Rough Fashion - Ive Banks - E-Book

Rough Fashion E-Book

Ive Banks

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Beschreibung

Lass die Dunkelheit in dein Herz, um das Licht zu finden. Ria genießt die Affäre mit dem attraktiven Loungebesizer Damian Skyler. Die unberechenbare Dunkelheit in seinen Augen hat Ria in seine Fänge gelockt. Er spielt mit ihr, er besitzt sie. Sie gehört mit jeder Faser ihres Körpers ihm. Und er hat versprochen, sie zu beschützen.Dieses Versprechen kann er nicht halten.Als Ryan Wittmore die junge Frau vergewaltigt und zusammengeschlagen in einer Seitenstraße findet, ist Rias Leben nicht mehr dasselbe.Ria ahnt nicht, dass dieser Abend der Anfang von ihrem Ende ist und ihre eigene Vergangenheit bereits darauf lauert, ihr noch Schlimmeres anzutun. Plötzlich steht sie zwischen zwei Männern und gerät in einen Strudel aus verbotenen Gefühlen, Gewalt und der ständigen Angst alles zu verlieren.Die perfekte Mischung aus verbotener Leidenschaft, unerwarteten Wendungen und echten Emotionen.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 521

Veröffentlichungsjahr: 2022

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Hinweis & Warnung
Playlist
TEIL I
1.Prolog
2.Eins
3.Zwei
4.Drei
5.Vier
6.Fünf
7.Sechs
8.Sieben
9.Acht
10.Neun
11.Zehn
12.Elf
13.Zwölf
14.Dreizehn
15.Vierzehn
16.Fünfzehn
17.Sechzehn
18.Siebzehn
19.Achtzehn
20.Neunzehn
21.Zwanzig
22.Einundzwanzig
23.Zweiundzwanzig
24.Dreiundzwanzig
25.Vierundzwanzig
26.Fünfundzwanzig
27.Sechsundzwanzig
28.Siebenundzwanzig
29.Achtundzwanzig
30.Neunundzwanzig
31.Dreißig
32.Einunddreißig
33.Zweiunddreißig
TEIL II
34.Dreiunddreißig
35.Vierunddreißig
36.Fünfunddreißig
37.Sechsunddreißig
38.Siebenunddreißig
39.Achtunddreißig
40.Neununddreißig
41.Vierzig
42.Einundvierzig
43.Zweiundvierzig
44.Dreiundvierzig
45.Vierundvierzig
46.Fünfundvierzig
47.Sechsundvierzig
48.Siebenundvierzig
49.Achtundvierzig
50.Neunundvierzig
51.Fünfzig
52.Einundfünfzig
53.Zweiundfünfzig
54.Dreiundfünfzig
55.Vierundfünfzig
56.Fünfundfünzig
57.Sechsundfünfzig
58.Siebenundfünfzig
59.Achtundfünfzig
60.Neunundfünfzig
61.Epilog
Danksagung
Die Autorin
Weitere Romane
Impressum

Impressum neobooks

Rough Fashion

IVE BANKS

Dark Romance

.SEXY. LOVE .BOOKS.

HINWEIS: Bei diesem Roman handelt es sich um eine Neuauflage, keine Neuerscheinung. Der Roman erschien 2018 als Dilogie unter meinem Klarnamen. Dieses Werk ist reine Fiktion. Jegliche Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen sowie Schauplätzen sind zufällig und nicht beabsichtigt. Alle darin beschriebenen Vorkommnisse sind frei erfunden.

2. Auflage

Copyright © Ive Banks, März 2020

Der Inhalt dieses eBooks ist urheberrechtlich geschützt. Kopieren, Vervielfältigen und Weitergabe sind nur zu privaten Zwecken erlaubt. Der Weiterverkauf des eBooks ist ausdrücklich untersagt. Der Abdruck des Textes, auch nur in Auszügen, nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Autorin.

Korrektur: Andreas März ( www.am-korrektorat.de ), Silke Vozaiti

Coverbild © Ive Banks

Coverfotos: © neonshot, www.stock.adobe.com

Für Silke,

weil du immer die richtigen Worte findest.

Hinweis & Warnung

Liebe Leser,

ein paar Worte zu Beginn:

»Rough Fasion« erschien ursprünglich als Dilogie unter meinem Klarnamen. Ich habe mich dazu entschieden, wieder ein Pseudonym zu verwenden, weil mein Name nur noch ausschließlich für Liebesromane stehen soll.

Das Pseudonym Ive Banks ist nicht neu, ich habe darunter vor einigen Jahren veröffentlicht und freue mich nun auf ein Comeback.

Ich möchte euch darauf hinweisen, dass »Rough Fashion« vielleicht nicht für jeden etwas ist.

Neben schwierigen Themen wie Drogen und Gewalt gibt es harten Sex, Verbrechen und Tod. Ihr taucht in eine Welt ein, die euch möglicherweise verstören oder triggern kann.

Meine Figuren werden manchmal eine derbe Aussprache haben und nicht verhüten. In diesem speziellen Fall möchte ich euch darauf hinweisen, dass es sich um keine realen Personen handelt und meine Protagonisten keine Krankheiten bekommen können.

Dessen solltet ihr euch bewusst sein.

Wer sich davon aber nicht abgeschreckt fühlt, dem wünsche ich eine spannende Reise mit Ria, Damian und Ryan.

Lasst ein kleines bisschen Dunkelheit in euer Herz, um das Licht zu finden.

Küsschen,

Ive

Playlist

Als ich diese Playlist zusammenstellte, plante ich eigentlich einen anderen Roman. Doch dann überrumpelte mich die Idee von Ria, Damian und Ryan und wie der Zufall es so wollte, meine Playlist passte nach wie vor perfekt.

Viel Freude beim Hören und Träumen.

TEIL I

1. Wicked Game – Ursine Vulpine feat. Annaca 2. The Other Side – Ruelle 3. Game of Survivals – Ruelle 4. Familiar – Agnes Obel 5. Nightfall – Mimi Page 6. River – Eminem feat. Ed Sheeran 7. Him & I – G-Eazy & Halsey 8. Lie – Halsey feat Quavo

TEIL II

1. Mad World – Riverdale Cast 2. Bang Bang (Remeber my Name) – Bellsaint 3. Drive – Pash feat Bellsaint 4. Love is Madness – Thirty Seconds to Mars feat. Halsey 5. Carry you – Ruelle feat Fleurie 6. Mansion - NF feat. Fleurie 7. Black Swan – Thom York 8. Soldier – Fleurie

TEIL I

1.Prolog

Erst wenn du durch die Dunkelheit gegangen bist,

weißt du das Licht zu schätzen.

- Anonym -

Ich spürte, dass die Dunkelheit mich immer näher zu sich zog, aber ich ignorierte es. Genauso, dass Einsamkeit und Leere nach mir griffen und drohten, mich endgültig zu zerreißen.

Ich war dem hilflos ausgeliefert. Als ich begann dagegen anzukämpfen, war es bereits zu spät.

Mein Name ist Ria Martinez. Ich bin Model. Ich brauche Drogen und Sex, um meine Vergangenheit zu vergessen und die Gegenwart zu betäuben.

Und mir ist klar, dass das eine ziemlich uncharmante Art ist, sich jemandem vorzustellen. Vielleicht wirst du mich deswegen nicht mögen, aber ich habe keine Zeit für Formalitäten.

Ich erzähle dir jetzt meine Geschichte.

Von Anfang an.

Ich muss es tun.

Denn wenn du das liest, bin ich vielleicht tot, und du bist der einzige Mensch, der mich noch retten kann.

2.Eins

Es war ein Tag wie jeder andere. Die Stunden vergingen, während man mich in unzählige Kleider steckte, mich schminkte wie eine Barbiepuppe und meine dunklen Haare zu einem Vogelnest toupierte. Ich sah mir überhaupt nicht mehr ähnlich und verlor mich in dem Modezirkus wieder ein Stück mehr.

Aber wen interessierte das, schließlich verlor ich mich seit fünf langen Jahren und niemand bemerkte es. Meine sogenannten Freunde hatten keine Ahnung und auch meine Agentur nicht. Wahrscheinlich hätte es nicht einmal meine Familie mitbekommen, wenn ich noch eine gehabt hätte.

Okay, die Presse berichtete regelmäßig von meinen Abstürzen und Eskapaden. Sie merkten sehr wohl, dass etwas mit mir nicht stimmte. Half mir deswegen irgendjemand? Nein! Das Einzige, worauf diese Medientypen scharf waren, waren ihre perfekten Schlagzeilen.

Ria Martinez verliert Bewusstsein in Nachtclub! Krankenhaus!

Wie lange wird sie dem Druck noch standhalten?

Der Absturz der Ria Martinez!

Bla, bla, bla!

Die Presse überschlug sich beinahe, was mein Leben betraf. Paparazzi verfolgten mich auf Schritt und Tritt, immer auf der Lauer nach dem perfekten Foto, das wieder einen meiner Abstürze zeigte.

Und diese Abstürze kamen ... regelmäßig und so verlässlich, dass man mit Bildern von mir schnelles und gutes Geld verdienen konnte.

Andere Menschen lebten auf meine Kosten, aber niemand fragte, warum mein Leben so aus der Bahn geraten war. Niemand interessierte sich dafür, ob es vielleicht einen Grund dafür gab, dass ich mich so benahm, wie ich mich eben benahm.

