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Schluckstörungen bei geriatrischen Patienten stellen Pflegekräfte, Therapeuten und Angehörige häufig vor ein schwieriges Problem. Aufgrund der weitreichenden Folgen einer Mangelernährung oder Aspirationspneumonie (Lungenentzündung durch Verschlucken von Speisen oder Flüssigkeit) ist eine umfassende interdisziplinäre Betreuung für den Betroffenen lebenswichtig. Dieses Buch bietet Hilfestellung und zeigt auf, wie in kurzer Zeit eine Schluckstörung erkannt werden kann, welche Maßnahmen zur Behandlung ergriffen werden müssen und mit welchen Nahrungsmitteln und Getränken der Patient im jeweiligen Stadium seiner Erkrankung versorgt werden muss, um eine bedarfsgerechte Versorgung für sein Leben sicherzustellen.
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Seitenzahl: 48
Veröffentlichungsjahr: 2011
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Schluckstörungen bei geriatrischen Patienten stellen Pflegekräfte, Therapeuten und Angehörige häufig vor ein schwieriges Problem. Aufgrund der weitreichenden Folgen einer Mangelernährung oder Aspirationspneumonie (Lungenentzündung durch Verschlucken von Speisen oder Flüssigkeit) ist eine umfassende interdisziplinäre Betreuung für den Betroffenen lebenswichtig. Dieses Buch bietet Hilfestellung und zeigt auf, wie in kurzer Zeit eine Schluckstörung erkannt werden kann, welche Maßnahmen zur Behandlung ergriffen werden müssen und mit welchen Nahrungsmitteln und Getränken der Patient im jeweiligen Stadium seiner Erkrankung versorgt werden muss, um eine bedarfsgerechte Versorgung für sein Leben sicherzustellen.
Jutta Burger-Gartner, klinische Logopädin und Logopädin in eigener Praxis, Dozentin. Dolores Heber, klinische Logopädin und Therapeutin für kognitives Training, Dozentin.
Jutta Burger-Gartner Dolores Heber
Schluckstörungen im Alter
Hintergrundwissen und Anwendung in der Praxis
Verlag W. Kohlhammer
Dieses Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwendung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechts ist ohne Zustimmung des Verlags unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikrofilmungen und für die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.
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1. Auflage 2011
Alle Rechte vorbehalten © 2011 W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Gesamtherstellung: W. Kohlhammer Druckerei GmbH + Co. KG, Stuttgart Printed in Germany
ISBN 978-3-17-021690-7
E-Book-Formate
pdf:
epub:
978-3-17-027970-4
mobi:
978-3-17-027971-1
Vorwort
1 Die Physiologie des Schluckens
1.1 Orale Vorbereitungsphase
1.2 Orale Phase
1.3 Pharyngeale Phase
1.4 Oesophageale Phase
2 Ursachen für Schluckstörungen
2.1 Neurogene Ursachen
2.2 Strukturelle Ursachen
3 Schluckstörungen im Alter
3.1 Symptome einer Schluckstörung
3.2 Häufigste Folgen von Schluckstörungen bei älteren Menschen
3.3 Anzeichen für eine Aspirationspneumonie
4 Untersuchungen einer Schluckstörung
4.1 Klinische Untersuchung einer Schluckstörung (logopädisches Assessment)
4.2 Apparative Untersuchung einer Schluckstörung
5 Durchführung eines Schluckversuchs durch das Pflegepersonal
5.1 Dysphagiescreening in Kartenform
5.2 Flussdiagramm Dysphagiescreening für Pflegekräfte
6 Therapeutische Ansätze
6.1 Therapieinhalte bei Dysphagie im Alter
7 Patientenbesprechung im geriatrischen Team bezüglich Presbyphagien
8 Karenz und Sondenernährung
9 Bausteine für eine schluckstörungsorientierte Ess- und Trinkbegleitung
9.1 Lagerung
9.2 Mundpflege
9.3 Anpassung der Nahrungs- und Getränkebeschaffenheit
9.4 Wirkungsweise Schnabelbecher – Schluckbecher
9.5 Ernährungs- und Flüssigkeitsstufen bei Schluckstörungen
9.6 Hochkalorische Nahrung
9.7 Anreichen von Nahrung und Getränken
10 Beginnende Nahrungsaufnahme
11 Beginnende Flüssigkeitsaufnahme
12 Therapeutischer Abschlussbefund: Presbyphagie
13 Hinweise für Angehörige schluckgestörter Patienten
13.1 Mitteilung für die Angehörigen über Getränkebeschaffenheit
13.2 Tips zur Nahrungsaufnahme bei Schluckstörungen
13.3 Kieferkontrollgriff
13.4 Schluckkontrollgriff
Glossar
Literatur
Lieferantenanschriften für Nahrungsergänzung und Pflegebedarf
Danksagung
Folgende Vordrucke zur Anwendung in der Praxis können im Format DIN A4 ausgedruckt werden:
Dysphagiescreening in Kartenform
Flussdiagramm Dysphagiescreening für Pflegekräfte
Ernährungs- und Flüssigkeitsstufen bei Schluckstörungen
Beginnende Nahrungsaufnahme
Ernährungsprotokoll
Beginnende Flüssigkeitsaufnahme
Trinkprotokoll
Therapeutischer Abschlussbefund: Presbyphagie
Mitteilung für Angehörige über Getränkebeschaffenheit
Tipps zur Nahrungsaufnahme bei Schluckstörungen
Dieses Buch ist aus der täglichen praktischen Arbeit von Logopädinnen und Pflegekräften mit schluckgestörten Patienten in der Klinik entstanden, d. h.
