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Die katholische Kirche steht an einem kritischen Wendepunkt. Ein Unternehmen in einer vergleichbaren Situation würde zu diesem Zeitpunkt eine umfassende, ausgangsoffene Positionsbestimmung durchführen.
Mit der Erfahrung eines McKinsey-Beraters und als engagierter Katholik analysiert Thomas von Mitschke-Collande die aktuellen Krisenphänomene der Kirche und entwickelt die entscheidenden Reformschritte. Ein glaubhafter Erneuerungsprozess setzt beim Selbstverständnis der Kirche an, führt über professionelle Kommunikation zu einer offenen Diskussionskultur und stärkt nicht zuletzt den Glauben.
Würde die Kirche nach den Empfehlungen des Unternehmensberaters handeln, könnte sie schon bald wieder boomen.
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Seitenzahl: 337
Veröffentlichungsjahr: 2012
Thomas von Mitschke-Collande
Schafft sich die katholischeKirche ab?
Analysen und Fakteneines Unternehmensberaters
Mit einem Vorwort von Kardinal Karl Lehmann
Kösel
Copyright © 2012 Kösel-Verlag, München,
in der Verlagsgruppe Random House GmbH
Umschlag/-motiv: Oliver Weiss/oweiss.com
Textredaktion/Lektorat: Dr. Franziska Roosen
Satz: EDV-Fotosatz Huber / Verlagsservice G. Pfeifer, Germering
ISBN 978-3-641-09370-9
www.koesel.de
Vorwort
Bücher über die Lage der Kirche sind reichlich auf dem Markt. Dieses Buch unterscheidet sich dadurch, dass ein Unternehmensberater einer weltweit tätigen Firma, der aber zugleich die Kirche von innen bestens kennt, eine Situationsanalyse versucht, die zudem in die Zukunft führt.
Thomas von Mitschke-Collande hat als McKinsey-Director das Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz und verschiedene deutsche Diözesen, darunter auch das Bistum Mainz, beraten. In der Kirche gab es nicht wenige Vorbehalte, sich bei ihrer Andersartigkeit einer solchen Durchleuchtung als »Unternehmen Kirche« voll zu stellen. Ich glaube, dass die Beratung beiden Partnern je auf ihre Weise genützt hat.
In dem konzentrierten Buch finden sich zunächst dichte Zusammenfassungen von Analysen und Umfrageergebnissen. Der Autor ist aber durch seine berufliche Erfahrung davor bewahrt, solche faktischen Stimmungsbilder rundweg zu übernehmen. Er kann gut unterscheiden, indem er eben auch die Quersummen solcher Erfahrungen sucht und beachtet. Man darf sich nicht täuschen lassen: Nicht alles, was der Autor wiedergibt, ist auch schon seine Meinung. Er benutzt in hohem Maß die professionelle Sprache des Unternehmensberaters, wenngleich das Buch sehr verständlich geschrieben ist. Aber gerade in der Zuspitzung mancher Erkenntnis, die manchen vielleicht ein Ärgernis bereitet, liegt natürlich eine verständliche Strategie: Denn Erkenntnisse, gerade wenn sie einem weniger liegen oder gar schmerzen, werden rasch wieder zugedeckt und ignoriert. Daher nimmt der Autor gelegentlich Schwarz-Weiß-Bilder in Kauf, um wirklich trennscharfe Alternativen herauszuarbeiten. Dies gilt z.B. für eine Wagenburgmentalität gegenüber dem Eintreten für eine offene missionarische Kirche als Grundoptionen des künftigen Weges.
Man darf sich jedoch durch die Sprache und Perspektive des Unternehmensberaters nicht täuschen lassen. Thomas von Mitschke-Collande kennt den kirchlichen Bereich nicht nur von den beruflichen Kontakten her, vielmehr ist sein Kirchenbild in vieler Hinsicht »geerdet«: Er lebt mit seiner Familie in einer konkreten Gemeinde und arbeitet dort mit. Hier redet nicht einfach ein Experte, sondern jemand, der wirklich von der alltäglichen »Basis« herkommt. Deswegen durchschaut er rasch falsche Lösungen, die nicht weiterführen. Wenn er Krisen beschreibt, leidet er selbst mit und sucht gerade deswegen nach gangbaren Auswegen. Deshalb legt er auch den Finger in die Wunden der gegenwärtigen Kirche: den starken Rückgang der Gottesdienstbesucher, die Halbierung der Taufen und Hochzeiten, den Vertrauensverlust der Kirche durch den lange vertuschten Missbrauchsskandal, die Hilflosigkeit im Umgang mit der Sexualität, die geringe Sensibilität für die Fragen nach der Stellung der Frau in der Kirche, die Unfähigkeit, mit menschlichem Scheitern und Lebensbrüchen umzugehen. Der Verfasser kennt die verführerischen Haltungen, mit diesen Verletzungen umzugehen, z.B. Realitätsverweigerung, Selbstmitleid und Selbsttäuschung, die aber chronisch zu echten Krankheiten werden können, wenn wir sie nicht bekämpfen.
