Restart Today - Gesche Heitmann - E-Book

Restart Today E-Book

Gesche Heitmann

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Beschreibung

Der berufliche Wiedereinstieg ist deine große Chance. Jetzt kannst du den Job finden, für den du wirklich brennst. Mit einem klar strukturierten Plan findest du nicht nur dein berufliches Ziel, sondern erreichst es auch. Genau so einen Plan bekommst du hier -eine praxisorientierte und einfach umzusetzende Schritt-für-Schritt-Anleitung. Damit dein Wiedereinstieg ein voller Erfolg wird. Auch mit Lücke, Kind und Kegel im Lebenslauf. Inhalte: - Schritt 1: Bist du bereit für dein Comeback? - Schritt 2: Zutrauen - Du bist nur etwas aus der Übung - Schritt 3: Was möchtest du? Der Job, der heute zu dir passt - Schritt 4: Was kannst du? - Deine Kompetenzen und deine Selbstdarstellung - Schritt 5: Networking - So wirst du für andere sichtbar! - Schritt 6: Matching - So findest du deinen Job - Schritt 7: Eigenmarketing - »Damit ihr es wisst, ich bin die Richtige!« - Geschafft: Wieder im Job! Arbeitshilfen online: - Checklisten und Muster - Q & A für Wiedereinsteiger - Action Steps für den Wiedereinstieg    

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Seitenzahl: 292

Veröffentlichungsjahr: 2020

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[7]Inhaltsverzeichnis

Hinweis zum UrheberrechtImpressumVorwort1 Schritt 1: Bist du bereit für dein Comeback?1.1 Was wünscht du dir von deinem Wiedereinstieg?1.2 Was könnte dich hindern?1.3 Wann willst du loslegen?1.4 Welchen Support brauchst du?2 Schritt 2: Berufliches Selbstvertrauen neu aufbauen2.1 Das Gefühl, den Anschluss verloren zu haben2.2 Zeit für ein Restart-Mindset2.3 »Yes, I can!« – Kickstart für dein neues Mindset3 Schritt 3: Was möchtest du? Der Job, der heute zu dir passt3.1 Am Mischpult deines Lebens3.2 Was ist dir heute wichtig?3.3 Deine Zwischenbilanz – Das Fundament für die Jobauswahl3.4 So entwickelst du neue Berufsperspektiven3.5 Vier Parameter für den Feinschliff bei der Berufswahl4 Schritt 4: Was kannst du? – Deine Kompetenzen und deine Selbstdarstellung4.1 Update für deine Kompetenzen4.2 Dein Lebenslauf – die Kunst der Selbstdarstellung4.2.1 Die Lücke im Lebenslauf4.2.2 Fünf typische Fehler im Lebenslauf4.3 Deine Berufsstory in 60 Sekunden4.4 Checkliste: Dein Lebenslauf5 Schritt 5: Networking – So wirst du für andere sichtbar!5.1 Drei Gründe, warum Networking wichtig ist5.2 Der verdeckte Stellenmarkt – ein Interview mit Patrizia Kaiser5.3 Dein Jobprofil auf Xing oder LinkedIn5.4 So profitierst du von deinem Netzwerk5.5 Dos and Don'ts beim Networking5.6 Was macht ein gutes Netzwerk aus? – Fragen an die Networking-Expertin Monika Scheddin6 Schritt 6: Matching – So findest du deinen Job6.1 Wege für deinen Jobeinstieg6.2 Was solltest du bei Stellenanzeigen beachten?6.3 3 Tipps für deine Pole Position6.4 Arbeitszeit ist Verhandlungssache7 Schritt 7: Eigenmarketing – »Damit ihr es wisst, ich bin die Richtige!«7.1 Das Anschreiben – dein Teaser7.1.1 Was genau sucht dein potenzieller Arbeitgeber?7.1.2 AIDA – die Zauberformel für dein Anschreiben7.1.3 Bestandteile deines Anschreibens7.1.4 Fünf typische Fehler im Anschreiben7.2 Das Vorstellungsgespräch – it’s Showtime7.2.1 Der Ablauf des Vorstellungsgesprächs7.2.2 Typische Fragen und gute Antworten im Vorstellungsgespräch7.3 Telefon- und Skype-Interview7.4 Umgang mit Absagen7.5 Checkliste: Dein Vorstellungsgespräch8 Geschafft: Wieder im Job!8.1 Der erste Arbeitstag8.2 Einarbeitung im neuen Job8.3 Umgang mit Vorgesetzten8.4 Vergiss das Networking nicht8.5 Prioritäten setzen8.6 Love it or leave it?SchlusswortEine Bitte an dich!9 Anhang9.1 Muster-Anschreiben9.2 Muster-Lebenslauf9.3 Weiterführende LinksDeine Arbeitshilfen onlineLiteratur, die uns inspiriert hatAbbildungsverzeichnisStichwortverzeichnisDie AutorinnenArbeitshilfen Online
[1]

Hinweis zum Urheberrecht

Haufe Lexware GmbH & Co KG

[6]Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.dnb.de abrufbar.

Print:

ISBN 978-3-648-13807-6

Bestell-Nr. 18017-0001

ePub:

ISBN 978-3-648-13808-3

Bestell-Nr. 18017-0100

ePDF:

ISBN 978-3-648-13809-0

Bestell-Nr. 18017-0150

Gesche Heitmann, Julia Mohring

Restart Today

1. Auflage, Mai 2020

© 2020 Haufe-Lexware GmbH & Co. KG, Freiburg

www.haufe.de

[email protected]

Bildnachweis (Cover): © hh5800, Getty Images

Produktmanagement: Christiane Haas, Jutta Thyssen

Lektorat: Peter Böke, Berlin

Dieses Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte, insbesondere die der Vervielfältigung, des auszugsweisen Nachdrucks, der Übersetzung und der Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen, vorbehalten. Alle Angaben/Daten nach bestem Wissen, jedoch ohne Gewähr für Vollständigkeit und Richtigkeit.

