Schlachtschiff Bismarck Teil 2 - Malte Gaack - E-Book

Schlachtschiff Bismarck Teil 2 E-Book

Malte Gaack

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Beschreibung

Über 70 Jahre ist es nun her, dass das einst stolze Schlachtschiff Bismarck in den Fluten des Atlantiks versank und mit ihm ein Großteil seiner Besatzung, junge Männer die meist erst seit kurzer Zeit bei der Marine dienten. Wenige intensive Tage des Einsatzes lagen hinter ihnen. Glück, Erfolg und Pech hatte sie begleitet und mehrfach zu dramatischen Wendungen geführt. Am 27. Mai 1941 war ihr kurzer Einsatz dann endgültig an seinem Ende angelangt. Die Bismarck, von gegnerischen Schiffen umschlossen, selbst durch verhängnisvollen Rudertreffer manövrierunfähig, wurde versenkt. Ein Schicksal, welches sie mit unzähligen anderen Schiffen im Zweiten Weltkrieg teilte und doch haftet ihr etwas Magisches, ja Faszinierendes an und machte sie berühmt. Viel ist seither über die Bismarck geschrieben worden und stets stand das Schiff selbst im Vordergrund der Betrachtung. Doch wer waren die Menschen die auf ihr lebten, arbeiteten und kämpften? Was hat sie bewegt? Warum sind sie überhaupt zur Marine gegangen? Und wo kamen sie her? Wir sind diesen Fragen nachgegangen und haben mit Angehörigen, Überlebenden und anderen Zeitzeugen gesprochen. Entstanden ist ein umfangreiches Werk über das wahre Gesicht eines Schiffes, über die verschiedensten menschlichen Schicksale und Geschichten die über die Bismarck alle miteinander verbunden sind und meist mit ihr ein tragisches Ende nahmen. Im Teil 2 unserer Buchreihe befassen wir uns mit dem Fachpersonal der Bismarck, den so genannten Funktionären, Ärzten und Sanitätern, den Artilleriemechanikern und Feuerwerkern, sowie dem Nachrichten- und Navigationspersonal und Musikern.

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Seitenzahl: 592

Veröffentlichungsjahr: 2013

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Der Signalgefreite Hans Dötschel aus dem bayrischen Dorf Mitwitz war einer von 2.261 Männern auf der Bismarck. Er fiel am 27. Mai 1941 beim Untergang des Schiffes im Alter von 19 Jahren.

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Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG

Vorwort

Wegweiser

Geschichte der

Bismarck

Dienst in der Kriegsmarine

Mannschaftslaufbahn

Offizierslaufbahn

Sonstige Dienstverhältnisse

Schiffsstamm

Herkunft der Besatzung

Gliederung

Divisionen

7. DIVISION

Divisionsoffizier

Karl Mihatsch

Verwaltungspersonal

Schreibstuben

Geräte und Verbrauchsstoffe

Verpflegung

Kantinen

Bekleidung

Stabsoffiziere

Rudolf Hartkopf

Max Rollmann

Kapitänleutnante und Leutnante

Ernst Kröger

Günther Tischendorf

Fähnriche

Alwin Baumann

Portepeeunteroffiziere

Erich Wendel

Unteroffiziere ohne Portepee

Günther Pintsch

Mannschaft

Eduard Dörr

Johann Eisenbart

Herbert Kuhlins

Karl Kuhn

Walter Weintz

Herbert Wolf

Zimmermannspersonal

Beiboote

Meistergruppen

Gasschutz

Sanitätspersonal

Stabsoffiziere

Dr. Hans-Günther Busch

Dr. Otto Richter

Kapitänleutnante und Leutnante

Dr. Hans-Joachim Krüger

Dr. Arvid Thiele

Dr. Rolf Hinrichsen

Der Marinestabsarzt Dr. Hans-Joachim Krüger arbeitete über drei Jahre als Missionsarzt in Liberia, bevor er 1936 in die Marine eintrat.

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8. DIVISION

Artilleriemechaniker

Kapitänleutnante und Leutnante

Gerhard Hinz

Bruno Köhler

Hans-Dieter Pfänder

Fähnriche

Lothar Böhlke

Alfred Doß

Gerhard Runowsky

Friedrich Karl Stuermer

Joachim Wagener

Hans-Jürgen Wessel

Unteroffiziere ohne Portepee

Hans-Hermann Schmidt

Paul Scholven

Mannschaft

Ernst Friedrich

Georg Hanke

Wilhelm Michael

Erich Nauck

Reinhard Paetow

Ludwig Potzel

Hans Wald

Feuerwerker

Schwere Artillerie

Mittlere Artillerie

Schwere Flak

Mittlere und Leichte Flak

Sperrwaffe

Flugzeugmunition

Sonstige Munition

Unteroffiziere ohne Portepee

Ernst Hepner

Mannschaft

Werner Bergfeld

Egon Bey

Johannes Blömer

Der Artilleriemechaniker Georg Hanke aus Schlesien, machte vor seinem Marinedienst eine Lehre bei der Reichsbahn. Er fiel mit 21 Jahren als die Bismarck unterging.

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9. DIVISION

Divisionsoffizier

Klaus Krueger

Nachrichtendienst

Signalpersonal

Flaggensignale

Winkflaggen

Scheinwerfer

Sterne

Morsescheinwerfer

Signallaternen

Akustische Signale

Weitere Einrichtungen und Aufgaben

Kapitänleutnante und Leutnante

Werner Bender

Wolfgang Reiner

Portepeeunteroffiziere

Heinz Müßig

Erwin Poetsch

Unteroffiziere ohne Portepee

Franz Scharhag

Mannschaft

Erwin Baganz

Hans Dötschel

Herbert Fischer

Paul Lohrke

Johannes Miedtank

Heinrich Neuschwander

Funkpersonal

Funkräume

Funkantennen und weitere Anlagen

Funkmessortung

Unteroffiziere ohne Portepee

Helmut Baltz

August Dammers

Walter Gerschütz

Hermann Kühmstedt

Willi Rabsilber

Erwin Schumacher

Johannes Stender

Mannschaft

Peter Barmbrock

Herbert Fick

Dietrich Hacker

Werner Heyne

Rolf Troll

Unterwasserhorchpersonal

Kapitänleutnante und Leutnante

Werner Leibnitz

Fernschreibpersonal

Navigation

Stabsoffiziere

Wolf Neuendorff

Fähnriche

Friedrich Dusch

Portepeeunteroffiziere

Hugo Aljets

Unteroffiziere ohne Portepee

Franz von Hintzenstern

Heinz Rosner

Bordmusikzug

Kapitänleutnante und Leutnante

August Wegener

Portepeeunteroffiziere

Gerhard Marx

Unteroffiziere ohne Portepee

Ernst Rubenbauer

Mannschaft

Albin Eggerstedt

Hermann Karl Fleischer

Heinrich Pfromm

Wilhelm Rohofski

ERRATA & ERGÄNZUNGEN

Errata

Ergänzungen

Ergänzende Portraits

Egon Wolff

Alfred Littmann

Wilhelm Meyer

Fritz Fabricius

Dr. Hans-Releff Riege

Hans Nitzschke

Vorwort

Malte Gaack Nach Abitur und Wehrdienst in der Marine machte Malte Gaack (Jahrgang 1983) eine kaufmännische Ausbildung und ist nun im Bereich Marketing als Grafiker tätig. Sein Interesse für die Bismarck begann schon in Kindheitstagen, als das Wrack des Schiffes entdeckt wurde. 2001 begann er selber nach Überlebenden und Angehörigen der Besatzung zu forschen, um ihre Geschichten aufzunehmen. Im gleichen Jahr fand er auch den Weg zur Marinekameradschaft Schlachtschiff Bismarck, in welcher sich die Überlebenden nach dem Krieg zusammengeschlossen hatten. Zehn Jahre später waren aus den ersten Geschichten dann 400 Portraits geworden.

70 Jahre ist es nun her, dass das Schlachtschiff Bismarck in den Fluten des Atlantiks versank und mit ihm ein Großteil seiner Besatzung – junge Männer, die meist erst seit kurzer Zeit bei der Marine dienten. Wenige intensive Tage des Einsatzes lagen hinter ihnen. Glück, Erfolg und Pech hatte sie auf ihrer Fahrt begleitet und mehrfach zu dramatischen Wendungen geführt. Am 27. Mai 1941 war ihr kurzer Einsatz dann endgültig an seinem Ende angelangt. Die Bismarck, von gegnerischen Schiffen umschlossen, selbst durch verhängnisvollen Rudertreffer manövrierunfähig, wurde versenkt. Ein Schicksal, welches sie mit unzähligen anderen Schiffen im Zweiten Weltkrieg teilte und doch haftet ihr etwas Magisches, ja Faszinierendes an und machte sie berühmt.

Viel ist seither über die Bismarck geschrieben worden und stets stand das Schiff selbst im Vordergrund der Betrachtung. Doch wer waren die Menschen, die auf ihm lebten, arbeiteten und kämpften? Was hat sie bewegt? Warum sind sie überhaupt zur Marine gegangen? Und wo kamen sie her? Wir sind diesen Fragen nachgegangen und haben mit Angehörigen, Überlebenden und anderen Zeitzeugen gesprochen. Entstanden ist ein umfangreiches Werk über das wahre Gesicht eines Schiffes, über die verschiedensten menschlichen Schicksale und Geschichten, die über die Bismarck alle miteinander verbunden sind und meist mit ihr ein tragisches Ende nahmen. Schicksale, wie sie der Zweite Weltkrieg am laufenden Band produzierte und die bis heute noch Wunden bei Angehörigen hinterlassen und uns vor Krieg und Wahn mahnen. Nach zwölf Jahren der Recherche blicken wir heute auf die Geschichten von über 400 Besatzungsmitgliedern der Bismarck. Da diese nicht alle in einem Buch unterzubringen sind, haben wir unsere Reihe in voraussichtlich drei Ausgaben geteilt. Wir folgen dabei der Gliederung der Besatzung in ihre zwölf Divisionen, stellen die einzelnen Abschnitte vor und geben einen kurzen Einblick in den Dienstalltag in der Kriegsmarine, bevor wir in die Geschichten der Besatzungsmitglieder selbst einsteigen. Den Anfang machte dabei 2011 das Maschinenpersonal der 10. bis 12. Division im Teil 3. Mit diesem Buch folgt nun der zweite Teil, in dem wir die Soldaten der 7., 8. und 9. Division beleuchten. Diese stellten an Bord das Fachpersonal vom Sanitäter bis zum Feuerwerker.

Wir wünschen viel Spaß beim Lesen!

