Schmutziges Geheimnis - Andreas Schmidt - E-Book
Beschreibung

Ein kaltblütiger Mord mitten im Sommerloch! Bernd Kaltenbach, der eigenwillige Reporter des Rhein Mosel Express, wittert eine heiße Story für die Zeitung. Noch ahnt er nicht, dass ihn viel mehr mit dem Toten verbindet. Erschlagen in einem verlassenen Stollen der Festung Ehrenbreitstein – was trieb der Mann hier, bevor er hinterrücks umgebracht wurde? Kriminalhauptkommissar Udo Reuschenbach von der Kripo Koblenz ermittelt. Es gefällt ihm überhaupt nicht, dass sich sein alter Jugendfreund Kaltenbach in den Fall einmischt. Die blutige Spur führt über Mayen und Bad Breisig nach Maria Laach. Welches düstere Geheimnis bergen die Klostermauern? Das Wissen um einen vermeintlichen Umweltskandal nutzt Kaltenbach nichts mehr, als ein wichtiger Verbündeter stirbt, bevor er sein Geheimnis preisgeben kann. Der Reporter steht gemeinsam mit Udo Reuschenbach vor dem Nichts, doch in letzter Minute nimmt der Fall eine unerwartete Wende.

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Seitenzahl:260

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Inhalt

Titelseite

Impressum

Widmung

Über den Autor

EINS

ZWEI

DREI

VIER

FÜNF

SECHS

SIEBEN

ACHT

NEUN

ZEHN

ELF

ZWÖLF

DREIZEHN

VIERZEHN

FÜNFZEHN

SECHZEHN

SIEBZEHN

ACHTZEHN

NEUNZEHN

ZWANZIG

EINUNDZWANZIG

ZWEIUNDZWANZIG

Andreas Schmidt

Schmutziges Geheimnis

Im Verlag CW Niemeyer sind bereits folgende Bücher des Autoren erschienen:

Tödlicher Schnappschuss

WeserTod

WattenMord

TodesDuft

HahnBlues

BlutGrab

 

 

Der Roman spielt hauptsächlich in einer bekannten Region zwischen Rhein, Mosel und Eifel, doch bleiben die Geschehnisse reine Fiktion. Sämtliche Handlungen und Charaktere sind frei erfunden.

 

 

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet abrufbar über http://dnb.ddb.de

 

 

© 2013 CW Niemeyer Buchverlage GmbH, Hameln

www.niemeyer-buch.de

Alle Rechte vorbehalten

Der Umschlag verwendet Motive von shutterstock.com

Portrait of mystery unrecognizable monk in robe Normad_Soul 2013

Romanesque Maria Laach Monastery, Lake Laach in Germany Pecold

eISBN: 978-3-8271-9845-7

EPub Produktion durch ANSENSO Publishing www.ansensopublishing.de

Fünf ist Trümpf.

Über den Autor:

Andreas Schmidt ist verheiratet und Vater zweier Kinder, er lebt und arbeitet mit seiner Familie in Wuppertal. Die Leidenschaft für das Schreiben entdeckte er als Jugendlicher; so schrieb er als Schüler diverse Kurzgeschichten und arbeitete an Schülerzeitungsprojekten mit. Nachdem er zahlreiche Heftromane für große Verlage geschrieben hatte, gab er 1999 mit „In Satans Namen“ sein Krimi-Debüt. 2002 gelang ihm mit „Das Schwebebahn-Komplott“ der Durchbruch. Inzwischen sind sechs Wuppertal-Krimis, eine Anthologie sowie der Thriller „Mein ist die Nacht“ erschienen. Seit 2008 ist er hauptberuflich als Autor und Texter für verschiedene Agenturen und Verlage sowie als Freier Redakteur tätig.

Mehr über Andreas Schmidt und seine Aktivitäten erfahren Sie unter www.andreasschmidt.org

EINS

Dieser Ort strahlte einen eigenartigen, morbiden Charme aus, fand Johannes Kocherscheidt. Er ließ den Blick über den fast zugewachsenen Eingang des Stollens am Fuße des Ehrenbreitstein gleiten. Efeuranken bildeten einen natürlichen Torbogen und verdeckten Teile des rostigen Tores. Ein schmaler Trampelpfad zeigte auf das vergitterte Loch, das geradewegs in den Berg zu führen schien. Das Unkraut wucherte an dieser Stelle fast hüfthoch.