Ich war das dumme Model, das mit dem Druck nicht klarkam, ein Garant für Schlagzeilen und die nötige Aufmerksamkeit, die die Designer sich wünschten. Trotz meiner Ausschweifungen wurde ich gebucht. Nicht, weil ich zu den jeweiligen Marken passte, sondern weil man sich von mir einen Skandal versprach.

Giorgio Garnetti, ein italienischer Designer, den man in der ganzen Welt wegen seiner Exzentrik feierte, erklärte mich zu seiner Muse. Ich hätte seinen Kleidern etwas Freches und Verbotenes verliehen, hatte er gesagt, als ich sie bei einem Casting anprobieren durfte. Natürlich war das Schwachsinn. Garnetti liebte es, in der Öffentlichkeit zu provozieren und zu polarisieren, und ich war nur ein Mittel zum Zweck. Dennoch lächelte ich brav in die Kamera, schwärmte von ihm als Menschen und lieferte das, was er sich erhoffte. Einen handfesten Skandal in einem seiner Partykleider.

Sex in der Öffentlichkeit! Ria Martinez vergnügt sich mit Loungebesitzer!

Ich verdrängte die Gedanken an die letzte Schlagzeile über mich und ließ die Prozedur der bevorstehenden Modenschau über mich ergehen. Stunden später fand ich mich auf dem Laufsteg wieder, hergerichtet zu einem Püppchen, das ich nicht war. Die Leute musterten mich und die teuren, unbequemen Designerkleider, die ich am Körper trug. Die meisten blickten durch mich hindurch, sahen nur die schöne Hülle mit der makellosen Figur, die glatten, fast schwarzen Haare und die stechend blauen Augen, die seit Jahren kein Leben mehr in sich trugen. Ich strahlte äußerlich und starb im Inneren. Immer ein Stück mehr, immer ein bisschen schmerzhafter als bei dem Mal zuvor.

Ich lief zum Ende des Runways, poste und ließ mich von den Fotografen ablichten. Es war ein kurzer Moment, dann wandte ich mich ab und wurde vom Publikum vergessen, weil sich ein neues Mädchen präsentierte. Das war der schlimmste Augenblick einer jeden Show, denn an keinem anderen Zeitpunkt wurde deutlicher, wozu wir da waren. Wir Mädchen waren nicht der Star in diesem Zirkus, wir waren der lebendige Kleiderständer, an dem der Star hing.

Nichtssagend, nutzlos, austauschbar wie ein kaputtes Lämpchen.

Ich verschwand hinter der Bühne und zog mich in eine ruhige Ecke zurück. Bis zum großen Finale, bei dem jedes einzelne Model noch einmal auf den Laufsteg musste, blieben noch ein paar Minuten. Ich lehnte mich an eine Wand und verschränkte die Arme vor der Brust, damit niemand auf die Idee kam, mich anzusprechen. Kurz schloss ich die Augen und atmete tief durch. In mir brannte es, mein Kopf schmerzte und meine Augen tränten von dem Make-up. Der Druck der letzten Stunden und die Folgen der Vorbereitungen wurden immer deutlicher spürbar, und ich wollte nur noch nach Hause.

»Kommst du nach der Show mit ins Red Sky?«

Ich riss die Augen auf und sah zu meiner Kollegin Chloe, die sich lächelnd neben mich stellte und ihre blonden Locken über die Schulter warf. Natürlich wusste ich, warum sie mich ins Red Sky, eben jene verhängnisvolle Lounge in Manhattan, locken wollte. Sicher hatte sie wieder einen Typen gefunden, der sie dafür bezahlte, dass sie mit ihm schlief. Chloe benutzte mich oft als Sicherheit, falls der Typ sich als komplettes Arschloch herausstellte und sie Hilfe brauchte. Bis jetzt war das glücklicherweise nur ein einziges Mal vorgekommen.

»Zahlt der Typ gut?«, fragte ich grinsend.

Chloes grüne Augen nahmen einen funkelnden Ausdruck an und sie verzog die Lippen zu einem frechen Schmunzeln. Ich hatte sie vor ein paar Monaten im Red Sky kennengelernt. Zu dieser Zeit war schon lange nichts mehr in Ordnung gewesen. Mein Leben befand sich bereits in der Abwärtsspirale, ich brauchte Sex, um mich abzulenken, und Alkohol und Drogen, um das zu betäuben, was ich in all den Jahren erlebt hatte. Als Chloe mich angesprochen und mir den Besitzer des Red Skys, Damian Skyler, vorgestellt hatte, hatte ich gewusst, dass er der Mensch war, der mein Leben besser machen würde.

Damian war einer der begehrtesten Junggesellen in ganz New York City. Die Frauen liebten sein mysteriöses Auftreten, seine dunklen Haare und seine gefährlichen Augen. Er war einer dieser Männer, die einem innerhalb von Sekunden den Verstand raubten, wenn man nicht aufpasste. Und so geschah es, dass er mir nicht nur den Verstand raubte, sondern auch meinen Willen und ein Stück meiner eigenen Dunkelheit, die mit seiner verschmolz.

Wir waren nicht gut füreinander, aber wir brauchten uns ...

»Damian will uns beide sehen.«

Ich sah Chloe irritiert an. Wenn Damian uns treffen wollte, warum hatte er mich dann nicht selbst angerufen? Er hatte kein gutes Verhältnis zu Chloe und betonte immer wieder, dass er sie nur als lästiges Anhängsel betrachtete.

Chloe und ich waren im Grunde keine Freundinnen. Wir verbrachten ab und zu Zeit zusammen, privat, aber auch im Job. Wir verstanden uns gut, doch ich hätte ihr niemals meine Geheimnisse oder andere Dinge anvertraut. Wenn sie sich mal wieder mit einem Typen traf, deckte ich sie nur, weil ich in der Zeit meine Freude mit Erdbeercocktails und weißem Pulver hatte – oder gelegentlich auch mit Damian.

»Damian? Warum hat er sich nicht selbst bei mir gemeldet?«

Chloe zuckte mit den Schultern. »Wahrscheinlich hatte er dafür einfach keine Zeit. Wenn ich es richtig mitbekommen habe, plant er heute irgendetwas Besonderes. Er hat mir auch nicht viel verraten.«

Ich legte die Stirn in Falten und verschränkte meine Arme vor der Brust. Irgendetwas an der Sache passte mir nicht, doch ich fand nicht heraus, was es war. Damian hatte immer wieder klargemacht, dass er und Chloe eine Vergangenheit hatten, dass diese nun aber vorbei war und er nur noch nicht wusste, wie er sie loswerden sollte.

Gerade als ich zu einer Antwort ansetzen wollte, rief man uns zum großen Finale zusammen.

»Also, was ist? Bist du dabei?«, wollte Chloe wissen, nachdem ich mich in die Reihe eingeordnet hatte.

Ich nickte und richtete den Blick starr nach vorn. Grinsend ging sie an ihren Platz. Mittlerweile kannte ich sie gut genug, um zu wissen, wenn sie etwas im Schilde führte. Etwas an der Sache war faul, doch ich ignorierte mein schlechtes Bauchgefühl.

Als ich gemeinsam mit Chloe im Red Sky ankam, war die Lounge so gut besucht wie immer. Ich sah mich nach Damian um, konnte ihn jedoch nirgendwo entdecken. Stattdessen griff Chloe nach meiner Hand und zog mich direkt zur Tür in die Nähe der Bar, die zu den Privaträumen führte. Dort hatte Damian nicht nur sein Büro und das Getränkelager, sondern eine Etage tiefer auch sein Heiligtum – einen Ort, an dem er spezielle Privatpartys veranstaltete.

Wir gingen die Treppe nach unten und die Musik wurde leiser. Noch immer rebellierte mein Innerstes dagegen, Chloe so blind zu vertrauen. Als wollte mein Unterbewusstsein mir sagen, dass ich in eine Falle tappte. Doch mir würde nichts passieren, das würde Damian niemals zulassen.

Ich atmete tief durch und versuchte, mich zu beruhigen. Wahrscheinlich machte ich mir völlig unnötig Gedanken.

Chloe öffnete die Flügeltür, die in einen der Privaträume führte, und schleifte mich hinein. Dann verschloss sie diese wieder. Irritiert sah ich mich um, aber von Damian gab es keine Spur. Die gemütlichen Loungemöbel waren leer, es lief keine Musik und an der Bar brannte nur ein schwaches Licht.

»Was soll das hier werden?«, fragte ich und fuhr zu Chloe herum, die wie ein Wachhund vor der Tür stand und den Weg nach draußen versperrte. Ihre Gesichtszüge hatten sich verhärtet und doch wirkte sie selbstgefällig und siegessicher.

»Was das werden soll? Eine Lektion, Ria.« Sie grinste und klatschte schließlich einmal in die Hände. Aus einem weiteren Hinterraum kamen drei Männer direkt auf mich zu. Zwei packten mich an den Armen, während der dritte sich vor mir aufbaute. Ich schluckte schwer und sah hilfesuchend zu Chloe, die sich nicht vom Fleck rührte.