Viele Vorschläge, die der Autor als Unternehmensberater formuliert, verstärken manche bereits diskutierten Ratschläge in der gegenwärtigen Situation. Dies gilt z.B. für eine neue Kultur des Miteinanders von Laien und Amtsträgern. Der Leser, der zugleich Theologe ist, muss Mut und Geduld haben, manche Erfahrungen ungeschminkt zur Kenntnis zu nehmen. Er muss auch manchen im wahrsten Sinn umstürzenden Vorschlag aushalten und darf nicht vorschnell zu fachlichen Totschlagargumenten greifen. Man muss sich notwendigerweise an manchen Aussagen reiben. Aber der Autor will die Situation der Kirche gründlich und unverstellt verstehen. Wer diesen Weg mitgeht, gewinnt aus dem Buch Einsichten, selbst wenn man manchen Befunden einiges entgegenhalten kann.
Das Buch spart nicht mit Zuspitzungen, die beim Titel »Schafft sich die katholische Kirche ab?« beginnen und auch im Zusammenhang hoch gespannter Erwartungen erscheinen: »Eigentlich müsste Kirche boomen!« Jedenfalls kann es uns helfen, in der gegenwärtigen Lage der Kirche wirklich Tritt zu fassen, sich nicht durch Moden von rechts oder links beruhigen zu lassen, sondern unentwegt Orientierung zu suchen und auch zu finden. Der Autor sieht in dem angelaufenen Erneuerungs- und Dialogprozess der katholischen Kirche die Chance eines Wendepunktes. Freilich hat er auch die Sorge, »dass der Dialogprozess ergebnislos bleibt«. Diese Gefahr möchte der Autor durch klare Erkenntnisse und fundierte Entscheidungen bannen. Darum wünsche ich diesem aufrüttelnden Buch viele aufmerksame Leser.
Mainz, im Juni 2012
Karl Kardinal Lehmann
I. Das Ende der Volkskirche
»Lieber breche ich ein Gesetz der Kirche …«
»Lieber breche ich ein Gesetz der Kirche, als das Herz eines Menschen.« Das war die seelsorgerliche Handlungsmaxime meines inzwischen verstorbenen Gemeindepfarrers. Dieser stammte aus einer traditionell katholischen Familie in Schwaben und war ein glühender Anhänger von Papst Johannes XXIII. Das Zweite Vatikanische Konzil hatte ihn geprägt wie sonst nichts anderes. Sicherlich war er kein großer Prediger, kein Intellektueller, kein Reformer, schon gar nicht ein Revoluzzer – nein, er war ein ganz normaler Ortspfarrer, der seine Hauptaufgabe in der Seelsorge der ihm anvertrauten Menschen sah. Mit der Zeit aber litt dieser Mann zunehmend mit der Kirche und unter der Amtskirche. Immer weniger waren die rigiden und widersprüchlichen kirchlichen Dekrete und Anweisungen sein Maßstab, umso mehr dafür der Kern der Botschaft des Evangeliums: die Liebe und die Barmherzigkeit Gottes. Er sah im Christentum, um mit dem Münchner Theologen Eugen Biser zu sprechen, die Liebeserklärung Gottes an die Menschheit. Deshalb hatte er es schwer, dieser Dorfpfarrer. Häufig wurde er mit Denunziationen konfrontiert, sogar mit heimlichen Tonbandaufnahmen seiner Predigten, die an Bischof und Nuntius gingen und für die er sich zu rechtfertigen hatte. Es verbitterte ihn, dass seine Vorgesetzten diese Eingaben nicht an die Absender mit dem Hinweis zurückschickten, sich direkt an ihn zu wenden, sondern stattdessen diese akribisch verfolgten. Aber hatte nicht auch Jesus die überlieferten Gesetze des Judentums angepasst an die Erfordernisse einer konkreten Situation und sie notfalls übertreten, wenn es die Liebe Gottes zu den Menschen erforderlich machte?
Als ich den eingangs angeführten Ausspruch meines Dorfpfarrers Jahre später bei drei regionalen Konferenzen des Erzbistums München und Freising 2007 in Anwesenheit von Kardinal Friedrich Wetter im Vortrag zitierte, zollten die anwesenden Geistlichen spontan lang anhaltenden Beifall. Offensichtlich hat ihnen dieser einfache Seelsorger aus der Seele gesprochen.