[11]Vorwort

Liebe Leserinnen und Leser,

dieses Buch ist entstanden, weil es so viele tolle und gut ausgebildete Frauen und Männer gibt, die eine Berufspause eingelegt haben und jetzt gerne wieder arbeiten möchten. Aber oftmals einfach nicht wissen, wie sie es anstellen sollen. Kurz gesagt, ihnen fehlt ein Plan, eine Strategie, der ihnen zeigt, welche Schritte zu einem erfolgreichen Wiedereinstieg in den Job führen.

Dieses Dilemma ist uns nicht nur selbst und im privaten Umfeld, sondern auch in unseren Workshops immer wieder begegnet. Der Wunsch nach einer praxisnahen und einfach umzusetzenden Anleitung für einen erfolgreichen Wiedereinstieg wurde von allen Seiten immer größer. Diesem Wunsch wollen wir mit diesem Buch Rechnung tragen. Wir wollen dich dafür begeistern, deinen Wiedereinstieg zu wagen und erfolgreich in die Tat umzusetzen.

Restart Today schlägt eine Brücke in deine nächste Lebensphase, in der du Job und Privatleben neu verbindest. Wir wissen, dass du wieder arbeiten willst, aber nicht um jeden Preis. Heute fügst du dich nicht mehr den Gegebenheiten, sondern möchtest deine Zukunft selbst gestalten. Entsprechend deinen Vorstellungen, Werten und Möglichkeiten.

Die Gestaltungsmöglichkeiten sind mittlerweile riesig. Digitalisierung und New Work ermöglichen Spielräume für deine ganz persönliche Formel einer Work-Life-Balance. Und Weiterbildungsangebote auf allen Ebenen vereinfachen sogar eine berufliche Neuorientierung.

Es stehen uns heute beruflich so viele Türen offen, wie nie zuvor. Deshalb empfehlen wir: Nimm nicht irgendeinen Job an, nur weil du eine Berufspause eingelegt hast. Finde lieber heraus, was du willst. Das kann etwas ganz anderes sein als bei deiner Jobsuche vor der Pause. Wiedereinstieg ist deine Chance zu entdecken, wofür du heute wirklich brennst und welche Inhalte für dich relevant sind.

[12]Denke nicht in Beschränkungen, sondern gib deinen Ideen und verrückten Einfällen Raum. Play Big!

Genau dafür machen wir dich fit und noch viel besser: Du erhältst hier einen Fahrplan, mit dem du Schritt für Schritt erfolgreich deinen Weg zurück in den Job findest. Mit unserer Roadmap kannst du das erreichen, was du beruflich von ganzem Herzen möchtest – sei es eine neue Karriere, der Job in deinem Lieblingsunternehmen, die Selbstständigkeit oder vormittags in einem netten Team zu arbeiten.

Du wirst nach diesem Buch genau wissen, worauf es beim Wiedereinstieg ankommt, was es zu beachten gilt und wie du an die Jobs kommst, die dich wirklich interessieren – auch mit Lücke, Kind und Kegel im Lebenslauf.

Wir geben dir quasi dein persönliches Navi an die Hand, das dich zu deinem nächsten Job führt. Für den Fall, dass du noch nicht genau weißt, welcher das ist – und das geht vielen so –, stellen wir dir in diesem Buch und auf mybook.haufe.de spannende Tools und Übungen zur Verfügung.

Dazu erhältst du erprobte Mustertexte, Antworten und Beispiele u. a. zum Lebenslauf, deinem Anschreiben, das Vorstellungsgespräch sowie zum Networking. Und mit unseren Checklisten gelingt es dir, auch unter Zeitdruck die wichtigsten Punkte im Blick zu behalten.

Für alle, die gerne ohne Umwege vom Wollen ins Machen kommen, haben wir zusätzliche Action Steps erstellt. In zwölf Übungen trimmst du dich auf deinen Wiedereinstieg. Diese Steps sind ein hilfreiches Tool, um fokussiert Themen zu vertiefen. Die Action Steps liegen auch online auf mybook.haufe.de (Arbeitshilfe 1) vor. Von dort kannst du sie beliebig oft herunterladen.

Wir laden dich ein, Kategorien wie Elternschaft, Alter und Qualifikation beiseite zu schieben und deine Aufmerksamkeit auf das zu lenken, was wirklich wichtig für den Wiedereinstieg ist: dein Potenzial, deine Sehnsüchte und Träume zu verwirklichen! Auf diesem Weg wollen wir dich bestmöglich unterstützen, so dass du einen Beruf findest, der dich strahlen lässt, den du als sinnstiftend und erfüllend empfindest. Einen Beruf, der dein Umfeld und deine sonstigen Wünsche mit einbezieht.

[13]In sieben Schritten erfährst du auf den folgenden Seiten, wie du deinen beruflichen Wiedereinstieg in die Realität umsetzt. Und heute ist der beste Tag, um den ersten Schritt zu gehen. Das Zauberwort heißt: Anfangen.

Dafür wünschen wir dir ganz viel Erfolg!

Gesche und Julia

[15]1Schritt 1: Bist du bereit für dein Comeback?

In der Verzögerung liegt keine Erfüllung.

William Shakespeare

Wiedereinstieg oder nicht? Das ist die allererste Frage. Du allein entscheidest, ob und wann du wieder berufstätig sein möchtest. Das kann heute, nächsten Monat oder nächstes Jahr sein – jeder Zeitpunkt hat seine Berechtigung. Beruflicher Wiedereinstieg ist keine Entscheidung, die über Nacht kommt. Erst ist es nur eine Idee, ein flüchtiger Gedanke. Nach Wochen oder Monaten, in denen es in dir rumort, folgen konkretere Überlegungen: Kann ich das überhaupt noch? Schaffe ich das? Was sagen meine Familie, meine Freunde dazu?