»Wie besprochen, sie mag es etwas härter. Ihr habt euch ja in Damians Spielräumen umgesehen, benutzt sie meinetwegen. Und bringt den Abschaum anschließend vor die Tür. Ich will sie hier nicht mehr sehen.«

»Chloe!«, schrie ich panisch, als diese sich umdrehte und den Raum verließ. Ich wehrte mich, doch die Männer waren nicht nur viel größer als ich, sondern auch stärker. »Chloe, verdammt, was soll das? Chloe! Nein, bitte ...«

Mein Herz schlug panisch in meiner Brust, als ich in die eiskalten Augen des Mannes vor mir blickte. Eine Narbe zog sich quer über seinen Hals, bis zu seiner Brust, und ich wusste, dass er ein Mensch war, der sein Wort hielt ... egal was es ihn kostete.

Er strich sich durch sein blondes, wirres Haar und baute sich vor mir auf. Er war beinahe zwei Meter groß und trotz der Narbe attraktiv. Sein Shirt spannte über seine riesigen Muskeln, während seine schmalen Lippen sich zu einem anzüglichen Grinsen verzogen. Mit seinem Blick scannte er meinen schlanken Körper und ich fühlte mich nackt, obwohl mein Kleid alles verdeckte.

»Bitte, ich ... ich verschwinde sofort ... ihr müsst nicht«, stammelte ich. Die Angst kroch durch meinen Körper und lähmte meine Sinne und Bewegungen.

Der Mann mit der Narbe hob seine Hand und strich mir sanft über die Wange, bevor er meinen Kiefer fest umfasste und zusammendrückte. Tränen der Angst und des Schmerzes stiegen in meine Augen. Das war ein Albtraum, ein fürchterlicher Albtraum.

»Halt den Mund! Niemand nimmt meiner Schwester den Mann weg, du kleines Flittchen.«

In der nächsten Sekunde traf mich seine Faust in den Magen und ich schrie auf. Wieder und wieder schlug er auf mich ein, Schmerzen zerrissen meinen Körper und ich krümmte mich zusammen. Ich schrie, so laut ich konnte, schrie Damians Namen, schrie nach Hilfe. Doch niemand hörte mich.

Die Männer lachten, als würde mein Verhalten sie nur mehr anspornen. Man hielt mich aufrecht, obwohl ich längst keine Kraft mehr hatte, auf den Beinen zu stehen.

»Damian!«, brüllte ich. »Hilfe!«

Doch irgendwann hatte ich selbst dafür keine Kraft mehr. Mein Kopf sank leblos nach vorn und die Tränen tropften auf den Boden. Wie in Trance bekam ich mit, dass man mein Kleid und meine Unterwäsche zerfetzte und mich zu Damians sogenannten Spielräumen schleppte.

Mein Körper resignierte, als man mich auf einen eiskalten Untergrund presste. Ich spürte noch, wie man meine Arme nach oben riss und mich in Position brachte, bevor mein Leben mir endgültig aus den Händen glitt und ich meine dunkelste Fantasie erlebte.

Nur dass es sich um keine Fantasie handelte, sondern um die Realität.

3.Zwei

Ich spürte die Kälte der Nacht, die in meine Glieder kroch, noch bevor ich den Schmerz fühlte. Laute Stimmen drangen aus der Ferne zu mir und setzten sich über das kontinuierliche Rauschen in meinen Ohren hinweg. Ich versuchte, die Augen zu öffnen, und blickte die dunkle, schmutzige Seitengasse entlang, in welcher der Müll der Lounge und der anderen Geschäfte lag. Meine Hand strich über die schmutzigen Pflastersteine, als ich mich aufrichten wollte. Doch der Schmerz, der durch meinen Körper jagte, ließ mich sofort wieder wimmernd zusammensinken.

Erneut suchten sich die Tränen ihren Weg über meine Wangen und vermischten sich mit dem Dreck der Stadt. Nichts anderes war auch ich. Benutzter und schließlich weggeworfener Abfall.

Nichtssagend, nutzlos, austauschbar wie ein kaputtes Lämpchen.

Ich schloss die Augen und versuchte, die bitteren Empfindungen der Erniedrigung nicht in mein Herz zu lassen. Wenn ich mich selbst schützen wollte, durfte ich nicht erlauben, dass sie mich kaputtmachten. Aber ich war zu schwach. Unter Schmerzen und schluchzend, nackt und völlig ausgeliefert kugelte ich mich in der Seitengasse zusammen.

Ich wollte sterben, wollte, dass mein armseliges Leben endlich ein Ende fand. Warum hatte Chloe das getan? Und warum hatte mir niemand geholfen? Wo war Damian gewesen, der mir seit Monaten versprach, er würde mich immer beschützen? Hatte er davon gewusst? Hatte er ihr vielleicht sogar geholfen?

Um mich herum drehte sich alles und das Rauschen in meinen Ohren wurde wieder lauter. Aus der Ferne nahm ich noch immer Stimmen wahr. Man würde mich verspotten und auslachen, wenn man mich so sah. Genau das hatte ich nach meinen ganzen Skandalen und Sexgeschichten verdient. Hatten die Paparazzi mittlerweile mitbekommen, was geschehen war, und ging mein Bild bereits durch die Hände der vielen Redakteure, die eine neue Story witterten?

Plötzlich hallten Schritte durch die Gasse und die Stimmen wurden lauter.

»... hier liegen gesehen. Ich weiß nicht, ob sie tot ist«, verstand ich nur Bruchstücke.

Eine aufgeregte Frauenstimme.

»Beruhigen Sie sich.«

Wieder öffnete ich die Augen leicht und registrierte das Blinken des Blaulichts, das sich in der Gasse ausbreitete. Ich sah einen Schatten auf mich zukommen und mein gesamter Körper verkrampfte sich sofort. Auf keinen Fall sollte mich jemand so sehen.

Wenn die Polizei hier war, würde es nicht lange dauern, bis auch die Presse Wind von der Sache bekam.

»Bringen Sie mich hier weg, bitte«, flehte ich und nahm meine letzte Kraft zusammen. Ich hoffte, der Polizist würde mich verstehen. »Bringen Sie mich hier weg. Bringen Sie mich hier weg. Bitte.«

Ich schluchzte und Scham fraß sich in mein Herz. In den zweiundzwanzig Jahren, die ich nun lebte, hatte ich mich noch nie so erniedrigt und leer gefühlt wie in diesem einen Moment. Ich spürte, was mir angetan worden war, was jeder dieser ekelhaften Typen mit mir angestellt hatte.

Plötzlich legte jemand etwas über mich. Eine Decke? Nein, eine Jacke.

»Es ist alles in Ordnung. Niemand wird dir etwas tun. Der Krankenwagen wird bald hier sein«, sprach eine dunkle Stimme beruhigend auf mich ein. Allerdings konnte ich nicht erkennen, zu wem diese Stimme gehörte.

»Nein, Sie verstehen nicht. Bitte, bringen Sie mich hier weg. Bitte«, schluchzte ich und wollte mich aufrichten, um mich schützend in die Jacke zu wickeln. Aber meine Kraft reichte noch immer nicht aus. Sie hatten mir alles genommen.

»Das kann ich nicht«, flüsterte der Polizist. »Aber wenn du mir sagst, was passiert ist, dann kann ich dir vielleicht anders helfen.«

Als wir den Krankenwagen hörten, strich er mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht, die an meinen feuchten Wangen geklebt hatte. Ängstlich wich ich zurück, als könnte er mich mit seiner Berührung verletzen. »Es wird gleich alles gut werden.«

»Nein, das wird es nicht«, schluchzte ich leise. »Ich muss hier einfach nur weg. Niemand darf mitbekommen, was hier passiert ist.«

»Wovor hast du solche Angst?« Sanft half er, mich aufzurichten, nachdem ich es wieder erfolglos versucht hatte, und wickelte seine Jacke fester um mich. Von ihr ging ein herbsüßer Parfümduft aus und endlich konnte ich das Gesicht des Polizisten erkennen.

Er war noch jung, vielleicht Ende zwanzig. Er hatte wirres, dunkles Haar, dunkle Augen und sein markantes Gesicht wurde von einem leichten Bartschatten umrahmt.

»Bitte, ich muss hier weg«, versuchte ich es wieder und fixierte seine Augen.

»Das könnte mich meinen Job kosten«, flüsterte er, rang aber deutlich mit sich.

»Bitte«, flehte ich. Plötzlich hob er mich mit Leichtigkeit auf, bedeckte meinen nackten Körper erneut mit seiner Jacke und trug mich zu seinem Streifenwagen.

Ich klammerte mich an ihn und biss die Zähne zusammen, weil jeder Knochen in meinem Körper schmerzte. Der Polizist öffnete die Tür seines Wagens, setzte mich auf die Rückbank und schloss sie. Er lief zu der Passantin, die mich gefunden hatte, und sprach mit ihr. Sie nickte verständnisvoll und ging schließlich. Dann kam er zum Wagen zurück, startete den Motor und fuhr los. Während er mit voller Geschwindigkeit durch die Straßen New Yorks rauschte, setzte er einen Funkspruch ab, dass es sich um einen Fehlalarm gehandelt hatte und niemand aufzufinden war, als er am Red Sky angekommen war.

Ich kugelte mich auf der Rücksitzbank zusammen und starrte gedankenverloren aus einem der Seitenfenster.

»Ich bringe dich jetzt zu meiner Schwester. Sie ist Ärztin und du wirst dich von ihr untersuchen lassen!« Sein Tonfall ließ keinen Widerspruch zu, sondern war eindeutig ein Befehl. »Ich bringe meinen Dienst zu Ende und hole dich dann bei ihr ab. Dann wirst du mir erklären, was passiert ist. Hast du das verstanden?«

Der harsche Ton des jungen Polizisten trieb mir die Tränen wieder in die Augen, doch das wollte ich mir nicht anmerken lassen.

