würde gern wieder ein Abenteuer erleben. Mein Gott, da vorne ist ja schon die Eulenburg!«

Und wirklich - auf einer breiten Landzunge, die ins Meer hinausragte, sahen sie jetzt den großen roten Backsteinbau mit den vielen Fenstern und dem großen grünen Tor.

»Hallo, Angie, hallo, Diane!« Ein kleines Mädchen mit vielen lustigen Sommersprossen rannte eilig dem Schlitten entgegen.

»Tina!«, riefen die Schwestern, »wie geht es dir? Toll, dass du wieder da bist! Und da sind ja auch Steffi und Beate und Elke!«

Im Nu waren die Mädchen von ihren Freundinnen umringt.

»Jetzt kommt aber erst mal rein ins Warme!« Frau Andresen war in der Tür erschienen und hatte zufrieden die glücklichen Ankömmlinge beobachtet. »Tom, du versorgst Thora, und ihr anderen könnt es euch schon mal bei einer Tasse Kakao gemütlich machen!«

Die Freunde ergriffen ihre Koffer und Taschen und stürmten ins Haus. Endlich waren sie wieder in der Eulenburg.

Wenig später saßen alle Gäste im Speisesaal und tranken heiße Schokolade. Im Kamin prasselte ein gemütliches Feuer, und ab und zu sank ein brennendes Holzscheit leise knackend unter den Flammen in sich zusammen.

»Hört bitte alle Mal einen Moment her«, sagte Frau Andresen und erhob sich von ihrem Stuhl, »mein Mann und ich möchten euch herzlich in der Eulenburg willkommen heißen. Die meisten von euch waren ja schon in den Sommerferien bei uns und kennen daher die Hausordnung: Ihr wohnt in Dreier-Zimmern, die Jungen im zweiten Stock, die Mädchen im ersten. Das bedeutet: Ab zehn Uhr abends hat keiner mehr etwas auf dem anderen Stockwerk zu suchen. Zu allzu langen Nächten oder den beliebten Mitternachtspartys möchte ich euch sowieso nicht raten: Die Frühschicht im Stall beginnt zwar jetzt im Winter nicht um halb sechs, sondern erst um halb sieben, aber das ist auch noch ziemlich früh. Und Frau Moos kennt keine Gnade für Spätaufsteher. Ach ja, Frau Moos ist eure Reitlehrerin. Den theoretischen Unterricht hält Frau Jung. Ihr kennt sie noch vom letzten Mal. So, und nun geht auf eure Zimmer und packt eure Sachen aus. Ich wünsche euch eine wunderschöne und erholsame Zeit in der Eulenburg.«

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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