Scheiß auf die Krisen - Roland Löscher - E-Book

Scheiß auf die Krisen E-Book

Roland Löscher

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Beschreibung

Alles verändert sich und wir geraten gefühlt von einer Krise in die nächste. Kriege, Klimawandel, Preisexplosion, die Künstliche Intelligenz und daraus resultierende Existenzängste und berufliche Unsicherheiten sind nur einige Beispiele für die Herausforderungen, die jetzt und in Zukunft unser Leben beeinflussen. Wie lernen wir, mit den stürmischen Zeiten umzugehen und in Krisen gelassen zu bleiben? Und vor allem, wie können wir uns selbst treu bleiben und ein gutes, erfülltes Leben führen, wenn alles um uns herum im Wandel ist? Die Antworten darauf findest du in diesem Buch. Der bekannte Autor, Transformations-Coach und Lebenslehrer Roland Löscher führt dich durch die sieben Stationen der »Scheikri-Heldenreise«, die dir helfen, deine inneren Ressourcen zu entdecken und zu entfesseln. Mit tiefgründigen Einsichten, praktischen Tipps und inspirierenden Geschichten zeigt der Autor, wie du deine Ängste überwinden, deine Stärken erkennen und einen Ort der inneren Stabilität finden kannst. »Scheiß auf die Krisen« ermutigt dich, dein wahres Potential zu entfalten und dein Leben selbstbewusst und erfüllt zu gestalten – egal was das Schicksal dir entgegenwirft.

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Seitenzahl: 184

Veröffentlichungsjahr: 2024

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Roland Löscher

Scheiss auf die Krisen

Roland Löscher

Scheiss auf die Krisen

Für ein gutes Leben in unsicheren Zeiten

Telemach-Verlag

Der Verlag weist ausdrücklich darauf hin, dass im Text enthaltene

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Buchveröffentlichung eingesehen werden konnten. Auf spätere

Veränderungen hat der Verlag keinerlei Einfluss. Eine Haftung des Verlags ist

daher ausgeschlossen.

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation

in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische

Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

1. Auflage

© 2024 Mentoren-Media-Verlag,

Königsberger Str. 16, 55218 Ingelheim am Rhein

Lektorat: Sarah Küper, Mainz

Korrektorat: Marie Schumacher, Leipzig

Umschlaggestaltung: Nadine Nagel, Mainz

Autorenfoto: Sabine Kristan, Hofheim am Taunus

Satz und Layout: Sarah Küper, Mainz

eBook-Herstellung: Bookwire GmbH, Frankfurt am Main

eISBN: 978-3-98641-102-2

Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit

schriftlicher Genehmigung des Verlages. Sämtliche Inhalte des Buches

entsprechen nicht automatisch der Ansicht und Meinung des

Mentoren-Media-Verlags.

www.telemach-verlag.de

»Was die Raupe Ende der Welt nennt,

nennt der Rest der Welt Schmetterling.«

Lao Tse

Für Helga

Inhaltsverzeichnis

Wie du dieses Buch lesen kannst

Einleitung

Kapitel 1: Die Zukunft ist ein unsicherer Ort

VUCA, VUCADD oder schon BANI?

Eine völlig neue Dimension des Wandels

Evolutionsbedingt benachteiligt

Kapitel 2: Verliere dich nicht

Was du um jeden Preis beschützen solltest.

Die Hölle im Urlaubsparadies

To-do-Liste oder doch besser eine To-be-Liste?

Kapitel 3: Was, wenn Krise die neue Normalität ist?

Vom Krisenopfer zum Krisenversteher

Kapitel 4: Wind of Change, das war einmal

Wie stürmische Transformation gelingt

Verantwortungskultur vs. Vertrauenskultur

Aller guten Dinge sind vier: Die Mitarbeiter für den Change gewinnen

Macht uns die Künstliche Intelligenz (KI) zu besseren Menschen?