Ein vergessener Stollen, der tief in das Innere des Ehrenbreitsteins führte.

Ein geheimnisvoller Ort.

Vergessen, als man die alte Sesselbahn stillgelegt und gegen die moderne Kabinenseilbahn ersetzt hatte, die nun die Touristen komfortabel und umweltschonend vom Deutschen Eck aus über den Rhein auf den Berg beförderte. Mit der Bundesgartenschau 2011 hatte die Stadt zwischen Rhein und Mosel ihr Gesicht verändert.

Während sich Koblenz nach außen hin neu präsentierte, so schien man diesen Gang bei den Modernisierungsarbeiten vernachlässigt zu haben.

Am Wegesrand ragten die verrosteten Überreste von zwei ausrangierten Sesseln der ehemaligen Bahn aus dem Gebüsch. Dicke Rostflecken hatten längst die verblichene grüne Farbe abplatzen lassen; das Holz der beiden Sitzflächen wirkte marode. Es wäre sicherlich nicht mehr in der Lage gewesen, zwei erwachsene Menschen sicher in die Höhe zu transportieren.

Kocherscheidt seufzte, als er die letzten Überbleibsel der alten Sesselbahn erblickte. Früher war er an den Wochenenden oft hier gewesen, um die Gegend zu erkunden. Dabei war er auch mit der Sesselbahn hinauf in die Festung gefahren, wo die Bergstation gelegen hatte. Doch jetzt wirkte die Station am Fuße des Felsplateaus verwahrlost. Kein Tourist verirrte sich mehr hierher. Sie starteten ihren Ausflug auf den Ehrenbreitstein vom gegenüberliegenden Rheinufer aus und verließen die modernen gläsernen Kabinen erst wieder oben auf dem Berg, um den atemberaubenden Ausblick auf die Stelle zu genießen, an der die Mosel in den Rhein mündete.

Oder man nahm den Steilaufzug, der ursprünglich für die Andienung der Jugendherberge geplant war. Schnell und sicher, ganz im Sinne des modernen Zeitgeistes.

Der Verkehrslärm auf der B 42 drang an diesem frühen Abend gedämpft an seine Ohren. Kocherscheidt fragte sich, warum er überhaupt hergekommen war. Normalerweise ließ er sich nicht von einem unbekannten Anrufer an einen verlassenen Ort zitieren. Doch es gab einen guten Grund, der ihn dazu bewogen hatte, der Aufforderung des Fremden nachzukommen: Kocherscheidts Vergangenheit. Er wollte alles daran setzen, ein für alle Mal die dunklen Schatten seiner Seele zu vergessen. Es wäre sicherlich nicht förderlich für ihn gewesen, wenn er dem Mann, der ihn am späten Nachmittag angerufen hatte, eine Absage erteilt hätte.

Es käme einer Katastrophe gleich, wenn seine Vergangenheit ans Licht der Öffentlichkeit käme, und genau das befürchtete er nun.

Er war schwach, er war erpressbar.

Der Wind verfing sich in den grün gestrichenen Eisengittern des Tores und erzeugte ein leises Quietschen in den schon seit Ewigkeiten nicht mehr geschmierten Scharnieren.

Fast ein wenig wie in einem schlechten Gruselfilm, dachte Kocherscheidt und setzte seinen Weg durch das Unkraut fort.

Weder ein Vorhängeschloss noch eine rostige Kette hielt ihn davon ab, den Stollen zu betreten. Kocherscheidt bemerkte, dass der rechte Flügel einen Spalt breit offen stand.

Er blieb stehen und blickte sich um. Von dieser Stelle aus konnte man den Parkplatz an der Straße kaum noch sehen. Es war, als hätte er eine andere, kleine und surreale Welt betreten.

„Hallo?“, rief er und wunderte sich über den Klang seiner eigenen Stimme.

„Ist hier jemand?“

Nichts. Stille, absolute Stille. Niemand hockte im Gebüsch, um ihm aufzulauern.

Muffiger Geruch schlug ihm entgegen. Er stieß den Torflügel weiter auf und schlüpfte in den unbeleuchteten Gang mit der runden Decke, die man aus dem Fels geschlagen hatte. Drinnen empfing ihn eine fast angenehme Kühle, wäre da nur nicht dieser schreckliche Geruch nach Moder und Verwesung.