Ich habe mich lange intensiv mit der Lage der Kirche in Deutschland und möglichen Lösungsansätzen für die offensichtlichen Krisenerscheinungen beschäftigt, sowohl beruflich als auch privat. Beruflich, in meiner Funktion als Direktor der Unternehmensberatung McKinsey, hatte ich erstmals um die Jahrtausendwende mit der Deutschen Bischofskonferenz zu tun; es ging um die Neuordnung ihres Sekretariats in Bonn. Aus diesen Aktivitäten ergab sich der Auftrag zur finanzwirtschaftlichen Beratung von mehreren Bistümern. Parallel dazu betreute ich für McKinsey die weltweit größte gesellschaftspolitische Online-Umfrage Perspektive Deutschland. In sie konnte ich das Thema Kirche integrieren, woraus sich tiefe Einblicke in die Einstellung der Deutschen zur katholischen Kirche ergaben. Die liegt mir als engagiertem Katholiken auch persönlich sehr am Herzen.
Ich werde mich dem Thema in diesem Buch – entsprechend meiner in 33 Berufsjahren bewährten Vorgehensweise – mit einer gründlichen, nichts beschönigenden Bestandsaufnahme, mit Zahlen und Fakten, Ergebnissen von Meinungsumfragen und Analysen nähern, ergänzt um eigene Erfahrungen und Einschätzungen. Gegen jede Analyse lässt sich – isoliert betrachtet – das eine oder andere einwenden. Zahlen und Analysen sind immer nur Indikatoren. Sie müssen hinterfragt, interpretiert und in einen Zusammenhang gebracht werden. Meinungsumfragen haben in all ihrer Begrenztheit jedoch den Vorteil, dass hier auch die große schweigende Mehrheit der Katholiken zu Wort kommt, nicht nur die Vertreter verschiedener, oft polarisierender Flügel, die das öffentliche Meinungsbild prägen. Auch wenn einige Umfragen zu teilweise leicht abweichenden Prozentergebnissen kommen: In der Gesamtschau ergeben alle Einzelbefunde ein in sich konsistentes, wenn auch bedauerliches Bild. »Die Kirche brennt lichterloh, während wir die Inneneinrichtung diskutieren«, so hat es Kardinal Walter Kasper im November 2011 in München treffend ausgedrückt. Es liegt mir nicht daran, die Kirche schlechtzureden oder sie herunterzumachen, wie mir gelegentlich vorgeworfen wird. Aber nur eine schonungslose Analyse kann eine sichere Basis für erfolgreiche Löscharbeiten sein, um im Bild von Kardinal Kasper zu bleiben. In der Sprache des Evangeliums ausgedrückt: »Nur die Wahrheit macht frei« (vgl. Joh 8,32).
Nicht alle Aspekte können in diesen Ausführungen berücksichtigt werden, manches mag überzeichnet erscheinen. Ich erhebe auch keinen Anspruch, alle Gesichtspunkte und Überlegungen berücksichtigt zu haben. Ebenso wenig habe ich ein Patentrezept. Ich bin weder Theologe noch Kirchenrechtler oder »Insider«. Ich will auch keine Protestantisierung, keinen deutschen Sonderweg, keine deutsche Nationalkirche. Ich bin durch und durch katholisch. Ich will, dass die Kirche blüht, gedeiht, dass die glühende Asche neu entfacht wieder Feuer fängt. Dass es wieder Spaß macht und man stolz ist, dieser Kirche anzugehören, und sie auch meinen Enkeln eine wertvolle, sinnstiftende Gemeinschaft sein wird.
Manche mögen mir vorhalten, dass ich mit der einen oder anderen Feststellung zu Papst Benedikt XVI. die rote Linie eines Katholiken übertrete und es am notwendigen Respekt gegenüber dem Stellvertreter Christi fehlen lasse. Ich erinnere mich sehr gut daran, dass der frisch gewählte Papst Benedikt XVI. in seiner ersten Generalaudienz am Tag nach seiner Inauguration am 25. April 2005 sinngemäß sagte: Ich bin auch nur ein Mensch, ich bleibe ein Mensch. Ich werde Fehler machen. Bitte verzeiht mir, korrigiert mich und helft mir. – Ich fand das großartig und überzeugend, als ich es hörte.
