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SATTGELIEBT. EINE SEHNSUCHT? EIN WEG? EIN ZIEL? Wollen wir ein richtig sattes Leben, braucht es ein Sattgeliebt, meint Fastenleiterin Andrea Löw. Ein Sattgegessen allein reicht nicht, um den Hunger des inneren Kindes zu stillen. Was nährt uns wirklich auf körperlicher, geistiger und emotionaler Ebene? Das Buch beleuchtet die vielschichtigen Zusammenhänge zwischen Essen, Emotionen, Ansprüchen und Selbstfürsorge. Es zeigt, wie unser Essverhalten von inneren Bedürfnissen und äußeren Einflüssen geprägt wird, wie emotionaler Hunger verstanden, Intervallfasten genussvoll integriert und liebevolle Selbstzuwendung gelebt werden können. Lass dich mit einer einfühlsamen Mischung aus Wissen und Erfahrung, praktikablen Tipps und herzerwärmenden Dialogen zu neuen Wegen der Selbstfürsorge führen. Vertiefe die Beziehung zu dir und deinem inneren Kind, zu deinem Körper und deinen Gefühlen. Lebe Selbstfürsorge. Lieb dich satt!
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Seitenzahl: 262
Veröffentlichungsjahr: 2025
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Andrea Löw
sattgeliebt
Wenn Gefühle hungrig machen
Freya Verlag – unabhängig, familiengeführt, subventionsfrei, werteorientiert, grundsatztreu
Seit über 30 Jahren veröffentlichen wir Bücher, die unseren Überzeugungen entsprechen und ausschließlich einen positiven Beitrag für Mensch, Tier und Umwelt leisten.
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www.freya.at
ISBN 978-3-99025-519-3
© 2025 Freya Verlag GmbH
Alle Rechte vorbehalten
Layout: freya_art, Mag. Regina Raml-Moldovan
Lektorat: Mag. Dorothea Forster
© Illustrationen: Sophie Löw (Blumen, Mädchen mit Herz)
Der Autor und der Verlag übernehmen keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Folgen der Anwendung der enthaltenen Inhalte. Es ersetzt keine professionelle Beratung. Die Nutzung erfolgt auf eigene Verantwortung.
Alle Rechte vorbehalten. Jede Vervielfältigung oder Verbreitung bedarf der Genehmigung.
Vorwort von Peter-Arthur Straubinger
Nimm dieses Buch wie eine gute Freundin zur Hand!
sattgeliebt & sattgegessen
sattgeliebt
Übung – Lächeln verschenken
sattgegessen
Wunschgewicht, Idealgewicht, Mehrgewicht, Übergewicht
Perfektionsstreben
Essen – mehr als biologische Notwendigkeit
Ich esse gern
Zu viel des Guten
Unsere Beziehung zum Essen ist von seiner ständigen Verfügbarkeit geprägt
Chillzone Feierabend – Afterwork-Kulinarik als wohlverdiente Belohnung
Von der Genießerin zum Genussjunkie
Körperlicher Hunger und seine Signale
Hunger, Gusto oder Appetit?
Mit allen Sinnen
Übung – Körperlichen Hunger bewusst wahrnehmen
Intervallfasten, Esspausen und die Kunst der Regeneration
Magie der Autophagie
Fastenvorhaben – Wunsch und Realität
Wenn Gefühle hungrig machen – Emotionaler Hunger
Warum ich esse, wenn ich esse
Übung – Bewusstmachen von Essensgründen
Inneres Kind, Erwachsenen-Ich und Transaktionsanalyse
Die Transaktionsanalyse
Erwachsene:r, übernimm Regie!
Qualitäten des Erwachsenen-Ich weiterentwickeln
Übung – Erwachsenen-Ich-Qualitäten einladen
Erwachsen, selbstbestimmt und verantwortungsvoll
Das innere Kind – satt und hungrig, traurig und froh
Gefühle
Übung – Gefühle fühlen
Die inneren Kritiker
Es ist zu viel! Bremsen innerer Kritiker und Antreiber
Übung – Zehn Wichtigkeiten
Auf meiner Lebensbühne ist was los! – Chillfee, Erlauber & Co
Die Couch ist mein Königreich – Chillfee und Couch-Potato
Der innere Gesundheitsminister
Bewegungsanimateur und Motivationscoach gesucht!
Der Erlauber
Auf dem Weg zur Veränderung – Umgestalten von Glaubenssätzen
Innere Ressourcen erinnern und einladen
Personifizieren von Qualitäten
Die weise Alte, die Mentorin
Spirituelle Kräfte und das göttliche innere Kind
Ein Wohlfühlort als Ressource
Übung – Der persönliche Wohlfühlort außen und innen
Übung – Das Außen bewusst wahrnehmen
Liebevoll an Liebenswert – Zusammenspiel
Erwachsenen-Ich und inneres Kind
Herzwärts – der innere Dialog
Rendezvous mit mir – mit Stift und Papier durch Innenwelten
Übung – Schreibgeschenk – Liebesbrief an das innere Kind
Hallo du! – Erwachsenen-Ich und inneres Kind im Dialog
Inneres Kind und Erwachsene – kurzer Dialog
Inneres Kind und Erwachsene – langer Dialog zu arbeitsreichen Tagen
Inneres Kind und Pseudo-Erwachsene
Innere-Kind-Reise am Stamm eines Baumes
Lieblingsübung – mich anheimgeben
Liebevoll auf die persönliche Essgeschichte schauen
Positive Zuschreibungen beim Thema Essgewohnheiten
Übung – Körper fühlen
Selbstfürsorge – das innere Zuhause pflegen
Ich bin stark und bedürftig – Selbstmitgefühl und Selbstannahme
Selbstliebe, Herzöffnung für sich selbst
Das große Mach-ich, das kleine Nichts und die federleichte Inspiration
Stille
Übung – Stille
Lieben ist ein Tunwort
Versöhnungsbereitschaft und Friedfertigkeit
Herzensmeditation
Übung – Herzensmeditation
Mein Körper, mein Alter, mein Jetzt
Selbstfürsorge – Selbstverantwortung und Selbstwirksamkeit
Bedürfnisse als Wegweisungen
Übung – Bedürfnisstufen im Alltag
Freudequellen und Energietankstellen
Was nährt uns jenseits von Kalorien?
