Säule 2 Didymaion - Ch. Wickli - E-Book

Säule 2 Didymaion E-Book

Ch. Wickli

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Beschreibung

Gibt das Didymaion, ein alter Orakeltempel der Griechen und Römer, vielleicht doch etwas mehr her als die Erinnerung an längst verlorene Orakelsprüche? Vor Jahrtausenden in den Stein gehauen, noch vor dem ersten Weltkrieg freigelegt, wartete das Kunstwerk bis die Inhalte gekommen sind, die es beschreibt. Wenige Pinselstriche aus alter Zeit bestätigen sich mit den neuesten Errungenschaft der Menschheit, als wären sie eben erst geschaffen worden. Während noch viel mehr geschrieben sein dürfte, beschränkt sich diese Betrachtung auf die Auslegung zu Daniel 8 und die Bestimmung des Begriffs «kleines Horn».

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Seitenzahl: 355

Veröffentlichungsjahr: 2019

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Inhaltsverzeichnis

1.

Das Didymaion (Apollotempel in Didyma)

Einleitung

Die Säule 2 (Bilder zum letzten Jahrhundert)

Der Sockel mit dem Mäander

Einfach ersichtliches Thema: Hakenkreuze, «Schnäuze» und Gerippe

Gerippe

Das zentrale Motiv (9 - 9) – Voluten als Weltkarte

«Schnurrbärte» als dreistufige Doppelbögen

Lage der Doppelbögen auf der Säule

«Neunen» als Darstellung der zwei Weltmächte

Neunen als Positionsangabe zu den Formen im Zentrum

Vgl. mit Strahlenwarnzeichen

Zahl 9: Über 90% der Atomwaffen in Besitz der USA und Russlands

Detailansicht durch Drehung des Signets um 90°

Fazit

Aus heutiger Sicht

Aus damaliger Zeit

2.

Das Hintergrundbild (oberhalb der Symmetrieachse)

Einleitung

Der Widder als Attribut Apollos

Widder als Beschreibung eines Weltreiches (Daniel 8)

Darstellung eines «Weltreiches» gemäss Daniel auf der Säule

Darstellung einer Prophezeiung Daniels auf Säule 2

Der Widder als Symbol für Medopersien

«Ziegenhörner dem Widder aufgesetzt»

«Ziegenbock» im unteren Bild

«Hörner» als Darstellungsmittel

Die vier Hörner und die vier Feldherren Alexanders

Drehung um 180°

Alternierend mit Eichenlaub

Hornpaar als Symbol für Ziegenbock und «ansehnliches Horn»

Vgl. Himmelsrichtungen in Daniel 8 und auf Säule 2 (Westen und Norden)

Drehung um 90°

Der Schlusspunkt

3.

Das «kleine Horn» auf Säule 2

Ungesicherter Ursprung des kleinen Horns

Die Säule als Darstellung eines Horns

Darstellung eines «Dritten Reiches»

Das kleine Horn (Linie und Kreis als Ursprung, Säule als Vollendung)

«Leer» in den Himmel ragende Säule

Ursprung des kleinen Horns gemäss Säule

Standort der Säule als Präzisierung

Das «kleine Horn» auf Säule 2

Die Säule als Gesamtbild (mit ionischem Kapitell abgeschlossen)

Beschreibung eines Herrschers mit grimmigem Antlitz (Daniel 8.23 bis 8.25)

Säule als Darstellung des «Endzustandes des kleinen Horns»

Über Daniel 8 herausgehende Beschreibungen auf der Säule

Vergangene Reiche als Darstellungsgrundlage für «Endzeit-Reich»

Darstellung der drei Bilder «Widder, Ziegenbock und kleines Horn»

Signet als Darstellung zur «Endzeit»

Ursprung in Vierheit und weitere Attribute als Hinweis auf kleines Horn

Die drei Bilder aus Daniel 8 in drei Feldern

Die drei Bilder aus Daniel 8 mit Einbezug des Mäanders in je einem Feld

Ziegenbock und kleines Horn zweimal erwähnt

Gesamtsymmetrie mit Mäander

Beschreibungen via Gegensätze (runde <-> lineare Formen)

Neunen/ Sechsen auf Mäander, Signet und Kapitell

Hakenkreuze als Hinweis auf Entstehungszeitpunkt des kleinen Horns

Parallelen und Spiegelbildlichkeiten im 20. Jh. und der Antike

«Symmetrische Reiche» im Abstand von mehr als zwei Jahrtausenden

Vierteilung und anschliessende Halbierung als Ende und Anfang

Ende «Altertum» und Anfang «Endzeit» als vergleichbare Geschichten

«Symmetrie Altertum – Endzeit»

Beschriftung der senkrechten Linie durch Geschehen (II. Weltkrieg)

Fazit

Einfassung des Signets durch Mäander und Kapitell

Einordnung des Bildes zur Neuzeit

Beschriftung der Linie oder des «Horns» in Mäander

Hintergrund- oder Füllform: Sechsen, Neunen und Winkel

Vordergrundmotiv (Herstellung von Buchstaben aus Hakenkreuzen)

Logos

UdSSR

USA

Weitere «Inhalte» des Mäanders

02 - 20 (20. und 2. Jh.)

«GB» (gb) als Hintergrundmotiv

Winkel als eigenständiges Motiv (Wellenlinien)

Logos gemäss Hakenkreuzen

«S» gemäss Neunen und Sechsen als zentrales Motiv

Buchstaben als Zahlen gemäss Stellung im Alphabet: S -> 19

Vergleich mit Zeitgeschichte

4.

Stadien gemäss Säule 2

Einleitung

Vergleich mit Daniel 2 und 7

a.

«Zwischen- oder Auswuchsstadien» des Horns: Rom

Beschreibung des kleinen Horns in Mäander und Kapitell

Zentraler Doppelbogen mit Lücke für senkrechte Linie

Detailansicht durch Spiegelung oder Drehung um 180°

Eingepferchter Doppelbogen als Landfläche (Italien)

Vordergrundformen als Landflächen

Verlängerung der Achse: Babylon – Pella – Rom

Babylon (Palast Nebukadnezar II.) – Rom, Castor-Tempel: 2992 km

Rom als erstes Zwischenstadium

b.

England

«Punkt und Strich»: Beschreibung eines weiteren Reiches

Zwischenzustand nach Rom gemäss Säule oder Karte

Weiterführung der Achse gemäss der Lage Italiens

«Britannia»

«Widderkopf» vgl. mit England

Sechsen als abstrakte Darstellung von Reichsflächen (Kolonien)

Britisches Empire als «Vorläufer» und obliegendes Spiegelbild

Oberes Bild als Britisches Empire oder «Zustand des vollen Masses»

Zwei Sechsen als Beschreibung von England: 606 Meilen

4444 km (Babylon – Didymaion – Rom – London)

Zahl 4444 in Signet (vgl. 2992)

Besonderheiten der Orte (Rom, Buckingham Palast)

Direktstrecken ab Didymaion nach Rom und England

Direktstrecke Didymaion – Forum Romanum, Castor Tempel: 844 Meilen

London: «Ausweichspunkt Trafalgar-Square»

Didymaion – Buckingham Palast (2656,5 km)/ Trafalgar-Square (2656 km)

Gesamtbild mit Britischem Empire

British Empire als Vorläufer

Mäander als Detailzeichnung zu diagonal versetzten «Reichsflächen»

«Weltaugenblick 1945»

Zuordnung des ionischen Kapitells via stehen gebliebene Säulen

Das kleine Horn (und Auswuchszustände) von unten nach oben

British Empire als Einschub und Erläuterung (von oben nach unten)

«Symmetrie» der drei Reiche aus Daniel 8 auf Säule 2

5.