Es dauerte einige Sekunden, bis sich seine Augen an die Finsternis gewöhnt hatten.

Geröll knirschte unter seinen Sohlen, als er in den Stollen trat. Vermutlich wurde er am Ende des unterirdischen Ganges, dort, wo einst die Betontreppe zur Talstation der alten Bahn geführt hatte, erwartet.

Die Neonröhren, die früher für die nötige Orientierung gesorgt hatten, hingen zwar noch, waren aber schon seit Jahren außer Betrieb. Kocherscheidt glaubte Spinnweben zwischen den Leuchten und der bogenförmigen Felsdecke zu erkennen. Man hatte den Tunnel sich selbst überlassen.

Kocherscheidt blieb stehen, als ihn das matte Licht, das durch den Eingang in den Stollen drang, nicht mehr erreichte. Die Dunkelheit streckte ihre eisigen Krallen nach ihm aus und drohte ihn zu verschlingen. Er fluchte, weil er seine Taschenlampe im Handschuhfach des Autos liegen gelassen hatte, doch das konnte er nun nicht mehr ändern. Umzukehren kam für ihn nicht infrage – er wollte es hinter sich bringen und setzte seinen Weg fort.

Johannes Kocherscheidt hielt in der Bewegung inne, als er ein Geräusch hörte.

Er hielt den Atem an, um besser hören zu können und wirbelte herum. Obwohl ihn die Dunkelheit umgab, glaubte er, dass im gleichen Moment ein schwarzer Schatten vor ihm in die Höhe ragte.

Ein eisiger Luftzug traf sein erhitztes Gesicht, dann spürte er einen Schlag am Hinterkopf, der seinen Schädel explodieren ließ. Es fühlte sich an, als hätte jemand versucht, ihm den Kopf von den Schultern zu schlagen. Kocherscheidt war sicher, das Knacken seines Schädels zu hören, als seine Knie nachgaben und er hart zu Boden ging.

Lichtblitze tanzten vor seinen Augen und ermöglichten es ihm trotzdem nicht, seine Umgebung wahrzunehmen.

Das Letzte, was seine gebrochenen Augen noch sahen, war ein schmaler Lichtstreifen, der vom vergitterten Tor in den Stollen fiel. Eine massige Gestalt entfernte sich, ohne sich noch einmal nach dem Sterbenden umzusehen. Dann gruben sich Johannes Kocherscheidts Hände in den steinigen, unbefestigten Boden, bevor das Leben aus seinem Körper wich.

ZWEI

Er hasste diese undankbaren Aufträge seines Chefs. Ein Leser des „Rhein Mosel Express“ hatte die Redaktion auf einen offenbar vergessenen Stollen am Ehrenbreitstein aufmerksam gemacht. Eine tolle Geschichte, hatte Chefredakteur Günter Prangenberg in der morgendlichen Redaktionskonferenz propagiert, der man unbedingt nachgehen müsse. Als die Frage nach guten Fotos aufgekommen war, konnte Bernd Kaltenbach sich nicht länger wehren. Nachdem er einige Fotos für Landschaftskalender und Poster gemacht hatte, war er zu Prangenbergs heimlichen Lieblingsfotografen avanciert. Und Kaltenbach sah es ganz pragmatisch: Das Geld ging mit, auch wenn er nur die Umgebung eines blöden Tunnels abzulichten hatte, den die Architekten im Umbauwahn der Bundesgartenschau völlig vernachlässigt hatten.

Sommerferien in Rheinland-Pfalz.

Saure-Gurken-Zeit.

Dankbar schnappte man jedes Thema auf, das wichtige Personen an die Journalisten herantrugen. Und so war Kaltenbach, freier Reporter und Fotograf, am frühen Abend zur Festung Ehrenbreitstein aufgebrochen, um sich dem verlassenen Tunnel und seiner Geschichte anzunehmen. Unterm Strich betrachtet war es ihm egal, was er fotografierte und worüber er berichtete: Man bezahlte ihm pauschale Foto- und Zeilenhonorare. Aus finanzieller Sicht war es gleichgültig, ob er über Prominente oder über den Kaninchenzuchtverein aus Oberbieber berichtete. Doch nur über verlassene Tunnel zu schreiben, entsprach nicht seinem journalistischen Anspruch, nicht, nachdem er eine Zeit lang als Korrespondent in Berlin gearbeitet hatte. Entsprechend schlecht war Kaltenbachs Laune, als er versuchte, in der vegetativen Irritation am hinteren Ende des Stollens ein ansprechendes Fotomotiv zu finden.