Übung – Meinen Ressourcenkoffer füllen
Herzensnahrung Fasten & Tanzen
Intuitives Intervallfasten – gelebte Selbstfürsorge
Esspausen sind ein natürliches Essverhalten
Esspausen und mögliche Rhythmen
So gelingen Esspausen
Freudvoll fasten, freudvoll essen
Inspirationen für genießerisches Sattessen
Ernährungstipps für ein gesundes Leben
Sattgegessen? – Die Kunst der Nachbetrachtung
Dankbarkeit
Über die Autorin
Literaturverzeichnis
Vorwort von Peter-Arthur Straubinger
Mit Andrea Löw verbinden mich nicht nur die wunderschönen Fasten-Seminare, die wir gemeinsam geleitet haben, sondern vor allem das Interesse für eine umfassende Nahrung der Psyche.
Wenn unsere Seele genährt ist, wenn wir sattgeliebt sind, dann sind wir für die Gefahren des emotionalen Essens und anderer suchthafter Verlockungen weniger anfällig.
In meiner Arbeit als Buchautor und Seminarleiter vermittle ich mit großer Begeisterung, wie uns Achtsamkeits- und Mental-Techniken dabei helfen können, mit Leichtigkeit und Genuss zu fasten.
Und genauso üppig wie die Vielfalt physischer Speisen sind auch die Wege und individuellen Vorlieben bei den Formen der seelischen Ernährung.
Andrea Löw ist eine Meisterin in der Arbeit mit dem inneren Kind und zeigt auf, wie wir eine gesunde Beziehung zum Erwachsenen-Ich fördern können.
In unseren Seminaren durfte ich ihre Fähigkeiten bereits kennenlernen. Nun hat sie ihre jahrelangen Erfahrungen in dieses Buch gepackt. Andrea nimmt uns mit auf eine heilende Reise zum inneren Kind, gespickt mit persönlichen Erfahrungen und spielerischen Elementen, die uns den Weg zum Sattlieben weisen. So können wir lernen, die physisch nährenden Aspekte des Essens ebenso zu genießen wie die seelisch nährenden und reinigenden Phasen der Essenspausen.
Spätestens seit der Verleihung des Medizin-Nobelpreises 2016 an Yoshinori Ōsumi für die Erforschung des Fastenphänomens der Autophagie wird auch in der Wissenschaft anerkannt, dass sich ausgedehnte Essenspausen sehr positiv auf die Zellgesundheit auswirken können. Mehr oder weniger lange Fastenphasen aktivieren ein ganzes Bündel an gesunden Effekten – von der Autophagie-Zellreinigung bis zur Aktivierung der Sirtuine, der Jungbrunnen-Enzyme.
Gleichzeitig zeigen die Gesundheitsstatistiken der Industrienationen die verheerenden Auswirkungen von Über- und Fehlernährung. Die großen Mengen an fettem, schwerem, süßem Essen schaden der körperlichen Gesundheit. Wir nehmen sie oft nur deshalb zu uns, um seelische Defizite zu kompensieren – und schaden damit dem Körper.
Essen hat neben dem physisch nährenden Aspekt auch psychisch nährende Komponenten. Wenn wir seelisch gut genährt sind, brauchen wir das Essen nicht als belohnende, beruhigende oder aufputschende Droge in Form von Süßigkeiten oder Snacks, um psychische Defizite zu kompensieren. Dann können wir auch auf die Bedürfnisse des Körpers nach gesunder, vitaler Nahrung in kleineren Mengen besser hören.
Die Empfehlungen der Ernährungswissenschaft sind dabei gute Wegweiser. Im Alltag lassen sie sich jedoch oft nicht umsetzen – nämlich dann, wenn wir Opfer von Heißhungerattacken und emotionalem Essen werden. Deshalb ist es wichtig, die Psyche miteinzubeziehen, wenn wir ausgedehnte Essenspausen und gesundes Essen nicht nur mit Intellekt und Willenskraft durchziehen, sondern auch nachhaltig in unser Leben integrieren und genießen wollen. Das ist möglich, wenn unsere Seele ausreichend genährt wird.
In diesem Sinne wünsche ich viel Freude beim Lesen und Sattlieben!
P. A. Straubinger, Journalist und Autor (Der Jungbrunnen-Effekt: Wie 16 Stunden Fasten Ihr Leben verändert), Intervallfasten- und Meditations-Trainer
Nimm dieses Buch wie eine gute Freundin zur Hand!
Liebe Leserin, lieber Leser,
dieses Buch will dich inspirieren, überraschen, anregen, berühren, bewegen, informieren, motivieren, faszinieren und nähren!
Das Buch will dichinspirierenzu Selbstfürsorge und Selbstliebe. Geh liebevoll auf dich zu und finde neuen Kontakt zu dir. Begleite dich selbst! Erspüre, was du brauchst und was dir persönlich guttut. Wir alle denken und fühlen unterschiedlich und brauchen Unterschiedliches. Experimentiere und finde deine Variante von Sattgeliebt.