Malte Gaack & Ward Carr

PS: Unsere Recherche nach den Geschichten weiterer Besatzungsmitglieder geht derweil natürlich weiter und wir sind für alle Informationen und Hinweise dankbar. (Kontakt: [email protected] | 040 38670229 / [email protected] | 069 56005788 / www.dieBismarck.de)

An diesem Buch sind natürlich viele einzelne Helfer beteiligt gewesen. Wir möchten an dieser Stelle all den Überlebenden, Angehörigen und Zeitzeugen danken, die uns Ihre Geschichten geduldig erzählt und uns bereitwillig Unterlagen, Fotos und andere Zeitdokumente zur Verfügung gestellt haben. Im Besonderen danken wir der Marinekameradschaft Schlachtschiff Bismarck und ihrem Vorsitzenden Dieter Heitmann. Wir danken allen, die uns bei der Recherche unterstützt haben, insbesondere sind hier Renate Bastian, Josef Kaiser, Patrick Toussaint, Heiko und Dieter Luther, sowie die netten Damen und Herren der deutschen Dienststelle WASt und des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes zu nennen und unseren fleißigen Lektoren, allen voran Frau Professor Dr. Jutta Krüger. Vielen Dank auch allen hier nicht namentlich genannten Helfern. Dieses Buch ist eine Gemeinschaftsleistung und es würde ohne die zahlreichen Helfer heute nicht vor Ihnen liegen.

Wir hoffen umso mehr, dass das Ergebnis zur Zufriedenheit aller Beteiligten ausgefallen ist und wir freuen uns auf eine genauso gute Zusammenarbeit in der Zukunft, damit weitere Ausgaben folgen können. Vielleicht können wir dann ja irgendwann tatsächlich das große Ziel verwirklichen und alle 2.261 Mann der Besatzung in einzelnen Portraits vorstellen, um ihnen ein würdevolles Vermächtnis zu bereiten und ihre Geschichten auch zukünftigen Generationen zu erhalten. Begreifen wir ihr Erlebnis als Warnung und Mahnung, die lebendig gehalten werden muss, damit sich die Geschichte nicht wiederholt. Der erste Schritt ist getan.

Wegweiser

Wir haben uns mit dem Buch am Aufbau der Besatzung orientiert. Daher sind die Portraits der Besatzungsmitglieder in die Fachbereiche und Dienstgradgruppen der Bismarck aufgeteilt. Einleitend beschreiben wir stets deren Fachbereich, um ein Bild von ihrer Arbeit an Bord zu schaffen. Darauf folgt dann eine Liste aller Besatzungsmitglieder des Fachbereiches der zunächst ranghöchsten Dienstgradgruppe, gefolgt von den anderen Dienstgraden.

Bei der Besatzungsliste handelt es sich um die Besatzung zum Zeitpunkt des Unternehmens „Rheinübung“. Vorher abkommandierte Seeleute finden sich daher nicht in diesen Auflistungen, auch wenn ein Portrait von ihnen folgt.

Im Kopfbereich der Portraits befindet sich neben einem Bild der Dienstgrad zum Zeitpunkt des Kommandos auf der Bismarck, einschließlich eines Bildes des dazugehörigen Abzeichens, der Name, die Dienststellung und Division an Bord (soweit bekannt), sowie die Geburts- und Sterbedaten. Eine Karte mit dem Geburtsort, mit den damaligen Grenzen zum Zeitpunkt der Geburt, sowie die Quellenangabe ergänzen den Kopfbereich.

Ward Carr Nach dem Studium an dem Virginia Military Institute diente Ward Carr (Jahrgang 1947) als Oberleutnant der US Armee in Deutschland. Danach zog es ihn nach Frankfurt am Main, wo er seitdem als Sprachlehrer, freier Journalist und Übersetzer arbeitet.

Sein Interesse an der Marinegeschichte weckten zwei pensionierte Kapitäne der US Navy aus seinem Heimatdorf in Virginia, deren Kriegsgeschichten er als Junge mit großer Aufmerksamkeit gelauscht hatte. Später begann er selbst nach Kriegsveteranen zu suchen, um deren Geschichten aufzuschreiben. 2001 haben Ward Carr und Malte Gaack sich getroffen und entschieden, die Geschichten der Besatzungsmitglieder der Bismarck zu sammeln und aufzuschreiben.

Legende

Dieses Icon weist in den Besatzungslisten auf ein vorhandenes Portrait hin

Bauzustand der Bismarck Ende 1937 auf dem Helgen IX bei Blohm & Voss, hier das Vorschiff

Bau der Bismarck, hier ein Teil der mittleren Schraubenwelle

Taufe und Stapellauf am 14. Februar 1939

Indienststellung am 24. August 1940

Geschichte der Bismarck

Die wichtigsten Ereignisse im kurzen Leben des Schlachtschiffes sind schnell zusammengefasst. Wer mehr über die Geschichte des Schiffes erfahren möchte, kann auf ein umfangreiches literarisches Sammelsurium verschiedenster Qualität zurückgreifen – zu empfehlen sind die Werke von Burkard Freiherr von Müllenheim-Rechberg und Jochen Brennecke.

1. Juli 1936 Kiellegung bei Blohm & Voss in Hamburg auf Helgen IX.

14. Februar 1939 Taufe und Stapellauf wurden von Dorothee von Löwenfeld – einer Enkelin des Eisernen Kanzlers – als Taufpatin vollzogen. Adolf Hitler, der die Taufrede hält, liess den Stapellauf als Staatsakt inszenieren.

September - Dezember 1939 Das Vorauskommando Schlachtschiff Bismarck bezog im Barackenlager Steinwerder, unweit des Ausrüstungskai an dem die Bismarck gebaut wurde, Quartier.

Die Bismarck im Oktober 1940 in der Ostsee

Januar - August 1940 Die Baubelehrungskommandos (vor allem Maschinen- und Flakpersonal) trafen in Hamburg ein und bezogen die Wohnschiffe Oceana, General Artigas und Hein Godewind.

Mai - August 1940 Das seemännische Personal sammelte sich auf dem Wohnschiff New York in Gotenhafen. Die New York erreichte am 11. August über den Kaiser-Wilhelm-Kanal1 Hamburg.

24. August 1940 Kapitän z.S. Ernst Lindemann stellte die Bismarck als ihr erster und einziger Kommandant feierlich in Dienst.

August - September 1940 Liegezeit bei Blohm & Voss in Hamburg. Während dieser Zeit fanden Restarbeiten der Werft am Schiff statt. Der Ausbildungsdienst an Bord begann und die Maschinenanlage wurde erstmalig in Betrieb genommen. Vier Mal wurde nachts Fliegeralarm ausgelöst, wobei auch die Flak der Bismarck mehrfach zum Einsatz kam.

15. - 17. September 1940 Die Bismarck lief elbabwärts nach Brunsbüttel, dabei kam es auf der Elbe zu einer Kollision mit dem Kopfschlepper Atlantik. In Brunsbüttel schleuste sich die Bismarck in den Kaiser-Wilhelm-Kanal ein und fuhr weiter bis Kiel.

17. - 27. September 1940 Liegezeit in Kiel. Zunächst lag die Bismarck im Kieler Scheerhafen, später dann auf Reede an der Boje A12.

28. - 30. September 1940 Weiterfahrt im Sperrbrechergeleit durch die Ostsee nach Gotenhafen.

Die Bismarck im Frühjahr 1941 während der zweiten Ausbildungsphase

30. September - 4. Dezember 1940 Erprobung der Bismarck in der Danziger Bucht. Darunter fielen Fahrtbereichsmessfahrten, Meilenfahrten, sowie Anschießen und Abkommschießen der Artillerie.

5. - 9. Dezember 1940 Über Kiel, den Kaiser-Wilhelm-Kanal und Brunsbüttel lief die Bismarck ohne längeren Zwischenstopp zurück nach Hamburg.

9. Dezember 1940 - 24. Januar 1941 Restarbeiten bei der Werft Blohm & Voss. Derweil lief der Ausbildungsdienst weiter. Der Großteil der Besatzung wurde in den Weihnachts- oder Neujahrsurlaub entsandt. Wieder kam es mehrere Male zu nächtlichen Fliegeralarmen über Hamburg und Flakeinsätzen auch seitens der Bismarck.

24. Januar 1941 Abschluss der Restarbeiten. Wegen einer Sperrung des Kanals musste der Auslauftermin in Richtung Ostsee jedoch verschoben werden.

28. Januar - 16. Februar 1941 Frostschäden legten die Maschinenanlage der Bismarck lahm, so dass das Schiff für fast drei Wochen nicht fahrbereit war.

Januar - März 1941 Die Artillerieerprobung und der Gefechtsdienst wurden, soweit möglich, vorgezogen und am Ausrüstungskai begonnen.

6. - 8. März 1941 Nach insgesamt sechswöchiger Verzögerung lief die Bismarck in Hamburg aus und fuhr durch den Kaiser-Wilhelm-Kanal nach Kiel. Im Kanal kam es dabei zu einer Grundberührung.

9. - 16. März 1941 Liegezeit in Kiel. Zunächst lag die Bismarck gedockt zu Arbeiten am Unterwasserschiff bei den Deutschen Werken Kiel. Zwei Fliegeralarme zwangen in dieser Zeit zum Absenken des Docks. Anschließend verlegte die Bismarck mit Schlepperhilfe zur Munitions-, Brennstoff- und Wasserübernahme in den Scheerhafen.

17. - 18. März 1941 Fahrt im Geleit nach Gotenhafen.

18. März - 28. April 1941 In der Danziger Bucht setzten sich die Erprobung, Gefechts- und Klarschiffausbildung fort. Hinzu kamen Artillerieschießen, taktische Übungen mit U-Booten und Kreuzern, Ölübernahmeübungen in See, u.v.m.. Das Programm war jedoch aufgrund der Verzögerung in Hamburg verkürzt worden, um den geplanten Termin zum Erreichen der Kriegsbereitschaft einhalten zu können.

11. - 14. April 1941 In Gotenhagen gab die Bismarck ihre restliche Übungsmunition ab und übernahm Gefechtsmunition und Ausrüstung für drei Monate in See. In der darauffolgenden Zeit wurden die verbrauchten Bestände laufend aufgefüllt.

28. April 1941 Kommandant Lindemann meldete sein Schiff gefechtsbereit. Der zeitgleich geplante Auslauftermin musste wegen eines Minenschaden auf der Prinz Eugen verschoben werden.

28. April - 18. Mai 1941 Nach zuvor hoher Beanspruchung seiner Besatzung lockerte Lindemann den Ausbildungsdienst und ließ komplexe Übungen in See durchführen. Die verbrauchten Bestände wurden nun wöchentlich ergänzt.

5. Mai 1941 Adolf Hitler besichtigte zusammen mit dem Flottenchef Günther Lütjens die Bismarck und Tirpitz.

13. Mai 1941 Der Flottenstab schiffte sich zu einer Klarschiffübung auf der Bismarck ein.

14. Mai 1941 Ein Ausfall des Backbord-Bordkrans, schränkte die Kriegsbereitschaft der Bismarck ein und zwang zur Verschiebung des Auslauftermins.

15. Mai 1941 Um in Gotenhafen einlaufen zu können und dort den beschädigten Kran von Bord zu geben, musste die Bismarck zunächst geleichtert werden und Öl an einen Tanker abgeben.