Oft wird mir von Vertretern der Amtskirche, vor allem aber von »konservativen« Katholiken vorgeworfen, mein Verhalten sei nicht katholisch. Als »echter« Katholik habe man sich nicht einzumischen, dürfe man die Kirche und ihre Vertreter nicht kritisieren, sondern habe ihr Verhalten und ihre Strukturen, so wie sie sind, zu akzeptieren und ihren Weisungen ohne Widerspruch und Reflexion zu gehorchen. Aber nimmt das kanonische Recht nicht alle Laien in die Pflicht? Im Gesetzbuch der katholischen Kirche, dem Codex Iuris Canonici (CIC), Canon 212, § 3, ist klar verankert: »Entsprechend ihrem Wissen, ihrer Zuständigkeit und hervorragenden Stellung haben sie [die Gläubigen] das Recht, bisweilen sogar die Pflicht, ihre Meinung, was das Wohl der Kirche angeht, den geistlichen Hirten mitzuteilen und … den übrigen Gläubigen kundzutun.« So lässt sich vielleicht auch die Entwicklung erklären, die ich selbst im Laufe der Zeit durchgemacht habe. Hatte ich zunächst die Kirche nur in organisatorischen und finanziellen Fragen beraten und mich aus den Inhalten – also kirchlich-theologischen Fragestellungen – völlig herausgehalten, verlor ich als engagierter Katholik zunehmend die Scheu davor, auch inhaltliche Überlegungen anzustellen. Heute geht es mir beim Thema Kirche nicht mehr vorrangig um die Strukturen, sondern vor allem darum, Denkweisen und Mentalitäten zu ändern. Dazu gibt es vielerlei Anlass.
Der »Missbrauchs-Tsunami«
Gerade in den letzten Jahren sahen sich die Katholiken in Deutschland vor erhebliche Herausforderungen gestellt. Vor allem der Missbrauchsskandal – die sexuellen Übergriffe Geistlicher auf Schutzbefohlene – schlug im Jahr 2010 hohe Wellen. Zwar war bereits bekannt, dass es zu Missbrauchsfällen in der Kirche gekommen war; vom Ausmaß der Verfehlungen aber hatte sich kein Außenstehender eine Vorstellung gemacht. So ließen auch die Schlagzeilen an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig und zeigten, wie stark das Ansehen von Kirche und Klerus beschädigt wurde: »Warum hat sie keiner gestoppt?« (BZ, 01.02.2010); »Wie tief ist der Sex-Sumpf noch?« (Bild, 09.03.2010); »Hölle ohne Ende« (FAZ, 25.04.2010). Über Jahrzehnte hinweg hat die Amtskirche systematisch weggesehen und geschwiegen. Vielerorts konnte der Eindruck entstehen, dass der »Schutz« der Institution und die Sorge um die Täter im Vordergrund standen, nicht aber die Not und die Verletzungen der Opfer. Ziel der Vorgesetzten war es oftmals, die Vorkommnisse »intern zu regeln«, als wäre die Kirche ein eigener Rechtsraum. Zwar wurden im Jahr 2002 einheitliche Leitlinien »Zum Vorgehen bei sexuellem Missbrauch Minderjähriger durch Geistliche im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz« verabschiedet und Präventionsmaßnahmen ergriffen, diese wurden und werden jedoch zum Teil sehr unterschiedlich in den einzelnen Bistümern umgesetzt.
Zum Skandal entwickelte sich ferner die Art und Weise, wie die Missbrauchsvorwürfe nach Bekanntwerden im Januar 2010 von den Verantwortlichen aufgearbeitet wurden: mit großer zeitlicher Verzögerung, teils widerstrebend, intransparent, uneinsichtig, obwohl man eigentlich durch die Vorkommnisse in den USA und anderen Ländern hätte darauf vorbereitet sein müssen. Von einem professionellen Krisenmanagement, wie wir es z.B. von Unternehmen kennen, kann – bei allen guten Absichten – in keinster Weise gesprochen werden. Engagierte Aufklärer wie der Jesuitenpater Klaus Mertes, damals Rektor des Berliner Canisius-Kollegs, wurden als Nestbeschmutzer beschimpft. Auch der Münchner Kardinal Reinhard Marx, der mit aller Konsequenz tatkräftig und schnell den Vorgängen in Kloster Ettal auf den Grund zu gehen suchte, musste sich innerkirchlich Kritik gefallen lassen. Zu oft wurde als Entschuldigung angeführt, auch in der Kirche gebe es Sünder. Auf ein rasches und klares Wort des Papstes zu den Geschehnissen in Deutschland hofften indes die Menschen in seiner Heimat zunächst vergeblich. Je länger er schwieg, desto lauter wurde die Frage gestellt, was genau er über die Fehltritte an katholischen Einrichtungen im Erzbistum München und Freising wusste – schließlich fielen auch Missbrauchsfälle just in die Jahre, in denen er hier als Erzbischof gewirkt hatte. »Der Unfehlbare. Die gescheiterte Mission des Joseph Ratzinger«, titelte das Nachrichtenmagazin Der Spiegel in diesem Zusammenhang und zeichnete in einem seitenlangen Bericht nach, wie der zögerliche Umgang des Kirchenoberhauptes mit den »Sündenfällen seiner Priester« zu einer veritablen Kirchenkrise geführt hat (14/2010).
