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2., komplett überarbeitete und erweiterte Neuausgabe Für jeden Trader ist ein professionelles Risiko- und Money-Management unverzichtbar, um Trading-Ergebnisse dauerhaft und nachhaltig zu verbessern. Im Eifer des Tradings wird das oft vernachlässigt. Deshalb stellt Wieland Arlt in seinem Buch einfache Methoden vor, die in der Praxis mit wenig Aufwand umzusetzen sind. Er erläutert Konzepte für unterschiedliche Handelsstile und begleitet individuell kurz- und mittelfristig orientierte Trader von der Planung eines Trades bis hin zur Wahl des passenden Finanzmarktes. Praxisnahe Hinweise zeigen, dass ein professionelles Risiko- und Money-Management Trading-Erfolg planbar macht.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 257
Veröffentlichungsjahr: 2020
Wieland Arlt
RISIKO- UND MONEY-MANAGEMENT – SIMPLIFIED
TITEL DER SIMPLIFIED-BUCHREIHE
Wieland Arlt
Risiko- und Money-Management
Herbert Autengruber
Aktienfonds für jedes Anlageziel
Holger Bengs | Mike Bayer
Investieren in Biotechnologie
Norbert Betz | Ulrich Kirstein
Börsenpsychologie
Andreas Braun
Nachhaltig investieren
Andreas Braun
Social Trading
Pierre M. Daeubner
Alles, was Sie über Technische Analyse wissen müssen
Ed Downs
Die besten Chartmuster
Georg Eckert
Die Privatanlegerbibel
Judith Engst
Erben und vererben
Judith Engst | Rolf Morrien
Depot-Absicherung leicht gemacht
Horst Fugger
Börsen-Lexikon
Lars Gottwik
Rainbow-Trading
Peter Hasler
Unternehmensanleihen
Markus Jordan
Zertifikate
Jay Kaeppel
Die 4 größten Fehler beim Handel mit Optionen
Wieland Arlt
RISIKO- UND MONEY-MANAGEMENT
Redaktion: Marion Reuter
Korrektorat: Bärbel Knill
Umschlaggestaltung:
Vincent Herb, München
Umschlagabbildung:
Pisit.Sj/shutterstock.com
Satz: Georg Stadler, München
Druck: GGP Media GmbH, Pößneck
eBook: ePubMATIC.com
1. Auflage der komplett überarbeiteten und aktualisierten Neuausgabe 2020
© 2014 by FinanzBuch Verlag, ein Imprint der Münchner Verlagsgruppe GmbH, Nymphenburger Straße 86
D-80636 München
Tel.: 089 651285-0
Fax: 089 652096
Für Fragen und Anregungen:
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ISBN Print 978-3-95972-349-7
ISBN E-Book (PDF) 978-3-96092-641-2
ISBN E-Book (EPUB, Mobi) 978-3-96092-642-9
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Beachten Sie auch unsere weiteren Verlage unter www.m-vg.de.
VORWORT
DANKSAGUNG
TEIL 1:AUF DEM WEG ZUM BÖRSENPROFI
KAPITEL 1:DER SCHLÜSSEL ZUM TRADING-ERFOLG
Was haben Risiko- und Money-Management mit erfolgreichem Trading zu tun?
Warum sind Risiko- und Money-Management für erfolgreiches Trading unerlässlich?
Wer sind Sie? Trader, Anleger und Investor oder Hasardeur?
Die Welt aus den Angeln heben: Welcher Trading-Stil passt zu Ihrem Handelskonto?
KAPITEL 2:RISIKO-MANAGEMENT
Plane deinen Trade und trade deinen Plan! Welche Elemente sind für das Risiko-Management wichtig?
Alle Eier in einen Korb?! So grenzen Sie Ihr Gesamtrisiko vom Einzelrisiko ab!
Runter kommen Sie immer: Wie Sie Ihre Position gegen Verluste absichern!
Alles auf eine Karte?! So bestimmen Sie Ihre optimale Positionsgröße!