Kapitel 5: Der schwierige neue Chef

Manchmal geht es nicht um ein anderes WAS, sondern um ein anderes WIE

Kapitel 6: Immer auf der Suche nach dem guten Gefühl

Ein gutes Leben in unsicherer Zeit will gelernt sein

Kapitel 7: Heilt die Zeit wirklich alle Wunden?

Der Verlust eines geliebten Menschen

Als nichts mehr ist, wie es war

Dankbar im Schmerz

Kapitel 8: Die Illusion der Flucht

Im Auge des Hurrikans ist es still

Kapitel 9: Die einen retten Leben – die anderen retten Seelen

Warum wir den »Scheiß-auf-die-Krisen-Helden« brauchen

Kapitel 10: Verstehen kommt vor Verändern

Wichtige Voraussetzungen und Fähigkeiten

Kapitel 11: Die sieben Stationen der Scheikri-Heldenreise

Station 1: Die vertraute Welt – »Ich will hier nicht weg!«

Station 2: Die neue Welt – »Da will ich nicht hin!«

Station 3: Der Ruf und kognitive Dissonanz – »Wir denken schlau und handeln doof«

Station 4: Echte Helfer und Magie – »Mit dir will ich es wagen«

Station 5: Die Entscheidung – »Rein in den Hurrikan!«

Station 6: Göttliche Segnungen – »Der Schatzfinder«

Station 7: Meister beider Welten – »Die Rückkehr mit dem Gral«

Kapitel 12: Der ultimative Reiseführer für den Scheikri-Helden

Hilfreiches Wissen und wertvolle Tipps

Tipp 1: »Du darfst nicht alles glauben, was du denkst«

Tipp 2: Der klärende Beobachter – Systemisches Denken verändert die Welt

Tipp 3: Stopp das Gedankenkarussell

Tipp 4: »Jederzeit wohltuende Ruhe in mir«

Tipp 5: »Frag doch mal dein Alter Ego!«

Tipp 6: Schutzschild Resilienz – Was die Seele stark macht

Tipp 7: Keine Zeit für Entspannung? Mit der »Zehn-Minuten-Schnellentspannung« gelingt‘s

Kapitel 13: Habe ein Auge auf Schlauchboote und Helikopter

Warum Selbstverantwortung und Selbstliebe Freiheit und Sicherheit schenken

Kapitel 14: Von Sieg- und Eigentoren

Die Spielregeln des Lebens zu kennen, verhindert unnötige Niederlagen

Das Unbewusste: Saboteur oder Unterstützer?

Arm und Reich einmal anders betrachtet

Auch Unternehmen und Teams sind Energiesysteme!

Kapitel 15: Das tut man doch nicht!

Wieder zu dir selbst finden

Kapitel 16: Ankommen

Die Magie deines wahren ICHs

Kapitel 17: Mach dich auf die Reise

…und scheiß auf die Krisen!

Dank

Inspirierende Lektüre zum Weiterlesen

Der Autor

Hinweis:

Rein aus Gründen der leichteren Lesbarkeit habe ich in diesem Buch das generische Maskulinum gewählt. Es ist mir wichtig, dass sich, unabhängig von dieser Form, alle Geschlechter genauso angesprochen fühlen.

Alle Namen in diesem Buch wurden redaktionell geändert.

Wie du dieses Buch lesen kannst

Wenn es dir so geht wie mir, dann liest du Bücher gerne auf deine ganz eigene Weise: Du liest vielleicht den Schluss zuerst, dann den Anfang, darauf folgen ein paar Seiten in der Mitte und schließlich geht es noch einmal zurück zum Anfang.

Genauso kannst du es mit diesem Buch handhaben. Rein intuitiv. Du brauchst nicht Kapitel 1 gelesen zu haben, um Kapitel 2 verstehen zu können. Natürlich kannst du es auch in der angebotenen Reihenfolge lesen, von Anfang bis Ende. Mach es so, wie es sich für dich am besten anfühlt.

Ich wünsche dir beim Lesen dieses Buches viel Freude und zahlreiche wertvolle Erkenntnisse mit einer Vielzahl an interessanten Geschichten und Begegnungen.

