Russlanddeutsche - Elena Denisova-Schmidt - E-Book

Russlanddeutsche E-Book

Elena Denisova-Schmidt

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Beschreibung

Die in Deutschland lebenden Russlanddeutschen werden von vielen einheimischen Deutschen oft irreführend als „Russen" be­zeichnet. Ein Grund dafür ist, dass es an Wissen über diese Be­völkerungsgruppe, ihre Geschichte sowie ihre gegenwärtige Si­tuation mangelt. Dieses Wissen fehlte auch in der Sowjetunion, aus der die meisten Russlanddeutschen stammen. Dort wurden sie „Faschisten" genannt. Wer sind eigentlich diese Menschen? Warum haben sie deutsche Nachnamen und sprechen dennoch mit russischem Akzent? Elena Denisova-Schmidt geht diesen und ähnlichen Fragen in ihrem vorliegenden Buch detailliert nach und präsentiert ihre Forschungsergebnisse auf Deutsch und auf Russisch. Sie zeigt unter anderem auf, dass Vereinsarbeit einen wichtigen Baustein zu einer erfolgreichen Integration darstellt. Ein Standardwerk für jeden, der sich ernsthaft mit den Russland­deutschen auseinandersetzen möchte.

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Seitenzahl: 143

Veröffentlichungsjahr: 2016

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ibidem-Verlag, Stuttgart

Inhalt

Einleitung
Вступление
Verein ‚Zukunft für Ritschow/Leben nach Tschernobyl in der Region Gomel/Belarus‘
Общественная организация «Будущее для Ричева/Жизнь после Чернобыля в Гомельской области, Беларусь»
Überblick: Die Geschichte der Russlanddeutschen
Краткая история российских немцев
Empirische Untersuchung
Эмпирическое исследование
Alexander Baev
Александр Баев
Tatjana und Waldemar Bauer
Татьяна и Вальдемар Бауеры
Olga Greune
Ольга Гройне
Anna und Aleksej Gref
Анна и Алексей Грефы
Irina und Wilhelm Felde
Ирина и Вильгельм Фельде
Paulina Keil
Палина Кайль
Alexander Schmidt
Александр Шмидт
Natalie und Eugen Schmidt
Наталья и Евгений Шмидты
Frieda und Viktor Schmidt
Фрида и Виктор Шмидты
Die Russlanddeutschen und das Ehrenamt
Российские немцы и общественная работа
Die UdSSR in den späten achtziger und frühen neunziger Jahren
СССР конца 1980-х  начала 1990-х годов
Fazit
Заключение
Literatur

Einleitung

Die in Deutschland lebenden Russlanddeutschen werden von sehr vieleneinheimischen Deutschenoftfälschlicherweiseals „Russen“ bezeichnet. Ein Grund dafür ist, dass es anWissen über diese Bevölkerungsgruppe, ihre Geschichte sowie ihregegenwärtige Situationmangelt. Dieses Wissen fehlte auch in der Sowjetunion,aus derdie meisten Russlanddeutschen stammen. Dort wurden sie „Faschisten“ genannt.Aber wersind eigentlich diese Menschen? Warum haben sie deutsche Nachnamen und sprechen dennoch mit russischem Akzent?In diesem Buch werden diese und andere Fragen exemplarisch erläutert.

Das vorliegendeManuskriptbasiert auf 15biographischen Interviews mit Russlanddeutschen aus der Region Hochrhein/Schwarzwald (Baden-Württemberg). Sie erzählen ihre Familiengeschichten, berichten über ihr Leben in der UdSSR, ihre Umsiedlung sowie ihre Integration in Deutschland.

Nebender gemeinsamen Geschichte verbindet diese Menschen eine gemeinsame Vereinsarbeit. Sie engagieren sich ehrenamtlich für den deutschen Verein „Zukunft für Ritschow/Leben nach Tschernobyl in der Region Gomel/Belarus e. V.“.Als Gasteltern nehmen sie Kinder und Jugendliche aus der Tschernobyl-Region während der Sommerferien auf;als Tischler fahren sie nach Weißrusslandund sanieren ein Schulgebäude in einem dortigen Dorf; als Dolmetscher und Übersetzer helfen sie bei der Korrespondenz und bei der Organisation verschiedener Veranstaltungen; als Kenner der russischen Kultur sind sie immer zur Stelle, um mögliche interkulturelle Missverständnisse zu vermeiden. Ohne die russlanddeutschen Vereinsmitglieder und Vereinsfreunde wäre die Tätigkeit des Vereins sowohl in Deutschland als auch in Weißrussland kaum möglich.

