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Märchen können trösten, beunruhigen und herausfordern. Märchenhafte Auseinandersetzungen bieten je nach Bedarf alle Möglichkeiten für den Leser, die Leserin. Die Autorinnen sind beide Psychotherapeutinnen, die anregen, anstoßen und in Bewegung bringen wollen. Die Bedeutungen verschiedener Märchen werden hier kreativ und teilweise assoziativ dargestellt. Die Bilder untermalen die Texte und laden zur eigenen Deutung ein. Die Gestalten in den Märchen suchen oft Erlösung. Und dazu ruft auch das Buch auf: warten auf Erlösung bringt nichts. Die anstehenden Aufgaben sind zu erfüllen, dann vielleicht. Es werden keine Versprechungen gemacht. Die beschriebenen Lebensmärchen wie auch Märchenelemente fordern Eigenverantwortung. Das Buch ist für alle, die selber zu einem gelingenden Leben beitragen wollen, ein wunderbarer Schatz an Impulsen und Inspirationen. Vielleicht bringt es auf neue Wege.
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Seitenzahl: 64
Veröffentlichungsjahr: 2014
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Märchen können trösten, beunruhigen und herausfordern. Märchenhafte Auseinandersetzungen bieten je nach Bedarf alle Möglichkeiten für den Leser, die Leserin. Die Autorinnen sind beide Psychotherapeutinnen, die anregen, anstoßen und in Bewegung bringen wollen. Die Be-deutungen verschiedener Märchen werden hier kreativ und teilweise assoziativ dargestellt. Die Bilder untermalen die Texte und laden zur eigenen Deutung ein. Die Gestalten in den Märchen suchen oft Erlösung. Und dazu ruft auch das Buch auf: warten auf Erlösung bringt nichts. Die anstehenden Aufgaben sind zu erfüllen, dann vielleicht. Es werden keine Versprechungen gemacht. Die beschriebenen Lebensmärchen wie auch Märchenelemente fordern Eigenverantwortung. Das Buch ist für alle, die selber zu einem gelingenden Leben beitragen wollen, ein wunderbarer Schatz an Impulsen und Inspirationen. Vielleicht bringt es auf neue Wege.
Vorworte
Christine Semotan
Auguste Reichel
Märchenhafte Vorstellung
Überraschungssternenbaum (Auguste Reichel)
Vom märchenhaften Blickindiewelt (Christine Semotan)
Der Schuh (Christine Semotan)
Der Schuh
Zauberschuhe (Auguste Reichel, Märchen)
Schuhsprache
Die roten Schuhe
Die zertanzten Schuhe
Die richtigen Schuhe
Fußnote
Die falschen Schuhe (Auguste Reichel, Märchen)
Über Grenzen gehen
Das Böse (Christine Semotan)
Wie das Böse in´s Märchen kommt
Wie im Märchen?
Veränderung wendet Not
Es beim Namen nennen
Die Hexe, Baba Jaga und Frau Holle
Die böse Stiefmutter
Spinnen will gelernt sein
Wie verteufelt, wie verhext
Nach vorne schauen
Das Mädchen ohne Hände
Froschkönig
Der Geist der Zeit
Sein kein Frosch, Mann (Auguste Reichel, Märchen)
Zu Grunde gehen (Auguste Reichel, Märchen)
Mütter (Auguste Reichel)
Das eigensinnige Kind
Märchenhafte Mütter
Heilig und höllisch
Der BöseMüttertreff
Verwandlung (Auguste Reichel, Märchen)
Über Wesen (Christine Semotan)
Wesen und Unwesen in uns
Das hässliche Entlein
Das tapfere Schneiderlein
Hans im Glück
Die Prinzessin auf der Erbse
Dornröschen
Der Glassarg (Auguste Reichel, Märchen)
Hinter Dornen Schlafen (Auguste Reichel, Märchen)
Nachwörter
Literatur
Autorinnen
Ich möchte Dank sagen allen Menschen, mit denen ich mich über Märchen ausgetauscht habe.
Allen voran denen, mit denen ich psychotherapeutisch arbeiten durfte und darf. In Workshops und Einzeltherapien begleiteten Märchen meine Arbeit und halfen, Verstricktes zu entwirren, Rätselhaftes zu betrachten, sich zu erkennen und zu verstehen und einen Weg aus dem persönlichen Labyrinth zu finden.
Immer wieder habe ich gelesen und recherchiert. Hat mir ein Hinweis entsprochen, mein Bild der Welt bestärkt, dann habe ich ihn verinnerlicht. Ob richtig oder falsch, ob exakt recherchiert oder nicht, war für mich nicht entscheidend.
Ich möchte ein Beispiel dazu geben:
In einer Frauengruppe, mit der ich einen Samstag lang arbeitete, war Schneewittchen gegenwärtig. Die Scheinwerfer fielen irgendwann auf die Mutter, die sich ein Kind in Vollkommenheit wünscht und es nicht aushält, dass dieses dann schöner ist als sie selbst. Die Thematik der ambivalenten Mutter, die ihrer Tochter nur das Beste wünscht und es dann doch nicht mittragen kann, wenn diese in ihrer Entwicklung ungeahnte Schritte macht, tritt in den Vordergrund. Wir versuchten zu verstehen, was da vor sich geht und ich interpretierte, diese Ambivalenz wird mit zwei Müttern dargestellt. Die leibliche, gute Mutter stirbt und die neidische Stiefmutter nimmt ihren Platz ein. Eine Gruppenteilnehmerin zieht ein Buch aus der Tasche, in dem davon berichtet wird, in der ursprünglichen Überlieferung sei es die leibliche Mutter, die loszieht, ihre Tochter zu vergiften. Das passt wie angegossen in unsere Überlegungen. Verschieden Varianten der Märchen werden überliefert. Kein richtig, kein falsch. Einfach nur „es war einmal“.