»Ja«, gab ich kleinlaut zurück, als er über die Freisprecheinrichtung im Wagen eine Nummer wählte. Es dauerte einen Moment, dann meldete sich eine verschlafene Frauenstimme.

»Ryan, hast du eigentlich mal auf die Uhr geschaut? Es ist kurz vor vier.«

»Entschuldige, aber ich brauche deine Hilfe. Kannst du in deine Praxis kommen?«

»Es ist Sonntagmorgen, vier Uhr. Was um alles in der Welt soll ich in meiner Praxis?«

»Stell keine Fragen und steh auf. Und bitte bring Kleidung von dir mit. Alles, Unterwäsche, Socken, ein Top und eine Hose, Schuhe. Du weißt schon. Ich bin in fünf Minuten da.«

»Ryan«, wollte seine Schwester gerade zum Widerspruch ansetzen, als er einfach auflegte.

»Es tut mir leid«, flüsterte ich und zupfte nervös an seiner Jacke.

Ryan sagte nichts, doch ich spürte, dass es in ihm brodelte. Wahrscheinlich war es besser, wenn ich einfach den Mund hielt.

Fünf Minuten später parkte Ryan den Wagen vor einem unscheinbaren Haus. In der unteren Etage brannte Licht und ich nahm an, dass es sich nur um die Arztpraxis seiner Schwester handeln konnte. Er stieg aus, öffnete die Tür und hob mich aus dem Wagen. Er verriegelte ihn und trug mich zur Tür, die eine Sekunde später von einer Frau geöffnet wurde.

»Ryan, was zum Teufel ...«, entfuhr es seiner Schwester und er brachte mich in einen Behandlungsraum. Er legte mich auf die Liege und ich hielt die Luft an, als ich erkannte, welche Art Ärztin seine Schwester war. Gynäkologin.

Sie trat ebenfalls in den Raum und ich musterte sie stumm. Niemand konnte abstreiten, dass die beiden verwandt waren. Ryans Schwester war nur ein paar Jahre älter als er, hatte aber das gleiche dunkle Haar und die gleichen Augen.

»Kannst du mir erklären, warum du mit einem splitterfasernackten Mädchen in meine Praxis stürmst?«

»Weil ich den Verstand verloren habe, keine Ahnung. Ich will, dass du dir ihre Verletzungen ansiehst, nicht nur die äußerlichen. Und besorg mir jede noch so kleine Hinterlassenschaft des Bastards, der das getan hat.«

Ryan wirkte verbissen. Kam seine Wut daher, dass er wissen wollte, wer das getan hatte? Nicht daher, dass ich ihn gebeten hatte, mich wegzubringen?

»In Ordnung.«

»Ich bringe meinen Dienst zu Ende und hole sie dann wieder ab.«

Noch einmal kam er zu mir und betrachtete mich einen Moment besorgt. »Lass dir helfen, ja?«, flüsterte er und ich nickte zaghaft. Was blieb mir auch anderes übrig? Er strich mir die Haare aus dem Gesicht, berührte kurz meine Schulter und verließ schließlich die Praxis.

Mir war nicht wohl dabei, dass er mich allein ließ. Aber ich glaubte nicht, dass von der Ärztin eine Gefahr ausging.

Während Ryans Schwester mich untersuchte, sprach sie kein Wort mit mir. Sie machte stur ihre Arbeit, während ich das Ganze über mich ergehen ließ. Tränen sammelten sich wieder in meinen Augen und ich kniff sie zusammen. Ich wollte nicht, dass sie mitbekam, wie ich mich fühlte. Niemand sollte das.

Nachdem sie mich untersucht hatte, gab sie mir die Unterwäsche vom Stapel.

»Ich muss deine Verletzungen noch fotografieren und dokumentieren. Damit sie vor Gericht auch verwendet werden können«, brach sie plötzlich ihr Schweigen.

Ich sagte nichts, zog BH, Slip und Socken an und ließ mich fotografieren. Es war so erniedrigend.

»Du hättest ins Krankenhaus fahren sollen. Ich kann hier nicht prüfen, ob irgendetwas gebrochen ist.« Sie reichte mir die übrige Kleidung. »Mein Bruder soll dir eine schmerzlindernde Salbe für die blauen Flecken besorgen. Augenscheinlich konnte ich keine schlimmeren Verletzungen feststellen. Solltest du aber unerwartet stärkere Schmerzen bekommen oder sollte die Salbe nicht helfen, musst du dringend ins Krankenhaus.«

Ich antwortete mit einem Nicken und begann mich anzuziehen. Die Sachen von Ryans Schwester, ein schlichtes Top und eine schwarze Jogginghose, waren mir ein bisschen zu groß, doch sie waren besser als nichts.

»Soll ich dir einen Tee kochen?«, fragte sie.

»Danke, das wäre nett«, gab ich leise zurück und stand unsicher im Raum.

»In meinem Büro steht eine Couch, dort kannst du dich gern hinlegen. Einfach links durch die Tür.«

Ich lief in den Nebenraum und setzte mich auf die blaue Couch. Das Büro bestach durch helle Farben mit kräftigen Akzenten in der Farbe der Couch. Ich senkte meinen Blick auf den Boden und Tränen rannen über meine Wangen.

Ryans Schwester kam mit einer Tasse ins Zimmer und stellte sie auf den kleinen Tisch links der Couch. Als sie bemerkte, dass ich weinte, setzte sie sich neben mich, griff nach der Decke, die ordentlich zusammengefaltet auf der Couchlehne lag, und wickelte mich darin ein, bevor sie mich in ihre Arme zog.

Im ersten Moment erstarrte ich aufgrund ihrer Berührung. Aber ich musste mir klarmachen, dass sie mir nichts Böses wollte.

Obwohl diese Frau eine Fremde war, klammerte ich mich schließlich an sie und ließ meinen Gefühlen freien Lauf. Alles, was sich innerhalb der letzten Stunde angestaut hatte, brach aus mir heraus, und ich machte mir keine Gedanken darüber, was sie denken könnte. Behutsam drückte Ryans Schwester mich an sich und hielt mich einfach nur fest. Sie sagte nichts, doch ich erwartete es auch nicht.

Wir saßen ewig so da, bis ich selbst zu erschöpft war, um zu weinen. Vorsichtig löste sie sich von mir und wischte mir die Tränen von meiner geschwollenen Wange. Einen Moment betrachtete sie mich und schien zu überlegen.

»Ich kenne dich irgendwo her«, flüsterte sie, und ich wich ihrem Blick aus. Mir waren die Klatschmagazine auf dem Tisch schon beim Betreten des Raumes aufgefallen. Ich griff zur Seite, zog eines aus dem Stapel und erwischte mich auf der Titelseite. Leicht hielt ich es nach oben und Ryans Schwester verglich mich mit der Frau auf dem Cover.

»Ich musste irgendwann so enden ... richtig?«, hauchte ich und legte das Heft, in der die Sexgeschichte zwischen Damian und mir zerpflückt worden war, zurück auf den Tisch.

»Nein ...«, erhielt ich sichtlich geschockt als Antwort. »Nein, das war nicht das, was ich gedacht habe. Ich bin übrigens Hanna.«

Ich nickte und nahm die Teetasse in die Hand. Vorsichtig nippte ich daran und der heiße Tee breitete sich sofort wohltuend in meinem Inneren aus.

»Möchtest du darüber reden, was passiert ist?«, fragte Hanna, aber ich schüttelte nur den Kopf.

»Du weißt, dass mein Bruder so lange auf dich einreden wird, bis du es ihm sagst, oder?«

Ich zuckte mit den Schultern, antwortete aber nicht. Eigentlich wollte ich einfach nur nach Hause, unter die Dusche und mich schließlich in meinem Bett verkriechen. Ich wollte meine Ruhe haben, doch ich war mir ziemlich sicher, dass Ryan das nicht zulassen würde.

»Du solltest dich jetzt ein bisschen hinlegen. Ryan wird erst in knapp zwei Stunden wieder hier sein. Genügend Zeit, um ein bisschen zu schlafen.«

Hanna stand auf, nahm einige Zettel vom Schreibtisch und lief zur Tür, wo sie noch einmal kurz stehen blieb.

»Ich bin direkt nebenan. Nur für denn Fall, dass du etwas brauchst.«

»Danke ... für alles«, flüsterte ich, und sie schenkte mir ein aufbauendes Lächeln. Dann verließ sie den Raum und lehnte die Tür nur leicht an.

Nach einem weiteren Schluck Tee rollte ich mich auf der Couch zusammen und starrte in den halb dunklen Raum. Es wurde bereits hell draußen. Mein gesamter Körper schmerzte und an Schlaf war in dieser Sekunde nicht zu denken.

Ich schluckte die aufsteigenden Tränen herunter und konnte sie tatsächlich für einen Moment bekämpfen. Doch als mir wieder bewusst wurde, was Chloe getan hatte, brachen sie aus. Sie hatte mir alles genommen, nicht nur, wie mir in diesem Moment erst bewusst wurde, meine Tasche samt Inhalt – Wohnungsschlüssel, Portemonnaie und mein Handy. Nein, vor allem meine Würde und mein Selbstwertgefühl.

Sie hatte mir mein Leben genommen, ohne mich umzubringen.