Sobald du dich aber für den Wiedereinstieg entschieden hast, kommt der erste Schritt: Tatsächlich loslegen! Das ist nicht so einfach, wie es klingt. Viele Wiedereinsteiger wollen zwar loslegen, aber dann kommen die Sommerferien. Oder Weihnachten oder Omas Geburtstag. Oder sie sitzen tagelang an einer Bewerbung, und wenn sie diese abschicken, ist die Stellenanzeige schon überholt. Nach der ersten Welle voller Energie und Elan verfällt man wieder in seinen gewohnten Trott und der Wiedereinstieg ist in weite Ferne gerückt.

Die Frage ist also, was du brauchst, damit es dir nicht genauso ergeht. Die Antwort lautet: Entschlossenheit!

Entschlossenheit bedeutet nicht, schon zu diesem frühen Zeitpunkt bereits zu wissen, was genau du beruflich machen möchtest. Entschlossenheit meint vielmehr die Bereitschaft, neue Pfade zu beschreiten und Herausforderungen anzunehmen. Offen zu sein für Veränderung, Weiterentwicklung und Bereicherung.

Entschlossenheit braucht aber ein lohnenswertes Ziel, sonst haben wir nicht die nötige Energie, um Hindernisse zu überwinden und weiter diesen neuen Weg zu gehen. Deshalb sprechen wir in diesem Kapitel erst einmal darüber, was du dir von deinem Wiedereinstieg wünschst. Was ist für dich ein lohnenswertes Ziel? Dann wechseln wir die Perspektive und schauen, was dir im Wege stehen könnte und wir klären, wann der richtige Zeitpunkt für deinen Wiedereinstieg gekommen ist. Zuletzt [16]geht es darum herauszufinden, mit welcher Unterstützung sich dein Wiedereinstieg einfacher und erfolgreicher gestalten lässt.

1.1Was wünscht du dir von deinem Wiedereinstieg?

Oftmals wissen wir noch gar nicht so genau, was wir uns eigentlich von einem beruflichen Wiedereinstieg versprechen. Wiedereinstieg bedeutet ja nicht einfach, wieder im Job zu sein. Vielmehr verbinden wir mit der erneuten Berufstätigkeit viel tieferliegende Wünsche, Bedürfnisse oder Sehnsüchte. Es geht um Anerkennung, Entwicklung, Unabhängigkeit. Wir wollen in eine neue Lebensphase eintreten, die uns mehr und/oder anderes bietet als unsere aktuelle Situation.

Was sich nun im Einzelnen verändern soll, wird für jeden von uns etwas anderes sein. Jede Wiedereinstiegsgeschichte ist individuell. Aber allen Geschichten ist eins gemeinsam: Je mehr Klarheit über diese tieferliegenden Wünsche besteht, umso leichter ergeben sich die folgenden Schritte. Wenn ich weiß, was ich im Innersten wünsche oder sehne, kann ich viel einfacher und zügiger einen Job finden, der zu mir passt.

Deshalb reden wir zuerst einmal darüber, was du dir wünscht und von deinem beruflichen Wiedereinstieg erhoffst. Geld zu verdienen ist sicherlich ein Wunsch. Aber ist das alles? Vor allem, ist dies das Wichtigste für dich? Es gibt eventuell andere Sehnsüchte oder Bedürfnisse, die erfüllt werden möchten. In unseren Coachings erfuhren wir zum Beispiel, dass Katharina wieder berufstätig sein möchte, um endlich ihren Kopf wieder einzusetzen, sich mit kniffligen juristischen Fragen zu beschäftigen und sich dazu mit Kollegen auszutauschen. Barbara hatte in den Jahren zuvor ihre kreative Ader entdeckt und wollte nun versuchen, ihr großes Zeichentalent zu professionalisieren und zum Beruf zu machen. Max hatte in seinem ersten Berufsleben als Einkäufer in einer Möbelkette gearbeitet und diesen Status geliebt. Ihm wurde schnell klar, dass er mit dem Wiedereinstieg eine Stelle suchte, die zumindest im Ansatz an das Prestige des ersten Jobs heranreichte.

Sieben Wünsche zum Wiedereinstieg

Es gibt viele unterschiedliche Wünsche, Motivationen, Erwartungen und Vorstellungen, die mit einem Wiedereinstieg verbunden sind. Die sieben häufigsten Wünsche schauen wir uns jetzt genauer an.

[17]1. Finanzielle Unabhängigkeit

Nach Jahren unentgeltlicher Tätigkeit für die Familie, die Kinder, die Eltern, ehrenamtlichen Tätigkeiten und freiwilligem Engagement ist die Aussicht, für eine Tätigkeit wieder bezahlt zu werden, eine starke Antriebskraft. Das eigene Geld zu verdienen und finanziell selbstständig zu sein, wird dein Selbstvertrauen entscheidend stärken. Während du in den letzten Jahren das Geld deines Partners, deiner Familie verwaltet und dabei genau abgewogen hast, was du davon ganz allein für dich nutzen darfst, wirst du mit einem eigenen Einkommen viel freier sein, um etwas nur für dich zu kaufen, von deinem selbst verdienten Geld. So wie früher, als du noch an deiner ersten Berufskarriere gearbeitet hast.

Die finanzielle Selbstständigkeit sichert dich auch für den Fall ab, dass sich die familiäre Situation ändert. Eine Trennung, Scheidung, Krankheit oder ein Arbeitsplatzverlust des Partners können gleichermaßen zu finanziellen Schieflagen führen, die durch dein eigenes Einkommen abgefedert werden könnten.

Eventuell nehmen auch die finanziellen Anforderungen zu, die mit dem Aufwachsen der Kinder einhergehen. Die Kosten für Kleidung, Hobbys, Ausbildung steigen, je älter die Kinder werden. Vielleicht ist ein Internat oder ein Hochschulstudium für die Kinder nur möglich, wenn du wieder arbeitest und ein bestimmtes Einkommen erzielst.