KAPITEL 3:MONEY-MANAGEMENT
Vom Risiko-Management zum Money-Management : Was hat Risikobegrenzung mit Gewinnermittlung zu tun?
Chance oder Risiko? So verbessern Sie die Qualität Ihrer Trades!
KAPITEL 4:RISIKO- UND MONEY-MANAGEMENT IN DER PRAXIS
Aktien, CFDs, Devisen und Zertifikate: Wie Sie das Risiko- und Money-Management professionell auf Ihr Trading-Konto anwenden können!
Exkurs: So berechnen Sie Hebelzertifikate!
TEIL 2:VOM BÖRSENPROFI ZUM TOP-TRADER
KAPITEL 5:RISIKO- UND MONEY-MANAGEMENT IM QUADRAT
Viel hilft viel … Welchen Einfluss die Richtigkeit Ihrer Prognosen und die Anzahl der Trades auf Ihren Trading-Erfolg hat
Traue deiner Statistik … Die Aussagekraft von Risiko, Chance-Risiko-Verhältnis, Trefferquote und Handelsfrequenz in der Praxis
Gutes besser machen: So optimieren Sie Ihr Money-Management und verbessern Ihre Trading-Ergebnisse!
KAPITEL 6:RISIKO- UND MONEY-MANAGEMENT 2.0
Begrenzen oder laufen lassen? Welche Auswirkungen ein nachgezogener Stop-Loss auf Ihr Risiko- und Money-Management hat
Einsteigen, Aufsteigen, Aussteigen: So können Sie Ihre Gewinne bei unverändertem Risiko erhöhen!
Der Time-Warp: Wie Sie verschiedene Zeitebenen miteinander verknüpfen
KAPITEL 7:ERFOLG IST PLANBAR! IN KLEINEN SCHRITTEN ZUM GROSSEN ZIEL!
SCHLUSSWORT
ÜBER DEN AUTOR
Herzlichen Glückwunsch! Indem Sie die ersten Zeilen dieses Buches lesen, gehören Sie bereits zu dem Kreis der Investoren, die sich professionell und bewusst mit dem Thema Geldanlage und Trading beschäftigen!
Was gehört zu einer erfolgreichen Geldanlage dazu? Sicher, eine robuste Handelsstrategie, die Ihnen gewinnträchtige Möglichkeiten aufzeigt. Auch die Wahl des richtigen Finanzinstrumentes ist ein wesentlicher Bestandteil Ihres Erfolges. Der wichtigste Baustein einer erfolgreichen Geldanlage ist aber der bewusste Umgang mit dem Risiko und das Management des eigenen Kapitals. Das sind die Kennzeichen eines professionell im Markt agierenden Traders und Anlegers!
Obwohl Risiko-Management heute zum guten Ton im Trading gehört und jeder Anleger und Trader theoretisch mit dem Thema vertraut ist, ist es in der Praxis leider immer noch ein himmelweiter Unterschied, ob dieses nur verstanden oder aber verstanden und auch wirklich angewendet wird. Die erzielten Ergebnisse vieler Trader machen diesen Unterschied oftmals auf ernüchternde Weise deutlich. Der professionelle Umgang mit dem Risiko und die Entwicklung einer positiven Einstellung dazu machen folgerichtig den ersten Teil dieses Buches aus.
Erst nachdem wir uns intensiv mit einem professionellen Umgang mit Verlusten beschäftigt haben, können wir uns im nächsten Schritt über den professionellen Umgang mit Gewinnen unterhalten. Für einen erfolgreichen Trader ist beides wichtig. Denn früher reichte es vielleicht aus, nur die Verlustbegrenzung – also das Risiko-Management – im Trading zu berücksichtigen, doch heute ist es ebenso wichtig, sich auch über Gewinnmitnahmen Gedanken zu machen. Warum? Zum einen, weil die Finanzmärkte mittlerweile eine hohe Schwankungsbreite aufweisen und unvermittelt von Hochpunkten zu Tiefpunkten schnellen. Wo dann eben noch ein Buchgewinn zu verzeichnen war, kann im nächsten Moment bereits ein Verlust zu Buche stehen. Zum anderen, weil es manchmal eben nicht nur bei Schwankungen bleibt. Obwohl beispielsweise Aktien im Allgemeinen im Zeitverlauf immer gestiegen sind, gilt das eben nicht für alle Titel. Viele Unternehmen und deren Aktien sind im Laufe der Jahre sang- und klanglos vom Markt verschwunden. Und was wurde aus den zwischenzeitlich in den Depots aufgelaufenen Gewinnen?