Es kann also kaum verwundern, dass auch nach anderthalb Jahren Aufklärungsarbeit laut einer Forsa-Umfrage im Magazin Der Spiegel (38/2011) noch 77 Prozent der Bevölkerung sagen, dass die katholische Kirche nicht angemessen reagiert habe. Der Wiener Pastoraltheologe Paul M. Zulehner hat unter österreichischen Geistlichen eine umfassende, wissenschaftliche Umfrage angestrengt (Wie geht’s, Herr Pfarrer?, 2010), aus der hervorgeht, dass nur 23 Prozent der Befragten meinen, die Kirchenleitung in Österreich sei mit dem Problem gut umgegangen; über das Verhalten Roms sagen dies nur neun Prozent.
In der Zwischenzeit hat sich Papst Benedikt XVI. klar und überzeugend positioniert, erst in Irland, dann auch auf seiner Deutschlandreise. Er hat mit aller Konsequenz einen Verhaltenswandel initiiert und im Februar 2012 ein viertägiges Symposium »Auf dem Weg zur Heilung und Erneuerung« unter der Leitung des deutschen Jesuiten und Psychologen Hans Zollner veranlasst. Keinen Zweifel hat er aufkommen lassen, dass dessen Ergebnisse für die gesamte Weltkirche uneingeschränkt Geltung haben. Die katholische Kirche hat also ihre Richtlinien bezüglich Sexualdelikten deutlich verschärft, die Präventionsmaßnahmen verbessert, den Opfern Gespräche und Entschädigungen, auch finanzieller Art, angeboten. Dennoch werden mögliche tiefer liegende, strukturelle Ursachen für das Missbrauchsproblem der Kirche bis heute kaum systematisch diskutiert, geschweige denn werden Konsequenzen daraus abgeleitet. Eine sorgfältige Überprüfung etwa von innerkirchlichen Strukturfragen, von Binnenkultur, Sexualmoral und Rechtsystem steht noch aus.
Zu den verheerenden Folgen dieser abwartenden Strategie zählt wohl an erster Stelle, dass die Kirche dramatisch an Glaubwürdigkeit verloren hat. Die Zweifel unter den Gläubigen wuchsen und wachsen ebenso wie die Verunsicherung unter den Mitarbeitern; katholische Seelsorger und Einrichtungen stehen bei vielen Zeitgenossen unter Generalverdacht. Obwohl nur eine kleine Minderheit von Geistlichen teilweise vor mehreren Jahrzehnten in Missbrauchsfälle verwickelt war, halten im Sommer 2011 nach einer Allensbach-Umfrage 47 Prozent aller Deutschen den Missbrauch von Kindern durch katholische Priester für ein häufiges Phänomen, nur 36 Prozent gehen vom Fehlverhalten einer Minderheit aus. Bei Katholiken sei die Einstellung zwar positiver, wie Professorin Renate Köcher in der FAZ am 23.06.2011 berichtet: Das durch Naherfahrung geprägte Bild des Ortspfarrers sei ungetrübt, generell könne man es sich aber schon vorstellen.
68 Prozent der Befragten (und 63 Prozent der Katholiken) gaben bei einer Umfrage von OmniQuest an, dass die Kirche nicht konstruktiv zur Aufklärung der Missbrauchsfälle beitrage. Aussagekräftig ist ebenso die »Abstimmung mit den Füßen«, also der Anstieg der Kirchenaustritte. 2000 bis 2007 verließen pro Jahr durchschnittlich etwa 90.000 Menschen die katholische Kirche, 2008 und 2009 waren es über 120.000. Im Jahr 2010 erreichte die Zahl der Austritte ihren bisherigen Höhepunkt: Etwa 180.000 Katholiken kehrten ihrer Kirche den Rücken. Damit lag die Zahl der Austritte erstmals über der Zahl der Taufen (170.000). 2011 pendelte sich die Zahl mit 126.000 Austritten wieder auf dem Niveau vor dem Bekanntwerden der Missbrauchsfälle ein.