Das Buch will dich überraschen mit den facettenreichen Anteilen deines inneren Teams und ihrem unterschätzten Wirkungsbereich. Lerne dein inneres Kind kennen, die Genießerin und Chillfee, die Mächte des Couch-Potato und des inneren Kritikers. Erkenne, welcher Anteil bewusst oder unbewusst das Sagen hat. Stärke dein erwachsenes Ich und übernimm die Regie in deinem Lebensfilm. Sei präsent, aufrecht, klar und herzlich. Hör zu, was deine inneren Anteile erzählen – die geliebten und ungeliebten. Lass dich von dir selbst überraschen und wachse über dich hinaus!
Das Buch will dichanregen zum Reflektieren und Tieferschauen. Erkenne verborgene Zusammenhänge zwischen Essgelüsten, Essverhalten und emotionaler Verfassung. Überdenke und hinterfrage die Gründe, warum du zu Essen greifst, und entdecke, dass Emotionen und Esspausen aufzeigen, wo Zuwendung nötig ist. Durch das Betrachten eigener Gedanken, Verhaltensweisen und Reaktionsmuster können wir Gewohnheiten erkennen und gegebenenfalls verändern. Vor allem können wir uns dadurch besser kennen- und liebenlernen.
Das Buch will dich berühren – mit inneren Dialogen und Herzenswegen, die Gefühle und Bedürfnisse sichtbar machen und zu einem liebevollen und entspannten Verhältnis zum eigenen Körper und Verhalten führen. Wende dich dir selbst sanft und fürsorglich zu, schenke dir Mitgefühl, Freundlichkeit und Herzenswärme. Erkenne essenzielle Bedürfnisse und Sehnsüchte, lade in dein Leben ein, was fehlt. Lass dich berühren von den Wundern der Schöpfung, spüre den Zauber des Lebens. Lass dich berühren von der Liebe, die in dir und um dich ist.
Das Buch will dichbewegen und erinnern an die Wichtigkeit von Freude und Sinn, von Genuss und gutem Maß. Dein Körper ist die einzige Wohnung, die du für dieses Leben hast. Sorge gut für ihn. Sorge gut für dich – mit ausgewogener Ernährung und Esspausen in gesundheitsförderndem Rhythmus, mit Bewegung und Entspannung, mit Aktivität und Pausenzeit, Sinnhaftem und Freudvollem, mit Liebe und Herzlichkeit. Entdecke die Feuerkraft der Selbstermächtigung, werde und sei Gestalterin in deinen Lebensbereichen. Finde zu einer positiven Lebenseinstellung, sie schenkt Lebenskraft und Begeisterung, bewegt und belebt. Und schon bist du mittendrin, im herzhaften Rendezvous mit dir selbst!
Das Buch will dichinformieren über Nutzen und Variantenreichtum des Intervallfastens, über die Vorzüge von Esspausen und Autophagie, über die veränderten Essgewohnheiten, über physische Vorgänge und Unterschiede zwischen körperlichem und emotionalem Hunger. Betrachte Esspausen als selbstfürsorglichen Akt, finde dein persönliches Maß und genieße Essens- und Fastenzeiten. Nimm aus meinem geteilten Wissens- und Erfahrungsschatz, was dich befeuert und ermutigt.
Das Buch will dich motivieren, immer wieder frisch ans Werk zu gehen. Die Kraft, Veränderungen herbeizuführen, steckt bereits in dir – setze sie für deine Ziele ein! Stärke dein Erwachsenen-Ich und damit Durchhaltevermögen, Gestaltungskraft und Emotionskompetenz. Erspüre deine Wichtigkeiten, gestalte dein Leben, wie es sich richtig anfühlt für dich. Deine Beweggründe zu erkennen, gibt dir Klarheit darüber, warum du etwas wirklich möchtest.
Finde gute Gründe für all deine Entscheidungen und lass deine Selbstwirksamkeit sich entfalten durch jeden Schritt, den du gehst. Finde Begeisterung und Liebe für dein Tun und dein Ziel kommt dir entgegen!
Das Buch will dich faszinierenmit spannenden Zusammenhängen, mit ernsthaftem Tiefgang und heiterer Betrachtung, mit persönlichen Erlebnissen, praktikablen Tipps und ausgewählten Wichtigkeiten. In jedem Kapitel findest du Impulse und Erkenntnisreiches, Reflexionsfragen, bereichernde Übungen und Lösungen. Lese und staune.
Das Buch will dich nähren, will Geist, Herz und Bauch nähren. Unsere Lebens- und Essgewohnheiten haben sich verändert – erobern wir die Freude am Essen im stimmigen Maß und passenden Rhythmus zurück! Sanftes Intervallfasten kann ein geeignetes Werkzeug sein. Esspausen sind ebenso wichtig wie die Versorgung mit lebenswichtigen Nährstoffen und Herzensnahrung. Lange Esspausen können emotionale Schieflagen aufzeigen und wollen genützt werden für liebevolle Selbstzuwendung! Finde das Zuviel und Zuwenig in deinem Alltag und finde zu Fülle, die sich leicht anfühlt.
Ich will Herzenswege eröffnen und lade dich ein, sie zu beschreiten.
Ich bin Fastenleiterin und Erwachsenenbildnerin, Tanzpädagogin und Pilgerbegleiterin. Mein Wissen über Intervallfasten und Ernährung fließt darum ebenso ein wie mein Wissen über das innere Kind, über Gefühle und Bedürfnisse, über Selbstfürsorge und Persönlichkeitsentfaltung. Ich teile meine Erfahrungen als Fachfrau und Mensch, als Erwachsene und Liebende, die in Kontakt zum inneren Kind steht und etwas beitragen möchte für Liebe, Freude und Zufriedenheit. Dazu gehört Begegnung und zuallererst Begegnung mit sich selbst.
