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Kurze Geschichten und etwas Lyrik aus dem Leben, oder das, was man für das Leben hält. Ein Pausensnack ohne Kalorien ...
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Seitenzahl: 37
Veröffentlichungsjahr: 2019
Cover: Kwang Sung Park
„to have and to be“
Mit freundlicher Genehmigung Galerie Klose (Essen)
Café Togo
Ewigkeiten
Süße Vergänglichkeit
Ein Hauch von Ewigkeit
Erinnerung
Budenzauber
Glück
Meine (rosa) Brille
Licht
Probefahrt
Rotes Sofa
Vegetarier
Sehnsucht
Sommer
Wenn das Essen ist……
Wein
Kapitel 2
Einsam
Anruf
Picknick
Deine eigene Geschichte
Was für ein Geschmack, ein Aroma. Ich glaub, ich muss mich nochmal setzen.
Ein Defekt in der Reproduktion der Geschehnisse der vergangenen Nacht. Schon wieder.
Wo bin ich? Es muss sich etwas ändern. Ich kann nicht ständig meinen Weg ändern, nur weil mein krankes suchtorientiertes Hirn auf jeden Schlüsselreiz hereinfällt. Nein, diesen Menschen neben mir kenne ich nicht. Nein, und diese Möbel sind auch nicht mein Geschmack. 70iger Jahre, mit dem Duft nach Moschus.
Apropos Geschmack. Rotwein, vielleicht, Zigaretten, bestimmt, und da auf dem Nachtschrank, eine Pizza mit Ananas und Knoblauch. Da hab ich ja den Übeltäter.
Und nun? Noch schnell einen Schluck von dem Roten. Ein Schauer überkommt mich, leider nicht in der Dusche. Die ist besetzt. Druck auf allen Kanälen.
Rein, raus, immer dasselbe. Meine Klamotten, einen dampfenden Becher aus der Küche, riecht nach Erlösung, Erleichterung, nach Afrika, nach Togo, stimmt, da war ich gestern stehen geblieben.
ewigkeiten im sekundentakt
ein leben nach dem anderen
gesichter irgendwo
in greller dunkelheit.
einsamkeiten kraftvoll
zerissen nahezu jene
gedanken verloren
am ewigen leben.
atmosphären klar
erfrischend kühl vergänglich
leben irgendwo
kraftvoll verschenkt.
erinnerung verschlossen
gesündigt gekreuzigt
der ewigen erde
vergessen beigegeben.
wie eine träge frucht
fall ich in deine hände,
so prall und reif,
wo eilet der moment,
der mir die sehnsucht nimmt,
das tote ende,
welches man sucht
und niemals wiederfind.
es rinnt hinab
der süße saft der liebe,
an fingern, händen,
benetzt den heißen leib.
und dort wo er verrinnt,
wo er scheint zu verenden,
dort in der tiefe,
wo sich der geist verliert,
die macht des fleisches
nimmt dort überhand,
und erst nach hochgenuß
erblasst verstand.
es ist die frucht
die phantasie erweckt,
doch auch den hass erfüllt
in einer trägen süßigkeit.
wer einmal sie geschmeckt
verfällt der sucht,
zauber verhüllt
die falsche sinnlichkeit.
denn nun tanzt du in dem kreise
der auf seine bittre weise
dir verhindert jede flucht.
einzig wär die möglichkeit
bevor gebannt von diesen augen
die mit ihrer blauen tiefe
an dir haften,
und du dich wiederfindest
schwarz und süß
unendlichkeit.
fest umgeben dich die zarten
arme, die dich pflückten,
im prallen, verführerischen garten.
wiedergeboren
unter geschmeidig anmutsvollen lenden,
dein körper sich hebt und senkt
wie leis ein schiff sich wiegt,
im duft eines warmen busen badend
verspürst du jede faser deiner brust,
brüllst so hinaus
den treueschwur dem teufel,
in ihren augen tränen enden.
tanzt einer fackel gleich
ihr bildnis in der luft,
du spürst sie warm
und atmest ihren duft,
zu spät um dich zu retten.
so blind vor liebe
spürst du nicht deine ketten
die dich begleiten
bis zum grund der gruft,
wo dich gewürm liebkost.
vergänglichkeit der süße trost.
Dunkelheit, absolute Dunkelheit. Ich ziehe meine stinkende, blutig verklebte Hand aus meinen Eingeweiden, einer klaffenden Bauchwunde, Resultat eines amerikanischen Dum-Dum-Geschosses, welches mir von hinten die Rückenmuskulatur und die halbe Bauchdecke weggerissen hat. In zwei Minuten sind die Sanis da versprach man mir hoffnungsvoll vor eineinhalb Stunden. Ich sage, abgeschrieben hat man mich armes Schwein.
Ich greife in meine linke Brusttasche und suche zitternd eine Aktive. Rauchen verboten im Schützengraben, du verrätst dem Feind deine Stellung. Zusammengekauert, halb verblutet, halb verreckt, soll er doch wissen, der elende Hurenbock, was er mir angetan hat.
Hinter diesem vermoderten Pferdekadaver wird mich wohl keiner vermuten. Ob der Gaul sich auch durch seine Zigarettenglut verraten hat, armes Geschöpf.
In einer zerknitterten Schachtel eine letzte Zigarette, danach kann mir eh alles egal sein. Ohne Zigaretten, hier vorne, wo Kanonen wie Kirchenorgeln in einer unbeschreiblichen Zeremonie wie in einer Silvesternacht ihr Andante runter jagen, um all ihre Schäfchen heim zu holen.
Feuer, wo ist dieses verdammte Feuerzeug. Alles um mich herum glüht und brennt, nur ich bekomme diese beschissene Zigarette nicht an.