17. Mai 1941 Großes Bunkerreinigen in Gotenhafen.

Schwerer Kreuzer Prinz Eugen

Kiellegung:

22.04.1936

Stapellauf:

22.08.1938

Indienststellung:

01.08.1940

Ende:

22.12.1946

(gekentert)

Verdrängung:

14.680 ts

Größe:

212 m x 22 m

Besatzung:

1.400 Mann

Für die Prinz Eugen war das Unternehmen „Rheinübung“ ebenfalls die erste Unternehmung. Nachdem sie sich am 24. Mai 1941 von der Bismarck abgesetzt hatte, sollte sie selbstständig Handelskrieg führen, musste das Unterfangen jedoch nach einem Maschinenschaden abbrechen und lief am 1. Juni Brest an. Im Juli wurde sie bei einem der zahlreichen Luftangriffe schwer getroffen. Zusammen mit der Scharnhorst und Gneisenau durchbrach die Prinz Eugen im Februar 1942 den Ärmelkanal. Auf der Weiterfahrt nach Norwegen brach ihr Heck nach einem Torpedotreffer ab. So kehrte der Kreuzer nach Deutschland zurück, wo er als Teil der Ausbildungsstreitkräfte verblieb. Ab 1944 unterstütze sie die zurückweichende Wehrmacht im Kampf gegen die Rote Armee. Am 15. Oktober rammte die Prinz Eugen den Kreuzer Leipzig schwer, konnte selber aber notdürftig repariert bald wieder in das Kriegsgeschehen im Osten eingreifen. Das Ende des Krieges erlebte sie wegen Brennstoffmangels in Kopenhagen festliegend.

Nach Kriegsende kam die Prinz Eugen als Kriegsbeute nach Amerika. Die USA verwendeten den Kreuzer bei Atombombentests im Bikini-Atoll. Dort kenterte die Prinz Eugen Monate später in Folge der Beschädigungen und der nicht stattgefundenen Leckbekämpfung.

18. Mai 1941 Bei einer Kommandantenbesprechung auf der Bismarck erläuterte Admiral Lütjens seine Absichten für das Unternehmen „Rheinübung“. Mittags ankerte die Bismarck auf Reede vor Gotenhafen und übernahm dort Öl zur Ergänzung der am 15. Mai geleichterten Bestände. Ein Schlauchreißer und Zeitmangel für eine Reparatur verhinderten jedoch ein vollständiges Ergänzen.

19. Mai 1941 2:00 Uhr Die Bismarck lief aus.

19. - 21. Mai 1941 Mit dem Kreuzer Prinz Eugen fuhr die Bismarck durch Ostsee, Großen Belt, Kattegat, Skagerrak und Nordsee nach Norwegen. Agenten entdeckten und meldeten das Auslaufen an Großbritannien.

21. Mai 1941 Liegezeit im Grimstadfjord bei Bergen. Die Prinz Eugen übernahm in einem Nachbarfjord Öl. Ein britischer Aufklärer entdeckte und fotografierte beide Schiffe.

19:30 Abends lief der Verband aus und nahm Kurs Nord.

21. - 23. Mai 1941 Der Verband lief durch das Nordmeer weiter nordwärts. Aufgrund der günstigen Wettervorhersage nahm der Verband später direkten Kurs auf die Dänemarkstraße, ohne bei dem in Wartestellung bereitstehden Tanker Weißenburg aufzutanken.

23. Mai 1941

12:00 Uhr Beginn des Durchbruchs durch die Dänemarkstraße entlang der Packeisgrenze.

19:22 Uhr Der Kreuzer HMS Suffolk sichtete und meldete den Verband und hielt zusammen mit der HMS Norfolk Fühlung. Den deutschen Schiffen misslang ein Absetzen während der Nacht.

24. Mai 1941

5:47 Uhr Der Schlachtkreuzer HMS Hood und das Schlachtschiff HMS Prince of Wales kamen in Sicht.

5:53 Uhr Gefechtsbeginn in dessen Verlauf die HMS Hood, nach einem Treffer in die Munitionskammer, explodierte und sank (1.415 Mann starben). Die HMS Prince of Wales brach kurz darauf das Gefecht schwer beschädigt ab. Die Bismarck erhielt drei Treffer, darunter einen Vorschiffsdurchschuss. Ihre Geschwindigkeit war dadurch auf maximal 28 Knoten herabgesetzt.

8:00 Uhr Admiral Lütjens entschloss sich, mit der Bismarck Saint Nazaire zur Reparatur anzulaufen und die Prinz Eugen zum Beölen und zu entlassen. Anschließend sollte der Kreuzer eigenständig Kreuzerkrieg führen.

18:40 Uhr Trotz der Fühlungshalter gelang der Prinz Eugen beim zweiten Versuch ein unbemerktes Absetzen.

Schlachtkreuzer HMS Hood

Kiellegung:

01.09.1916

Stapellauf:

22.08.1918

Indienststellung:

15.05.1920

Ende:

24.05.1941

(versenkt)

Verdrängung:

36.300 ts

Größe:

262 m x 32 m

Besatzung:

1.418 Mann

Die HMS Hood wurde für den Ersten Weltkrieg gebaut, jedoch nicht rechtzeitig fertig gestellt. Bis zum Bau der Bismarck, war sie über zwei Jahrzehnte das größte Kriegsschiff der Welt und hatte als solches vor allem repräsentative Aufgaben.

Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde der alte Schlachtkreuzer, dessen Grundüberholung für 1941 geplant aber wegen des Krieges nicht voll realisiert wurde, als Flaggschiff der Home Fleet eingesetzt, um Geleitzüge zu schützen und deutsche Raider abzufangen. Im Sommer 1940 nahm sie an der Beschießung der französischen Flotte bei Mers-el-Kébir teil. Zurück bei der Home Fleet lief sie im Mai 1941 aus, um die Bismarck und Prinz Eugen abzufangen. Die HMS Hood explodierte jedoch nach einem Treffer in die Munitionskammer. Auf ihr fanden 1.415 Mann den Tod, nur drei überlebten.

Die Bismarck am 24. Mai 1941 im Gefecht mit der HMS Hood und HMS Prince of Wales

23:00 Uhr Swordfish-Doppeldecker der HMS Victorious griffen die Bismarck mit Torpedos an. Sie erzielten einen Treffer Mittschiffs, der nur geringen Schaden am Schiff verursachte aber den Oberbootsmann Kurt Kirchberg tötete.

25. Mai 1941

3:00 Uhr Die Bismarck schlug einen großen Bogen nach Steuerbord und nahm danach aufgrund ihrer Brennstoffknappheit direkten Kurs auf Saint Nazaire. Durch das Manöver verlohr der Gegner die Fühlung, was an Bord der Bismarck jedoch zunächt nicht erkannt wurde.

9:48 Uhr Lütjens funkte in der Überzeugung, der Gegner halte noch Fühlung. Die Bismarck wurde von den Briten eingepeilt, diese bestimmten jedoch den Standort zunächst falsch und operierten in die falsche Richtung.

26. Mai 1941

10:30 Uhr Ein britisches Aufklärungsflugzeug fand die Bismarck wieder.

20:45 Uhr Torpedoflugzeuge des Flugzeugträgers HMS Ark Royal griffen die Bismarck an. Ein Torpedotreffer in die Ruderanlage machte das Schiff steuerunfähig. Alle Versuche, die Ruder zu reparieren, schlugen fehl, die Bismarck blieb manövrierunfähig und trieb mit geringer Fahrt Richtung Nordwest, dem Feind entgegen.

21:40 Uhr Die 4. Zerstörerflottille fuhr mit fünf Zerstörern bis in die frühen Morgenstunden Torpedoangriffe. In dem Nachtgefecht bei schwerer See erzielten beide Seiten keine Erfolge.

Die Bismarck in ihrem letzten Gefecht am 27. Mai 1941

27. Mai 1941

8:47 Uhr Die Schlachtschiffe HMS King George V und HMS Rodney eröffneten das Feuer auf die Bismarck, kurze Zeit später griffen die Kreuzer HMS Norfolk und HMS Dorsetshire in das Gefecht mit ein.

8:53 Uhr Auf der Bismarck mehrten sich die Treffer, früh fiel der Hauptartillerieleitstand aus, die Türme Anton und Bruno folgten bald.

9:18 Uhr Mit dem achteren Leitstand fiel der letzte Artillerieleitstand aus, danach feuerten die Türme Cäsar und Dora eigenständig und zunehmend unregelmäßig.

9:24 Uhr Turm Dora fiel aus.

10:00 Uhr Turm Cäsar fiel aus, damit feuerte die Bismarck nicht mehr.

10:15 Uhr Die britischen Schiffe stellten das Feuer ein.

10:40 Uhr Die Bismarck sank nach Selbstversenkungsmaßnahmen und Torpedotreffern der HMS Dorsetshire.

10:56 Uhr Die HMS Dorsetshire rettete 85, die HMS Maori 26 Überlebende.

11:56 Uhr Die britischen Schiffe mussten die Rettungsaktion wegen eines U-Bootalarms abbrechen. Mehrere hundert Mann blieben im Wasser zurück und ertranken.

19:30 Uhr Das deutsche U-Boot U 74 rettete drei Überlebende von einem Floß.

28. Mai 1941

22:45 Uhr Das Wetterbeobachtungsschiff 7 ex Sachsenwald rettete zwei Überlebende von einem Floß. Insgesamt wurden 116 Mann von britischer und deutscher Seite gerettet – von denen einer am 28. Mai 1941 seiner schweren Verwundung erlag. 2.145 Mann2 starben beim Untergang der Bismarck.

Schwerer Kreuzer HMS Dorsetshire

Kiellegung:

21.09.1927

Stapellauf:

29.01.1929

Indienststellung:

20.09.1930

Ende:

05.04.1942

(versenkt)

Verdrängung:

10.000 ts

Größe:

193 m x 20 m

Besatzung:

900 Mann

Die HMS Dorsetshire war zunächst in der Atlantischen Flotte stationiert, danach kam sie 1933 nach Südafrika und 1936 nach China. Dort war sie auch noch zu Beginn des Zweiten Weltkrieges im Einsatz. Sie nahm an der Jagd auf die Admiral Graf Spee teil und operierte anschließend im Südatlantik und Indischen Ozean unter anderem gegen das französische Schlachtschiff Richelieu, die Admiral Scheer und im Mai 1941 gegen die Bismarck. Dabei nahm sie am Endkampf gegen die Bismarck teil und feuerte mehrere Torpedos, die wahrscheinlich den Untergang beschleunigten. Danach rettete sie 85 Überlebende aus dem Wasser. Ende 1941 versenkte die HMS Dorsetshire das deutsche Versorgungsschiff Python. Nach mehreren Geleitzugeskorten wurde der Kreuzer 1942 von japanischen Sturzkampfflugzeugen zwischen den Malediven und Sri Lanka versenkt.

Rettung der Überlebenden der Bismarck durch den britischen Kreuzer HMS Dorsetshire

1 Der damalige Kaiser-Wilhelm-Kanal heißt heute Nord-Ostsee-Kanal

2 Es gibt unterschiedliche Angaben über die Anzahl der Gefallenden, bzw. die Besatzungsstärke. Aus der Verlustliste des Schiffes und anderen Dokumenten sind besagte 2.145 Mann nachweisbar.