Das eigene Geld zu verdienen gehört fast immer mit zu den Beweggründen für den beruflichen Wiedereinstieg. Wir werden in einem späteren Kapitel darüber sprechen, dass es dennoch Momente geben kann, in denen du dein Einkommen nicht die obere Priorität einräumen solltest. Zu Beginn des Wiedereinstiegs kann es sein, dass von deinem Gehalt nach Abzug aller Kosten für Kinderbetreuung, Haushaltsorganisation und Besteuerung nur wenig übrig bleibt. Das ist z. B. ganz leicht der Fall, wenn dein Partner in Steuerklasse 3 und du in Steuerklasse 5 eingestuft bist. Wenn sich mit dieser Berufstätigkeit jedoch mittelfristig lukrative Möglichkeiten verbinden, ist dieser Weg dennoch lohnenswert und sinnvoll. Behalte deshalb eine langfristige Perspektive im Blick, wenn es ums Geld geht.

2. Anerkennung

Du arbeitest 24 Stunden am Tag, an sieben Tagen in der Woche. Du organisierst, tröstest, schlichtest und lehrst. Wenn du dann sagst: »Ich bin Mutter (oder Vater)«, lautet eine typische Antwort: »Ach, nur Mutter?« oder »Ach, reicht dir das?« Nein, es reicht dir nicht mehr. Du hattest mal einen anspruchsvollen Job, in dem es viel Anerkennung gab. Genau das möchtest du wieder haben: Anerkennung für das, was du tust und kannst.

[18]Vielleicht wirst du nicht gleich im ersten Schritt denselben anspruchsvollen Job wie früher ausüben können oder wollen. Eventuell wirst du auch erst nur einige Stunden pro Woche arbeiten und nach und nach aufstocken. Aber das Gefühl, für das, was du tust, bezahlt zu werden, unterscheidet sich grundsätzlich davon, Dank oder Lob zu erhalten. Es ist eine Wertschätzung und Anerkennung deiner Leistung, die über ein Wohlwollen hinausgeht. Sie gilt uneingeschränkt und das tut gut.

3. Mehr Gleichberechtigung in der Partnerschaft

Der eine arbeitet, der andere kümmert sich um die Kinder. Das kann gut laufen und wahrscheinlich lief es für dich auch einige Jahre gut. Aber nun möchtest du die Rechte und Pflichten in der Partnerschaft wieder gleich verteilt haben. Es geht dir darum, dass nicht nur dein Partner Familie und Job hat, sondern auch du Familie und Job hast.

Wenn beide berufstätig sind und beide zum Haushaltseinkommen beitragen, entlastest du deinen Partner von dem Druck, allein für das Einkommen zuständig zu sein. Der Gender Pay Gap und berufliche Auszeiten können allerdings dazu führen, dass gleichwohl keine gleichen Einkommen erzielt werden. Aber du leistest einen monetären Beitrag, das macht den Unterschied.

4. Weiterentwicklung

Im Kindergarten Lampions basteln, im Elternrat über Schulnoten sprechen, das kann eine Zeitlang erfüllend sein. Aber dann kommt der Zeitpunkt, an dem es dem einen oder anderen nicht mehr reicht. Es fehlt die intellektuelle Auseinandersetzung und das Gefühl, sich weiterzuentwickeln oder Neues zu lernen. Es fehlt die Herausforderung, um dich zu beweisen.

Weiterentwicklung ist ein Ziel, das auf verschiedenen Wegen erreicht werden kann. Das kann eine Berufstätigkeit sein, das kann aber auch zunächst eine Weiterbildung oder Fortbildung sein. Ebenso kann es eine anspruchsvolle ehrenamtliche Tätigkeit sein. Prüfe bei diesem Ziel, worum es dir vor allem geht.

5. Nicht allein zurückbleiben

Wenn du für die Kindererziehung beruflich ausgesetzt hast und die Kinder langsam größer werden und beginnen, ihre eigenen Wege zu gehen, ist absehbar, dass die Kinder bald ganz aus dem Haus sind. Während dein Partner und die Kinder ihr Leben leben, ist da keiner mehr, um den du dich täglich kümmerst. Um nicht allein [19]zurückzubleiben und zu warten, bis die Kinder gut versorgt sind (was im besten Fall irgendwann einmal eintritt), kannst du schon jetzt beginnen, deine eigenen beruflichen Vorstellungen wieder zu verfolgen. Fange lieber früher als später damit an. Für den einen ist dafür der richtige Zeitpunkt, wenn das jüngste Kind im Gymnasium ist, für den anderen, wenn die Tochter 18 Jahre alt wird. Hier gibt es keinen richtigen oder falschen Zeitpunkt – du allein bestimmst den Zeitpunkt und das Tempo.

6. Berufliche Ambitionen

Du hast eine gute Ausbildung und eine erfolgreiche erste Berufskarriere hinter dir. Du hast dir einige Erfolge hart erarbeitet. Dann hast du eine berufliche Pause eingelegt. Das bedeutet aber nicht das Ende deiner beruflichen Ambitionen. Nach Jahren des Engagements im privaten Bereich willst du den Fokus jetzt wieder auf den Job legen, an beruflichen Zielen arbeiten, Ehrgeiz ausleben. Der erste Schritt dahin ist, sich diese Ambitionen einzugestehen!

Wenn du dich im Moment sorgst, was deine Umgebung zu deinen beruflichen Plänen sagt, behalte sie erst einmal für dich. Wie du das Zutrauen zu dir stärkst und dieses Ziel kommunizierst, zeigen wir dir im nächsten Kapitel.