Kontrollzahlen zum «kleinen Horn»

a.

Quantitative Erfassung der Messpunkte

Kontrollzahlen zu Washington und Moskau

Linie «4444» weitergeführt nach Washington oder Moskau

Linie «4444» weniger ein Punkt, nach Washington oder Moskau

Ohne London (10230 km, Südwestecke Pentagon)

Ohne Rom (10.210 km, Südwestecke Arlington National Cemetery)

Ohne Didymaion: Weisses Haus: 10.324 km; Kreml: 4.305 mi

Linie «4444» weniger zwei Punkte, nach Washington und Moskau

Babylon – London – Washington (10.050 km, Kongressbibliothek)

Babylon – London – Moskau (6.655,66 km)

Babylon – Rom – Moskau (3336 mi)

Babylon – Rom – Washington (10212/10210)

Eintragbarkeit der Zahlen 10212 (12 - 12) und 10210 (10 - 2 - 10)

«Kontrollzahlen zu Kontrollzahlen»

Babylon – Didymaion – Washington/ Moskau (6333,6 mi)

Direktstrecke Babylon – Washington/ Moskau (10.040 km)

«Überdachte Direktstrecken» ab Babylon

Babylon – Moskau – Washington

Babylon – Washington – Moskau (11.101 mi oder 11.101,11 mi)

«Horn Babylon – Washington – Moskau: 20.500 km

Überdachte Strecken ab Babylon mit einem Ort der Linie 4444: London

Babylon – London – Washington – Moskau (11.110 mi)

Babylon – London – Moskau – Washington (8.998 mi)

Geschlossene Form (Horn via Babylon, London, Washington und Moskau)

«Horn» geschlossen in London

Geschlossen in Babylon

Überdachte Strecken ab Babylon mit einem Ort der Linie 4444: Rom

Babylon – Rom – (Washington – Moskau/ Moskau – Washington)

«Hörner»

Überdachte Strecken ab Babylon mit einem Ort der Linie 4444: Didymaion

Babylon – Didymaion – Washington – Moskau (18.018 km)

Babylon – Didymaion – Moskau – Washington (11.661,1 km)

18.018 km und 11.661,1 km vgl. mit Signet und Mäander

«18-18»

«11-66-11/ 116-611»

b.

Das Horn via Didymaion

In Babylon geschlossenes Horn

Didymaion auf Strecke Babylon – Moskau

Didymaion auf Strecke Babylon – Washington

In Didymaion geschlossene Form: Horn «20-20» oder «2-2»

Eintragbarkeit der Zahlen 20.200 und 20.202 im Mäander

20.202 km (20,202,0 Periode 20)

20.200 km

Zahl 2020 in Signet (vgl. Rom)

Die drei Bilder (Horn und «hornvorbereitende Strecken»)

Teilstrecken als Wegmarken

«Tripel 16 - 18 - 20»

63-36 und 116-611

Nicht der Chronologie entsprechende Strecke (Tripel 18, 19, 20)

Die Darstellung von Google (Mercator-Projektion bis Mitte 2018)

Fazit: Bild «20-20» als Darstellung des kleinen Horns

Horn 20-20

Hörner basierend auf Babylon und Didymaion (Washington und Moskau)

21-7-21 («13-4-13»)

«Horn 20-20»

«20-6-50»

«2o-2o» und «2o-5o»

20.650 km: «Horn 2o-6-5o oder 2-6-5»

20-20, 20-50 und 20-6-50 (Einordnung gemäss Qualität der Kontrollzahlen)

Einbau von Stationen der Linie 4444

c.

Messpunkte in Washington und Moskau

Messpunkte Senatspalast und Pentagon

Die Erlöserkathedrale

Achse mit Punkten im gleichen Abstand ab Washington (Toleranz: 20 m)

«Parallele» zur Strecke ab Washington

Weitere Linien (Washington, Linie 4444)

Washington – Moskau – London, Washington – Moskau – Didymaion

Linie 4444 (Rom – Moskau – Didymaion)

Türme als Messpunkte in Moskau

Messpunkte in Washington

Mittelpunkt Pentagon/ Weisses Haus

Regierungsdreieck Weisses Haus – Kapitol – Pentagon

«Memorials und Monumente»

Grab des Unbekannten Soldaten

World War II Memorial

Weitere Messpunkte

Navi Merchant Memorial (1934)

Südwestecke Arlington Military Cemetery

d.

Anhang: Strecken ab Didymaion, Rom, London und V-Linien

Strecken ab Didymaion

Didymaion – Washington (5.305,3 mi, Lafayette Square)

Didymaion – Moskau (1.357 mi)

Didymaion – Rom – Pentagon (5.330,5 mi/ 5.330,533 mi)

Didymaion – Rom – Moskau

Didymaion – London – Grab des Unbekannten Soldaten (8558 km)

Didymaion – London – Moskau: 3.205 mi

Didymaion – Rom – London – Washington (5.400 mi)

Didymaion – Rom – London – Moskau (3290 mi)

Überdachte Strecken ab Didymaion

Didymaion –Washington – Moskau

Didymaion – Moskau – Washington (10.010 km)

Didymaion – Rom – Moskau – Washington

Didymaion – Rom – Washington – Moskau

Didymaion – London – Moskau – Washington

Didymaion – London – Washington – Moskau

Didymaion – Rom – London – Moskau – Washington

Bemerkungen

Strecken ab Rom

Direktstrecken Rom – Washington/ Moskau (7.220 km)

Rom – London – Washington/ Moskau (7.333,7 km)

Überdachte Strecken ab Rom

Rom – Moskau – Washington

Rom – Washington – Moskau (15.045 km)

Rom – England – Washington – Moskau

Rom – England – Moskau – Washington

Strecken ab London

London – Washington (3.666,60 Meilen)

Ausweichspunkt Trafalgar Square

London – Moskau

Bemerkungen

«Doppelbögen» oder «V-Strecken»

Direktstrecke Washington – Moskau (7.822 km/ 4.860 mi)

Washington – London – Moskau (8.400 km, 5.221 mi)

Weiterführung der «Linie 4444» (8400/ 8404)

Washington – Rom – Moskau («9595 Km»)

Rom – Achsenschnittpunkt – Mittelpunkt Pentagon/ W. Haus

Achsen von Washington gemäss Auftreffwinkel der Strecke ab Rom

«95-95»

Eintragung der Zahl 9595 im Mäander

Zahl 5962

Vgl. mit Rom (2992)

9595 und 2992 als Gesamtbild (2565 und 5962)

Washington – Didymaion – Moskau (6.665 mi/ 6.666 mi)

Washington – Babylon – Moskau

Fazit

Direktlinie Washington – Moskau

V-Linie via London

Via Rom

Via Didymaion

NACHWORT

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

1. Das Didymaion (Apollotempel in Didyma)

Einleitung

Am Samstag, dem 26. Juli 2014 besuchten wir das «Didymaion», den Apollotempel in Didim. Die Anlage war nicht weit von unserem Hotel entfernt. Der Grundriss des Tempels ist relativ gut erhalten und lässt die einstige Grösse erahnen.