Einleitung

»Wenn das große Leben verrückt spielt,

dann gelingt es eben im Kleinen.«

Verstehst du noch, was auf dieser Welt passiert? Oder bereiten dir die vielen Krisen, Katastrophen und Kriege in dieser Welt immer größere Sorgen? Fällt es dir schwer, die täglichen medialen Schreckensmeldungen nicht zu sehr an dich heranzulassen?

Diese Welt war schon immer ein unsicherer Ort. Aber in den letzten Jahrzehnten haben wir Menschen eine Welt erschaffen, die extrem kompliziert, instabil sowie bedrohlich geworden ist und die wir nicht mehr richtig verstehen. Krisen und Kriege scheinen zum Dauerzustand zu werden. Experten verwenden den Begriff »Polykrise«, um eine Vielzahl von gleichzeitig auftretenden Herausforderungen zu beschreiben, wie zum Beispiel die Klimakrise, Flüchtlingskrise, Finanzkrise, Staatsschuldenkrise und Energiekrise. Zusätzlich belasten furchtbare Konflikte in der Ukraine, im Gaza-Streifen, Syrien, Afrika und Afghanistan unsere Welt. Auch zahlreiche Naturkatastrophen wie Dürren, Waldbrände, Erdbeben und Überschwemmungen haben sich ebenfalls in unser persönliches und kollektives Bewusstsein eingeprägt.

Das führt zu erheblichen Unsicherheiten und Verwerfungen in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft sowie in der Natur, aber auch in unseren Beziehungen und in uns selbst. Alles erscheint fragil und schwer vorhersehbar. Die Konsequenzen dieser Zustände äußern sich in Ängsten, zunehmenden Depressionen, Mutlosigkeit und Resignation. Es zeigt sich aber auch in Form von Aggression, Wut sowie einer wachsenden Gleichgültigkeit und Egoismus. Das Leben wird zu einem permanenten Kampf um Macht, Ressourcen, Stabilität und Sicherheit. Es entwickelt sich zu einem Dasein im Überlebens-Modus, der kontinuierlichen Stress hervorruft. So waren bereits vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie weltweit etwa eine Milliarde Menschen von stressbedingten psychischen Erkrankungen betroffen. Tendenz steigend.1 Dabei wollen wir Menschen doch nur ein gutes und glückliches Leben führen.

Möchtest du überleben oder ein gutes Leben führen?

Aber wie gelingt ein gutes Leben in dieser extrem unsicheren Zeit? Wie soll man mit den ständigen Krisen umgehen? Wie schützt man sich davor, sich nicht selbst zu verlieren? Wie bleibt man gesund und erhält sich die Freude am Leben? Und welche Strategien, Methoden und Werkzeuge sind dafür hilfreich?

Fragen über Fragen. Doch was können wir tun? Scheiß auf die Krisen? Für den Einzelnen gibt es kaum eine Chance, die globalen Entwicklungen zu verändern. Aber wenn das Leben im Großen nicht mehr funktioniert, dann gelingt es möglicherweise im Kleinen.

Wie wäre es, wenn wir uns intensiver mit unseren eigenen Bedürfnissen, Wünschen, Sehnsüchten, Ängsten und Einstellungen auseinandersetzen würden? Wenn wir unseren überholten Denk- und Verhaltensmustern mehr Aufmerksamkeit schenken würden? Könnten wir unseren Beziehungen und wichtigen Menschen nicht mehr Raum und Zeit widmen? Wie wäre es, wenn wir an unserer eigenen Krisenfestigkeit, Resilienz und Stabilität arbeiten würden? Statt nur eine To-do-Liste zu nutzen, könnten wir auch eine To-be-Liste in unserer Tool-Box integrieren. Und was wäre, wenn wir die Qualität unseres Seins höher schätzen würden als unser Tun und das Streben nach Besitz?