Mit Blick auf die Austrittszahlen wird häufig argumentiert, es würden nur Katholiken austreten, die ohnehin die Bindung zu ihrer Kirche verloren hätten, also sozusagen bereits am Rande stünden. Es ist aber ehrlich zu fragen, wie viele Katholiken der Kirche nur noch auf dem Papier die Treue halten, dabei aber schon längst in die innere Emigration gegangen sind. Gerade die Engagierten leiden unter den Entwicklungen in ihrer Kirche. Viele von ihnen haben sich enttäuscht aus der aktiven Beteiligung innerhalb ihrer Gemeinde und der Kirche zurückgezogen und leben ihr religiöses Leben nunmehr privat. Dies ist umso bedauerlicher, da ihr Rückzug die Schar derer schwächt, die für eine Erneuerung der Kirche eintreten. Zunehmend klagen Pfarrer, dass sie Probleme hätten, für verschiedenste Aufgaben vor Ort ehrenamtliche Helfer zu finden. Heribert Prantl, Chefredakteur bei der Süddeutschen Zeitung, spitzte diesen Gedanken zu: Das »Grundvertrauen« in die Kirche habe sich in ein »Grundmisstrauen« gewandelt (SZ, 02.04.2010). Meinungsforschungen bestätigen diese Stimmungslage. Laut einer Forsa-Umfrage, die im März 2010, also etwa zum Höhepunkt des Missbrauchsskandals, durchgeführt wurde, vertrauten nur noch 17 Prozent der Deutschen (sechs Prozent der Nichtkatholiken) der katholischen Kirche und nur noch 24 Prozent dem Papst. Im Januar 2010 waren es noch 29 bzw. 38 Prozent gewesen. Der Vertrauensverlust unter den Katholiken fiel erheblich gravierender aus: Das Vertrauen in ihr Oberhaupt sank von 62 auf 39 Prozent, das in die katholische Kirche von 56 auf 34 Prozent (Tab. 20). In einer Folgeumfrage vom April 2010 sagten zwei von drei Befragten, dass die Missbrauchsaffäre der Kirche dauerhaft geschadet habe. Drei Viertel hielten die Aufarbeitung der Affäre durch die Kirche für nicht transparent (Tab. 21).
Nach der oben genannten Forsa-Umfrage dachten immerhin 20 Prozent derjenigen, die sich als weitgehend oder sehr gläubig bezeichnen, auf dem Höhepunkt der Krise über einen Austritt aus der Kirche nach. Aktuell dürften die Zahlen kaum erfreulicher sein. Zwar ist nun Ruhe um die Missbrauchsaffäre eingetreten, doch missfällt vielen der Kurs, den die Kirche offenbar eingeschlagen hat: weiter wie bisher. In diesem Sinne meldeten sich 240 katholische Theologinnen und Theologen aus dem deutschsprachigen Raum im Februar 2011 mit einem Memorandum unter dem Titel »Kirche 2011: Ein notwendiger Aufbruch« zu Wort. »Vieles ist begonnen worden«, heißt es dort. Aber: »Zukunftsweisende Reformen lassen sich trotzdem kaum erkennen.«
Das Ende eines erfolgreichen »Geschäftsmodells«
Die genannten Fakten sind besorgniserregend, besonders vor dem Hintergrund, dass die aktuelle Krise mit einer Entwicklung zusammentrifft, die in ihren Dimensionen noch weitaus tiefgreifender und folgenschwerer ist als der Missbrauchsskandal: dem Ende der Volkskirche. Der Begriff Volkskirche ist hierbei nicht nur quantitativ zu verstehen, also als Kirche, die größere Teile der Bevölkerung repräsentiert, sondern auch historisch. Geschichtlich gesehen zeichnete sich Kirche seit der sogenannten konstantinischen Wende im vierten Jahrhundert durch die Übereinstimmung von gesellschaftlicher und kirchlicher Norm aus: Wer nicht an der Kirche partizipierte, stand automatisch außerhalb der Gesellschaft, oder salopp formuliert: Der Pfarrer musste nur seine Kirchentüren öffnen, die Normen füllten ihm die Kirche. Persönlicher Glaube und Frömmigkeit der Menschen spielten hierbei keine Rolle. Damit ist es heute vorbei. Spätestens mit der Auflösung der traditionell katholischen Milieus und dem Einzug der Moderne Mitte des 20. Jahrhunderts setzte der Monopolverlust kirchlich-religiöser Orientierungsinstanzen auch bei ihren eigenen Mitgliedern ein. Seither zwingen weder soziales Ansehen bzw. gesellschaftliche Ächtung noch die Drohung mit dem Verlust des Seelenheils zu Kirchenzugehörigkeit und zur Partizipation an ihren Vollzügen. Das konstantinische Modell, auf das in weiten Teilen Selbstverständnis, Strukturen und Prozesse der katholischen Kirche nach wie vor ausgerichtet sind, existiert heute nicht mehr. Der katholische Bischof Gerhard Feige sagte bei der jüngst in Magdeburg tagenden Synode der evangelischen Kirche mit Realitätssinn: »Der herkömmliche Weg des Christwerdens und Christbleibens entspricht nicht mehr den Bedingungen einer pluralen Gesellschaft. Der christliche Glaube ist kein Erbe mehr, das sich der Einzelne in der Kindheit und Jugend aneignet … Er wird immer mehr zu einem Angebot, das der Einzelne prüft und dann bewusst annimmt oder ablehnt« (CiG 48/2011). Darauf muss reagiert werden.