Wir werden auf dieser Buchreise erkunden, wie die Beziehung zu uns selbst und zum Essen beeinflusst wird – von äußeren Faktoren wie Stress und Zeitmangel bis hin zu Prägungen, inneren Konflikten und emotionalen Essentscheidungen. Oft beeinträchtigt emotionaler Hunger die Fähigkeit, ein ausgewogenes Verhältnis von Mahlzeiten und Esspausen einzuhalten. Vielen Menschen ist das nicht bewusst, weshalb genaueres Betrachten wertvolle Erkenntnisse liefern kann.
Ich war betroffen, als ich das Ausmaß der Thematik erfasste. Als Fastenleiterin habe ich vieles über physische Prozesse gelernt und als Leiterin für therapeutischen Tanz und in der Erwachsenenbildung über Emotionen, Gefühle und Bedürfnisse.
Der Begriff emotionaler Hunger füllt eine riesige Kiste mit Inhalten. Mit diesem Buch habe ich vor, aus dieser riesigen Kiste eine Schatztruhe werden zu lassen. Denn: Was ich erkenne, kann ich verändern. Das ist ein Schatz.
Seit Jahren erzählen mir Fastengäste vom Wunsch, etwas an der Hand zu haben, das im Alltag an die gelungenen gemeinsamen Intervallfastentage anknüpft, die geprägt sind von der Fastenerfahrung, aber auch von liebevollem Umgang mit sich und anderen, von gelebter Achtsamkeit und Selbstfürsorge. Gleichzeitig faszinierte mich das Thema Emotionaler Hunger mehr und mehr, ebenso die Zusammenhänge zwischen Essverhalten, Fastenbedürfnis, emotionaler Befindlichkeit und der Sehnsucht nach liebevoller Zuwendung. Ich begann, genauer nachzufragen und nachzuforschen und recherchierte ausgiebig.
In jedem Fastenkurs und bei jedem Vortrag frage ich die Teilnehmenden: „Warum isst du, wenn du isst?“ Wer beim Griff zu Kulinarischem kurz innehält und diese Frage beantwortet, entdeckt verschiedentlich, dass Selbstfürsorge und Selbstliebe oft zu kurz kommen. Indem wir Gründe für unser Essverhalten erforschen und verstehen lernen und alternative Bewältigungsstrategien entwickeln, können wir ein individuell passendes Maß für Essen und Esspausen finden und gegebenenfalls eine stimmige, gesunde Beziehung zum Essen aufbauen oder wiederherstellen. Und ein angenehmes Körper- und Lebensgefühl dazu. Wesentlicher aber ist die liebevolle Begegnung mit sich selbst, ein Beschäftigen mit Gefühlen, Befindlichkeiten, Verletzungen, Bedürfnissen und Sehnsüchten. Ich war betroffen, als ich bei meinen Recherchen entdeckte, wie wenig Aufmerksamkeit Gefühle und Selbstzuwendung bekommen. Beginnen wir, in liebenden Kontakt mit uns zu treten, begeben wir uns auf den Weg zum Sattgeliebt!
Mit der Idee, aus all dem Wissen und meinen Erfahrungen als Fastenleiterin, Ausbilderin, Erwachsenenbildnerin, Tanzpädagogin und Mensch ein Buch entstehen zu lassen, begann gleichzeitig eine Liebesgeschichte zwischen mir und diesem Buch.
Lass deine eigene Liebesgeschichte entstehen!
Ich lade dich zu einer Erkundungsreise ein, die sich nicht nur um das dreht, was wann auf dem Teller liegt, sondern auch um das, was in deinem Körper und deinem Herzen passiert. Wir schärfen den Blick beim Betrachten von Essentscheidungen und schaffen eine Atmosphäre für Selbstliebe und Selbstfürsorge.
Selbstfürsorge bedeutet manchmal, sich etwas zu gönnen, und manchmal, auf etwas zu verzichten. Selbstfürsorge bedeutet nicht allein ein Ausdehnen von Entspannungszeiten und Wohlfühlprogramm. Will ich gut für mich sorgen, komme ich nicht daran vorbei, mich um Emotionen, Verletzungen, unangenehme Erfahrungen und anstehende Themen zu kümmern, um letztlich in einem Wohlfühlmodus zu landen, in einem Gefühl inneren Friedens und zärtlicher Liebe für sich selbst.
Erwachsen sein bedeutet, Verantwortung zu übernehmen für das eigene Tun und Nichttun. Es bedeutet, das erwachsene Ich zu stärken und Selbstfürsorge zu lernen und zu vertiefen. Fastenzeiten oder Esspausen können ein Teil gelebter Selbstfürsorge sein. Allerdings nur dann, wenn sie dir guttun. Jedem Menschen tut etwas anderes gut. Wir müssen es erforschen, erproben, erspüren! Was tut dir gut?
Ob du gerne isst, Intervallfasten kennenlernen oder vertiefen möchtest oder auf der Suche nach einem ausgewogenen Verhältnis zwischen beidem bist, ob du meine Idee von Selbstliebe und Selbstmitgefühl kennenlernen oder mit dir selbst in liebenden Kontakt treten willst, ob du Sehnsucht hast nach einem Gefühl von sattgeliebt oder wohliger Freude – dieses Buch ist für dich! Freue dich auf gangbare Herzenswege und einen lächelnden Körper.