Der Name Didymaion bedeutet offenbar Zwillingstempel, was erst vor wenigen Jahren durch das Zutagefördern eines Artemistempels in der näheren Umgebung bestätigt werden konnte. (Apollo und Artemis sind Zwillinge.)

Das Didymaion ist nach dem Heraion auf Samos (Herkulestempel) und dem Artemis-Tempel in Ephesus (eines der sieben Weltwunder) das drittgrösste Bauwerk hellenistischer Zeit in Ionien.

Die frühesten Tempelüberreste werden auf das 8. Jht. v. Chr. datiert. Die Bauarbeiten am jüngsten, hellenistischen Tempel, dessen Umrisse heute sichtbar sind, begannen um 330 v. Chr., nicht lange nach dem Sieg Alexander des Grossen über die Perser. Obwohl noch über mehrerer Jahrhunderte daran weitergebaut wurde, ist er nie ganz fertiggestellt worden. Beispielsweise fehlt bei einer der drei bis heute stehenden Säulen die Kannelierung.

Die Bauarbeiten wurden auch unter den Römern fortgesetzt. So vermutete die ältere Forschung, dass die 10 Ostfrontsäulen zur Regierungszeit von Kaiser Caligula (37- 41 v. Chr.) angefertig wurden. Die Datierung dürfte aber heute überholt sein. Die Säulenbasenverzierungen wurden von S. Pülz1 anhand eines Vergleichs des Baudekors in die trajanisch-hadrianische Epoche eingestuft.

Die kunstvollen, symmetrischen Verzierungen an den Säulenbasen erinnern an vergleichbare Ausschmückungen, wie sie mit der Renaissance wieder Mode geworden sind und bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhundert fast überall verwendet wurden. In Bezug auf ihren Abstraktionsgrad und die Qualität der Ausführung schienen die fast 2000 Jahre älteren Formen teilweise sogar moderner und hochwertiger als manche Produkte des letzten Jahrhunderts.

Abb. 1.1 Verzierungen der Säulenbasen des Didymaions (Ostfront)

Die Säule 2 (Bilder zum letzten Jahrhundert)

Der Sockel mit dem Mäander

Auf einer der Säulen, die sich auf der Eingangsseite aufreihen, fiel ein Muster auf, welches, obwohl fast 2000 Jahre alt, erstaunlich gut zur heutigen Zeit, respektive zum vergangenen Jahrhundert, gepasst hätte. – Was aber viele andere Ausschmückungen auch getan hätten. Diese Verzierung war höchstens, wenn es um die Zusammensetzung der Stilelemente ging, vielleicht ein Einzelfall. Die Bestandteile des Musters waren allesamt nicht neu und gingen teilweise auf damals schon jahrhundertealte Vorlagen zurück.

Die Basis der zweiten Säule (von links) war gänzlich mit einem Mäandermotiv umrundet. Das hauptsächliche Muster bestand aus drei identischen, fortlaufenden Linien, die rechtwinklig abgestuft waren.

Der Fluss der drei Linien blieb allerdings durch das Vordergrundmotiv überdeckt: Die Winkel der einzelnen Linien formten abwechslungweise zwei stehende und zwei liegende «eckige Zweien». Jeweils eine liegende und eine stehende Zwei schnitten sich in ihrem Mittelpunkt und bildeten «Hakenkreuze». Dadurch, dass der fast weisse Stein zum Zeitpunkt der Aufnahme nicht ganz vom schwarzen Feinstaub moderner Abgase befreit war, erinnerten sie ein wenig an die heutige Illegalität dieses Symbols und an die Hakenkreuze des letzten Jahrhunderts. Die schwarzen Schatten ergaben eine einschlägige Einfärbung.

Die Säule sah fast aus wie ein Mahnmal für etwas, was gegen zwei Jahrtausende später – oder eben gerade erst – der Fall war. Die gewisse Subversivität dieses Zeichens schien sich förmlich in den Stein eingebrannt zu haben.

Abgesehen von den drei Balken war nur noch, abwechslungweise unten oder oben, ein Quadrat vorhanden, welches die bei dieser Linienführung entstandene Lücke ausfüllte. Die Umrisse des Quadrates hätten exakt ein Hakenkreuz, wie es im letzten Jahrhundert verwendet wurde, aus den sich schneidenden Formen ausgestochen.

Durch Einbuchtungen (L-Winkel) oben und unten wurde das umlaufende Muster in Einheiten mit zwei Quadraten und zwei «Hakenkreuzen» aufgetrennt.

Die «Zeichnung» überraschte, da sie durch einfache Auflösung in geometrische Grundformen der Realität entsprechende Inhalte ergab.

Beispielsweise bestand der Hintergrund der Hakenkreuze aus eckigen Zweien. – Was zutreffend gewesen wäre, da diese Zeichen, oder das, was dahinter stand, in den Zweiten Weltkrieg führte und mit dessen Ende verschwand.

Hier lag die Zahl Zwei explizit vor und rahmte die Hakenkreuze ein.

Abb. 1.2 Mäandermotiv an Basis der zweiten Säule (von links), Ostfront Didymaion

Abb. 1.3 Umlaufende Verzierung der Säule 2

Als «Füllmasse» zwischen den drei Linien waren zwei diagonal angeordnete Quadrate verwendet worden. – Eine Form, die dem Grundriss des WTC in New York entsprach, einem Gebäude, welches in den 50er-Jahren geplant wurde und 2001 9/11 unterlag.

Die Türme, deren unverkennbares Merkmal der Grundriss in Form von zwei schräg versetzten Quadraten war und deren Zerstörung 56 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges wieder zu weltweiten Kriegsschauplätzen führte, waren im Mäander so eingebettet, dass es aussah, als wären sie als ein Muster aus dem Zweiten Weltkrieg übriggeblieben.

Für die heutige Zeit fast beängstigend wirkte, dass die Zahl Zwei im Rahmen einer Drei stand, auch wenn diese fast unsichtbar im Hintergrund verborgen lag: Die Hakenkreuze wurden durch ein Raster aus drei Linien gebildet.

Abb. 1.4 a) Grundmuster aus drei identischen Linien

b) Basislinie mit abwechslungsweise liegenden und stehenden Zweien

c) Zweien als Hintergrund der Hakenkreuze, Format gemäss quadratischem Füllelement

Einfach ersichtliches Thema: Hakenkreuze, «Schnäuze» und Gerippe

Auch die Zierformen auf dem darüberliegenden Säulenschaft entsprachen einem Merkmal jener Zeit, welches fast untrennbar mit dem Hakenkreuz verbunden war.

Direkt über dem linear ausgestalteten Fuss war die gerundete Säulenbasis mit seltsamen Bogenformen verziert. Diese hätten sich, nicht zuletzt aufgrund ihrer Nähe zu den Hakenkreuzen, ebenfalls einschlägig interpretieren lassen: Man hätte auf den ersten Blick einen «Schnauz» darin gesehen, das nach dem Hakenkreuz zweitbekannteste Symbol des «Führers».

Die Assoziation «Schnauz» wäre sogar «bestätigt» worden: Über den zwei normalen «Standardschnäuzen» war ein dritter, der zwar unterbrochen war, links und rechts aber in gezwirbelte Enden überging, wie sie für einen «Schnurrbart» typisch sind.