4.Drei

Ich hatte kein Auge zugemacht und befand mich in einer Art Trance, als ich Ryan im Nebenraum mit Hanna sprechen hörte. Vorsichtig richtete ich mich auf, machte mich aber nicht bemerkbar.

»Wie geht es ihr?«, fragte er mit gedämpfter Stimme.

»Den Umständen entsprechend, denke ich. Augenscheinlich hat sie keine schweren Verletzung, aber wenn es ihr schlechter geht, musst du sie ins Krankenhaus bringen. Sie ist eindeutig vergewaltigt worden, aber ich habe überhaupt nichts gefunden. Der Täter, wenn es denn nur einer war, muss ein Kondom benutzt haben.«

»Denkst du, es waren mehrere Männer?«

»Die Male an ihrem Körper deuten darauf hin. Man hat sie grob an den Armen festgehalten und gewürgt. Sie wurde geschlagen und missbraucht. So wie sie aussieht, hat das nicht nur ein einzelner Mann zustandegebracht. Ich habe ihre Verletzungen fotografiert und dokumentiert. Falls du sie überzeugen kannst, Anzeige zu erstatten.«

Ich hörte Hanna seufzen.

»Weißt du eigentlich, wenn du da aufgesammelt hast?«

»Nein.«

»Ria Martinez.«

»Dieses drogenabhängige Skandalmodel mit dem ...«, fragte Ryan und versetzte mir einen Stich ins Herz.

Drogenabhängiges Skandalmodel.

»Genau die«, unterbrach ihn seine Schwester.

Was hatte ich erwartet? Natürlich sahen die Leute mich so, wie ich mich in der Öffentlichkeit präsentierte. Warum sollten sie sich die Mühe machen, hinter die Fassade zu blicken, wenn die Klatschpresse sich die größte Mühe gab, jeden meiner Fehler auszuschmücken und anschaulich darzustellen?

»Wo ist sie?«

»In meinem Büro, sie schläft.«

Ich hörte, wie Schritte zur Tür kamen und sie schließlich geöffnet wurde. Ryan betrat den Raum und ich machte mir gar nicht die Mühe zu verbergen, dass ich sie gehört hatte. Zum Selbstschutz verschränkte ich die Arme vor der Brust und senkte meinen Blick.

Ryan setzte sich neben mich auf die Couch und ich sah ihn kurz an. Er trug noch immer seine schwarze Jeans, ein weißes Shirt und eine schwarze Lederjacke. Schnell wandte ich meinen Blick wieder von ihm ab.

»Wie geht es dir?«

»Beschissen.«

»Komm, ich fahre dich nach Hause und unterwegs erzählst du mir, was passiert ist.«

»Ich würde gern nach Hause, aber meine Tasche mit meinem Wohnungsschlüssel ist weg«, sagte ich leise und traute mich nicht, ihn anzusehen. »Mein Handy und mein Portemonnaie waren ebenfalls in der Tasche.«

»Kannst du bei einer Freundin unterkommen?«

Ich schüttelte den Kopf.

»Was ist mit deinen Eltern?«

»Meine Mutter ist tot und mein Vater hoffentlich auch«, antwortete ich verbittert. »Geschwister habe ich nicht und Freunde auch nicht.«

Ryan atmete tief durch und fuhr sich durch die dunklen Haare, als er aufstand.

»Okay, dann kommst du mit zu mir und wir überlegen uns, wie es weitergeht.«

Unter Schmerzen stand ich auf und folgte Ryan aus dem Büro. Ich bedankte mich noch einmal bei Hanna und sie schloss mich in die Arme. Dann verließ ich die Praxis mit Ryan und stieg in seinen schwarzen Sportwagen, den er vor der Tür geparkt hatte.

Ich fühlte mich unwohl und wünschte mir, einfach schnell aus diesem Albtraum aufzuwachen. Es war zu viel. Ich wollte und ich konnte einfach nicht mehr. Stumm blickte ich aus dem Fenster und betrachtete die Menschen auf den Straßen, die selbst am Wochenende geschäftig von einem zum anderen Ort eilten.

Die Sonne ging über der Stadt auf und versprach einen sonnigen Junitag. Ich hingegen sehnte mir einen stürmischen und regnerischen Tag herbei, der sich den Gefühlen in meinem Inneren anpasste. Nichts war mehr wie vor dieser Nacht und nichts würde je wieder so sein.

Nach einigen Minuten fuhr Ryan in eine Tiefgarage auf der Park Avenue, die auf der Upper East Side und nur wenige Gehminuten von meinem eigenen Apartment entfernt lag. Wie konnte ein Polizist des NYPD sich das leisten?

»Das gesamte Haus gehört meinem Vater. Ich kann dir ansehen, dass du dich gerade fragst, wie ich es mir leisten kann, hier zu leben. Ich habe außerdem ein paar Anteile an der Firma, die ein hübsches Sümmchen im Monat einbringen.«

Ich erwiderte darauf nichts und stieg aus dem Wagen aus. Sein Sportwagen hätte mir schon verraten müssen, dass er Geld hatte.

»Warum arbeitest du dann als Polizist?«, fragte ich, als wir zum Fahrstuhl gingen.

»Aus Leidenschaft, um hübsche Mädchen wie dich vor bösen Typen zu beschützen.« Er hielt eine Karte gegen das kleine Scannfeld und der Fahrstuhl setze sich in Bewegung. »Ich bin eigentlich kein Streifenpolizist, sondern Detektiv. Es war eine verrückte Nacht, alle Dienstwagen waren im Einsatz und ich war sowieso gerade unterwegs.«

»Danke noch einmal, dass du mich mitgenommen hast, ohne Aufsehen zu erregen.«

»Ich glaube, ich verstehe jetzt, warum du das wolltest.«

»Ja, weil ich das drogenabhängige Skandalmodel bin«, erwiderte ich leise und senkte verletzt den Blick.

»Entschuldige, das solltest du eigentlich nicht hören.«

Ich zuckte mit den Schultern, als wäre es mir egal. »Es hat doch sowieso jeder seine Meinung über mich.«

Die Fahrstuhltüren schwangen auf und wir standen im Flur eines riesigen Appartements. Unsicher trat ich heraus und sah mich um. Der Flur führte direkt ins Wohnzimmer, in das ich Ryan folgte. Ich ging zu der Fensterfront und blickte nach draußen. Der Ausblick auf die Stadt war einfach atemberaubend.

»Wow«, flüsterte ich und hielt einen Moment die Luft an. Mit dieser Aussicht konnte mein kleines Apartment nicht mithalten. Ich wandte mich ab und betrachtete die teure, aber sehr schlichte, hellgraue Einrichtung.

»Bist du diesen Luxus nicht eigentlich auch gewöhnt, Ria?«, fragte er und sprach zum ersten Mal meinen Namen aus. Eine Gänsehaut zog über meinem gesamten Körper.

»Nicht in diesem Maße«, erwiderte ich.

»Komm, ich zeige dir das Gästezimmer und das dazugehörige Badezimmer. Du willst dich sicher frisch machen.«

Ich nickte und folgte Ryan in einen kleinen Korridor. Er öffnete eine Tür und ich trat in ein stilvoll eingerichtetes Schlafzimmer. In der Mitte stand ein großes Boxspringbett, es gab außerdem eine kleine Sitzecke und einen Schreibtisch direkt vor der Fensterfront. Eine weitere Tür führte in das Badezimmer, das mich ebenfalls stocken ließ. Eine luxuriöse Badewanne direkt vor dem Fenster, eine ebenerdige Dusche, ein separater Bereich mit der Toilette, Waschbecken und einem in die Wand eingelassenen Kleiderschrank.

»Ich lass dich allein und warte im Wohnzimmer auf dich. Komm zu mir, wenn du fertig bist, damit wir reden können.«

»Ich werde dir nicht sagen, was passiert ist«, flüsterte ich.

Ryan kam einen Schritt auf mich zu, strich mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht und berührte zaghaft meine Wange. Dennoch zuckte ich vor Schmerz zusammen. »Doch, das wirst du!« Seine dunkle Stimme ließ keinen Widerspruch zu.

»Ich kann nicht.«

»Du kannst und du wirst.«

Ich senkte den Blick und Ryan legte seinen Zeigefinger unter mein Kinn, damit ich ihn ansah.

»Ria, ich kann dir nur helfen, wenn du mir alles erzählst.«

»Ich brauche keine Hilfe.«

Mir war klar, dass ich in diesem Moment wie ein trotziges Kind reagierte, aber ich konnte einfach nicht darüber sprechen, was mir passiert war. Wenn ich das tat, musste ich gleichzeitig noch über so viele andere Dinge sprechen.

»Du brauchst Hilfe.«

Noch einmal taxierte er mich mit seinem unberechenbaren Blick, bevor er den Raum verließ und die Tür hinter mir schloss.

Einige Sekunden blieb ich stehen und rührte mich nicht vom Fleck. Ich starrte auf den Boden, wusste nicht vor und nicht zurück. Die Art, wie Ryan mit mir sprach, verletzte mich, als wäre ich sein Eigentum, über das er bestimmen konnte.

Es gab bereits einen Mann, der das tat.

Tränen sammelten sich in meinen Augen und ich begann mich auszuziehen. Etwas unsicher trat ich vor den Spiegel, um mir die Verletzungen anzusehen, die Chloes Bruder auf meiner Haut hinterlassen hatte. Ich rechnete mit dem Schlimmsten, doch als ich mich sah, taumelte ich dennoch schluchzend zurück und hielt eine Hand vor den Mund.