Vieles in diesem Buch wird erkenntnisreich und hilfreich sein, kann aber keine Psychotherapie oder ärztliche Beratung ersetzen. Wir durchforsten Wege zu freudvollem Essen und intuitivem Intervallfasten im Alltag, wie auch manche Schritte zurück in die Vergangenheit, weil dort Muster, Glaubenssätze und Zuschreibungen geprägt wurden, die sich heute hinderlich auswirken können. Das passiert auf erwachsenenbildnerischer Ebene. Das Thema Essverhalten wird auf allgemeine Weise betrachtet und ist nicht auf die Bedürfnisse von Menschen mit schweren Essstörungen oder Esssucht ausgerichtet. Dafür gibt es Fachliteratur, aus therapeutischer Sicht beleuchtet. Auch bei lang andauernden emotionalen Erschütterungen ist therapeutische Fachkompetenz nötig. Sei achtsam mit dir.
sattgeliebt & sattgegessen
sattgeliebt
Sattgeliebt.Rundum zufrieden. Gut genährt auf allen Ebenen.Glückseligkeit und Wohlbefinden. Es fühlt sich gut an.
Das Empfinden, das beim Wort sattgeliebt bei mir entsteht, lässt mich eintauchen in eine warme, heimelige Geborgenheit. Es zaubert mir wie selbstverständlich ein Lächeln ins Gesicht, und dieses Lächeln dehnt sich auf den Körper aus. Ich kann dieses wohlige Gefühl mit dem Wort sattgeliebt herbeizaubern, weil ich den Zustand kenne, weil er als Erinnerung abgespeichert ist.
Das Gefühl, sattgeliebt zu sein, erlebe ich, wenn mein Staunen, Freuen und Lieben gepaart ist mit bewusster Präsenz. Durch sattes Fühlen und Empfinden erfasse ich die Tiefe eines Moments. Das können kurze Momente oder länger andauernde Zeiten intensiver Freude oder wohliger Zufriedenheit sein. Man könnte sie auch als Glücksmomente bezeichnen.
Viele Glücksmomente wurden mir einfach so geschenkt, sie setzten sich in mein Gemüt wie ein Schmetterling und verzauberten den Augenblick. Wir können Glückserleben aber auch bewusst einladen. Am besten geht das mit Dankbarkeit, die eine Lebenseinstellung werden kann. Verbunden mit Aufmerksamkeit und bewusstem Sein im Moment kann ich viel Freude erleben.
Dankbarkeit erleben wir, wenn wir uns bewusst machen, was uns Wertvolles im Leben zugekommen ist und was in uns selbst angelegt ist, für das wir dankbar sind. Auch aus einer erhofften Zukunft können wir Glücksgefühle erschaffen und auch aus schmerzlichen Erfahrungen können wir dankbar heraustreten. Dankbare Menschen lenken bewusst ihre Aufmerksamkeit auf das, was sie sind und was sie haben – Gesundheit, Besitztum, Beziehungen, ein Zuhause. Sie schätzen, was sie haben.
Gleichzeitig kann dennoch die Sehnsucht nach mehr spürbar sein. Dankbarkeit bedeutet nicht automatisch Zufriedenheit, sie ist jedoch ein wichtiger erster Schritt in diese Richtung. Zufriedenheit ist eine innere Haltung, ein Zustand inneren Wohlbefindens, gespeist aus Akzeptanz und Gelassenheit. Ein Gefühl tief empfundener Zufriedenheit benötigt nicht unbedingt Großes. Ich kann sie im Alltag erleben, inmitten von Schlichtheit und Unbekümmertheit.
Gleichzeitig will ich darauf achten, meine Aufmerksamkeit nicht ausschließlich auf das Schöne und Gute zu legen, zum Leben gehören auch Herausforderungen, Erschütterungen, Scheitern und Leid. Ein sattes Leben beinhaltet Leichtes und Schweres, Helles und Dunkles. Und all das will unsere Aufmerksamkeit und Zuwendung!
Mein Sattgeliebt hat viel zu tun mit Zuwendung und Verbundenheit, dem Verbundensein mit Menschen oder anderen Lebewesen, Orten oder Energien, vor allem jedoch mit mir selbst. Innige Verbundenheit mit mir selbst erlebe ich, wenn ich meine Vielschichtigkeit wahrnehme und annehme in allen Facetten. Wenn ich mich auch den dunklen ungeliebten Seiten zuwende und mich sein lasse, wie ich bin. Das gelingt manchmal leicht und manchmal nicht, dann bleibt es bei der Sehnsucht nach einem Sattgeliebt.
Nicht immer gelingt das Abrufen einer gedanklichen und gefühlten Reise ins Sattgeliebt, nämlich dann, wenn ich gefangen bin in emotionalen Irritationen oder wenn ich beschäftigt und abgelenkt bin von unzähligen Aufgaben und inneren und äußeren Ansprüchen. Auch die neuen Medien und die ständige Vernetzung sorgen für Ablenkung rund um die Uhr. So verpasse ich bewusstes Sein im Moment und spüre nicht, welche Empfindungen in mir leben, wo liebende Aufmerksamkeit angebracht wäre oder wo es Glücksmomente einzusammeln gäbe.
Dabei kann ein Gefühl von Sattgeliebt durch klitzekleine Kleinigkeiten erlebt werden.
Ich liebe gern und viel.
Ich liebe Menschen und die gemeinsamen Wege und Beziehungen, die entstehen.
Ich liebe meine Kinder, meine Familie, Freundinnen und Freunde. Diese Liebe ist unsagbar tief und groß und schön.
Ich liebe meinen Beruf. Er fasziniert und erstaunt mich, er fordert, belebt und bestärkt mich. Dieses Fordern, Beleben, Bestärken und Faszinieren gehört gleichzeitig zu meinen Aufgaben als Fastenleiterin, Erwachsenenbildnerin und Tanzpädagogin.
Ich liebe die Natur in ihrer mannigfaltigen Schönheit. Inmitten der Natur fühle ich mich verbunden mit der Schöpfungskraft, verwurzelt und getragen im Kreislauf des Lebens.
Ich liebe mich selbst, meinen Körper, meine Eigenart, mein Sein. – Das war und ist nicht immer so und bleibt beständiges Lernfeld.