Hitler trug allerdings gerade das Gegenteil, einen verkürzten Schnauz, der sein Markenzeichen wurde und dessen Ansatz man im obersten der drei «Schnäuze» hätte sehen können.

Hier hätten die zwei Merkmale «Hakenkreuz» und «Schnauz» direkt übereinander gestanden. (Hitlers Schnauz wäre leicht übersehen worden, wenn er nur die normale Form getragen hätte.)

Es war aber nicht nur ein Schnauz auf dieser Säule, was daran erinnert hätte, dass «zur Zeit des Hakenkreuzes» tatsächlich solche «Schnäuze» aufkamen. Auch Stalin trug einen Schnauz. Alle drei grossen Gestalten des Kommunismus (Trotzki, Lenin und Stalin) schmückten sich damit, was objektiv betrachtet aber nicht viel heissen musste. Der Schnauz war damals Mode.

Abb. 1. 5 Schnäuze und Schnurrbärte über Hakenkreuzen (Prominente Schnauzträger damaliger Zeit: Hitler, Stalin, etc.)

Gerippe

Der gerundete Bereich über dem Mäander bestand aus zahlreichen Zierelementen. Etwas erweitert betrachtet sahen die Bogenformen weniger nach Schnurrbärten aus, vielmehr nach symbolischen Rippen, die gross im Vordergrund standen. Dazu passte vor allem die Farbe. Die Assoziation zu Knochen lag durch den weissen, ausgebleicht wirkenden Stein nahe.

Man konnte verschiedene Ausschnitte zusammenfügen. So stand oberhalb der drei Rippenpaaren ein formatgerechter Totenkopf mit grossen Augenhöhlen.

Darüber ein kleinerer Kopf mit langen, zottigen Haaren. Der grosse Totenkopf darunter entsprach in diesem Format der Wirbelsäule und den Armen mit knöchrigen Händen. Der oberste, gezwirbelte Schnurrbart dem Becken, was durch die zwei Bogenformen links und rechts (als vergrösserte Hüftgelenke) verdeutlicht wurde.

Die oberen Kreise links und rechts sahen aus wie stark vergrösserter Ohrenschmuck. Die Verzierung zuoberst glich einer Auslegeordnung von unten nicht eingeordneten Rippen und anderen Knochen.

Ob die Schnäuze Täter oder Opfer symbolisieren, war vielleicht nicht unbedingt eindeutig, aber dass es ein Werk wäre, welches mit dem Tod zu tun hat, war anzunehmen.

Die Illustration wäre zutreffend gewesen. In Wirklichkeit ist auf Basis des Nazionalsozialismus nur ein gewaltiger Krieg geworden, die «Schnäuze» verursachten Todesopfer, wie sie noch kaum je vorgekommen sind.

Die «Säule» schien diese Geschichte zu erzählen, auch wenn sie fast zwei Jahrtausende zuvor errichtet wurde.

Das zentrale Motiv (9 - 9) – Voluten als Weltkarte

Das zentrale Sujet oberhalb des Mäanders wirkte eindeutig. Am einfachsten liess es sich mit arabischen Zahlen beschreiben. Im Wesentlichen bestand es aus zwei «Neunen», wobei diejenige links aufgrund der Symmetrie seitenverkehrt war. Überdacht waren sie von einem Spiegelbild, in dem aus den Neunen Sechsen wurden, von denen ebenfalls eine seitenverkehrt stand.

Nicht nur da sie etwas grösser waren und unten standen, während das Abbild für gewöhnlich darüber steht, sondern da sie mit einem tatsächlichen Bild übereinstimmten, hätte man die Neunen als Vordergrundmotiv und Mittelpunkt der Darstellung erachtet. Zudem hätten sie in Verbindung mit den darunterliegenden Doppelbögen das klarere Bild ergeben als die Sechsen mit den fast flimmernden, unscharf wirkenden Bogenlinien in der oberen Bildhälfte.

In den Neunen hätte man eine vereinfachte, symbolische Darstellung des Weltganzen, aufgeteilt auf zwei Welthälften, sehen können, die sich anhand der westlichen Seite, Nord- und Südamerika, einordnen liess, da die Übereinstimmung eindeutiger war als auf der Ostseite. So entsprach Nordamerika ungefähr dem Kreis, während sich Südamerika von Mexiko bis zur Südspitze von Argentinien und Chile deutlich verengt.

Gleiches Bild zeigte die «Osthälfte» mit zentraler Spitze des unteren Bogens in Südafrika. – Wobei die West-Ost-Ausdehnung zu gross war und man nur durch die Halbierung der West-Ost-Skalierung ein vergleichbares Schema erhalten hätte.

Die These der Darstellung des Weltganzen hätte durch die Untermalung mit langgezogenen Bogenlinien, die in der Mitte geknickt waren, eine gewisse Bestätigung erhalten: Die Halbbögen hätten darauf hinweisen können, dass eigentlich ein längerer Bogen oder in seiner Vollendung ein Kreis oder eine Kugel gemeint wäre. Die Illustration hätte zu einer Darstellung auf dem Globus gepasst, wo man das Bild, welches eigentlich rund war, wie die Schale einer Mandarine einknicken musste, um es auf eine Fläche legen zu können.

Abb. 1.6 «Neunen» als Symbolisierung des Weltganzen respektive der «zwei Welthälften»

Typische Weltkarte (West-Ost-Skalierung: 50%)

Die Darstellung eines «Weltganzen» wäre zum umlaufenden Muster mit den «Hakenkreuzen» insofern eine zutreffende Illustration gewesen, als der Totenkopf im Mittelpunkt der Abbildung sass, wie Hitler «in der Mitte der Welt» den Krieg begann. Rein geographisch lag Deutschland sogar ziemlich exakt in der Mitte der absoluten Ost-West-Ausdehnung der Landflächen, die diese Welt ausmachen.

Im obersten Schnauz hätte man aufgrund der zentralen, geradlinigen Einbuchtung, die an den Stiefel von Italien erinnerte, auch einen Hinweis auf das zwar nicht ganz gleich gebogene Mittelmeer (mit dem Schwarzen Meer) sehen können, ob welchem Deutschland lag und somit eine Ortsangabe zum zentralen Totenkopf, der sich über der langgezogenen Ausbuchtung in der Mitte, «über Italien», aufgepflanzt hatte.

Zur weltumspannenden Macht der Nazis ist es nicht mehr gekommen, sehr wohl aber zum von Hitler initiierten Zweiten Weltkrieg.

Grundsätzlich bestand das zentrale Bild aus zwei Neunen, in deren Mitte sich eine Gestalt aufpflanzte, in deren Bauch man auch den nackten Tod sehen konnte.

Man hätte in dieser «Beschreibung» einen der trefflichen Zufälle sehen können, welcher durch eine Zusammensetzung von Symbolen entstanden war. Ob man darin eine Prophezeiung sehen wollte, eine von höherem Wissen geführte Hand, oder es so interpretierte, dass es kein Ding nur einmal gibt und somit zu jedem eine Entsprechung existiert, die auch aus früherer Zeit stammen könnte, bleibe dahingestellt.

Die Darstellung wirkte jedenfalls sehr visionär, da sie die ganze Weltkarte auf den einfachsten Nenner reduzierte und mit wenigen Strichen ganze Geschichten erzählte.