Вступление

Коренные немцы часто называют российских немцев, живущих в Германии, «русскими», поскольку знание об этой группе людей,какая-либо достоверная информация оеепрошлом, а также о настоящем в большинстве случаев просто отсутствуют.Этого знания также не было и в Советском Союзе, откуда в основном приехала большая часть российских немцев. Там их называли «фашистами». Кто, собственно говоря, эти люди? Почему у них немецкие фамилии, но говорят они с русским акцентом?Вданнойкнигебудутданыответы на эти и другие вопросы.

Рукописьосновывается на 15биографических интервью с российскими немцами из регионаХохрейн/Шварцвальд(Баден-Вюртемберг).В них  ониповествуют о своих семейных историях, своей жизни в СССР, переселении, а также об интеграции в Германии.

Кроме общей истории, этих людей связывает еще и общая общественная работа в одной некоммерческой организации. В качестве волонтеров они трудятся на благо объединения «Будущее для Ричева/Жизнь после чернобыльской катастрофы в Гомельской области/Беларусь».

В качестве гостевых родителей они принимают у себя детей и подростков из Чернобыльского региона на время летних каникул; в качестве столяров они едут в Белоруссию и ремонтируют здание школы в деревне Ричев; в качестве переводчиков они помогают при ведении корреспонденции и ворганизации различных мероприятий; в качестве знатоков русской культуры они всегда готовыпомочьдляизбежаниякаких-либомежкультурных недоразумений. Без российских немцев, членов и друзей общества, деятельность организацииедва была бы возможна как в Германии, так и в Белоруссии.

Soist esVera Freidenbergerzu verdanken, dass bekannt wurde,unter welch schweren Bedingungen ein Gastkind aufwächst: mit einer behinderten kleineren Schwester und einer alkoholkranken Mutter. Nurmit diesem Wissenkonnte der VereinHilfe leisten. Die kleinere Schwester wird jetzt in einem Heim von qualifizierten Pädagogen betreut und von Ärzten behandelt.DerVereinhat mit seiner Hilfe dazu beigetragen, dassdie Mutter nicht mehr alkoholabhängigist. Vera Freidenberger ist selbst Russin. Sie kam mit ihrem russlanddeutschen Mann, Alexander Freidenberger, nach Deutschland.

Neben einheimischen Ärztinnen und Ärzten werden die weißrussischen Kinder und Jugendlichen von Frau Dr. Irina Drobach und Herrn Dr. Viktor Mil untersucht. Ein Gespräch in der Muttersprache der kleinen Patientinnen und Patienten hilft enorm, um Hemmungen und Blockaden zu überwinden.

DiesesBucherhebt nicht denAnspruch,fundierte wissenschaftliche Untersuchungzu sein. Das Ziel dieser Veröffentlichung ist es,einige Wissenslücken über Russlanddeutsche zu schließen sowie die Motivation dieser Menschen zum ehrenamtlichen Engagement-einer Tätigkeit, die es in dieser Form in der Sowjetunion nicht gab-zu verstehen. Was meine persönliche Motivation angeht, so gehöre ich zu denjenigen Russen, denen die Geschichte der Russlanddeutschen nicht bekannt war und diedieDeutschen, diein der Sowjetunionlebten,eher alsNachfahrender gefangenen Wehrmachtssoldaten und Offiziere betrachteten. Mein späterer Mann, Alexander Schmidt, ein Russlanddeutscher, den ich in Berlin kennenlernte, hat mich ‚aufgeklärt‘. Besonders hat mich die Geschichte seines Großvaters, Jakob Schmidt, berührt. Jakobarbeite am Aufbaueines Betriebes in Nishni Tagil, in der Nähe meinesHeimatortesim Ural, mit. Die Arbeitsbedingungen seien so schlecht gewesen, dass seine Frau ihn nicht mehr wiedererkannte,als er nach Hause kam.Sie erwartete einen noch jungen, nicht einmal 40-jährigen Mann: Doch vor sich sah sie einen Alten von vielleicht 60 Jahren. DiesesBuchwidmeichihm.

Так, например, благодаря Вере Фрейденбергер стало известно, в каких тяжелых условиях живет один гостевой ребенок в Белоруссии: младшая сестра–инвалид, амать–алкоголичка. Организация смогла вовремя предпринятьнужные шаги. Теперь о младшей сестре заботятся квалифицированные педагоги винтернатеи она находится под наблюдением врачей. Также, благодаря помощи фонда, мать избавиласть от алкогольной зависимости. Сама Вера Фрейденбергер-русская. Она приехала в Германию со своим мужем, российским немцем, Александром Фрейденбергером.