Dienst in der Kriegsmarine

Grundlegend gliedert sich die Hierarchie einer Armee in die Mannschafts- und Offizierslaufbahn. Während die Mannschaft das ausführende Organ stellt, übernehmen die Offiziere die Führung. Die zwei Laufbahnen teilen sich noch weiter auf in Dienstgradgruppen. Bei der Mannschaftslaufbahn sind dies die Mannschaftsdienstgrade, die Unteroffiziere ohne Portepee (Maate) und die Portepeeunteroffiziere (Bootsmänner) und bei der Offizierslaufbahn die Kadetten, Fähnriche, Leutnante, Kapitänleutnante, Stabs- und Flaggoffiziere. Verschiedene Dienstgrade innerhalb der Untergruppen spiegeln das Dienstalter und die damit einhergehende Erfahrung und Befähigung, sowie den entsprechenden Verantwortungsumfang des Aufgabenbereiches einer Dienststellung wider. Nicht anders war es bei der Kriegsmarine.

Mannschaftslaufbahn

Für den Flottendienst wurden, im Allgemeinen auch während des Krieges, nur Freiwillige angenommen. Diese mussten sich für eine Dienstzeit von vier Jahren verpflichten. Mit dem Eintritt in den Unteroffiziersstand verlängerte sich die Verpflichtungszeit auf insgesamt zwölf Jahre. Hinzu kam noch ein Ausbildungszuschlag von drei bis zwölf Monaten. Voraussetzungen, um in die Kriegsmarine aufgenommen zu werden, war ein Alter zwischen 17 und 23 Jahren, eine Körpergröße von möglichst mehr als 1,60 m, sowie die deutsche Staatsangehörigkeit und „Wehrwürdigkeit“. Die Anwärter mussten zudem als „marinetauglich“ gemustert werden, einen „arischen Abstammungsnachweis“ erbringen, durften nicht vorbestraft und mussten unverheiratet sein. Sie mussten ihre Arbeitsdienstpflicht erfüllt haben, also den Reichsarbeitsdienst absolviert haben oder von diesem freigestellt sein, ihre Lehrzeit abgeschlossen und notwendige zahnärztliche Behandlungen vor der Einstellung absolviert haben. Minderjährige3 Bewerber mussten außerdem eine schriftliche Einwilligungserklärung ihres Vormundes vorlegen. Auf die Zugehörigkeit zur Marine-Hitlerjugend wurde seitens der Kriegsmarine Wert gelegt.

Erfüllte ein Interessent all diese Voraussetzungen, so konnte er sich beim 2. Admiral der Nord- oder Ostseestation via Annahmegesuch bewerben. Dem folgte dann eine Eignungsprüfung, welche darüber entschied, ob der Bewerber angenommen wurde oder nicht. Die Einberufung erfolgte in Friedenszeiten zum 1. April oder 1. Oktober in eine der Schiffsstammabteilungen der Nord- oder Ostseestation. Dort begann die militärische (infanteristische) Ausbildung. In der Grundausbildung wurde den jungen Rekruten nach der Einkleidung zunächst „das richtige Gehen und Stehen“ beigebracht, wie es damals hieß, also sich militärisch korrekt zu bewegen sowie die „Ehrenbezeichnung“, den militärischen Gruß, korrekt auszuführen. Nach diesem ersten Schritt zum Soldaten wurden die Rekruten in einer Zeremonie vereidigt. Seit dem 2. August 1934 wurde der Schwur auf die Person Adolf Hitlers abgelegt. In dieser Zeit erfolgte auch der erste Landgang, welcher jedoch im Gruppenrahmen unter Begleitung eines Unteroffiziers als Sittenwächter stattfand. Einzelurlaub wurde erst später gewährt und zunächst auch nur an Sonntagen. In ihrer Grundausbildung erlernten die Rekruten im Weiteren den Umgang mit dem Gewehr, dem Karabiner 98 K. Die Ausbildung beinhaltete zudem Unterricht, Zeugdienst, Reinschiff, Sport, Musterungen und Exerzieren, hinzu kam der Infanteriedienst im Gelände, mit Geländemärschen und der Schießausbildung.

Dienstgradabzeichen der Mannschaft Ärmelabzeichen am linken Oberarm unterhalb des runden Laufbahnabzeichens getragen

Dienstgradabzeichen der Unteroffiziere ohne Portepee Laufbahnspezifische Ärmelabzeichen (Kombination des Laufbahnabzeichens mit einem Anker) wurden am linken Oberarm getragen, die Kragenpatten am Überzieher (Collani) mit goldener Tresse und Streifen

Ihrer Qualifikation und beruflichen Vorbildung entsprechend waren die Mannschaftssoldaten in eine von rund 30 Fachlaufbahnen eingeteilt. Die weitere Ausbildung richtete sich nach dieser Fachlaufbahn und setzte sich meist mit einem mehrmonatigen Gastenlehrgang fort. Dieser bestand aus einem theoretischen und praktischen Teil und war besonders für die technischen Laufbahnen, mit intensivem Lernen verbunden. Zu der Fachausbildung gehörten in der Maschinenlaufbahn zum Beispiel der theoretische Unterricht, die Motorenkunde, die Störquellensuche und Werkstattarbeit. Auf den Gastenlehrgang folgte dann in der Regel die erste Kommandierung an Bord eines Kriegsschiffes. Die Bordneulinge wurden auch Gasten genannt.

Weitere Kommandos und Beförderungen folgten. Bewährte sich ein Soldat im Dienst, so konnte er nach drei Jahren von seinen Vorgesetzten als Unteroffiziersanwärter vorgeschlagen werden. Auf seine Ernennung folgte dann ein mehrmonatiger Sonder- bzw. Fachlehrgang, sowie ein allgemeiner Unteroffi zierslehrgang, zur Schulung zum Vorgesetzten. Nach Bestehen der Lehrgänge erfolgte die Beförderung zum Maaten und die Kommandierung in eine Maatenstelle an Bord oder an Land. Diese brachte nun auch erstmals Verantwortung als Vorgesetzter, meist über eine Korporalschaft, mit sich.

Besonders tüchtige Unteroffizier konnten bereits nach einem Jahr zum Oberfeldwebelanwärter ausgewählt und nach Bestehen der entsprechenden Lehrgänge und Prüfungen direkt vom Maaten zum Oberfeldwebel befördert werden. Wer nicht als Oberfeldwebelanwärter ausgewählt wurde, wurde bei Eignung nach dreijähriger Dienstzeit als Maat zum Obermaaten befördert. Geeignete Unteroffiziere wurden zu Feldwebelanwärtern ernannt und nach Bestehen eines Fach- und allgemeinen Lehrgangs befördert.

Länger als zwölf Jahre dienende Feldwebel konnten zum Stabsfeldwebel, Oberfeldwebel nach dreijähriger Dienstzeit in diesem Dienstgrad und zehnjähriger Gesamtdienstzeit zum Stabsoberfeldwebel befördert werden. Nach Ablauf der zwölfjährigen Verpflichtungszeit konnten die Soldaten als Beamte übernommen werden. Bei besonderer Eignung konnte auch die Ausbildung zum Offizier erfolgen.

Dienstgradabzeichen der Portepeeunteroffiziere Schulterabzeichen mit laufbahnspezifischen Anker

Als Uniform trugen die Mannschaften und Maate ein Hemd mit Kieler Kragen, sowie Knoten und Tellermütze – weitläufig als „Matrosenanzug“ bekannt. Im Marinejargon sprach man von „der hinten getragenen Wäsche“. Während die Mannschaften meist weißes Zeug (Arbeitszeug, -hemd oder -jackett und weißes Hemd im Sommer) trugen, waren die Maate durch ihr blaues Hemd erkennbar. Im Winter, dessen Beginn die Marinevorschrift festlegte, wurde das weiße Hemd auch bei der Mannschaft gegen ein blaues gewechselt. Laufbahn-, Dienstgrad- und Abzeichen für Sonderausbildungen wurden untereinander auf dem linken Oberarm getragen. Die Tellermütze führte bis Kriegsbeginn ein Mützenband mit dem Namen des Schiffes oder Kommandos, dessen Enden an der Rückseite der Mütze auswehten. Zur Verschleierung wurde mit Beginn des Krieges nur noch die Aufschrift „Kriegsmarine“ getragen – so auch an Bord der Bismarck. Mit der Beförderung zum Feldwebel wechselte die Wäsche nach vorne. Ein Binder ersetzte den Knoten, ein Jackett den Kieler Kragen und das Hemd und eine Schirmmütze die Tellermütze.

Dienstanzug der Mannschaft und Unteroffiziere ohne Portepee

Dienstanzug der Unteroffiziere mit Portepee

Fachlaufbahnen

Nummer

Laufbahn

auf

Bismarck

I

Bootsmannslaufbahn (Untergruppen: Stückmeistergruppe, Wachtmeistergruppe, Waffenleitgruppe, Entfernungsmessgruppe und Segelmachergruppe)

1.106

II

Maschinenlaufbahn

596

III S

Schiffssteuermannslaufbahn

14

III T, U, M

Bootssteuermannslaufbahn

*

III V

Vermessungssteuermannslaufbahn

*

IV Sig

Signallaufbahn

40

IV Fk

Funklaufbahn

72

IV Fs

Fernschreiblaufbahn

5

V

Zimmermannslaufbahn

20

VI

Feuerwerkerlaufbahn

37

VII A

Artilleriemechanikerlaufbahn

VII T

Torpedomechanikerlaufbahn

*

106

VII Spr

Sperrmechanikerlaufbahn

IX Vs

Verwaltungslaufbahn

IX Sv

Sachverwalterlaufbahn

35

IX Vp

Verpflegungslaufbahn

X

Schreiberlaufbahn

24

XI

Sanitätslaufbahn

11

XII

Musiklaufbahn

28

XIII

Hauptfeldwebellaufbahn

2

XIV

Marineartillerielaufbahn

4

XV

Kraftfahrerlaufbahn

*

XVI

Laufbahn für Wehrersatzwesen

*

XVII A

Artilleriewaffenwartlaufbahn

*

XVII Spr

Sperrwaffenwartlaufbahn

*

XVIII

Flugmeldelaufbahn

*

* Diese Laufbahn war auf der Bismarck nicht vertreten 9 Mann sind nicht genau einer Laufbahn zuordbar

3 Die Volljährigkeit begann damals mit 21 Jahren.

Offizierslaufbahn

Dienstgradabzeichen der Offiziere Kadetten trugen die gleiche Kleidung wie die Mannschaft. Ab der Beförderung zum Fähnrich wurden Schulterabzeichen mit aufgestecktem Laufbahnabzeichen getragen, ab der Beförderung zum Leutnant dazu Ärmelstreifen mit Laufbahnabzeichen auf beiden Unterarmen auf Jackett, Messejacket und Rock, während die Schulterabzeichen auf Jackett und Messejacke verschwanden