Die Gedanken zu einem bewussten Umgang mit Gewinnen führen uns direkt zu einem professionellen Money-Management und schließen den ersten Teil des Buches ab.
Im zweiten Teil wollen wir das Risiko- und Money-Management um einige wichtige Elemente erweitern und die gewonnenen Erkenntnisse vertiefen: Um als Trader dauerhaft erfolgreich zu sein, ist es wichtig, den eigenen persönlichen Trading-Stil und die dazu passende Strategie zu finden und diese bewusst umzusetzen. Dazu gibt es in der Trading-Praxis eine schier unüberschaubare Anzahl an Handelsansätzen und Strategien. Was sie alle verbindet, ist, dass sie sich durch bestimmte Kennzahlen in ihrer Performance messen lassen, die nicht nur den erzielten Gewinn oder Verlust aufzeigen, sondern auch die Hintergründe eines gewählten Ansatzes oder einer umgesetzten Strategie verdeutlichen.
Ein Beispiel: Stellen Sie sich einen Trader vor, der mit seiner Strategie eine exzellente Trefferquote erzielt, seine Gewinne aber vorschnell mitnimmt. Jetzt stellen Sie sich einen anderen Trader vor, der mit der gleichen Strategie zwar das Einzelrisiko einer Position im Griff hat, dafür aber durch eine geringe Trefferquote ein zu hohes Gesamtrisiko eingeht. Obwohl beide Trader die gleiche Strategie verfolgen, müssen die Unterschiede in der Ausführung bei der Beurteilung der Performance entsprechend berücksichtigt werden.
Daraus ergibt sich für aktive Trader und Anleger eine wesentliche und elementare Fragestellung:
Wo genau sind die einzelnen Stellschrauben, die es uns erlauben, unsere Handelsansätze und Trading-Strategien mit unserem Kapital, unserer Erfahrung und unseren erzielten Kennzahlen so in Einklang zu bringen, dass wir in der Lage sind, dauerhaft positive Ergebnisse zu erzielen?
Die Beantwortung dieser Frage bringt uns direkt zu den Elementen eines professionellen Risiko- und Money-Managements. In der Verknüpfung muss es doch darum gehen, zum einen das Risiko effektiv zu begrenzen, und zum anderen die eigenen Trading-Ergebnisse individuell zu optimieren und die sich ergebenden Trading-Chancen damit zu potenzieren.
Mit der »Money-Management-Matrix« werden Sie in diesem Zusammenhang ein Instrument kennen und nutzen lernen, mit dem Sie ihre persönlichen Trading-Ergebnisse nachhaltig verbessern können. Die »Money-Management-Matrix« zeigt Ihnen die Elemente eines professionellen Risiko- und Money-Managements auf, mit denen Sie Ihr Trading auf Ihre individuellen Voraussetzungen einstellen können.
Auch erfahrene Trader werden an diesem Punkt neue Erkenntnisse und wichtige Ansätze für ihre persönliche Ergebnisverbesserung im Trading finden können.
Um Ihr Money-Management und damit die Gesamtheit Ihrer Trading-Ergebnisse zu verbessern, werden wir auch darauf eingehen, wie Sie Ihr Risiko Stück für Stück reduzieren und dabei Ihre aufgelaufenen Gewinne immer weiter absichern können. In diesem Zusammenhang werden wir auch einen schrittweisen Ein- und Ausstieg in und aus einer Position betrachten.