Meine stechend blauen Augen waren vom Weinen gerötet, das linke Auge schimmerte bläulich, auch meine Wangen wurden von Blutergüssen geziert, meine Lippe war geschwollen und aufgeplatzt. Ich schluckte schwer und strich mit den Fingern über die blauroten Würgemale an meinem Hals und über die Verletzungen an meinen dünnen Armen. Ich blickte an mir hinab. Mein Bauch und meine Beine waren ebenfalls mit leuchtend blauen Flecken übersät, die von einer Schmutzschicht überzogen waren.

Ich sah mir direkt in die Augen, spürte nun noch deutlicher, dass ich innerlich bereits gestorben und nur noch eine leere Hülle war. Zu sterben wäre wahrscheinlich die einfachste Lösung, schließlich würde mich niemand vermissen.

Weil ich meinen Anblick nicht mehr ertragen konnte, wandte ich mich vom Spiegel ab und drehte das Wasser in der Dusche auf. Ich stellte mich unter den Strahl und bemerkte kaum, dass das viel zu heiße Wasser mich verbrannte. In meinem Inneren war alles zu Eis gefroren. Apathisch wusch ich mir die letzten Stunden vom Körper und verschloss mich selbst vor den Schmerzen, die meinen Körper einnehmen wollten. Sie durften auf keinen Fall gewinnen.

Innerhalb von Sekunden füllte sich der Raum mit Wasserdampf. Ich lehnte mich mit dem Rücken an die weiße, eiskalte Marmorwand, während das Wasser weiterhin auf mich tropfte, bis ich vor Erschöpfung auf den Boden rutschte. Ich umklammerte meine Beine, machte mich ganz klein und starrte gerade aus.

Je länger das Wasser lief, desto heißer wurde es. Schwach griff ich mit der Hand nach oben und stellte es komplett ab.

Alles geschah wie ich Trance. Ich hatte keine Kontrolle mehr über mich und meinen Körper. Einige Zeit hatte ich noch funktioniert, aber meine Kraft war aufgebraucht. Ich konnte und ich wollte nicht mehr.

Brennende Magensäure stieg meine Kehle nach oben und ich rutschte auf dem Boden zum Klo, um mich zu übergeben. Die Erinnerungen tauchten wie ein Film in meinen Gedanken auf. Sie zeigten mir alles schonungslos. Alles um mich herum drehte sich und ich fühlte mich immer ausgelaugter.

Chloe hatte alles erreicht, was sie wollte. Sie hatte mich gebrochen und zerstört und das alles nur, weil Damian mich ausgesucht hatte.

Damian.

Der bloße Gedanke an ihn tat mir weh. Wo war er gewesen und warum hatte er mich nicht gehört? Er hätte mir geholfen ... er hätte auf mich aufgepasst. Warum hatte Chloe mich ausgerechnet in die Lounge gebracht? Das hätte sie nicht getan, wenn ... ja wenn sie sich nicht sicher gewesen wäre, dass Damian mir nicht helfen konnte.

Ich schluckte schwer. Es hatte zu ihrem Plan gehört. Sie wollte mir die Hoffnung geben, er könne mir helfen, nur um sie mir dann qualvoll zu nehmen. Wahrscheinlich hatte sie nur darauf gewartet, dass er sich einen freien Tag gönnte.

Ich war so dumm gewesen. Warum hatte ich nicht auf das schlechte Gefühl gehört, das sich in meinem Inneren ausgebreitet hatte? Wie naiv konnte ein einzelner Mensch sein? Damit hatte ich mir alles kaputt gemacht. Nicht nur die Jobs, die ich in den nächsten Wochen hatte und die wichtig für meine Zukunft waren, nein, ich hatte meiner Seele mit meiner Gutgläubigkeit den letzten Schlag verpasst. Nun war alles egal, ich war nicht mehr zu retten. Ich war nach meinem monatelangen Sturz endlich auf dem Boden gelandet. Und ich hatte es nicht überlebt.

Schluchzend kauerte ich mich weiterhin zusammen und umschlang meinen Körper. Meine Fingernägel krallten sich in meine mit Blutergüssen übersäte Haut, doch die Schmerzen fühlte ich nicht. Ich würde nie wieder in meinem Leben etwas fühlen.

Ich ließ mich zur Seite kippen, rollte mich weiter zusammen und machte mich immer kleiner. Der Boden wurde mit jeder Sekunde kälter und härter. Die letzten Wassertropfen perlten von mir ab, nur der Wasserdampf hielt sich hartnäckig in dem Raum.

Aus der Ferne nahm ich ein klopfendes Geräusch und eine Stimme wahr. Ich hatte sie schon irgendwo gehört, in diesem Moment wollte ich mich aber nicht daran erinnern, wo. Fest kniff ich die Augen zusammen und blendete alles um mich herum aus.

Ich war tot. Ich war tot. Ich war tot.

Wenn ich es mir lange genug einredete, wurde es vielleicht Wirklichkeit.

»Verdammt, Ria!«, drang die dunkle Stimme zu mir durch, aber ich rührte mich nicht. Plötzlich spürte ich, wie ich hochgehoben und in etwas eingewickelt wurde. Sekunden später lag ich auf einer weichen Matratze und wurde von einer Decke umhüllt.

Ängstlich öffnete ich meine Augen und blickte Ryan an, der sich neben mich auf die Bettkante gesetzt hatte. Aus irgendeinem Grund hatte ich das Gefühl, mich entschuldigen zu müssen, weil ich nicht wollte, dass er sauer auf mich war.

»Es tut mir leid«, brachte ich mit schwacher Stimme hervor, und er schüttelte den Kopf.

»Du musst mir sagen, wer das war.«

Ich weiß, dass es dumm war, Chloe zu schützen. Aber wer sollte mir schon glauben? Mein Ruf eilte mir voraus, meine Glaubwürdigkeit war gering. Die Menschen sahen mich an und bildeten sich ihr Urteil. Sie würden es wahrscheinlich so auslegen, als hätte ich all das gewollt.

»Ria, du musst keine Angst haben. Ich kann dir helfen, wenn du es zulässt.«

Ryan sah mich durchdringend an, doch ich verschloss mich vollständig vor ihm. Ich konnte ihm nicht sagen, was vorgefallen war. Es würde nichts an meiner Situation ändern und Hilfe würde ich deswegen auch nicht bekommen.

»Ria, ich brauche drei Minuten, um mir die Überwachungsbänder aus dem Red Sky zu besorgen. Dann werde ich sehen, mit wem du in die Lounge gegangen bist und was dort passiert ist.«

Er würde sehen, dass ich mit Chloe gekommen war. Doch Damians Raum für Privatpartys und seine Spielzimmer wurden nicht überwacht. Es gab keine Beweise für das, was mir angetan wurde. Und selbst wenn es die gegeben hätte, hätte Chloe sie bereits vernichtet.

Ich spürte, wie Ryan langsam ungeduldig wurde, und drehte ihm den Rücken zu. Es reichte. Ich wollte und konnte nicht darüber sprechen.

»Okay, wie du willst.«

Ryan machte eine schnelle Bewegung hinter mir und ich hörte, wie er aufstand und das Zimmer verlassen wollte. Schnell wandte ich mich wieder zu ihm um.

»Ryan, bitte«, flehte ich. »Du wirst keine Beweise finden und ich will auch niemanden anzeigen.«

Meine Stimme war lediglich ein Flüstern und ich hatte Angst, dass er es überhaupt nicht wahrnahm. Doch er tat es und blieb stehen. Ich wusste, dass ich mich ihm erklären musste, weil er meine Entscheidung sonst nicht akzeptierte. Abwehrend verschränkte Ryan die Arme vor der Brust und blickte auf mich herab.

»Ich möchte einfach nur vergessen, was passiert ist. Bitte, verstehe mich nicht falsch. Ich bin dir sehr dankbar, dass du mir geholfen hast. Mir ist klar, dass das nicht selbstverständlich ist, schließlich hast du viel für mich riskiert. Es ist nur so ... mir würde doch sowieso niemand glauben. Die Presse würde es so auslegen, als wäre eine meiner Sexeskapaden schiefgegangen. Man würde mir unterstellen, ich hätte an diesem Tag unter Drogen gestanden und es so gewollt.«

Ich senkte den Blick auf die Bettdecke.

»Bitte, Ryan, lass es gut sein. Ich will einfach nur nach Hause, in meine eigene Wohnung. Ich will mich unter der Bettdecke verkriechen, so lange, bis ich irgendeinen Weg finde, wie ich mit dem, was geschehen ist, umgehen kann. Mehr verlange ich nicht.«

Ryan kam zu mir und setzte sich wieder auf die Matratze. Behutsam griff er nach meiner Hand und ich sah ihm direkt in seine dunklen Augen.

»Du kannst es nicht einfach in dich reinfressen und versuchen, es zu vergessen. Irgendwann kommt der Punkt, an dem du damit nicht mehr umgehen kannst. Und was ist dann?«

»Dann werde ich zu dir kommen und dich um Hilfe bitten«, brachte ich leise hervor. »Aber für den Moment muss ich damit allein sein.«

Ich sah, dass Ryan sichtlich mit sich rang. Sein Beruf lehrte es ihn, in diesen Situationen nicht einfach still zu sein und alles hinzunehmen. Er führte in diesem Moment einen inneren Kampf, das sah ich ihm deutlich an. Dennoch akzeptierte er meinen Wunsch.