Die Einstellungsvoraussetzungen für die Anwärter der Offizierslaufbahn ähnelten denen der Mannschaftslaufbahn, waren jedoch strenger. Der Besitz des Reifezeugnisses einer höheren Schule (Gymnasium oder Oberschule) bzw. einer Lehranstalt, die auf Grund ministeriellen Erlasses dieser gleichgestellt war, wurde vorausgesetzt. Anders als bei der Mannschaftslaufbahn wurde kein Lehrberuf erwartet, lag das Diensteintrittsalter bei unter 23, maximal 24 Jahren und sollte eine Körpergröße von mindestens 1,65 m erreicht sein. Bewerber mussten zudem voll wehrtauglich sein. Ansonsten galten die gleichen Bedingungen wie bei der Mannschaftslaufbahn. Als gute Voraussetzung wurde neben der Zugehörigkeit zur Marine-Hitlerjugend auch der Besitz des Hitlerjugend-Leistungsabzeichens, des Seesportabzeichens, des Reichssportjugend-, des Deutschen Reichssportabzeichens oder des SA-Wehrabzeichens angesehen. Die Aufnahmebestimmungen regelten ebenfalls in strenger Weise die Mindestsehleistung und das minimale Farbenunterscheidungsvermögen. Brillenträger wurden nur bei einem Mangel an Bewerbern in einigen Laufbahnen zugelassen. Die Bewerbung für die Offizierslaufbahn, in einer der sechs Fachlaufbahnen, musste frühzeitig eingereicht werden und bestand vor allem aus einer umfangreichen Sammlung von Nachweisen. Nach der Prüfung der Unterlagen wurden die verbleibenden Bewerber zu einer ärztlichen Voruntersuchung und später zu einer zwei- bis dreitägigen Eignungsprüfung und marinefachärztlichen Untersuchung nach Kiel geladen. Nach dieser Auswahl erfolgte die Entscheidung über Annahme oder Ablehnung, welche den Bewerbern schriftlich mitgeteilt wurde.

Offiziersanwärter

Besonders geeignete, aktive Soldaten aus dem Mannschafts- oder Unteroffiziersstand sowie Reserveoffiziersanwärter (ROA) ergänzten in geringer Zahl die Offiziersjahrgänge. Die Einberufung fand, von kriegsbedingten Ausnahmen abgesehen, jeweils zum 1. Oktober eines Jahres statt. Die Offiziersanwärter verpflichteten sich mit der Einstellung in die Kriegsmarine zum Dienst auf unbegrenzte Zeit. Wie bei den Mannschaftsdienstgraden begann auch die Offizierslaufbahn mit einer (friedensmäßig) dreimonatigen Grundausbildung. Diese fand bei der 7. Schiffsstammabteilung in Stralsund auf dem berüchtigten Dänholm, einer Insel mit langer Marinetradition, statt. Die Offiziersanwärter eines Jahrgangs bildeten eine Crew. Diese trug die Jahreszahl der Einstellung mit in ihrem Namen (z.B. „Crew 38“). Die Crewen der Kriegsmarine hatten in Friedenszeit eine Stärke von rund 350 bis 600 Offiziersanwärtern.

Kapitänleutnante und Leutnante

Auf die Grundausbildung folgte für alle Fachlaufbahnen die mehrmonatige Schulschiffzeit, welche zu Friedenszeiten meist mit einer Weltreise verbunden war. In einzelnen Laufbahnen fand während dieser Zeit zusätzlich eine Fachausbildung (z.B. Werkstättenausbildung) statt. Nach dem Ende der Schulschiffszeit begann an der Marineschule Mürwik der Offiziershauptlehrgang mit abschließender Prüfung. Danach setzte sich die Ausbildung mit laufbahnspezifischen Fachlehrgängen und Kommandos in der Flotte, dem so genannten „Frontdienst“, fort. Die Offiziersausbildung umfasste insgesamt einen Zeitraum von anfangs 4 1⁄2 Jahren. Diese lange Dauer wurde noch während der Reichsmarinezeit (1922 - 1935) um 1 1⁄2 Jahre auf nur noch 3 Jahre, und danach weiter auf 2 1⁄2 Jahre gekürzt und entsprechend umgestellt. Mit der Beförderung zum Leutnant schloss die Ausbildung nach dieser Zeit ab. Die Karrieren der jungen Offiziere setzten sich danach mit verschiedenen Kommandos fort und schritten je nach Befähigung weit voran.

Stabsoffiziere

Fachlaufbahnen

Kurzform

Laufbahn

auf

Bismarck

z.S.

Seeoffiziereslaufbahn

52

Ing.

Ingenieursoffizierslaufbahn

14

San.

Sanitätsoffizierslaufbahn

5

W

Waffenoffizierslaufbahn

8

MA

Marineartillerieoffizierslaufbahn

4

V

Verwaltungsoffizierslaufbahn

6

MN

Marinenachrichtenoffizierslaufbahn

1

Sonstige Dienstverhältnisse

Dienstanzug der Offiziere (hier Korvettenkapitän)

Marinebeamte

Die in der Kriegsmarine diensttuenden Beamten waren seit 1935 Angehörige der Wehrmacht und damit nicht nur Staatsbedienstete, sondern Kombattanten. Entsprechend bekleideten sie den militärischen Rängen zugeordnete Dienstgrade und trugen meist Uniformen. Da Laufbahnabzeichen und andere, sonst golden ausgeführte Uniformteile, bei den Beamten silber waren, wurden sie im allgemeinen Marinejargon auch „Silberlinge“ genannt.

Das Beamtenverhältnis war in die vier Laufbahngruppen einfacher, mittlerer, gehobener und höherer Dienst unterteilt. Dabei entsprach der einfache Dienst dem Unteroffiziersdienstgrad. Die in dieser Laufbahngruppe tätigen Beamten trugen generell bis 1940 keine Uniform. Die Beamten des mittleren Dienstes hatten die Möglichkeit, von dem Unteroffiziersdienstgrad in den der Offiziere aufzusteigen. Ausschlaggebend dafür war übrigens die Besoldungsgruppe. Um in den gehobenen Dienst aufgenommen zu werden, mussten eine mehrjährige Ausbildung und Prüfungen absolviert werden. Nur Abiturienten mit abgeschlossener Hochschulausbildung (Studium), konnten Beamte des höheren Dienstes werden. Mit der Verbeamtung schlug der neue Staatsangestellte zugleich eine Fachrichtung (z.B. Meteorologe) ein. Zur Übersichtlichkeit waren die unzähligen Fachrichtungen in Laufbahnen gegliedert – Sammelbegriffe, unter deren Dach sich mitunter verschiedenste Berufsbilder vereinten. Mit fortschreitendem Dienstalter wurden Beamte innerhalb ihrer Laufbahngruppe, sofern sie sich bewährten, in den nächst höheren Dienstgrad befördert. Beamte, die aus dem aktiven Dienst ausschieden, konnten als Beamte des Beurlaubtenstandes (d.B.), bzw. der Reserve (d.R.), der Landwehr (d.L.) oder zur Verfügung (z.V.) der Kriegsmarine als Ergänzungssoldaten für den Mobilmachungsfall weiter zur Verfügung stehen. Ein weiteres Sonderdienstverhältnis stellten die Beamten auf Kriegsdauer (a.K.) dar, die nach der Mobilmachung zur Bedarfsdeckung verpflichtet wurden. Ausgeschiedene und wieder angestellte Beamte führten den Zusatz z.D. für zur Dienstleistung, komplett verabschiedete Beamten den Zusatz a.D. für außer Dienst.

Mit dem Flottenstab schifften sich sechs Beamte auf der Bismarck ein, davon je zwei im aktiven Dienst, zwei auf Kriegsdauer aktivierte und zwei als Reserve reaktivierte Beamte vor allem des Höheren Dienstes. Des Weiteren waren zwölf Fähnriche der Marinebaubeamtenlaufbahn an Bord, welche nach Abschluss der Ausbildung als Beamte übernommen worden wären.

Laufbahnabzeichen der Beamten Die Ärmelabzeichen wurden von Beamten im Offiziersrang oberhalb der Ärmelstreifen auf beiden Seiten getragen. Sie setzten sich aus einem Reichsadler und einem darunter liegenden Symbol für die Laufbahn zusammen, dessen Anzahl die Laufbahngruppe anzeigte

Laufbahnen

Laufbahn

auf

Bismarck

Verwaltungsbeamte

3

Technische Beamte

2

Marinejustizbeamte

1

Marineapotheker

Werkstattbeamte

Schiffsbetriebsdienst

Marinelotsen

Lehrer

Marinezahnärzte

Verwaltungsbeamter

Dienstanzug der Sonderführer (hier Sonderführer Leutnant z.S.)

Sonderführer

Die Dienstgradgruppe der Sonderführer wurde nach Kriegsbeginn eingerichtet, um besondere Dienstgrad gebundene Stellen durch Fachpersonal aufzufüllen, wenn keine Soldaten des entsprechenden Dienstgrades mit der für die Stelle notwendigen Vor- und Ausbildung zur Verfügung standen. Soldaten mit geeigneten Fachkenntnissen, jedoch nur geringer militärischer Ausbildung, konnte der notwendige Dienstgrad als Sonderführer beliehen werden. Dies erfolgte jedoch nur für eine Übergangszeit und auch nur in besonderen Fällen. Generell wurden zum Wehrdienst einberufene Fachkräfte (z.B. Schiffsführer der zivilen Seefahrt) als Sonderführer eingestellt. Die militärische Ausbildung wurde dann schnellstmöglich nachgezogen, um die Soldaten fest in den notwendigen Dienstgrad befördern und den Status als Sonderführer auflösen zu können. Gekennzeichnet waren die Sonderführer ab 1940 mit je einem unklaren Anker auf dem Kragen aller Bekleidungsstücke der blauen Uniform. Auf der Bismarck dienten vier Sonderführer im Flottenstab und zwei als Kriegsberichterstatter.

Reservisten

1935 wurde der Wehrdienst im Beurlaubtenstand, also unter anderem auch die Reserve, wieder eingeführt. Seit 1938 waren alle Offiziere und Wehrmachtsbeamten im Offiziersrang, die in der Kriegs-, Reichs- oder Kaiserlichen Marine gedient hatten oder dienten nach ihrem aktiven Dienst zeitlich unbegrenzt wehrpflichtig und konnten als Reserveoffiziere erneut eingezogen werden. Während des Krieges ergänzte sich der Bestand der Reserveoffiziere aus den Reserveoffiziersanwärtern (ROA), welche als Reservisten aus dem Unteroffiziersstand befördert wurden. Die Reserveoffiziere und Beamten der Reserve waren durch zwei gekreuzte Eichenlaubblätter unterhalb des Laufbahnabzeichens gekennzeichnet. Die Schulterabzeichen der Reserveoffiziere waren zudem schwarz unterlegt. Eine besondere Kennzeichnung der Unteroffiziere und Mannschaften der Reserve fand nicht statt.

Auf der Bismarck dienten fünf Reserveoffiziere und 47 Mannschaftssoldaten und Unteroffiziere der Reserve, einschließlich zweier Reserveoffiziersanwärter. Sie stellten damit 2,3 % der gesamten Besatzung.