Bernd Kaltenbach ließ entnervt die Kamera sinken, als er hinter sich ein Geräusch vernahm. Er richtete sich auf und wandte sich um.

„Hat man denn nirgendwo mal seine Ruhe?“, knurrte er.

Die Einsamkeit war offenbar trügerisch. Er richtete sich auf und blickte sich um. Weit und breit war niemand zu sehen, doch neben ihm gähnte der Eingang des verlassenen Stollens.

Das Geräusch musste aus dem Tunnel gekommen sein, durch den er selber hierher gelangt war. Kaltenbach machte einen Schritt auf den Stollen zu. Seine rechte Stiefelspitze verhedderte sich in einer Ranke, er strauchelte, riss die Kamera hoch und konnte den Sturz im letzten Moment verhindern.

Als er sich fluchend wieder aufrichtete, drang ein gequältes Stöhnen an seine Ohren, dann wieder ein dumpfer Schlag.

Dumpf, als hätte jemand mit einer Schippe auf einen lehmigen Untergrund geschlagen.

Kaltenbach zuckte zusammen, als er ein metallisches Klirren hörte.

„Verdammt, was ist denn da los?“, brummte er und blickte sich um. Offenbar war er an diesem verlassenen Ort doch nicht so alleine, wie er es sich erhofft hatte. Kaltenbach schulterte die Kamera und sprintete die aus Beton gegossene Treppe herunter, die zum rückwärtigen Eingang des Stollens führte.

Am Eingang des Tunnels angekommen, zog er die schwere Handlampe aus dem Rucksack. Der grelle Lichtfinger strich über roh belassene Felswände. Irgendwelche Jugendliche hatten bei fragwürdigen Mutproben anzügliche Graffiti hinterlassen. Glasscherben glitzerten im Licht der Taschenlampe.

„Hallo – ist hier jemand?“, rief Kaltenbach in den Stollen.

Er lauschte und vernahm ein heiseres Stöhnen.

„Davon hab ich nichts – red‘ mit mir!“, startete der Reporter einen weiteren Versuch.

Nichts. Nun war auch das Stöhnen verstummt. Kaltenbachs Puls beschleunigte sich. Wer auch immer sich hier mit ihm im Berg aufhielt – er schien ein schweres gesundheitliches Problem zu haben.

„Warum eigentlich immer ich?“, schimpfte der Reporter und rannte los. Nach einigen Metern hatte er die gegenüberliegende Seite des Stollens erreicht.

Gut zehn Meter vom Eingang entfernt erfasste der Lichtstrahl seiner Lampe eine Gestalt, die zusammengekrümmt am Boden lag.

„Hallo?“ Kaltenbach näherte sich dem Fremden vorsichtig. „Geht es Ihnen gut?“

Im gleichen Moment schimpfte er sich einen Idioten, denn wer stöhnend und zusammengekrümmt am Boden lag, dem ging es selten gut.

Erwartungsgemäß erhielt er keine Antwort, erblickte aber im gleichen Augenblick die Blutlache, in der der Kopf des Mannes lag. Von seinem Gesicht konnte Kaltenbach nicht viel erkennen, es war ihm abgewandt. Nur der Hinterkopf glich einer klebrigen und breiigen Masse.

Wer auch immer Hand an dem armen Teufel angelegt hatte – er hatte ganze Arbeit geleistet.

Als Kaltenbach erschrocken registrierte, dass sich der Mann nicht rührte, ging er neben dem Fremden in die Hocke und berührte ihn sanft am Arm.

Doch er reagierte nicht auf Kaltenbachs Versuche, ihn anzusprechen. Der rechte Arm fiel leblos zur Seite, dann rollte der schwere Körper auf den Rücken. Und Kaltenbach blickte in zwei leblose Augen.

DREI

Udo Reuschenbach blickte entnervt von seinem Monitor auf, als er das Vibrieren seines Handys vernahm, das in der Stille seines Büros wie das wütende Summen einer Hummel klang. Seit zwei Stunden brütete er über seinem Einsatztagebuch. Er hasste die Bürokratie in seinem Beruf, doch das Schreiben von Berichten gehörte für den Hauptkommissar zum Tagesgeschäft.