Кроме местных немецких врачей белорусских детей и подростков обследуют испециалисты, приехавшие из бывшего СССР, это Ирина Дробах и Виктор Миль, российские немцы. Беседа на родном языке помогает маленьким пациентам преодолетьпсихологический барьер и дискомфорт.

Книга не ставит своей целью серьезное научное исследование. Идея проекта заключается, скорее всего, в том, чтобы кратко представить историю российских немцев, а также понять мотивацию этих людей в их общественной работе-деятельности, которой в такой форме в Советском Союзе не было. Что касается моей личной мотивации, то я тоже принадлежу к тем русским, которым не была известна история российских немцев и которые смотрели на всех немцев, живущих в бывшем Советском Союзе, скорее всего, как на потомков пленных солдат и офицероввермахта.Мой муж, российский немец-Александр Шмидт, с которым я познакомилась позже в Берлине, меня «просвятил». Особенно меня поразила история его дедушки, Якова Шмидта.Онпринимал участие в строительстве предприятия в  НижнемТагиле, недалеко от моего родного города на Урале. Условия труда были настолько тяжелыми, что,когда он пришел домой, его жена едва ли узнала его: она ждала молодого мужчину, которому не исполнилось и 40, а перед ней стоял старик лет 60. Этукнигуяпосвящаюему.

IchbedankemichbeiDr.OlgaBascharina,HadwigHermann,EkaterinaIgolkina,Prof.Dr.ElviraLeontyeva,AlbrechtNeumann,AllaSchmidundAdelShabalina,diemirbeiderErstellungdesManuskriptsgeholfenhaben.Ich bedanke mich auch bei allen meinen Interviewpartnerinnen und -partnern für ihre Zeit und die Bereitschaft, über ihre nicht immer einfachen Schicksale mit mir zu sprechen. Herrn Holger Werner vom Bundesverwaltungsamtsowie Frau Jutta Weber von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sindbesonders für die Betreuung meines Projektes zu danken.

St. Gallen,imApril2015

Dr.ElenaDenisova-Schmidt

Я благодарна Ольге Башариной, Хадвиг Херманн,Екатерине Иголкиной,Эльвире Леонтьевой,Альбрехту Нойманну,Алле ШмидиАделиШабалиной  за их помощь при создании этой рукописи. Я также благодарна всем своимреспондентам за их интервью и за время,уделенное этому,а также за готовность поведать мне обих, не всегда простых, судьбах.Хольгера Вернера из Федерального административного ведомства и Ютту Вебер из администрации уполномоченной федерального правительства в области культуры и средств массовой информации особенно хочу поблагодарить за кураторство моего проекта.

Санкт-Галлен,апрель2015,

Елена Денисова-Шмидт

Verein ‚Zukunft für Ritschow/Leben nach Tschernobyl in der Region Gomel/Belarus‘

www.ritschow.de

Dergemeinnützige Verein ‚Zukunft für Ritschow/Leben nach Tschernobyl in der Region Gomel/Belarus‘ wurde im Jahr 2007durch Hedwig Müller ins Leben gerufen. Ritschow in Weißrussland (Belarus) ist eines der Dörfer, die im Umkreis von 200 Kilometern oder weniger um die ukrainische Stadt Pripjat‘liegen. Unmittelbar bei Pripjat‘ ereignete sich am 26. April 1986 das Unglück im Kernkraftwerk Tschernobyl. Mehrere Regionen in der Ukraine, Weißrussland und Russland waren besonders von den Auswirkungen dieser Katastrophe betroffen.

Die Folgen des Unglücks betrafen vor allem den Gesundheitszustand der Einwohner dieser Regionen: Es traten vermehrt Schädigungen bei Neugeborenen auf (angeborene Missbildungen und hohe Kindersterblichkeitsrate), Immunschwäche, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schilddrüsenkrebs und andere Krebserkrankungen.

Der Verein ‚Zukunft für Ritschow‘ betreibt mehrere Projekte zur Entwicklung der Infrastruktur in Ritschow-zum Beispiel den Bau eines Kindergartens, die Instandsetzung der Turnhalle und des Schulspeisesaals-,aber auch zur Schaffung zusätzlicher Angebote für die Kinder und Jugendlichen des Dorfs (zum Beispiel Sommerurlaube und medizinische Untersuchungen in Deutschland, Weiterbildungsmöglichkeiten in Weißrussland).