Ich liebe mein inneres Kind, meinen Ideenreichtum, meine Begeisterungsfähigkeit und meinen Mut. Es gibt Anteile des inneren Kindes, die ich lange Zeit abgelehnt habe. Es dauerte geraume Zeit, sie lieben zu lernen und mich ganz zu fühlen.
Ich liebe mein Umfeld, mein Zuhause, die Wohnräume und die Dinge darin, und ich liebe es, dass ich ganz vieles nicht brauche zu meinem persönlichen Glück.
Ich liebe das Tanzen. Allein und in Gemeinschaft. Musik empfinde ich als etwas Göttliches. Ich bin beseelt beim Tanzen, bin Tänzerin und Musik. Bin verbunden mit allen und allem. Das erlebe ich auch in der Welt geschriebener Worte.
Ich liebe Schreiben und Geschriebenes, liebe das Lesen und das Dichten.
Ich liebe viel und oft. Man kann sich das Lieben und Mögen angewöhnen.
Liebe, was dich umgibt, und du wirst von Liebe umgeben sein!
Ich gehe oft lächelnd durch meine Wohnräume oder Arbeitsplätze und betrachte alles sorgfältig und aufmerksam. Nichts sehe ich als selbstverständlich an. Ich erfreue mich an meinem Bücherregal und an den hellen Wänden, liebe die Kissen auf der Couch und die Aussicht, wenn ich aus dem Fenster blicke. Ich genieße dankbar das Glas Wasser, das ich trinke. Ich liebe die Bilder und Fotografien an der Wand. Sie eröffnen ein weiteres Kapitel des Liebens – Herzensmenschen, Familie, Erfahrungen, Erlebnisse, Erinnerungen.
Es gibt nicht nur schöne Erinnerungen. Das Leben hat mich gefordert und durchgerüttelt. Ich kenne Schwere und Ängste, nicht enden wollenden Kummer und schmerzliche Erfahrungen.
Die schweren Jahre und Erfahrungen habe ich nicht geliebt, aber als zu mir gehörig in mein Herz genommen. Durch sie bin ich gewachsen, bin geworden, die ich bin. Sie sind schon durchgestanden und in der Scheune meiner Erinnerungen gelagert.
Durch sie habe ich zu meinem inneren Kind und zu meinem verlässlichen, liebenden Erwachsenen-Ich gefunden, zum Tanz und zum Fasten. Es hat viele Jahre gedauert, um aus Opferdasein und Mangelbewusstsein auszusteigen, um Traumata aufzuarbeiten und mich zu versöhnen mit Erlebnissen und Menschen, die mich tief schmerzten. Manch bearbeitetes Kapitel tut sich erneut auf und braucht liebende Zuwendung, immer wieder. Ich erlebe täglich kleine und große Dramen, Niederlagen, Enttäuschungen und Zweifel, die mich herausfordern und auffordern, in guter Weise damit umzugehen.
Das Leben hat mich vieles gelehrt und mich stark gemacht. Trotz meiner Verletzlichkeit, meiner Ängste, meines Kleinseins dann und wann. Es gibt gute und weniger gute Tage. Ich bin nicht immer zufrieden mit meinen Entscheidungen, meinem Verhalten, meiner Entwicklung oder mit den Gegebenheiten, die mir zugemutet werden. Aber dadurch wachse ich. Manchmal über mich hinaus.
Manchmal reicht das Klettern in die höchste Baumkrone nicht aus.
Eifrige Vögel haben auch dort ihre Sorgennester gebaut.
Manchmal verkrieche ich mich, um zu empfinden wie das Kind, das sich klein macht, die Augen schließt und daran glaubt, dass es nicht gesehen wird.
Dass nun nichts von ihm erwartet und ihm keine Enttäuschung mehr zugemutet wird.
Doch an den meisten Tagen klettere ich nicht auf einen Baum und verkrieche mich nicht in einen Winkel.
Ich richte mich auf und biete dem Leben nicht nur die Stirn, nicht nur meine Widerstandskraft oder physische Stärke.
Vor allem biete ich dem Leben mein Herz.
Ich stehe da und spüre meinem Herzen nach. Geraume Zeit.
Und einer von Millionen Augenblicken bringt ein Lächeln hervor und schickt es auf den Weg.
Und es bleibt. Für lange Zeit.
Und nährt mich.
Was nährt dich?Was nährt und stärkt dich, wenn Enttäuschungen oder Sorgen sich mehren?Was oder wer hilft dir, Herausforderungen zu bestehen?Kannst du selbst gut für dich da sein?
Mit Fragen und Übungen will ich dich einladen, deine eigenen Schätze zu bergen auf dem Weg zu mehr Selbstfürsorge und Liebe für dich. Vielleicht magst du dir ein Heft oder eine Mappe anlegen oder eine Schatzkiste mit wertvollen Botschaften für dich, mit Übungen oder Dialogen mit dir selbst, mit deinem persönlichen, kreativen Ausdruck für ein Sattgeliebt.
Übung – Lächeln verschenken
Wenn du in den nächsten Tagen durch deinen Wohnbereich gehst, halte immer wieder inne. Betrachte, berühre und bestaune Dinge oder Möbelstücke, die dir am Herzen liegen, die schöne Erinnerungen in sich bergen. Schenke diesen Dingen für ein paar Momente deine Aufmerksamkeit und erfreue dich daran.
Es werden Dinge in dein Blickfeld fallen, die unangenehme Gefühle hervorrufen oder dich erinnern, dass es etwas zu tun gäbe, aber nimm dir vor, bei dieser Übung deine Aufmerksamkeit auf die schönen Dinge zu legen, um dich zu nähren. Nimm dir vor, täglich Kleinigkeiten zu entdecken, die dir ein Lächeln ins Gesicht zaubern und ein Gefühl von Dankbarkeit entfachen.
