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Im Umgang mit geschiedenen Wiederverheirateten wird die Kirche als unbarmherzig erlebt. Andererseits gehen hier viele Pfarrer schon neue Wege, die Kirche als Versöhnungsgemeinschaft erfahren lassen. Neben Beispielen, die dies dokumentieren, und Erfahrungen und Beobachtungen einer Psychotherapeutin enthält der vorliegende Band Berichte unmittelbar Betroffener: vom Scheitern ihrer Ehe, von Verletzungen im familiären und kirchlichen Umfeld, aber auch von Aufarbeitung und Aussöhnung durch einfühlsame Seelsorger. Diese neuen Wege werden von Theologen unterstützt. Angesichts von menschlichen Krisen und Scheitern plädieren sie für das Prinzip Gerechtigkeit. Sie begründen das neutestamentlich (Gerd Häfner), kirchenrechtlich (Thomas Schüller), moraltheologisch (Eberhard Schockenhoff), dogmatisch (Thomas Ruster und Otto Hermann Pesch) und pastoraltheologisch (Franz Weber). Erich Garhammer fasst die Lösungswege zusammen.
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Seitenzahl: 205
Veröffentlichungsjahr: 2012
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Erich Garhammer / Franz Weber (Hg.)
Scheidung –Wiederheirat –von der Kircheverstoßen?
Für eine Praxis der Versöhnung
ERICH GARHAMMER / FRANZ WEBER (HG.)
Für eine Praxis der Versöhnung
GewidmetMatthäus Kaiser(1924–2011)Professor für Kirchenrechtin Passau, Bochum und Regensburg
Erich Garhammer
Wider das vertikale Schisma
ERFAHRUNGSBERICHTE VON BETROFFENEN
Birgit Bauer
Den Amtsträgern lege ich ans Herz …
Erfahrungen einer betroffenen Seelsorgerin
Erika Hinrichs
Ein langer Prozess
Manfred Maier
Die Kirche schließt mich bewusst und dauerhaft aus
Was einen geschiedenen und wiederverheirateten Pastoralassistenten und Religionslehrer besonders schmerzt
Heinz Minkhaus
… bis dass der Tod euch scheidet
Lisa und Jogi Schneider
Wie zwei getrennte Wege zusammenfanden
ERFAHRUNGEN UND PRAXIS VON SEELSORGERN
Hansjörg Sammer
Es ist für mich keine Frage, der Bitte um Segen nachzukommen
Lernprozesse und Grundentscheidungen eines Pfarrers
Franz Harant
Gebet und Segen für Paare in ziviler Zweitehe
IMPULSE DER TIEFENPSYCHOLOGIE
Roswitha Dockendorff
Scheitern aus tiefenpsychologischer Sicht
POSITIONEN DER THEOLOGIE
Gerd Häfner
Ehescheidung und Wiederheirat – Neutestamentliche Aspekte
Thomas Schüller
Das Kirchenrecht und die wiederverheirateten Geschiedenen
Eberhard Schockenhoff
Ausgeschlossen vom Mahl der Versöhnung?
Plädoyer für eine Revision der kirchlichen Praxis gegenüber wiederverheirateten Geschiedenen
Thomas Ruster
Alleinstellungsmerkmal Sakrament
Zur Entkoppelung von Natur, Vertrag und Sakrament
Otto Hermann Pesch
Ehescheidung und Wiederheirat in systematisch-theologischer Sicht
Franz Weber
Nicht ausgeschlossen, sondern aufgenommen, versöhnt und gesegnet
Für eine Pastoral der Wahrnehmung, Anerkennung und Begleitung von wiederverheiratet Geschiedenen
Herausgeber und Autoren
Im Jahre 1977 legte der Tübinger Dogmatiker Walter Kasper eine Theologie der christlichen Ehe vor. In seinem Vorwort gab er zu erkennen, dass seine Überlegungen aus Vorträgen zu verschiedenen Anlässen, aus der Tätigkeit in der Würzburger Synode und als Berater und Gutachter der Deutschen Bischofskonferenz hervorgegangen sind. Das Buch bot also mehr als nur eine theologische Erkenntnis am Schreibtisch, es war durch die Rezeption unterschiedlichster Gremien hindurchgegangen und gutgeheißen.
Kasper hielt fest: „Es ist auffallend, dass das Problem der Ehescheidung in der Vergangenheit immer beim Übergang der Kirche in einen neuen Kulturkreis und in eine neue Epoche aufbrach: Bei Matthäus und Paulus, beim Übergang zu juden-christlichen und heiden-christlichen Gemeinden, bei Origenes und Basilius, beim Übergang zur Groß- und Volkskirche, im frühen Mittelalter beim Übergang von der spätantiken zur germanischen Welt und im 16. Jahrhundert beim missionarischen Vorstoß aus dem abendländischen Kulturraum auf den asiatischen und südamerikanischen Kontinent.“1
Heute steht die Kirche in einem ähnlichen Übergang: dem Übergang von einer Welt, in der die Kirche das Deutungsmonopol beanspruchte und innehatte, in eine Welt, in der sie nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil zu einer lernenden Kirche geworden ist.
Es zeigt sich jedoch gerade am Beispiel der wiederverheirateten Geschiedenen, dass das Lehramt der Kirche bisher viel zu wenig in die Lernschule menschlicher Erfahrungen angesichts des Scheiterns von Ehen gegangen ist. „Nicht wenige Seelsorger und Theologen, zu denen auch der Verfasser gehört, sind der Meinung, dass die geltenden kirchenrechtlichen Bestimmungen in der gegenwärtigen Situation keine befriedigenden Instrumentarien für pastorale Hilfen bieten.“ Kasper erinnert an die Praxis der Ostkirche, die vom Trienter Konzil nicht verworfen wurde, sowie an die Praxis Jesu, der jedem Menschen, gerade auch im Scheitern, Möglichkeiten des Heils anbietet. So ist nach Auffassung von Kasper eine Zulassung wiederverheiratet Geschiedener zur Eucharistie möglich, wenn begangene Schuld bereut und nach Kräften gutgemacht, wenn alles Menschenmögliche getan wurde, um zu einer Versöhnung mit dem ersten Partner zu kommen, und wenn die zweite Ehe zu einer sittlich verpflichtenden Verbindung geworden ist, die nicht ohne neues Unrecht wieder gelöst werden kann. Die Kirche hat die Treue Jesu zu allen Menschen jenseits von Rigorismus und Laizismus zu bezeugen.
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
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