Auch über die Kombination verschiedener Zeitebenen können Sie Ihre Trading-Ergebnisse ebenso verbessern, wie über die schrittweise Vergrößerung einer bestehenden Position. Wie genau Sie hier unter Berücksichtigung der »Money-Management-Matrix« vorgehen können und welche Auswirkungen Sie damit auf Ihre Gesamtergebnisse erzielen, wird ebenfalls Bestandteil dieses Buches sein.
Damit Sie die Umsetzung der im Buch vorgestellten Ideen und Ansätze in der Praxis direkt und unmittelbar nachvollziehen können, werden wir diese regelmäßig auf drei verschiedene Kontogrößen anwenden und die entsprechenden praxisrelevanten Schlüsse daraus ziehen. Dabei kommen nicht nur verschiedene Trading-Stile zum Einsatz, sondern auch unterschiedliche Finanzprodukte.
Zusätzlich werden wir in diesem Buch auch einen Blick hinter die Kulissen des Geschehens werfen und uns mit Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, beschäftigen.
Denn hinter allen Anlage- und Trading-Entscheidungen stehen in letzter Konsequenz immer Sie. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass diese Entscheidungen auf Ihren persönlichen Überzeugungen und Möglichkeiten beruhen. Nur dann können und werden Sie diese konsequent und beherzt umsetzen können. Um diese persönlichen Voraussetzungen herauszufinden, werden Sie im Buch regelmäßig aufgefordert, sich mit bestimmten Fragestellungen intensiv auseinanderzusetzen.
Lassen Sie uns deshalb direkt starten und die grundlegenden Elemente Ihres zukünftigen persönlichen Trading-Erfolges festlegen!
Wieland Arlt
Ich bedanke mich bei meiner Familie für die intensive und unermüdliche Unterstützung während des Schreibens dieses Buches und insbesondere dafür, dass sie mir den Raum lassen, neue Ideen nicht nur zu haben, sondern auch umsetzen zu können!
Ich danke dem gesamten Team von WH Selfinvest für die freundliche Unterstützung, die professionelle Betreuung und den intensiven fachlichen Austausch.
Die wichtigste Voraussetzung, um dauerhaft im Trading erfolgreich zu sein, ist eine gesunde finanzielle Basis. Das ist ein elementarer Grundsatz. Natürlich ist es wichtig, diese finanzielle Basis nicht nur am Beginn der Trading-Karriere zu haben, sondern sie auch dauerhaft zu besitzen und zu erhalten. Denn ohne finanzielle Basis kein Trading. So einfach ist das. Oder etwa nicht?
Auch wenn es eine ausgemachte Sache ist, dass die unbedingte Voraussetzung für Trading das Vorhandensein von einsetzbarem Kapital ist, ist es wichtig, dass wir uns intensiv mit diesem Punkt beschäftigen.
Die erste Frage, die es an dieser Stelle zu klären gilt, ist, inwieweit uns ein professionelles Risiko- und Money-Management dabei nutzen kann, unsere finanzielle Basis zu erhalten und auszubauen. Die zweite Frage, die zu beantworten ist, besteht darin, ob es überhaupt einen Unterschied zwischen Risiko-Management und Money-Management gibt, und wenn ja, wo dieser liegt. Oftmals werden beide Begriffe ja sowohl für das eine wie auch das andere verwendet. Regelmäßig wird dann alles in einen Topf geworfen, nach dem Motto: Verluste begrenzen hat ja auch irgendwie mit Money-Management zu tun.
Für uns ist es an dieser Stelle erst einmal sinnvoll, die beiden Begriffe voneinander zu trennen und zunächst auch getrennt zu betrachten. Wir werden beide Begriffe im Laufe des Buches dann wieder zusammenführen.
Um eine konkrete Abgrenzung zwischen den beiden Begriffen zu erhalten, verstehen wir im Allgemeinen unter Risiko-Management die Betrachtung und Planung eines Trades beziehungsweise einer Position unter Risiko-Gesichtspunkten. So viel sei schon einmal verraten: Die Strategie »Alles auf eine Karte setzen« gehört nicht dazu. Vielmehr müssen Sie sich bei der Planung eines Trades genau überlegen, wie viel Sie wofür einsetzen wollen. Um Ihnen hier bereits ein Stichwort zu geben: Es geht dabei um Verlustbegrenzung und damit den Erhalt Ihrer finanziellen Basis.