Das Lächeln wandert vielleicht weiter durch deinen Körper und raus in die Welt, wo es für ein Echo sorgt. Nähre das Gefühl der Dankbarkeit in dir, sie ist die Schwester der Zufriedenheit!
Später kannst du die Übung erweitern und deine wertschätzende Aufmerksamkeit auf deine Eigenschaften legen, auf Hobbys und natürlich auf Menschen, die dir lieb und wichtig sind.
Wir werden uns verantwortungsvoll auch um Unzufriedenstellendes und Verletztes kümmern, jedoch: Um unseren Energiepegel im Alltag zu erhöhen und Kraft für Herausforderungen und Lösungen zu haben, sind das tägliche Betrachten und Bündeln schon vorhandener Schätze ein guter Beginn.
Ein Nähren und Nachnähren benötigen wir oft auf mehreren Ebenen.
sattgegessen
Sattgegessen. Richtig gut satt, nicht überessen. Gut genährt mit Be-Lebensmitteln, die mir guttun, die all meine Sinne beschäftigen und die Genießerin in mir frohlocken lassen. Mein Körper fühlt sich gut an. Wohlig und satt.
Nicht immer gelingt das Sattgegessen. Nämlich dann, wenn das Maß nicht stimmt oder die Speisenauswahl, wenn Zeit und Achtsamkeit fehlen oder ich nicht spüren kann, was mir guttäte. Weil ich vielleicht gar nicht spüren will, was mir guttäte, weil das mit Aufwand oder Verzicht verbunden wäre. Gesunde Kost ist nicht so schnell zubereitet wie ein Snack zwischendurch oder ein Fertiggericht. Was sogleich innere Stimmen in mir laut werden lässt, die mich darauf aufmerksam machen, mehr Gesolltes statt Gewolltes auszuwählen. Kennst du auch diese Stimmen in dir, die dir erzählen, welche Lebensmittel du kaufen und zubereiten solltest, welchen Snack du weglassen müsstest oder welchen Sport du machen könntest?
Würden wir den letzten Satz rein grammatikalisch betrachten, wüssten wir, dass es sich um Modalverben im Konjunktiv handelt, also um Zeitwörter in der Möglichkeitsform. Die sind nicht schlimm. Häufig muss ich aber erkennen, dass diese Ich sollte-, Ich müsste- und Ich könnte-Sätze nicht nur neutrale Konjunktivsätze sind. Sie sind verknüpft mit lebendigen mahnenden Stimmen, genährt aus unbewusst aufgenommenen Aufträgen und Glaubenssätzen und Idealbildern der Gesellschaft. Sie haben sich über Jahre hinweg bewusst oder unbewusst eingeprägt ins Denken und Fühlen und verstärken den Drang nach Selbstoptimierung und damit verbundenem emotionalem Stress.
Welche inneren Aufträge kennst du aus deinem Alltag, die dich stressen oder erschöpfen? Vervollständige die begonnenen Sätze aus der Sicht deiner inneren Kritikerstimmen: Ich sollte mehr …, Ich sollte weniger …, Ich sollte besser …, Ich könnte viel mehr …
Wir leben in einer Leistungsgesellschaft, in der die Wichtigkeit von Ruhephasen vernachlässigt wird. Häufig werden übersteigertes Leistungsstreben, Profit und finanzieller Wohlstand als erstrebenswertere Lebensziele angesehen als freudvolles, sinnhaftes oder geruhsames Sein. Dementsprechend nehme ich vermehrt Übermüdung, Überforderung, Erschöpfung, Energielosigkeit und Lustlosigkeit wahr. Das sind oftmals Gründe, warum eine Fastenwoche, ein Kurs zum inneren Kind oder ein Tanzseminar bei mir gebucht werden. Und oft reichen wenige Stunden, um den Zugang zur Freude, Klarheit und zu innerer Wegweisung freizulegen. Um wieder zu fühlen, was wichtig und richtig ist, um wieder zu spüren, wie Kraft und Freude genährt werden können. Vermitteltes Wissen, Beispiel, Reflexion und Austausch sind dabei wesentlich, vor allem aber das Miteinander und das Fühlen von Gefühlen, von erlebter Freude, spürbarer Lebenslust bis hin zu betroffen machenden Erkenntnissen und Traurigkeiten. Gefühle zeigen auf, was in uns lebt, welche Bedürfnisse erfüllt oder nicht erfüllt sind, welche Sehnsüchte in uns schlummern und welche inneren Anteile auf Zuwendung warten. Gefühle lassen uns spüren, welche Schritte gesetzt und welche Aufgaben in Angriff genommen werden wollen.
Freude ist ein wunderbarer Richtungsweiser und versetzt in höhere Schwingungen, was Sichtweisen und Möglichkeiten erweitert. Aber auch Kummer, Wut, Angst oder Überforderung wollen gefühlt und gesehen werden. Gefühle wirken tief ins Leben hinein – ob wir ihnen gestatten, hier zu sein oder nicht. Sie sind maßgeblich beteiligt am Thema Sattsein. Sattsein hat nicht nur zu tun mit einer bestimmten Menge an Kalorien, sondern auch mit dem Wunsch, authentisch, sinnhaft und freudvoll zu leben.
Authentisch, sinnhaft und freudvoll leben. Es macht mich zufrieden, sagen zu können, dass diese Wegweisungen in meinem Leben heute Umsetzung finden. Authentisch leben zu wagen, bedurfte einer langjährigen Entwicklung. Die Sinnhaftigkeit ging mit der sich entwickelnden Bewusstheit einher. Weil ich viel Schweres erlebt hatte, erwuchs tief in mir der Wunsch, der Freude Wege zu bereiten. Authentizität zu leben, ist nicht immer freudestiftend, fordert sie mich doch heraus, auch Wut oder Ärger zu zeigen, Neid oder Kummer dasein zu lassen. Nicht immer ist Freude in meinem Leben, aber Sinn. Darum haben Authentizität und Sinn für mich mehr Gewicht und dennoch trachte ich danach, möglichst viel Freude zu schenken und zu erleben.