7. Status

Monetäre Anerkennung ist das eine, der Status »im Job« ist noch einmal etwas ganz anderes. Dabei spielt es keine Rolle, wie viele Stunden pro Woche du arbeiten willst oder auf welcher Stufe der Karriereleiter du einsteigen wirst. Fakt ist, du gehörst wieder zu dem Kreis der Berufstätigen. Dieses Gefühl tut verdammt gut. Denn du kennst es. Solange du »nur« Mutter oder »nur« Vater oder »nur« nicht berufstätig bist, ist deine Meinung auf der Dinner Party nur halb so interessant. Aber sobald du wieder im Job bist, wird deinen Worten ein viel größeres Gewicht gegeben.

Für einige Wiedereinsteiger fühlt es sich sogar so an, als wären sie erst im Job wieder ein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft – auch wenn sie es vorher nicht so hätten benennen können. Sie spüren dann den gesellschaftlichen Druck, der fordert, dass Frauen und Männer, Mütter und Väter gleichermaßen berufstätig sind.1

[20]Vielleicht sind das auch deine Wünsche, vielleicht hast du aber auch einen ganz anderen Wunsch, den du mit deinem Wiedereinstieg verbindest. Damit du dir hierüber klarer wirst, empfehlen wir dir die folgende Übung. Auf mybook.haufe.de (Arbeitshilfe 2) findest du eine Vorlage.

Action Step 1: Deine Wünsche zum Wiedereinstieg

Schließ die Augen, gehe ein paar Minuten in dich und frage dich:

Was wünsche ich mir von meinem Wiedereinstieg?

Notiere dann drei Wünsche, die du mit deinem Wiedereinstieg verwirklichen möchtest:

1. ____________________

2. ____________________

3. ____________________

Entscheide im nächsten Schritt, welcher Wunsch von diesen dreien dich am allermeisten begeistert. Schreibe diesen Wunsch in die »Wolke« (Abb. 1).

Unser Tipp

Zeichne diese Wolke auf ein Blatt Papier und hänge sie an einem Platz auf, an dem du gerne sitzt und arbeitest. Dann siehst du immer, was du dir am meisten wünschst – das wird dich inspirieren und motivieren! Die Wolke wird dich wie ein Kompass auf deinem Weg halten, wenn du mal nicht weiter weißt.

Abb. 1: Mein größter Wunsch für den beruflichen Wiedereinstieg (Beispieltext)

[21]1.2Was könnte dich hindern?

Die meisten von uns haben aber noch eine andere, kritische Stimme im Ohr, bei dem einen leiser, bei dem anderen lauter. Diese Stimme fragt, ob du jetzt noch so gut bist wie früher. Ob du einen geeigneten Job finden wirst. Ob du das alles schaffen wirst.

Dein Tag ist ja jetzt schon bis zum Rand ausgefüllt: Die Organisation des Familienlebens, die Arbeit für den Partner, die Kinder und die Eltern, der Haushalt, der Schulrat, die Gemeindearbeit, der Schrebergarten mit den Freunden. Das möchte alles betreut werden und nimmt Zeit in Anspruch. Das findest du ja auch toll!

Schließlich hast du die letzten Jahre intensiv daran gearbeitet, so ein Leben sicherzustellen. Du hast Liebe und Energie investiert, damit sich deine Familie und deine Umgebung wohl fühlen und sich deine Kinder entwickeln können. Wie sollst du dir da die Zeit herausschneiden, die nur für dich und deine beruflichen Vorstellungen bestimmt ist, ohne dass andere ins Hintertreffen geraten oder gar leiden? Das sind viele, lose Gedankenfäden und Zweifel, die dich in dieser frühen Phase deines Wiedereinstiegs beschäftigen könnten.

Du stehst mit diesen Überlegungen nicht allein da. Jeder, wirklich jeder, der einen neuen beruflichen Platz im Leben sucht, hat auch Zweifel. Das gehört einfach dazu. Denn wir bewegen uns aus vertrautem in neues Terrain und wissen noch nicht, was kommt.

Die sieben häufigsten Zweifel vor dem Wiedereinstieg

Solange diese Gedanken in deinem Hinterkopf unausgesprochen und unausgegoren hin- und herflitzen, wirken sie unbezwingbar und viel größer, als sie es bei Lichte betrachtet sind. Im schlimmsten Fall machen sie sich zu einem Zeitpunkt störend bemerkbar, der so gar nicht passt. Deswegen schauen wir uns jetzt die sieben häufigsten Zweifel an und zeigen dir, wie man diese auflösen kann. Wenn du keine siehst, sei glücklich, gratuliere dir und springe gleich zum nächsten Abschnitt.

1. Partnerschaft

Wenn du zukünftig arbeiten wirst, bedeutet das automatisch weniger Zeit für die Familie und die Partnerschaft. Was hält dein Partner von deinem Vorhaben? Findet er das gut? Hat er Kapazitäten, um dich im Haushalt zu entlasten, während du deine ersten Tage im Job verbringst?

[22]Wir hören immer wieder, dass der Partner den Wiedereinstieg gutheißt, gleichzeitig aber möglichst wenig Veränderungen im Haushaltsablauf haben möchte. Das eine wird aber nicht ohne das andere gehen. Versuche, nicht von vornherein, Beruf und Haushalt allein zu managen. Beziehe den Partner frühzeitig in deine Überlegungen mit ein. Überlegt zusammen, welche Abläufe verändert werden können, damit du mehr zeitlichen Freiraum gewinnst. Was kann der Partner übernehmen? Was kannst du an Externe abgeben, was können die Kinder übernehmen? Oftmals lässt sich durch geschickte kleine Änderungen im Alltagsablauf – z. B. ein Großeinkauf statt mehrere kleinere pro Woche – Zeit für den Job gewinnen.

Wenn du wieder arbeitest, wird der Haushalt weniger perfekt sein als jetzt. Einigt euch als Paar, in welchen Bereichen ihr Kompromisse eingehen könnt. Es wird eventuell nicht gleich beim ersten Gespräch Einigkeit bestehen, aber gebt nicht auf. Es werden mehrere Gespräche notwendig sein, um einen Weg zu finden, der für beide gangbar ist.