Reserveoffiziere

Schiffsstamm

Barackenlager Steinwerder

Wohnschiff Oceana

Wohnschiff General Artigas

Die ersten Besatzungsmitglieder trafen mit dem Vorauskommando Baubelehrung Schlachtschiff Bismarck bereits Ende 1939 in Hamburg bei der Bauwerft Blohm & Voss ein und wurden in dem Barackenlager Steinwerder einquartiert. Ab Januar 1940 folgte das Baubelehrungskommando mit technischem Personal und Teilen der Flugabwehr, welches nunmehr auf den zwei Wohnschiffen Oceana und General Artigas sowie der Bark Hein Godewind einquartiert wurde. Mitte April wurde das Baubelehrungskommando um etwa 200 weitere Mann aufgestockt, als das gesamte Maschinenpersonal des im Norwegenfeldzug verloren gegangenen Leichten Kreuzers Karlsruhe auf die Bismarck kommandiert wurde. Auf dem in Gotenhafen liegenden Wohnschiff New York hatte man bereits im Mai 1940 begonnen, seemännisches Personal für den Schiffsstamm Bismarck zu sammeln, darunter etwa 225 Rekruten der 11. Schiffsstammabteilung aus Stralsund, die gerade ihre Grundausbildung abgeschlossen hatten. Mit der New York traf im Juli 1940 dann auch das seemännische Personal zur Baubelehrung in Hamburg ein. Mit der Indienststellung am 24. August endete die Zeit der Baubelehrung, und die Besatzung konnte ihr Schiff beziehen. Noch fehlendes Personal folgte nach und nach, während aufgrund der kurzen Lebenszeit der Bismarck kaum Personalwechsel stattfand. Zusammen bildeten sie den Schiffsstamm Schlachtschiff Bismarck, bzw. dessen Stammbesatzung.

Der größte Teil der Besatzung bestand aus un- oder wenig erfahrenen Mannschaftsdienstgraden, für welche die Bismarck das erste Bordkommando darstellte. Darunter 160 Matrosen, die erst im Jahr 1941 freiwillig in die Kriegsmarine eingetreten waren, ein Teil von ihnen sogar erst im Monat April. Fast die Hälfte der Besatzung (44,5 %) hatte erst ein Jahr zuvor die Grundausbildung absolviert. Das Durchschnittsalter der Besatzung lag, gerechnet auf den 27. Mai 1941, bei 22 Jahren. Da in der Kriegsmarine bis zum Kriegsbeginn nur Freiwillige angenommen wurden und diese Regelung erst langsam verschwand, setzte sich die Besatzung der Bismarck fast ausschließlich (zu 97 %) aus Freiwilligen zusammen. Die Marine war ein sicherer Arbeitgeber in Zeiten der Wirtschaftskrise und großen Arbeitslosigkeit gewesen und hatte dadurch schon in Friedenszeiten einen großen Andrang verzeichnen können. Da die Bestimmungen des Versailler Vertrages anfangs aber noch die Personalstärke der Reichswehr auf 100.000 Soldaten (davon 15.000 Marinesoldaten) beschränkte, waren wesentlich mehr Bewerber als Stellen vorhanden, so dass sich die Marine die besten Bewerber hatte aussuchen können. So konnte die Kriegsmarine später auf ein gut ausgebildetes Offiziers- und Unteroffizierskorps zurückgreifen. Dieses war jedoch in Hinblick auf den starken Flottenausbau kurz vor und während des Krieges und der damit einhergehenden personellen Vergrößerung verhältnismäßig klein. Nach Kriegsbeginn bot die freiwillige Meldung Berwerbern den Vorteil der freien Waffengattungswahl und wird in einigen Fällen sicherlich einer Wehrverpflichtung vorgreifend gewählt worden sein. Jedoch meldete sich der größte Teil der Besatzung nach Kriegsbeginn aus Überzeugung, dem eigenen Land dienen zu wollen, freiwillig.

Die Mannschaftssoldaten bildeten mit 1.664 Mann gut Dreiviertel der gesamten Besatzung, ein verhältnismäßig hoher Anteil, setzt man ihn mit der Besatzung eines Kreuzers (64 %) in Relation. Von ihnen waren die meisten Soldaten im Gefreitendienstgrad (61 %), während sich Matrosen und Obergefreite mit je rund 300 Mann die Waage hielten. Darüber hinaus gab es noch eine kleine Zahl diensterfahrener Hauptgefreiter. Stabs- und Oberstabsgefreite waren auf der Bismarck nicht vertreten. Geführt wurde die Mannschaft von den Maaten und Obermaaten, die mit 21 % die zweitgrößte Dienstgradgruppe an Bord stellte. Viele dieser Unteroffiziere ohne Portepee waren in den Jahren 1934 bis 1938 in die Marine eingetreten und hatten in Reichs- und Kriegsmarine eine intensive Ausbildung mit Fachlehrgängen absolviert. Die Dienstgradälteren unter ihnen waren meist während des Spanischen Bürgerkrieges im Einsatz gewesen und hatten über die Jahre viele Erfahrungen sammeln können. Als Abschnittsleiter kamen die Portepeeunteroffiziere zum Tragen, die mit 92 Mann einen recht kleinen Anteil an der gesamten Besatzung ausmachten. Bei ihnen handelte es sich um sehr erfahrene oder begabte Soldaten, die aus dem Mannschaftsdienstgrad heraus Karriere gemacht hatten und zu Berufssoldaten geworden waren. Die meisten von ihnen dienten bereits seit über zehn Jahren in der Marine. Sie waren, wie bereits beschrieben, nach strenger Aufnahmeprüfung in das „100.000-Mann-Heer“ der Reichswehr eingetreten. Über die Jahre hinweg hatten sie einen großen Wissens- und Ausbildungsstand erreicht und bildeten nun das Rückgrat der Kriegsmarine. Das Offizierskorps des Schiffsstamms setzte sich aus 51 Offizieren und 29 Fähnrichen zusammen, darunter zehn Stabsoffiziere, 14 Kapitänleutnante und 27 Leutnante und Oberleutnante.

Bark Hein Godewind

Wohnschiff New York

Besatzungszusammensetzung (einschließlich des Zusatzpersonals und der Sondergruppen während des Unternehmens „Rheinübung“)

Offiziere:

110

4,9 %

Admirale:

1

1 %

Kapitäne:

4

4 %

Fregattenkapitäne:

3

3 %

Korvettenkaptäne:

10

9 %

Kapitänleutnante:

15

14 %

Oberleutnante:

21

19 %

Leutnante:

22

20 %

Fähnriche:

29

26 %

Beamte:

5

5 %

Feldwebel:

93

4,1 %

Stabsoberfeldw.:

10

11 %

Oberfeldwebel:

57

62 %

Stabsfeldwebel:

9

10 %

Feldwebel:

16

17 %

Beamte:

1

1 %

Unteroffiziere:

367

16,2 %

Obermaate:

56

15 %

Maate:

311

85 %

Mannschaft:

1.664

73,6 %

Hauptgefreite:

35

2 %

Obergefreite:

290

17 %

Gefreite:

1.021

61 %

Matrosen:

318

19 %

Zivilisten:

27

1,2 %

Gesamt:

2.261

Mann

Herkunft der Besatzung

Die Frage, wo die Besatzungsangehörigen eigentlich her kamen, stellt sich zwangsläufig, begibt man sich auf die Suche nach ihren Spuren. In der Literatur sind bisher keine genauen Angaben darüber gemacht worden, wo die Masse der Besatzung her kam, ob es Ballungsräume gab oder wie viele Besatzungsangehörige von außerhalb des damaligen deutschen Reichsgebietes kamen. Allgemein wurde nur die Aussage getroffen, die vorwiegend jungen Bismarck-Fahrer kamen von überall aus Deutschland her. Wir sind der Frage näher auf den Grund gegangen und haben die Verlustliste des Schiffes ausgewertet. Leider waren durch Brandschäden an dem Dokument 127 Ortsangaben4 nicht identifizierbar und ließen sich auch anders bisher nicht recherchieren. Unsere Auswertung beschränkt sich daher zwangsweise auf die übrigen 2.133 Angaben von Geburtsorten. Die Auswertung erfolgte mit Hilfe eines deutschösterreichischen Ortsbuches von 1871 bis 19455 und bezieht sich auf den Zeitraum der Weimarer Republik um das Jahr 1920, dem Geburtsjahr eines Großteils der Besatzung. Es ergab sich folgendes Bild:

Deutschland 1920 – Karte der Verteilung der Geburtsorte gemäß realen Zahlen (Die Nummern entsprechen der Platzierung in der Liste 1)

Liste 1

Verteilung der Geburtsorte gemäß den realen Zahlen

1

Schlesien

224

2

Königreich Sachsen

178

3

Rheinprovinz

159

4

Ostpreußen

155

5

Provinz Sachsen

149

6

Schleswig-Holstein

142

7

Westfalen

128

8

Bayern

113

9

Pommern

95

10

Brandenburg

94

11

Hannover

94

12

Österreich

75

13

Berlin

73

14

Hamburg

68

15

Hessen-Nassau

49

16

Mecklenburg

43

17

Baden

42

18

Thüringen

39

19

Sudetenland

37

20

Württemberg

29

21

Westpreußen

27

22

Ausland

22

23

Land Hessen

22

24

Saarland

19

25

Posen

15

26

Anhalt

11

27

Bremen

11

28

Oldenburg

8

29

Elsaß-Lothringen

5

30

Braunschweig

4

31

Lippe

4

Liste 2

Unter Berücksichtigung der Einwohnerzahl der Länder

1

Schleswig-Holstein

11,4 %

2

Ostpreußen

8,4 %

3

Mecklenburg

6,0 %

4

Schlesien

5,9 %

5

Provinz Sachsen

5,3 %

6

Hamburg

5,1 %

7

Pommern

5,1 %

8

Königreich Sachsen

4,3 %

9

Brandenburg

4,0 %

10

Hannover

3,4 %

11

Anhalt

3,3 %

12

Westfalen

3,1 %

13

Bremen

3,1 %

14

Saarland

2,9 %

15

Thüringen

2,9 %

16

Lippe

2,8 %

17

Rheinprovinz

2,6 %

18

Hessen-Nassau

2,3 %

19

Westpreußen

2,2 %

20

Baden

2,1 %

21

Berlin

2,1 %

22

Land Hessen

1,9 %

23

Oldenburg

1,8 %

24

Bayern

1,8 %

25

Sudetenland

1,6 %

26

Österreich

1,4 %

27

Württemberg

1,3 %

28

Posen

0,9 %

29

Braunschweig

0,9 %

30

Elsaß-Lothringen

0,3 %

31

Ausland

Deutschland 1920 – Karte der Verteilung der Geburtsorte relativ zu den Einwohnerzahlen (Die Nummern entsprechen der Platzierung in der Liste 2)