Märchen sind so vielschichtig und wir können Verschiedenes darin erkennen. Was dabei für uns in den Vordergrund rückt, hat viel mit uns selbst zu tun, mit unserem Innenleben. Das Märchen ist ein Spiegel unserer Innenwelt.
Meine hier in der Folge erläuterten Interpretationen stellen eine sehr persönliche Sichtweise dar. Was mir wichtig ist, hat mit mir zu tun, mit meinem Wertesystem. Und dieses resultiert aus meiner Entwicklung, meinem Sosein in der Welt. Darüber hinaus ist es stark geprägt von meiner Arbeit. Gemeinsam mit vielen Menschen habe ich Märchenelemente bemüht, um ihren Entwicklungsprozess zu begleiten. Dabei sind alle möglichen Bilder aus Märchen in den Vordergrund gerückt, haben Kontur bekommen.
Ich habe in Gruppen verschiedene Phänomene aus Märchen beleuchtet, zerlegt und von allen Seiten betrachtet. Wir haben gemeinsam die verschiedensten Wesen aus den Märchen kennen gelernt und ergründet.
So sind die folgenden Gedankenspiele, Ideen und Deutungen entstanden.
Märchen werden sehr widersprüchlich erlebt und sind auch umstritten. Die Kritiken, die für mich nachvollziehbar sind, nicht außer Acht lassend, erlebe ich Märchen wie kollektive Träume. Sie öffnen innere Tore und in ihrer Symbolsprache können sie das Verstehen und Veränderungsprozesse vereinfachen. Das Augenmerk bei meinen Interpretationen liegt darauf, ob sie hilfreich sind, in dem Sinne, dass sie Menschen dazu verhelfen, sich zu entfalten und zu reifen. Aspekte der eigenen Persönlichkeit können durch Bilder von Märchenfiguren verdeutlicht werden. Dadurch können sie in den Hintergrund oder Vordergrund gerückt oder abgewandelt werden. Genauso können Handlungsweisen und Sichtweisen durch Märchensymbole dargestellt und mit Abstand betrachtet werden, was die eigene Situation verdeutlichen und lösen kann. Ziel meiner psychotherapeutischen Arbeit ist eine gesunde und selbstverantwortliche Gestaltung des eigenen Lebens. Mehr Möglichkeiten im Handeln zu haben macht uns lebendiger.
Menschen beim Wachsen, Entfalten und Gesunden zu begleiten ist sehr erfüllend und bereichernd. Das Kreative und Lustvolle dabei wird durch Märchen wunderbar ergänzt.
Lebensgeschichten sind wie Märchen: dramatische Szenen, Aussichtslosigkeit, Rettung in letzter Sekunde. Die Dramaturgie von Märchen besteht aus Wiederholungen, Verdichtungen und Eskalation. Erst wenn der dramatische Höhepunkt erreicht ist, findet eine Veränderung statt. So in den Märchen. In Lebensgeschichten gibt es auch diese Dramaturgie, die sich in wiederholenden Prozessen und Szenen zeigt. Der Wunsch nach einer Rettung, nach ErlöserInnen, nach einem „happy end“ durchzieht Leidensgeschichten und Entwicklungsverläufe. Krisen und Übergänge sind von Unsicherheit, Angst und Sehnsüchten begleitet. Im Märchen kommt oftmals Hilfe aus dem Naturoder Tierreich, es tauchen Zaubergestalten oder böse Figuren auf.
In Lebensgeschichten sind das manchmal Ereignisse und Begegnungen, die Wendungen bringen. Diese Chancen zu ergreifen und Veränderungen zu ermöglichen, das zeigen die meisten Märchen auf. Manche gehen nicht so gut aus, die meisten klassischen Märchen enden mit einer „Hochzeit“. Märchen sind vor dem Hintergrund der jeweiligen Zeit und Kultur entstanden und zeitgemäße Deutungen sind aus diesem Grund sinnvoll. Das bedeutet, dass die Lösungen, die im Märchen vorkommen, wie z.B. Hochzeit oder Tötung der Feinde, auch Botschaften einer bestimmten Zeit oder Kultur sind. Märchen dienten der Volksbildung und Kindererziehung und waren wie Warnmärchen. Aus diesem Grund ist die Moral der Märchen hinterfragbar und nicht nur auf einer symbolischen Ebene zu verstehen.
Für dieses Buch habe ich wahre Lebensgeschichten in die Dramaturgie und Sprache von Märchen übersetzt. Die Personen und Ereignisse sind so verschlüsselt, dass sie nicht wieder erkennbar sind. Die Prozesse und Erfahrungen der Lebensmärchen zeigen, wie aus unmöglichen Situationen und Lebenslagen Menschen herauswachsen, sich entwickeln und „überleben“, ja sogar zufriedene Menschen werden. Es bestehen lebenslang Entwicklungschancen, es können wohlwollende Begegnungen Veränderungen bringen und andere Umfelder Neues ermöglichen. Das Zusammenwirken von eigenem Wollen und Unterstützung durch das Umfeld bringt „Erlösungen“. Das ist die Botschaft von Lebensgeschichten und Märchen, das ist der Grund, warum ich Lebensgeschichten in Märchen übersetzt habe.