In welcher Arbeitssituation befindet sich dein Partner aktuell? Hat er seine beruflichen Ziele erreicht und befindet er sich in einer gesicherten Position? Oder befürchtet er, demnächst ohne Arbeit dazustehen. Je emotional angespannter seine Lage ist, desto weniger solltest du auf seine Unterstützung bauen. Ein offenes Gespräch hierzu, so schwierig das auch sein kann, hilft, Klarheit zu gewinnen.

Lösungsvorschlag

Behaltet euch als Paar im Blick. Es kann passieren, dass du zukünftig nach Hause kommst und nur noch über deinen Job redest – es ist ja alles neu und aufregend. Plane bestimmte Zeiten ein oder entwickle Rituale, die sich um euch als Paar drehen, also nicht um den Job oder die Kinder.

2. Kinder und Elternrolle

Das Kind oder die Kinder sind der häufigste Grund für eine berufliche Auszeit. Wenn du ein Elternteil bist, das morgens das Kind in die Schule verabschiedet und nachmittags wieder empfängt, dann ist es ein riesiger Schritt für dich, diesen Alltag zukünftig nicht mehr zu erleben. Man muss sich erst daran gewöhnen, dass nun jemand anderes die Pausenbrote schmiert und das Mittagessen kocht.

Ebenso ist es auch für deine Kinder eine Umstellung. Sie sind es gewohnt, dass du da bist und Zuwendung und Annehmlichkeiten verteilst. Die häufigsten Bedenken sind, ob es den Kindern weiterhin gut gehen wird, wenn du wieder arbeitest. Dazu [23]kommen Zweifel, ob du deiner Rolle als fürsorgendes Elternteil immer noch gerecht wirst, wenn du viele Stunden am Tag nicht verfügbar bist.

Lösungsvorschlag

Kinder spüren es, wenn sich Dinge ändern. Am besten suchst du das Gespräch mit ihnen, bevor du anfängst zu arbeiten. Erkläre ihnen, warum du wieder arbeiten möchtest und was sich dadurch im Alltag ändern wird.

Binde die Kinder, je nach Alter, in die Umstellung des Alltagslebens mit ein. Übergebe kleine Aufgaben, Kinder lieben es, Verantwortung zu tragen. Fange jetzt schon damit an, diese Aufgaben einzuführen, damit es funktioniert! Es geht nicht an, dass Carlotta nur den Müll rausbringt, wenn sie Lust hat – und du wirst es auch nicht mehr tun wollen, wenn du wieder arbeitest. Je mehr du sie einbindest, desto reibungsloser wird die Umstellung ablaufen. Das ist besser, als die Kinder zu bestechen oder wilde Versprechungen zu machen, um sie wohlgesonnen zu stimmen. Schön ist es, sich eine Belohnung auszudenken, wenn der Wiedereinstieg gelungen ist, und diesen dann gemeinsam zu feiern.

3. Schuldgefühle

Wenn du in einen neuen Lebensabschnitt startest, lässt du immer auch andere zurück. Das können die Kinder sein, denen gegenüber du ein schlechtes Gewissen hast, weil du fortan weniger Zeit hast. Das können andere Familienangehörige sein, für die du nun weniger Betreuungszeit hast. Das kann die Firmengründung sein, die du mit zwei Freunden geplant hast und jetzt nicht weiter verfolgen möchtest. Das kann die Charity- oder Hilfsorganisation sein, deren Motor du warst, in der du nun aber keine Perspektive mehr für dich siehst.

In all diesen Situationen könntest du Schuldgefühle haben oder das schlechte Gewissen, jemanden im Stich zu lassen aufgrund deiner Entscheidung zum Wiedereinstieg.

Lösungsvorschlag

Hinter Schuldgefühlen bzw. schlechtem Gewissen verbirgt sich meist die Sorge, jemanden zu enttäuschen. Das macht es so schmerzhaft. Keiner will enttäuschen! Vor allem Frauen sind immer noch darauf programmiert, Erwartungen von anderen gerecht zu werden.

Umso schwieriger ist es dann, seinen eigenen Weg zu gehen.

Ein Grund für Schuldgefühle ist häufig, dass es Erwartungen an dich gibt, die du mit deiner Entscheidung nicht mehr erfüllen kannst. Kläre für dich, inwieweit diese Erwartungen [24]begründet sind. Suche dann das offene Gespräch und erzähle, was du dir von diesem Schritt versprichst. Dein Gegenüber wird deine Entscheidung dann besser nachvollziehen können.

Auf jeden Fall wirst du mit deinen (Schuld-)Gefühlen besser umgehen können, wenn du verstehst, was ihnen zugrunde liegt.

4. Was andere denken

Was unsere engen Freunde denken, beeinflusst unser Handeln auf vielen Ebenen. Wenn alle deine Freunde berufstätig sind, wird dein Wunsch zu arbeiten wahrscheinlich auf große Akzeptanz stoßen. Anders kann es aussehen, wenn die Freunde nicht berufstätig sind. Dann könnte dein Vorhaben auf Unverständnis oder sogar Ablehnung stoßen. Neben allen sachlichen Argumenten geht es dabei immer auch um zwei wesentliche Punkte:

Erstens gehen mit dem Wiedereinstieg Veränderungen einher. Wenn du berufstätig bist, wirst du nicht mehr so viel Zeit wie früher für deine Freunde haben. Einmal kurz zusammen Eis essen gehen oder spontan mit den Kindern einen Ausflug machen, das wird nicht mehr so leicht klappen.