Liste 2 unter Berücksichtigung der Einwohnerzahl der Länder

1 Schleswig-Holstein

11,4 %

2 Ostpreußen

8,4 %

3 Mecklenburg

6,0 %

4 Schlesien

5,9 %

5 Provinz Sachsen

5,3 %

6 Hamburg

5,1 %

7 Pommern

5,1 %

8 Königreich Sachsen

4,3 %

9 Brandenburg

4,0 %

10 Hannover

3,4 %

11 Anhalt

3,3 %

12 Westfalen

3,1 %

13 Bremen

3,1 %

14 Saarland

2,9 %

15 Thüringen

2,9 %

16 Lippe

2,8 %

17 Rheinprovinz

2,6 %

18 Hessen-Nassau

2,3 %

19 Westpreußen

2,2 %

20 Baden

2,1 %

21 Berlin

2,1 %

22 Land Hessen

1,9 %

23 Oldenburg

1,8 %

24 Bayern

1,8 %

25 Sudetenland

1,6 %

26 Österreich

1,4 %

27 Württemberg

1,3 %

28 Posen

0,9 %

29 Braunschweig

0,9 %

30 Elsaß-Lothringen

0,3 %

31 Ausland

Die meisten Besatzungsangehörigen kamen also aus dem Raum Schlesien, dem Königreich Sachsen, der Rheinprovinz und Ostpreußen. Berücksichtigt man allerdings, dass in Schlesien 1939 fast fünf Millionen Menschen lebten, erhält man das Ergebnis, dass statistisch gesehen nur jeder rund 22.000te Schlesier ein Besatzungsmitglied der Bismarck war, während dies in Schleswig-Holstein auf fast doppelt so viele Bewohner zutraf. Noch deutlicher wird dieser Vergleich z.B. bei den 113 Bayern, die zwar numerisch auf Platz 8 liegen, aber in Anbetracht ihrer damals über acht Millionen Landsmänner und -frauen nur unter 70.000 Bewohnern ein Besatzungsmitglied der Bismarck aufweisen konnten. So zeigt sich, dass vor allem die küstennahen Regionen, allen voran Schleswig-Holstein und die östlichen Gebiete des damaligen Deutschen Reiches, Einzugsgebiet der Kriegsmarine waren. Die auffällige Verteilung nach Osten hin erklärt sich durch die traditionelle Aufteilung der Kriegsmarine (einschließlich der Flotte) in eine Nord- und eine Ostseestation. Die Bismarck gehörte zu letzterer und wurde daher auch durch Personal der Marinestation der Ostsee besetzt. Dennoch trifft die Aussage, dass die Besatzungsmitglieder von überall aus Deutschland kamen, zu. Ein großer Teil stammte aus kleinen Orten und ländlichen Gebieten des Reiches, während die Offiziere fast alle in Städten aufwuchsen. Neben den aus Deutschland stammenden Soldaten, befanden sich noch 75 Österreicher und 22 außerhalb Deutschlands geborene Besatzungsmitglieder an Bord. Dies waren: ein Mann aus Belgien, ein Überlebender aus Deutsch-Ostafrika (dem heutigen Tansania, Burundi und Ruanda), einer aus Frankreich, vier aus Polen, zwei aus Rumänien, drei aus Russland, einer aus der Schweiz, zwei aus Spanien und sieben aus der Tschechoslowakei. Nach den Gebietsabtretungen nach dem Ende des Ersten Weltkrieges, lagen die Heimatorte von 89 Besatzungsmitgliedern außerhalb Deutschlands. Darunter fünf aus Elsaß-Lothringen, welches nun zu Frankreich gehörte, 37 Sudetendeutsche in der Tschechoslowakei und 47 Besatzungsmitglieder aus Ost- und Westpreußen, Posen und Schlesien in Polen. 457 Mann stammten aus Gebieten, die nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr Deutschland angehörten, darunter auch etliche Überlebende, die nach der Gefangenschaft ihre Heimat verloren hatten und ein neues Zuhause finden mussten.

Gliederung

Gewöhnlicher Hafendienstplan

06.00 Uhr Wecken

06.30 Uhr Frühstück

07.15 Uhr Deck fegen, Staub putzen

08.00 Uhr Musterung, danach Ausbildungsdienst oder gruppenweise Verrichtung praktischer Arbeiten.

11.30 – 13.30 Uhr Mittagspause

13.30 – 17.00 Uhr Dienst, ähnlich wie am Vormittag

17.00 Uhr Abendessen

18.30 Uhr Deck säubern und anschließend „Ausscheiden mit Dienst“

gegen 22.00 Uhr „Klar bei Hängematten“

Die Besatzung war in zwölf Divisionen untergliedert. Die 1. bis 6. Division bestand aus dem seemännischen Personal. Ihnen oblag die Bedienung der Seezielartillerie (1. bis 4. Division) und Flugabwehr (5. und 6. Division), sowie deren Waffenleitanlagen. Die 7. Division bestand aus den so genannten „Funktionären“. Dies waren Zimmermänner, Köche, Schreiber, Schuster, Schneider, usw. Die 8. Division vereinigte mit den Artilleriemechanikern und Feuerwerkern die Waffentechniker. Die 9. Division umfasste die Navigation und den Nachrichtendienst, der sich aus Funk-, Funkmeß-, Signalpersonal und den Unterwasserhorchern zusammensetzte, sowie den Bordmusikzug. Die 10. bis 12. Division stellte das technische Personal der Maschinenanlage, im Bordjargon wurden sie „Heizer“ genannt. Geleitet wurde jede Division durch einen Divisionsoffizier, zumeist im Dienstgrade eines Kapitänleutnants, der ebenfalls im Fachgebiet seiner Division tätig war. Eine Division hatte eine ungefähre Stärke von 150 bis 190 Mann und war in mehrere Züge mit einer Stärke von je etwa 60 Mann untergliedert, geführt durch einen Unteroffizier mit Portepee. Die Züge wiederum bestanden aus mehreren Korporalschaften von 10 bis 12 Mann Stärke, denen ein Maat als Korporalschaftsführer vorstand.

Die seemännischen Divisionen waren traditionell in eine Backbord- und Steuerbordwache getrennt und die Mannschaften und Unteroffiziere ohne Portepee auf ihrer Uniform entsprechend gekennzeichnet. Die Soldaten der 1., 3. und 5. Division bildeten die Steuerbordwache und trugen einen, zwei bzw. drei untereinander angeordnete, waagerechte, rote Streifen auf dem rechten Oberarm, oberhalb des Dienstgradabzeichens. Die Männer der 2., 4. und 6. Division bildeten die Backbordwache und waren durch entsprechende Streifen auf dem linken Oberarm gekennzeichnet. Diese Kennzeichnung war übrigens nur auf dem blauen Hemd (Bordgarnitur) und der weißen Arbeitsbluse angebracht und scheint auf der Bismarck auch nicht konsequent umgesetzt worden zu sein. Bei Kriegsmarschfahrt wurde ein Teil der Gefechtsstationen schachbrettartig durch eine der Wachen, verstärkt von der Hälfte der 7. und 8. Division, besetzt. Bei Ausrufen von Klarschiff zum Gefecht wurden die unbesetzten Stationen durch die Freiwache aufgefüllt, so dass dann alle Waffen voll besetzt waren. Die 7. und 8. Division unterstützte die seemännischen Divisionen im Gefecht und auf Kriegsmarschfahrt, ansonsten versahen sie ihren Dienst unabhängig. Die 9. Division hatte einen eigenen Wachwechsel innerhalb der Division. Die drei technischen Divisionen (10. bis 12. Division) waren in drei Wachen unterteilt, die jeweils wachhabende Division fuhr das Schiff, während die auf Vorwache befindliche Division im Gefecht Reparaturgruppen stellte und die auf Freiwache befindliche Division als Leckwehr das Schiff sicherte. Der Wachwechsel vollzog sich in See im vier Stundentakt. Jeder Soldat bekam bei seiner Kommandierung an Bord von der Rollenschreibstube eine Rollenkarte ausgehändigt. Diese legte genau fest, wo sich der Soldat während seiner Wache oder bei einer Rolle (z.B. Klarschiff-, Verschluss- oder Feuerrolle) einzufinden hatte.

Ernst Lindemann beim Abschreiten der divisionsweise achtern angetretenen Besatzung im Herbst 1940

Die zwölf Divisionen unterstanden dem Kommandanten der Bismarck, Kapitän z.S. Ernst Lindemann. Dessen Erster Offizier, Fregattenkapitän Hans Oels, war sowohl für die Aufrechterhaltung der Disziplin, wie auch für den täglichen Dienstplan verantwortlich. Der jeweilige Wachoffizier sorgte zusammen mit dem Bootsmannsmaaten der Wache für die Umsetzung des Dienstplanes. Daneben unterstanden dem Kommandanten die einzelnen Abschnitte mit ihren leitenden Abschnittsleitern, der I. Artillerieoffizier an der Spitze des seemännischen Personals und der Waffen, der Leitende Ingenieur als Führer der Maschinenanlage, der Navigationsoffizier, der Rollenoffizier, der Bordnachrichtenoffizier, der 1. Schiffsverwaltungsoffizier und der I. Schiffsarzt. Darunter gliederte sich die Befehlsstruktur je nach Größe des Abschnitts weiter in die Divisionen hinein auf, in Offiziere und Unteroffiziere als Leiter immer kleiner werdender Abschnitte.

Divisionen

Division

Beschreibung

Divisionsoffizier

1. Division

Seemännisches Personal, Bedienungspersonal

Kpt.Lt. Hermann Schaaf

2. Division

der Schweren und

Kpt.Lt. Helmut Tils

3. Division

Mittleren Artillerie und dessen

Kpt.Lt. Karl Knappe

4. Division

Waffenleitanlagen

Ob.Lt. z.S. Hans Kühn

5. Division

Seemännisches Personal, Bedienungspersonal der Flugabwehrwaffen

Ob.Lt. z.S. Jürgen Brandes

6. Division

der Flugabwehr und Waffenleitanlagen

Kpt.Lt. Rudolf Troll

7. Division

„Funktionäre“ wie Zimmermänner, Köche, Schreiber, Schuster, Schneider, usw.

Kpt.Lt. Karl Mihatsch

8. Division

Artilleriemechaniker Feuerwerker und

Ob.Lt. (W) Gerhard Hinz

9. Division

Unterwasserhorcher, Funk- und Funkmeß-, Signal- und Steuermannspersonal

Kpt.Lt. Klaus Krueger

10. Division

Kpt.Lt. (Ing.) Gerhard Junack

11. Division

„Heizer“ Personal der Antriebsanlage

Kpt.Lt. (Ing.) Albrecht Hasselmeyer

12. Division

Kpt.Lt. (Ing.) Werner Schock

4 Die Ortsangabe bezieht sich auf den Geburtsort

5 Dieses höchst interessante Werk findet sich unter: www.geschichte-on-demand.de

7. Division

Funktionäre, Zimmermänner und Sanitäter

Unter dem Sammelbegriff Funktionäre fand das ganze für den alltäglichen Betrieb an Bord des Schiffes notwendige Personal seinen Platz. Da nicht genau bekannt ist, wer alles bei den Funktionären in der 7. Division seinen Dienst versah, beschränken wir uns in unserer Auflistung auf das Personal der Laufbahnen V, IX, X und XI. Dies waren die Zimmerleute, das Verwaltungspersonal und die Schreiber sowie das Sanitätspersonal, die sich in einer Fachausbildung auf ihre Verwendung spezialisiert und in der Regel auch zuvor eine Lehre in ihrem Spezialgebiet absolviert hatten. Darüber hinaus versah vor allem seemännisches Personal seinen Dienst in der 7. Division an den Stellen, wo eine Fachausbildung nicht unbedingt notwendig war. Ihre Geschichten finden sich in Teil 1 unserer Buchreihe. Geleitet wurde die 7. Division durch ihren Divisionsoffizier, Kapitänleutnant Karl Mihatsch.