Mit Money-Management verbinden wir ganz allgemein die gezielte Steuerung des Kapitaleinsatzes Ihrer Investitionen und die gleichzeitige optimale Planung der Gesamtheit Ihrer Trades mit dem Ziel, Ihre finanzielle Basis kontinuierlich zu vergrößern. Mit dem richtigen Money-Management können Sie Ihren Erfolg an der Börse von der finanziellen Seite her im Vorfeld planen und steuern. Lassen Sie sich überraschen, welche Möglichkeiten dabei auf Sie warten!
Das Bindeglied zwischen Risiko-Management und Money-Management ist die Antwort auf die Frage, wie viel überhaupt mit einem Trade oder einer Position erzielt werden kann, und wie das im Verhältnis zu dem möglichen potenziellen Verlust steht. Auch diesen Punkt werden wir intensiver besprechen und damit gleichzeitig beurteilen können, ob und inwieweit ein Trade überhaupt Sinn macht.
Um uns dem Risiko-Management weiter zu nähern, lassen Sie uns zunächst etwas ausholen und allgemeiner werden. Beschäftigen wir uns an dieser Stelle zunächst einmal ganz allgemein mit dem Grundsatz einer Investition. Was bedeutet es eigentlich, eine Investition zu tätigen? Warum investieren Sie? Was wollen Sie dadurch erreichen?
Wann immer Sie sich damit beschäftigen, eine Investition zu tätigen, werden Sie sich wahrscheinlich zuerst einmal fragen, was Sie aus dieser Investition zurückgewinnen können. Sie würden eine Investition sicher nicht ins Auge fassen, wenn Sie nichts dafür zurückbekämen, oder? Gleichzeitig werden Sie sich aber auch mit dem Risiko beschäftigen müssen, das untrennbar mit der Investition verbunden ist. Wir kennen das aus nahezu allen Lebensbereichen: Wo es eine Chance gibt, da gibt es meistens auch ein Risiko.
Wir können bereits so weit gehen und sagen, dass Sie, sobald Sie eine Investition tätigen, automatisch ein Risiko eingehen. Warum? Weil niemand in die Zukunft sehen kann. Sie investieren Ihre zur Verfügung stehenden Ressourcen und hoffen – mehr können Sie nicht tun – dass Ihre Investition aufgeht. Dass sie sich für Sie rentiert.
Ist es Ihnen aufgefallen? Wir sprechen hier im Übrigen gar nicht von »der Börse«, »dem Trading« oder »dem Anlegen«. Nein, wir sprechen hier ganz allgemein von einer Investition. Das kann in alle möglichen Richtungen gehen und muss noch nicht einmal materiell geschehen. Selbst wenn Sie einem guten Freund beim Umzug oder Ausräumen des Kellers helfen, ist das eine Investition – in Ihre Freundschaft. Und Sie erwarten bestimmt von Ihrem Freund, dass er Ihnen beim nächsten Umzug oder Aufbau eines Möbelstückes ebenso hilft. Das ist sozusagen die Rückzahlung Ihrer Investition; die Gewissheit, sich aufeinander verlassen zu können, ist die Rendite. Aber das ist ein anderes Thema. Worum es hier geht, ist, deutlich zu machen, dass wir letztlich alle regelmäßig investieren. Mehr oder weniger bewusst, aber wir tun es.
Wir investieren beispielsweise im Beruf Zeit in ein interessantes Projekt. Wir investieren auf privater Ebene Engagement im Training auf ein wichtiges Fußballspiel. Ja, wir investieren sogar in eine Freundschaft oder Beziehung …
… und wir investieren eben auch Kapital in vielversprechende Unternehmen oder Branchen.
Und was passiert, wenn eine getätigte Investition nicht aufgeht?