Auch der missionarische Gedanke der Volkskirche – die zum Volk gesandte (und gewandte) Kirche – scheint abhandenzukommen. So mehren sich die Stimmen, die fordern, das Augenmerk wieder verstärkt auf den Menschen in seiner lebensweltlichen Realität zu richten, das heißt unter anderem auch auf den geschiedenen, wiederverheirateten oder alleinerziehenden Menschen, auf diejenigen, die am Rand stehen, die eher Kirchenfernen. Auch Kardinal Walter Kasper macht keinen Hehl daraus, dass die Zeit der volkskirchlich geprägten Gestalt der Kirche sich ihrem Ende zuneigt und »unter Geburtsschmerzen« etwas Neues entsteht. Dennoch bleibt der Eindruck, dass die gegenwärtig in allen Bistümern durchgeführten sogenannten Strukturreformen nicht den Übergang wachstumsorientiert, nach vorne gewandt gestalten, sondern eher mit einem fantasielosen Bürokratie-Katholizismus den Untergang verwalten.
Tatsächlich befindet sich die Kirche in einer tiefen Identitätskrise, die sich auf sechs Ebenen manifestiert: als Glaubens-, Vertrauens-, Autoritäts-, Führungs-, Struktur- und Vermittlungskrise. Kerninhalte des christlichen Credos sind nicht mehr bekannt und/oder werden nicht mehr geglaubt; elementares Wissen über kirchliche Zusammenhänge ist nur noch in Ansätzen vorhanden; die Säkularisierung schreitet voran. Mehr als ein Drittel der Bevölkerung in Deutschland gehört heute keiner christlichen Konfession mehr an – Tendenz rasant wachsend; die Zahl der Gottesdienstbesucher und auch die Zahl der Kasualien wie Taufen, Trauungen oder Beerdigungen sinken jährlich; die Zahl der Priesterweihen ist um 73 Prozent im Vergleich zu den Weihen vor 20 Jahren zurückgegangen, und es werden immer weniger. In der Summe hat die katholische Kirche 3,7 Mio. Mitglieder verloren. Das sind fast doppelt so viele Mitglieder als zum größten deutschsprachigen Bistum, dem Erzbistum Köln, gehören. Das bisherige volkskirchliche Modell ist nicht die zukunftsweisende Lösung für das 21. Jahrhundert. Aber es fehlt eine tragfähige, von Rom und den Ortskirchen erarbeitete und getragene Vision für ein neues Blühen. »Ohne Vision verkommt das Volk« (Sprüche 27,11).
Verstärkt wird diese Entwicklung durch den demografischen Faktor: Es sterben mehr Menschen, als getauft werden. Schreibt man diese Entwicklung fort, könnte es in 20 Jahren deutlich weniger als 20 Mio. Katholiken in Deutschland geben. Manche sprechen von einer Implosion. Kardinal Kasper sieht eine Diasporasituation auf uns zukommen: katholische und evangelische Gemeinden als Minderheiten in einer konfessionslosen, säkularen Gesellschaft. Vor diesem Hintergrund haben Piratenpartei und Grüne versucht, das Tanzverbot an Karfreitag zu kippen, und lösten damit eine Diskussion aus, inwieweit die »Stillen Feiertage« wie Karfreitag oder Allerheiligen noch zeitgemäß sind und dass diese bald nur noch für eine Minderheit der Bevölkerung von Bedeutung sein könnten (FR, 04.04.2012).
Der Bedeutungsverlust der Kirche ist enorm. Mittelfristig dürfte auch ihre Funktion als starker, einflussreicher Anwalt der Schwachen und Verlierer unserer Gesellschaft nicht mehr spürbar sein. Obwohl gerade unsere Zivilgesellschaft mehr denn je einer kraftvollen und glaubwürdigen moralischen Autorität bedarf.
Die Kirche steht – kurz gesagt – vor ihrer größten Herausforderung seit der Säkularisation, dem Ende der alten feudalen Reichskirche. Die erste Welle der Entchristlichung und Säkularisierung, die am Ende des 18. Jahrhunderts über Deutschland hinwegschwappte, überstand die Kirche verhältnismäßig gut, vor allem dank einer tiefen Volksfrömmigkeit, die sich teilweise heftig sowohl gegen die weltliche als auch kirchliche Obrigkeit zur Wehr setzte. Diese Volksfrömmigkeit ist hier und heute jedoch kaum mehr lebendig. Zwar gibt es auch in unseren Großstädten noch Fronleichnamsprozessionen, doch steht dann vielerorts ein Häuflein von Gläubigen einer Mehrheit gegenüber, die diese als »Folklore« im besten Falle noch toleriert.