Höchstwahrscheinlich dachte der Bildhauer an etwas ganz anderes, vielleicht hatte er nur dieses einfache Muster im Kopf, welches ganz anders begründet sein dürfte und nur zufälligerweise auf einen heutigen Sachverhalt zutraf. – Zumal es aus einer Zeit stammt, in der das «westliche Ende der Welt» bei Gibraltar gelegen hätte und die Menschheit weder den Kontinent Amerika kannte, noch die genaueren Umrisse der östlichen Welt bis Afrika zeichnen konnte, was eine bewusste Anfertigung verhindert und ein Wiedererkennen des Bildes verunmöglicht hatte. Auch die «Neunen» und «Sechsen» wären zur Entstehungszeit noch nicht als Zahlen, sondern als Pflanzenranken interpretierbar gewesen.

«Schnurrbärte» als dreistufige Doppelbögen

Auch eines der zentralsten Produkte des Zweiten Weltkrieges, beschrieben durch die geographische Anordnung, hätte man hier in engem Zusammenhang mit den typischsten Symbolen damaliger Zeit gefunden.

Die «Hakenkreuze» in Verbindung mit den drei «Schnäuzen» hätten, wie es bei vergleichbaren Produkten oft der Fall war, die gewisse niedrige Einschlägigkeit dargestellt und mit einem allgemein bekannten Motiv den einfachsten Zugang ermöglicht.

Man hätte die «Schnäuze» aber auch jenseits dieser Symbolbelegung als nüchterne geometrische Form, als zwei- oder dreistufige Doppelbögen, isolieren können. Der innerste Doppelbogen war etwas kleiner, zusammengedrückt, was nicht zuletzt auf die Einpferchung zwischen den zwei «Neunen» zurückgegangen wäre. Er schien aber zu den äusseren zwei dazuzugehören, welche durch ihre Gleichartigkeit auch eine eigenständige Einheit bildeten.

Aufgefallen wäre, dass Los Alamos, die Stätte, an der die ersten Atomwaffen entwickelt wurden, im Rahmen eines zwei- oder dreistufigen Doppelbogens lag. Als monumentale Einfassung hätte man einen grossen Doppelbogen mit Zentrum Los Angeles erlebt, dessen untere Hälfte, die Halbinsel Kalifornien, durch den Kontrast Land/ Wasser von Weitem sichtbar war, während der obere Teil aus einer Gebirgskette bestand, die nur auf einer Reliefkarte auffiel.

Im ganzen Gebirge, welches tief ins Landesinnere ging, hätte man eine Vergrösserung, hauptsächlich eine Verbreiterung dieses Doppelbogen sehen können, in dessen Rahmen das schmale Küstengebiet von Kalifornien einer kleineren Kombination entsprochen hätte. Der Mittelpunkt hätte bei beiden auf Höhe von Los Angeles gelegen.

Als dritte Kombination, die durch die gleichen Anfangsbuchstaben (L-A) hervorstach, lag Los Alamos ungefähr auf gleicher Höhe wie Los Angeles, in den östlichsten Ausläufern des Gebirgsmassivs, bereits im Übergang zum Flachland, im Mittelpunkt zweier Hügelzüge, die ebenfalls von Norden nach Süden einen sanften Bogen beschreiben.

Die gleiche Dreistufigkeit hätte man auf der Säule ebenfalls eintragen können: So hätten die zwei gleich grossen Doppelbögen zusammengefasst als Fläche etwa der ersten Formation, dem ganzen halbmondförmigen Gebirge, entsprochen.

Damit hätte die erste Einheit aus den äusseren zwei Doppelbögen bestanden, die zweite aus nur einem davon. Der dritte, kleinere Doppelbogen hätte auf die kleinen Gebirge um Los Alamos hingewiesen. (Man hätte sich fragen können, was sonst in diesem Zusammenhang und dieser Dimension gemeint sein sollte.)

Zutreffend gewesen wäre auch der zentrale Knick der Doppelbögen, der in abgeschwächter Form als Einbuchtung ein Merkmal der Küstenlinie in der Gegend um Los Angeles gewesen wäre.

Mit den Tatorten Hiroshima und Nagasaki in Japan, «am anderen Ende der Welt», verhielt es sich ähnlich: Die ganze Inselgruppe entsprach einem Doppelbogen.

Der zweite Doppelbogen hätte aus der unteren Hälfte der Insel mit einem eindeutigen Mittelpunkt im Biwa-See bei Kyoto bestanden. Die dritte Formation entsprach bereits den Tatorten, die Bogenlinien der dortigen Nordküste. Die nächste Einheit lag jeweils im unteren Teil der vorhergehenden, was aufgrund der geographischen Verhältnisse nicht anders realisierbar gewesen wäre.

Die Atomwaffen wurden im Rahmen von Doppelbögen angesiedelt. An der westlichsten Aussenseite (Los Angeles) die erste Produktionsstätte. Die bisher einzigen Tatorte von 1945 in Japan, einem Land welches förmlich die Osteinfassung der Welt darstellt. (Zumindest in der klassischen Ansicht, mit Zentrum Mittelmeer) – Was auch auf die weltumspannende Macht der USA hinwies.

Lage der Doppelbögen auf der Säule

Man hätte die Kernwaffe als absolutes Novum, welches im Zweiten Weltkrieg entstand und die späteren Weltmächte ausmachte, durchaus als prophezeiens- oder verewigenswert erachtet: Damit wäre der Anbeginn des Atomzeitalters markiert worden.

Zutreffend gewesen wäre, dass diese Formen über den «Hakenkreuzen» standen, welche man in ihrer seriellen, säulen- oder weltumspannenden Form hauptsächlich als Kriegsgeschehen erlebte. Die Anordnung hätte dem zeitlichen Verlauf entsprochen: Die ersten Atombomben waren nicht vor 1945 einsatzfähig und beendeten den Krieg als eindrückliche Machtdemonstration.

Der Totenschädel und das Gerippe, welche direkt über dem Zentrum dieser Bögen standen, hätten sie als gefährliche, tödliche Substanz deklariert.

Aufgrund der über die Hakenkreuze erhobene Position, die sowohl dem zeitlichen Verlauf wie auch der Hierarchie entsprach, hätte man vermutet, dass diese Waffen mittels ihrer markanten geographischen Anordnung auf der Weltkarte verzeichnet wurden.

Interpretierte man die Bogenformen als geographische Beschreibung, die auf den Abstraktionsgrad dieses Darstellungsstils zu heben gewesen wäre, konnten fast nur diese Anlagen und Tatorte gemeint sein. Wie sie unmittelbar über den Hakenkreuzen standen, erschienen sie auch gleich danach.

Der Doppelbogen entsprach einer Stilform, die sich in vielfältigen Ausprägungen, mal nüchtern als geometrische Form, mal so mal anders verziert, durch die Jahrtausende zog. Vielleicht mitunter ein Grund, dass er als ein Stilprinzip aufgegriffen wurde, in welches dann das zentrale Novum, die «Nuklearenergie», eingebettet wurde.