Bei allen Investitionen gehen wir ein Risiko ein. Nämlich, dass diese Investitionen scheitern und wir für die eingesetzten Ressourcen entweder nichts zurückbekommen oder unseren Einsatz im schlimmsten Fall gleich ganz verlieren: das Projekt wird eingestellt, das Fußballspiel geht verloren, die Freundschaft scheitert oder die Beziehung geht in die Brüche. Unsere investierten Ressourcen Zeit, Kraft und Energie sind verloren.
Natürlich konnten wir das nicht vorher wissen, sonst hätten wir uns nicht engagiert. Trotzdem war das Risiko des Scheiterns immer da, genauso wie die Chance auf einen positiven Ausgang: den Karriereschub nach dem erfolgreichen Projekt, die Meisterschaft nach dem Fußballspiel, die lebenslange Freundschaft oder Beziehung.
Sie sehen: Letztlich investieren wir regelmäßig in unserem Leben und hoffen, dass die von uns eingesetzten Ressourcen einen »Ertrag« bringen und sich unsere Investition für uns »rentiert«. Wir wissen natürlich aber auch, dass wir nicht immer »gewinnen« können. Dann heißt es schlicht, außer Spesen nichts gewesen.
Hand aufs Herz: Hindert uns das daran, uns das nächste Mal erneut gewissenhaft auf ein neues Projekt vorzubereiten, erneut intensiv für ein Fußballspiel zu trainieren, wieder neue freundschaftliche Bande zu knüpfen oder sogar eine neue Beziehung einzugehen? Nein, sicher nicht. Aber wir werden vielleicht etwas vorsichtiger, wählerischer oder konzentrierter. Vielleicht bereiten wir uns auch noch intensiver vor. Warum? Weil wir verhindern wollen, dass unser Engagement – unsere Investition – erneut scheitert. Wir betreiben hier im übertragenen Sinne Risiko-Management, um uns vor gravierenden und übermäßigen Fehlschlägen abzusichern.
Bevor wir jetzt zu tiefe philosophische Betrachtungen über das Leben anstellen, lassen Sie uns lieber auf den Kern des Buches zurückkommen und Ihre finanzielle Investition in ein vielversprechendes Unternehmen oder eine vielversprechende Branche betrachten.
Und auch hier ist es nicht selbstverständlich, dass Ihre Investition aufgeht: Das Unternehmen, in das Sie investiert haben, geht bankrott oder die gesamte Branche ist überholt. Im schlimmsten Fall ist Ihr Geld – Ihr eingesetztes Kapital – verloren.
Ob wir nun wollen oder nicht, diese »potenzielle Gefahr« liegt in der Natur einer jeden Investition. Und genau deshalb bekommen wir für unsere Investition ja auch etwas zurück, das über den Betrag der getätigten Investition hinausgeht. Da gibt es Zinsen oder Dividenden. Vielleicht locken auch noch zusätzliche Kursgewinne, damit sich unser eingegangenes Risiko lohnt. Und je höher das eingegangene Risiko ist, desto größer muss die Belohnung für uns Investoren sein.
Damit kommen wir direkt zu Ihnen: Warum investieren Sie? Warum traden Sie? Warum legen Sie Ihr Kapital an? Wahrscheinlich, um einen konkreten Gewinn daraus zu erzielen. Vielleicht erwarten Sie eine Dividende, vielleicht erwarten Sie Zinsen, möglicherweise aber auch Kursgewinne. Vielleicht auch alles zusammen.
Nehmen wir an dieser Stelle einfach mal an, dass Sie Aktien, Devisen oder Indizes handeln. Was haben dann Risiko- und Money-Management mit Ihrem erfolgreichen Investment – dem Trading – zu tun?
Allein durch Risiko-Management sind Sie bereits in der Lage, die Risiken, die bekanntlich immer mit einer Investition verbunden sind, zu kontrollieren. Risiko-Management ist der einzige Weg, um die mit einer Investition verbundene Unsicherheit in eine gewisse Sicherheit zu wandeln.