Verwaltungspersonal

Das Verwaltungspersonal kümmerte sich um die Versorgung der Besatzung in den alltäglichen Belangen, kochte, reinigte die Wäsche, verwaltete die Geräte und Verbrauchsstoffe, errechnete den Sold und vieles mehr.

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Zusammensetzung

Offiziere:6Feldwebel:6Maate:12Mannschaft:42Gesamt:66

Zimmermannspersonal

Den Zimmerleuten oblagen alle anfallenden Holzarbeiten, angefangen bei den Möbeln der Offizierskabinen bis hin zu den Beibooten. Sie halfen auch der Leckwehr und waren für den Gasschutz verantwortlich.

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Zusammensetzung

Offiziere:0Feldwebel:1Maate:3Mannschaft:16Gesamt:20

Sanitätspersonal

Die vier Schiffsärzte und ihr elfköpfiges Sanitätspersonal kümmerten sich um die medizinische Versorgung der Kranken im Schiffslazarett, bzw. der Verwundeten auf den Gefechtsverbandsplätzen.

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Zusammensetzung

Offiziere:4Feldwebel:1Maate:2Mannschaft:8Gesamt:15
Divisionsoffizier

Dienstgrad

Name

Aufgabe

Kapitänleutnant

Karl Mihatsch

Sperr- und Gefechts-Wachoffizier Divisionsoffizier 7. Division

Kapitänleutnant

Karl Mihatsch

Sperr- und Gefechts-Wachoffizier, Divisionsoffizier 7. Division

* 28.1.1903 in Thröm (Schlesien) – † 27.5.1941

Deutschland (1903)

Karl Mihatsch wurde am 28. Januar 1903 in dem kleinen oberschlesischen Dorf Thröm, im Kreis Ratibor, geboren. Thröm lag im Hultschiner Ländchen, einer Region im damals Tschechoslowakisch-Schlesischen Grenzgebiet. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Ort, gegen den Willen der mehrheitlich deutschsprachigen Bevölkerung, an die Tschechoslowakei abgetreten. Karl Mihatsch war zu dieser Zeit 17 Jahre alt. Ein Teil der Bewohner verließ Thröm nach der Abtretung und zog in das neue Gebiet des Deutschen Reiches. Die Familie Mihatsch blieb. Karl Mihatsch entschloss sich nach der Schulzeit, in die Reichsmarine einzutreten und meldete sich freiwillig. Die Reichsmarine unterlag in jener Zeit noch den strengen Bedingungen des Versailler Vertrages. Da in dem Friedensvertrag der Reichswehr eine niedrige Personalobergrenze auferlegt worden war, herrschte ein Überschuss an Bewerbern auf die wenigen freien Plätze. Aufgenommen wurden daher nur die besten Bewerber. Karl Mihatsch schaffte die strenge Aufnahmeprüfung dennoch und trat Anfang der zwanziger Jahre seinen Dienst als Matrose an. Auf die Grundausbildung folgte ein erstes Bordkommando auf dem alten Linienschiff Hannover, einem Veteran der Skagerrakschlacht, welcher schon zu jener Zeit als veraltet galt und nur aus diesem Grund der Reichsmarine durch den Versailler Vertrag zugestanden worden war.6 Ähnlich stand es um das nächste Schiff, auf das Karl Mihatsch kommandiert wurde. Das Linienschiff Elsaß war jedoch noch drei Jahre älter als die Hannover und wurde 1931, vier Jahre vor der Hannover, endgültig außer Dienst gestellt. Von den Dickschiffen wechselte Karl Mihatsch später auf einen der vier Minensucher der I. Minensuchhalbflottille. Da sie die einzige Halbflottille dieser Art in der Reichsmarine war, gehörten auch Minenlegen und U-Bootjagd zu den Aufgaben der Flottille. Ein Landkommando bei der 2. Nachrichtenkompanie folgte. Danach ging es wieder an Bord. Dieses Mal auf den Kleinen Kreuzer Berlin, einem um die Jahrhundertwende gebauten Schiff der Kaiserlichen Marine. Nach mehrfacher Außerdienststellung und Wiederindienstnahme, war das Schiff Anfang der zwanziger Jahre generalüberholt und zum Schulkreuzer umgebaut worden. Eine Vielzahl an Ausbildungsfahrten und Auslandsreisen führte das Schiff und seine Besatzung um die ganze Welt.

Quellen: Ralf Schnitzler (Hobbyhistoriker) / Wetzlar

Friedrich Subklew / Hamburg

www.marineoffiziere-crew-34.de

Ein neues Kommando brachte Karl Mihatsch zur I. Torpedobootshalbflottille und später auf den Kleinen Kreuzer Arkona, der auch noch aus den Restbeständen der Kaiserlichen Marine stammte und nun als Schulkreuzer fuhr. Ein weiteres Landkommando an der Nachrichtenschule in Flensburg-Mürwik schloss sich an. 1935, Karl Mihatsch diente mittlerweile seit über zehn Jahren in der Reichsmarine, hatte sich im Dienst stets bewährt und war bis zum Oberbootsmann befördert worden, bot sich ihm die Gelegenheit der Weiterbildung zum Offizier. Diese Gelegenheit nahm er wahr und trat im Sommer 1935 in die bereits laufende Crew 34 ein. Mit ihm begannen 16 andere Oberbootsmänner die Offiziersweiterbildung. An der Marineschule Flensburg-Mürwik absolvierte Karl Mihatsch den Offiziershauptlehrgang erfolgreich und wurde nach weiteren Lehrgängen am 1. Oktober 1936 zum Leutnant z.S. befördert. Aufgrund der großen Erfahrung und der langen Dienstzeit, auf die Karl Mihatsch zurückblicken konnte, wurde er noch während seiner Offiziersausbildung in die ältere Crew 32 oder 33 versetzt und innerhalb der vorgeschriebenen Wartezeiten schnell befördert. Auf dem leichten Kreuzer Köln trat er 1936 sein erstes Kommando als Offizier an. Eine große Umstellung bedeutete dies für ihn jedoch nicht, hatte er doch bereits als Oberbootsmann Kommandogewalt und Verantwortung inne gehabt. Die Köln wurde 1936 erstmals während des Spanischen Bürgerkriegs eingesetzt. 1937 folgte für Karl Mihatsch dann wieder ein Landkommando als Kompanieoffizier bei der 1. Schiffsstammabteilung, bevor er sich 1938 auf dem U-Boot-Begleitschiff Saar einschiffte und zum Oberleutnant befördert wurde.7

Ende 1939 trat er den Dienst auf dem neuen Schweren Kreuzer Blücher an, welcher kurz nach Kriegsbeginn in Dienst gestellt wurde. Restarbeiten der Werft und der strenge Winter verzögerten die Ausbildung der jungen Besatzung und erste Probefahrten. Zwar wurde versucht, die verloren gegangene Zeit durch einen strengen Ausbildungsdrill wett zu machen, doch gelang dies nur teilweise. Als das Schiff Anfang April 19408, auf Drängen des Oberkommandos der Kriegsmarine, zum Unternehmen „Weserübung“ herangezogen wurde, fehlten noch wichtige Ausbildungsabschnitte. So hatte die Artillerie der Blücher zum Beispiel noch keinen einzigen Schuss abgegeben. Vom 6. auf den 7. April wurden 900 Heeressoldaten samt Waffen und Gerät in Swinemünde übernommen. Am Morgen des 7. April ging die Blücher dann zusammen mit dem Kreuzer Emden und drei Torpedobooten in See. Auf der Fahrt wurde je ein Probeschuss aus jedem Rohr der Schweren Artillerie abgegeben. In der Nacht auf den 9. April trat der Verband dann, angeführt von der Blücher, in den Oslofjord ein. Norwegische Warnungen wurden bewusst ignoriert. Ausgerechnet an der engsten Stelle des Fjordes geriet das Schiff dann unter norwegisches Artilleriefeuer und wurde zu einem leichten Ziel. Scheinwerfer strahlten die Blücher von der Küste aus an und blendeten die Geschützmannschaften so sehr, dass keine genaue Gegenwehr möglich war. Der Kreuzer lag wie auf dem Präsentierteller, unfähig in der Enge des Fjordes ein Ausweichmanöver zu fahren und mit den Waffen und der Munition der Heeressoldaten, welche ungepanzert lagerten, ein willkommenes Ziel für die norwegischen Geschütze. Kurz nach Gefechtsbeginn entzündete sich Flugzeugbenzin und führte mittschiffs zu einem schweren Brand, der das Schiff praktisch in zwei Teile trennte. Die Blücher konnte sich zwar noch mit erhöhter Fahrt dem Schussfeld der norwegischen Batterien entziehen, wurde aber unmittelbar danach von zwei Torpedos getroffen und begann langsam zu sinken. Schließlich musste der Kommandant der Blücher sein immer noch stark brennendes Schiff aufgeben und befahl der Besatzung das Verlassen des Schiffes. Die Schwerverletzten wurden nun an Oberdeck gebracht und anschließend zusammen mit den Ärzten in einem Kutter, welcher von Karl Mihatsch befehligt wurde, trockenen Fußes an Land gebracht. Karl Mihatsch hatte den Untergang unbeschadet überlebt. Das Martyrium der Blücher-Besatzung war damit aber noch nicht überstanden. Die meisten Männer hatten ans Ufer schwimmen müssen und das bei einer Wassertemperatur, die um den Gefrierpunkt lag. Es dauerte noch erhebliche Zeit, ehe Verstärkung eintraf und die Männer wieder ins Warme kamen. Nach diesem Erlebnis wurde Karl Mihatsch, so wie allen anderen überlebenden Offizieren, vielen der Unteroffiziere und Gasten, das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen.

Als neues Kommando kam er dann auf das Schlachtschiff Bismarck, wo er als Wachoffizier Dienst tat. Zugleich wurde Karl Mihatsch Divisionsoffizier der 7. Division, welche das Verwaltungspersonal – die so genannten „Funktionäre“ – stellte. Seine lange Dienstzeit, die ihn selber als Mannschaftsdienstgrad und Unteroffizier jahrelang auf verschiedene Bordkommandos geführt hatte, kam dieser neuen Aufgabe sehr entgegen. So konnte er sich mit seiner ganzen Erfahrung besser in seine Untergebenen hineinversetzten und ihre Anliegen besser verstehen, als manch anderer Offizier.

Mitte Mai 1941 lief er mit der Bismarck