Verlag: Bastei Lübbe Kategorie: Für Kinder und Jugendliche Sprache: Deutsch Ausgabejahr: 2010

Reiterhof Eulenburg - Mitternachtspicknick E-Book

Charlotte Link  

4.5 (34)

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E-Book-Beschreibung Reiterhof Eulenburg - Mitternachtspicknick - Charlotte Link

Für Angie, Diane und ihre Freunde ist der idyllische Reiterhof der schönste Platz der Welt: lange Ausritte über weite Wiesen, Baden im Meer, gruselige Mitternachtspartys und jede Menge Abenteuer. Bis eine rätselhafte Diebstahlserie die Gegen in Atem hält. Hat die junge Reitlehrerin etwas damit zu tun? Und was haben die seltsamen Lichtzeichen in der Nacht zu bedeuten? Ob skrupellose Verbrecher oder dunkle Geheimnisse - die Freunde von der Eulenburg lösen jedes Rätsel!

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E-Book-Leseprobe Reiterhof Eulenburg - Mitternachtspicknick - Charlotte Link

Charlotte

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MITTERNACHTS

PICKNICK

Boje Digital

Vollständige eBook-Ausgabe
des in der Bastei Lübbe GmbH & Co. KG erschienenen Werkes
Boje Digital in der Bastei Lübbe GmbH & Co. KG
© 2010 by Boje Verlag in der Bastei Lübbe GmbH & Co. KG, Köln
Dieses Buch ist erstmals 1990 unter dem Titel
»Die geheimnisvolle Spionin« erschienen
Alle Rechte vorbehalten
Datenkonvertierung eBook:
Urban SatzKonzept, Düsseldorf
ISBN 978-3-8387-0683-2
Sie finden uns im Internet unter
www.boje-verlag.de

Die Sommerferien hatten gerade begonnen, und der Bahnhof war schwarz von Menschen. Lautsprecheransagen schallten durch die Luft, laut quietschten die Bremsen der einfahrenden Züge. Überall wurde gerufen, gelacht, begrüßt, verabschiedet, geschimpft, manchmal auch geweint. Es herrschte ein Riesentrubel, aber das empfanden Angie und Diane Heller, die beiden Schwestern, die gerade den Bahnsteig entlangeilten und einen schönen Platz suchten, als angenehm.

»Da kriegt man überhaupt erst die richtige Urlaubsstimmung«, bemerkte Angie zufrieden. »Schau mal, hier beginnt die zweite Klasse! Du lieber Himmel, das sieht aber alles ziemlich besetzt aus!«

Diane seufzte und wechselte ihre Reisetasche von einer Hand in die andere. »Nicht so schnell, Angie! Unsere Eltern kommen ja nicht mehr mit!«

Tatsächlich waren Hans und Elisabeth Heller, die den Wagen mit den großen Koffern schoben, ein ganzes Stück zurückgeblieben. Das sperrige Gefährt zwang sie immer wieder zu stoppen, wenn sie in einen neuen Pulk von Menschen gerieten.

Angie blieb stehen. »Warten wir eben einen Moment«, sagte sie friedfertig. Und dann leuchteten ihre Augen plötzlich auf. »Diane, du ahnst ja nicht, wie ich mich freue!«

Die Schwestern sahen einander sehr ähnlich, waren beide blond und schlank und hatten klare, offene Gesichter. Diane, mit ihren dreizehn ein Jahr jünger als Angie, wirkte zarter und blasser, schaute schüchterner drein als die robuste ältere Schwester mit dem großen Mund und den lebhaften Augen. Angie neigte dazu, Diane hin und wieder zu bemuttern und dabei gern auch ein wenig zu bevormunden, aber Diane akzeptierte das, weil sie dadurch immer eine starke Schulter zum Anlehnen hatte. Eng verbunden wie sie waren, hatten die Mädchen auch keine Sekunde lang gezögert, ihre Ferien gemeinsam zu verbringen. Sie hatten sich etwas Besonderes ausgedacht: einen Reiterhof am Meer, die Eulenburg, wo es Wasser und Sand, grüne Deiche und Schafe, viele Pferde und viele Jungen und Mädchen gab. Die ganzen sechs Wochen wollten die Mädchen in der Eulenburg verbringen.

Inzwischen waren auch die Eltern herangekommen. Hans Heller schnaufte etwas, denn der Wagen schob sich schwer.

Elisabeth Heller musterte ihre Töchter vorwurfsvoll. »Was, um Gottes willen, habt ihr denn alles eingepackt?«

»Nur die notwendigsten Dinge«, behauptete Angie. »Du musst bedenken, dass die Reitsachen allein schon ein ziemliches Gewicht haben. Und dann Regenmäntel, Gummistiefel, ein paar warme Pullover und ...«

»Also, ich hoffe doch, ihr werdet auch ein bisschen schönes Wetter haben und nicht nur Kälte und Regen«, unterbrach ihr Vater. »Seht mal, hier ist ein leeres Abteil! Lauft mal schnell vor und besetzt es, ich komme dann mit dem Gepäck nach!«

Es dauerte eine ganze Weile, bis alles verstaut war und sich die Eltern wieder hinaus auf den Bahnsteig begeben konnten.

»In Hamburg müsst ihr umsteigen«, erinnerte Heller noch einmal. »Hoffentlich kommt ihr mit den Koffern zurecht!«

»Das klappt schon alles! Tschüs Mutti, tschüs Papi! Werdet ihr uns ein bisschen vermissen?«

Langsam fuhr der Zug an. Die beiden Mädchen lehnten sich weit zum Fenster hinaus und winkten eifrig.