Das Telefon schien, angetrieben durch den Vibrationsakku, über die Tischplatte zu wandern.

Reuschenbach stierte auf das Handy und stöhnte, als er im Display erkannte, wer ihn da anrief. Die Freunde hatten sich auf ein Feierabendbier in einem der Biergärten am Deutschen Eck verabredet. Wahrscheinlich rief Kaltenbach an, um abzusagen. Womöglich hatte er wieder eine neue Freundin gemacht und seine Prioritäten neu geordnet. Bernd Kaltenbach hatte die Vierzig längst überschritten, doch er fühlte sich immer noch zu jung, um sich fest zu binden. Und so wechselte der Reporter seine weiblichen Bekanntschaften wie andere Leute die Unterwäsche. Die beiden Männer waren sehr unterschiedliche Freunde, denn er selber war seit einiger Zeit sehr glücklich mit Larissa verheiratet. Im Karneval vor vier Jahren hatte er ihr einen Heiratsantrag gemacht, den sie spontan angenommen hatte.

Das monotone Brummen seines Handys riss Reuschenbach aus den Gedanken. Er griff danach und drückte die grüne Taste.

„Wie heißt sie?“, fragte er ohne Umschweife.

„Was? Wer?“ Kaltenbach klang verwirrt.

„Frag nicht so blöd, Bernd. Du rufst sicher mal wieder an, um unseren Männerabend abzusagen, weil du hinter irgendeinem Rock her bist.“

„Halt dein Maul, Udo.“

„Ich freu mich auch, deine Stimme zu hören.“ Udo rang sich ein Grinsen ab. „Also – was liegt an?“

„Unser Bier muss warten, fürchte ich“, kam es nun etwas kleinlaut aus dem Hörer.

„Genau das meinte ich“, erwiderte Udo Reuschenbach gallig. „Und deshalb habe ich zu Beginn des Gespräches auch gefragt, wie die neue Dame deines Herzens denn heißt.“

„Es ist kein Mädchen, das uns vom Feierabend abhält.“

„Uns? Hast du eben von unserem Feierabend gesprochen?“ Udo schwante nichts Gutes. Wahrscheinlich steckte sein Freund wieder einmal in Schwierigkeiten. Das war der zweite Grund, weshalb Kaltenbach ihre verabredeten Treffen normalerweise absagte.

„Ich habe einen Toten gefunden.“

Reuschenbach stöhnte, erhob sich und trat ans Fenster seines Büros. Auf dem Moselring hatte sich ein Stau gebildet. Zäh kroch die Blechlawine stadteinwärts dahin.

„Hast du mit dem Saufen schon angefangen?“, fragte Udo, nachdem sich Kaltenbach am anderen Ende der Leitung in Schweigen hüllte.

„Quatsch keine Opern, Udo. Du bist Bulle, und ich brauch dich hier, weil ich einen toten Mann gefunden habe.“

Am Klang seiner Stimme glaubte Udo herauszuhören, dass Kaltenbach diesmal nicht scherzte. „Wann und wo?“

„Jetzt eben, in einem stillgelegten Stollen unterhalb des Ehrenbreitsteins. Ich war hier, um Fotos zu machen.“ Kaltenbach berichtete ihm, was er erlebt hatte, und plötzlich war Udo auch sicher, dass ihr Feierabendbier warten musste.

VIER

Eine knappe Stunde später war am Fuße des Ehrenbreitsteins ein Verkehrschaos ausgebrochen. Einsatz- und Zivilfahrzeuge der Zentralen Kriminalinspektion Koblenz parkten kreuz und quer und behinderten die Autofahrer, die talwärts auf der Charlottenstraße unterwegs waren. Gaffer hatten sich eingefunden, waren in hitzige Diskussionen verwickelt, verbreiteten Halbwahrheiten und filmten mit ihren Handys.

Längst hatten sich auch Kaltenbachs Kollegen von der Presse eingefunden und versuchten vergeblich, Informationen zu bekommen. Doch die Polizei mauerte, und von ihm, Kaltenbach, würden die Kollegen nichts erfahren. Wenn überhaupt, würde er daraus eine große Story für die Zeitung machen. Kaltenbach hatte nicht vor, sich von der Konkurrenz die Butter vom Brot nehmen zu lassen und machte einige Aufnahmen mit der Nikon.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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