Und Money-Management? Was hat das damit zu tun? Ganz einfach: Während Risiko-Management Sie davor bewahrt, mit einer Investition im Trading Schiffbruch zu erleiden, unterstützt Sie ein geschicktes Money-Management dabei, Ihre Trades – Ihre Investitionen – insgesamt optimal zu steuern und Ihr Vermögen konsequent aufzubauen.
Beides ist in Kombination unerlässlich, um im Trading dauerhaft erfolgreich zu sein.
Sie haben sich sicher bereits schon intensiv mit den Börsen, Märkten, Kursen und Charts auseinandergesetzt und kennen die vielen verschiedenen Muster, die in einem Chart stecken. Vielleicht haben Sie die Märkte schon über einen längeren Zeitraum verfolgt oder gehandelt. Dann haben Sie sicher auch von den Zusammenbrüchen der Weltbörsen gehört oder diese sogar persönlich als Anleger oder Trader miterlebt.
Bevor wir hier fortfahren, lassen Sie uns ein paar Jahre zurückgehen. Damals, in der »guten alten Zeit«, konnten Empfehlungen wie »Kaufe eine Aktie, behalte sie und werde über die Jahre reich …« ruhigen Gewissens umgesetzt werden. Das ganze Thema Risiko-Management wurde von vielen eher mit Argwohn betrachtet, da eine Aktie in Zeiten steigender Märkte, florierender Marktwirtschaften und sprudelnder Gewinne fast schon risikofrei war – wenn man sie entsprechend lange hielt. Anleger und Trader konnten das bis zur Jahrtausendwende komfortabel so handhaben. Das einzige Risiko bestand damals eher darin, in einem Markt oder einer Aktie nicht dabei zu sein.
Dann kam der »neue Markt« … und es änderte sich alles!
Aus soliden Unternehmen wurden Pleitekandidaten, aus kleinen Garagenfirmen wurden hoch gehandelte Überflieger. Versprechen und Ideen waren mehr wert als konkrete Fakten und Zahlen. Das Thema Risiko-Management war komplett aus dem Fokus der Anleger geraten, im wahrsten Sinne des Worts »out«. Leider, wie wahrscheinlich mancher Anleger rückblickend sagt. Denn der Rest ist Geschichte:
Mit dem Zusammenbruch der Märkte kam alles unter die Räder, was handelbar war. Ob nun neuer oder alter Markt. Nahezu jede Aktie verlor dramatisch an Wert. Viele Unternehmen verschwanden komplett von der Bildfläche, einige andere sind zwar am Markt geblieben, haben sich bis zum heutigen Tage aber nicht mehr erholt.
Dies zeigt sich eindrucksvoll am Beispiel des S&P 500, der innerhalb von zweieinhalb Jahren mehr als 50 Prozent seines Wertes verlor.
Als die Märkte sich ab dem Jahr 2003 wieder erholten und auf den Weg zu neuen Hochs machten, war natürlich alles ganz anders. Der neue Markt war verschwunden und die verbliebenen Aktien und Märkte waren allesamt solide. Die internationalen Handelsbeziehungen waren auf dem Höhepunkt und in den »Emerging Markets« wurden bereits seit mehreren Jahren zweistellige Wachstumsraten pro Quartal ausgerufen. Der Euro war im Begriff, dem US-Dollar als Leitwährung die Position streitig zu machen, und durch sehr niedrige Zinsen konnten sich viele Menschen auch ohne Eigenkapital ihr eigenes Häuschen leisten …
Fast schon zu schön, um wahr zu sein … Und tatsächlich: Mit einem Paukenschlag brachen die Märkte sieben Jahre nach dem Crash um die Jahrtausendwende erneut zusammen. Ob Aktien oder Rohstoffe, es flog alles aus den Depots, was sich verkaufen ließ. In einer Kettenreaktion riss der eine Wert den anderen mit sich nach unten. Was am Ende zurückblieb, waren verstörte Anleger, verwüstete Depots sowie die Erkenntnis, dass es vielleicht doch ganz sinnvoll sein kann, das Risiko einer Investition zu begrenzen.
Lassen Sie uns hier ebenfalls einen Blick auf den Index S&P 500 werfen, der sich stellvertretend für die Weltmärkte innerhalb von 1,5 Jahren mehr als halbiert hat.