Du wirst neue, andere Dinge erleben, die mit deinen Freunden nichts zu tun haben. Du wirst berufliche Interessen haben, dich fachlich austauschen, vielleicht sogar Verhandlungen führen. Der Klatsch und Tratsch aus der Nachbarschaft oder dem Freundeskreis wird dann vielleicht nicht mehr ganz so spannend sein wie bisher – zumindest könnten das deine Freunde befürchten. Du startest in eine neue Lebensphase, du bist berufstätig und sie nicht. All das kann auf die anderen verunsichernd oder sogar bedrohlich wirken.

Der zweite Punkt knüpft direkt an. Du tust etwas, worüber die anderen vielleicht auch schon nachgedacht haben, worüber ihr alle eventuell schon mal gemeinsam gesprochen habt. Aber du setzt es in die Tat um. Das stellt deine Freunde vor die Frage, ob sie das nicht selbst auch machen sollten. Das ist unbequem und fordert heraus. Vielleicht hält dein Verhalten den Freunden sogar einen Spiegel vor, was alles möglich wäre, wenn man die eigene Komfortzone verlässt.

Sei darauf vorbereitet, dass dein Umfeld unterschiedlich reagieren könnte. Wenn du weißt, was dahinter steckt, fällt es dir leichter, damit umzugehen.

[25]Es gibt noch einen weiteren Bereich, in dem die Meinung anderer deine Wiedereinstiegsentscheidung maßgeblich beeinflussen könnte. Meistens beginnen Gespräche dazu mit: »Du bist doch Innenarchitektin, warum willst du denn im Einrichtungsgeschäft jobben? Du könntest viel mehr erreichen!« Oder: »Du bist doch Anwältin, reicht dir das als Sachbearbeiterin bei der AWO Verträge zu bearbeiten?« Hinter diesen Reaktionen steht im Grunde der Zweifel: »Bei deinen Möglichkeiten könntest du etwas ganz anderes machen«. Prompt tauchen Fragen in dir auf, ob du deine Qualifikationen nicht falsch einsetzt und beruflich etwas anderes machen solltest.

Lösungsvorschlag

Lass dich nicht beirren. Du hast dir im Vorfeld alles gut überlegt und deine Prioritäten richtig gesetzt. Reflektiere diese noch einmal – ohne an die Kommentare deiner Freunde zu denken.

Was andere von uns beruflich erwarten, stimmt nicht immer mit unseren eigenen Vorstellungen überein. Im Gegensatz zur ersten Berufskarriere, die geprägt war von den Erwartungen und Anforderungen der Eltern und Lehrer, bietet der Wiedereinstieg die große Chance, berufliche Ziele noch einmal neu zu überdenken.

5. Meine Unabhängigkeit

Momentan bist du der Bestimmer. Es gibt zwar einen zeitlichen Rahmen, der durch Kita, Schule und weitere Verpflichtungen vorgegeben ist. Aber wie du diesen Rahmen ausgestaltest, ist dir überlassen. Wann du den Haushalt machst, Freunde triffst, Hobbys nachgehst, entscheidest du allein. Du hast die Kontrolle darüber, wie der Haushalt organisiert wird. Du leitest ein Familienunternehmen und das seit Jahren.

Wenn du nicht vorhast, freiberuflich oder selbstständig zu arbeiten, wirst du mit einer Berufstätigkeit nicht mehr so unabhängig über deine Zeit verfügen können. Realistischer ist, dass deine Arbeitszeit und der Arbeitsort festgelegt sind und du jemanden hast, der deine Arbeit prüft. Es gibt mittlerweile zwar unterschiedlichste Arbeitsmodelle, bei denen Arbeitszeit und -ort individuell gewählt werden können, aber jede Flexibilität hat ihre Grenzen.

Selbst wenn du freiberuflich oder selbstständig arbeiten möchtest, wirst du Vorgaben in Bezug auf die Arbeitszeit und zeitliche Fristen, wie auch den Inhalt der Tätigkeit und eine Ergebniskontrolle, haben. Spätestens, wenn ein 25-jähriger Vorgesetzter an dir unberechtigte Kritik übt oder du in den Herbstferien nicht mit den Kindern verreisen kannst, weil du noch in der Probezeit bist und keinen Urlaub erhältst, [26]spätestens dann könntest du ins Grübeln kommen, ob das mit dem Arbeiten die richtige Entscheidung war.

So anziehend du die Vorstellung eines Teams mit netten Kollegen, festem Gehalt und fachlicher Weiterentwicklung finden könntest, so abschreckend kann es gleichzeitig sein, zeitlich, räumlich und inhaltlich gebunden zu sein. Das ist ganz normal. Schließlich warst du viele Jahre dein eigener Chef, in deiner Familie.

Lösungsvorschlag

Reflektiere, wie viel Flexibilität wirklich notwendig ist und wie viel du gerne haben möchtest. Allein schon diese zwei Aspekte können erstaunliche Antworten hervorbringen.

In Kapitel 3 sprechen wir noch ausführlich darüber, welches Setting für dich das Beste ist. Von dort ausgehend erstellen wir mögliche Einstiegsvarianten. Denn zwischen Festanstellung in Vollzeit und Solopreneurship gibt es eine Bandbreite an Arbeitsmöglichkeiten. Und darunter ist definitiv auch eine, die deinen Vorstellungen und Erwartungen gerecht wird.

6. Zutrauen

Es gab eine Zeit, da wusstest du genau, was du kannst und was deine Stärken sind. Worin du gut bist oder sogar besser als deine Kollegen und was nicht so dein Ding ist. Du warst auf dem neuesten Stand der Technik und kanntest die Pros und Cons der aktuellen Themen deiner Branche im Schlaf. All das hast du dir mehr oder weniger spielerisch angeeignet.

Heute fragst du dich vielleicht, ob du beruflich noch mithalten kannst. Ob du mit der neuen Technik klarkommen wirst. Was kannst du eigentlich wirklich gut, fragst du dich heute.