Auf der Welle der Möglichkeiten surfen

Wir könnten lernen, mehr Gelassenheit zu entwickeln und gleichzeitig bewusster, aufmerksamer sowie empathischer zu sein. Das Üben des Loslassens könnte uns dazu befähigen, uns dem Neuen und Unbekannten zu öffnen und Veränderungen als Abenteuer zu betrachten.. Immer wieder würden wir innehalten und in uns gehen, uns quasi in das Auge des Hurrikans begeben, um Ruhe, Klarheit sowie Antworten und Lösungen zu finden. Und wenn der Krisen-Hurrikan da draußen wieder wütet, würden wir nicht auf der Panikwelle mitreiten, sondern auf der Welle der Möglichkeiten surfen und uns entspannt zurufen: »Scheiß auf die Krisen!«

Damit meine ich nicht, dass wir nun gleichgültig oder desinteressiert sind. Aber wir würden uns nicht im Sturm des Wandels verlieren, sondern sorgen für Klarheit und bewahren uns Optimismus, Zuversicht sowie eine innere Stabilität und Gelassenheit für unsere physische und psychische Gesundheit.

Es gibt einen Ort, an dem all das möglich ist. Und er war schon immer da. Viele Menschen haben ihn jedoch verloren. Wir müssen ihn wiederentdecken und Zugang dazu finden. Der Weg dorthin ist eine Reise ins Unbekannte, ein Abenteuer und eine Heldenreise: Es ist die »Scheiß-auf-die-Krisen-Heldenreise«, oder kurz gesagt die »Scheikri-Heldenreise«.

Dieses Buch dient dir als dein persönlicher Reiseführer. Du findest darin die wichtigsten Stationen der Reise, wertvolle Informationen sowie bewährte Methoden und leicht umsetzbare Tipps, die ich dir mit gutem Gewissen ans Herz legen kann. Du wirst in diesem Buch spannende, berührende und auch humorvolle Geschichten lesen, die ich selbst erlebt habe, sowie Geschichten von Menschen, die ich in meiner langjährigen Arbeit als Manager, Consultant, Coach und Seminarleiter auf ihrer persönlichen Heldenreise begleitet habe.

Die spannendste und wichtigste Reise in diesem Leben ist die Reise zu dir selbst. Mach dich auf diese Reise und »Scheiß auf die Krisen!«

1Vgl. World Health Organization, 2019.

Kapitel 1 Die Zukunft ist ein unsicherer OrtVUCA, VUCADD oder schon BANI?

Ich heiße dich herzlich willkommen in der Welt von VUCA, VUCADD und BANI.

Was bedeutet VUCA? VUCA steht für Volatility (Unbeständigkeit), Uncertainty (Unsicherheit), Complexity (Komplexität) und Ambiguity (Mehrdeutigkeit). Bereits 1987 wurde der Begriff in der US-Army verwendet, um die Veränderungen nach dem Ende des Kalten Krieges zu beschreiben. Den einen kommunistischen Feind gab es auf einmal nicht mehr, sondern potenziell viele Feinde. Die Militärs entwickelten deshalb neue Strategien, wie zum Beispiel die asymmetrische Kriegsführung, gezielte Selbstmordanschläge, den Straßenkampf oder den Drohnenkrieg.

Mittlerweile sind VUCA noch zwei Ds hinzugefügt worden, Dynamic (Dynamik) sowie Diversity (Diversität). VUCADD beschreibt als Modell eine Welt, in der nichts mehr sicher ist: Politische Systeme, globale Allianzen, Märkte sowie Beziehungen sind fragil und entziehen sich heute jeder Prognose. Gleichzeitig nimmt die Intensität der Krisen und das »Krise-folgt-auf-Krise«-Tempo zu.

