Roter Oktober - Alfred Komarek - E-Book

Roter Oktober E-Book

Alfred Komarek

4,0

Beschreibung

Diese Kriminalgeschichte ist dem Band "Zwölf mal Polt. Kriminalgeschichten" entnommen, der ebenfalls als E-Book erhältlich ist. Der ertrunkene Japaner in der Kellergasse, gut gezielte Schüsse im Weinkeller und ein Kater auf Abwegen: Nach fünf Polt-Krimis erzählt Alfred Komarek in seinem Band "Zwölf mal Polt. Kriminalgeschichten" nun zwölf neue Geschichten rund um den Weinviertler Kult-Gendarmen. Er spannt dabei einen weiten Bogen von Simon Polts prägenden ersten Tagen im Gendarmeriedienst bis zu seinem späteren Leben als Ermittler im Ruhestand, Ehemann und Vater. Mit seinem unnachahmlichen Gespür für Landschaft und Leute des Weinviertels erzählt Alfred Komarek von den Dörfern und Kellergassen des Wiesbachtals und erlaubt seinen Leserinnen und Lesern neue Begegnungen mit Polt und den liebgewonnenen Menschen um ihn herum: mit der allwissenden Gemischtwarenhändlerin Habesam und dem Winzer Höllenbauer, mit Karin Walter, der Frau an Polts Seite - und natürlich mit seinem Kater Czernohorsky.

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Seitenzahl: 23

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Titel

Alfred Komarek

Roter Oktober

Eine Kriminalgeschichte

Hinweis und Dank

Die Geschichte spielt im niederösterreichischen Weinviertel. Ortschaften und Menschen im Wiesbachtal stammen aus der Welt der Phantasie, und alles ist nur insofern wirklich, als es wirklich sein könnte. Für fachliche Unterstützung und viele gute Ideen bedanke ich mich bei Herrn Franz Enzmann, seines Zeichens Polizist und Journalist. Ganz besonders danke ich Michael Forcher, dem Verleger der ersten Stunde, für die kongeniale Arbeit an meinen Manuskripten.

Start

Simon Polt glaubte zu trinken, wenn er atmete. Der Gendarmerieinspektor hatte einen dienstfreien Tag und saß mit seinem Freund Ernst Höllenbauer im Presshaus. Aus einem großen Edelstahlbehälter stieg der beerige Duft gequetschter roter Trauben, vermischt mit dem herben säuerlichen Geruch des Tresters, der zur Lesezeit vor den Weinkellern aufgehäuft war. Doch erst das alte Presshaus vollendete mit einem Hauch von Holz, feuchter Kellerluft und Pilzen das Bouquet in Polts Nase. Sonnenlicht fiel durch die offene Presshaustür und die kleinen Fensterluken und malte helle Rechtecke auf den abgetretenen Ziegelboden. Neben dem Behälter mit der Maische lagen Traubenreste. Polt deutete mit einer Schuhspitze auf einen roten Fleck.

„Was ist jetzt mit deinem Blauen Portugieser?“

Der Höllenbauer räusperte sich. „Was soll schon sein? Abseihen, das Ganze. Der Saft wird weggeschüttet und der Rest kommt als Dünger in den Weingarten. Zweitausend Liter, ein teurer Spaß! Aber auch schon egal.“

„Ja, allerdings. War ein ordentlicher Schock, das mit der Leiche, nicht wahr?“

Der Höllenbauer stand schwerfällig auf. „Mir wird jetzt noch übel, wenn ich daran denke. Ich bereite heute früh alles für das Pressen vor, schau mir noch einmal die Maische an, greife hinein, stoße auf was Festes und hab den Rock von diesem toten Japaner in der Hand. Verdammt noch einmal, was hatte der in meinem Presshaus zu suchen?“

„Was weiß ich. Vielleicht war’s Neugier. Wie ist er überhaupt hineingekommen?“

„Durch die offene Tür, Simon. In der Lesezeit sperrt doch kaum einer tagsüber zu. Was mich angeht, habe ich erst gestern Abend nach der Verkostung die Tür geschlossen. Da muss er also schon drin gewesen sein und mausetot. Was schaust du denn so komisch Simon? Geht’s dir nicht gut?“

Polt schluckte. „Da fragst du noch? Denk doch einmal nach!“

„Ach so! Du hast ja von der Maische gekostet. Na, dann Prost Mahlzeit!“

„Danke.“

„Jedenfalls bin ich froh, dass die Leiche weg ist, Simon. Was geschieht jetzt weiter?“

„Wahrscheinlich wird der Untersuchungsrichter die Obduktion anordnen. Meine Kollegen werden dir und den anderen Löcher in den Bauch fragen. Der Verdacht, dass du den lieben langen Tag nichts anderes im Sinn hast, als unschuldige Japaner zu ertränken, ist immerhin auszuschließen. So weit, so gut. Allerdings ...“

„Was soll denn noch passieren?“