Schon gehört? - Hermann Caspar - E-Book

Schon gehört? E-Book

Hermann Caspar

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Beschreibung

Kurze Geschichten und etwas Lyrik aus dem Leben, oder das, was man für das Leben hält. Ein Pausensnack ohne Kalorien ...

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 37

Veröffentlichungsjahr: 2019

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Cover: Kwang Sung Park

„to have and to be“

Mit freundlicher Genehmigung Galerie Klose (Essen)

Inhaltsverzeichnis

Café Togo

Ewigkeiten

Süße Vergänglichkeit

Ein Hauch von Ewigkeit

Erinnerung

Budenzauber

Glück

Meine (rosa) Brille

Licht

Probefahrt

Rotes Sofa

Vegetarier

Sehnsucht

Sommer

Wenn das Essen ist……

Wein

Kapitel 2

Einsam

Anruf

Picknick

Deine eigene Geschichte

Café Togo

Was für ein Geschmack, ein Aroma. Ich glaub, ich muss mich nochmal setzen.

Ein Defekt in der Reproduktion der Geschehnisse der vergangenen Nacht. Schon wieder.

Wo bin ich? Es muss sich etwas ändern. Ich kann nicht ständig meinen Weg ändern, nur weil mein krankes suchtorientiertes Hirn auf jeden Schlüsselreiz hereinfällt. Nein, diesen Menschen neben mir kenne ich nicht. Nein, und diese Möbel sind auch nicht mein Geschmack. 70iger Jahre, mit dem Duft nach Moschus.

Apropos Geschmack. Rotwein, vielleicht, Zigaretten, bestimmt, und da auf dem Nachtschrank, eine Pizza mit Ananas und Knoblauch. Da hab ich ja den Übeltäter.

Und nun? Noch schnell einen Schluck von dem Roten. Ein Schauer überkommt mich, leider nicht in der Dusche. Die ist besetzt. Druck auf allen Kanälen.

Rein, raus, immer dasselbe. Meine Klamotten, einen dampfenden Becher aus der Küche, riecht nach Erlösung, Erleichterung, nach Afrika, nach Togo, stimmt, da war ich gestern stehen geblieben.

ewigkeiten

ewigkeiten im sekundentakt

ein leben nach dem anderen

gesichter irgendwo

in greller dunkelheit.

einsamkeiten kraftvoll

zerissen nahezu jene

gedanken verloren

am ewigen leben.

atmosphären klar

erfrischend kühl vergänglich

leben irgendwo

kraftvoll verschenkt.

erinnerung verschlossen

gesündigt gekreuzigt

der ewigen erde

vergessen beigegeben.

süße vergänglichkeit

wie eine träge frucht

fall ich in deine hände,

so prall und reif,

wo eilet der moment,

der mir die sehnsucht nimmt,

das tote ende,

welches man sucht

und niemals wiederfind.

es rinnt hinab

der süße saft der liebe,

an fingern, händen,

benetzt den heißen leib.

und dort wo er verrinnt,

wo er scheint zu verenden,

dort in der tiefe,

wo sich der geist verliert,

die macht des fleisches

nimmt dort überhand,

und erst nach hochgenuß

erblasst verstand.

es ist die frucht

die phantasie erweckt,

doch auch den hass erfüllt

in einer trägen süßigkeit.

wer einmal sie geschmeckt

verfällt der sucht,

zauber verhüllt

die falsche sinnlichkeit.

denn nun tanzt du in dem kreise

der auf seine bittre weise

dir verhindert jede flucht.

einzig wär die möglichkeit

bevor gebannt von diesen augen

die mit ihrer blauen tiefe

an dir haften,

und du dich wiederfindest

schwarz und süß

unendlichkeit.

fest umgeben dich die zarten

arme, die dich pflückten,

im prallen, verführerischen garten.

wiedergeboren

unter geschmeidig anmutsvollen lenden,

dein körper sich hebt und senkt

wie leis ein schiff sich wiegt,

im duft eines warmen busen badend

verspürst du jede faser deiner brust,

brüllst so hinaus

den treueschwur dem teufel,

in ihren augen tränen enden.

tanzt einer fackel gleich

ihr bildnis in der luft,

du spürst sie warm

und atmest ihren duft,

zu spät um dich zu retten.

so blind vor liebe

spürst du nicht deine ketten

die dich begleiten

bis zum grund der gruft,

wo dich gewürm liebkost.

vergänglichkeit der süße trost.

Ein Hauch von Ewigkeit

Dunkelheit, absolute Dunkelheit. Ich ziehe meine stinkende, blutig verklebte Hand aus meinen Eingeweiden, einer klaffenden Bauchwunde, Resultat eines amerikanischen Dum-Dum-Geschosses, welches mir von hinten die Rückenmuskulatur und die halbe Bauchdecke weggerissen hat. In zwei Minuten sind die Sanis da versprach man mir hoffnungsvoll vor eineinhalb Stunden. Ich sage, abgeschrieben hat man mich armes Schwein.

Ich greife in meine linke Brusttasche und suche zitternd eine Aktive. Rauchen verboten im Schützengraben, du verrätst dem Feind deine Stellung. Zusammengekauert, halb verblutet, halb verreckt, soll er doch wissen, der elende Hurenbock, was er mir angetan hat.

Hinter diesem vermoderten Pferdekadaver wird mich wohl keiner vermuten. Ob der Gaul sich auch durch seine Zigarettenglut verraten hat, armes Geschöpf.

In einer zerknitterten Schachtel eine letzte Zigarette, danach kann mir eh alles egal sein. Ohne Zigaretten, hier vorne, wo Kanonen wie Kirchenorgeln in einer unbeschreiblichen Zeremonie wie in einer Silvesternacht ihr Andante runter jagen, um all ihre Schäfchen heim zu holen.

Feuer, wo ist dieses verdammte Feuerzeug. Alles um mich herum glüht und brennt, nur ich bekomme diese beschissene Zigarette nicht an.