»So, das hätten wir«, sagte Angie zufrieden, schloss das Fenster und ließ sich in ihren Sitz fallen. »Es werden wundervolle Ferien, ich weiß es!« Ihre blauen Augen blitzten unternehmungslustig. »Hoffentlich sind die anderen alle nett!«

»Das hoffe ich auch«, stimmte Diane etwas zaghaft zu, »und hoffentlich ist der Reitlehrer nicht zu streng.«

»Bestimmt nicht. Du wirst sehen, alles ist ganz einfach. Wir werden reiten, im Meer baden, picknicken und nur tun, was uns Spaß macht.«

Diane wollte gerade etwas darauf erwidern, da wurde polternd die Abteiltür aufgezogen und ein schwarzhaariges Mädchen mit hochgezogenen Augenbrauen blickte herein.

»Hallo«, sagte sie. »Ist hier noch ein Platz frei?«

Sie wartete keine Antwort ab, sondern betrat mitsamt all ihren zahlreichen Gepäckstücken das Abteil. Sie besaß eine Koffergarnitur aus weichem rotem Leder, trug einen eleganten Overall und verströmte ein aufdringliches Parfüm. Leise schimpfend wuchtete sie ihre Habseligkeiten hinauf in das Gepäcknetz. Dann nickte sie den Schwestern kühl zu, setzte sich, schlug die Beine übereinander und vertiefte sich in eine Modezeitschrift.

Diane und Angie warfen einander vielsagende Blicke zu. Was für eine Ziege! Sie tat so, als sei es geradezu eine Beleidigung, dass sie kein Abteil für sich alleine gefunden hatte. Diane und Angie kümmerten sich nicht weiter um sie, sondern blickten zum Fenster hinaus auf die vorübersausende Landschaft. Erst als der Schaffner kam und die Fahrkarten verlangte, drehten sie sich wieder um. Die Fremde griff geziert nach ihrem Handtäschchen. Plötzlich weiteten sich ihre Augen und sie stieß einen erschrockenen Laut aus.

»Meine Fahrkarte! Mein Geld! Mein ganzes Portemonnaie ist weg!« Aufgeregt wühlte sie in der Tasche. Der Schaffner, ein missmutiger, dicker Mann, wurde ärgerlich.

»Wenn du keine Fahrkarte hast, musst du an der nächsten Station raus«, sagte er brummig.

Das Mädchen schrie erneut auf. »Aber was mach' ich dann da ohne Geld? Ich schwöre Ihnen, ich hatte eine Karte!«

Wieder wühlte sie in der Tasche. Aufgelöst und durcheinander wie sie war, wirkte sie sympathischer.

Diane bekam sofort Mitleid. »Ich bezahle für dich«, sagte sie großzügig. »Wir tauschen unsere Adressen, und du kannst mir das Geld dann gleich schicken.«

»Das ist wirklich nett von dir«, sagte das Mädchen dankbar. Der Schaffner brummte noch ein wenig vor sich hin, stellte aber schließlich eine Fahrkarte aus. Kaum hatte er das Abteil verlassen, bekam die Fremde wieder ihren arroganten Gesichtsausdruck.

»Vielen Dank«, sagte sie hochmütig. »Wie heißt du denn?«

»Diane. Und das ist meine Schwester Angie.«

»Ich heiße Kathrin. Ich gebe euch meine Adresse. Allerdings bin ich in den nächsten Wochen nicht zu Hause. Ich mache Ferien in einem Reiterpensionat.«

»In einem ... wo denn?«, erkundigte sich Angie besorgt.

Kathrin zog wieder die Augenbrauen hoch. »Eulenburg. Sehr exklusiv.«

Das durfte doch nicht wahr sein! Angie und Diane hielten den Atem an.

»Ach du lieber Gott«, sagte Diane schließlich.

Kathrin musterte sie fragend. »Stört dich etwas daran?«

Angie grinste. »Uns nicht. Die Frage ist, ob dich vielleicht etwas stört. Wir fahren nämlich auch dorthin.«

Nun blieb Kathrin der Mund offen stehen. Die beiden Mädchen also auch? In ihren verwaschenen Jeans und einfachen Pullovern sahen sie gar nicht so vornehm aus, wie sich Kathrin das von ihren Gefährten in der Eulenburg erhofft hatte. Ihre Mutter hatte doch immer wieder beteuert, dass sich nur die feinsten Leute dort anmeldeten. Nun, dieser Urlaub würde womöglich noch eine schöne Pleite werden.

Das gleiche dachten Angie und Diane auch.

»Das kann ja heiter werden«, flüsterte Angie ihrer Schwester zu. Die nickte. Das war wirklich kein guter Anfang.

Als sie endlich ankamen, waren alle drei Mädchen sehr erschöpft. Das Umsteigen in Hamburg hatte viel Mühe gemacht, und die letzten Kilometer waren ihnen unendlich lang erschienen. Nun taumelten sie aus dem Zug und fühlten das Räderrollen noch in allen Knochen. Kathrin baute ihre eindrucksvolle Koffergarnitur um sich herum auf.

»So, hier bleibe ich stehen«, verkündete sie. »Es wird ja wohl irgendjemand kommen und meine Koffer tragen.«

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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