Vielleicht sagen Sie jetzt: »Gut, das sind die Indizes und im Übrigen haben sich diese ja auch wieder erholt. Schließlich wurden 2013 bereits wieder neue Allzeithochs in den Indizes erreicht!« Damit haben Sie natürlich auch recht, zumindest teilweise. Ja, die Indizes haben sich wieder erholt, das – so weit können wir mittlerweile gehen – tun sie offensichtlich immer.
Aber: Wie sieht es denn mit den in den Indizes befindlichen Aktien aus? Haben die sich auch alle erholt?
Lassen wir einfach die Fakten sprechen: Am Beispiel der Allianz-Aktie, die als Standardwert unter vielen Anlegern gilt und als durchaus solides Investment gehandelt wird, können wir eindrucksvoll beobachten, dass sich seit dem Allzeithoch im Jahr 2000 bis zum Tief im Jahr 2003 ein Verlust von 90 Prozent aufgebaut hat. Auch wenn sich die Aktie im Jahr 2007 wieder bis an 180,29 Euro heranbewegt hat, ist sie immer noch nicht annähernd an dem Hoch aus dem Jahr 2000 bei 445 Euro angekommen. Ganz im Gegenteil. Mit dem zweiten Crash im Jahr 2008 auf 45,15 Euro verlor die Aktie erneut gute 75 Prozent ihres Wertes.
Im Vergleich dazu hat der Deutsche Aktienindex im Jahr 2007 ein neues Allzeithoch markiert und damit seine Verluste innerhalb von vier Jahren wieder ausgeglichen.
Es gibt natürlich noch weitere Gründe, das Risiko zu begrenzen. Denn es bedarf nicht immer eines weltweiten Börsencrashs, um eine Aktie ins Bodenlose fallen zu lassen. Meistens reicht schon eine Fehlbesetzung oder -entscheidung im Management eines Unternehmens. Aber auch Produktzyklen oder Modethemen können Aktien genauso schnell abstürzen lassen, wie sie sie in den Himmel gehoben haben.
Denken Sie beispielsweise an die gesamte Technikbranche und deren Protagonisten. So war die Aktie von Nokia einer der ganz heißen Kandidaten in den Anleger-Depots, bis der technische Fortschritt das Unternehmen überholte und der lange Abstieg begann.
Werfen wir hier wiederum einen Blick auf den Chart:
An dieser Stelle müssen wir uns doch zunächst einmal die Frage stellen, was bitteschön passieren muss, damit der Markt ein Unternehmen nach einem Kursverlust von mehr als 95 Prozent wieder mit den alten Höchstkursen bewertet. Die zweite Frage, die wir uns in diesem Zusammenhang noch stellen müssen, ist, in welchem Zeitraum das bitte passieren soll.
Diese beiden Werte waren selbstverständlich exemplarisch. Es gibt in allen Indizes eine Vielzahl ähnlicher Beispiele. Ohne die Analyse einzelner Werte weiter vertiefen zu wollen, sollte deutlich geworden sein, dass sich die Aktienindizes zwar regelmäßig wieder erholen und neue Hochpunkte markieren, einzelne Aktien daraus aber auch in Erholungsphasen weit entfernt von ihren Höchstständen bleiben können. Und zwar dauerhaft.
Wenn es um Investitionen geht, müssen wir uns immer wieder vor Augen führen, dass die Welt schnelllebig ist. Trends kommen und gehen. Und wenn sie erst einmal gegangen sind, dann kommen sie auch nicht wieder. Dann gibt es neue Themen, neue Ideen, neue Produkte, neue Märkte und neue Gewinner.
Leider wissen wir dieses mit absoluter Sicherheit immer erst im Nachhinein. Getreu dem Motto »Hinterher ist man immer schlauer« ist alles sonnenklar und für jeden ersichtlich. Letztlich wissen wir leider immer erst in der Rückschau, welche Titel echte Gewinner sind, und welche zu den dauerhaften Verlierern zählen.