Die gegenwärtige Situation führt zu erheblicher Unsicherheit in sämtlichen Lebensbereichen. In China tritt eine Pandemie auf, die weltweit Millionen von Menschenleben fordert. Die Autohersteller stehen vor der Herausforderung, dass ihnen die Chips für die Produktion fehlen, was zu Rekordpreisen für Personenkraftwagen führt. Obwohl der lang ersehnte Urlaub gebucht ist, durchkreuzt ein Lockdown die Pläne. In der Ukraine bricht ein brutaler Krieg aus, der eine weltweite Energiekrise nach sich zieht. Alles ist in unsichtbarer und gleichwohl systemischer Weise miteinander verbunden. Diese Abhängigkeiten erfahren und erleben wir nun auf eindrucksvolle und oftmals schmerzliche Weise in unserem Alltag.

Eine völlig neue Dimension des Wandels

Der Zukunftsforscher Jamais Cascio ging in seiner Analyse noch einen Schritt weiter. Er ist der Meinung: VUCADD hat ausgedient! Wir hätten uns bereits weitgehend an diese Zustände gewöhnt. Es sei nun die Zeit von »BANI« angebrochen. BANI steht für brittle (brüchig), anxious (ängstlich), non-linear (nicht-linear) und incomprehensible (unverständlich). Es gehe nicht nur mehr darum, dass eine Krise wieder für eine Phase unsicherer Zeiten sorge, sondern ganze Systeme, Glaubensrichtungen und Überzeugungen zerstört werden.2

Selbstverständlich besteht die Möglichkeit, die KI (Künstliche Intelligenz) hinzuzufügen, um die bereits viral verbreiteten apokalyptischen Voraussagen einiger selbst ernannte Experten zu berücksichtigen. Dies könnte zu einer Situation führen, die als »BANIKI« bezeichnet wird. Es ist jedoch ratsam, besonnen zu bleiben und nicht zu übertreiben. Unabhängig davon wird auch diese Entwicklung voraussichtlich einen nachhaltigen Einfluss auf unser Leben haben und Veränderungen mit sich bringen. Dazu später mehr. Aber wie sollen wir mit diesen Krisen umgehen?

Fragen wir doch dazuChatGPT. Hier die Antworten:

»Der Umgang des Menschen mit globalen Krisen ist entscheidend, um angemessen auf die Herausforderungen zu reagieren und möglichst positive Ergebnisse zu erzielen. Hier sind einige wichtige Aspekte, die berücksichtigt werden sollten:

Zusammenarbeit: Globale Krisen erfordern eine enge Zusammenarbeit zwischen Ländern, Organisationen und Menschen. Gemeinsame Anstrengungen und Koordination sind unerlässlich, um die Auswirkungen der Krise zu minimieren und Lösungen zu entwickeln.

Wissenschaftliche Grundlage: Die Entscheidungen sollten auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und Fakten beruhen. Expertenwissen und evidenzbasierte Ansätze sind für eine wirksame Bewältigung von globalen Krisen unerlässlich.

Flexibilität und Anpassungsfähigkeit: Krisen können sich schnell entwickeln und unvorhersehbare Wendungen nehmen. Die Fähigkeit, sich anzupassen und flexible Maßnahmen zu ergreifen, ist von großer Bedeutung.

Ressourcenverteilung: In Zeiten globaler Krisen ist es wichtig, Ressourcen gerecht zu verteilen und sicherzustellen, dass die am stärksten Betroffenen angemessen unterstützt werden.

Solidarität und Empathie: In Krisenzeiten ist Solidarität mit anderen Menschen und Ländern von großer Bedeutung. Empathie und Mitgefühl helfen, Verständnis und Unterstützung zu fördern.

Es ist wichtig zu betonen, dass die Bewältigung globaler Krisen eine komplexe Angelegenheit ist und es keine einfachen Lösungen gibt. Die Zusammenarbeit und die Berücksichtigung verschiedener Aspekte sind entscheidend, um wirksame und nachhaltige Lösungen zu finden.«

Diese Antwort von ChatGPT ist nach meiner Ansicht gar nicht so schlecht. Würden diese fünf Punkte tatsächlich beachtet und umgesetzt, ginge es dieser Erde, der Natur und allen darauf lebenden Lebewesen mit Sicherheit besser.