Wie kann die Pflegekraft innerhalb von kurzer Zeit feststellen, dass wahrscheinlich eine Schluckstörung vorliegt? Welche Schritte sind zu unternehmen? Welche Aufgaben haben der Arzt und die Therapeuten? Wer ist für was zuständig?
Unser Ziel ist es, in informativer und praktikabler Form darzustellen, wie Pflegekräfte und Therapeuten vorgehen können, wenn sie vor einem Patienten mit einer Schluckstörung im Alter (= Presbyphagie) stehen.
Ein weiteres Ziel ist es, in der Kürze der Zeit in effizienter und strukturierter Form vorzugehen, um für den Patienten im Krankenhaus oder Pflegeheim die optimale Form der Nahrungs- oder Getränkeaufnahme herauszufinden, zu festigen und an andere am pflegerischen Prozess Beteiligte weiterzugeben.
Der theoretische Teil des Buches ist absichtlich auf „Basiswissen“ beschränkt und recht knapp gehalten, da es dazu hervorragende ausführliche wissenschaftliche Veröffentlichungen auf dem Markt gibt (s. dazu Angaben im Anhang).
Durch die vorgestellten Maßnahmen (Dysphagiescreening, Vordrucke, Vorschläge zur oralen Nahrungs- und Flüssigkeitsversorgung) soll der praktische Umgang mit der Schluckstörung für Pflegekräfte, Therapeuten und den Patienten selbst im Alltag erleichtert werden.
Qualitätsentwicklungs- und Qualitätssicherungsstrategien für Menschen mit Pflege- und Hilfebedarf sind unbestritten sehr wichtig, helfen den Betroffenen jedoch wenig, wenn sie in der konkreten Pflegesituation weder ein- noch umgesetzt werden. Es müssen Hilfestellungen sein, die überschaubar, praktikabel und möglichst schnell durchführbar sind und die es den Betroffenen ermöglichen, ihre Lebensqualität und ihre gesundheitliche Situation zu verbessern.
Unsere Bevölkerung wird immer älter und damit werden auch die Schluckstörungen im Alter (= Presbyphagie) zunehmen. Es ist wichtig, einen für das pflegerisch-therapeutische Team durchführbaren Standard im Umgang mit dieser Störung zu finden und den Betroffenen und deren Angehörigen ebenfalls Hilfestellung zu geben.
Das Schlucken ist ein hochdifferenzierter physiologischer Vorgang. Der gesunde Erwachsene schluckt innerhalb von 24 Stunden von 580 (Logemann 1993) bis zu 2.000 Mal (Garliner 1989).
Der Schluckakt ist in eine willkürliche (beeinfluss- und steuerbare) Phase (s. Kapitel 1.1 und 1.2) sowie in eine unwillkürliche (reflektorische, d. h. nicht beeinflussbare) Phase (s. Kapitel 1.3 und 1.4) zu trennen.
willkürlich
Dauer: 1,0 Sekunden.
Abb. 1: Orale Phase
Lippen geschlossen, Wangen werden tonisiert
Gaumensegel spannt sich
Zunge drückt Bolus in Richtung Rachen
am Ende Reflexauslösung, wodurch die pharyngeale Phase eingeleitet wird
unwillkürlich
Dauer: 0,5–1,0 Sekunde
Die pharyngeale Phase ist in mehrere Schritte unterteilt:
Schritt 1:
Abb. 2: Pharyngeale Phase – Schritt 1
kräftige Aufwärtsbewegung der Zunge entlang des Rachendaches schiebt den Bolus in den Rachen
Gaumensegel hebt sich, damit keine Nahrung in die Nase gelangt
Schritt 2:
Abb. 3: Pharyngeale Phase – Schritt 2