»In Ordnung. Ich werde gleich einen Schlüsseldienst anrufen und einen Termin machen.«

»Danke, Ryan«, flüsterte ich und nannte ihm meine Adresse.

Er nickte und verließ kurz darauf das Zimmer.

Natürlich war es eine dumme Idee, allein zu sein und alles verdrängen zu wollen. Doch ich würde schon einen Weg finden, damit umzugehen. Wenn auch nicht heute oder morgen ... aber irgendwann.

Ich weiß nicht, wie lange ich in Ryans Gästezimmer lag, bevor er zu mir zurückkam. Auch ihm steckte die letzte Nacht in den Knochen, das konnte man ihm deutlich ansehen. Unter seinen Augen zeichneten sich dunkle Ringe ab, er wirkte blass und erschöpft.

Erst in diesem Moment wurde mir richtig bewusst, was ich eigentlich von ihm verlangt und was er alles für mich auf sich genommen hatte, obwohl wir uns nicht kannten.

»Hey, konntest du ein bisschen schlafen?«, fragte er und nahm wieder neben mir Platz.

»Nein«, antwortete ich leise.

Nachdem er das Zimmer verlassen hatte, hatte ich mich zunächst angezogen und anschließend zurück ins Bett gelegt. Gedankenverloren hatte ich an die Decke gestarrt und darüber nachgedacht, wie es für mich weitergehen sollte. Wenn ich ehrlich war, wusste ich es nicht.

Auf jeden Fall musste ich Chloe und vor allem Damian aus dem Weg gehen. Ich wollte keine weiteren Probleme haben, sondern einfach nur meine Ruhe. Eigentlich sollte das in einer so großen, gleichgültigen Stadt wie New York kein Problem sein ... zumindest für einen normalen Menschen. Doch ich war kein normaler Mensch und ich führte kein normales Leben.

»Wir können uns auf den Weg machen. Der Mann vom Schlüsseldienst wird in einer halben Stunde bei deiner Wohnung sein.«

»Danke, Ryan.«

»Nicht dafür«, erwiderte er leise lächelnd.

Eine halbe Stunde später kamen wir an meiner Wohnung an und wurden direkt von einem älteren Mann im Empfang genommen. Ich klingelte bei einer meiner Nachbarinnen, die oft meine Pakete entgegennahm, wenn ich nicht da war, und sie ließ uns ins Haus. Mit dem Fahrstuhl fuhren wir in den neunten Stock.

Während der Mann vom Schlüsseldienst seine Arbeit machte, lehnte ich mich an das Fensterbrett im Hausflur. Ryan stellte sich neben mich und betrachtete mich eingehend.

»Hast du deine Meinung geändert?«

»Nein. Es wird nicht wieder passieren und man wird mich in Ruhe lassen«, antwortete ich leise.

»Wie kannst du dir da so sicher sein?«

Das konnte ich nicht, aber ich hatte die Hoffnung, dass es genau so sein würde. Chloe hatte bekommen, was sie wollte. Die Affäre mit Damian war für mich offiziell beendet – auch wenn er davon noch nichts wusste.

Es dauerte nur zehn Minuten, bis der Mann meine Tür geöffnet und das Schloss ausgetauscht hatte. Ryan bezahlte ihn und wir betraten meine Wohnung. Im Vergleich zu Ryans Apartment war sie winzig, obwohl sie sich durchaus sehen lassen konnte. Auch ich bevorzugte einen schlichten, modernen Einrichtungsstil. Klare Linien, keine übertriebene Dekoration. Da ich ohnehin die meiste Zeit bei Jobs verbrachte, die mich um die ganze Welt führten, legte ich nicht viel Wert auf Gemütlichkeit. Meine Wohnung wirkte wie eine Hotelsuite und das war auch der Sinn gewesen, als ich sie eingerichtet hatte.

»Was hast du jetzt vor?«, fragte Ryan, als ich mich auf meine Couch sinken ließ und zum ersten Mal seit Stunden, ein Gefühl von Sicherheit verspürte.

»Eine Flasche Wein trinken und Schmerzmittel schlucken? Ich weiß es nicht.«

Mir war klar, dass meine Antwort ihn provozierte, doch darauf gab ich in diesem Moment nichts.

»Kommst du wirklich allein klar?«

»Ich habe schon andere Sachen allein durchgestanden.«

Ryan betrachtete mich und nickte schließlich.

»Dann werde ich jetzt verschwinden.« Langsam wollte er in Richtung Türrahmen gehen, entschied sich dann aber doch um und kam auf mich zu. Er beugte sich zu mir, drückte mir vorsichtig einen Kuss auf meine Stirn und wich zurück. »Pass auf dich auf, Ria.«

»Danke für alles!«

Ein sanftes Lächeln umspielte seine Lippen, bevor er den Raum und anschließend meine Wohnung verließ. Einen Moment lang starrte ich auf die Stelle, auf der er gerade gestanden hatte, und ignorierte das schmerzhafte Ziehen in meinem Magen, weil ich ihn vermutlich nie wiedersehen würde. Aber es war besser so.

5.Vier

Ich wollte mein Leben ändern.

Nach dem Vorfall stellte ich mein gesamtes Leben infrage. Ich fragte mich, ob das Modelgeschäft all das wert war. Ob ich die Drogen brauchte, ob ich Damian oder irgendeinen anderen Typen brauchte.

Die Antworten lauteten in den ersten Tagen immer eindeutig Nein.

Ich erholte mich von meinen Verletzungen und erfand den Designern gegenüber die Ausrede, dass ich mich mit einem Virus angesteckt hatte. Man wünschte mir gute Besserung. Auch meiner Agentur verkaufte ich die Geschichte und sie gaben diese wiederum an die Presse weiter.

Ein paar Wochen verschwand ich so von der Bildfläche, bis die Verletzungen abgeheilt waren. Ich versteckte mich in meiner Wohnung, wo ich nach Therapie- und Entzugseinrichtungen recherchierte.

Anfangs war ich fest davon überzeugt, es schaffen zu können. Ich vereinbarte einen Termin mit einer Psychologin. Nachdem ich ihr meine Situation grob erklärt hatte, bat ich sie zu mir in die Wohnung. Die Angst, von den Paparazzi entdeckt und verfolgt zu werden, war zu groß. Sie stimmte zu, doch schon nach der ersten Sitzung merkte ich, dass ich es nicht schaffen würde. Also sagte ich die weiteren Termine ab.

Mir wurde ziemlich schnell klar, dass ich mein Leben niemals ändern würde. Ich war ein kaputter Mensch mit einer Vergangenheit, die sich nicht therapieren, sondern einfach nur betäuben ließ.

Gerade als ich mir in der Küche etwas zu trinken holen wollte, klingelte es an meiner Tür. Ich fror in meiner Bewegung ein und hielt die Luft an. Seit Tagen kam Damian zu meiner Wohnung, um mit mir zu sprechen. Ich hatte mir in den letzten Tagen zwar ein neues Handy besorgt, doch die meisten Nummern waren unwiederbringlich weg – darunter auch die von Damian.

Ich wusste, dass es unfair war, ihn einfach vor der Tür stehen zu lassen und ihm nicht zu sagen, was los war. Aber ich würde es nicht übers Herz bringen, ihm zu erzählen, was Chloe mir angetan hatte. Er würde meine Entscheidung nicht verstehen und außerdem ... außerdem würde ich nicht die Kraft besitzen, mich von ihm fernzuhalten. Egal von welcher Seite aus ich meine Situation betrachtete, ich würde nur verlieren können.

Plötzlich klopfte es und ich senkte meinen Blick bedrückt zu Boden. Ich wollte, dass er endlich ging und mich nicht noch mehr quälte. Doch zu meiner Überraschung war es nicht Damians Stimme, die wenige Minuten später durch den Hausflur schallte, sondern die von Hanna, Ryans Schwester.

Ich überlegte nicht lang und öffnete ihr. Sie schenkte mir ein sanftes Lächeln, bevor sie mich in die Arme schloss, und wir gemeinsam ins Wohnzimmer liefen.

»Entschuldige, dass ich dir nicht sofort geöffnet habe. Ich dachte, du seist jemand anderes.«

»Kein Problem, ich hätte mich vielleicht vorher ankündigen sollen.« Sie lächelte und fügte schulterzuckend hinzu: »Auch wenn ich keinen Schimmer gehabt hätte, wie.«

Wir nahmen auf meiner Couch Platz und sie sah mich forschend an. Seit sie mir in dieser Nacht geholfen hatte, hatten wir uns nicht mehr gesehen. Wenn ich ehrlich war, hatte ich auch nicht damit gerechnet, ihr je wieder zu begegnen.

»Ryan hat sich Sorgen um dich gemacht und mich gebeten, nach dir zu sehen. Du siehst gut aus, Ria, man erkennt nichts mehr.«

»Glücklicherweise«, antwortete ich leise.

»Hast du noch Schmerzen?«

»Nein, ich denke, es ist alles verheilt ... na ja, fast alles.« Meine Seele war nach wie vor ein nicht zu reparierender Scherbenhaufen. Ich schenkte ihr ein unsicheres Lächeln, das sie mir aber nicht abkaufte.