Evolutionsbedingt benachteiligt

Wir Menschen sind auf diese mächtigen, unkalkulierbaren Veränderungen sowie die medial befeuerte Krisen-Informationsflut weder ausreichend vorbereitet noch dafür geschaffen. Unser Gehirn ist im Kern noch immer ein Steinzeit-Hirn, das heißt, es ist darauf programmiert, zu überleben und Gefahren abzuwehren. Es konnte sich nicht in derselben Geschwindigkeit weiterentwickeln, wie die äußeren Bedingungen sich veränderten. Deshalb sind wir mehrheitlich stammhirninduzierte, emotionale Wesen.

Die anhaltenden latenten Stressreaktionen, die den als bedrohlich wahrgenommenen aktuellen Veränderungen folgen, können zu Energiemangel, einer Schwächung des Immunsystems und langfristiger physischer sowie psychischer Beeinträchtigungen führen. Ein wachsender Anteil der Bevölkerung scheint sich in dieser Belastung zu verlieren, wie die zunehmende Zahl von Depressionen und Burnout-Fällen zeigt. Eine andere Personengruppe hingegen hat sich dazu entschlossen, sich vom fortwährenden medialen Krisengeschehen zu distanzieren. Sie sind krisenmüde und nehmen nicht mehr aktiv daran teil. Die Einstellung »Ist schon wieder eine Krise? Ich schaue nicht mehr hin« ist bei ihnen verbreitet.

Beide Reaktionen sind natürlich weder sinnvoll noch nützlich. Angesichts dessen braucht es andere, zielführende Strategien und Möglichkeiten, um die Herausforderungen zu meistern.

2https://medium.com/@cascio/facing-the-age-of-chaos-b00687b1f51d; besucht am 21.04.2024.

Kapitel 2 Verliere dich nichtWas du um jeden Preis beschützen solltest.

»Wir alle werden vor eine Serie großartiger Möglichkeiten gestellt –

brillant maskiert als unlösbare Probleme.«

John William Gardner

Ich lernte Christiane bei einem meiner Kurzurlaube am Lago Maggiore kennen. Sie war Abteilungsleiterin bei einem großen deutschen Automobilhersteller. Als ich ihr beim Frühstück sagte, dass ich als Coach und Consultant tätig bin, erzählte sie mir von ihrem Autounfall, den sie einige Wochen zuvor erlebte.

Sie kam von einer Dienstreise zurück und wollte am späten Nachmittag noch ins Büro. Ein Meeting stand am Abend noch an, welches sie leiten sollte. Aber es kam anders. »Ich war für einige Sekunden nicht im Auto, sondern in Gedanken ganz woanders. Als ich wieder bewusst auf die Straße schaute, war es schon zu spät. Ich sah noch das Heck des vor mir fahrenden Pkws und dann knallte es heftig. Kurze Dunkelheit und als ich die Augen wieder öffnete, sah ich in den aufgeblähten, weißen Airbag. Mein Herz klopfte heftig und mein Körper war wie erstarrt. Ich blieb unverletzt, stand jedoch unter Schock. Die Fahrerin vor mir klagte über Nackenschmerzen und hatte sich ein Schleudertrauma zugezogen.«

Die Aufnahme des Unfalls durch die Polizei dauerte gefühlte zwei Stunden, wie Christiane erzählte. »Danach bin ich wie eine Verrückte ins Büro gefahren, um das Meeting zu leiten. Mein ganzer Körper zitterte. Ich war völlig fertig. Warum tue ich mir das nur an, fragte ich mich?«