Общественная организация «Будущее для Ричева/Жизнь после Чернобыля в Гомельской области, Беларусь»

www.ritschow.de

Общественнаяорганизация «Будущее для Ричева/Жизнь после Чернобыля в Гомельской области, Беларусь» была основана в 2007году Хедвиг Мюллер.«Ричев»– это название одной из деревень, расположенной примерно в 200-х километрах от города Припять, где 26 апреля 1986годапроизошла авария на Чернобыльской АЭС. В результате катастрофы особенно пострадали некоторые районы Украины, Белоруссии и России.

Последствия трагедии серьезно отразились на здоровье жителей этого региона: проблемы у новорождённых (врождённые патологии и высокая детская смертность), снижение иммунитета, сердечнососудистые заболевания, рак щитовидной железы и другие онкологические заболевания.

Организация «Будущее для Ричева»осуществляетразличные проекты, направленные на развитие инфраструктуры Ричева, например строительство детского сада, ремонт спортзала и школьной столовой, а также на создание дополнительных возможностей для детей и подростков деревни, например летний отдых и медицинское обследование в Германии, получение дальнейшего образования в Белоруссии.

Überblick:Die Geschichte der Russlanddeutschen

Von jeher haben Deutsche in Russland gelebt und gearbeitet.Erste Erwähnungen derDeutschen[1]in Russlandstammen aus der Zeit der Kiewer Rus(Ende des9. Jahrhunderts). Meist handelte es sich um Bauleute, Kaufleute oder Geistliche. Während der Herrschaft des Zaren Iwans III. (1440-1505)begannen auch solche Menschen nach Russland zu reisen, die das Kriegshandwerk beherrschten.Besonders begehrt waren Waffenschmiede und Handwerker, aber auch Spezialisten im Minenlegen.Deren Kenntnisse waren vor allem während der Kämpfe gegen die Tataren gefragt.[2]In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts existierte in Moskau sogar die so genannte „Deutsche Vorstadt“, eine große, von Deutschen bewohnte Siedlung. Die meisten Einwohner dort waren deutsche Söldner.Doch nicht nur in Moskau lebten Deutsche.InSankt Petersburg wurdebeispielsweise1724 die Akademie der Wissenschaften gegründet.67 der damals insgesamt 111 Akademiemitglieder waren Deutsche.Überhaupt wirkte eine große Anzahl Deutscher beim Aufbau der Stadt an der Newa aktiv mit.[3]Die städtische Bauleitung lag in den Händen von Andreas Schlüter.Dieser deutsche Baumeister war der Schöpfer einer Vielzahl von künstlerischen Kostbarkeiten, darunter des berühmten Bernsteinzimmers (Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte[4]).

Краткая историяроссийских немцев

В России немцы жили и работаливсегда.Впервые немцы[5]упоминаются еще в период Киевской Руси (конецIXвека). Это были, как правило, строители, торговцы или религиозные деятели. Во времена царствования ИванаIII(1440-1505) в Россию стали приезжать и знатоки военного дела. Особенной популярностью пользовались оружейные мастера и ремесленники, а также специалисты по закладке мин. Профессионализм последних был часто востребован в борьбе с татарами.[6]Во второй половинеXVIвека в Москве даже появилась так называемая немецкая слобода-крупное поселение немцев, большую часть которых представляли наемные солдаты. Но немцы жили не только в Москве. Так, например, в 1724 году в Санкт-Петербурге была создана Академия наук. Среди ее первых 111 членов на тот момент 67 были немцами. Вообще, в становлении города на Неве[7]немцы принимали очень активное участие. Руководил строительством города Андреас Шлютер. Этот немецкий архитектор является автором многих шедевров, в том числе и знаменитой янтарной комнаты(MuseumfürrusslanddeutscheKulturgeschichte).