»Wie geht es dir sonst, Ria? Die Presse schreibt irgendetwas über einen schlimmen Virus, den du dir eingefangen hättest.«

»Das ist die Geschichte, die ich der Agentur verkauft habe. Niemand weiß, was wirklich passiert ist, und das soll auch so bleiben. Ich ... ich würde die Schlagzeilen nicht ertragen, jeder würde sich eine Meinung darüber bilden, was wirklich vorgefallen ist. Das würde ich nicht durchstehen.«

»Der Druck der Öffentlichkeit muss enorm sein, hm?«

Ich nickte und spielte nervös am Saum meines Shirts. Das war er und obwohl ich eigentlich hätte damit umgehen sollen, gelang mir das nicht in jedem Moment. Manchmal verfluchte ich meine Entscheidung, Model geworden zu sein. Doch schließlich hatte ich gewusst, was auf mich zukommen konnte. Ich hatte zuvor schon viele Stars daran kaputtgehen sehen.

Auch wenn ich selbst nicht so enden wollte, war mir bewusst, dass ich mich auf dem besten Weg dahin befand.

»Wie geht es dir emotional? Kommst du damit klar?«

Ich atmete tief durch, schaffte es aber nicht, Hanna in die Augen zu sehen. »Ja, irgendwie.«

»Vielleicht solltest du mit jemandem sprechen, der sich damit auskennt.« Hanna griff nach meiner Hand und ich sah sie an.

»Das habe ich versucht, aber ich kann es einfach nicht.« Ich senkte den Blick erneut. »Ich war immer ein Mensch, der sich keinen Kopf darüber gemacht hat, was er sagt. Aber es ist, als hätte man mir mein altes Leben genommen und meine Persönlichkeit ausgetauscht. Ich erkenne mich nicht wieder, dabei wünsche ich mir doch nur, dass alles wieder halbwegs normal wird.«

Brennende Tränen stiegen in meinen Augen auf, aber ich wollte sie bekämpfen.

»Ich will mich nicht mehr in meiner Wohnung verstecken und mich selbst bemitleiden. Das bin nicht ich.«

»Dann tu es nicht, Ria. Wenn du denkst, jetzt ist der Zeitpunkt, weiterzumachen, dann tu es. Ich kann dir nicht sagen, was richtig oder was falsch ist. Niemand kann das. Nur du allein entscheidest über dein Leben.«

»Ich weiß, und dennoch fühlt sich alles so furchtbar falsch an.«

Nachdem Hanna gegangen war, fühlte ich mich ein kleines bisschen besser. Sie hatte mir Mut gemacht, mein Leben wieder in die Hand zu nehmen und nach vorn zu sehen. Ich wollte mich ja selbst nicht verstecken, doch aus irgendeinem Grund hatte ich die Meinung einer anderen Person gebraucht. In Selbstmitleid zu baden war einfach nicht mein Stil. Mein Leben war einen kurzen Moment ins Stocken geraten, aber ich wollte jetzt weitermachen.

Ich ging duschen und zog ein knappes, schwarzes Minikleid an. Mein nasses, dunkles Haar föhnte ich glatt, schminkte mich anschließend dezent und betrachtete das Endergebnis im Spiegel. Auch wenn meine schöne Fassade in den letzten Wochen gelitten hatte, strahlte ich nun schöner denn je.

Es war der perfekte Zeitpunkt für mein kleines Comeback.

Ich schlüpfte in meine High Heels, schnappte meine Clutch und verließ meine Wohnung. Schon den ganzen Tag hatte ich darüber nachgedacht, wo ich meinen Abend verbringen würde. Auch wenn mir klar war, dass sich mein Leben nicht unbedingt zum Besseren wenden würde, gab es doch eine ganz klare Regel: Ich würde Damian und das Red Sky meiden!

Obwohl ich es mir nicht eingestehen wollte, hatte Chloe genau das erreicht, was sie wollte. Ich hatte Angst. Angst davor, dass man mir wieder so wehtat. Sie sollte Damian haben. Ganz gleich, was zwischen uns gewesen war, ich hatte keine Gefühle für ihn ... so wie für niemanden sonst.

Ich war eine Einzelkämpferin und das würde ich immer bleiben!

Das zumindest redete ich mir ein.

Gerade als ich die Tür des Wohnhauses öffnen wollte, trat ein Schatten vor mich und schob mich wieder hinein. Ich schnappte nach Luft, und Panik machte sich in meinem Inneren breit.

»Lass mich los«, schrie ich und schlug auf den Mann ein, der sich vor mir aufgebaut hatte. Übelkeit machte sich in meinem Inneren breit und mein Herz sprang mir fast aus der Brust.

»Ria, hey, beruhig dich.«

Ich erstarrte in meiner Bewegung und blickte auf. Damian stand vor mir. Stumm fixierte er mich mit seinen dunklen Augen und hinterließ mit diesem Blick ein Brennen in meinem Körper. Seine dunklen Haare fielen ihm leicht über die Stirn und der Dreitagebart umrahmte sein Gesicht. Er war angespannt und wütend, das sah ich ihm sofort an. Dennoch kam ich nicht umhin, zu bemerken, dass er so gut wie immer aussah. Er trug eine schwarze Jeans und ein weißes Shirt, das mit dem Logo des Red Sky bedruckt war und an seinen Muskeln spannte.

»Damian«, hauchte ich und mein Herz zog sich schmerzhaft zusammen. Mir war in den letzten Wochen nie bewusst geworden, wie sehr er mir wirklich gefehlt hatte. Ich dachte, dass ich ihn einfach aus meinem Leben streichen könnte. Doch dessen war ich mir mittlerweile nicht mehr so sicher.

»In den Fahrstuhl, Ria!«, knurrte er und ich widersprach ihm nicht. Meine Hände zitterten, als ich den Knopf mit der Nummer neun drückte und der Fahrstuhl sich schließlich in Bewegung setzte.

Damian schwieg, während wir den Fahrstuhl verließen und ich meine Wohnungstür aufschloss. Er war so sauer, und ich konnte es ihm nicht einmal verübeln. Schließlich war ich ohne ein Wort der Erklärung untergetaucht.

Unsicher blieb ich im Flur stehen, nachdem Damian die Tür hinter sich geschlossen hatte.

»Was denkst du, wer du bist, Ria?«, brüllte er plötzlich, kam auf mich zu und presste mich gegen die Wand. Ich schnappte erschrocken nach Luft und Beklemmung machte sich in meinem Inneren breit. »Seit Wochen lasse ich deine verfluchte Wohnung überwachen, weil ich nicht wusste, was mit dir ist. Ich habe mit dem Schlimmsten gerechnet, ich dachte, dir sei etwas zugestoßen, und heute spazierst du hier raus, als wäre nichts gewesen?«

»Ich kann dir das erklären«, flüsterte ich ängstlich.

»Das brauchst du nicht, das hat Chloe bereits getan.«

»Chloe?« Meine Stimme zitterte und ich presste die Hände auf Damians Brust, um mich von ihm zu lösen. Doch so leicht gab er mich nicht frei. Damian schob mich mit Leichtigkeit zurück an die Wand und umfasste mein Kinn.

»Sie hat mir erzählt, dass sie dir geholfen hat, unterzutauchen, weil du Angst vor mir hast. Stimmt es, ist es dir zu viel geworden, was ich mit dir gemacht habe? Eigentlich hatte ich immer den Eindruck, gerade du bräuchtest diese härtere Führung.«

»Nein, das stimmt nicht«, brachte ich schwach hervor.

Er packte mich an den Haaren und zwang mich auf die Knie. Das war üblicherweise Teil unseres Spiels. Ein Spiel, das dunkel und gefährlich war und mein Innerstes auf diese besondere Art erreichte. Doch in diesem Moment geschah genau das Gegenteil.

»Es wird offenbar Zeit für eine neue Lektion«, sagte er mit rauer Stimme, und Panik breitete sich in meinem Körper aus. Tränen sammelte sich in meinen Augen und die Bilder an den schrecklichen Abend kehrten in meinen Kopf zurück.

»Damian, nein!«, schrie ich und versuchte, mich von ihm zu lösen. Doch er war blind vor Wut. Er steckte komplett in dieser düsteren Welt fest, die wir uns vor einem knappen halben Jahr geschaffen hatten.

»Du hast das zu tun, was ich von dir will. Das war der Deal, Ria! Jetzt hab dich nicht so!«, schrie er, packte mich am Hals und zog mich wieder nach oben, seine andere Hand tastete bereits nach meiner empfindlichsten Stelle. Ich kniff die Augen fest aufeinander und konnte nicht glauben, dass man mir das schon wieder antun würde. Warum hörte er nicht auf die Worte, die ich sagte? Warum verstand er mein Nein nicht?

»Damian, bitte nicht«, flehte ich und öffnete die Augen. Erst als er meinen ängstlichen Blick und die Tränen sah, wich er von mir zurück und verstand, dass das kein Spiel mehr war, dass ich wirklich Angst hatte.

»Ria, ich ...«, stammelte er und sah mich erschrocken an. »Wovor hast du Angst?«

Ich schüttelte den Kopf, weil ich ihm nicht antworten wollte, und ging in mein Wohnzimmer, wo ich mich auf die Couch setzte. Mit dem Handrücken wischte ich mir über die Wangen und senkte den Blick. In diesem Moment fühlte ich mich überfordert und hilflos. Wie sollte ich ihm nur klarmachen, dass wir uns nie wiedersehen durften? Ich konnte ihm nicht sagen, was Chloe getan hatte. Sie würde es mich für alle Zeit büßen lassen.