Abb. 1.7 Anordnung der ersten Produktionsstätte von Atomwaffen in Los Alamos und Tatorte Hiroshima und Nagasaki in Japan (1945), auf Bogenlinien abstrahiert, vgl. mit Bogenlinien auf Säule 2

Westen: (1942)

Osten: (1945)

Anordnung des Manhattan Projektes:

Tatorte (Hiroshima und Nagasaki), Japan:

Breite bogenförmige Gebirgsfläche oder nur vorgelagertes Massiv an Küste mit Halbinsel Kalifornien

Los Angeles als gemeinsamer Mittelpunkt

Los Alamos am Ostende des Gebirges, in kleinerer Kombination, gleiche Anfangsbuchstaben (L-A)

Nächste Formation jeweils im unteren Bereich der vorhergehenden

Tatorte als «dritte Formation»

«Neunen» als Darstellung der zwei Weltmächte

Die Doppelbögen waren nicht nur durch Form, sondern auch durch Stil (einfache dicke Linien, die gegen die Enden zugespitzt waren) ähnlich gezeichnet wie die Neunen. Sie grenzten sich durch die breite Linienführung von den übrigen, eher zierlichen Formen deutlich ab und bildeten mit den Neunen eine Einheit.

In Wirklichkeit hätten die damit dargestellten Inhalte nicht «unterhalb der Mitte», sondern «links und rechts» in West und Ost gelegen, während mit der gewählten Anordnung die Chronologie, das Entstehen unmittelbar nach den «Hakenkreuzen» betont worden wäre.

Man hätte in den Neunen allerdings auch eine Positionsangabe zu den als Detailzeichnung vergrösserten Bögen sehen können, welche somit um jeweils 90° gedreht in West und Ost auf den «Aussenseiten» der Welt oder den Rücken der Neunen gelegen hätten, was dem Manhattan-Projekt entsprach: Der zentrale Produktionsort Los Alamos hätte mit gleichen Anfangsbuchstaben (LA) etwas ins Land hinein versetzt auf Höhe von Los Angeles gelegen, wo durch die Halbinsel Niederkalifornien die eine Hälfte des Bogens auf dem Atlas deutlich sichtbar war und mit einem Gebirgsrelief im Norden vervollständigt wurde. Die Tatorte lagen im Rahmen eines entgegengesetzten Bogens, der Insel Japan. Diese Aufstellung hätte mit einfachen Mustern das Projekt, welches den Zweiten Weltkrieg beendete, auf die zentralen und markanten Punkte reduziert.

Einen Hinweis darauf, dass diese Formen einer Detailzeichnung entsprechen, hätte man der Proportionalität entnehmen können: Die Doppelbögen waren ungefähr doppelt so lang, wie die Rücken der Neunen hoch, bei einer Skalierung von 50 % etwa von vergleichbarem Format.

Es hätte sich um ein Projekt gehandelt, welches nicht nur, wenn es um die Produktions- und Tatorte von 1945 ging, nach Ost und West aufgeteilt worden wäre: In den Neunen hätte man nicht nur das kartographisch verzeichnete Weltganze sehen können, sondern in dessen spiralförmigen Windungen auch die zwei Machtzentren Washington und Moskau, die durch den Sieg im Zweiten Weltkrieg und durch die Entdeckung der Kernwaffe entstanden waren und auf je einer der zwei «Welthälften» lagen.

Der oberste, zusammengepferchte Doppelbogen, der Los Alamos entsprochen hätte, lag in der Mitte zwischen den zwei Neunen, was darauf hinweisen hätte können, dass es der zentrale Gegenstand zwischen den zwei Welthälften oder auch Weltmächten gewesen wäre.

Die schneckenförmigen Punktzentren der Neunen hätten in der Erweiterung um den Rücken nicht nur einen Hinweis auf die geographische Lage sondern auch auf dieses Projekt enthalten.

Durch den Vergleich mit der Weltkarte wäre gesagt worden, wo die zwei Zentren ungefähr liegen und was ihre Macht ausmachen würde.

Abb. 1.8

a) Rücken der Neunen als Positionsangaben für Detailzeichnung auf «Weltkarte»

-> Doppelbögen an «Aussenseiten der Welt», in West und Ost, mit Punkt und Knick verzeichneter Mittelpunkt als Ortsangabe

-> Zentrale Produktions- und Tatorte an «westlichen und östlichen Aussenseiten der Welt» (Los Angeles, Japan)

b) Anschliessende «Aufteilung des Los Alamos-Projektes» an Mächte in West und Ost:

-> Zentraler Doppelbogen weist auf «Innenseiten der zwei Welthälften», wo Machtzentren (Washington, Moskau) liegen

Auch hier wäre die Neun links der Realität näher gekommen: Der Bogen gab die Westküste wieder, wo das Projekt zu liegen kam, während das Machtzentrum Washington seinen Sitz an der Ostküste hatte. – Was ungefähr mit dem schneckenförmigen Zentrum der Neun übereinstimmte.

Auf der anderen Seite, wo die damalige UdSSR bald, sei es durch eigene Leistungen oder gekonnte Spionage, ein ähnliches Potential aufgebaut hatte, wäre die Form nicht minder zutreffend gewesen. Auch zu Moskau passte die Zeichnung der Neun in vergleichbarer Abstraktion: Das Zentrum lag tendenziell eher im Westen dieser Welthälfte. Liess man die Bedeutung Mittelmeer für den zentralen Bogen stehen, wäre es schon eine relativ exakte Beschreibung gewesen.

Neunen als Positionsangabe zu den Formen im Zentrum

Auf die «Aufteilung der Doppelbögen oder des Projekts auf die zwei Neunen» hätte nicht nur die ähnliche Form hingewiesen, welche die Neunen wie Positionsangaben für die vergrösserte Detailzeichnung wirken liess.

Die Spitzen des kleinen Doppelbogens, der gemäss «Karte» für das Manhattan Projekt gestanden hätte, wiesen förmlich auf die Stirnen der Neunen, worin man einen Hinweis auf die Positionierung der zwei Mächte gesehen hätte.

In den geschwungenen Linien hätte man auch den Anfangsbuchstaben «W» für Washington und gespiegelt «M» für Moskau lesen können. Der zusammengedrückte Doppelbogen symbolisierte eine Aufteilung des «Manhattan-Projektes» auf zwei Zentren.

Die «Graphik» hätte der Aufstellung der Weltmächte nach 1945, einen bis heute andauernden Zustand, entsprochen.

Aufgrund der zentralen Eintragung dieses «Projektes» hätte man vielleicht einst vermutet, dass die Mittelmächte zu diesen Waffen kommen könnten und damit über die Flügelmächte herrschen würden.

Die Atomwaffen wurden im Signet aber mittels geographischer Lage des Erstprojekts beschrieben, welches als kleiner Doppelbogen vor allem der Chronologie und Symmetrie und vielleicht auch der späteren Aufteilung willen in der Mitte lag. Ansonsten waren keine eindeutigen Definitionsmerkmale vorhanden. Man hätte sie im Rahmen dieser Darstellung somit erst mit der Platzierung auf dem Globus erkennen können.

Während der kleine Doppelbogen in den Komplex der zwei Neunen integriert war, hätten die zwei grösseren ausserhalb gelegen, was darauf hinzuweisen schien, dass die Weltmächte seither auf diesem erhabenen Fundament standen.

Vgl. mit Strahlenwarnzeichen

Das Atom- oder Strahlenwarnzeichen, welches erst nach 1945 entstanden war, ähnelte dieser Beschreibung auf den ersten Blick in keiner Weise. Auf einer gewissen Abstraktionsstufe hätte es sich aber als annähernd identisch erwiesen: So bestand es ebenfalls aus Bogenlinien und einem Kreis. Der Kreis stand im Mittelpunkt, wie er auch auf der Säule schon eine zentrale Stellung auf der Mittelachse einnahm.