Die Hölle im Urlaubsparadies

Drei Monate später, im langersehnten Urlaub auf einer traumhaften, kleinen Karibikinsel erlitt Christiane einen schmerzhaften Bandscheibenvorfall an der Halswirbelsäule. »Ich konnte mich kaum bewegen und schon gar nicht schlafen. Kein Physiotherapeut weit und breit. Es war für mich die Hölle im Urlaubsparadies.« Sie nahm sich nun vor, diese Signale ernster zu nehmen. »Tatsächlich habe ich aber meine Arbeitsintensität nur um eine homöopathische Dosis verringert, denn in meiner Company treffe ich auf wenig Verständnis. Der Laden muss laufen! Wenn meine Vertretung nicht richtig funktioniert, muss ich wieder selbst ran und das ist leider oft der Fall. Zu viel bleibt dann liegen und dann schaffe ich das nicht mehr.« Auf meine Frage, was sie denn so antreiben würde, antwortete sie: »Wir stecken in einem historischen Transformationsprozess. Der Change hin zur Elektromobilität ist eine enorme Herausforderung und er muss in kurzer Zeit gelingen, da uns einige Wettbewerber deutlich voraus sind. Der Druck von oben ist enorm. Und weißt du«, ergänzte sie, »Leistung war auch in meiner Familie immer wichtig. Mein Vater sagte schon als Kind zu mir, wer was leistet, wird anerkannt. Und zuerst die Arbeit, dann das Vergnügen.«

Vielleicht denkst du jetzt, dass es sich hierbei um einen Extremfall handelt. Oder Christiane eben nicht belastbar für diesen Managerin-Job ist. Aber das stimmt nicht und ist auch kein Einzelfall, sondern weitverbreitet. In meiner Arbeit mit Unternehmern, Führungskräften, Key-Account-Managern und Coaching-Klienten begegnen mir sehr viele Persönlichkeiten, die große Angst vor einem Burn-out haben, weil sie sehr wohl wissen, dass sie in Zeiten großer Herausforderungen Dinge tun oder zulassen, die ihnen persönlich sehr schaden.

Zähne putzen und zusammenbeißen!

Jens, 54 Jahre, war als »Head of International Sales« für den weltweiten Vertrieb eines Industrieunternehmens tätig. Eine äußerst interessante und auch sehr anspruchsvolle Aufgabe: Jens war permanent auf allen Kontinenten unterwegs, jettete von einem Flughafen und Meeting zum nächsten. Das erholsame Durchschlafen wurde seltener und der Businessalltag erforderte immer mehr seiner mentalen und körperlichen Energie. Es begann mit Phasen, in denen er völlig erschöpft in sein Hotelbett fiel und das Aufstehen immer öfter mühsamer wurde. Mehrere Jahre ging das so – bis sein Körper nicht mehr mitmachte.

In einem Coaching erzählte er mir: »Begonnen hat es damit, dass ich nicht einmal hundert Meter zu Fuß gehen konnte und dann schon sehr stark schwitzte. Und das, obwohl es Winter war! In einem Meeting konnte ich plötzlich die Sätze, die ich sagen wollte, nicht mehr zu Ende sprechen. Ich wollte sprechen, aber ich konnte nicht!«

Sein Chef riet ihm, als er das sah, dass er zum Arzt gehen solle. Und das tat Jens dann auch. Der Hausarzt, zu dem er zunächst ging, konnte jedoch keine Ursache feststellen. Ein Internist checkte ihn anschließend ebenfalls komplett durch und fand auch nichts. Erst der Neurologe, zu dem ihn der Internist überwies, stellte die Diagnose Burn-out. In drei Klinikaufenthalten wurde Jens dann wieder aufgebaut: zunächst körperlich, um seine Leistungsfähigkeit wiederherzustellen. Dann, in der zweiten Klinik, mental und um ihn psychisch aufzubauen. In der dritten Klinik ging es in die Tiefe und Jens konnte erkennen, wo die Ursache lag, dass es überhaupt zu einem Burn-out gekommen war. Er sagte: »Ich hatte meine Identität verloren und wusste nicht mehr, wer ich war. Ich war nicht mehr der Jens, der ich ursprünglich mal war, sondern nur noch der ›Vertriebsleiter International‹. Den eigentlichen Jens – den Menschen, gab es nicht mehr. Stattdessen gab es nur noch den Mann, der permanent auf Achse war, abends wie tot ins Bett fiel, morgens wieder aufstand, sich die Zähne putzte und ›zusammenbiss‹, sich in sein Auto oder in den Flieger setzte und wieder losfuhr bzw. losflog ...« Den wahren Jens hatte er verloren und den durfte er jetzt wieder ganz neu entdecken.