Über die Jahrhunderte warenRussland und Deutschland oft durch verwandtschaftliche Beziehungen zwischen der jeweiligen Zarenfamilie und dem deutschen Adel miteinander verbunden. Allein zwischen der Familie der Romanows und dem Königreich Württemberg wurden fünf Ehen geschlossen[8]. Die berühmteste Deutsche auf dem russischen Thron war natürlich Katharina die Große(1729-1796), die als deutsche Prinzessin Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst geboren wurde. Ihr Manifest aus dem Jahr 1763 markierte den Beginn der großen Einwanderungswelle von Deutschen nach Russland.Die Deutschen erschlossen neue Landesteile und sollten eineVorbildrolle für die russischen Bauern in Bezug auf gutes Arbeiteneinnehmen. Ihre Ansiedlungen bildeten zudemeine Art von „lebendiger Grenze“ und sollten das Russische Reich gegen mögliche Einfälle asiatischer Völker schützen. Die öffentliche Propaganda versprach den Ankömmlingen jedoch vor allem dies: kostenlose Bewirtschaftung des Landes mit der Möglichkeit des Kaufs, Freistellung vom Wehrdienst, Glaubensfreiheit sowie einige weitere Privilegien. Zur damaligen Zeit waren diese Anreize für die Deutschen äußerst attraktiv. Nach einer Statistik über die Zeit von 1763 bis 1767 siedelten etwa 27.000 Menschen oder 8.000 Familien aus Deutschland, vor allem Hessen, nach Russland aus. Die meisten von ihnen ließen sich in der Stadt Saratow oder in ihrem Umland am Ufer der Wolga nieder. Das zweite Manifest, das von Alexander I. (1777-1825) im Jahr 1804 herausgegeben wurde, löste die zweite Ausreisewelle vonDeutschland nach Russland aus. Diesmal war es vor allem die Region am Schwarzen Meer, wohin die Westpreußen, Schwaben, Rheinländer und Pfälzer zogen (Kompetenzzentrum für Integration).

Россию и Германию часто связывали и родственные узы между представителями царских семей и семей немецкого дворянства. Так, только между семьей Романовых и королевством Вюртембергским было заключено пять браков[9]. Самой знаменитой немкой на российском престоле была, конечно же, Екатерина Великая,немецкая принцесса София Августа Фредерика Ангальт-Цербстская (1729-1796).Это именно она в 1763 году своимманифестом положила начало большой волне эммиграции немцев в Россию. Кроме освоения новых земель и создания наглядного примера хорошей работы российским крестьянам, немцы становились своего рода живой границей и должны были «защищать» территории Российской империи от возможного нашествия азиатских народов. Но официальная агитация обещала приезжающим в первую очередь следующее: бесплатное использование земли с возможностью ее выкупа, освобождение от воинской обязанности, свободу вероисповедания и некоторые другие льготы. Это были очень хорошие стимулы для немцев того времени. Согласно статистике в период с 1763 до 1767 года из Германии (в основном из Гессена) в Россию переехало примерно 27.000 человек или 8.000 семей. Большая часть приехавших поселились вгороде Саратове и в его окрестностях на берегу реки Волги. Второйманифест, изданный уже АлександромI(1777-1825) в 1804 году, вызвал вторую волну эммиграции из Германии в Россию. На этот раз это был в основном регион Черного моря, где поселились западные пруссаки, швабы, а также жители Рейнской области и Пфальца(KompetenzzentrumfürIntegration).

Auf diese Weise bildete sich auf dem Gebiet des Russischen Reichs und der späteren Sowjetunion die robuste Gruppe der ethnischen Deutschen heraus.Nach einer Volkszählung von 1897 lebten 987.000 Deutsche im Land:390.000an der Wolga, 342.000in Südrussland, 237.000im Westen Russlands und18.000in Moskau.1926gab es bereits 1,2 Millionen Deutsche im Land und1939waren es 1,6 Millionen. So viele Deutsche gab es auch 1959, bevor die Zahl der Deutschen bis 1989 sogar noch auf 2 Millionen anstieg. Diesentsprach einem Anteil vonknapp 1 %ander Gesamtbevölkerung der Sowjetunion.

Meist lebten die Deutschen in homogenen deutschen Siedlungen, in denen sie ihre Kultur, ihre Sprache und ihre Religion pflegenkonnten (Protestanten, Katholiken, Mennoniten und Baptisten). Gegen Ende des 19. Jahrhunderts begann ein Prozess der Russifizierung, mit welchemviele Privilegien für die Deutschenentfielen.1874 wurde die allgemeine Wehrpflicht für Männer eingeführt, was unter den Mennoniten zu Unmut und schließlich ihrer Abwanderung führte.Sie zogen nun weiter, vor allem in die USA, nach Kanada und Argentinien.1891 wurde das Erlernen der russischen Sprache an allen deutschen Schulen im Russischen Reich zur Pflicht.Die instabile politische Lage in Russland und die Revolution von 1905 verursachten einen weiteren Wegzug der Deutschen.Zwischen1901und1911wanderten etwa100.000