Die Bogenlinien waren ebenfalls drei- oder sechsstufig aufgebaut: Drei schwarze Kreissegmente, die sich um den Kreis versammelten und durch drei gelbe unterbrochen waren. Auf der Säule waren es drei Doppelbögen oder sechs Bogensegmente.

Das Rotorhafte des Signets hätte man auf der Säule im Mäander, in den Hakenkreuzen, sehen können. Dort waren es im Gegensatz dazu eckige Formen.

Abb. 1.9 Signet Säule 2 vgl. mit Strahlenwarnzeichen

Insofern waren die Bestandteile der zwei verschiedenen Symbole fast identisch: Ein Kreis und sechs Bogenlinien, die beim Strahlenwarnzeichen durch die Segmentierung eines Kreises entstanden waren, während der Kreis den sechs Bogenlinien auf dem Signet durch die zentrale Lage übergeordnet war.

Zahl 9: Über 90% der Atomwaffen in Besitz der USA und Russlands

Zum Zeitpunkt dieser Betrachtungen (2016) existierten 9 Staaten mit Atomwaffen: USA, Russland, England, Frankreich, Israel, China, Indien, Pakistan und Nordkorea (seit 2006). Sie sind alle auf der Nordhalbkugel angeordnet.

Zusammen besitzen Russland und die USA mehr als 90 Prozent aller Nuklearwaffen. Diesem Umstand, der eher auf einer zeitweiligen und zufälligen Übereinstimmung mit der Zahl 9 entspricht, müsste man allerdings nicht viel Wert beimessen.

Detailansicht durch Drehung des Signets um 90°

Eine implizite Bestätigung der Vermutung, dass mit den Doppelbögen das Manhattan-Projekt symbolisiert wurde, hätte man einer Detailansicht entnehmen können, die fast wie ein Kontrollresultat erschien, wenn man die These überprüfen wollte: So hätte man eine fast einzigartige Übereinstimmung mit der Landkarte feststellen können, wenn man von der Westküste der USA ausging – und das Signet dementsprechend um 90° nach links drehte. (Man wäre davon ausgegangen, dass Detailansichten in irgendeiner Form vorkommen müssten. Eine Drehung um 90° hätte einer der einfachsten Möglichkeiten entsprochen, um aus dem Signet ein anderes Bild herzustellen.)

Damit waren die Doppelbögen praktisch parallel zur Westküste der USA ausgerichtet. Das Bild hätte insofern eine gesamtheitliche Übereinstimmung ergeben, als die Hudson Bay und der Golf von Mexiko, zwei rundliche Einbuchtungen, den Innenräumen der Neunen entsprachen und das Bild damit fixiert wurde.

Auch in dieser Ausrichtung stimmten die Grössenverhältnisse ungefähr: Die zwei Kreise gingen über die Doppelbögen hinaus, wie auch der Golf von Mexiko und die Hudson Bay oberhalb und unterhalb der bogenförmigen Küste um Los Angeles lagen.

Der innerste Doppelbogen wäre dem Gesamtbild am nächsten gekommen. Mit der starken Einbuchtung hätte er darauf hingewiesen, dass das eigentliche Projekt nicht in Los Angeles, sondern deutlich ins Landesinnere verschoben, in Los Alamos, zu liegen kam.

Abb. 1.10 Vgl. Landkarte Nord- und Südamerika mit Signet Didymaion (um 90° gedreht)

Währenddessen sahen die äusseren zwei Doppelbögen fast wie eine Anmerkung oder Vergrösserung aus.

Diese Detailansicht hätte die Vermutung, dass das Manhattan-Projekt gemeint wäre, erhärtet. Nicht zuletzt durch die zwei übereinstimmenden «Hohlräume» auf der Karte wäre es auch das eindeutigste Bild auf der Weltkarte gewesen. – Was nicht hiess, dass nicht auch ein paar andere Gegenden gemäss diesen Formen herausgeschält hätten werden können. Im Osten fand man in dieser Grössenordnung allerdings keine vergleichbare Kombination. Einen ähnlichen Doppelbogen hätte beispielsweise Japan ergeben, wobei allerdings keine Fixierpunkte (Meerflächen etc.) zur Ausrichtung vorhanden waren.

Auch Peking, um welches sich nach Japan das eindeutigste Bild formierte, wo die Kreise der Neunen mit dem Golf von Bengalen und dem Ochotskischen Meer eine Entsprechung fanden, wäre nicht annähernd an diese Übereinstimmung herangekommen.

Fazit

Es sah aus, als wäre die auf ein Schema vereinfachte Weltkarte (99) in erster Linie dazu verwendet worden, die Weltmächte und nicht zuletzt ihr zentrales Attribut, die Atomwaffe, zu beschreiben.

Die «Abbildung» wäre allerdings nicht zutreffend gewesen, wenn ihr nicht «Folge geleistet» worden wäre, was mit der Anordnung des ersten Projektes auf der West- und den Atombombenabwürfen über Hiroshima und Nagasaki auf der Ostseite geschehen wäre. Es sah aus, als wären das Erstprojekt und die Erstanwendung als wesentlicher gewertet worden als die Lage irgendwelcher weiterer Stätten in den USA und der UdSSR.

Mit den zentralen Punkten, den schneckenförmigen Windungen im oberen Teil der Neunen, an kartografisch mehr oder weniger zutreffender Stelle, wäre aber auch auf die Regierungssitze der atomaren Doppelmacht aufmerksam gemacht worden.

Die «Karte» hätte implizit auf die Zentren der zwei grossen Atommächte hingewiesen, da die Linie, die zugleich Umrisse von Kontinenten darzustellen schien, zu einem Punkt im Rahmen der Fläche führte, den man als Lage auf der «Karte» erachtet hätte.

Genauer als die Punktzentren wirkte die Anmerkung durch den zusammengedrückten Doppelbogen, der auf die Stirnen der zwei Neunen hinwies.

Die Kartenskizze hätte nicht nur ungefähr die «Welthälften» dargestellt, sondern durch die Rücken der Neunen als Positionsangaben für das darunterliegende Schema darauf hingewiesen, dass der Punkt auch ein Zentrum der Nuklearmacht darstellen würde, was sich als Realität erwiesen hätte.

Diese Grundform wäre 1945 auf der Weltkarte mehr oder weniger einwandfrei eingetragen worden. Sie dürfte selbst den Anordnenden ein Geheimnis geblieben sein, müsste es aber nicht.

Viel besser als es realisiert wurde, ging es aufgrund der geographischen Gegebenheiten kaum. Man kann die Formen heute vielleicht besser interpretieren, als ihre Entstehung oder ihr Vorhandensein erklären. Man würde aber höchstwahrscheinlich zu Recht bezweifeln, dass das Signet auf Säule 2 das Vorbild für die Konzeption war und fortan eine bewusste Umsetzung erfolgte. – Obwohl das theoretisch möglich gewesen wäre, da das Didymaion, nachdem es während vieler Jahrhunderte im Erdboden ruhte, um 1920 bereits weitgehend ausgegraben war.