Wenn das Meeting mit den unvollendeten Sätzen nicht gewesen wäre und Jens‘ Chef nicht gesagt hätte: »Das kann ich nicht mehr verantworten, geh zum Arzt!«, dann hätte er immer noch nicht aufgehört. Stattdessen hätte er so weitergemacht wie bisher, genau wie Christiane. Jens hatte Glück im Unglück, denn so bedeutete es zwar eine lange Auszeit für ihn, aber er konnte anschließend wieder zurück ins Unternehmen. Allerdings mit einer anderen Einstellung und einer anderen Aufgabe. Er leitete fortan spezielle, zeitlich befristete Projekte, welche ein umfassendes Wissen und große Erfahrung erforderten und war als Mentor für Nachwuchsführungskräfte ein wertvoller Ratgeber.

Warum ist das so? Warum behandeln sich so viele Menschen so extrem schlecht? Die große und die kleine Welt hat sich mit VUCADD und BANI stark verändert. Finanz- und Wirtschaftskrisen, Kriege, Klimakrise, Flüchtlingskrisen und vieles mehr fordern uns Menschen heraus. Früher waren Krisen Ausnahmezustände, heute sind sie zum Dauerzustand geworden. Dies ist in allen Lebensbereichen spürbar.

In Unternehmen und Konzernen folgt eine Transformationswelle auf die andere. Strukturen, Prozesse und Kommunikationswege durchlaufen ständige Veränderungen, während das agile Unternehmen ausgerufen wird. Diese Entwicklung wird begleitet von zunehmendem Personalmangel und die beunruhigenden Themen Klimawandel, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz. Nichts scheint mehr sicher zu sein, alles befindet sich in einem ständigen Wandel, und schon morgen könnte sich alles erneut verändern. Dazu spüren viele einen permanenten Druck auf mehreren Ebenen: Erfolgsdruck, Veränderungsdruck, Erwartungsdruck, Aufgabendruck, Zeitdruck, Umsatzdruck, Kostendruck etc. Die Realität ist: Unser Arbeitsleben stellt uns vor extreme Anforderungen, jeden Tag aufs Neue.

Unsere Existenz beschränkt sich nicht ausschließlich auf unseren Beruf – zumindest sollte es nicht so sein! Es existiert auch noch ein privater Lebensbereich: Wir haben teilen unser Leben mit Partnern und Lebensgefährten, wir sind Vater oder Mutter, vielleicht alleinerziehend, wir sind Sohn oder Tochter unserer Eltern. All diesen Menschen müssen wir Zeit und Aufmerksamkeit schenken. Dieser Vielzahl an verschiedenen Rollen, Mehrfachbelastungen und Erwartungen gerecht zu werden, ihnen auch unter schwierigen Umständen standzuhalten und dabei auch noch beruflich erfüllt sowie erfolgreich zu sein, stellt eine wahre Heldentat dar.

Die Folgen all dieser Einflüsse und Veränderungen sind gravierend: Wir fühlen uns verunsichert, aus der Bahn geworfen, oft überlastet und erschöpft, haben Angst vor dem Burnout oder stecken schon mittendrin. Früher wurde dies übrigens als Erschöpfungssyndrom bezeichnet oder man galt als ausgebrannt.

Unser Körper zeigt bereits Symptome und auch emotional geht es uns nicht gut: Die Freude schwindet, stattdessen nehmen Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Frustration und Ärger zu. Wir finden keine Zeit mehr für uns selbst, haben keine Energie mehr und fühlen uns den Krisen und Herausforderungen scheinbar hilflos ausgeliefert.

»Ich bin gestresst.«

»Ich bin erschöpft.«

»Ich bin ein Getriebener. Ich bin eine Getriebene.«

»Ich entferne mich immer mehr von mir selbst.«

»Ich lebe nicht mein Leben!«