Während deiner Berufspause ist leider etwas Entscheidendes passiert. Der Statusverlust, der mit der Aufgabe des Jobs einhergeht, führt sehr oft – schleichend – zu einem Verlust des Zutrauens in die eigenen beruflichen Fähigkeiten. Aus Mangel an beruflichen Erlebnissen fühlst du deine Stärken nicht mehr. Getreu dem Motto »Ich arbeite nicht, also kann ich auch nichts« schrumpft dein berufliches Selbstvertrauen auf Fingerhutgröße zusammen.

[27]Lösungsvorschlag

Wenn es dir so ergeht, denk einmal darüber nach, was dich hindert, deine Kenntnisse auf den neuesten Stand zu bringen. Du hast eine berufliche Auszeit eingelegt, und zwar aus guten Gründen. Aber damit bist du ja nicht weniger intelligent oder weniger klug als vorher, oder? Um es klarzustellen: Es kann erforderlich sein, Kompetenzen zu aktualisieren und sich neues Wissen anzueignen. Vielleicht wirst du sogar die Branche wechseln und dich beruflich neu aufstellen. Die weitaus größere Herausforderung besteht jedoch aus unserer Erfahrung darin, das Zutrauen in die eigenen beruflichen Fähigkeiten zurückzugewinnen. Denn am Ende ist es so: Je mehr Selbstvertrauen du ausstrahlst, umso eher trauen potenzielle Arbeitgeber dir zu, dir Wissen anzueignen und den Job zu meistern. Allein darum geht es. Da ein großer Schlüssel für deinen erfolgreichen Wiedereinstieg genau in diesem Zutrauen liegt, widmen wir das folgende Kapitel 2 nur diesem Thema.

7. Dein Alter

Dein tatsächliches Alter ist eine Sache – sich alt oder gar zu alt zu fühlen, ist hingegen eine ganz andere Angelegenheit. Wir hatten Workshop-Teilnehmer, die sich mit 37 Jahren zu alt fühlten, um den Beruf zu wechseln. Auf der anderen Seite erleben wir Wiedereinsteiger, die mit 52 Jahren und 15 Jahren Auszeit, beruflich ganz neu loslegen. Mit Erfolg!

Dass wir an unserem Alter nichts ändern können, ist eine Tatsache. Es gibt auch entgegen aller Versprechungen durchaus so etwas wie »Ageism«, also die Neigung, eher jüngere als ältere Bewerber einzustellen.

Du wirst aus deinem eigenen Erleben jedoch bestätigen können, dass es Berufstätige zwischen 20 und 70 Jahren gibt. Damit gibt es auch für dich noch eine große Anzahl an Jahren, die du vor dir hast, um berufstätig zu sein. Selbst mit 65 Jahren kannst du noch loslegen. Wir kennen aus unserem eigenen Verwandtenkreis das Beispiel einer 65-jährigen Frau, die nach ihrem Medizinstudium drei Kinder aufgezogen hat. Irgendwann waren die Kinder aus dem Haus. Was sollte dann kommen? Da las sie in einer Anzeige, dass ein Kiosk verkauft wird, bei dem die ganze Familie seit Jahrzehnten eingekauft hatte. Weil sie nicht wollte, dass dieser Kiosk eventuell einer anonymen Ladenkette weicht oder ganz verschwindet, ist sie ins kalte Wasser gesprungen und hat den Kiosk selbst gekauft. Sie hat sich in Buchhaltung, Warenlagerung, Einkaufskonditionen, Abrechnungen und vieles mehr eingearbeitet. Dabei hat sie teilweise zwölf Stunden gearbeitet, aber ihren Schritt in keiner Sekunde bereut. Einfach, weil sie sich lebendig fühlte, viel Wertschätzung von den anderen dankbaren Kunden bekam und jeden Tag unterhaltsame Geschichten erlebte.

[28]Lösungsvorschlag

Die Geschichte von der agilen Kioskbesitzerin ist sicher nicht der Regelfall. Aber erstens bist du wahrscheinlich auch noch keine 65 und zweitens soll sie nur bekräftigen, dass es nie zu spät ist und du nie zu alt bist, um beruflich wieder einzusteigen! Das Alter wäre nur eine Ausrede, aber kein Grund. Wenn für dich also das Alter ein Thema sein sollte, schaue hinter die Fassade dieses Gedanken. Was steckt wirklich dahinter? Wovor hast du vielleicht Angst? Was bereitet dir Unbehagen?

Jetzt kennst du die häufigsten Bedenken und hast dich vielleicht bei dem einen oder anderen Gedanken wiedergefunden. Diese Bedenken sind berechtigt, sollen dich aber nicht von deinem Ziel abbringen. Denn das würde bedeuten, einen großen Teil deines Lebens und deiner Persönlichkeit auf ein unbestimmtes »Später« zu verschieben.

Möchtest du das wirklich?

Action Step 2: Welche Hindernisse siehst du?

Jetzt ist Showtime für alle kleinen und großen Zweifel, die du für deinen Wiedereinstieg siehst. Nimm dir ein Din-A4-Blatt und lege es hochkant vor dich. Oben schreibst du die Worte »Mein neuer Job« quer über das Blatt. Unten zeichnest du ein Strichmännchen ein. Das bist du. Dann zeichnest du eine Linie von unten nach oben.

Notiere jetzt in Stichworten, was dir auf dem Weg zu deinem neuen Job hinderlich sein könnte. Welche Überlegungen, Bedenken, Sorgen oder Zweifel hast du, wenn du an deinen Wiedereinstieg denkst? Notiere deine Gedanken entlang dieser Linie. Alle Notizen sind erlaubt, unabhängig davon, was andere vielleicht dazu sagen würden oder wie bedeutsam der Gedanke ist. Es geht allein um deine Wahrnehmung und um dein Gefühl. Sei dabei absolut ehrlich zu dir selbst. Wenn du fertig bist, liest du dir alles noch einmal durch. Ist es vollständig? Wenn nicht, mach einfach weiter, bis dir nichts mehr einfällt.