Dass eine einfachere Lesbarkeit dieser Formen der Grund für die Wahl von Hakenkreuzen durch die Nazis war, scheint unrealistisch. Hätten diese Bilder auf der Säule hingegen eine eindeutige Prophezeiung darstellen sollen – was bislang noch niemand behauptet hatte – hätten sie auch ohne diese «Hilfe» lesbar sein müssen. Man hätte beispielsweise anhand der «Entdeckung der Rotation» und ihrer Anwendung in drehenden, geometrisch exakten Propellern von Flugzeugen, die in einem etwas breiteren Zeitrahmen aufkamen und im Zweiten Weltkrieg allentscheidend wurden, annehmen können, dass etwa diese Zeit gemeint sein müsste.

Die Bogenlinien stehen in erster Linie über dem Mäanderband, in zweiter Linie scheinen sie wie Schalen das darüberliegende, zentrale Motiv zu tragen, was insofern der Realität entsprochen hätte, als dieses Projekt und diese Waffen bis heute die Basis der zwei Weltmächte darstellen. Die Darstellung hätte auch der Chronologie entsprochen, gemäss der sie durch die Atomwaffen auf dieses Podest gehoben wurden.

Der Kreis zuunterst, der in erster Linie einen Punkt, eine Ortsangabe im Zentrum eines Doppelbogens markierte, sah in Verbindung mit den Doppelbögen, die Armen glichen, auch ein wenig wie ein Kopf aus. Allerdings eher wie eine gefallene oder übergangene Person.

Dieses Bild hätte in Bezug auf Atomwaffen seine Richtigkeit gehabt. So versuchte der oft als «Vater der Atombombe» beschriebene Robert Oppenheimer nach erfüllter Tat deren Verbreitung oder Einsatz zu verhindern. Allerdings ohne Erfolg.

Bereits beim ersten Atombombentest sprach Oppenheimer die berühmten Worte: «Jetzt bin ich der Tod geworden, der Zerstörer der Welten.»

Diese Beschreibung passte hervorragend zum Bild auf der Säule. Über den drei Bogenlinien stand auch ein Totenkopf oder ein Knochenmännchen, welches aussah wie der nackte Tod, womit auf die Gefahr, die von diesem Projekt ausging, hingewiesen worden wäre.

(Der Hinweis auf die Bogenlinien als gefährliches Element war im Rahmen des zentralen Sujets relativ eindeutig, wenn man davon ausging, dass die Neunen die zwei Weltmächte oder «Weltteile» darstellen. Dann stand das Symbol für den Tod über den Bogenlinien. Entweder wurden sie damit deklariert oder davon bedroht, sollten sie nicht einfach die zum Totenkopf gehörenden Rippen darstellen.)

Aus heutiger Sicht

Im Zusammenhang mit der Geschichte des 20. Jahrhunderts hätten sich die Formen einfach auflösen lassen. Ging man vom Realisierten aus, so war der Fall schnell klar. Man hätte feststellen können, dass die ersten Orte der Nuklearforschung, wie auch die Tatorte von 1945, mit langgezogenen, leicht gebogenen Formen auf der Landkarte eingefasst oder markiert waren. Diese Bögen lagen «links und rechts» der Welt (mit Zentrum Mittelmeer). Zum einen in den USA mit zentralem, vorgelagerten Punkt in Los Angeles, zum anderen in Japan. Mit den Tatorten in Japan, «am anderen Ende der Welt», wäre auch die weltumspannende Macht dieser Waffe oder der USA eindrücklich demonstriert worden.

Bald aber gab es nicht nur die Produktionsstätte und die Tatorte. Ein atomares Wettrüsten begann. Schnell holte die UdSSR die USA ein. Es wäre somit ein anderes, aber immer noch die ganze Welt umspannendes Muster entstanden: Jetzt gab es zwei Mächte in Ost und West, deren Potential die ganze Welt erreichte und beherrschte. Man hätte in den zwei Neunen links und rechts des «zusammengedrückten Doppelbogens», der für die ersten Stätten der Nukleartechnik zu stehen schien, ein Hinweis auf die zwei sich gegenüberstehenden Siegermächte des Zweiten Weltkriegs sehen können.

Die Neunen sahen durch die Spitzen des zusammengedrückten Doppelbogens, die auf ihren oberen Teil hinwiesen, aus wie die «vorgesehenen Empfänger» der zentralen Sache. Es machte fast den Eindruck, als hätte es so sein müssen, als wäre dieser rätselhafte Tod gemäss dieser Formel aufzuteilen gewesen, noch lange bevor jemand wusste, woraus er bestehen würde.

In erster Linie hätte die Säule die Atommächte und den Zustand ihres Seins mit Formen dargestellt, die der Aufstellung dann annähernd zwei Jahrtausende später zugrunde lagen.

Allerdings scheint es, dass nur dieser «Endzustand», der aus dem Zweiten Weltkrieg hervorging, erwähnt wurde, wie man das auf vielen vergleichbaren, meist jüngeren Darstellungen findet.

Vielleicht beinhaltete diese Säule nicht viel mehr als ein Muster, welches zu späterer Zeit zutreffend war. Vielleicht imponierte es jemandem, der es in dieser oder anderer Form entdeckte und auch realisierte. – Oder es entsprach zufälligerweise dem später Gewordenen, womit sich ein gewisser Wiedererkennungseffekt einstellte. Man hätte in diesem Signet jedenfalls eine Aufstellung sehen können, welche sich durch übereinstimmende Formen tatsächlich so interpretieren liess.

Aus damaliger Zeit

Zur Entstehungszeit der Säulen wäre eine Aufschlüsselung kaum möglich gewesen, da noch gegen 2000 Jahre und viele in diesen Jahrhunderten gewonnen Erkenntnisse und Errungenschaften fehlten.

Es dürfte damals unmöglich gewesen sein, diese Formen zu lesen. Gewisse Symbole wären vielleicht erkennbar gewesen, aber auf einen konkreten Inhalt konnte man kaum schliessen, es sei denn, die gleichen Formen hätten auch auf einen damaligen Sachverhalt zugetroffen.

Im Gegensatz zu vielen typischen Prophezeiungen hätte sie nicht aus Bildern bestanden, die die damalige Menschheit verstehen konnte, sondern aus solchen, die sie unmöglich kennen konnte, wie beispielsweise der Ansicht eines Weltganzen, bestehend aus zwei Welthälften. Es dauerte noch mehr als ein Jahrtausend bis Amerika entdeckt wurde. Es existierten damals auch keine Karten, die so genau waren, dass man den ersten Weltteil anhand dieses Symbols erkennen und damit auf einen zweiten schliessen konnte. Die Verschiebung der Lesbarkeit auf fast zwei Jahrtausende später hätte eine eigene Kategorie von Prophezeiungen dargestellt, einen Fall, der bislang noch nicht eingetroffen war.

Diese Säulenbasis dürfte damals auch kaum als grosses Rätsel bekannt gewesen sein, sosehr der Apollotempel in Didyma eine der berühmtesten Orakelstätte der alten Welt war. Ansonsten wäre es mit Sicherheit überliefert worden.

Theoretisch wäre des Rätsels Lösung erst einfach geworden, als eine Macht erschien, die Hakenkreuze in Serie gehen liess und eine erste Übereinstimmung sichtbar wurde. Allerdings war es mit deren Auftauchen wohl auch schon zu spät. Zudem war nichts so einmalig daran, da das Hakenkreuz in Gestalt eines Mäanders (Flussform) in der Antike gerade auch in der Gegend des Didymaions nicht selten war.

1 Stefan Pülz, Untersuchungen zur kaiserzeitlichen Bauornamentik von Didyma (Istanbuler Mitteilungen, Beiheft 35).