Möglichst. Wir landen noch einmal bei der Möglichkeitsform. Welch viel versprechendes Wort! Und tatsächlich können wir den Konjunktiv, die Möglichkeitsform, positiv nützen!
Wir könnten öfter nachspüren, was die innere Stimme uns rät. Wir sollten viel öfter schaukeln, in Pfützen springen und Gedichte schreiben! Wir sollten viel öfter nachspüren, wohin wir unsere Aufmerksamkeit legen wollen. Wir könnten öfter ein Nein sagen, wenn etwas zu viel ist, und öfter ein Ja sagen, wenn es darum geht, uns selbst oder andere zu erfreuen.
Wenn du anhand der Möglichkeitsform Möglichkeiten in dein Leben einladen wolltest – wie würden deine persönlichen Lieblingssätze lauten?Wenn ich könnte, wie ich wollte, würde ich …Danach frage dich, was dich hindert, deine Wünsche zu erfüllen! Manch hinderliche Gegebenheiten gilt es gewiss anzunehmen. Richte darum deine Aufmerksamkeit auf jene Hindernisse, die du selbst errichtet hast. Was kannst du tun, um sie abzutragen? Könntest du größer denken und träumen, wagemutiger sein? Deine Selbstwirksamkeit stärken?Benötigen alte Verletzungen deine Aufmerksamkeit, sodass du nicht frei werden kannst für Neues?Mit welch kleinen Wunscherfüllungsübungen könntest du beginnen?
Sattsein bedeutet mehr als die Versorgung mit Kalorien.
Forschen wir nach einem Gefühl des Sattseins jenseits von Kalorien, landen wir schnell bei Bedürfnissen und Sehnsüchten. Viele Menschen sehnen sich nach einem reichhaltigen Leben, in dem körperliche, emotionale, soziale und spirituelle Bedürfnisse im Einklang stehen. Emotionales Sattsein zeigt sich vornehmlich als ein Gefühl von Zufriedenheit, erreicht durch glückbringende, sinnstiftende Aktivität und friedvolles Sein, ausgewogenes Tun und Ausruhen und durch das Erleben von Liebe in unterschiedlichster Art.
Über das Sattsein im physischen Bereich entscheiden Makronährstoffzusammensetzung, Nährstoffdichte, Portionsgröße, Essrhythmus und Hormone, Genetik, Stoffwechselrate und körperliche Aktivität. Psyche und Körper wirken stets aufeinander ein und wir reagieren als Individuen unterschiedlich. Jede und jeder von uns braucht eine individuell passende Ernährungsform und alle paar Jahre ändern sich die dazugehörigen Bedürfnisse. Auch was Veganismus, Vegetarismus oder Fleisch- und Milchkonsum betrifft – wir können selbst feststellen, was uns sättigt, was uns guttut und was wir brauchen.
Wir müssen uns allerdings damit beschäftigen und nachspüren, uns informieren, Verschiedenes ausprobieren. Manchmal wollen wir bestimmten Trends oder ethischen Prinzipien folgen und stellen fest, dass unser Organismus anderes braucht.
Die gute Nachricht: Jeder Mensch ist ausgestattet mit seiner ganz persönlichen Körperweisheit.
Nicht immer sind ihre Wegweisungen klar erkennbar, denn dazu braucht es ein Sein im Moment, ein Einfühlen und Vertrauen in sie. Bei emotionalem Dauerstress, hormonellen Schwan-kungen, ungesunder Lebensführung oder denaturierter Nahrung geht der Kontakt zur eigenen Körperweisheit verloren, jedoch kann er wiederhergestellt werden.
Auch Gewohnheiten und erlernte Muster, die sich im Lauf des Lebens entwickelt haben, liefern uns Antworten auf die Frage, was wir brauchen, können aber auch in die Irre führen. Es gilt, ganz genau hinzuspüren und sich selbst besser kennenzulernen.
Um zu spüren, was uns guttut, benötigen wir außerdem Wissen über Variationsmöglichkeiten im Bereich Ernährung und diesbezügliche Experimentierfreude.
Nicht alles, was wir zu uns nehmen, nährt und stärkt uns und ein Sattgegessen kann sich sehr unterschiedlich anfühlen. Es muss nicht zwangsweise mit Üppigkeit zu tun haben, eine kleine ausgewogene Mahlzeit kann reichen, um den Körper zu sättigen.
Wer das Körpersignal satt überhört und sich überisst, weiß, wie unangenehm sich das anfühlt. Doch es passiert. Auch mir. Ich kann und will nicht immer diszipliniert sein. Natürlich will ich gut für meine Gesundheit und meinen Körper sorgen, aber ich kann nicht immer widerstehen – weder kulinarischen Köstlichkeiten noch der bequemen Couch!
Das Gesollte will das Gewollte bezwingen, aber das Gewollte und das Gemütliche haben viel Macht. Lustbefriedigung ist ein in uns angelegtes Bedürfnis, wir bevorzugen darum das Angenehme, Wohltuende, Genussvolle und ignorieren innere Stimmen, die an ein gesundes Maß erinnern wollen.
Auftauchende Du-solltest-Stimmen können hier durchaus gute Entscheidungen oder eine Umkehr bewirken, die für neu gewonnene Balance sorgt. Ich will ja beweglich und gesund bleiben und mich deshalb ausgewogen ernähren und bewegen. Dieses Ich will fühlt sich besser an als Ich sollte