Daher stellt sich die Frage, welchen Weg die Kirche einschlagen und wie sie aus der Krise finden wird. Bisher hat die Amtskirche lediglich auf akute Krisenerscheinungen reagiert und sich dabei – obwohl die bischöflichen Verwaltungen Wert darauf legen, nicht mit anderen gesellschaftlichen Institutionen, Non-Profit-Organisationen oder gar Dienstleistungsunternehmen vergleichbar zu sein – genau wie ein normales mittelmäßiges Wirtschaftsunternehmen – exzellent geführte würden anders handeln – verhalten: Die Gläubigen werden mehr oder weniger als Kunden betrachtet, die zu versorgen sind, wobei aus einer »Unternehmensperspektive« entschieden wird, was für die Gläubigen als »Kunden« richtig ist; man zieht sich unter anderem aus Effizienzüberlegungen aus der Fläche zurück und aufgrund von Personalmangel und rückläufigen Finanzmitteln folgen zwangsläufig Verkleinerung und Zurückstutzen von Strukturen, die als »Reform« verkauft werden. Auf diese Weise wird der anstehende Wandel jedoch nicht aktiv gestaltet. Es wird allzu schnell darüber hinweggegangen, dass diese »Kunden« als Gläubige Teil eben dieser zu erneuernden Kirche sind, dass sie – Stichwort: Weitergabe des Glaubens – zu den »Glaubensproduzenten« zu zählen sind, dass Kirche niemals Selbstzweck sein darf, sondern nur und immer mit Blick auf die Menschen, für die sie da ist, Berechtigung hat.
Aus der Sicht eines Unternehmensberaters ist also schon längst der Zeitpunkt für ein umfassendes Krisenmanagement gekommen. Denn wer sich als Institution, ob kirchlicher, politischer oder wirtschaftlicher Art, mit schrumpfenden Mitgliederzahlen und rückläufiger Bedeutung zufriedengibt, hat bereits verloren. Drei Schritte würden zwangsläufig erfolgen: Das Unternehmen würde erstens eine umfassende, schonungslose Positionsbestimmung vornehmen, zweitens eine zukunftsfähige Gesamtvision ohne Tabus und Einschränkungen mit einem Maßnahmenplan entwickeln und sich drittens an die stufenweise Umsetzung machen.
Worauf es jetzt ankommt, ist, den vielerorts erwünschten, häufig angemahnten und vielfach versprochenen Erneuerungsprozess einzuleiten bzw. fortzusetzen. Mit diesem Buch hoffe ich, einige Anregungen dazu beisteuern zu können. Wie meinte sinngemäß Papst Johannes XXIII. anlässlich des Zweiten Vatikanums? »Wir wagen jetzt diesen Aufbruch und dann wird der Heilige Geist uns schon leiten, sodass die richtigen Ergebnisse dabei herauskommen.«
II. Die Kirche in der Krise
»Eine Krise ist auch eine Zeit der Klärung … Sie ist ein Impuls des Heiligen Geistes, eine privilegierte Periode der Scheidung der Geister.«
(Erzbischof Robert Zollitsch, Impulsreferat zur Eröffnung der Herbstvollversammlung der DBK, September 2011)
Glaubens-, Vertrauens-, Autoritäts-, Führungs-, Struktur- und Vermittlungskrise: Das sind die sechs Krisen, die der katholischen Kirche zu schaffen machen und die ihre Identität infrage stellen. Sie möchte ich im Folgenden einer detaillierten Analyse unterziehen.
1. Die Glaubenskrise
»Wer an nichts glaubt, glaubt alles.« (Kardinal Reinhard Marx)
»Die eigentliche Krise der Kirche in der westlichen Welt ist eine Krise des Glaubens«, stellte Papst Benedikt XVI. fest, als er im September 2011 Freiburg besuchte. »Wenn wir nicht zu einer wirklichen Erneuerung des Glaubens finden, wird alle strukturelle Reform wirkungslos bleiben.« Mit diesen wenigen Worten hat der Papst eine der Hauptursachen und gleichzeitig Hauptherausforderungen der gegenwärtigen Kirchenkrise benannt. Oder, wie Kardinal Joachim Meisner es im September 2006 formulierte: »Die katholische Kirche in Deutschland hatte noch nie so viel Geld wie in den letzten fünfzig Jahren – und trotzdem hat sie nie so viel an Glaubenssubstanz wie in den letzten Jahrzehnten verloren.« Die Glaubenskrise ist auch ein kulturelles, gesellschaftliches Drama. Zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte ist es nicht selbstverständlich, an Gott oder ein höheres Wesen zu glauben, ist es eher schon die Ausnahme.
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
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